A Pretty Mess - Mia Kingsley - E-Book + Hörbuch

A Pretty Mess E-Book und Hörbuch

Mia Kingsley

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Beschreibung

Entführt. Verkauft. Verloren? Während ich nach einer Möglichkeit suche, aus diesem verdammten Käfig zu flüchten, sehe ich den Ausdruck in seinen Augen genau. Ausgerechnet dieser Kerl will mir helfen? Nachdem er mich bei einer illegalen Auktion ersteigert hat und keinen Hehl daraus macht, dass er mich in seinem Bett will? Ich kann ihm unmöglich vertrauen. Schon gar nicht, wenn ich keine Chance habe, mich gegen seine dunkle Begierde zu wehren. Doch einen Gedanken kann ich einfach nicht abschütteln … Will ich mich überhaupt wehren? Dark Romance. Düstere Themen. Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache. In sich abgeschlossen.

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Seitenzahl: 257

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Zeit:5 Std. 29 min

Sprecher:Stefanie Masnik
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A PRETTY MESS

MIA KINGSLEY

DARK ROMANCE

Copyright: Mia Kingsley, 2016, Deutschland.

Coverfoto: © marinavorona – stock.adobe.com

Korrektorat: http://www.swkorrekturen.eu

Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nachdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin gestattet.

Sämtliche Personen in diesem Text sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig.

Black Umbrella Publishing

www.blackumbrellapublishing.com

INHALT

A Pretty Mess

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

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Über Mia Kingsley

A PRETTY MESS

Entführt. Verkauft. Verloren?

Während ich nach einer Möglichkeit suche, aus diesem verdammten Käfig zu flüchten, sehe ich den Ausdruck in seinen Augen genau. Ausgerechnet dieser Kerl will mir helfen? Nachdem er mich bei einer illegalen Auktion ersteigert hat und keinen Hehl daraus macht, dass er mich in seinem Bett will? Ich kann ihm unmöglich vertrauen. Schon gar nicht, wenn ich keine Chance habe, mich gegen seine dunkle Begierde zu wehren. Doch einen Gedanken kann ich einfach nicht abschütteln …

Will ich mich überhaupt wehren?

Dark Romance. Düstere Themen. Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache. In sich abgeschlossen.

KAPITEL1

RAINE

Ich umfasste den Träger meines Rucksacks fester und ärgerte mich zum wiederholten Male darüber, dass mein Fahrrad vor der Bibliothek gestohlen worden war. Zwar war das Ganze schon letzte Woche passiert, aber jeden Abend, wenn ich nach dem Lernen nach Hause lief, ärgerte ich mich aufs Neue darüber. Momentan fehlte mir das Geld für ein neues Rad.

Überhaupt fehlte mir das Geld an allen Ecken und Enden, da meine Tante nur das absolut Nötigste überwies und ich sie nicht um mehr bitten wollte. Sie bezahlte mein Zimmer, für alles andere war ich zuständig. Mein knurrender Magen erinnerte mich daran, dass es gleich wieder Nudeln mit Ketchup geben würde, denn mehr war nicht drin, seit ich meinen zweiten Job im Coffeeshop verloren hatte, weil die Stelle gestrichen worden war. In zwei Wochen konnte ich in der Unibibliothek anfangen und dort aushelfen. Bis dahin mussten Nudeln reichen.

Heute war ich besonders spät dran und betrachtete kritisch die gelben, kreisrunden Flecken der Straßenlaternen vor mir. Eigentlich hätte ich mit den Mädchen aus meinem Wohnheim gehen sollen, aber da Freitag war und sie sich für irgendeine überflüssige Party hatten fertig machen wollen, war ich länger geblieben und hatte prompt die Zeit vergessen.

Abgesehen davon, dass ich wirklich keine Lust auf diese Art von Partys hatte, hätte mein Geld nicht einmal für das Taxi gereicht, von dem zusätzlichen Schnickschnack wie Sekt vorher und dem obligatorischen Besuch im Fast-Food-Restaurant später ganz zu schweigen.

Außerdem hatte ich nichts zum Anziehen, warme Schuhe und eine dicke Jacke waren mir wichtiger gewesen, als ich das letzte Mal etwas zum Ausgeben übrig gehabt hatte.

