Thonemann - Ralf Thonemann - E-Book

Thonemann E-Book

Ralf Thonemann

0,0

Beschreibung

Die Familie Thonemann ist ein altes Patrizier-Geschlecht aus der Hansestadt Warburg in Westfalen, deren Ursprünge reichen zurück bis ins 13. Jahrhundert, somit bis ins Mittelalter. Unsere Familienlinien sind nicht nur in Deutschland zu finden, sondern u.a. auch in den Niederlanden, Großbritannien und Australien. Auf zwei Ausführungen möchte ich besonders hinweisen: zum einen auf die umfangreichen Forschungen zu Vitus Georg Tönnemann SJ und seine Zeit bei Kaiser Karl VI. und zum anderen auf allgemein Interessantes, so z.B. über die Hansestadt Warburg, das Kloster Hardehausen oder über das Klosterdorf Scherfede. Hier wird u.a. berichtet, unter welchen Bedingungen die Menschen in den Jahrhunderten gelebt haben.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 377

Veröffentlichungsjahr: 2020

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Herkunft des Namens

Wappen

Erläuterung

Entwicklung

Bestandteile

Farben

Familienlinien

Australien

Melbourne

Deutschland

Dülmen

Düsseldorf

Ossendorf

Rimbeck

Scherfede

Warburg

Großbritannien

London

Niederlande

Den Haag

Persönlichkeiten

Vitus Georg Tönnemann

Vita

Lebensweg

Seine Geschenke

Sein Grab

Höxter

Wien

Vortrag

Impressionen zu Pater Vitus

Martin Thonemann

Lebensweg

Dr. Heinrich Thöne

Lebensweg

Besuch im Diözesan-Museum in Mainz

St. Viktor

Bernd Thonemann

Vita

Johann Vitus Christoph Thönemann und Johannes Konrad Franz

Lebensweg

Familientage

1951

1992

Anwesenheitslisten

Familienwohnorte

Dülmen

Düsseldorf

Rimbeck

Scherfede

Warburg

Zusammenfassung

Vorwort

Lieber Leser,

die Idee für das Buch ist aus dem Wunsch entstanden, dass die Ergebnisse der Forschungen zur Geschichte der Familie Thonemann, die auf den Webseiten www.thonemann.name und www.thonemann.eu veröffentlicht sind, auch in Papierform abrufbar sein sollten.

Die Familie Thonemann ist ein altes Patrizier-Geschlecht aus der Hansestadt Warburg in Westfalen, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert und somit bis ins Mittelalter zurückreichen. Unsere Familienlinien sind nicht nur in Deutschland zu finden, sondern u.a. auch in den Niederlanden, Großbritannien und Australien.

Auf zwei Ausführungen möchte ich besonders hinweisen: zum einen auf die umfangreichen Forschungen zu Vitus Georg Tönnemann SJ und seine Zeit bei Kaiser Karl VI. und zum anderen auf allgemein Interessantes, z.B. über die Hansestadt Warburg, das Kloster Hardehausen oder über das Klosterdorf Scherfede. Hier wird u.a. berichtet, unter welchen Bedingungen die Menschen in den Jahrhunderten gelebt haben.

Nun wünsche ich viel Kurzweil beim Lesen!

Herkunft des Namens

Unser Name ist norddeutsch, genauer westfälisch-niedersächsisch.

Die älteste Namensform ist Thöne, auch Thune; sie kommt von 1283 bis 1515 vor. Daneben findet sich Thone, Tonne, Tune, Dune und Theune. Es kommt auch vor, dass bei ein- und derselben Person die Schreibweise des Namens wechselt.

So z.B. schreibt sich der spätere Stifter des Warburger Gymnasiums, Heinrich Thöne, als Henrikus Theunen Warburgensis in die Kölner Universitätsmatrikel ein.

Neben Thöne – so in den Steuerlisten Warburgs – wurde gleichsam als Koseform der Name „Thonemann” und „Thönemann” – häufiger auch mit zwei „nn” in der Mitte – gebraucht.

Es darf daran erinnert werden, dass es im späten Mittelalter noch gebräuchlich war, lediglich den Vornamen zu nennen; der Hausname – von der Herkunftsgegend oder dem Herkunftsort oder auch vom Beruf abgeleitet – gewann erst nach und nach an Bedeutung. Eine feststehende Schreibweise gab es erst später.

Es darf wohl als feststehend angesehen werden, dass der Name Thöne / Thonemann in Warburg in seiner Herkunft nichts mit „Antonius” zu tun hat, eine Wortbildung, zu der die heutige moderne Form des Namens schnell verleiten könnte.

Auch bei der Eintragung unseres Familien-Wappens in die Deutsche Wappenrolle, herausgegeben vom „Herold”, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin, ging der Herolds-Ausschuss zunächst von dieser Annahme aus. In diesem Falle müßte der Name Thöne auch in vorwiegend katholischen Ländern Süddeutschlands vertreten sein; dort ist er nach einer 1936 erfolgten Rundfrage, basierend auf allen erreichbaren Adressbüchern, bei allen zu dieser Zeit lebenden Thönen nicht vorhanden, sondern ausschließlich in Norddeutschland.

Als Personennamen bezeichnet der Familienname der Grundbedeutung entsprechend den Besitzer eines umzäunten, befestigten Hofes oder Landbesitzes.

Aufgrund von neueren Forschungen, die im Jahre 2003 abgeschlossen wurden, ist festzustellen, dass der Name Thonemann in dieser Schreibweise ausschließlich von Scherfede aus seine Verbreitung gefunden hat. Hier wird der Name bereits Mitte des 17. Jahrhunderts in verschiedenen Dokumenten so geschrieben. (Dieser Absatz wurde von Ralf A. H. Thonemann eingefügt.)

Der vorstehende Text wurde wörtlich von Bernd Thonemann übernommen.

Wappen

Erläuterung

Unser Wappen, das ein Namenswappen ist, besteht aus dem Schild, der Schildfigur, dem Helm, den Helmdecken, dem Helmwulst und der Helmzier.

Auf dem Schild ist auf grünem Grund ein durchgehend goldener Zaun, bestehend aus drei palisadenförmigen Pfählen, einen Querbalken überdeckend, dargestellt.

Durch diese Schildfigur (der goldene Zaun) ist die Verbindung mit der Herkunft unseres Namens hergestellt.

Die Helmform stellt einen Stechhelm dar, der üblicherweise Weise in einem Bürgerwappen verwendet wird.

In unseren Helmdecken sind die Farben aus unserem Schild übernommen worden und zwar außen die Farbe grün und innen das Metall (Gold).

Auf dem grün-golden bewulsteten Helm (Helmwulst) befindet sich die Helmzier, ein grüner Flug mit goldenen Kleeblattstengeln.

Dieses Wappen wurde im Januar 1984 von Herrn Ralf Alfred Heinrich Thonemann, Düsseldorf, für sich und die übrigen Nachkommen seines Vorfahren Johann Thonemann (um 1630) im Mannesstamm, soweit und solange sie noch den Familiennamen des Wappenstifters führen, neu angenommen.

Eingetragen wurde unser Wappen am 12. Mai 1984 unter der Nr. 8233/84 in die Deutsche Wappenrolle, herausgegeben vom HEROLD, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin.

Das heraldisch einwandfreie Wappen der Familie Thonemann

Urkunde unseres Wappens

Entwicklung

Die Wappenkunde, die theoretische Heraldik, umfasst die Gesetze und Regeln des Wappeninhalts, der Wappenführung, die Geschichte des Wappenwesens und schließlich die Wappenkenntnis, die zur damaligen Zeit mit der Personenkenntnis identisch war.

Die Wappenkunst, die praktische Heraldik, befasst sich mit der Gestaltung der Wappen, dem Aufriss oder Entwurf und der heraldisch richtigen und stilreinen Darstellung aller Wappenteile nach den vorgeschriebenen Regeln und Gesetzen der Wappenkunde.

