Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der beginnen wollte zu leben und seine Freiheit zu genießen, dieser Schritt ging aber vorerst in die Hose. Er hatte eine sehr schlimme Kopfverletzung und hatte schwere Hirnschäden. Er machte, obwohl er diese Hirnschäden erlitt, sogar noch Abitur, aber seine Mutter hatte immer befürchtet, dass ihr Sohn in einer Behindertenwerkstatt endete. Als junger Erwachsener hofft er, dass er schon das Schlimmste in seinem Leben durchlebt habe und setzt sich fast unmögliche Ziele. Ein Leben ohne Sport konnte sich der Leistungsschwimmer nicht vorstellen.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 85
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Vorwort
Der Turm und die Frösche
Der Schicksalsschlag
Der Fall ins Bodenlose
Aufbruch in ein neues Leben
Eine Lebenserfahrung, die alleine mir gehört
Die drei Mammutprojekte
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der beginnen wollte zu leben und seine Freiheit zu genießen, dieser Schritt ging aber vorerst in die Hose. Dazu kam auch noch die Situation bei ihm zu Hause. Er durfte nach einem schweren Schicksalsschlag nichts mehr, weil sich seine Mutter und sein Stiefvater auf die Aussage der Ärzte beruhten. Er hatte eine sehr schlimme Kopfverletzung und schwere Hirnschäden erlitten. Er machte, obwohl er diese Hirnschäden erleiden musste, sogar noch Abitur. Seine Mutter jedoch hatte immer und immer wieder befürchtet, dass ihr Sohn in einer
Behindertenwerkstatt endete. Als junger Erwachsener hoffte er, dass er schon das Schlimmste in seinem Leben durchlebt habe und hatte sich fast unmögliche Ziele gesetzt. Nachdem er aus der
Anschlussrehabilitation entlassen wurde, hatten ihm die Ärzte eine lange Liste von Dingen aufgezählt, die er nicht mehr tun könne. Da die Frührehabilitation so schnell vorbei ging, er sogar als medizinisches Wunder galt, hatte er es sich zum Ziel gesetzt, diese Liste komplett zu widerlegen. Er überhastete nichts, er nahm sich Zeit um sich Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Da seine Mutter und sein Stiefvater die Einzigen waren, die nicht an ihn glaubten, konnte er diese negative Energie sehr gut abprallen lassen. Anders gesagt, ist ihm das 'vom Gegenteil überzeugen' eine bessere Motivation gewesen, als jede andere Belohnung, die auf ihn im Ziel wartete. Den Ruhm und die vielen Glückwünsche hatte ihn dennoch oft zu Tränen gerührt. In erster Linie hatte er aber diese Dinge sich selbst bewiesen, der Ruhm ist für ihn nur ein positiver Nebeneffekt gewesen. Viele Menschen hatten sich nach einem solch schweren Schicksalsschlag aufgegeben und sie verwahrlosten vollends, er hingegen hatte nie verstanden, warum einige Dingen nicht mehr funktionieren sollen. Er arbeitete an sich und suchte nach Wege, wie er das gewünschte Ziel trotzdem erreichen kann. Eine dieser Tatsachen ist der Ausdauersport gewesen, aber ein Leben ohne Sport konnte sich der ehemalige Leistungsschwimmer einfach nicht vorstellen. Er war und ist bis heute der Überzeugung, dass negative Aspekte besser motivieren als Positive. Wenn sich diese negativen Einflüsse natürlich häufen, zerstört dies die Eigenmotivation des Protagonisten. Als ich mit ihm über diese verdrehte Tatsache gesprochen hatte, antwortete er mir mit einer kleinen Geschichte. In der Motivationspsychologie war diese Fabel bekannt und richtungsweisend:
Einige Frösche wollten herausfinden, wer denn der Stärkste von allen ist. Sie dachten sich einen Wetkampf aus, den sie sehr zeitnah duchführen wollten. Es sprach sich sehr schnell herum, dass einige Frösche versuchen wollten, einen Turm zu erklimmen, der höher war als alles Andere, das bisher an einem einzigen Wettkampf erklommen worden war. Die Frösche, die nicht teilnahmen schauten zu, sie feuerten die Teilnehmer nicht an. Sie riefen soetwas wie: „Das schafft ihr nie!“ oder „Das hat noch keiner geschafft und ausgerechnet ihr wollt das schaffen?“
Deim Startschuss sprangen die Frösche, mit dem festen Glauben den Turm erzwingen zu können, los. Nach einiger Zeit gaben die ersten auf und die Zuschauer sagten, dass sie es doch gewusst hatten. Am Ende sprang nur noch ein einziger Frosch den Turm hinauf und die Zuschauer brüllten ihre Parolen. Erschöpft aber glücklich kam er letztlich oben an.
