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Warum sollte jemand ein Buch über ein Unternehmen schreiben? Zuallererst, weil es in einem Unternehmen immer um Menschen geht und Menschen es schätzen, wenn ihnen eine gute Geschichte erzählt wird. Dieses Buch erzählt von der Geburt des Unternehmens Wildix, die Kommunikationssysteme (Telefonanlagen und Kollaborationssoftware) herstellt. Wildix hat sich zu einem Unternehmen entwickelt, das heute in ganz Europa mehr als 8.000 Anlagen unterhält. Dazu gehören die Mautstationen der Autobahnen in Italien, der größte Kunde von Wildix.
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Veröffentlichungsjahr: 2017
Einleitung
Kapitel 1 - Ein Guinness macht den Unterschied
Kapitel 2 – Eine Idee ohne Sternchen
Kapitel 3 – Der Karosseriebauer und die Blue-Box
Kapitel 4 –Wildix wird erfunden und ein Maserati verschmäht
Kapitel 5 – Mister Wolf und die Bank des Vertrauens
Kapitel 6 – Intermezzo – Drei Liebesgeschichten
Kapitel 7 – Die Eroberung des Fernen Osten
Kapitel 8 – Telefone im Aufschwung und das Unternehmen in der Krise
Kapitel 9 – Stefano, der Gesetzlose
Kapitel 10 – Zum Teufel mit ihnen ...
Kapitel 11 – Der Kreuzzug des „Guten Cristiano“
Kapitel 12 – Der erste Partner und jede Menge Ärger
Kapitel 13 – Der Krieg im Osten, der wahre Krieg!
Kapitel 14 – Uil-dix und Wil-dix, Internationalisierung
Kapitel 15 – Wenn Kleine Größe zeigen
Kapitel 16 – Sie kommen, wann sie wollen - Emotionen
Fazit
Danksagung
Dieses Buch ist allen Kollegen, Partnern und Kunden gewidmet, die für Wildix arbeiten oder gearbeitet haben.
Warum sollte jemand ein Buch über ein Unternehmen schreiben?
Zuallererst, weil es in einem Unternehmen immer um Menschen geht und Menschen es schätzen, wenn ihnen eine gute Geschichte erzählt wird. Und weil diese Geschichten ein gutes Beispiel dafür sind, wie es trotz Rückschlägen, Streitigkeiten und Unannehmlichkeiten möglich ist, einen Traum wahr werden zu lassen und ein Unternehmen zu gründen. Hier gibt es eine Geschichte, wie der Traum zweier Brüder Wirklichkeit wird, die ebenso spannend und interessant ist, wie die Geschichte von Henry Ford und dem Bau seines ersten Autos. Die Geschichte, die ich in diesem Buch erzählen werde, ist eine Abenteuergeschichte. Eine Geschichte einer diplomatischen Krise zwischen der jüdischen und armenischen Gemeinde, besetzten Aufzügen, dem Durchbrennen eines Paares, verstreuten Speicherkarten auf der Autobahn Mailand-Rom, einer Magnesiumbehandlung, blauem Blut und vielem mehr ... Dieses Buch erzählt von der Geburt des Unternehmens Wildix, die Kommunikationssysteme (Telefonanlagen und Kollaborationssoftware) herstellt. Wildix hat sich zu einem Unternehmen entwickelt, das heute in ganz Europa mehr als 8.000 Anlagen unterhält. Dazu gehören die Mautstationen der Autobahnen in Italien, der größte Kunde von Wildix. Das Ergebnis, zu dem ich nach zahlreichen Interviews mit den Hauptdarstellern der Geschichte gekommen bin, habe ich hier aufgeschrieben. Ich fuhr nach Tallinn, um die Brüder Osler zu interviewen. Im Gepäck hatte ich eine lange Liste mit Fragen und ein Aufnahmegerät. Im Büro, einer sterilen Umgebung mit Schreibtisch und Computer, hörte ich eine chronologische Geschichte, die "politisch korrekt" den Werdegang des Unternehmens beschrieb. Kurioses, lustige