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In diesen »Überlebensübungen« rekapituliert Jorge Semprún die prägenden Situationen und Erfahrungen seiner frühen Jahre. Er fragt: Wie kann einer überleben, der jeden Moment damit rechnen muss, verhaftet zu werden? Und nicht nur überleben, sondern überdies politisch handeln, verschiedene Missionen als Kämpfer der Résistance ausführen, und zwar in beständiger Todesgefahr? Dabei rückt Semprún eine Erfahrung in den Mittelpunkt, die den moralischen Glutkern seines gesamten späteren Denkens und Schreibens bilden sollte – die Erfahrung der Folter. Mit unverstelltem Blick für das Schlimme nähert sich Semprún diesen qualvollen, nicht erzählbaren und deshalb umso bedrohlicheren Momenten seiner Vergangenheit, in Andeutungen und Evokationen von bleibenden Schreckensreflexen. Und behauptet so – auch dies eine fundamentale Einübung ins Überleben – die unveräußerliche Würde des Einzelnen gegen den menschenverachtenden Lärm, den Furor der Geschichte.
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2013
In seiner Erzählung Überlebensübungen rekapituliert Jorge Semprun die Situationen und Erfahrungen seiner frühen Jahre, genauer: zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahr. In dieser Zeit musste er die Verhaftung durch die Nationalsozialisten als französischer Widerstandskämpfer und die sich anschließenden Qualen in Buchenwald überleben und danach, als Funktionär der spanischen kommunistischen Partei, die Illegalität in Spanien überstehen.
Semprun fragt sich: Wie kann man in einem Todeslager existieren? Wie kann einer überleben, der jeden Moment damit rechnen muss, verhaftet zu werden? Und nicht nur überleben, sondern überdies politisch handeln, verschiedene Missionen als Kämpfer der Résistance ausführen, und zwar in beständiger Todesgefahr? Dabei rückt Semprun eine Erfahrung in den Mittelpunkt, die den moralischen Glutkern seines gesamten späteren Denkens und Schreibens bilden sollte – die der Folter.
Mit unverstelltem Blick für das Schlimme nähert sich Semprun diesen qualvollen, nicht erzählbaren und deshalb umso bedrohlicheren Momenten seiner Vergangenheit in Andeutungen und Evokationen von bleibenden Schreckensreflexen. Und behauptet so – auch dies eine fundamentale Einübung ins Überleben – die unveräußerliche Würde des Einzelnen gegen den menschenverachtenden Furor der Geschichte.
Jorge Semprun wurde am 10. Dezember 1923 in Madrid geboren; nach seiner Amtszeit als spanischer Kultusminister von 1988 bis 1991 lebte er in Paris, wo er am 7. Juni 2011 starb.
Sein Werk erscheint im Suhrkamp Verlag:
Der Tote mit meinem Namen
Die große Reise
Was für ein schöner Sonntag!
Schreiben oder Leben
Jorge Semprun
Überlebensübungen
Erzählung
Aus dem Französischen
von Eva Moldenhauer
Titel der Originalausgabe: Exercices de survie.
Paris, Éditions Gallimard 2012
eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2013
Der vorliegende Text folgt der Erstausgabe, 2013.
© der deutschen Übersetzung Suhrkamp Verlag Berlin 2013
© Éditions Gallimard 2012
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Satz: Hümmer GmbH, Waldbüttelbrunn
Umschlaggestaltung: Hermann Michels und Regina Göllner
eISBN 978-3-518-73424-7
… ohne es zu wollen, alles mit der Foltervergleichend …
Aragon, Chanson pour oublier Dachau
Ich saß im getäfelten, unaufdringlichen und günstigen Halbdunkel der nahezu menschenleeren Bar des Lutetia. Aber es war die falsche Uhrzeit; ich meine die Uhrzeit, hier in der Menge zu sein, die Uhrzeit, hier erwartet zu werden oder auf jemanden zu warten. Im Übrigen wartete ich auf niemand. Ich war gekommen, um entspannt einige Phantome der Vergangenheit heraufzubeschwören. Darunter vermutlich das meinige: das verfügbare junge Phantom des alten Schriftstellers, der ich geworden war.
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