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Shades of Black – Im Keller des Meisters Sie hat die Einladung angenommen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Nach dem Bewerbungsgespräch ist nichts mehr wie zuvor. Die Black Group beobachtet sie nicht länger – sie prüft sie. Jede Entscheidung, jede Reaktion, jedes Zögern wird Teil eines Spiels, dessen Regeln sie nur langsam begreift. Er bleibt ruhig. Kontrolliert. Unnahbar. Und doch rückt er näher. Was als Analyse begann, wird persönlicher. Intensiver. Gefährlicher. Denn Zugehörigkeit bedeutet nicht nur Privilegien. Sie bedeutet Loyalität. Hingabe. Und die Bereitschaft, Kontrolle abzugeben. Wie weit ist sie bereit zu gehen? Und ist ihre Entscheidung wirklich freiwillig – oder längst gefallen? Der zweite Teil der düsteren Dark-Romance-Reihe über geheime Zirkel, Machtstrukturen und psychologische Dominanz. Alle Figuren sind volljährig. Alle Dynamiken beruhen auf Einwilligung.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Shades of Black
Im Keller des Meisters
Kitty Rogue
Verantwortlich für den Inhalt nach § 5 TMG und § 55 RStVKitty Roguec/o COCENTERKoppoldstraße 186551 AichachDeutschlandE-Mail: [email protected]
© 2025 Kitty Rogue. Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der Autorin unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Die Figuren, Ereignisse und Handlungen in diesem Buch sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Die Einladung war unscheinbar. Kein Wachsiegel, kein Duft, kein Versprechen. Nur eine Adresse, eine Uhrzeit, ein Satz: Komm allein.Ich hatte ihn zweimal gelesen, dann ein drittes Mal, als müsste ich den Raum zwischen den Worten ausmessen. Es war leicht, die Einladung als Spiel zu betrachten—eine Provokation, vielleicht. Etwas, das ich annehmen konnte, ohne etwas zu riskieren. Ich war gut darin, mir einzureden, dass ich nichts riskierte.
Das Gebäude lag in einer Straße, die sich selbst vergessen hatte. Eine Reihe grauer Fassaden, die so taten, als wären sie gleich, obwohl jede eine andere Geschichte verbarg. Die Nummer war klein, schief angebracht, als hätte sie jemand im Vorübergehen festgenagelt. Ich blieb einen Moment stehen, prüfte mein Spiegelbild in der dunklen Scheibe der Eingangstür. Nichts Auffälliges. Ich wirkte ruhig. Beherrscht. Das war wichtig.
Drinnen roch es nach Stein und etwas Kühlem—Metall vielleicht, oder der Staub alter Rohre. Kein Empfang, keine Musik. Nur das leise Summen einer Lampe, die irgendwo über mir hing. Und dann sah ich die Treppe.
Sie führte nach unten, schmal und ausgetreten, als wäre sie schon oft benutzt worden. Die Stufen waren aus Beton, glatt an den Kanten, und sie schienen tiefer zu führen, als es die Höhe des Hauses erlaubte. Ein Paradox, das mir ein kurzes Lächeln entlockte. Alles nur Eindruck, sagte ich mir. Alles nur Kulisse.
„Du bist pünktlich.“
Die Stimme kam nicht von oben oder unten, sondern von irgendwo dazwischen, als hätte sie sich im Raum selbst verankert. Ruhig, tief, ohne Eile. Ich drehte mich nicht sofort um. Ich wollte mir den Moment bewahren, in dem ich noch glaubte, die Richtung zu bestimmen.
„Das war Teil der Einladung“, sagte ich. Meine eigene Stimme klang fester, als ich mich fühlte. Das überraschte mich. Ein kleiner Sieg.
Er trat aus dem Schatten, nicht näher als nötig. Ich sah keine hastige Bewegung, kein Lächeln. Nur einen Mann, der den Raum so selbstverständlich einnahm, als wäre er dafür gemacht. Dunkle Kleidung, schlicht. Keine Insignien, keine Zeichen von Macht. Und doch—ich spürte sie. Nicht wie eine Drohung, eher wie eine Struktur, die sich um mich legte.
„Es ist immer Teil der Einladung“, sagte er. „Pünktlichkeit ist Respekt. Für dich selbst.“
Ich hob eine Augenbraue. „Und für dich?“
Ein Hauch von etwas, das man als Lächeln hätte deuten können. Aber seine Augen blieben ernst, wachsam. Prüfend. „Für den Raum“, antwortete er. „Der ist empfindlich.“
Der Raum. Nicht ich. Das gefiel mir. Es gab mir das Gefühl, nicht im Zentrum zu stehen—nicht Ziel zu sein, sondern Teilnehmerin. Jemand, der wählen konnte.
„Du nennst ihn Raum“, sagte ich und deutete auf die Treppe. „Andere würden Keller sagen.“
„Andere bleiben oben“, entgegnete er.
Das war die erste Einladung, die wirklich zählte. Keine Aufforderung, kein Druck. Nur eine Feststellung. Ich spürte, wie meine Neugier sich regte, warm und lebendig, wie ein Muskel, der lange nicht benutzt worden war.
„Gibt es Regeln?“, fragte ich.
