Schüsse in der Nacht - Larry Lash - E-Book

Schüsse in der Nacht E-Book

Larry Lash

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Beschreibung

Mit Schüssen in der Nacht hat das Drama begonnen. Wie wird es enden?
Das Schicksal hält für Mark Brandon kein leichtes Leben bereit. Trotz harter Rückschläge seit seiner frühesten Jugend, kommt er ohne Wenn und Aber seinen Verpflichtungen nach. Er ist sogar bereit für seinen Bruder die eigene Ranch und die Zukunft zu opfern, ohne lange zu fragen.
Er folgt dessen Hilferuf und ahnt nicht, dass auf seiner Fährte eine Höllencrew aus menschlichen Raubwölfen reitet, deren gnadenloser Anführer glaubt eine alte Rechnung begleichen zu müssen. Schüsse in der Nacht schrecken Mark auf, womit sein Höllenritt beginnt und ihn nicht zur Ruhe kommen lässt. Ständig muss er befürchten, dass seine Verfolger im nächsten Augenblick um den Hügel reiten oder in einer Stadt bereits auf ihn warten.
Immer wieder werden die Menschen getötet, die Mark helfen wollen, sein Ziel zu erreichen. Er selbst wird immer wieder in den Dreck gestoßen. Wer wird aus diesem Kampf auf Leben und Tod als Sieger hervorgehen? Reicht seine Kraft sich immer wieder seinem Feind zu stellen? Wer muss noch sterben, bis endliche wieder Ruhe einkehrt.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Larry Lash

 

 

Schüsse in der Nacht

 

 

 

 

 

Roman aus dem Amerikanischen Westen

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

Neuausgabe

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv 

Cover: © by Klaus Dill mit Bärenklau Exklusiv, 2023

Korrektorat: Bärenklau Exklusiv

 

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

 

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

 

Alle Rechte vorbehalten

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Schüsse in der Nacht 

1. Kapitel 

2. Kapitel 

3. Kapitel 

4. Kapitel 

5. Kapitel 

6. Kapitel 

7. Kapitel 

8. Kapitel 

9. Kapitel 

Der Autor Larry Lash 

Eine kleine Auswahl der Western-Romane des Autors Larry Lash 

 

Das Buch

 

 

 

 

Mit Schüssen in der Nacht hat das Drama begonnen. Wie wird es enden?

Das Schicksal hält für Mark Brandon kein leichtes Leben bereit. Trotz harter Rückschläge seit seiner frühesten Jugend, kommt er ohne Wenn und Aber seinen Verpflichtungen nach. Er ist sogar bereit für seinen Bruder die eigene Ranch und die Zukunft zu opfern, ohne lange zu fragen.

Er folgt dessen Hilferuf und ahnt nicht, dass auf seiner Fährte eine Höllencrew aus menschlichen Raubwölfen reitet, deren gnadenloser Anführer glaubt eine alte Rechnung begleichen zu müssen. Schüsse in der Nacht schrecken Mark auf, womit sein Höllenritt beginnt und ihn nicht zur Ruhe kommen lässt. Ständig muss er befürchten, dass seine Verfolger im nächsten Augenblick um den Hügel reiten oder in einer Stadt bereits auf ihn warten.

Immer wieder werden die Menschen getötet, die Mark helfen wollen, sein Ziel zu erreichen. Er selbst wird immer wieder in den Dreck gestoßen. Wer wird aus diesem Kampf auf Leben und Tod als Sieger hervorgehen? Reicht seine Kraft sich immer wieder seinem Feind zu stellen? Wer muss noch sterben, bis endliche wieder Ruhe einkehrt.