In meinem Kopf schimpfte ich mit mir, weil ich nun allein im Dunkeln nach Hause gehen musste. Es war nicht einmal so, dass ich sonderlich viel Angst hatte, es war eher nervig, aufpassen zu müssen, auf dem alten Bürgersteig nicht zwischen den Bodenplatten hängen zu bleiben und mir bei einem Sturz alle Knochen zu brechen. Im Hellen konnte man wenigstens noch erkennen, wo man hinlief. Die Straßenbeleuchtung auf dem Campus war ein Witz.

Obwohl es bitterkalt war, liefen kleine Schweißtropfen meine Wirbelsäule hinunter, weil ich für meinen strammen Marsch viel zu viele Schichten anhatte. Denn nicht nur draußen war es winterlich, auch in der Universitätsbibliothek war es zugiger, als für die teilweise sehr alten Bücher gut sein konnte.

Ich freute mich schon auf die heiße Dusche gleich im Wohnheim, die einzige Form von Luxus, die mir im Moment möglich war. Die Zeiten würden sich schon bessern, daran glaubte ich fest, sonst hätte ich längst aufgegeben.

Automatisch straffte ich die Schultern, als ich hörte, wie ein Wagen sich näherte und auf meiner Höhe langsamer wurde. Ich umfasste den Rucksack fester, bereit, ihn im Zweifelsfall zu schwingen. Mit den Jura-Lehrbüchern wog er gut und gern 10 Kilogramm und sollte eine passable Waffe abgeben. Geistergeschichten und urbane Legenden von Entführungen und Serienmördern schossen durch meinen Kopf.

Hoffentlich wurden die Bücher nicht beschädigt, falls ich sie zur Verteidigung benutzen musste. Die Strafzahlung dafür würde mich nämlich ins Grab bringen.

»Entschuldigung?«

Skeptisch drehte ich mich um und betrachtete das rundliche Gesicht der Frau, die mich angesprochen hatte. Ihre mausbraunen Haare wurden von einem rosafarbenen Haarreifen zurückgehalten und sie hatte den Kopf aus dem Beifahrerfenster des schwarzen Vans gesteckt. Ihr Kinn wurde von einem hässlichen, selbst gestrickten Schal verdeckt. Sie wirkte in etwa so gefährlich wie Bambi.

»Wir haben uns verfahren, wie kommen wir wohl zum Freeway?«

Sie sprach so leise und sanft, dass ich sie kaum verstehen konnte. Bei der harmlosen Frage entspannte ich mich etwas, zumal es ihr unangenehm zu sein schien, eine Fremde ansprechen zu müssen.

Ich deutete mit der Hand nach vorne und trat näher zu ihr. Sie wich mit großen Augen vom Fenster zurück, als hätte sie Angst, dass ich reinfassen und sie attackieren könnte. Ganz offensichtlich hatte sie mehr Angst vor mir als ich vor ihr.

»Vorne an der Kreuzung müssen Sie rechts und danach links. Ich glaube, ab da ist es bereits ausgeschildert«, erklärte ich und betete, dass ich nicht wieder rechts und links verwechselt hatte, denn das passierte mir sehr oft.

»Ach, so nah sind wir schon dran? Wie peinlich. Bitte entschuldige die Störung.« Sie zwinkerte mir zu, und ich wollte höflich lächeln, als ein merkwürdiges Gefühl mich erschauern ließ. Sie hatte von einem »Wir« gesprochen, doch als ich an ihr vorbeisah, bemerkte ich, dass der Fahrersitz leer war. Mein Magen verkrampfte sich.

Im letzten Moment spürte ich, wie jemand sich mir von hinten näherte, und zuckte zusammen. Ich wollte mich umdrehen, als ein Arm sich um meinen Hals legte und mir die Luft abschnürte.

Ein stechender Schmerz durchzuckte meinen Oberschenkel, und ich sah fassungslos nach unten auf die Spritze, deren Kolben sich langsam senkte und eine klare Flüssigkeit in meine Blutbahn trieb. Ich wollte mich aufbäumen, den Angreifer abschütteln und schreien.

Wie in Zeitlupe erfüllte ein wattiges Gefühl meinen Kopf. Rein theoretisch war ich sicher, dass mein Mund sich öffnete und ich zumindest versuchte, zu schreien. Aber ich hörte nichts, nicht einen Ton.

Mir wurde klar, dass es zu spät war. Das war die letzte schockierende und ernüchternde Erkenntnis, bevor es schwarz um mich herum wurde.

