TEUFELSJÄGER 032: Die Hölle hat ein Zimmer frei - W. A. Hary - E-Book
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Beschreibung

TEUFELSJÄGER 032: Die Hölle hat ein Zimmer frei - A. Hary: "Nicht nur für Frühbucher!"  Hart kam ich mit der Schulter auf dem Betonboden auf. Ich hatte keine Zeit, mich um den Schmerz zu kümmern, der sich in meinem Oberkörper fortpflanzte. Ich hörte das hässliche Schnalzen des vorgeschraubten Schalldämpfers. Die Gangster wollten kein unnötiges Risiko eingehen. Es waren Menschen und um keinen Deut besser als die Diener der Schwarzen Mächte. Denn sie kannten genauso wenig Erbarmen. Sie waren gekommen, um mich zu töten… Diese Serie erschien bei Kelter im Jahr 2002 in 20 Bänden und dreht sich rund um Teufelsjäger Mark Tate und seine Freunde. Seit Band 21 wird sie hier nahtlos fortgesetzt! Auch jede Druckausgabe ist jederzeit nachbestellbar.   eBooks – sozusagen direkt von der Quelle, nämlich vom Erfinder des eBooks!   HARY-PRODUCTION.de brachte nämlich bereits im August 1986 die ersten eBooks auf den Markt – auf Diskette. Damals hat alles begonnen – ausgerechnet mit STAR GATE, der ursprünglichen Originalserie, wie es sie inzwischen auch als Hörbuchserie gibt.   Nähere Angaben zum Autor siehe Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_A._Hary

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W. A. Hary

TEUFELSJÄGER 032: Die Hölle hat ein Zimmer frei

„Nicht nur für Frühbucher!“

Nähere Angaben zum Autor siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_A._HaryBookRix GmbH & Co. KG80331 München

Wichtiger Hinweis

Diese Serie erschien bei Kelter im Jahr 2002 in 20 Bänden und dreht sich rund um Teufelsjäger Mark Tate. Seit Band 21 wird sie hier nahtlos fortgesetzt! Jeder Band ist jederzeit nachbestellbar.

 

TEUFELSJÄGER 032

Die Hölle hat ein Zimmer frei

W. A. Hary: „Nicht nur für Frühbucher!“

Hart kam ich mit der Schulter auf dem Betonboden auf.

Ich hatte keine Zeit, mich um den Schmerz zu kümmern, der sich in meinem Oberkörper fortpflanzte. Ich hörte das hässliche Schnalzen des vorgeschraubten Schalldämpfers. Die Gangster wollten kein unnötiges Risiko eingehen.

Es waren Menschen und um keinen Deut besser als die Diener der Schwarzen Mächte. Denn sie kannten genauso wenig Erbarmen.

Sie waren gekommen, um mich zu töten…

Impressum

Alleinige Urheberrechte an der Serie: Wilfried A. Hary

Copyright Realisierung und Folgekonzept aller Erscheinungsformen (einschließlich eBook, Print und Hörbuch) by www.hary-production.de

ISSN 1614-3329

Copyright dieser Fassung 2014 by www.HARY-PRODUCTION.de

Canadastr. 30 * D-66482 Zweibrücken

Telefon: 06332-481150

www.HaryPro.de

eMail: wah@HaryPro.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung jedweder Art nur mit schriftlicher Genehmigung von Hary-Production.

Coverhintergrund: Anistasius

Lektorat: David Geiger

1

Wir fuhren vom Flughafen von Helsinki in die Stadt hin­ein: May Harris, meine Freun­din, Dr. Steve Candall, der ehemalige Geliebte von Helen Sanders, der Hexe, sei­ne neue Freundin Dr. Gilberte Bujold und ich, Mark Tate. Unser Ziel war das Hotel Royal. Dort waren die Archäologen vor Wo­chen schon abgestiegen, hatten sich auf ihren Schach­zug vorbe­reitet. Auf dem Kongress hatten sie die Bombe zum Platzen bringen wollen.

Niemand hatte gewusst, dass Helen Sanders, die durch mich ihren sterblichen Körper verlor, ihren ehemaligen Geliebten Steve Candall als Medium benutzt hatte.

Denn ein Dämon, zu dem die Hexe geworden war, konn­te sich nur im Diesseits hal­ten, wenn er ein Medium be­saß! Und Steve Candells Ver­bindung mit ihr war so stark gewesen, dass es ihr ge­lungen war, ihn zu benutzen.

Bis sich Dr. Steve Candell, der junge Archäologe, in seine Kolle­gin Gilberte Bujold ver­liebte. Da­mit war der Hexe Existenzgrund­lage gefährdet worden. Sie hatte sich nach einem neuen Medium umseh­en müssen und den Violin­virtuosen Charles Hencock ge­funden.

Während der Phase der un­terbewussten Befreiung von der Unterdrückung durch die Hexe hatte Steve Candall in einem wachen Augenblick einen Hilferuf an mich gesendet und mich damit nach Helsinki gelockt.