 

 

***

Schüsse in der Nacht

 

 

1. Kapitel

 

Als die Dämmerung einsetzte und Mark Brandon seinen Rappen aus dem Hochwald heraus auf den freien Hang lenkte, hielt er unwillkürlich den Atem an. Genau vor ihm reckten sich, in kühnem Schwung, die Grand Tetons empor. Wie in Purpurglast getaucht lag die Gebirgswand in bezaubernder Schönheit vor ihm. Ein paar Dutzend Meilen mochte die Wand in der Länge messen. Sie glich mit ihren Gipfeln einer unüberwindlichen, gigantischen Mauer, die in den Himmel zu wachsen schien.

Über diesem Anblick vergaß man die heißen Quellen, die kochenden Seen und Wasserfontänen, die aus dem Schoß der Erde kamen … yeah, vor diesem Anblick verblassten die gewaltigen Büffelherden, die Mark am Yellowstone-River gesehen und mit denen er Meilen um Meilen parallel geritten war.

Er klammerte seine Hände um das Sattelhorn seines Pferdes und versuchte, das sich vor ihm ausbreitende Bild fest in sich einzuprägen.

Für Minuten saß er in Andacht versunken vor der Schöpfungspracht des Allmächtigen.

Sein schmales, braunes Gesicht war bewegungslos. By Jove, hier verharrte ein Mann, der noch von dem Wunder der Natur ergriffen wurde, dessen Herz sich noch weit öffnen konnte und dessen Auge noch nicht blind war.

Schweißperlen rannen unter dem Stetson hervor, gruben Furchen in die rote Staubschicht seines Gesichtes. Yeah, die Meilen, die hinter ihm lagen, hatten ihm den Stempel auf gedrückt, und auch der Rappe zeigte Spuren der Erschöpfung. Not und Entbehrungen hatten beide gezeichnet. Beide waren hager, gleich ausgehungerten Losern, beide sahen mitgenommen aus, und es haftete ihnen die stete Unrast derjenigen an, die niemals Ruhe finden.

Dies wurde besonders deutlich, als Mark aus der Versunkenheit aufschreckte und wieder Leben in sein Gesicht kam, als der Rappe wie vom Willen seines Reiters geleitet sich in Bewegung setzte, lang ausgreifend in eine Gangart fiel, als wolle er seinen Reiter noch viele Meilen über die Kämme tragen.

Mark Brandon saß lässig im Sattel. Sein Revolvergurt hing schwer an den Hüften und war gespickt mit Patronen, die in den letzten Strahlen der Sonne funkelten und blitzten.

An beiden Schenkeln baumelten schwere 45er Colts. Schwarzblau glänzte der Stahl, war fast so dunkel wie das seidige Fell des Rappen.

Marks Ausrüstung war hinter dem Sattel befestigt und bestand aus wenigen Utensilien. Sein Packpferd war ihm vor einiger Zeit gestohlen worden, und wenn er daran dachte, stieg noch heute der Grimm in ihm hoch und machte ihm die Kehle eng.

Hölle, yeah, mit diesem Pferd wurden ihm auch zugleich Proviant und die Satteltaschen, in denen er ein kleines Vermögen hatte, gestohlen. Es war der Erbteil seines Bruders, auf den dieser nun vergeblich warten würde. Und dabei brauchte er diese finanzielle Unterstützung bitter nötig, und es war mehr als wahrscheinlich, dass er seinen Kampf abbrechen musste.

Mark zwang sich, seine Gedanken auf etwas anderes zu lenken und murmelte heiser seinem Tier zu:

»Go on, Schwarzer!«

Yeah, er befand sich in einer schrecklichen Verfassung, aus der nur der Anblick der Tetons ihn für Minuten hatten aufschrecken können. Jetzt aber überfielen ihn die zermürbenden Gedanken stärker als zuvor, bohrten und nagten, drangen wie Gift bis in die Endspitzen seiner Nerven, füllten ihn aus.

Sein Bruder hatte um dieses Geld gebeten, und er hätte es bestimmt nicht getan, wenn es nicht unbedingt erforderlich gewesen wäre. Es stand ihm zu und war genau die Summe, die er nach dem Tode der Eltern zu beanspruchen hatte.

