Inhalt
Inhalt ............................................1
ꢀꢁꢂꢃꢄꢅ Botschaft.................................4
Prolog – Der Erste Schluck ...........5
ꢆꢇ Vorwort der Autorin..................8
Kapitel 1 Die Leise Macht des
Alkohols ......................................10
Kapitel 2 Was im Körper passiert...15
Kapitel 3 Die emotionale
Abhängigkeit...............................20
Kapitel - 4 Gesellschaft Feste
Werbung .....................................25
Kapitel 5 Familie und Kinder ......29
Kapitel 6 Wenn das Trinken das
Leben bestimmt ...........................34
Kapitel 7 Der Punkt der Erkenntnis
...................................................39
Kapitel 8 Wege aus dem Kreislauf43
Kapitel 9 Leben in Klarheit .........49
Kapitel 10 Die schweigenden
Freunde ......................................53
Kapitel 11 Zusehen......................57
Kapitel 12 Das Schweigen danach
...................................................62
1
Kapitel 13 Worte Gegen das
Vergessen ....................................66
Kapitel 14 Der Zerfall des Körpers
...................................................71
Kapitel 15 Die Rückkehr zu mir
selbst...........................................76
Kapitel 16 Der Punkt ohne
Rückweg .....................................80
Kapitel 17 Der stille Tod ..............85
Kapitel 18 Im Kopf des Alkoholikers
...................................................90
Kapitel 19 Das Überleben der
anderen.......................................96
Kapitel 20 Der Weg in die Freiheit
.................................................100
Kapitel 21 Der neue Blick aufs
Leben........................................105
Kapitel 22 Ich bin stark .............108
Kapitel 23 Er geht, ich bleibe .... 111
Kapitel 24 Warum......................114
Kapitel 25 Wenn die Liebe stirbt.119
Kapitel 26 Loslassen..................124
Kapitel – 27 Zwischen Licht und
Schatten....................................128
2
Kapitel 28 Hoffnung..................131
Kapitel:29 Die Scham, die niemand
sieht. .........................................134
Kapitel 30 Die bescheidenen Arten
des Alkoholismus ......................140
Kapitel:31 Warum intelligente
Menschen trinken .....................145
Kapitel: 32 Kinder im Schatten der
Sucht ........................................153
Kapitel:33 Nächte, die Niemand
erinnert.....................................162
Kapitel: 34 Der Weg zurück ins
Licht .........................................163
Kapitel:35 Der Tod vor dem Tod 164
Kapitel:36 Die Wunden ohne Blaue
Flecken. ....................................166
Kapitel: 37 Die, die mit sterben,
ohne zu trinken .........................167
Kapitel:38 Der stille Krieg im
Körper.......................................168
Kapitel:39 Versprechen, die nie
gehalten werden. .......................169
Kapitel: 40 Die großen Lüge der
Normalität.................................171
3
Kapitel: 41 Zwei Wege in dieselbe
Sucht ........................................173
Kapitel: 42 Die Dunkel Heit hinter
dem Glas ...................................174
Epilog Hoffnung .......................175
Nachklang ................................179
Was macht der Alkohol mit
mir
Untertitel: Wie ein Glas zur
Gewohnheit wird und eine
Gewohnheit das Leben verändert.
Botschaft
Alkohol verändert leise,
schleichend, oft unbemerkt.
Doch wer den Mut hat,
hinzusehen, kann verstehen, was
wirklich geschieht
und sein Leben zurückgewinnen.
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Prolog – Der Erste Schluck
Es beginnt fast immer harmlos.
Ein Glas zum Anstoßen, ein
Moment der Nähe, ein Lachen
unter Freunden.
Alkohol ist überall er begleitet
Geburtstage, Feste, Abschiede
und einsame Abende.
Er scheint Wärme zu bringen,
Mut, Entspannung.
Und doch ist er wie ein leiser
Dieb, der im Hintergrund wartet,
bis man ihn nicht mehr bemerkt.
Der erste Schluck schmeckt nach
Zugehörigkeit.
Er macht die Welt ein wenig
leichter, die Gedanken weicher,
die Sorgen kleiner.
Er schenkt uns das Gefühl,
dazuzugehören zur Gesellschaft,
5
zur Runde, zu denen, die
„dazugehören“.
