XXL-Leseprobe zu Provenzalische Schuld - mit Rezepten aus dem Kochbuch Provenzalischer Genuss - Sophie Bonnet - kostenlos E-Book

XXL-Leseprobe zu Provenzalische Schuld - mit Rezepten aus dem Kochbuch Provenzalischer Genuss E-Book

Sophie Bonnet

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Beschreibung

Die große 2-in-1-Leseprobe mit Rezepten!

Pierre Durand ist nicht nur der charmanteste Chef de police der Provence, er genießt auch die provenzalische Küche ungemein.

In dieser Leseprobe erhalten Sie einen Auszug aus „Provenzalische Schuld“, dem fünften Fall für Pierre Durand, sowie fünf ausgewählte Rezepte aus „Provenzalischer Genuss – die Lieblingsrezepte des Pierre Durand“.

Provenzalische Schuld:

Es ist November in Südfrankreich. Die Olivenernte hat begonnen, die Tage sind noch angenehm warm. Da erschüttern zwei mysteriöse Morde die Hochprovence. Weit entfernt von Sainte-Valérie, wo sich Pierre Durand auf den gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin Charlotte freut. Doch als Nanette Rozier, die Frau des Bürgermeisters, spurlos verschwindet, ist an Erholung nicht mehr zu denken. Bald wird Arnaud Rozier verdächtigt und bittet seinen Chef de police um Hilfe. Pierre Durand folgt der Spur der Vermissten in die provenzalischen Berge bei Sisteron und begibt sich damit selbst in höchste Lebensgefahr ...

Provenzalischer Genuss:

Wo liegt denn eigentlich Sainte-Valérie? Diese Frage erhält Sophie Bonnet, Bestsellerautorin vieler Provence-Krimis, ebenso häufig wie die Bitte, endlich einmal ein Kochbuch zu schreiben, denn die kulinarische Welt Südfrankreichs ist auch immer fester Bestandteil ihrer Bücher. Hier kommt nun die passende kulinarische Reise durch die vielfältigen Landschaften der Provence: Jedes Kapitel korrespondiert mit einem Schauplatz der fünf Krimibände um Ermittler Pierre Durand und wird mit atmosphärischen Bildern und kleinen Anekdoten über die Region und deren kulinarischen Besonderheiten zum Hochgenuss. Mit einer Beschreibung der Spezialitäten, Informationen über landestypische Produkte und einer Auswahl an 75 köstlichen Rezepten, die einfach nachzukochen sind und für einen gelungenen Abend sorgen. Das Buch ist eine Einladung zum Entspannen, Genießen, Ausprobieren oder einfach nur zum Schmökern.

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Seitenzahl: 101

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Buch

Es ist November in Südfrankreich. Die Olivenernte hat begonnen, die Tage sind noch angenehm warm. Da erschüttern zwei mysteriöse Morde die Hochprovence. Weit entfernt von Sainte-Valérie, wo sich Pierre Durand auf den gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin Charlotte freut. Doch als Nanette Rozier, die Frau des Bürgermeisters, spurlos verschwindet, ist an Erholung nicht mehr zu denken. Bald wird Arnaud Rozier verdächtigt und bittet seinen Chef de police um Hilfe. Pierre Durand folgt der Spur der Vermissten in die provenzalischen Berge bei Sisteron und begibt sich damit selbst in höchste Lebensgefahr …

Autorin

Sophie Bonnet ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Mit ihrem Frankreich-Krimi Provenzalische Verwicklungen begann sie eine Reihe, in die sie sowohl ihre Liebe zur Provence als auch ihre Leidenschaft für die französische Küche einbezieht. Mit Erfolg: Der Roman begeisterte Leser wie Presse auf Anhieb und stand monatelang auf der Bestsellerliste, ebenso wie die darauffolgenden Romane Provenzalische Geheimnisse,Provenzalische Intrige und Provenzalisches Feuer. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.Besuchen Sie uns auch auf www.facebook.com/blanvalet und www.twitter.com/BlanvaletVerlag

Sophie Bonnet

Provenzalische Schuld

Ein Fall für Pierre Durand

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Copyright © 2018 by Blanvalet und Südwest Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Redaktion: Angela Troni

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de

Umschlagmotiv: nik wheeler/Corbis Documentary/Getty Images

AF · Herstellung: sam

Satz: Mediengestaltung Vornehm GmbH, MünchenISBN 978-3-641-23673-1V003www.blanvalet.dewww.suedwest-verlag.de

Prolog

Vorsichtig tastete sie nach dem Blumenkranz auf ihrem Haar, darauf bedacht, ihn nicht zu zerstören. Wenn die Blüten schon ein wenig getrocknet waren, konnte es leicht passieren, dass sie auseinanderfielen. Und das wollte sie nicht. Die Blumen waren ihr Halt, Symbol jener Geborgenheit, die sie noch vor weniger als einer halben Stunde verspürt hatte. Und aus der sie so unvermittelt gerissen worden war.