Ted war der Ältere und war mit vierzehn Jahren von zu Hause ausgerissen, er wollte sein Glück in der Fremde suchen.

In den vergangenen Jahren waren ab und zu Nachrichten von ihm durchgesickert. Langreiter, die ihn in Wyoming getroffen hatten, berichteten von ihm, erzählten, dass er dabei sei, sich ein Reich zu erobern.

Yeah, das war für Vater ein Grund, ihn zu veranlassen, in seinen Briefen an Ted nichts von den Rückschlägen zu erwähnen, die auf der Ranch in Texas die Herden reduzierten.

Die Zecke ließ Tausende von Rindern krepieren, die von den Cowboys gar nicht so schnell unter die Erde gebracht werden konnten, wie sie verendeten. Der Rindertod veränderte ganze Landstriche, und auch die Brandon-Ranch stand mit einem Schlag vor dem Ruin.

No, davon hatte er dem Bruder nichts berichten dürfen, und er verschwieg auch ganz selbstverständlich, dass er mit der Crew zum Rio gezogen war und mit den mexikanischen Banden dunkle Geschäfte tätigte. Er verschwieg, dass er Rinder aus Mexiko aufkaufte, dass er mit seiner Crew Tag und Nacht im Sattel war, getrieben von der Notwendigkeit, entweder die Ranch und die Weide in Texas zu verlieren, oder aber die Ranch neuerstehen zu lassen.

Und es gelang ihm! Die Brandon-Ranch blühte wieder auf, und er stellte die Geschäfte mit den Mexikanern am Rio ein … glaubte, dass damit alles erledigt und aus seiner Vergangenheit gestrichen sei. Yeah, das glaubte er so lange, bis eines Tages das Unglück hereinbrach, und zwar genau an dem Tage, an dem sein Vater starb.

Am Grabe tauchte plötzlich ein Freund auf, stieg vom schweißnassen Pferd und schritt auf Mark zu, sagte leise:

»Zum Trauern hast du später Zeit, Mark! Nimm dein Pferd und reite! Sie sind hinter dir her. Sie haben herausgebracht, wovon die Brandon-Ranch nach der letzten Seuche wieder groß geworden ist. Man weiß, mit wem du Geschäfte gemacht hast!«

»Ich habe niemanden dabei geschadet«, entfuhr es Mark heftig.

»Die Mexikaner hätten ihre Beute an Rindern jedem anderen genauso verkauft, wenn er geschickt genug war, mit ihnen zu verhandeln. Dort drüben brauchen sie Munition und Waffen, um die Revolution durchzuführen.«

»Yeah, aber sie treiben ihren ehemaligen Herren das Vieh von der Weide, plündern und führen ein wildes Leben. Nun, ich kann die Gesetze Mexikos nicht ändern. Du jedoch siehst es von deinem Standpunkt, der Staatenreiter aber, der hinter dir her ist, hat da seine eigene Anschauung. Er sagt, ein Mann deiner Art muss wissen, dass an Rinderherden, die über den Rio von Mexiko herüberkommen, Blut klebt.«

»Ich habe viele Leute gekannt, denen das verteufelt gleich war«, gab Mark zu verstehen. »Die Zecke nahm unsere Rinder, und jeder Mann, der nur ein wenig Bargeld hatte, machte am Rio Geschäfte.«

»Das mag alles sein, Mark, aber ein Staatenreiter hat dafür kein Verständnis. Nimm meine Warnung an, Fellow … verschwinde, bevor er hier eintrifft!«

»Wer ist es?«, wollte Mark wissen.

»Du hast allen Grund, ihn ernst zu nehmen … es ist Asa Merha«, klang es rau.

Mark prallte wie unter einem Peitschenschlag getroffen zurück, erblasste und atmete schwer.

»Asa Merha?«, wiederholte er.

