Unser Nizza - Margit Thürauf - E-Book

Unser Nizza E-Book

Margit Thürauf

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Beschreibung

Seit Jahren fahren die beiden Autoren immer wieder in dieselbe Stadt. Was fasziniert sie so an Nizza? In diesem Büchlein erzählen sie gemeinsam und doch aus unterschiedlichen Blickwinkeln, über Orte und Wege, die sie besonders lieben, über Land und Leute und wie sie das Leben dort genießen. Es enthält Tipps für traumhafte Ausflüge und Küstenwanderwege, für Einkaufsmöglichkeiten und über Ferienwohnungen in der Altstadt. Eingerahmt wird die Erzählung durch ihre persönliche Liebesgeschichte und durch köstliche Rezepte eines passionierten Hobbykochs mit Zutaten der Côte d'Azur. Dieses Büchlein entstand während eines Urlaubs im Frühling 2023 in Nizza und war ursprünglich allein für Familie und Freunde der Autoren gedacht. Durch das Interesse und die Nachfrage danach, haben sie sich entschlossen, es nun zu veröffentlichen. Dieser kleine Reiseführer ist als Taschenbuch, E-Book und in der Hardcover-Version als Geschenkbüchlein überall im Buchhandel erhältlich.

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Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Alexander und Margit Thürauf

Unser Nizza

und die Kunst, das Leben zu genießen

Impressum

Entstanden im April 2023,

als Geschenk für unsere Freunde

Texte, Umschlag und Bilder:

© 2023 Copyright by A.+M. Thürauf

Verantwortlich für den Inhalt:

Alexander und Margit Thürauf

Kaipershof 14, 96047 Bamberg

[email protected]

Inhaltsverzeichnis

1Warum wieder Nizza?

2Alexanders Lieblingsrezepte in Nizza

3Der ominöse Mittagsknall

4Es sind immer die Menschen

5In und um Nizza herum

6Künstler des Lichts

7Schattenseiten

8Das Wetter

9Wie wir uns in Nizza verliebt haben

10Sprachkurs im Institut de Français

11Ferienwohnungen in Nizza

12Mode in Nizza

13Was man gesehen haben sollte

14Schluss

Die berühmte Engelsbucht von Nizza. Rundherum führt der Boulevard d’Anglais

1 Warum wieder Nizza?

Die Welt hat so viele Schönheiten und Wunder zu bieten und uns zieht es immer wieder nach Nizza. Seit nunmehr fünfzehn Jahren versuchen wir wenigstens einmal im Jahr für ein oder zwei Wochen dort zu sein und in das Savoir Vivre, gewusst zu leben, des französischen Südens einzutauchen.

Wir fliegen meistens und steigen direkt vor dem Flughafen in die neu gebaute Straßenbahn. Eine Männerstimme zum Dahinschmelzen spricht die Ansagen. „Prochaine Arrêt Grand Arénas“ kündigt sie die erste Haltestelle nach dem Flughafen an. Schon in dieser Stimme liegt Verführung. Allein sie ist die Fahrt mit der Tram wert. Auch die „Hupe“ der Straßenbahnen ist hier ein warmer gongähnlicher Ton und kein Vergleich zu dem schrillen Triller bei uns, der einen zusammenzucken lässt. Es ist eben alles etwas sanfter hier.

Die Straßenbahn fährt direkt bis in die Altstadt. Dort mieten wir uns immer eine Ferienwohnung. Das Meer ist es, das uns gleich nach dem Kofferauspacken zu sich lockt. Erst wenn wir das Meer sehen und riechen und die Promenade Anglais überquert haben und die gemächlichen Meereswellen hören, sind wir richtig angekommen. Es ist ein ganz typisches Geräusch: Die kleinen Kräuselwellen ziehen unter den Kieseln den Sand weg und es entsteht ein leises Rasseln, dann erst trifft das Wasser auf den Strand. Dann zieht es sich zurück und nimmt die Kieselsteine leise rasselnd mit sich. Die Oberfläche des Wassers bleibt gleichmäßig, auch bei größeren Wellen. Die kündigen sich durch ein lauteres und längeres Kieselsteinrasseln an. Dann sollte man nicht zu nahe am Ufer stehen, denn der Boden sackt ein Stückchen nach unten und es gibt nasse Hosenbeine. Was nicht schlimm ist, weil das Wetter am Wasser immer einige Grad angenehmer ist als weiter oben auf den Hügeln der Stadt. Das Meer gleicht die kühlere Bergluft aus dem Hinterland wieder aus. Ausgleichend ist ein Zauberwort, das für den Charme dieser Stadt steht. Ausgleichend in einem sehr positiven Wortsinn: wieder in Balance bringend, was vorher in Ungleichgewicht geraten war.