Aber schon in diesem Moment
beginnt etwas, das man nicht
sieht.
Etwas, das in uns arbeitet, leise,
unscheinbar, aber stetig.
Mit jedem weiteren Glas
verschiebt sich eine Grenze.
Was einst Genuss war, wird
Gewohnheit.
Was einst Kontrolle war, wird
Ausrede.
Und was einst „nur ein bisschen“
war, wird irgendwann zu viel.
Alkohol verändert, lange bevor
man es merkt.
Er verändert, wie wir fühlen,
denken, handeln.
Er nimmt uns Stück für Stück das,
was wir eigentlich sind
6
und lässt uns glauben, wir wären
freier, während wir uns verlieren.
Niemand beginnt zu trinken, um
sich selbst zu schaden.
Und doch geschieht genau das,
Tag für Tag, leise, schleichend.
Erst spüren wir nur das Brennen
im Hals.
Später das Brennen im Leben.
Dieses Buch ist kein Urteil.
Es ist eine Einladung,
hinzusehen.
Ehrlich, mutig und ohne Scham.
Denn erst, wenn wir verstehen,
was der Alkohol mit uns macht,
können wir wieder beginnen, uns
selbst zu sehen.
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Vorwort der Autorin
Ich schreibe dieses Buch, weil
Alkohol für viele Menschen zur
Normalität geworden ist
und doch eine der stillsten
Gefahren unserer Zeit bleibt.
Er begleitet uns bei Festen, in
Momenten der Freude, der Trauer
oder der Langeweile.
Er ist gesellschaftlich akzeptiert,
sogar gefeiert und genau das
macht ihn so gefährlich.
Ich habe gesehen, was Alkohol mit
Menschen macht.
Wie er die Persönlichkeit
verändert, das Lachen trübt,
Familien entzweit und Träume
zerstört.
Wie leicht er sich in das Leben
schleicht, bis man ihn nicht mehr
hinterfragt.
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Und wie schwer es ist, ehrlich
hinzusehen.
Dieses Buch ist kein Urteil.
Es ist ein Wegweiser ein Versuch,
Verständnis zu schaffen.
Es will Mut machen, eigene
Gewohnheiten zu erkennen, statt
sie zu verbergen.
Denn der Weg aus der
Abhängigkeit beginnt nicht in der
Therapie,
sondern in dem Moment, in dem
man sagt:
„Ich will wissen, was der Alkohol
mit mir macht.“
Ich widme dieses Buch allen,
die sich selbst oder jemanden
lieben, der trinkt.
Und denen, die bereit sind, sich
auf die Suche nach sich selbst zu
begeben.
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Paula Levendig
Felanitx, im Herbst 2025
Kapitel 1 Die Leise Macht des
Alkohols
Alkohol ist überall.
Er steht auf dem Tisch bei
Familienfeiern, in Schaufenstern,
auf Plakatwänden.
Er wird verschenkt, gefeiert,
empfohlen.
Kaum ein anderes Suchtmittel hat
eine so harmlose Maske.
Wir nennen ihn Genuss,
Entspannung, Belohnung.
Doch hinter dieser Fassade liegt
eine Macht, die stärker ist, als
viele glauben.
Es beginnt in kleinen Momenten.
Ein Glas nach einem langen Tag,
„um runterzukommen“.
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Ein Sekt, um zu feiern.
Ein Bier, um dazuzugehören.
Niemand denkt an Abhängigkeit,
wenn er das erste Mal trinkt.
Denn Alkohol ist kein Fremder er
ist gesellschaftlich willkommen,
sogar erwartet.
Diese Selbstverständlichkeit ist
sein größter Trick.
Er tarnt sich als Freund, als
Begleiter in allen Lebenslagen.
Er gibt das Gefühl, den Stress zu
dämpfen, die Hemmung zu lösen,
den Schmerz zu betäuben.
Doch während wir uns
entspannen, verändert sich still
etwas in unserem Inneren.
Das Gehirn merkt sich das Gefühl
der Erleichterung und will es
wieder.
So entsteht die erste unsichtbare
Spur, die zur Gewohnheit wird.
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Die Werbung macht es uns leicht,
zu vergessen, was Alkohol ist: ein
Nervengift.
Ein Stoff, der jede Zelle erreicht,
jede Stimmung beeinflusst, jedes
Gefühl verzerrt.