»Yeah, ich sagte dir doch, dass du den Namen kaum schlucken würdest.«

Nein, diesen Namen konnte er auch nicht so ohne weiteres schlucken. Asa Merha war einst in der Mannschaft der Brandon-Ranch geritten und war hart mit Mark zusammengeprallt. Zwischen beiden hatte ein Mädchen gestanden. Beide waren in sie verliebt, und sie hatten es untereinander ausgetragen. Mark hatte stärkere Fäuste, und Asa wurde zusammengeschlagen. Das Mädchen aber war vergessen, yeah, sie war es nicht einmal wert gewesen, dass sich zwei Männer ihretwegen entzweiten. Sie war aus beider Leben verschwunden, und niemand hörte mehr etwas von ihr. Sie war dafür bekannt, ihren Spaß daran zu haben, wenn sich zwei Männer ihretwegen stritten

»Asa Merha?«, wiederholte Mark noch einmal.

Kälte kam in seinen Augen auf. Er begriff plötzlieh, dass der einstige Cowboy der Brandon-Ranch ihn nicht wegen der Sache am Rio auf der Spur war, sondern weil dieser Mann das als einen guten Vorwand vor sich und seine privaten Rachegefühle schob.

Yeah, er hatte die Niederlage anscheinend nicht vergessen und war zurückgekommen, um ihn zu vernichten.

Mark erinnerte sich, wie zuwider ihm damals der Kampf gewesen war, schämte sich, dass er sich wegen eines Mädchens hatte so gehen lassen. Schuld daran hatten jedoch zum großen Teil der Whisky und die drückende Luft vor dem Gewitter. Sie hatte nicht nur die Herde wild gemacht und in eine Stampede getrieben, sondern sie hatte auch die Gemüter der Menschen vergiftet, und so war es zum Kampf gekommen.

»Was willst du tun, Mark?«, fragte der Freund, der seinetwegen sein Pferd geschunden hatte, selbst erschöpft und ausgepumpt war und Mark nicht aus den Augen ließ.

Dieser sah zu den Männern seiner Crew hin, schaute jedem einzelnen fest ins Auge. Es waren harte, ausdauernde Männer, in vielen Kämpfen erprobt und erfahren, rau und manchmal recht ungebärdig. Yeah, echte Texaner von altem Schrot und Korn. Es waren Kerle, die sich nicht beugten und sich aus Trotz gegen Tod und Teufel auflehnen würden, wo immer sie Gelegenheit dazu hatten. Sie waren verschiedenen Alters, aber alle hatten den gleichen harten Ausdruck in den Augen, alle die gleiche verwandte Art der innerlichen Einstellung zu einer Sache.

Yeah, sie schauten ihn nur fest an und schaufelten eifrig das Grab, das die Überreste des Oldtimers aufgenommen hatte, zu. Dumpf fielen die Schollen auf das Segeltuch, das den Körper des Bosses umschloss.

»Was willst du tun?«, diese Frage stand auch in ihren Augen zu lesen. Sie waren ja dabei gewesen, als er die Herden vom Rio holte, und sie hatten einen Anteil an dem, was er entscheiden würde.

Zwei grauhaarige Cowboys legten die Spaten beiseite und standen barhäuptig, mit seltsam verkniffenen Gesichtern da.

»Wenn wir schon kein Vaterunser am Grabe beten können, so lasst uns wenigstens eine Minute an den Verstorbenen denken. Er war ein harter aber gerechter Boss!«

Mark legte die Hände zusammen, starrte auf die Schollen, die sich zu einem kleinen Hügel gehäuft hatten. Die anderen taten es ihm nach. Es waren keine Männer, die viele Worte machten,, nein, sie waren mit der Erde verwachsen und blieben deshalb auch im Angesicht des Todes ruhig.

Yeah, dieser seltsame Nachruf war ergreifender als eine wohldurchdachte Rede. Er packte die Männer dort, wo sie zu treffen waren, nämlich an ihrem Kampfgeist. Die schlechte Nachricht für ihren Boss bedeutete, dass das Leben weiterging, auch vor dem Grabe des Oldtimers nicht haltmachte.