Sicher war das alles ein Irrtum, redete sie sich ein, eine Verwechslung. Später würde sie das Erlebte nur noch als furchtbaren Schrecken im Gedächtnis behalten, der im Laufe der Zeit zu einer blassen Erinnerung verschwamm.

Zaghaft strich sie über die verdorrenden Blüten, dachte daran, wie glücklich sie gewesen war, als sie sie pflückte.

Es war am Morgen ihrer Ankunft gewesen. In dem Moment, als sie die Tür aufstieß und den Koffer und die Tasche mit den Einkäufen in den Flur stellte, waren alle Sorgen, die Beklemmung, der Druck, von ihr abgefallen. Sie hatte sich umgedreht und war auf die Wiese vor der Hütte gelaufen. Hatte die klare Bergluft eingeatmet, den Duft nach frischem Heu.

Es war einer jener Herbsttage gewesen, an denen die Morgensonne die Feuchtigkeit aus der Erde trieb und den Boden mit dünnen, silbrig schimmernden Schwaden bedeckte. Elfentage, an denen man, wie ihre Nichte behauptete, die Waldwesen im Nebel tanzen sehen konnte, wenn man sich ganz still verhielt.

Tage, an denen es auch sie ins Freie lockte, in die Natur. Dann fühlte sie sich wieder jung, lief leicht und behände über das feuchte Gras, zog die Schuhe aus, um das Prickeln unter den Fußsohlen zu spüren.

Wie sie es liebte! So sehr wie das Leben.

Hier werde ich wieder zu mir kommen, hatte sie gedacht, und dann entscheiden, wie es weitergehen sollte. Am Ende der Woche würde sie wissen, welche Richtung ihr Leben nehmen würde. Und wie sehr sie ihren Mann für seine Untreue würde bluten lassen.

Sie seufzte tief.

Mit jedem Tag hatte sie an Stärke und Zuversicht gewonnen. Sie war durch herbstlich verfärbte Wälder gegangen und über Höhen gewandert, bis ihre Beine schmerzten. Hatte sich vor der Kapelle der ehemaligen Abtei Notre-Dame de Lure unter die gewaltigen Buchen gestellt und sich von der be­­sonderen Kraft des Ortes berühren lassen. Am Nachmittag des dritten Tages war sie zu einem Bauernhof gefahren und hatte Brot gekauft, eine Flasche Milch und Ziegenkäse. Es war der einzige Kontakt mit anderen Menschen gewesen, bis heute.

Ein schrilles Rufen hatte sie geweckt. Als sie die Augen aufschlug, war das Zimmer in das Graublau des Morgens getaucht. Zuerst dachte sie, es sei der Schrei eines Adlers gewesen, aber als er sich wiederholte, erkannte sie, dass es ein mensch­licher Laut war. Es klang wie ein Kind, das sich verirrt hatte und das nun vor dem Fenster stand und um Hilfe bat. Sie stand auf, schob die Vorhänge zurück, spähte hinaus. Gerade stahl sich die Sonne über die Bergkämme und tauchte die Wiese vor der Hütte in orangefarbenes Licht.

Überwältigt von der Schönheit des Anblicks, öffnete sie das Fenster und sog die Morgenluft ein. Sah hinüber zur Wiese, in deren Mitte die rosafarbenen Köpfe der Wildblumen leuchteten.

Das Geräusch war verschwunden. Aber was auch immer es gewesen war, es zog sie nach draußen. Da sie schon einmal wach war, wollte sie diesen neuen Morgen genießen. Rasch zog sie ein paar Sachen über und kämmte sich das Haar. In plötz­lichem Überschwang setzte sie den Blütenkranz auf und lief hinaus.

Hätte ich nur auf die Warnung gehört!