Das Wappenrecht schließlich umfasst die rechtliche Grundlage der Wappenführung und Wappenverwendung, einschließlich des Siegelrechts, der Kontrolle über die Einmaligkeit des Kennzeichens und dessen rechtlichen Besitz.

Geschichtliche Entwicklung des Wappens

Wappen, Wappenwesen und Wappenführung lassen sich vom Ursprung bis zur Gegenwart in drei große Epochen einteilen: die Heraldik des Schildes, die lebende Heraldik und die tote Heraldik.

Ab dem 12. Jahrhundert zeigt der bisher aus mehr oder weniger kostbarem Material hergestellte Schild nun ein farbiges, unterscheidungskräftiges, jedoch noch nicht erbliches Kennzeichen seines Trägers.

Dieses waffentechnisch bedingte, weithin erkenn- und deutbare Persönlichkeitssymbol auf dem Kampfschild macht den Kämpfenden für Freund und Feind kenntlich. Noch fehlen jedoch dem schweren und schmucklosen Kampfhelm Helmzier und Helmdecken, die zu den wesentlichen Bestandteilen eines heraldischen Vollwappens zählen werden. Die Bemalung einzelner Helme in den Schildfarben kann nur als zusätzliches Erkennungszeichen gewertet werden. Ein erneuter Einfluss der Kriegs- und Waffentechnik auf die heraldische Weiterentwicklung ist erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts nachweisbar, jener Zeit, in der Kampf und Kampfspiele sich kaum unterscheiden. Damit endet die Zeit der Heraldik des Schildes.

Das Wappen gewinnt von nun an laufend an Bedeutung. Die anfänglich sogar mehrmals wechselnde Schildfigur wird zum beständigen Kennzeichen ihres Trägers, von etwa 1200 an allmählich erblich und vom persönlichen Kennzeichen zum Familienzeichen. Neues Persönlichkeitszeichen wird die Helmzier. Und damit beginnt die Weiterentwicklung der Wappenkunst. Die Helmzier identifiziert den am Turnier teilnehmenden Ritter bei der vorher stattfindenden Helmschau und gilt zugleich als Beweis seiner Turnierfähigkeit.

Von nun an bilden Schild und Helm mit Helmzier und Helmdecken als geschlossene Einheit das Vollwappen. Der ehemalige Kampfschild erlangt dadurch einen neuen, zusätzlichen Wert, er wird zugleich heraldischer Schild. Es beginnt die Blütezeit des Wappens und der Wappenführung. Sie erstreckt sich über das gesamte Mittelalter bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der lebenden Heraldik, in der die Wappenführenden ihre Schutzwaffen im Kampf und Turnier wirklich gebrauchen und in der das Wappen, nunmehr voll anerkannt und erblich geworden, im Siegel auch rechtliche Bedeutung erlangt.

Mit der Erfindung der Feuerwaffen beginnt die Zeit der toten Heraldik. Sie bringen tiefgreifende Umstellungen in der Kampf- und Rüstungstechnik. Sinn und Zweck der Abwehrwaffen gehen verloren. Auch dem Turnierwesen wird schließlich ein Ende gesetzt und damit erlischt die letzte lebendige und praktische Verwendung der wappengeschmückten Schilde und Helme. Die Heraldik kann sich fortan nur noch im Siegel und als dekoratives Schmuckelement behaupten, so lange wenigstens, bis Willkür, Unkenntnis und Mangel an Verständnis den endgültigen Verfall einleiten und die Wappen schließlich als reine und vielfach beziehungslose Sinnbilder in einem wissenschaftlichen Kanzleischema erstarren.

Die Herolde

Die Herolde waren durch ihre Personen- und Wappenkenntnis besonders geeignete Bedienstete von Fürsten und Turniergesellschaften. Sie trugen einen Herolds- oder Wappenrock, den Tappert, geziert mit dem Wappen des Dienstherrn. Ihre Aufgabe war es, die den Turnieren vorangehende Helmschau durchzuführen, die Wappen der Teilnehmer eingehend auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, besonders streng auf die Farbregeln zu achten, unrechtmäßig geführte Wappen zurückzuweisen, die Turnierfähigkeit der zum Kampf Angetretenen zu beurteilen und abschließend einen Bericht über das Turnier abzufassen. In der Blütezeit vom 13. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts lag das gesamte Wappenwesen in der Hand der Herolde.

Danach wurden ihre Aufgaben zunehmend von den Heroldsämtern übernommen, so dass die Herolde allmählich an Bedeutung verloren und letztlich verschwanden.

Bestandteile

Das Gesamtbild eines Wappens setzt sich zusammen aus:

Der Schild ist der ritterlichen Ausrüstung entnommen. Er ist der besondere Teil des Wappens, ist der Träger der Wappenfigur, des Familienzeichens, und gibt dem Wappen die bestimmte äußere Form.

Der Schild enthält in der Regel ein einziges Bildmotiv oder ist aufgeteilt in Schildfelder mit mehreren Schildfiguren.

Unmittelbarer Vorläufer der mittelalterlichen Reiterschilde ist der sogenannte Normannenschild aus dem 11. Jahrhundert:

Es ist ein verhältnismäßig großer Schild, mehr hoch als breit, oben abgerundet und gewölbt. Bereits um 1200 wird diese romanische, mandelförmige Schildform durch den gotischen Dreiecksschild abgelöst.

Er ist bedeutend kleiner, leichter zu handhaben und gewährt eine größere Bewegungsfreiheit.

Um 1360 taucht dann der spanische Halbrundschild auf. Seine gefällige Form und die große Oberfläche ermöglichen eine besonders gute Raumaufteilung, vor allem für Wappen mit mehreren Figuren oder verschiedenen Wappenfeldern.

Normannenschild mit ankerförmigem Schildbeschlag

Dreiecksschild mit leicht reliefierter Schildfigur

Dreiecksschild mit reliefiertem Maueranker

Halbrundschild mit heraldischer Lilie

Auch der Helm entstammt der Ritterrüstung. Ihm kommt praktisch keine Bedeutung zu, es sei denn durch den Brauch, bei Bürgerwappen den Stechhelm, bei Adelswappen den Spangenhelm und bei Fürstenwappen Visierhelme zu verwenden.

Stechhelm

Spangenhelm

Visierhelm

Der Helmwulst, der die Helmzier von den Helmdecken trennt, ist zierendes Beiwerk ohne heraldische Bedeutung, die Helmkrone kann, muss aber durchaus keine Rangkrone sein.

Die Helmzier, aus der Turnierheraldik entwickelt, gilt als Persönlichkeitszeichen. Es besteht Wahlfreiheit, wobei Federn jeder Art keine echte Helmzierde darstellen. Sie soll deutlich und prägnant sein, aber nicht stärker als der Schild wirken.

Offener Flug

Hörner

Verschlungene Schwänenhälse

Die Helmdecken, die sich aus den Nackentüchern gegen die Sonneneinstrahlung entwickelten, sind rein zierend und ohne besondere Bedeutung. Sie hatten zunächst eine ornamentale Ausschmückung. Die Weiterentwicklung, beginnend zur Zeit der Turnierheraldik, ging über hochgotische Formen zu rein zeichnerisch, dekorativen Gebilden.

Architekturelemente der Gotik, Band-, Ranken- und Blattornamente, sind Vorbilder der überaus vielfältigen, gewundenen und verflochtenen Helmdecken der Spätgotik.

Akanthusartiges Blatt- und Rankenwerk; nachgebildet sind die überquelenden Helmdecken der Renaissance.

Laibwerk und schließlich reines Ornament - und Rankenwerk umrahmen vielfach, anstelle der Helmdecken, die breitrandigen und architektonisch gegliederten Wappenkartuschen des Barock.