* * *

Als ich wieder erwachte, war mir kalt. Schrecklich kalt. So kalt, dass meine Zähne aufeinanderschlugen und ich zitterte. Dadurch bemerkte ich sofort, dass ich gefesselt war. Ich lag auf einer Art Tisch und blinzelte in ein viel zu helles Licht, das direkt über meinem Gesicht schwebte.

Probehalber bewegte ich meine Gliedmaßen hintereinander, doch sie waren alle fixiert worden. Mit gespreizten Beinen, den Armen über dem Kopf und einem Gurt über der Stirn lag ich nackt und hilflos … in irgendeinem Raum.

Ich wusste nicht, wo ich war, und die Aussichtslosigkeit der Lage ließ mich schluchzen. Obwohl ich leise wimmerte, war meine Kehle wie zugeschnürt und mein Herz hämmerte von innen gegen die Rippen.

Immer wieder versuchte ich, mich gegen die Fesseln aufzubäumen, in der Hoffnung, dass sie nachgaben und ich mich befreien konnte. Damit verschwendete ich nur wertvolle Kraft. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass ich mich gar nicht so bewegen konnte, wie ich es wollte. Die Befehle schienen viel später als üblich in meinen Körperteilen anzukommen. Ich wusste nicht, womit ich unter Drogen gesetzt worden und wie lange es her war.

Mir wurde schwindelig, und die Tatsache, dass ich kurz vor einer Panikattacke stand, sickerte in mein Bewusstsein. Wie viel Gutes konnte schon dabei herauskommen, wenn man betäubt und entführt wurde, um nackt in einem dunklen Raum aufzuwachen?

Das würde sicher nicht die beste Überraschungsparty meines Lebens werden, zumal mein Geburtstag erst in ein paar Monaten war.

Mein Atem ging pfeifend, egal, wie sehr ich versuchte, mich zu beruhigen. Bei jedem Luftholen wurden meine Rippen von den Fesseln eingeschnürt, was es mir nicht leichter machte, mich wieder unter Kontrolle zu bringen und nicht auszuflippen.

Alles wird gut. Alles wird gut. Alles muss gut werden.

Doch meine Angst war nichts im Vergleich zu dem Gefühl, das ich verspürte, als die Tür geöffnet wurde. Schritte kamen näher und zwei Personen beugten sich über mich. Da sie sich genau vor dem hellen Licht befanden, konnte ich sie nicht sehen, sondern nur zwei dunkle Umrisse.

»Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir?« Ich war mir so sicher, mit lauter Stimme gesprochen zu haben, in meinen Ohren klang es nach einem kaum verständlichen Flüstern. Ich krächzte mehr, als dass ich sprach.

Sie ignorierten mich und begannen sich zu unterhalten.

»Wir haben hier eine Besonderheit. Eine Jungfrau«, sagte der rechte Schatten.

Das Blut schoss in meine Wangen und ich presste die Lippen aufeinander. Offenbar war ich während meiner Bewusstlosigkeit untersucht worden.

»Jungfrauen bringen viel Geld.«

Die zweite Stimme, wie die erste ebenfalls männlich, klang vollkommen unbeteiligt und emotionslos und sorgte für einen Schauer auf meinem Rücken, der nichts mit der erbärmlichen Raumtemperatur zu tun hatte.

»Lassen Sie mich gehen. Man wird nach mir suchen«, wisperte ich atemlos. Selbst die wenigen Worte strengten mich unglaublich an. »Sie machen einen großen Fehler.«

Der Lichtschein über meinem Kopf veränderte den Winkel und ich konnte zum ersten Mal etwas sehen.

Der Mann über mir grinste. Hätte ich ihn in einem Coffeeshop getroffen, hätte ich sehr wahrscheinlich einen zweiten Blick riskiert. Er war attraktiv mit langen blonden Haaren, die er nach hinten gestrichen hatte. Seine grünen Augen funkelten vergnügt.

»Nun, Raine, wir wissen beide, dass das nicht stimmt.«

Mein Puls begann noch hektischer zu klopfen. Woher wusste er meinen Namen?