»Die Gegend ist gefährlich geworden für eine Frau«, hatte der Bauer gesagt, während er den Käse in ein Stück Papier schlug. »Sie sollten nie alleine losgehen.«

»Was soll schon passieren?«, hatte sie erwidert und gelacht. »Der Mord war ein Einzelfall. Wer sollte schon ein Interesse an mir haben, ausgerechnet an mir?«

Sie hatte sich geirrt.

Könnte ich doch nur die Zeit zurückdrehen!

Aufseufzend ließ sie die Hand sinken. In der Bewegung riss sie einige Blütenblätter mit, sie rieselten herab, verloren sich im Halbdunkel. Könnte sie doch nur die Zeit zurückdrehen, bis zum Morgen.

Aber wie hätte sie auch vorhersehen sollen, dass ein Mann mit angelegtem Gewehr auf sie wartete, kaum dass sie ins Freie getreten war. Die Entschlossenheit in seinem Blick ließ keinen Zweifel daran, warum er sie herausgelockt hatte.

Sie war zurückgehastet, war den Schüssen ausgewichen und ins Haus gestürzt. Hatte die Tür verriegelt, um nun in der kleinen, fensterlosen Speisekammer auszuharren.

Plötzlich meinte sie, ein Geräusch zu hören. Ein Kratzen, dann das Splittern von Holz, auf das ein lautes Krachen folgte. War er ins Haus eingedrungen? Mit klopfendem Herzen drängte sie sich gegen die Regale in ihrem Rücken, versuchte, die aufsteigende Panik herunterzuwürgen. Jetzt waren Schritte zu hören, das Knacken der Dielen.

Er darf mich nicht finden!

Immer tiefer kroch sie zwischen die Vorräte, riss Konserven um und Flaschen, die mit lautem Klirren zu Bruch gingen. Eine klebrige Flüssigkeit breitete sich unter ihr aus, dann wurde die Tür aufgerissen. Gleißende Helligkeit durchdrang den Raum. Sie kniff die Augen zusammen und hielt die Hände schützend vors Gesicht, als sich der Körper des Mannes in den Türrahmen schob, bis das Licht ihn umgab wie ein zuckender Kranz.

»Was wollen Sie von mir? Warum tun Sie das?«

Er schwieg, sein Atem ging schwer. Langsam kam er auf sie zu. Mit zusammengekniffenen Augen und erhobenem Gewehr.

»Ich bitte Sie, lassen Sie mich leben …« Ihre Stimme klang schrill, hallte in ihren Ohren nach. »Mein Mann wird Ihnen alles geben, was Sie wollen«, keuchte sie. »Wie viel Geld brauchen Sie? Es ist egal, wie viel. Er kann es auftreiben.«

Der Fremde schwieg.

»Brauchen Sie Hilfe? Mein Mann ist ein einflussreicher …« Sie brach ab. Ein entsetz­licher Gedanke stieg in ihr auf. Sie schrie, als sie ihn ausspie. »Hat er Sie geschickt?«

Der Knall war ohrenbetäubend. Und noch bevor sie den Druck in ihrem Körper spürte, im Kiefer und in den Wangenknochen, dachte sie daran, dass ihr Fehler womöglich nicht darin gelegen hatte hinauszugehen, sondern darin, ihn zu heiraten.

1

»Noch etwas compote?«

Pierre nickte, ohne die Augen zu öffnen. Obwohl in seinem Magen kaum noch Platz für eine einzige dieser lauwarmen, süß zerschmelzenden Früchte war, vermochte er die verlockende Offerte nicht abzulehnen. Beim besten Willen nicht. Wenn Charlotte ihn zu sich einlud, um eines ihrer mehrgängigen Menüs zu zaubern, dann konnte er nicht anders, als seinen Bauch bis zum Äußersten zu strapazieren.

Ja, natürlich, es war unfein. Disziplin und eine gewisse Selbstbeherrschung waren grundlegende Dinge, zu denen man in der Lage sein sollte, wenn man die fließende Grenze zwischen Genießer und Gierschlund nicht überschreiten wollte. Jedes Mal nahm er sich vor innezuhalten, wenn sein Magen ihm das Gefühl von Sättigung vermittelte. Abzulehnen, wenn Charlotte ihm einen Nachschlag anbot. Nur um jedes Mal aufs Neue zu scheitern.

»Gerne!«

Er hätte sich in die Schüssel legen können, in der sie das Kompott aufbewahrte und aus der sie, wie er deutlich hören konnte, nun mit einem Löffel die letzten Reste herauskratzte.