»Was willst du nun tun?«, wurde die Frage erneut aufgeworfen.

Mark trat vom Grabe zurück, als wolle er die Ruhe des Toten nicht stören. Die Crew und der Freund folgten ihm.

Nachdem sie sich einige Schritte entfernt hatten, zog Mark einen Brief aus seiner Westentasche, sagte in die Stille hinein:

»Mein Bruder verlangt sein Erbteil!«

Sie rissen die Köpfe hoch, yeah … alle schauten ihn seltsam an, und der Älteste schnaufte:

»Das ist doch ein Witz, Boss?«

»Nein, es ist die reine Wahrheit. Dad hat es versäumt, Ted klaren Wein einzuschenken. Ted trifft in diesem Falle keine Schuld. Wenn er jetzt sein Erbteil verlangt, ist es sein gutes Recht.«

»Recht hin und Recht her. Die Herde ist von den Zecken aufgefressen. Wo willst du das Geld hernehmen?«

»Der Erlös der Rinder reicht aus, um Ted und euch auszuzahlen, Boys.«

Wie Hammerschläge fielen diese Worte.

»By Gosh, Boss, das ist genau der Preis, den du selbst in die Herde gesteckt hast.«

»Ich weiß, Boys, aber mir bleibt keine andere Wahl. Ich werde die Herde an Asa Merhas Schwager verkaufen.«

»Oh, Hölle, Pest und Schwefel, an den Friedensrichter?«, explodierte ein Cowboy. »Das hieße mit anderen Worten, Asa eine moralische Ohrfeige zu verabreichen, denn er kommt doch hierher, um die Brandzeichen der mexikanischen Rinder zu studieren. Das wird er nun auf der Weide seines Schwagers tun müssen. Ein verteufelt kluger Schachzug, Mark. Aber wirst du mit ihm einig werden?«

»Er bekommt sie zum Rio-Preis, und außerdem ist er gierig und wird ohne Zögern zugreifen, bevor ihm ein anderer zuvorkommt. Für den Preis ist die Herde so gut wie geschenkt, und ich werde dafür sorgen, dass er die Brandzeichen vorher nicht zu sehen bekommt.«

»Mark, das ist großartig! Er kann später nicht behaupten, unwissend gewesen zu sein. Nach dem Gesetz ist jeder straffällig, der Rinder mit mexikanischem Brandzeichen kauft. Aber was mir an der Sache nicht gefällt, ist, dass du durch den Verkauf nichts verdienen willst. Bedenke, dass du alles verlierst: die Ranch und die Weide, und wenn du uns ausgezahlt hast, selbst keinen Penny mehr besitzt.

Dabei warst du es doch, der am meisten geschuftet hat, der sich Tag und Nacht abrackerte. Du warst von früh bis spät im Sattel und beim Treiben, und ohne dich hätten uns die Mexikaner nicht nur das Geld, sondern auch die uns überlassene Herde wieder abgenommen. Heh, Mark, überlege es dir richtig! Wir laufen vor diesem Staatenreiter nicht davon. Wenn du es willst, liefern wir ihm einen Kampf, an den er denken wird.«

Mark unterbrach den Oldtimer, dessen Erregung mit jedem Wort stieg: »Wir halten uns nur unnötig auf, Buddy! Reiten wir lieber!«

Einige Sekunden starrten sie ihn seltsam an. Dann machten sie kehrt, und nur der Oldtimer blieb und packte Mark rau bei den Schultern.