Geschichten und Anekdoten blieben außen vor, denn die gehören ja schließlich nicht in eine "Business-Biografie". Aber genau das waren die Details, die ich gesucht hatte. Also ging ich mit Stefano in einen Pub, in dem Guinness ausgeschenkt wurde. Denn jeder, der Stefano kennt, weiß, dass er gerne Guinness trinkt. Und wie so oft, in der zwanglosen Umgebung, mit ein paar Pints Guinness und dieser unvergleichlichen Atmosphäre, die in einem Büro einfach nicht aufkommen will, erblickten all die wunderbaren Geschichten das Tageslicht. Und wurden von mir für immer auf meinem Rekorder festgehalten. Einige Geschichten davon habe ich aus verschiedenen Gründen nicht aufgeschrieben. Aber auch, wenn die anderen Geschichten zum Teil romantisch oder lyrisch anmuten, sind alle Fakten und erwähnten Personen reell. Während unseres Gespräches sind einige Dinge passiert: da waren ein Mädchen, das nicht aufhören konnte zu weinen, das Fußballspiel im Fernsehen und der Torjubel und die an- und abschwellenden Gespräche der Gäste. Manchmal fiel es mir schwer, mich auf unsere Unterhaltung zu konzentrieren. Aber als ich mir letztendlich die Aufnahmen anhörte, konnte ich mir ein Lächeln ob der außergewöhnlichen Situation nicht verkneifen. Hier ist also die Geschichte von Wildix... Und die beiden Hauptdarsteller unserer Geschichte: Stefano Osler wurde 1975 geboren. Er ist schon seit frühster Jugend von allen Themen rund um die Informatik begeistert. Als er 11 Jahre alt war, kauften seine Eltern ihm seinen ersten Computer (ein Philips MSX mit dem Betriebssystem Basic von Microsoft). Er interessierte sich vor allem für die Programmierung und entwickelte eine Software, mit der der Vater eines Mitschülers die Lagerbestände seines Lebensmittelgeschäftes verwalten konnte. Dafür erhielt er auch seinen ersten Lohn: 5.000 italienische Lire. Eines seiner Zitate: „Als ich ein Junge war, habe ich mich schnell für die Informatik begeistert. Ich habe erkannt, dass ein Computer, im Gegensatz zu einem Menschen, immer genau das tun, was ich von ihm verlange“. Dimitri Osler wurde 1982 geboren. Er erhielt seinen Hochschulabschluss in Informatik im Jahr 2003 in Trient und war schon immer OpenSource- und IT-Affin. Nach seinem Studium arbeitete er als Systemingenieur bei der Firma StarSystem IT Srl und war maßgeblich daran beteiligt, die teuren und komplexen Windows-Infrastrukturen mit Linux zu ersetzen. Während seines Studiums begeisterte er sich für Kommunikationssysteme und experimentierte mit Software wie Asterisk, SER und Kamailio. Er beteiligte sich außerdem an der Entwicklung von Callweaver und schrieb verschiedene Anwendungen und Modifikationen. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck entwickelte sich die Vision eines neuen Systems: Wildix. Während das Projekt Wildix immer konkretere Formen annahm, konzentrierte er sich auf die Verwaltung, die Zusammensetzung des Teams und die strategische Aufstellung. Er zog nach Odessa, wo er jetzt den größten Teil des Jahres verbringt. Er lernte Russisch, das er heute fließend spricht. Mit Start der Produktion in China, Taiwan und Kanada wurde emsig daran gearbeitet, mediale Voice-Gateways und Linux-basierte Telefonsysteme durch verschiedene Teams weiterzuentwickeln.„Es gibt eine Triebkraft, die viel stärker ist als Dampf, Elektrizität und Atomenergie: die Willenskraft.“