Das Größenverhältnis der Wappenbestandteile ist 3 (Schild) zu 2 (Helm) zu 3 (Helmzier). Die moderne Wappenkunst übernahm die harmonischen Proportionen der Spätgotik (um 1500). Als Mittelpunkt des Gesamtwappens ist die Mitte des Helms anzusehen.

Farben

Aus der Forderung nach einem weithin sichtbaren und leicht zu unterscheidenden Erkennungszeichen, dem ursprünglichen Zweck des Wappens, ist zu schließen, dass in der Heraldik den Farben die größte Bedeutung zukommt.

Viele Wappen erfüllen diese Forderung durch den auffallenden Farbkontrast einer geometrisch aufgeteilten Schildfläche in weit höherem Maße als solche mit konkreten Bildern. Daher gibt es auch zahlreiche Wappen ohne Bilder, aber keine Wappen ohne Farbe.

Der unerlässliche Farbkontrast kann nur durch kräftige, ungebrochene und leuchtende Farben erzielt werden. Die Heraldik beschränkt sich aus diesem Grund auf vier farbstarke Grundtöne, die echten Farben: Rot, Blau, Grün und Schwarz im Wechsel mit den beiden Metallen Gold und Silber, als Ersatz Gelb und Weiß.

Die Bezeichnung Gold und Silber ist in der Wappenbeschreibung unerlässlich. Selbst wenn die Praxis die Farben Gelb oder Weiß erfordert, wie dies bei Fahnen und Flaggen der Fall ist. Purpur wird als Sonderfarbe bei Kronen, Fürstenhüten, Wappenmänteln und für das Futter der Helme verwendet.

Die Fleischfarbe ist als einzige natürliche Farbe bei menschlichen Gesichtern und nackten Körperteilen erlaubt. Sie unterliegt nicht den heraldischen Farbregeln und kann sowohl auf Metall als auch auf Farbe stehen. Blaugrau, wie Eisen oder Stahl, ist die Farbe der Helme. Braun und Grau oder andere Farben, wie die stumpfen Mischtöne der heraldischen Verfallszeit, sind zu vermeiden.

Stadtwappen Barcelona

Stadtwappen London

Landkreiswappen München

Landkreiswappen Günzburg

Eine der ältesten Grundregeln verlangt, dass Wappen ohne besondere Gründe nicht weniger und auch nicht mehr als zwei Grundfarben aufweisen dürfen und zwar je eine echte Farbe und ein Metall. Jedes Wappen muss demnach Gold oder Silber enthalten. Die Grundregel verlangt ferner, dass Farbe und Metall im Wechsel verwendet werden, Farbe stets auf oder neben Metall bzw. Metall stets auf oder neben Farbe, um eine optimale Signalwirkung zu erzielen. Diese Farbregel betrifft alle Wappenteile, den Schild, die Helmzier und die Helmdecken. Abweichungen sind allerdings nicht zu umgehen, wenn bei kombinierten Teilungen der Schild in drei oder mehrere Plätze aufgeteilt, ein geteilter Schild zusätzlich mit einer Heroldsfigur oder einer gemeinen Figur belegt ist oder in einem mehrfach geteilten Schild eine weitere Figur oder eine mehrfach geteilte Figur in einem einfarbigen Schild erscheinen.

Die Bedeutung der Farben:

Gold ( Gelb )

steht für Herrlichkeit, Ansehen, Hoheit, Würde, Reichtum

Silber ( Weiß )

steht für Reinheit, Keuschheit, Unschuld, Weisheit, Freude

Grün

steht für Freiheit, Fröhlichkeit, Hoffnung, Lieblichkeit, Gesundheit

Rot

steht für Recht, Stärke, Tapferkeit, Würde, Liebe

Blau

steht für Ruhm, Ehre, Aufrichtigkeit, Treue, Beständigkeit

Schwarz

steht für Standhaftigkeit, Demut, Frieden, Tod, Untergang, Trauer

Bei Wappendarstellungen, die schwarzweiß wiedergegeben werden, sind die Farben des Schildes, der Helmzier und der Helmdecken einschließlich Helmwulst, nicht aber die des Helms, durch bestimmte und unterschiedliche Schraffierungen gekennzeichnet. Die einfache, aber wenig künstlerische Methode haben Kupferstecher zu Beginn des 17.Jahrunderts entwickelt und ausgebildet.

Familienlinien

Australien

Melbourne

Frederick Emil Thonemann (*1860, †1939)

Aus der am 06.05.1787 in Scherfede geschlossenen Ehe von Johann Heinrich Thonemann (* 15.05.1758 in Scherfede, † 25.03.1814 in Scherfede) und Eva Margareta Engemann (* 05.01.1765 in Rimbeck, † 25.03.1814 in Scherfede) stammen zwölf Kinder, u.a. Augustus Louis Emilius Thonemann (* 14.12.1803 in Scherfede, † 29.06.1852 in Höxter). Augustus Louis Emilius war zweimal verheiratet. Mit seiner zweiten Ehefrau (oo 1829 in Münster) Caroline Fredericke Jacobi hatte er drei Kinder, Louis (06.09.1830 in Berlin, † 11.11.1882 in Carlton (Australien)), Emil Julius (03.02.1832 in Berlin, † 14.10.1874 in Bad Driburg) und Malvine († 1893 in Höxter). Emil Julius Thonemann, Begründer der australischen Linie, war verheiratet mit Mary Noble und ihr Sohn Frederick Emil (* 1860 in Melbourne (Australien), † 1939 in Melbourne), eins von elf Kindern, war Börsenmakler in Australien.

Frederick Emil Thonemann, mein Vater, war der Sohn von Julius Emil, der 1854 mit der „Antoinette Cezard“ nach Australien segelte. Emil und sein Bruder Louis waren aufeinanderfolgend zu Konsuln von Victoria, Australien, und dem österreichischungarischen Königreich (1871 – 1875) ernannt worden. Der genaue Grund für ihre Auswanderung und das spätere Erwerben der britischen Staatsangehörigkeit unter Queen Victoria sind zur Zeit nicht bekannt. Der wahrscheinlichste Grund sind politische Unruhen in Deutschland.

Mein Vater wurde 1860 in Melbourne geboren und besuchte dort das Gymnasium (Melbourne Church of England Grammar School, in St Kilda Road). Er hatte einen Bruder mit dem Namen Louis Arnold und eine Schwester (oder Stiefschwester) mit dem Namen Minna Augusta. Keiner von den beiden Letztgenannten hat jemals geheiratet.

Mein Vater begann seine Berufstätigkeit als „office boy“ – wahrscheinlich im früheren Geschäft seines Vaters. Seine einzigartige Fähigkeit, die Qualität von Wolle mit seinen Fingerspitzen zu fühlen, ermöglichte es, dass er sich im Wollmaklergeschäft mit der Firma Thonemann & Lange niederließ.

Das Geschäft meines Vaters florierte und er war in Lage, sich als Börsenmakler niederzulassen. F. Thonemann & Sons – National Mutual Building, Melbourne. Er ging 1930 in Pension und sein Geschäft wurde von seinem ältesten überlebenden Sohn Eric weitergeführt.

Die Geschäftsinteressen meines Vaters waren vielseitig und unterschiedlich, einschließlich einer großen Viehfarm im Northern Territory, genannt Elsey und Hodgson, 16.187 qkm groß, am Roper River. Als mein Vater 1939 starb, wurde die Viehfarm verkauft. Das Land ist verewigt in einem Buch und in dem Film „We of the Never-Never“. Ein Buch meines Stiefbruder Eric (er führte Elsey für einige Jahre) ist kürzlich in der British Library entdeckt worden. Der Titel lautet: „Tell the White Man“ und ist in der Ich-Form geschrieben. Es beinhaltet die Lebensgeschichte einer Aborigine, deren Stamm den Wohnsitz in diesem Teil von Australien hatte (veröffentlicht 1949 in Australien von Collins Publishers).