»Vielleicht zerbrichst du noch einmal an deiner Treue, mein Junge. Vielleicht sind alle deine Opfer umsonst und dein Bruder braucht das Geld nicht einmal so dringend. Yeah, und aus diesem Grunde bleibe ich auf der Ranch, bleibe ich auf dieser Weide, die dein Vater eintragen ließ. Das Gebäude soll nicht zerfallen und die Weide nicht an Asa Merhas Schwager fallen.«

»Du wirst nicht verhindern können, dass seine Stiere bald über diese Weide ziehen.«

»No, ich werde es nicht können«, erklärte der Oldtimer düster. »Ich bin nur ein alter Narr, und ich werde es hinnehmen und ertragen müssen. Aber ich werde nicht zulassen, dass einer von ihnen seinen Fuß über die Schwelle setzt.«

»Oldman, sie werden dich vertreiben, ohne mit der Wimper zu zucken.«

»Oh, ich bin zu alt, als dass sie es wagen würden, mit Gewalt etwas zu erreichen. Ich will hier sein, wenn Asa Merha kommt und nach dir sucht. Ich will erleben, was der Bursche für ein Gesicht macht, wenn er die Rinder, die er sucht, auf der Weide seines Schwagers findet. Und dann will ich sehen, ob er gegen ihn angeht. Yeah, ich will sehen und hören und alles bis zur rechten Stunde aufbewahren, mein Junge. Ich werde auf deine Rückkehr warten, und, by Gosh, Asa Merhas Schwager wird danach trachten, alles zu besitzen. Eines Tages, so wird er hoffen, wird Gras über die Geschichte wachsen, und niemand wird mehr Anstoß daran nehmen. So long, mein Junge!«

Das waren die letzten Worte des Alten.

Er blieb als Einziger aus der Crew zurück, beteiligte sich nicht an dem raschen Aufbruch, den Mark durchführte. Es war irgendwie ermutigend zu sehen, wie er geschäftig hin- und hereilte und überall nach dem Rechten sah.

Einsam stand er dann da, als die Männer zur Weide davonritten. Er stand nicht wie sonst, freudig und scherzend. Nein, dieses Mal hatte jeder sein Reservepferd mit seinen Habseligkeiten beladen, und dieses Bild zeigte ihm deutlich seine große Einsamkeit.

Sie ritten mit gezogenem Stetson an ihm vorbei. Eine traurige Parade von Männern, die der Ranch, der Weide und dem toten Boss unter dem frisch aufgeworfenen Hügel auf ihre Art ein letztes »So long« wünschten.

Es waren Männer mit düsteren Augen, Freunde, die Marks Beweggründe begriffen und ihn nicht aufhielten.

Vielleicht dachte der zurückgebliebene Oldtimer, dass dieser Abschied mehr einer Flucht glich, als einem Ausritt. Seine Zähne knirschten aufeinander. Er ballte die Hände, sah den Reitern nach, die fern auf der Weide nur einen kleinen Trupp der Rinder aussortierten und zu treiben begannen. Er wusste nun, dass Mark nur Rinder trieb, die besonders deutlich die charakteristischen Brandzeichen aus den verschiedenen Ranchen Mexikos zeigten. Asa Merhas Schwager, dem Friedensrichter, sollten sie deutlich vor Augen geführt werden. Mark übernahm das Risiko … war fest davon überzeugt, dass der Friedensrichter beide Augen zudrücken und die Herde kaufen würde.

By Gosh, wie er und Asa dann miteinander fertig wurden, war eine andere Sache.

Asa konnte nicht gegen seinen Schwager ziehen, und tat er es dennoch, schnitt er sich sozusagen ins eigene Fleisch. Ließ er es jedoch unbeachtet, konnte er auch Mark Brandon nicht weiterverfolgen. Yeah, Asa konnte sich zwar in vielen Dingen das Gesetz so auslegen, wie er es gerade brauchte, aber immer ging es doch nicht!

»Well, ich werde abwarten und zusehen, wie Asa handelt«, knirschte der Alte.

Schmal wurden seine Augen. Er sah die Reiter mit dem kleinen Rindertrupp in einer Staubwolke versinken. Die große Herde aber graste unbewacht auf der freien Weide, die sich schier ins Unendliche ausdehnte.