»Raine Hopkins«, begann er zu dozieren. Er richtete sich auf und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. »Deine Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als du 14 Monate alt warst. Deine Tante Sue hat dich danach aufgezogen, gut verstanden habt ihr euch nie, und ihr wart beide gleichermaßen erleichtert, als du ausgezogen bist, um aufs College zu gehen. Euer letztes Telefongespräch liegt zwei Monate zurück, ein Pflichtanruf zu Weihnachten. Niemand wird dich vermissen, Raine, und ich werde sehr viel Geld mit dir verdienen.«

Als hätte er irgendein Recht, mich zu berühren, beugte er sich vor und strich mit dem Finger über meine Unterlippe, bevor er einen leichten Kuss darauf drückte. Er lachte leise. »Ich war wirklich selten so in Versuchung, eins der Spielzeuge für mich selbst zu behalten.« Er streichelte meine Wange – eine Liebkosung, die ihm absolut nicht zustand.

»Spielzeug?«, wiederholte ich empört und wollte meinen Kopf wegdrehen, doch der zweite Mann packte mein Kinn.

»Soll ich sie für die Versteigerung fertig machen?«, wollte er wissen.

Wovon redeten die beiden eigentlich? Angst blubberte in meinem Magen, bis ich glaubte, mich übergeben zu müssen. Allerdings war meine Kehle wie zugeschnürt.

»Ja, nimm für sie den goldenen Käfig und stell sie in die Mitte, unsere kleine Jungfrau.«

»Was?«, schrie ich nun. Die einzige Folge war, dass der Kerl, der mich ohnehin schon festhielt, seine Hand über meinen Mund legte und das Geräusch erstickte. Es beruhigte mich, dass meine Kraft langsam zurückkehrte – das war aber auch das einzig Positive, das ich der Situation abgewinnen konnte.

Der Blonde entfernte sich, während der andere sich daranmachte, meine Fesseln zu lösen.

Er schob seine Hand unter meinen Nacken, nachdem er den Gurt gelöst hatte, der meinen Kopf fixiert hatte. Ich spürte kaltes Metall an meinem Nacken, dann an meiner Kehle. Es klackte, bevor er an meinem Hals herumfummelte und ich den Fremdkörper spürte. Kaum dass meine Finger befreit waren, griff ich nach oben und ertastete ein starres Halsband samt Vorhängeschloss. Meine Hände fühlten sich leicht taub an, trotzdem war ich mir sicher, dass ich mich leider nicht täuschte. Er hatte mir ein verdammtes Halsband angelegt.

Ich wollte flüchten, kämpfen, mich wehren, aber es stellte sich heraus, dass ich viel zu schwach dazu war. Meine Beine knickten weg, sobald sie den Boden berührten, und er nahm mich auf seine Arme, um mich zu tragen.

Unkoordiniert wollte ich ihm meine Hand ins Gesicht schlagen und traf nach einigen Versuchen seine Wange, wirkliche Schmerzen schien ich ihm nicht zu bereiten.

Er trat durch einen Vorhang, das helle Licht stach in meine Augen und ich presste widerwillig die Lider zusammen.

Es quietschte, als er mich absetzte und die Käfigtür schloss. Kraftlos hielt ich mich an den Streben fest und starrte hinaus. Ich zitterte am ganzen Körper und brauchte all meine Kraft, um mich aufrecht zu halten. Die Luft wich aus meinen Lungen und die Aussichtslosigkeit meiner Lage wurde irgendwie real.

Ich saß in einem überdimensionalen Vogelkäfig auf einem Podest mitten in einem riesigen Raum. Und ich war nicht allein.

Allein im ersten Versuch zählte ich fünfzehn weitere Käfige und in jedem saß ein Mädchen wie ich.

Wo zum Teufel war ich hier gelandet?

KAPITEL2

DEREK

Die ganze Veranstaltung war krank. Genauso krank wie alle Anwesenden. Wenn ich das Gebäude in genau dieser Minute angezündet hätte, würden die richtigen Leute umkommen.

Doch damit wäre mein Rachebedürfnis nicht gesättigt. Sie sollten leiden. Ein Tod im Flammenmeer? Damit würden sie viel zu leicht davonkommen.

»So, Derek, was denkst du?« Mein Boss kam näher, reichte mir ein Glas Champagner, während er an seiner Zigarre nuckelte. Inzwischen hatte ich mich an den Gestank der Dinger gewöhnt und musste nicht mehr gegen den Brechreiz kämpfen, sobald er sich eine ansteckte.