Ungefähr 100 km nördlich von Melbourne kaufte mein Vater etwa 4 qkm teilweise kultiviertes, teilweise mit Regenwald bestandenes Land. Der Name war: „Beenak“. Ich erinnere mich, dass dieser Besitz hoch über der Umgebung lag. Er baute ein großes Haus mit Fischteichen, Blumengärten, Croquetrasen und Gemüsegarten. Der Besitz war umgeben von einer 6 m hohen Ilex-Hecke (Stechpalme). Man erreichte Beenak mit einem Zug von Melbourne, der bei Yarra Junktion hielt. Von dort ging es weiter mit einer Schmalspureisenbahn, die zum Tal nach Williamstown zuckelte. Diese Bahn wurde benutzt um die gefällten Stämme des Regenwaldes herunterzubringen. Mein Vater ermöglichte es uns, die 5 km, die über schlammige Straßen führten, in seinem Chevrolet-Transporter zum Grundbesitz zu fahren.

1919 wurde das Haus durch ein Feuer zerstört. Danach, wenn jemand aus der Familie zu Besuch kam, wohnten sie mit dem Farmer in dem Haus tiefer unten im Land. (Das eigentliche Land wurde bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts nicht verkauft, hinterlassen wurde es seiner Witwe.)

Beenak lag etwa 520 m über dem Meeresspiegel, umgeben von einem Staatsforst mit gewaltigen Eukalyptusbäumen. Anfänglich ritt mein Vater von Melbourne nach Beenak. Auf seinem Weg hielt er in Box Hill. Später, ungefähr 1917, kaufte er ein offenes Auto und reiste nun komfortabler. Meine Mutter jedoch weigerte sich nach Beenak zu reisen, nachdem das Auto zugunsten der Eisenbahn aufgeben wurde. „Merriyula“ war der Name des Hauses auf dem Gipfel dieses Berges. Dort gab es keine Elektrizität, kein Gas, keine Wasserversorgung und auch keine anderen Annehmlichkeiten modernen Lebens. Das Wasser wurde mit Hilfe einer Vierzylinder-Hydraulik-Preßkolben-Maschine aus einem ungefähr 1,6 km entfernten Damm gepumpt.

Durch die Erzeugnisse aus dem Gemüsegarten und der Farm war man unabhängig (Selbstversorger). Licht kam von Kerosinlampen. Ich vermute, dass das Feuer, welches das Haus zerstörte (die Familie war anwesend), im Lampenraum ausbrach. Mein Vater zündete jeden Abend die Lampen an. Nichts blieb von dem Haus übrig außer dem Ziegelsteinschornstein und dem großen Eisenherd.

Vor dem Eingang des Hauses standen zwei riesige beschützende Bäume.

Ich bin erstaunt über die Arbeit, die es erfordert haben muss, diesen Besitz zu errichten. Ich bin dankbar, dass ich die Ferien dort verbringen durfte.

Mein Vater Frederick Emil ist, soweit wir wissen, nicht im Taufregister verzeichnet und zwar deshalb nicht, weil mein Großvater, Julius Emil, mit Mary Noble, geborene Piper, nicht verheiratet war („common-law“ wife). Diese stabile Beziehung brachte mehrere Kinder hervor. Der Grund für diese, zu der damaligen Zeit unkonventionellen Vereinbarung, scheint gewesen zu sein, dass Mary Noble (meine Großmutter) mit dem unauffindbaren Mr. Noble verheiratet und es damals nicht möglich war, sich legal scheiden zu lassen, wie es heute möglich ist. Ungeachtet dessen scheint ihre Vereinigung dennoch eine glückliche gewesen zu sein und in seinem Testament spricht Emil mit Zuneigung von der Frau, die ihr Leben mit ihm teilte und ihm seine Kinder gebar. Mein Großvater kehrte 1874, vielleicht aus geschäftlichen Gründen, nach Deutschland zurück und starb verfrüht im Alter von 49 Jahren. Somit liegt er in dem Land begraben, aus dem er kam. Er ist der Vorfahre (mit seiner englischen Lebensgefährtin) von allen Thonemanns in Australien und Großbritannien. Es gab neun Kinder aus dieser Verbindung (möglicherweise noch einige Stiefkinder), aber nur vier überlebten den Jahrhundertwechsel (zum 20. Jahrhundert).

Mein Vater war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Margaret, geborene Service. Sie gebar ihm drei Kinder. Emil Howard, geboren 1891, fiel im 1. Weltkrieg in Frankreich. Sein Name steht auf dem berühmten Denkmal in der Nähe von Arras bei Sir Edward Lutyens. Die beiden anderen Söhne waren auch Soldaten, überlebten aber.

Mein Vater heiratete 1913 zum zweiten Mal. Während einer Reise nach Großbritannien traf er ein junges schottisches Mädchen aus Glasgow. Wie sie sich trafen, weiß ich nicht, aber es war eine sehr vorteilhafte Partie für eine achtbare, aber nicht besonders bedeutende – zum Mittelstand gehörende – schottische Familie mit dem Namen Fyfe.

Im Alter von 18 Jahren verließ meine Mutter, Mabel Jessie Fyfe, ihr Geburtsland um auf der andere Seite der Welt zu leben. Sie kehrte nie zurück, außer für kurze Ferien. Ihr Mann, mein Vater, war beträchtlich älter als sie.

Mabel Jessie Thonemann gebar vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. Die vier waren, in der Reihenfolge ihrer Geburtstage: Frederick Fyfe (1914), Peter Clive (1917) Gwenda Hope und Ronald Howard. Der Älteste (mein Bruder Frederick) ist tot, weshalb ich der älteste überlebende Sohn der australischen Linie bin. Alle vier Kinder haben Familien.

Frederick Emil verbrachte sein Leben in Melbourne, Australien, außer für kurze Besuche in Großbritannien. Mit seiner zweiten Frau lebte er in Kew, einem Vorort von Melbourne. Mein Bruder Frederick und ich besuchten das Melbourner Gymnasium, wie es schon unser Vater getan hatte. Seit dieser Zeit lebte die Familie auf der 33 Burke Road.

Mein Vater ging 1930 in den Ruhestand und lebte bis 1939 (lang genug um zu sehen, wie seine zwei Söhne an der Melbourner Universität graduierten). Es ist von Interesse, dass unsere Familie weder von unseren Ahnen wusste, noch je die Schwester des Vaters, Minna, getroffen hat (obwohl sie in Melbourne wohnte). Dies kann mit der Tatsache erklärt werden, dass 1914 der 1. Weltkrieg mit Deutschland ausbrach und meine Stiefbrüder bei den Alliierten dienten.

Ich wurde am 3. Juni 1917 in einem Haus mit Namen „Rathgawn“ in Kew, Melbourne, geboren. Es war ein großes und weitläufiges Gebäude, dass später Sitz der Heilsarmee wurde. Später zogen wir in ein kleineres Haus auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. (In meinen Kindheitserinnerungen wirft meine Mutter einen Teppichläufer über einen Kiwi (Laufvogel), der uns, während wir im Garten zu Abend aßen, besuchte. Der Vogel wurde in einen Käfig getan, wo er sich anscheinend vollkommen glücklich fühlte.)

Ich traf niemals die Großeltern väterlicherseits.

Mein Vater, wie ich bereits erwähnte, sprach nie über seine Verwandten, ob lebend oder tot, auch nicht über seine finanziellen Angelegenheiten.

1936 begann ich mit den Physikstudium an der Melbourner Universität. Dort lebte ich in einem Ein-Zimmer-Apartment. Mein Bruder Frederick trat in das Debattierteam der Universität ein, das durch die Welt reiste und wir sahen uns kaum. Meine Schwester Gwenda, nun 10 Jahre alt, ging zur Schule. (Als einziges Mädchen in der Familie wurde sie erbarmungslos geneckt.)