Nun fragte er mich, warum der letzte Frosch nicht aufgegeben hatte, wie alle Anderen. Was war mit diesem Frosch gewesen? Als ich zugegen hatte, dass ich es nicht wisse, erklärte er mir: Der Frosch war taub. Nun fiel es mir wie Schuppen von den Augen. „Da die Zuschauer nicht geglaubt haben, dass es möglich war, hatten sie die Teilnehmer auch nicht unterstützt.“
„Genau, und wenn dies alle machen, dann ist es fatal für den Sport. Jeder Sportler braucht Unterstützung von außen, weil wenn ein Wettkampf über die bisherige normale Zeit hinaus geht, kommen bei jedem Sportler Selbstzweifel auf. Entweder ist er verbissen und beißt sich selbst durch die Qualen, die beginnen an der Motivation zu zerren oder er bekommt Unterstützung von anderen Leuten um die eigene Motivation oben zu halten. Wenn von außen auch noch Zurufe kommen, die die Motivation zusätzlich zerstören, ist eine Aufgabe fast unvermeidbar. Deshalb ist es wichtig, wenn man einen Wettkampf verfolgt, nur positive Äußerungen von sich zu geben, denn alles Andere könnte für den Athleten fatale Folgen haben.“
„Wie machst das dann du? Du bist ja nicht taub.“
„Anfangs hörte ich den Satz: 'Nimm dir nicht zu viel vor, du wirst nur enttäuscht werden.' Das zerstört zunächst einmal nicht die Eigenmotivation. Ich dachte mir: 'Ich schaffe es trotzdem!'“
Nachdem er bewiesen hatte, dass er auf härtester Art und Weise seine Träume wahr werden lies, bekam er von sehr vielen Seiten jede Menge Unterstützung.
Als die Liste von der Dingen, die er nicht mehr machen könne, fast vollständig widerlegt war, blieb nur noch der Ausdauersport. Da er ein Sportler war hat er gelernt, dass man über seine Grenzen hinaus gehen muss um sich verbessern zu können. Ab und zu hat er ein wenig übertrieben, aber er schaffte dennoch alles. was er sich vorgenommen hatte.
Sein Lebensmotto ist: „Living the dream“, diese drei Worte hat er sich zu seinem Geburtstag auf seine Schulter tättowieren lassen und hatte begonnen sein Leben zu genießen und zu machen, was er wollte. Er lies sich nicht mehr sagen, was er zu tun und zu lassen habe. Dieses Buch soll auch eine Unterstützung darstellen, um anderen Menschen, denen ähnliches Schicksal widerfahren ist, die Liebe am Leben wiederzufinden. Als er mit seinem Training begonnen hatte, kommt der Punkt, den die Ärzte ihm prophezeit hatten. Diese Tatsache klang aber mit anhaltendem Training immer weiter ab. Zu diesem Anlass denkt er sich: 'Jetzt erst recht!!'