Nicht jeder weiß, dass das berühmte Guinness-Bier bereits zum ersten Mal im Jahre 1759 in Celbridge, einer Stadt 23 Kilometer von Dublin entfernt, gebraut wurde. Erfunden wurde es von Arthur Guinness, einem Geschäftsmann, der 1725 beschloss, ins Biergeschäft einzusteigen. Er war verheiratet mit Olivia Whitmore, die ihm 21 Kinder gebar. Das Guinness ist ein spezielles Bier mit einer braunen Färbung und einem stabilen, cremigen Schaum, der durch den hohen Stickstoffanteil und den geringeren Kohlendioxid-Anteil entsteht. Diese typischen Eigenschaften und das glockenförmige Guinness-Glas machen dieses Bier auf der ganzen Welt unverwechselbar. Es gibt nur zwei Pints Guinness, als Stefano und Dimitri Osler an einem regnerischen Abend im Pub Gulliver, in San Cristoforo, am Ufer des Caldonazzosees in Trentino sitzen. 2002 sind Stefano 27 und Dimitri 20 Jahre alt. Der Caldonazzosee gehört zum Suganatal und liegt östlich im Trentino. Das Gebiet ist ein beliebtes Urlaubsziel für Radfahrer und Holländer, die hier die Ferien gemeinsam mit ihrer Familie verbringen. Der See ist etwas ganz Besonderes, weil es der wärmste in Mittel- und Südeuropa ist. Aber, natürlich nicht an diesem Abend. In dieser Nacht sind der See und das Tal kalt ... Also gehen sie in den Pub Gulliver, weil der einer der wenigen ist, in dem Guinness ausgeschenkt wird. Stefano liebt den Geschmack des Biers und bewundert dessen Eigenschaft, einzigartig unter all den Biersorten zu sein. Seine Meinung: „Nur die Dinge machen Gewinn, die einzigartig und neu sind und einen Wiedererkennungseffekt erzeugen“. Ergo sprechen die beiden Brüder mit ihren Pints in den Händen über das, wovon sie die meiste Ahnung haben: Computer. Stefano ist zu diesem Zeitpunkt technischer Direktor von StarSystem, einem Unternehmen, das im Jahr 1998 von Silvano Samaretz und Stefano selbst gegründet wurde. Zudem bietet StarSystem Softwarelösungen für Unternehmen an. In diesen Jahren können diejenigen zu Geld kommen, die etwas von Computern verstehen. Sein Bruder arbeitet in der gleichen Firma als Linux-Sysadmin und kümmert sich um die Entwicklung von Softwarelösungen für Contact Center. Sie beginnen über Computer zu sprechen, fantasieren sogar ein wenig, und ihre Tischnachbarn verstehen schon lange nicht mehr, wovon denn da geredet wird. Wie schön es doch wäre, wenn sie die Kraft und die finanziellen Mittel hätten, um ihre Ideen zu entwickeln. Die würden sie dann auf der ganzen Welt verkaufen und dabei ein Vermögen machen. Es ist sicher nicht das erste Kneipengespräch, bei dem Luftschlösser gebaut werden, die Welt "erobert" und den Gedanken einfach freien Lauf gelassen wird. Am nächsten Morgen, wenn der Verstand wieder klar ist und nur noch ein leichter Kater an die vergangene Nacht erinnert, zerplatzen die Träume wie eine Seifenblase. Doch die Osler Brüder sind anders. Sie sind nicht in irgendeinem Pub, sondern im Pub in San Cristofero und sie trinken nicht irgendein Bier, sondern Guinness. Und dieser Unterschied macht letztendlich den Unterschied. Zu diesem Zeitpunkt wissen Stefano und Dimitri noch nicht, welches Potenzial Ihre Träume haben, aber sie glauben daran, dass mit harter Arbeit auch die wahnwitzigsten Träume Realität werden können.