Ich genoß meine Zeit an der Universität. Ich spielte Billard, gelegentlich Tennis und war insbesondere Mitglied im Skiteam der Universität, dass den Mt. Hotham besuchte.

1940, als der Krieg ausbrach, mußte ich in den Forschungsstätten für Munitions Supply in Maribrynong, Victoria, arbeiten. Dort blieb ich bis 1942. Ich ging dort weg, um in der Forschungsabteilung von Amalgamated Wireless in Ashfield bei Sydney zu arbeiten. 1944 erhielt ich die Möglichkeit an der Universität von Sydney in Naturwissenschaft (Physik) zu promovieren (Victor Bailey war der Leiter des Instituts.)

In Ashfield, traf ich meine künftige Frau. Wir haben zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Mein Sohn, ein Schullehrer in London, graduierte am Balliol College in Oxford.

Wales 2000

Peter Clive Thonemann

Emeritus Professor

Universität von Wales

Dieser Artikel „The Thonemann branch in Australia“ ist aus dem Buch „Confessor of the Last of the Habsburgs“ von Helena Fyfe Thonemann, Seiten 110 bis 113. Die Übersetzung aus dem Englischen erfolgte durch Ralf A. H. Thonemann.

Deutschland

Dülmen

Bernhard Thonemann – Stammvater der Dülmener Linie

Bernhard Thonemann setzte die Familienlinie von Warburg über Scherfede und Rimbeck in Dülmen fort: er war der Stammvater der Dülmener Linie. Bernhard wurde am 19.02.1847 in Rimbeck geboren. Die dortigen Schwierigkeiten in der Familie Thonemann wurden bereits geschildert. Wo Bernhard nach dem Verlassen des Elternhauses untergekommen ist, kann leider nicht festgestellt werden. Auch das Verbleiben seiner Geschwister ist nicht bekannt. Es kann wohl angenommen werden, dass er in seiner Jugendzeit keine leichten Jahre erlebt hat. In der Familie wird überliefert, dass er in seinen späteren Lebensjahren nur mit Bitternis an Rimbeck gedacht und stark darunter gelitten habe, Rimbeck verlassen zu müssen und den elterlichen Hof auch als ältester Sohn nicht übernehmen zu können. Wo er seine Ausbildung zum Schlosserhandwerk erhielt, ist ebenso unbekannt, wie der Ablauf seiner Wanderjahre zur weiteren Berufsausbildung, wie es in damaliger Zeit üblich war. Genauere Kenntnisse haben wir erst von seinem ständigen Aufenthalt in Dülmen an. Dort heiratete der 31 Jahre alte Schlossermeister Bernhard Thonemann die in Dülmen geborene 21 Jahre alte Sophia Röckmann am 20.05.1878 in der Pfarrkirche zu Dülmen. Gewisse Ersparnisse waren wohl schon vorhanden, denn er hatte ein Haus an der Tiberstrasse gekauft, darin ein Geschäft mit Laden errichtet und eine Schlosserwerkstatt. Später übernahm der älteste Sohn von Bernhard, Anton Thonemann, das Wohn- und Geschäftshaus, vergrößerte das gutgehende Geschäft und baute das Fahrradgeschäft zum Autogeschäft aus.

Sophia Röckmann war die Tochter des Fuhrunternehmers Johann Bernhard Anton Röckmann aus Ondrup bei Seppenrade (Kreis Lüdinghausen), der am 06.01.1814 geboren wurde und am 24.05.1888 starb, und seiner am 21.02.1843 in Dülmen geheirateten Frau Anna Maria Elisabeth Terhorst, geboren am 09.03.1819 in Haus Dülmen bei Dülmen, gestorben am 08.06.1888 in Dülmen.

Johann Bernhard Anton Röckmann war der Sohn des Bauern Johann Heinrich Starke, genannt Röckmann, geboren am 20.10.1767 in Seppenrade (Vater: Bernhard Heinrich Starke, Seppenrade; Mutter: Maria Flegge) und seiner Frau – Heiratsdatum 19.02.1803 in Seppenrade – Maria Catharina Röckmann, geboren am 22.03.1777 in Seppenrade (Vater: Bernhard Heinrich Röckmann in Seppenrade; Mutter: Catharina Horstmann in Seppenrade).

Anna Maria Elisabeth Terhorst war die Tochter der Eheleute Bernhard Terhorst, geboren am 23.05.1779 (Vater: Hermann Terhorst; Mutter: Catharina Klie) und Anna Maria Jürgens aus Dallerup – Heirat am 05.06.1809.

Die Ehe von Bernhard Thonemann und Sophia Röckmann brachte 9 Kinder hervor, 6 Jungen und 3 Mädchen. Bernhard starb im Alter von 79 Jahren am 04.04.1926 in Dülmen. Seine Frau Sophia starb fast 83 Jahre alt am 03.01.1940 in Dülmen.

Folgende Kinder:

Gertrud Eilebrecht, geborene Thonemann, wurde als erstes Kind am 16.06.1879 in Dülmen geboren. Nach der Schulbildung blieb sie zunächst im elterlichen Haus und half im Geschäft und Haushalt, wie es damals allgemein so üblich war. Sie heiratete den Polier Heinrich Eilebrecht aus Bochum und zog auch nach dort. Der Mann, der am 12.04.1883 in Bochum geboren wurde, starb schon im Alter von 56 Jahren am 21.12.1939. Wenige Jahre später, in den Kriegswirren, wurde durch einen Bombenangriff auf Bochum der gesamte Besitz zerstört; Gertrud zog wieder nach Dülmen; dort starb sie im Alter von 72 Jahren am 20.02.1951.

Drei Kinder gingen aus dieser Ehe hervor:

Alfons Eilebrecht wurde am 17.10.1907 in Bochum geboren, verheiratete sich mit Barbara Maria Waasen aus Münstereifel. Im Alter von 50 Jahren verstarb er am 20.11.1957.

Sophia Eilebrecht, das zweite Kind aus der Ehe Heinrich und Gertrud Eilebrecht, wurde Fia genannt, geboren am 17.07.1910. Sie blieb ledig, starb im Alter von 80 Jahren in Dülmen im Jahre 1990.

Sissi Eilebrecht wurde am 04.04.1913 geboren in Dülmen. Verheiratet war sie mit N.N. Heine (der Vorname ist nicht bekannt). Sie starb am 27.08.1941, erst 28 Jahre alt.

Anton Thonemann wurde als zweites Kind und ältester Sohn des Bernhard und der Sophia Thonemann am 15.10.1880 in Dülmen geboren. Er erhielt seine Schulbildung in Dülmen und seine berufliche Ausbildung bei seinem Vater in der Lehre. Einige Jahre Wanderschaft beendete er mit der Meisterprüfung. Nach Rückkehr nach Dülmen zum Elternhaus arbeitete er im Betrieb des Vaters. Am 12.04.1921 verheiratete er sich mit Auguste Büsse aus Dülmen, geboren 1885. Schon vorher hatte er den elterlichen Betrieb an der Tiberstrasse in Dülmen übernommen, den er weiter ausbaute und modernisierte. Er legte den Grundstein für die sich später entwickelnden Betriebe der Nachkommen. Im Alter von 80 Jahren starb er in Dülmen am 7.12.1961. Seine Frau Auguste starb am 10.06.1959 in Dülmen im Alter von 74 Jahren.

Zwei Kinder gingen aus dieser Ehe hervor, ein Junge und ein Mädchen. Der Sohn Bernhard Thonemann wurde als erstes Kind am 10.04.1923 geboren. Er starb schon im 24. Lebensjahr am 04.02.1947 infolge einer im Krieg erlittenen Verwundung.