Längst hätte ich in das hiesige Geschehen eingreifen müssen. Allein, ich hatte vor­her nichts von Candells Auf­enthaltsort gewusst und auch nichts von dem Schachzug, den er gemeinsam mit seinen Kollegen vorbereitet hatte.

Jetzt war ich hier, und wir mussten erfahren, dass die vier Wissenschaftler Professor Barlow, Dr. Manfred Bauer, Dr. Anna Mi­chi und Dr. Otakar Cupak ihr Ho­tel verlassen hatten - mit unge­wissem Ziel.

2

Steve fragte vor dem Hotel einen Taxifahrer: »Mein Name ist Dr. Steve Candall. Ich habe ge­hört, Professor Barlow und auch die anderen Kollegen sind weg­gefahren. Sie benutz­ten Ihr Taxi und das Ihres Kollegen, wie mir der Portier sagte. Können Sie mir sagen, wo Sie die vier abgesetzt haben?«

Der Taxifahrer wunderte sich über die Frage.

»Was soll das?« stieß er her­vor. »Ich stehe doch schon die ganze Zeit über hier und hatte noch keine Fahrt.«

Steve Candall runzelte die Stirn.

»Moment mal, Sie sind doch eben erst angekommen!«

Der Taxifahrer sah ihn an, als hätte er einen Verrückten vor sich.

»Das muss eine Verwechsl­ung sein«, sagte er vor­sichtig. »Ich stehe tatsächlich die ganze Zeit schon hier.«

Steve Candall ließ sich auf keine Diskussion ein. Er wandte sich ab und legte die Hand auf die Kühlerhaube.

»Warm!« sagte er tri­umphierend. »Der Motor ist so­eben erst abgestellt wor­den.«

Der Taxifahrer schüttelte den Kopf.

»Jetzt reicht es!« Er stieg aus. »Wollen Sie mich provo­zieren oder was? Suchen Sie sich gefälligst je­mand anderes, wenn es Sie lang­weilt. Ich habe keine Lust, mich mit Verrückten herum­zustreiten.«

Die anderen Taxifahrer wurden aufmerksam. Sie kamen herbei, bildeten eine Front gegen uns vier.

Ich hielt mich aus der De­batte raus, beobachtete May Harris. Sie wurde anscheinend nicht fündig. Ich sah ihren nachdenklichen Gesichtsaus­druck. Gern hätte ich ge­wusst, ob sie nun wirklich die Gedanken des Taxifahrers lesen konnte oder ob es miss­lang.

Meine Linke umfasste den Schavall. Er war ganz leicht erwärmt. Ein Zeichen, dass auf den Taxifahrer immer noch ma­gische Energien wirk­ten, die der Schavall regist­rierte. Er reagierte darauf.

Gern hätte ich den Schavall gegen ihn angewendet. Es wä­re eine Kleinigkeit gewesen, den Mann von dem magischen Bann zu befreien. Allerdings hätten die anderen das wohl als aggressive Handlung ange­sehen.

»Was ist los?« fragte einer. Es war der größte und kräf­tigste un­ter den Taxifahrern.

»Die spinnen hier!« Der, mit dem Steve sprach, deutete mit dem Daumen auf uns. »Behaupten, ich sei eben erst ge­kommen. Dabei stehe ich die ganze Zeit über an meinem Platz. Ist ja verdammt wenig los heute.«

Der Kräftige runzelte die Stirn.

Irritiert blickte er von einem zum anderen. Er vergaß offenbar, dass er uns ursprünglich hatte davonjagen wollen.

»Aber es stimmt, was der Mann sagte! Du bist tat­sächlich eben erst gekommen!«

Steve Candall fand es ange­bracht, an dieser Stelle einzuhak­en.

»Er hat meine Kollegen transportiert. Sie haben vor etwa einer Stunde das Hotel verlassen. Ich wollte nur wissen, wo er sie abgeladen hat. Meine Kollegen sind mit ihm und mit seinem Kollegen dort drüben gefahren.«

Die Zornesader des Taxifahr­ers schwoll. Er hob zu einer hef­tigen Entgegnung an.

Der Kräftige machte eine weg­werfende Handbewegung.

»Moment mal, das stimmt! Ich habe es gesehen. Ihr habt vier Leute befördert. Drei Männer und eine Frau. Und von dieser Fahrt seid ihr eben zurückgekehrt.«

Der Kollege von ihm vergaß seinen Zorn - wenigstens vor­übergehend. Er klappte den Mund zu.

Und dann tat er es Steve Candall gleich. Er trat neben die Kühlerhaube, legte seine Hand darauf.

Sein Gesicht wurde lang.

»Das - das gibt es doch gar nicht! Entweder ihr seid alle ver­rückt geworden oder ich allein muss an meinem Verstand zweifeln.«

Es stellte sich heraus, dass sich auch sein Kollege über­haupt nicht daran erinnern konnte, dass er auch nur für eine Se­kunde seinen Platz verlassen hatte.