By Gosh, bald würden fremde Cowboys kommen. Sie würden sich nicht einmal die Mühe machen, die Rinder von der Brandon-Weide zu treiben, denn yeah, sie war ja jetzt herrenlos. Yeah, konnte man nicht Asa Merha in Verdacht haben, diese Situation heraufbeschworen zu haben? Hölle, es war eine verteufelte Ironie des Schicksals!

Mark ritt am Schluss des Trupps und schluckte den Staub, den die Hufe der Tiere aufwirbelten. Er blickte oft zurück. Es schmerzte und riss an seinem Herzen. Himmel, yeah, der Gedanke, dass alles hinter ihm versank und er es vielleicht nie wieder zu Gesicht bekommen sollte, schnürte ihm die Kehle zu. Die Gestalt des alten Mannes, der freiwillig zurückgeblieben war, wurde immer winziger und entschwand bald ganz aus seinem Blickfeld.

By Gosh, er hatte sein Möglichstes getan, ihn von seiner selbstgestellten Aufgabe abzubringen, ihn eines Besseren zu belehren. Und auch die anderen Cowboys hatten versucht, ihm die Aussichtslosigkeit seiner Lage vor Augen zu führen.

Doch ohne Erfolg. Er erklärte nur: »Auf meinen Anteil verzichte ich, und das, was ich zum Leben brauche, hole ich mir von der Weide des Friedensrichters. Und nun reitet! Eines Tages, das fühle ich genau, kommt Mark wieder, und sei es auch nur, um mich zu holen.«

»Warum kommst du dann nicht gleich mit?«, hatte man ihn gefragt.

»Ah, wer sollte denn dann berichten, wie Asa Merha handelte?«, gab er zu verstehen. »Eins ist jedoch gewiss: Ich steige niemals aus dem Sattel der Brandons. Ich habe Mark und auch Ted auf meinen Knien geschaukelt. Ich war es, der eure Mutter fand, als sie von der Stampede erfasst wurde. By Gosh, vielleicht bin ich in den ganzen Jahren selbst ein Brandon geworden. Jedenfalls kann ich nicht anders handeln. Und außerdem war der Boss mein bester Freund.«

Yeah, Mark hatte den Oldman nicht überzeugen können. Er fühlte es heiß in seinen Augen aufsteigen, als er an die Treue und Zuverlässigkeit dieses Mannes dachte. Er hörte noch seine Worte im Ohr:

»Lass von dir hören, damit ich weiß, wo du bist!«

Noch einmal hatte sich Mark das faltige, verwitterte Gesicht eingeprägt, hatte dem Alten zugenickt und war dann den anderen nachgeritten.

Aus … vorbei!

Meile um Meile trieben sie nun die Rinder voran. Waren ein wenig durch die Packpferde behindert, die sie an der Longe mitführten.

Mark hatte die besten Pferde aus der Remuda ausgewählt und verteilt. Der Oldtimer hatte sich nur drei Pferde zurückgehalten, alle anderen wurden freigelassen, waren somit auf sich selbst gestellt.

By Gosh, yeah, Mark wusste, dass sein eiliger Aufbruch auf Asa Merha wie eine überstürzte Flucht wirken musste. Und doch war dies die einzige Möglichkeit, die Rinder an den Friedensrichter zu verkaufen und sich aus einem Kampf, der unweigerlich erfolgt wäre, herauszuhalten. Er wollte nicht, dass sich seine Crew einmischte, wollte nicht, dass sie sich gegen das Gesetz stellte. Yeah, seine Handlungsweise schützte seine Männer, wenn sie ihm auch selbst zur Last werden sollte.

Er war hart genug, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Er wollte versuchen, es durchzustehen.

Aber noch etwas anderes hatte ihn zum sofortigen Aufbruch getrieben: der Brief seines Bruders. Ted sollte so schnell wie möglich sein Erbteil bekommen. Und dann? Nun, die Welt war groß und weit und würde auch für ihn immer einen Platz haben. Er suchte den Kampf nicht, er kannte die Bitternis im Gefolge des Todes, das Leid und das Elend, das durch einen Schuss ausgelöst wurde.

