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Musik, der Schlüssel zum Herzen, sowie Stift und Papier gehören unbedingt zu Elke Krügers Lebenselixier. Sie sind die liebsten Accessoires ihrer hochschwingenden Seele. Erneut inspiriert, schreibt sie deshalb über brandaktuell erlebten Segen und Fluch ihr bereits siebtes Buch. Mit Worten, die Herzen bewegen. Die aber nur die wenigsten Menschen so offen und ehrlich aus ihrem Innersten herausgeben. Das schafft auch nur eine starke, reife und erfahrene Widderfrau so gut. Wie die vieltalentierte, auf dem Teppich gebliebene, singende Leipziger Buchautorin Elke Krüger – mit Wortwitz und Humor. Chapeau! Ein berührender, aber auch Mut machender Lichtblick für jedermann wie ein Sonnenauf- und Sonnenuntergang!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 31
Veröffentlichungsjahr: 2017
Wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Vorwort
Entwurzelt
Wunschkonzert
Überstanden
Taschenalarm
Blinder Passagier
Aufgeschmissen
Pleitegeier
Verlorenes Bommelmützchen
Notlügenbaron
Knall auf Fall
Zuckerpüppchen
Die Katze aus dem Sack
Schlussakkord
Nachwort
Fotoanhang
Danksagung
Verzeiht mir bitte alle, dass ich mein heilig geglaubtes Neinwort nicht wie versprochen halten konnte. Hatte ich euch doch noch zu meiner letzten Buchpremiere sowie danach ernsthaft gepredigt und zwar heftig: »Das war wirklich die letzte!«
Denkste! Am Ende dieses siebten Buches werdet ihr sicher wie einst Prophet Moses das »Wunder« verstehen.
Die Krüger konnte bei aller Liebe zur Standhaftigkeit ihrem allmächtigen Schreibsuchtlaster nicht widerstehen. Sie muss alles, was akut auf der Seele brennt, ihrer eingeschworenen Fangemeinde – schlicht und ergreifend – beichtend gestehen. Um sie letztlich irgendwann und irgendwo zur siebten musikalischen Buchpremiere wiederzusehen.
Vorlesend und singend jeder Seele Freude bringend.
Möge es mir gelingen!
Ein Baum fällt schneller, als er wächst.
2015, Anfang des Jahres, riss mich eine Motornervensäge aus meiner Schlummertraumphase. Eine Plage!
Welcher Vollidiot quälte da schon am frühen Morgen meine müden Ohren?
Mein »Exbalkonien«
Ich taumelte mit verlässlichem Widdergespür in Richtung Balkontür. Plötzlich Ruhe im Karton und ungewohnt hell in meinem kleinen Puppensalon. Ohne elektrisches Licht! Da stimmte doch etwas nicht. Weg die Gardine! Ach, du meine Güte! Wo war denn mein geliebter Tannenbaum? Ich fasste es kaum. Der Baum war weg. Weg vom Wurzelfleck. Abgesäbelt! Kurz und klein geschunden. Ihr Halunken! Habt ohne zu informieren gehandelt und mein paradiesisches Balkonien verschandelt.
Vernichtet war mein imposanter Vogelbaum. Aus mein gefühlter Thüringer Heimatwaldtraum. Hinüber mein idyllisches Ruheplätzchen an der frischen Luft im Grünen. Verweht wie Pusteblumen!
Dafür werdet ihr büßen! Ich konnte mich nicht einkriegen. Sogar Glühwürmchens spendiertes Vogelhäuschen und die romantische Baumbeleuchtung waren rettungslos verloren. Unverfroren! Im Grabe wird er darüber toben. Von wegen: »Frau Krüger, der gesunde Baum wird Sie überleben.« Futsch war der trostreiche Vermietersegen. Nur wegen der prächtigen Tanne vorm Haus war ich gebürtiges Thüringer Madel vor Jahren auf die einzige freie Einraumwohnung mit Balkon in der Grünauer Ringstraße abgefahren. Und versuchte, wegen meines immergrünen, immerwährenden Oster-, Mai- und Weihnachtsbaumes vor der Nase nie zu verzagen. Vorhandene Nachteile, die belastend waren, cool zu ertragen: Den hundekalten Fußboden wegen des Hausflures unter mir. Das ständige Öffnersummen und Plauzen der Hauseingangstür. Das nervige Sturmklingeln der Paketzusteller. Die immer mich für abwesende Empfänger aufscheuchten, wenn ich noch im Nachthemd saß vorm Suppenteller. Die mickrige Lattenbox im Mieterkeller. Meinen kleinen, proppevollen Kleiderschrank, in dem ich nur suchte und nichts fand. Der obendrein Dauerärger machte, weil er häufig wie ein Kartenhaus zusammenkrachte. Kein Bett unterm Hintern! Nur eine Schlafcouch als Ersatz, die mir chronische Rückenschmerzen hat gebracht. Und dass man jeden Pups, sogar Pinkelgeplätscher und pornoverdächtiges Orgasmengestöhne anderer Leute hörte.
All das hielt ich ohne meinen »Zauberbaum« nicht mehr länger aus, in diesem »ehrenwerten Freudenhaus«. Blitzartig habe ich aus dem Bauch entschieden: Hier machste allerschnellstens die Fliege.
Unabgesprochen hat gleichzeitig Mitmieterin Monika auch ihre Zelte in der Ringstraße abgebrochen. Das haben wir beim Italiener begossen!
Monika und ich
Wann – wenn nicht jetzt?
Eine schlaflose Nacht war ich auf Wohnungssuche im Internet und hatte tatsächlich eine altersgerechte mit Fahrstuhl und pfiffiger Einkaufspassage im vertrauten Wohngebiet gefunden. Nur einen Steinschlag entfernt vom größten Einkaufstempel Grünaus, im Hochhaus – notgedrungen! Doch letztlich Gott sei Dank! Denn ohne gewohnten Allee-Center-Rundgang, ohne Thalia-Buchhandlung, ohne »Segafredo«-Cappuccino und noch so allerhand würde ich vermutlich krank.
»Segafredo«-Inhaber Andreas, Doreen und ich im Allee-Center.
Also wurde der angepeilte »PEP«-Riese inspiziert. Glücklicherweise traf ich dort einen Fan von mir. Die nette Frau Stephan, am Briefkasten vor der Eingangstür.