Die Tochter Sophia Thonemann, Fia genannt, wurde am 02.02.1925 geboren; sie wohnt heute, 1994, in einem Neubau der 80er Jahre an der Tiberstrasse in unmittelbarer Nähe des abgerissenen elterlichen Betriebes. Fia verheiratete sich mit Bernhard Wiesmann, der am 20.04.1919 in Dülmen zur Welt kam. Bernhard und Fia arbeiteten gemeinsam im Geschäft. Die Ehe wurde später geschieden. Fia arbeitete bis vor wenigen Jahren (1994) im Autogeschäft, das sie mit ihren Söhnen zu einem der führendsten Geschäfte in Dülmen und der weiteren Umgebung entwickelte.

Bernd Wiesmann wurde in Dülmen am 11.05.1950 geboren und ausgebildet im elterlichen Betrieb; seine besondere Fortbildung erfolgte in verschiedenen Spezialbetrieben und Werkstätten. Mit Hilfe seiner geschäftstüchtigen Mutter erwarb er ein großes Grundstück in günstiger Lage an der Haltener Strasse und baute dort einen BMW-Fachbetrieb und Autosalon auf. Ein weiteres Filial-Autogeschäft wurde in Haltern errichtet. Bernd heiratete am 11.08./28.09.1981 in Dülmen Dorothea (genannt Doris) Compal aus Haltern. Die Familie mit zwei Kindern wohnt (1994) in Dülmen, Peppermühl 36. Das erste Kind, Antonia Sophia, wurde am 09.03.1982 in Haltern geboren; das zweite Kind, Matthias Bernd Rudolf, am 23.10.1984 in Haltern. Doris wurde am 17.01.1955 in Haltern geboren.

Martin Wiesmann wurde als zweites Kind in der Ehe von Bernd und Fia Wiesmann am 26.10.1952 in Dülmen geboren. Nach Schulbesuch und abgeschlossenem Studium (Dipl.-Ing.) sowie einer weiteren Fortbildung in verschiedenen Fachbetrieben gründete er zusammen mit seinem Bruder Friedhelm (Dipl.-Kfm.) eine Firma zur Herstellung von hochwertigen Spezial-Autos, die „Wiesmann-Roadster“ auf BMW-Basis, Cabrio-Zubehör und Hardtops. Martin verheiratete sich am 01.01.1981 mit Mechthild Dörfer aus Telgte, die dort am 13.04.1958 geboren wurde. Zwei Kinder entstammen dieser Ehe. Verena, geboren am 13.10.1982, und Philipp, geboren am 27.12.1984, beide in Dülmen.

Friedhelm Wiesmann wurde am 26.08.1954 in Dülmen geboren.

Heinrich Thonemann (Vater des Autors des Thonemann-Familienbuches) wurde als drittes Kind aus der Ehe von Bernhard und Sophia Thonemann in Dülmen am 05.11.1882 geboren. Er kam nach seiner Aus- und Fortbildung nach Löningen, wo er sich am 12.06.1913 mit Elisabeth Rosemeyer aus Löningen – geboren am 27.11.1879, gestorben am 15.02.1961 – verheiratete und das Geschäft von Josef Rosemeyer übernahm. Vier Kinder entstammen dieser Ehe: Heinz, Bernd, Alfons und Maria.

Franz Thonemann wurde am 02.05.1885 als viertes Kind in Dülmen geboren. Er erlernte das Buchbinderhandwerk, vermutlich in Dülmen, ging auf Wanderschaft, machte die Meisterprüfung und kam nach Dülmen zurück, wo er seinen Beruf ausübte. Am 04.06.1913 heiratete er Toni Wolpers aus Dülmen. Sie wurde am 27.05.1884 in Roxel geboren. Das Wohnhaus in Dülmen erlitt im II. Weltkrieg eine völlige Zerstörung; daher zog die Familie nach Coesfeld, wo Franz Thonemann – in den letzten Jahren bei seiner Tochter Maria wohnend – im Alter von 73 Jahren am 08.09.1958 starb. Seine Frau starb schon 3 Jahre früher, am 12.05.1955, im Alter von 66 Jahren. Drei Kinder, ein Junge und zwei Mädchen, wurden in dieser Ehe geboren.

Das erste Kind, Alfons Thonemann, geboren am 19.07.1914 in Dülmen, wurde Bundesbahnbeamter. Er verheiratete sich am 30.08.1943 mit Hedwig Eysing, die am 23.09.1914 ebenfalls in Dülmen geboren wurde. Er starb am 11.03.1994 in Dülmen. Die Ehe von Alfons und Hedwig hatte fünf Kinder: Franz-Josef, geboren am 27.06.1945, Brigitte, geboren am 09.07.1947, Marianne, geboren am 04.09.1948, Alfons, geboren am 13.11.1949 und Ludger, geboren am 29.04.1951.

Das zweite Kind von Franz und Toni Thonemann hieß Mathilde, geboren am 29.08.1920 in Dülmen; sie schloß die Ehe mit Wilhelm Kockmann, von Beruf Schreinermeister, am 18.10./13.06.1951; er stammte aus Lette, geboren dort am 02.04.1915; gestorben am 30.12.1978 in Coesfeld.

Sechs Kinder kamen aus dieser Ehe: Heinz Kockmann, geboren am 29.03.1952, Alfred Kockmann, geboren am 25.03.1954, Maria Kockmann, geboren am 13.09.1955, Bernd Kockmann, geboren am 24.10.1957, Franz-Josef Kockmann, geboren am 26.09.1959 und Cilli Kockmann, geboren am 16.02.1961.

Als drittes Kind von Franz und Toni Thonemann kam ein Mädchen, Maria getauft und Mieze genannt, geboren am 06.01.1922. Nach der Schulbildung erlernte sie das Strickereihandwerk und arbeitete zunächst in Dülmen. Als sie dort durch einen Bombenangriff alles verloren hatte, eröffnete sie nach dem Kriege, inzwischen Strickereimeisterin, im Jahre 1946 in Coesfeld eine Strickerei. Arbeit gab es damals genug, denn Wäsche, Pullover und Westen waren nach dem Krieg Mangelware. 1950 kaufte sie eine ehemalige Drogerie, ein Trümmergrundstück an der Münsterstrasse, und forcierte den Wiederaufbau des Hauses für ihren Strickereibetrieb. Franz Buddenkotte, ihr späterer Mann, der seit 1951 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, absolvierte bei ihr eine Lehrlingsausbildung, da eine Tätigkeit im erlernten Beruf als Bäcker wegen der „Bäckerkrankheit“ nicht mehr in Frage kam; wenige Jahre später folgte die Meisterprüfung im Strickereihandwerk. Die Heirat von Franz Buddenkotte und Maria Thonemann fand am 03.10.1951 statt. Das Geschäft, anfangs mit nur einem 12 qm kleinen Laden, wurde gemeinsam umgebaut und erweitert und 1964 durch den Fortfall nicht mehr lohnender Eigenstrickerei auf über 200 qm Ladenfläche vergrößert. Franz Buddenkotte konnte auch als Obermeister der Strickerei-Innung des Kreises Coesfeld – Borken – Ahaus diese Entwicklung des Rückgangs handwerklicher Eigenanfertigung von Strickwaren nicht verhindern. Dieses moderne Strickmodenfachgeschäft, das älteste Bekleidungsgeschäft in der Stadt Coesfeld, ist am 1. Januar 1995 auf den ältesten Sohn Günter und seine Frau Maria übergegangen. Die Kinder von Franz und Maria Buddenkotte sind: Günter Buddenkotte, geboren am 08.04.1955, Gerd Buddenkotte, geboren am 04.02.1958, Klaus Buddenkotte, geboren am 04.04.1959 und Silvia Buddenkotte, geboren am 08.03.1964.

Maria Thonemann wurde als fünftes Kind von Bernhard und Sophia Thonemann in Dülmen geboren, und zwar am 25.02.1887. Sie blieb ledig und im Elternhaus. Im Jahre 1961 ist sie – 74 Jahre alt – in Dülmen gestorben.

Bernhard Thonemann war das nächste Kind, geboren am 06.04.1889; Bernhard erlernte das Buchbinderhandwerk. Er ist bei den Kämpfen um Verdun im I. Weltkrieg am 11.09.1916 gefallen.