Er wird mit Freiheit verbunden,
mit Lebensfreude, mit Erfolg.
Schöne Menschen auf bunten
Plakaten, lachende Gruppen im
Abendlicht sie erzählen eine Lüge
in Hochglanzfarben.
Denn was sie nicht zeigen, sind
die leeren Blicke, die Tränen, das
Zittern, die Scham.
Viele Menschen sagen: Ich trinke
nur gelegentlich.
Aber was heißt das wirklich?
Wann wird aus „gelegentlich“ ein
Muster?
Wann aus einem Glas ein Ventil,
aus einem Ventil eine Flucht?
12
Die Wahrheit ist: Es gibt keinen
sicheren Punkt, an dem man
aufhören kann, bevor es beginnt.
Denn Alkohol ist schleichend und
gerade das macht ihn so
gefährlich.
Die leise Macht des Alkohols liegt
nicht im Rausch.
Sie liegt in der Normalität.
In dem Satz: „Ach, ein Glas
schadet doch nicht.“
In dem Moment, in dem wir
aufhören, zu hinterfragen.
Er verändert nicht nur den
Körper, sondern das Denken.
Er verschiebt Grenzen, Werte,
Wahrnehmung.
Was gestern zu viel war, ist
morgen normal.
Was gestern Gewissen war, ist
morgen Gleichgültigkeit.
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So wächst seine Macht still,
unsichtbar, akzeptiert.
Doch wer einmal innehält,
erkennt die Täuschung.
Man sieht plötzlich, wie
allgegenwärtig der Alkohol ist
wie er Gespräche lenkt, Abende
bestimmt, Stimmungen ersetzt.
Und man beginnt zu fragen:
Warum brauche ich etwas, um
mich gut zu fühlen?
Warum gehört Alkohol zu jedem
„schönen Moment“ dazu?
Die Antworten sind unbequem.
Denn sie führen zu uns selbst
zu unseren Ängsten,
Erwartungen und Verletzungen.
Aber genau dort, wo diese
Fragen beginnen,
endet die Macht des Alkohols.
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Kapitel 2 Was im Körper passiert
Der Alkohol, den wir trinken, ist
Ethanol ein Stoff, der den Körper
sofort verändert.
Er gelangt über Mund, Magen
und Darm ins Blut und in wenigen
Minuten bis ins Gehirn.
Von da an beginnt eine
Kettenreaktion, die kaum jemand
wirklich versteht,
weil sie leise und unsichtbar
abläuft.
Der erste Schluck erzeugt
Wärme.
In Wahrheit weiten sich nur die
Blutgefäße, und die Haut gibt
Wärme ab.
Der Körper kühlt aus, obwohl er
sich warm anfühlt.
Das Gehirn reagiert mit einem
kurzen Gefühl von Entspannung
nicht, weil etwas besser wird,
15
sondern weil die Reizleitung der
Nervenzellen gedämpft wird.
Alkohol täuscht.
Er täuscht Ruhe vor, wo
Anspannung ist.
Er täuscht Mut vor, wo
Unsicherheit lebt.
Er täuscht Nähe vor, wo
eigentlich Distanz bleibt.
Im Gehirn wird Dopamin
ausgeschüttet der Botenstoff für
Belohnung.
Wir spüren einen kurzen Moment
von Zufriedenheit.
Doch je öfter wir diesen Reiz
künstlich erzeugen, desto
schwächer reagiert das Gehirn.
Es braucht mehr, um denselben
Effekt zu spüren.
So entsteht der Kreislauf der
Gewöhnung.
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Gleichzeitig sinkt der Spiegel von
Serotonin
der Stoff, der uns inneren Frieden
und Zufriedenheit schenkt.
Das Ergebnis: Nach dem Rausch
folgt oft Leere, Gereiztheit oder
Traurigkeit.
Viele trinken dann wieder, um
dieses Gefühl zu vertreiben.
So schließt sich der Kreis Tag für
Tag, Glas für Glas.
Auch der Körper leidet still.
Die Leber, unser
Entgiftungsorgan, arbeitet
unermüdlich,
um den Alkohol abzubauen,
Milliliter für Milliliter.
Dabei entstehen Stoffe, die
giftiger sind als der Alkohol
selbst.