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Sie meinen, Ihr Leben sei stressig, Ihre Kinder Wildfänge, die Sie überall nur blamieren? Wenn Sie dieses Büchlein bis zum Ende gelesen haben, werden Sie dankbar sein, dass Ihre Kinder so brav, Ihr Leben so einfach und Ihr Auto das Beste der Welt ist. Denn diese Geschichten sind tatsächlich passiert.
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Seitenzahl: 76
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Der ganz normale Wahnsinn
Der Wahnsinn geht weiter
Der absolute Wahnsinn
Der Wahnsinn hat ein Ende
Tontaubenschießen
Waschtag
Ein Latsch kommt selten allein
(
B)Engelchen
Das Nachtgespenst
Des Kaffees hoher Fettgehalt
Die Sache mit dem Schlüssel
Kindermund tut Wahrheit kund
Wozu auf den Putz hauen?
Erschrecken garantiert
Affentheater
Warum so böse?
Vogelfänger
Von kleinen Tier- und Menschenkindern und allem, was sonst noch fleucht und kreucht
Der Anschiss lauert überall
(
Vita)
Kennen Sie den ganz normalen Wahnsinn eines freien Tages? Nein?? Na dann kommen Sie mal mit.
Montagmorgen, fünf Minuten vor dem Weckerklingeln, kam mein Hund wie üblich, vier Uhr fünfundzwanzig an mein Bett. Das tägliche Ritual, mit leisem Winseln und Wange beschnüffeln, nahm seinen Lauf. Ein paar Minuten später Gassi-Runde mit dem Vierbeiner. Trotz freiem Tag hatte ich nun mal versprochen, meinen Mann in die Firma zu fahren. Kein Problem, ich bin ja Frühaufsteher.
Bis zum Frühstück alles wie immer – gut. Kaum hatte ich das Haus verlassen, ging der Ärger los. Zwei Stufen an der Treppe zum Parkplatz waren locker und zudem dezent überfroren. Am Auto waren die Scheiben vereist und die Handschuhe lagen irgendwo in der Wohnung. Mist! Also tapfer kratzen und Zähne zusammen beißen.
Zähne zusammen beißen? Schön wär´s – schon am Freitagabend hatten mich Zahnschmerzen eiskalt erwischt. Egal – irgendwann hatte ich freie Sicht und wir konnten losfahren. Bis zur Arbeitsstelle meines Mannes ging es auch ganz gut, aber dann… Sieben Uhr sollte das Fahrzeug in der Werkstatt sein. Bei DEM Eis auf der Straße ein kleines Kunststück.
Dass es noch eine Steigerung gab, stellte ich dann auf dem Parkplatz der Werkstatt fest. Also raus aus dem Auto und rein an die Anmeldung.
„Was? Sie haben einen Termin? Steht aber nicht im Buch?“
Mir fror das Lächeln ein. Ich hatte schließlich wenige Tage vorher noch einen Anruf vom Autohaus bekommen, wo ich an meinen Termin erinnert worden war.
„Zum TÜV wollen Sie? Na, lassen Sie das Auto mal da.“
Uff. Warum nicht gleich so. Der Meister nahm die Daten des Autos auf und fragte nach Wünschen zur Durchsicht. Aber ja, na klar hatte ich die. Es waren ja extra zwei Gasdruckfedern für die Kofferraumklappe für diesen Tag bestellt worden. Und der Warnblinkschalter hatte sich neulich auch für immer verabschiedet.
O.k. also kurz Auto anschauen, Schlüsselübergabe und nix wie weg, in Richtung Zahnarzt.
Genau fünf Minuten nach Sprechstundenbeginn kam ich an der Haustür an. Eine andere Patientin rüttelte gerade an ihr – zu. Zu? Wieso denn das nun wieder? Oben brannte Licht und das Schild sagte: Sprechstunde ab sieben Uhr dreißig. Also noch mal an der Tür rütteln – zu, tatsächlich zu. Ich klingelte. Die Sprechstundenschwester fragte nach meinem Begehr.