„Du musst nur wollen und daran glauben, dann wird es gelingen“ (Ferdinand Graf von Zeppelin)
Zuletzt hate er mich gebeten diesen Satz in meinem Buch aufzunehmen: „You only live once! Genieße dein Leben solange du kannst, du hast nur eins und es kann schneller vorbei sein, als du glaubst.“
Ich war in der zehnten Klasse einer Realschule und wollte im laufenden Jahr meine Abschlussprüfungen schreiben. An meinem sechzehnten Geburtstag ging ich zur Fahrschule und meldete mich an, den Mopedführerschein zu machen. In die Theoriestunden ging ich täglich und ging gerne hin. Die Theorieprüfung hatte ich, sofort nachdem das Landratsamt mir die Bestätigung gegeben hatte, dass ich den Führerschein der Klasse A1 machen durfte, mit null Fehlerpunkten bestanden. Danach war ich zur Praxis gewechselt und erzählte in der Schule an den Tagen, an denen ich eine Fahrstunde hatte, dass ich am Nachmittag auf der Maschine sitzen werde, weil ich mich ungemein darauf freute. Ab diesem Zeitpunkt, werden meine Erinnerungen schwammig und kann nur noch von Erzählungen berichten. Eines Tages, genauer gesagt am zweiten April, hatte ich auch eine Fahrstunde und war voller Vorfreude, denn ich wusste noch nicht, was mir in dieser Fahrstunde passieren wird. Ich fuhr auch an diesem Tage die Türkheimer Steige in Geislingen an der Steige hinauf, als es plötzlich passierte. Mein Fahrlehrer fuhr mir vorraus und schaute in seinen Rückspiegel. Er sah mich nicht. Eine Sekunde später sah er erneut in den Rückspiegel und als er im Augenwinkel mein Moped rechts an ihm vorbeifliegen sah, stockte ihm der Atem. Er bremste, stieg von seinem Motorrad ab und begann mit der Suche nach seinem Schützling. Er hatte mich nicht sofort gefunden, denn ich war mit dem Kopf vorraus in den Straßengraben geflogen. Wenn diese bekloppte Mauer im Straßengraben nicht gewesen wäre, hätte er mich bestimmt früher gefunden, denn mein Moped flog etwa dreisig Meter und ich knallte nach zwei Metern gegen diese Mauer. Ich hatte Glück, dass ein Lastkraftwagen vorbei gefahren kam. Dieser Lastkraftwagen hat erstmal nichts mit diesem Verkehrsunfall zu tun. Da der Fahrer höher saß, konnte er meinen Fahrlehrer beobachten, wie er etwas am Suchen war. Als er mich dann im Straßengraben, vor der Mauer liegen sah, hupte er kurz und zeigte dem Suchenden, wo ich zu finden war. Er nahm mich in den Arm und ließ mich nicht mehr los, bis der Notarzt gekommen war. Ein Passant, der zufällig die Steige hinunter gehen wollte, sah uns beide im Straßengraben sitzen und fragte, was los sei. Ganz verzweifelt und mit Tränen in den Augen brüllte mein Fahrlehrer den Passanten an, er solle doch einen Notruf absetzen. Nach kurzer Zeit traf das ganze Rettungskommando ein: Polizei, Notarzt, Krankenwagen und sogar einen Rettungshelikopter. Als der Notarzt in den Straßengraben kam, übernahm er mich, holte mich aus dem Graben heraus und stabilisierte mich. Nachdem der Notarzt meinen Helm gesehen hatte, sagte er direkt: „Sofort ins Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm.“.
Diese Klinik war spezialisiert auf Tauchunfälle und Kopfverletzungen. Mein Glück war, dass ein Helikopter gleich vor Ort war. Ich wurde in den Krankenwagen gelegt, dieser fuhr mich über die Straße und wurde dann in den Helikopter gelegt. Meinen ersten Flug mt einem Helikopter hatte ich mir ehrlich gesagt, etwas anders vorgestellt. Während ich nach Ulm geflogen wurde, hatten schon die Ermittlungen der Polizei begonnen. Die Polizisten dachten, dass dieser Unfall bestimmt von dem Fahrlehrer beobachtet worden war. Dieser aber gab als Antwort auch keine klaren Angaben, weil er es ebenfalls nicht gesehen hatte. Also brauchten sie einen anderen Anhaltspunkt, an dem sie die Ermitlungen beginnen konnten. Einer der Beiden sagte beiläufig, dass es ein sehr schöner Tag sei und lief den Weg, den ich gefahren sein musste, ab. Als er aus dem Schatten in die Sonne getreten war, war ihm klar, was passiert sein musste: Mich habe die Sonne geblendet.
Er sagte: „Folgendes hat sich hier abgespielt: Der Fahrschüler fährt die Türkheimer Steige im Schatten hinauf, da diese Staße in einem Waldgebiet liegt. Wie ihr sehen könnt ist hier eine Lichtung und dann kommt sofort diese Linkskurve. Die Sonne hat ihn geblendt, er hat den Straßenverlauf nicht mehr erkannt und ist geradeaus weiter gefahren.“. Weitere Ermittlungen ergaben, dass ich zwei bis drei Meter mit beiden Reifen am Bordstein entlanggeschlittert sein musste. Die Polizisten hatten aber ein weiteres Problem: Ich hatte keine Papiere dabei. Mein Fahrlehrer erzählte ihnen, wo er mich zur Fahrstunde immer abholte. Meine Identität konnte erst festgestellt werden, nachdem man beim Einwohnermeldeamt nach meiner Person gefragt hatte.