Und seine Kühlerhaube war ebenfalls erwärmt!

Die beiden Fahrer verstanden die Welt nicht mehr, und ich verfluchte es, meinen Schavall nicht einsetzen zu können, um das Rätsel endlich zu lösen. Es gab einfach zu viele Zeugen.

Steve Candall resignierte. Er zuckte die Achseln und wandte sich ab.

Er hatte recht. Sinnlos, hier weiter zu debattieren. Besser, wenn wir wieder ins Hotel gingen. Vielleicht fanden wir im Zinnner von Professor Barlow einen Hin­weis?

Außerdem mussten wir ein Zimmer für May und mich bu­chen. Hoffentlich war über­haupt noch eins frei.

Gepäck hatten wir prak­tisch keins dabei. Wir waren Hals über Kopf aus London abgereist. Die Hexe hatte es verhindern wollen. Wir muss­ten einiges über uns ergehen lassen. Dabei war unser Ge­päck verloren gegangen.

Noch an diesem Mittag muss­ten wir ein paar Ein­käufe tätigen, um wenig­stens eine Zahnbürste und andere Dinge zu haben, die man täglich brauchte.

Ja, wir wandten uns von den Taxifahrern ab, die über den in­teressanten Gesprächsst­off dank­bar waren.

Auf halbem Wege blieb May Harris stehen. Sie machte noch immer so einen abwe­senden Ein­druck.

»Der Taxameterstand!« mur­melte sie kaum hörbar.

Ich stutzte. Dann schalt ich mich einen Narren.

Ja, das war vielleicht ein wichtiger Hinweis? Der Taxamet­erstand zeigte, wie weit die beiden Taxis gefahren waren.

Ich machte auf dem Absatz kehrt und eilte zurück. Dabei achtete ich nicht darauf, ob mir jemand folgte.

Ich wandte mich wieder dem ersten Taxi zu.

»He«, rief ich, »seht doch mal die Uhr nach. Läuft sie noch? Müsste doch festzu­stellen sein, wie weit die beiden gefahren sind.«

Die Fahrer blickten mich groß an.

Der Kräftige wurde aktiv. Er beugte sich in das Auto. Bald kam sein Kopf wieder zum Vor­schein.

»Dreißig Kilometer!« sagte er. »Also sind sie innerhalb des Stadtgebietes geblieben. Vielleicht am Rande der Stadt? Dort gibt es einsame Gegenden.«

Ich war mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden und wollte ihn nicht auch noch fragen, wie er zu der Annahme kam, dass seine beiden Kollegen in einer einsamen Gegend ge­wesen waren.

Ich drehte mich dankend um und wollte wieder zu den anderen. Im letzten Augen­blick sah ich, dass der Taxi­fahrer, der sich an nichts mehr erinnern konnte, nach May blickte. Ein seltsamer Blick. Seine Augen schienen dabei zu glühen.

Ich sah ebenfalls nach May. Das war der Zeitpunkt, an dem May zusammenbrach!

3

Steve Candall stand direkt neben May Harris. Ihm ent­ging der eigenartige Blick nicht.

Zum ersten Mal bekam er den Verdacht, dass der Taxi­fahrer un­ter dem Einfluss der Hexe stand.

Als May Harris zusammen­brach, reagierte er blitz­schnell. Er griff nach ihr, wollte den Sturz aufhalten.

Aber als er die Frau be­rührte, schien ein Blitz durch seinen Kör­per zu zucken. Auf­schreiend fuhr er zurück.

May blieb verkrümmt am Boden liegen. Etwas zwang ih­ren Kopf herum, bis sie wieder Sicht­kontakt hatte mit dem Taxifahrer.

Auch ihre Augen schienen jetzt zu glühen. Ein Flammen­strahl zuckte daraus, raste auf den Taxifahrer zu.

»Nein!« brüllte dieser. Er presste die Hände gegen sei­nen Kopf, wankte hin und her. Dann machte er ein paar tap­sige, tau­melnde Schritte auf May zu.

May Harris stand wieder auf. Ihr Gesicht war grau, ihr Mienen­spiel entrückt. Sie murmelte et­was, was niemand verstand. Der Taxifahrer schrie lauter. Und dann war die Reihe an ihm, um­zukippen.

Fassungslos wohnte ich der Szene bei. Ich bückte mich nach dem Zusammengebro­chenen, tastete nach seinem Puls.

Ganz ruhig und friedlich lag er da. Der Puls schlug nor­mal.

Unwillkürlich atmete ich auf. Der Mann war nur be­wusstlos.

Ohne dass es die anderen merkten, berührte ich ihn mit meinem Schavall. Ich hatte das Amulett mit einem geüb­ten Griff von der Kette genom­men.

Nichts geschah. Der Scha­vall reagierte nicht mehr auf den Mann.

Also war es May gelungen, ihn von dem Bann des Bösen zu befreien!