„Ich würde gerne in die Sprechstunde kommen…“
„Na dann tun Sie es doch. Die Tür klemmt nur ein bisschen.“
Ein bisschen??? Na meinetwegen. Mit vollem Krafteinsatz mit der Tür ins Haus. Es funktionierte. Nun konnte ich endlich zur Behandlung gehen, aber auch wieder nicht. Eine langwierige Operation war gerade im Gange und so musste ich, trotz der lästigen Schmerzen wieder gehen.
Na dann, bis vierzehn Uhr dreißig. Ich hatte ja keine andere Wahl. Mit hängenden Ohren trabte ich nach Hause und ließ mich von meinem Hund trösten.
Da klingelte das Telefon. Man hatte soeben mein Auto durchgecheckt und defekte Querlenker und ein Ölleck festgestellt.
„Und der Preis? Oh Gott!! Hilft ja alles nichts, machen sie es, sonst komme ich doch nicht durch den TÜV.“
Fünfhundert Euro – kein Kommentar. Zeit zum darüber Nachdenken hatte ich auch nicht, der ganze Tag war mit Terminen gespickt. Also raffte ich die Manuskriptblätter, die schon lange für den Verlag binden lassen wollte und eilte aus dem Haus. Schnell die Treppe rauf zum Computerladen gleich um die Ecke.
„Äh – können Sie es da lassen? Ich hab jetzt keine Zeit. Holen Sie es Mittag wieder ab.“
Na gut, passte halbwegs in den Kram. Raus aus dem Geschäft und ab zum Bus, den ich gerade noch von Ferne wegfahren sah. Sch…!
Nach einer Viertelstunde kam endlich der nächste Bus. Rein in die Stadt, raus aus dem Bus und geradenwegs in den T-Punkt. Nichts, wie wieder raus, der Laden war voll. Keine Zeit – Termine! Nächste Station Fotograf.
„So, Sie brauchen also Ihr Foto inklusive CD? Kostet bei uns fünfzig Euro.“
Ich war schneller zur Tür wieder raus als ich drin war! Au weia. Also ab zur nächsten Anlaufstelle.
„Nein, die Kollegin ist heute nicht da. Rufen Sie doch noch mal wegen einem Termin an.“
Also ab durch die Mitte und noch mal zum T-Punkt. Diesmal war das Geschäft leer, das hatte mir am Ende aber doch nichts genutzt. Die gesuchte Software gab es nur in Verbindung mit einem neuen Handy.
Ein kurzer Blick auf die Uhr und flink in den nächsten Bus zur Heimfahrt. Schließlich wartete das Manuskript auf seine Abholung. Dachte ich jedenfalls. Im Geschäft brannte Licht aber die Tür war zugeschlossen. Wie ein begossener Pudel zog ich ab. Und noch eine halbe Stunde bis zum Zahnarzttermin!
Heim rennen, Zähne noch mal putzen und ab zum Doc. Und weil ich es schon zweimal da war, durfte ich auch zwei Tage später noch mal wiederkommen. Es war kein Loch, sondern eine hässliche Entzündung. Fünfzehn Uhr fünfzehn beim Arzt wieder raus, den ganzen Weg zurück zum Computerladen, das Manuskript greifen, Kehrtwendung, ab in die Gegenrichtung, weil der Bus in der Nähe der Zahnarztpraxis abfährt und ich sechzehn Uhr das Auto abholen sollte.
Fast pünktlich ins Autohaus rein und die Rechnung bezahlt. Na wenigstens hat einmal was am heutigen Tag geklappt.
Dachte ich.
Als ich dann im Auto saß und vom Hof fahren wollte, dachte ich es nicht mehr. Mich hatte der Teufel geritten und ich wollte meinen schönen neuen Warnblinkschalter testen. Es blieb beim Wollen. Hm. Wie jetzt? Ich machte Licht und schaute genauer hin. Zwei Minuten später stand ich wieder an der Annahme und reklamierte den Schalter.