Nach dem ersten Ankunftsbesuch am Meer gehen wir bei unserem Willkommensspaziergang über den Blumenmarkt zurück in die Altstadt. Am Blumenmarkt sind nachmittags alle Stände abgeräumt. Es wird fleißig gekehrt und saubergemacht für die Tische der Restaurants und Bars und deren Besucher. Zweimal am Tag wandelt sich das Gesicht dieser prächtigen Straße so sehr, dass wir sie anfangs gar nicht wiedererkannt haben und dachten, wir hätten uns verlaufen. Jetzt am Nachmittag ist es laut auf dem weltbekannten Cours Saleya, wie die Straße offiziell heißt. Die Bars und Restaurants am Straßenrand sind mit Einheimischen und Touristen gut durchmischt und fast immer voll besetzt. Wir fühlen uns wohler in einer der vielen kleinen Bars in den Seitengassen und trinken unser erstes Verre de Rosé gerne in der Bar LES DISTILLERIES IDÉAL, wo die Sonne abends noch hinkommt und gleichzeitig genug Schatten ist. Zum Wein werden entweder Erdnüsschen oder Oliven gereicht. Mit dem ersten Zuprosten haben wir uns wieder vollständig eingeschwungen in die französische Kunst das Leben zu genießen.

Wir sind gerne im Frühling hier, Mitte April oder Anfang Mai. Am Morgen des ersten Urlaubstages besuchen wir meistens den Markt im Stadtzentrum, der zwar Marché aux Fleurs heißt, heiß der aber alles andere als ein reiner Blumenmarkt ist. Es ist ein Obst- und Gemüsemarkt, ein Köstlichkeiten- und Spezialitätenmarkt, ein Fischmarkt und Käsemarkt, ein Markt mit Seifen und Gewürzen und Malerinnen und Malern, die dazwischen sitzen und ihre Bilder malen und anbieten. In den letzten Jahren ist das Angebot kleiner geworden, doch die Vielfalt kehrt zurück, nachdem sie in den touristenarmen Corona-Jahren geschrumpft war. Ich liebe die Düfte, die sich alle drei Meter völlig ändern, dem verlockenden Gardenienduft folgt der Backgeruch der Soccafladen, abgelöst von der typischen, leicht muffigen Ausdünstung der Seifen aus Marseille, gefolgt vom aromatischen Aroma unterschiedlichster Beeren, die wie Kunstwerke in kleinen Schälchen drapiert sind. Weiter gehts zum Oliven- und Ziegenkäsestand, der auch immer wunderbare Tartes anbietet. Mein Favorit ist ein Tartes au Blettes mit Mangold und geriebenem Parmesan im Teig, ein Gedicht. 

Der erste Tag ist immer teuer. Wir kaufen Olivenöl und Käse und Gemüse und Wein und Wasser und Brot und Blumen und schleppen unsere Schätze hoch in unsere Wohnung. In diesem Jahr (2023) leben wir im fünften Stock eines Altstadthauses. Praktischerweise gibt es im Treppenhaus in den mittleren Etagen jeweils ein Bänkchen zum Ausruhen. Das macht den Aufstieg psychologisch erträglicher und nicht nur wir älteren Semester nutzen gerne diese Möglichkeit.

Beim Einkaufen wunderten wir uns über die Preise. In den Vorjahren waren sie immer vergleichbar mit unseren. Nun scheint es hier kaum eine Teuerung gegeben zu haben und sie sind eher niedriger als wir es gewohnt sind. Beim Fleisch waren die Preise schon immer etwas günstiger und vor allem die Qualität besser – sagt Alexander, der Kenner. Allerdings ist hier auch Fisch ausgezeichnet. Den Besten gibt es auf einem anderen Markt im Stadtviertel La Liberation, zu dem er frühmorgens mit der Straßenbahn fährt, weil er spätestens gegen Mittag schließt. 

Unsere Wohnung hat einen minikleinen Balkon mit einem Tisch und zwei Stühlen. Dort genießen wir einen Salat Niçoise und den in der Provence unverzichtbaren Roséwein. À vortre santé.