Das siebte Kind, ein kleines Mädchen, war zu schwach zum Leben; es wurde Anna getauft, verstarb aber schon im Säuglingsalter.

Das achte Kind hieß Alfons Thonemann, geboren am 31.01.1894 in Dülmen. Nach dem Schulbesuch studierte Alfons Theologie in Münster; er wurde im dortigen Dom am 10.06.1922 – 28 Jahre alt – zum Priester geweiht. Seine erste Kaplanstelle erhielt er in Beckum, er war dort an der Liebfrauenkirche von 1922 bis 1928 als Kaplan eingesetzt, kam dann für vier Jahre nach St. Mauritz in Münster und anschließend nach St. Joseph in Lintfort von 1932 bis 1935, auch als Kaplan. 1935 bis 1936 wirkte er in Berlin-Schöneberg an der St. Elisabethkirche, 1936 bis 1937 als Kuratus in Königswusterhausen. Danach war er für einen Zeitraum von 16 Jahren (1937 bis 1953) als Rektor einer Schule und Pfarrer in Moers-Hochstraß tätig. Da er gesundheitliche Beschwerden hatte, wurde er von seinen Pflichten als Pfarrer – 60-jährig – entbunden und lebte von 1953 bis zu seinem Tode 22 Jahre lang als Pfarrer i. R. und Hausgeistlicher im Maria-Ludwig-Stift in Dülmen.

Er starb dort am 18.12.1975 im Alter von fast 82 Jahren. Er war über einen Zeitraum von 53 Jahren ein guter Priester und hat segensreich an allen Orten gewirkt. Er verbesserte Kirchen und Kapellen oder baute um oder aus, auch neu; seine Sorge galt immer den Menschen, den katholischen Vereinen und Verbänden, besonders auch den Alten und Schwachen in der arbeitenden Bevölkerung. Das christlich katholische Elternhaus war der gesunde Nährboden für seinen Schritt zum Priestertum. Er war ein lebensfroher, aber auch weltoffener Mensch, der das Gespräch in froher Runde liebte. Mit seinen Verwandten hielt er einen guten und ständigen Kontakt. Seine Haushälterin, Fräulein Günnewig, war ihm für sein ganzes Leben eine treue Begleiterin.

Das letzte und neunte Kind der Ehe von Bernhard und Sophia Thonemann in Dülmen hieß Viktor, das schon als Kleinkind gestorben ist.

Der vorstehende Text wurde wörtlich von Bernd Thonemann übernommen.

Düsseldorf

In Düsseldorf sind heute (2018) mehrere Thonemann vertreten.

Eine Linie ist untersucht, die von Heinrich Karl Johannes Thonemann, geboren am 02.02.1926 in Scherfede. Auch er, Sohn von Clemens Johannes Thonemann, geboren am 27.01.1890 in Scherfede, verstorben am 26.10.1956 ebenda, war zunächst bei der Deutschen Bundesbahn beschäftigt. Am 30.05.1952 heiratet er in Düsseldorf Elisabeth Gertrud Gretzke, geboren am 08.04.1928 in Düsseldorf, und verlegt seinen Wohnsitz im selben Jahr von Scherfede nach Düsseldorf. 1959 wechselte er als Maschinenschlosser zur Firma Henkel in Düsseldorf. Hier blieb er bis zu seiner Pensionierung 1989 beschäftigt.

Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne: Ralf Alfred Heinrich, geboren am 12.05.1959 und Nico Thomas, geboren am 12.05.1961. Nico Thomas Thonemann heiratet am 08.04.2003 H. H., geboren am ..., in Düsseldorf. Diese Ehe blieb kinderlos. Er verstarb am 04.02.2010 in Düsseldorf.

Heinrich Karl Johannes Thonemann starb im Alter von 91 Jahren am 29.09.2017 in Düsseldorf, seine Frau Elisabeth bereits am 06.12.2014, ebenfalls in Düsseldorf.

Ossendorf

In Ossendorf sind heute (1994) mehrere Thonemann vertreten. Eine Linie ist untersucht, die bei Johann Thonemann (Johann Heinrich), in Scherfede 1684 geboren, abzweigt und mit dem Sohn von Johann Thonemann, Friedrich Thonemann (als Friderico beschrieben), geboren 1722, in Ossendorf beginnt, sich mit Johann Bernhard, geboren am 16.12..1767 in Ossendorf fortsetzte, weiter über Vincenz Thonemann, geboren am 21.01.1795, Wilhelm Thonemann, geboren am 28.02.1844, Johann Thonemann, geboren am 22.05.1875, Reichsbahn-Zugführer von Beruf, Johann Thonemann, geboren am 08.06.1912 bis zum heutigen (1994) Ossendorfer Namensträger Johann Wilhelm Thonemann, geboren am 12.09.1949 (Deutsche Bundesbahn - Zugführer) führt.

Der vorstehende Text wurde wörtlich von Bernd Thonemann übernommen.

Rimbeck

Die direkte Linie Thonemann in Rimbeck Nach Warburg und Scherfede fand die direkte Linie Thonemann Dülmen – Cloppenburg in Rimbeck ihre Fortsetzung, während andere Thonemann-Linien in Scherfede weitergingen. Christoph Thonemann zog in der Zeit zwischen 1784 und 1790 von Scherfede nach Rimbeck.

Joes Christoph Thonemann war der Sohn von Johann Heinrich Thonemann aus Scherfede, der am 01.11.1719 in Scherfede geboren wurde und am 28.08.1762 erst 43-jährig in Scherfede starb.

Er war mit Anna Maria Wiemers verheiratet – Heiratsdatum 08.02.1750 in Scherfede – , die 1716 geboren wurde und 83-jähirg am 13.01.1800 in Scherfede starb. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: 1. Anna Maria Christina, geboren am 18.04.1751 in Scherfede; 2. Joes Heinrich, geboren am 18.04.1753, der sich am 06.05.1787 mit Eva Margareta Engemann aus Rimbeck, geboren am 09.01.1765, gestorben am 01.01.1842, verheiratete und am 25.03.1814 in Scherfede starb. Eva Margareta heiratete zum zweiten Male Philipp Feuth (Fuest), der sieben Jahre nach dem Tode seiner Frau 1849 starb.

Als drittes Kind wurde Joes Christoph Thonemann am 04.02.1756 in Scherfede geboren. Er heiratete mit 28 Jahren Eva Maria Kohaupt aus Scherfede – Heiratsdatum 09.07.1784 in Scherfede, die 23 Jahre alt war (geboren 1761). Aus dieser Ehe entstammen fünf Kinder, vier Söhne und eine Tochter: 1. Mathias, geboren am 14.08.1785; 2. Johann Heinrich, geboren am 07.01.1787 und im selben Jahr gestorben; 3. Johann Bernhard Heinrich, geboren am 09.06.1788; 4. Johann Heinrich, geboren am 14.02.1790; 5. Anna Maria Elisabeth, geboren am 17.02.1793, auch im selben Jahr gestorben. Die Mutter Eva-Maria starb nach nur 9-jähriger Ehe – erst 32 Jahre alt – am 18.03.1793, 4 Wochen nach der Geburt des fünften Kindes, das auch bald nach der Geburt starb.

Christoph heiratete erneut – verständlich, denn die fünf Kinder waren noch klein – und zwar 1793 (noch im Sterbejahr der ersten Frau) Eva Magareta Günther aus Rimbeck, geboren 1761, gestorben am 28.10.1837. Aus dieser zweiten Ehe gingen zwei Söhne hervor: Franziskus Anton, geboren am 24.07.1794, gestorben 1794; Johann Franziskus Josef Anton, geboren am 20.06.1801. Christoph starb – fast 82-jährig – am 25.01.1838 in Rimbeck. In der Zeit um 1784 – Heirat in Scherfede – und 1790 – Geburt des Sohnes Johann Heinrich in Rimbeck – zog Christoph nach Rimbeck. Christoph war nicht der älteste Sohn und damit nicht Erbe des väterlichen Hofes in Scherfede. Daher versuchte er sein Glück in Rimbeck.