„Schalter? Der stand gar nicht auf dem Auftrag. Den haben wir nicht gewechselt.“
Mein Unterkiefer war inzwischen fast an den Schuhspitzen angekommen. Eine Stunde und eine Rechnung später, konnte ich mein Auto mit neuem Schalter mit nach Hause nehmen.
Ich freute mich riesig auf einen geruhsamen Abend. Ja aber nicht gleich, schien sich da jemand gedacht zu haben. Ich schloss die Tür auf und stand in einer Hundepfütze. Den armen Kerl hatte ich in der ganzen Aufregung fast vergessen und ausgerechnet heute kam auch noch mein Mann später heim.
Wie gesagt, es war ein ganz normaler freier Tag, dieser 10.12.2007.
Haben Sie schon mal den Spruch gehört: „Wenn es dem Bettelmann schlecht geht, dann verliert er das Brot aus dem Sack?“ Nun – manchmal hat der Bettelmann bald keinen Sack mehr, aus dem er etwas verlieren könnte.
Wie immer flog ich etwa sechs Uhr dreißig beim Wachschutz ein, um den Schlüssel zu holen und wie immer stellte ich das Auto gleich neben dem Pförtnerhäuschen ab. Kurzer Schwatz mit dem Diensthabenden und dann ab ins Auto, um auf den Parkplatz zu fahren. Also Zündschlüssel rein und ab dafür.
Denkste! Zündschlüssel rein ging ja noch, ab mit „ab dafür“ war nicht viel. Der Schlüssel saß wie Ochse im Zündschloss und ließ sich nicht einen Millimeter drehen. Hm! Wie jetzt? Lenkradschloss eingerastet? Nicht wirklich – es ging buchstäblich nichts mehr. Sch…!
Also raus aus der Möhre, hin zum Wachschutz und um eine Telefonverbindung zur nächsten Werkstatt bitten. Na gut, der Meister versprach mir, für sieben Uhr einen Mechaniker zum Auto zu schicken. Also flugs den Firmenschlüssel greifen und aufschließen, den Kollegen Bescheid geben und schnell wieder zum Auto zurück laufen – zweimal quer durchs Gewerbegebiet.
Kurz darauf erschien auch schon der rettende Engel. Dachte ich. Es gab nicht viel zu retten, das Auto musste Huckepack in die Werkstatt. Schöner Mist! Zündschloss komplett hinüber. Als nach vier Tagen das Auto noch immer nicht fertig war, wurde ich unruhig.
Der Ärger kam knüppeldick. Auch die Platine, die die Lenkradsperre und den ganzen Kram steuert, hatte sich verabschiedet. Nach genau einer Woche und einer fetten Rechnung konnte ich den Straßenhobel wieder in Empfang nehmen. Endlich wieder fahren! Schließlich hat man die zwei Beine zum Bremsen und Gasgeben und nicht zum Laufen, besonders wenn sie so kurz sind wie meine.
Außerdem war es gerade wieder empfindlich kalt geworden und ohne Auto ist man ja beinahe überall im Nachteil. Besonders wenn es um Transportfragen geht. Also packte mein Mann am Sonntag das ganze Altpapier ins Auto, damit ich gleich am Montag zur Annahmestelle fahren konnte.
Gekonnt hätte – wenn ich gekonnt hätte. Schon am Montagmorgen, als wir den Arbeitsweg antreten wollten, wollte das Auto nicht mehr. Batterie tot – ohne Vorwarnung. Also zum Bus rennen und gerade noch pünktlich zur Arbeit kommen.
Ich. Mein Mann hat ein paar Kilometer weiter von der Endhaltestelle aus zu laufen. Nach der Arbeit Batterie kaufen und zwei Kilometer nach Hause schleppen. Motorhaube auf und Halterungen lösen.