Er nickte einmal, langsam. „Ja.“
„Welche?“
„Dass du jederzeit gehen kannst.“
Ich lachte leise. „Das ist keine Regel.“
„Doch“, sagte er. „Die wichtigste.“
Ich musterte ihn. Suchte nach dem Haken, dem unausgesprochenen Zusatz. Aber da war nichts. Keine Bewegung, kein Zögern. Nur diese unerschütterliche Ruhe, die mir plötzlich bewusst machte, wie schnell mein Herz schlug.
„Und die anderen?“
„Die kommen später.“
Ich ließ den Blick zur Treppe gleiten. Sie wirkte jetzt dunkler, als hätte sie beschlossen, sich mir nicht weiter zu erklären. Ein Schutzraum, dachte ich. Oder eine Falle. Der Unterschied lag im Blickwinkel.
„Ich behalte meine Kontrolle“, sagte ich, mehr zu mir selbst als zu ihm.
„Natürlich“, sagte er. „Du bringst sie ja mit.“
Das gefiel mir weniger. Es war zu präzise. Als hätte er meine Gedanken gelesen und sie mir unkommentiert zurückgereicht. Ich spürte ein Kribbeln, das nichts mit Angst zu tun hatte—noch nicht.
Wir gingen die ersten Stufen hinab, ohne Eile. Er vor mir, weit genug entfernt, um mir Raum zu lassen. Ich zählte die Schritte, nur um etwas zu tun. Eins, zwei, drei—der Klang meiner Absätze auf dem Beton war klar, fast zu laut. Der Raum nahm jedes Geräusch auf und gab es zurück, verändert. Größer.
„Warum der Keller?“, fragte ich.
„Weil er ehrlich ist“, antwortete er. „Nichts wird hier verschönert. Alles, was bleibt, ist Struktur.“
„Und Kontrolle“, sagte ich.
„Nein“, sagte er. „Möglichkeit.“
Das Wort blieb hängen. Möglichkeit. Nicht Macht. Nicht Zwang. Ich fühlte mich gesehen, ohne entblößt zu sein. Beobachtet, ohne verfolgt zu werden. Es war irritierend und zugleich beruhigend.
Unten öffnete sich der Raum. Kein feuchter, enger Keller, wie ich ihn erwartet hatte, sondern etwas Weites, Geordnetes. Wände aus dunklem Stein, glatte Flächen, die das Licht schluckten. Lampen, niedrig angebracht, warfen klare Inseln aus Helligkeit, dazwischen Schatten, die nicht bedrohlich wirkten, sondern absichtlich.
„Du kannst dich umsehen“, sagte er.
Ich tat es. Langsam. Ich nahm mir Zeit, weil ich sie mir nehmen konnte. Jeder Schritt fühlte sich bewusst an, als hätte der Boden eine eigene Meinung zu meinem Gewicht. Nichts drängte. Nichts lockte. Und doch—der Raum arbeitete. Er stellte Fragen, ohne sie zu stellen.
„Was ist das hier?“, fragte ich schließlich.
„Ein Ort“, sagte er. „Für Vereinbarungen.“
„Und du?“
„Ein Verwalter.“
Das war neu. Kein Titel, kein Anspruch. Verwalter klang nach Verantwortung, nicht nach Herrschaft. Ich nickte. „Und wenn ich mich umentscheide?“
„Dann gehen wir die Treppe wieder hinauf.“
Ich wartete auf den Nachsatz. Er kam nicht. Ich atmete aus, merkte erst dann, dass ich die Luft angehalten hatte. Falsche Sicherheit, flüsterte etwas in mir. Aber sie fühlte sich gut an. Warm. Tragfähig.
„Setz dich“, sagte er und deutete auf eine schlichte Bank aus dunklem Holz. Keine Polster, keine Ketten, nichts, was eine Geschichte vorgab. Ich setzte mich. Meine Hände lagen locker auf meinen Knien. Ich war mir meiner Haltung bewusst, meiner Präsenz. Ich war hier, weil ich es wollte.
Er blieb stehen. Nah genug, um gehört zu werden, weit genug, um nicht zu berühren. Seine Stimme, als er sprach, senkte sich ein wenig, als würde sie sich dem Raum anpassen. „Bevor wir weitergehen“, sagte er, „möchte ich, dass du etwas verstehst.“
Ich sah zu ihm auf. „Was?“
„Macht beginnt nicht mit Befehlen“, sagte er. „Sie beginnt mit Einladung. Du bist eingeladen worden. Du hast angenommen. Das ist der einzige Moment, der zählt.“
Ein leiser Schauer lief mir über den Rücken. Nicht vor Kälte. Vor Klarheit. Ich nickte. „Und wenn ich die Einladung zurücknehme?“
„Dann endet sie“, sagte er. „Ohne Konsequenzen.“
Ich glaubte ihm. Das war der gefährlichste Teil.
Als wir später wieder an der Treppe standen, fühlte sie sich anders an. Nicht bedrohlicher, nicht sicherer. Nur bewusster. Ich wusste, dass ich wiederkommen würde. Nicht, weil ich musste. Sondern weil ich glaubte, es zu wollen.
Er wartete nicht unten auf mich. Das fiel mir als Erstes auf.