Johann Heinrich Thonemann wurde am 14.02.1790 als 4. Kind des Christoph Thonemann in Rimbeck geboren. Als 27-jähriger heiratete er die in Rimbeck geborene Anna Maria Blömeken, geboren am 05.12.1796, 21 Jahre alt, am 19.08.1817 in der Pfarrkirche in Scherfede. Der Ort Rimbeck gehörte damals kirchlich zur Pfarrgemeinde Scherfede. Der Vater von Anna Maria hieß Philipp Blömeken in Rimbeck, der mit Catharina Jesper aus Rimbeck verheiratet war. Sechs Kinder stammten aus der Ehe von Johann Heinrich und Anna Maria: 1. Johann Heinrich, geboren am 03.07.1819 in Rimbeck; 2. Maria Theresia, geboren am 30.06.1821, gestorben mit 7 Jahren im Jahre 1828; 3. Maria Gertrud, geboren am 03.10.1823; 4. Catharina Elisabeth, geboren am 06.03.1826; 5. Maria Theresia, geboren am 15.03.1828; 6. Maria Anna, geboren am 19.12.1831. Johann Heinrich starb im 58. Lebensjahr am 16.04.1847; seine Frau war schon vor ihrem Mann im Alter von 46 Jahren, viereinhalb Jahre früher gestorben (25.11.1842).

Johann Heinrich Thonemann, geboren am 03.07.1819, katholisch getauft am 05.07.1819, Geburtsort Rimbeck, war der älteste Sohn von Johann Heinrich Thonemann und Anna Maria Blömeken in Rimbeck.

Seine Hochzeit im 26. Lebensjahr war am 17.02.1844 in der zuständigen Pfarrkirche zu Scherfede – der Vater hat sie noch erlebt, die Mutter war schon gut zwei Jahre tot – mit Elisabeth Prott aus Rimbeck, die am 28.03.1809 in Rimbeck geboren wurde und damit 10 Jahre älter war als ihr Mann. Die Eltern der Frau hießen Johann Prott und Anna Christina Blömeken (verwandt oder sogar Schwester der Anna Maria Blömeken?). Heinrich Thonemann starb sehr früh, er wurde nur 39 Jahre alt, Sterbedatum ist 24.11.1858 in Rimbeck.

Johann Prott wurde am 15.10.1780 geboren, katholisch getauft, als Sohn des Joseph Prott und der Christina Tönen (verwandt?) in Rimbeck.

Anna Christina Blömeken wurde am 09.03.1781 geboren als Tochter des Mathias Blömeken und Engeltraud Mellwich; die Ehe der beiden wurde am 21.11.1806 in der Pfarrkirche zu Scherfede geschlossen.

Elisabeth Thonemann, geborene Prott, starb am 13.11.1891 in Rimbeck im 82. Lebensjahr. Die Frau überlebte ihren Mann um 33 Jahre. Das Ehepaar war erst 13 Jahre verheiratet und hatte sechs Kinder, als der Mann starb. Die Frau Elisabeth wird vermutlich in der Versorgung der Kinder und durch den Niedergang des großen Hofes in Rimbeck kein leichtes Los gehabt haben in den 33 Jahren des Überlebens.

Sechs Kinder stammten aus dieser Ehe:

Xaver geboren am 18.07.1844, gestorben 1844

Anna geboren am 31.07.1845

Bernhard geboren am 19.02.1847, gestorben 04.04.1926 in Dülmen

Bernhardine geboren am 08.03.1849

Theresia geboren am 08.03.1851, gestorben 1852

Theresia geboren am 08.04.1854

Ein Blick auf die Jahreszahlen zeigt, dass zwei Kinder schon im Kleinkindesalter gestorben sind. Beim Tod des Vaters war das älteste Kind erst 13 Jahre alt.

Heinrich erbte nach dem frühen Tode des Vaters im Jahre 1847 den Resthof, denn von dem großen und schönen landwirtschaftlichen Betrieb hatte schon vom Vater in den Jahren 1844 und 1845 rund die Hälfte verkauft werden müssen. Ein trauriges Erbe, das Heinrich antrat und in wenigen Jahren zu vielen weiteren Verkäufen und zur Hofaufgabe führte.

Die Katasterunterlagen vom Katasteramt des Landkreises Höxter geben ein deutliches Bild von dem allmählichen Niedergang des Hofes Thonemann in Rimbeck. Die Urvermessung für das gesamte Kataster im Raum Warburg wurde von 1831 bis 1834 durchgeführt. Zuständig war damals das Katasteramt in Warburg. Die Katasterämter wurden in Nordrhein-Westfalen im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahre 1975 kommunalisiert und der Landkreis Warburg aufgelöst. Der Kreissitz wurde der Stadt Höxter für das vergrößerte Kreisgebiet zugesprochen; die Zuständigkeit des bisherigen staatlichen Katasteramts Warburg ging auf das in die Landeskreisverwaltung Höxter einbezogene Katasteramt Höxter über.

St. Elisabeth Pfarrkirche in Rimbeck. Alabasterrelief mit Joachim und Anna – altes Kunstwerk aus der 1803 abgebrochenen Klosterkirche in Hardehausen.

Die Mutterrolle von 1834 wies für Heinrich Thonemann, Rimbeck 71, einen Gesamtbesitz von 90 Morgen, 31 Ruthen und 30 Fuß auf. Die Umrechnung auf die heutigen Flächenmaße ergibt eine Fläche von 23 ha. Die insgesamt 87 Eigentumsgrundstücke waren über 6 Fluren in der Gemarkung Rimbeck verteilt, dabei von unterschiedlicher Größe und verschiedenen Kulturarten, vorwiegend Ackerflächen; die größte zusammenhängende Fläche von 5 Morgen und 119 Ruthen und 10 Fuß groß (1,5 ha) war eine Wiese der Güteklasse 2. Die Klassen für die Kulturarten Acker und Wiese galten von 1 bis 5, wobei die Klasse 1 der beste Boden (Boden bester Bonität) war und den höchsten Reinertrag nach sich zog.

Der Hof Thonemann in Rimbeck mit den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden lag fast mitten im Ort in der Gewanne „Die Twentenhöfe“ und bestand aus den Parzellen (Flurstücken) 248 und 249 mit einer Größe von umgerechnet 2600 qm. Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude hatte ein Ausmaß von 23 m x 13 m.

In den Jahren 1844 bis 1864 wurden laufend Grundstücke verkauft, besonders viele in den Jahren 1844 und 1845, nämlich 40 Flurstücke. Zu diesem Zeitpunkt lebte noch der Vater Johann Heinrich, der ja 1847 starb. Die Hofübergabe ist wahrscheinlich doch erst nach dem Tode des Vaters erfolgt. In den 10 Jahren von 1844 bis 1854 gelangten 71 Flurstücke zum Verkauf; damit war der größte Teil des landwirtschaftlichen Besitzes Thonemann an 23 verschiedene Erwerber abgegeben worden. 1854 wurde auch das Wohn- und Wirtschaftsgebäude nebst Hofraum und Garten verkauft, wobei der Erwerber der Nachbar Blömeke war. Man kam überein, dass das Wohnhaus auf den Namen Blömeke, August und Thonemann, Heinrich gemeinsam eingetragen wurde. Damit war der Familie Johann Heinrich mit den vier noch lebenden Kleinkindern eine Wohnmöglichkeit im bisherigen Haus gesichert. In der Folge, ab 1864, verblieb vom Gesamtbesitz nur noch ein Restbestand von 2 Flurstücken, davon ein kleines Gartenstück mit einer Fläche von ca. 1400 qm.