Am Rio gab es genug Beispiele, die er sich immer wieder vor Augen hielt.

»Boss, Cowboys der Schecken-Ranch«, wurde er von der Stimme seines Vormannes aus seinen Gedanken gerissen.

Er hob den Kopf. Yeah, über den Kamm kamen zehn Reiter. Der vordere ritt einen Falben von starker, knochiger Bauart, und doch schien dieses überdurchschnittliche Tier noch viel zu schwach für den Koloss von Reiter, der seine kurzen O-Beine an den Pferdeleib gepresst hielt.

Sein Vollmondgesicht glänzte vom Schweiß, und seine dicken Wurstfinger hielten schlaff die Zügel. Kleine, hinter Fettpolstern kaum sichtbare Augen beobachteten Mark mit einer Mischung aus Neugier und Boshaftigkeit.

Yeah, dieser Friedensrichter war ein seltsamer Mensch.

»Es ist nicht üblich, um diese Zeit zu reiten, Nachbar«, sagte er, wobei er sein Pferd zum Stehen brachte.

Mark hielt ebenfalls an und blickte den Mann scharf an. Die Reiter der Schecken-Crew hatten sich einige Yards hinter ihrem Boss aufgebaut und sahen zu, wie die Brandon-Crew in aller Gemütsruhe weitertrieb, so, als hätten sie die Männer der Schecken-Crew überhaupt nicht gesehen. Eine Nichtbeachtung, die mit bösen Gesichtern hingenommen wurde.

Mark beobachtete dieses Zwischenspiel nicht, er sah nur forschend in das feiste Gesicht des Friedensrichters, über dessen komische Bemerkung er nachdachte.

»Es ist kein Vieh für einen langen Ritt«, erklärte Mark. Und sogleich verschwand das höhnische Grinsen auf dem Gesicht des Friedensrichters. Er stutzte, sagte dann lauernd:

»Nachbar, mein Schwager ist im Lande!«

»Yeah, es ist mir nichts Neues, und aus diesem Grunde bin ich unterwegs. Ich gebe auf, verkaufe meine Herde an den Nächstbesten und verlasse das Land.«

»Verkaufen?«, schnappte der Dicke.

Er begriff schneller, als Mark annahm, lächelte freundlich, fragte:

»Was soll die Herde bringen? Ich interessiere mich dafür, denn ich weiß, jedes Tier ist ein Schmuckstück.«

»Yeah, so ist es, doch nicht jeder kennt die Qualität meiner Herde so gut wie Sie, Richter.«

Dan Gulden lächelte geschmeichelt und murmelte:

»Wir waren gute Nachbarn, daran sollten Sie auch jetzt denken, Brandon!«

»Yeah, ich muss gute Nachbarn haben, denn sonst wüsste Asa Merha nicht genau über die Brandzeichen der mexikanischen Haziendas Bescheid.«

»Brandon, was wollen Sie damit sagen?«, fuhr Dan Gulden auf. »Soll das eine Verdächtigung sein?«

Das war eine offene Frage, die eine ebensolche Antwort verlangte.

»Ich habe keine Beweise!«

»Sie sind ein Narr, Brandon«, erwiderte Dan Gulden, wobei sich seine Hände unmerklich senkten; jedoch in halber Höhe wichen sie den Colts aus. Irgendetwas an Mark musste ihn gewarnt haben und ihn davon abhalten, den Spaß zu weit zu treiben.

»Nun gut, Brandon, Sie haben im Moment Ärger. Doch wer hat den nicht? Nur wenigen von uns blieben einige Zuchtrinder nach der großen Seuche zurück. Sie aber haben eine große Herde. Brandon, lassen Sie sich sagen, es gibt viele Neider, und Sie dürfen sich nicht wundern, dass die Brandzeichen auf den Flanken Ihrer Kühe und Rinder den Leuten zu denken geben.

---ENDE DER LESEPROBE---