Selig lächelnd fuhr er sich mit der Zunge über die Lippen, während er den Duft mit bebenden Nasenflügeln einsog.

Endlich hörte er, wie sie die Dessertschale abstellte, öffnete die Augen und betrachtete die gekochten Pflaumen und Pfirsiche, die sich wie eine Haube über die sahnige Joghurtcreme legten. Tauchte den Löffel in das Dessert, wobei er darauf achtete, sämt­liche Zutaten zu erwischen, und schob ihn in den Mund. Genoss die zitronige Note der warmen, weichen Früchte, die in Verbindung mit der Creme und dem Sirup einfach göttlich war.

»Dir scheint es ja richtig zu schmecken!«

Pierre sah auf. Charlotte hatte sich wieder gesetzt und lächelte so breit, dass er sich unwillkürlich fragte, wie lange sie ihn wohl schon beobachtete.

»Und wie!«, entfuhr es ihm. »Du solltest ein Kochbuch schreiben.«

Doch als er das Strahlen sah, das ihr Gesicht schlagartig er­­hellte, ärgerte er sich über die unbedachte Äußerung. Charlotte war eine begeisterungsfähige Person. Was sie viel zu rasch in immer neue Projekte trieb, sodass er inzwischen aufpassen musste, was er sagte. Eine inspirierende Bemerkung, eine funkende Idee – und schon brannte sie lichterloh vor lauter Tatendrang.

So war es bei seinem renovierten Bauernhaus gewesen, das Charlotte mit ungebremster Leidenschaft sehr behaglich, aber gleichzeitig modern eingerichtet hatte. Der Stil hätte jeden Innenarchitekten in Verzückung versetzt. So war es auch bei ihrer Épicerie, die sie nur wenige Wochen nach der Kündigung als Chefköchin eines Luxushotels in einer ehemaligen Weinhandlung eröffnet hatte. Und in der sie neben selbst gemachter Konfitüre und einer Auswahl an regionalen Wurst- und Käsesorten auch urprovenzalische Gerichte à emporter anbot. Täglich frisch, nur mit Unterstützung einer Küchenhilfe.

»Ein Kochbuch? Eine großartige Idee!«, sagte sie mit einer Stimme, die ihn fürchten ließ, dass es für sie kein neuer Gedanke war.

»Nein!«, entgegnete er vehement. »Du hast auch so schon genug zu tun.«

»Findest du?«

»Ja. Wir sehen uns kaum noch. Und wenn, dann stehst du meist in der Küche.«

»Bislang hat es dich nicht gestört.«

Sie verzog den Mund, und Pierre erkannte an der Art, wie sie die Arme verschränkte, dass er sich auf heikles Terrain begab. Aber er hatte nicht vor, eine Diskussion zu beginnen. Nicht an einem so schönen Abend wie diesem.

»Ich liebe dein Essen, ma douce«, sagte er in sanftem Tonfall. »Aber du arbeitest viel zu viel. Ich mache mir langsam Sorgen, dass dein Leben nur noch aus der Épicerie besteht.«

»Und wenn schon. Was ist verkehrt daran, dass mir meine Arbeit Spaß macht?«

»Nichts. Aber es gibt auch noch anderes im Leben.«

»Das da wäre?« Sie beugte sich vor. Erwartungsvoll.

Pierre zögerte. Ihr Blick verriet, welche Antwort sie von ihm erhoffte. Dass es nur einen Punkt gab, der wichtiger war als ihre Berufe: ihre Liebe, die es endlich zu vertiefen galt.

Pierre griff nach der Serviette und tupfte sich über die Stirn, auf der sich Schweißtropfen gebildet hatten. »Ähm … ich habe damit eigentlich gemeint, dass du auch mal an dich denken sollst. Ein wenig mehr Freizeit würde dir guttun.«

»Freizeit?« Charlotte richtete sich wieder auf, die Brauen erhoben. »Und wie soll diese Freizeit deiner Meinung nach aussehen? Soll ich vielleicht mit dir auf dem Bouleplatz abhängen oder in der Bar du Sud?«

»Nein.« Pierre lachte. Es sollte entwaffnend klingen, doch es war eher ein Husten. »Ich dachte an etwas Entspannendes. Lesen oder Shoppen gehen, was Frauen eben gerne so machen. Du musst dich auch mal erholen.«