Ich wählte meine Antwort mit Bedacht. »Der goldene Käfig, die Kleine hat was.«

Gelächter erhob sich, und ich stürzte den Champagner hinunter, um zu verbergen, dass ich das Ganze alles andere als amüsant fand. Ich lieferte die Antworten, die sie hören wollten, und versuchte sonst, mich so gut es ging im Hintergrund zu halten.

Dabei war es nur halb gelogen, das Mädchen war hübsch und der störrische Ausdruck in ihren Augen stand ihr gut. Unter normalen Umständen hätte ich Mitleid mit ihr gehabt, aber so weit, wie ich inzwischen vorgedrungen war, konnte ich mir diesen Luxus nicht mehr erlauben.

Behalt die Nerven, ermahnte ich mich selbst. Seit drei Jahren war ich damit beschäftigt, mich in Jarred McLeods Organisation unverzichtbar zu machen, und endlich war ich im innersten Kreis angekommen. Der Weg war lang und im wahrsten Sinne des Wortes mit Blut befleckt gewesen. Bis ich diese Veranstaltung zum ersten Mal besucht hatte, war ich eigentlich davon ausgegangen, dass mein Gewissen sich bereits verabschiedet hatte.

Offenbar traf das nur zu, wenn Kriminelle involviert waren, solange Gewalt und Schmerz nur untereinander ausgeteilt wurden, konnte ich mich damit arrangieren. Ich hatte damit zu kämpfen, wenn Unschuldige mit hineingezogen wurden – so wie hier. Diese Mädchen hatten nichts anderes getan, als zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein und wenige lebende Verwandte zu haben.

Ich konnte es mir nicht leisten, jetzt Skrupel zu zeigen. Unabhängig davon, wie geschmacklos ich die illegale Versteigerung von Sexsklavinnen fand.

Mein Boss klopfte mir auf die Schulter und wandte sich dann Patrice Harrington zu, der immer wieder zu den Käfigen schielte, als hätte er noch nie eine nackte Frau gesehen. Ich konnte es kaum erwarten, sie alle fallen zu sehen. Einer war widerlicher als der andere.

»Meine Herren.« Christopher McLeod, der Veranstalter der Auktion und Cousin von Jarred, kam mit ausgebreiteten Armen auf uns zu. »Na, wie sagt euch das Angebot zu?«

Christopher war etwa in meinem Alter und auf Menschenhandel und Prostitution spezialisiert, während sein Cousin – mein Boss – sich um Waffen und Drogen kümmerte. Es gab noch einen dritten McLeod, Sean, der illegales Glücksspiel im Angebot hatte.

Gemeinsam hatten sie vor zehn Jahren meinen Vater in den Ruin getrieben, bis dieser sich umgebracht hatte. Meine Mutter war nicht viel später an ihrem Kummer gestorben.

Jetzt endlich hatte ich die Möglichkeit, mich für all das zu revanchieren, was sie meiner Familie angetan hatten.

Die Cousins tuschelten kurz miteinander, bevor Christopher die beiden Stufen zum Podest hinaufkletterte und seine Ansprache hielt: »Guten Abend, meine Herren. Herzlich willkommen! Die Regeln sollten zur Genüge bekannt sein. Jedes Mädchen hier steht zum Verkauf. Heute bieten wir Ihnen zusätzlich einen besonderen Leckerbissen.« Mit großen Schritten ging er auf den goldenen Käfig zu.

Die kurvige Rothaarige darin wich erschrocken zurück und presste ihren Rücken gegen die Gitterstäbe, als könnte sie sich auf diese Weise verstecken.

»Eine Jungfrau!« Er machte eine dramatische Pause und tatsächlich ging ein Raunen durch den Raum. »Wie immer haben Sie nun fünfundvierzig Minuten Zeit, Ihr höchstes Gebot abzugeben, bevor Ihre neue Sklavin Ihnen übergeben wird – vorausgesetzt natürlich, Sie haben die höchste Summe geboten.«

Die Kleine hatte Glück, dass die Gäste das Podium nicht betreten durften, denn ich sah mehr als nur einen Mann, der bei dem Gedanken, sie als Erster zu ficken, beinahe sabberte.

War hier denn niemand Manns genug, eine Frau zu finden, die ihm freiwillig das Bett wärmte? Oder zumindest gegen Bezahlung?

Ich stellte mein leeres Glas auf das Tablett eines Kellners, der stumm an mir vorbeischwebte.

»Was unternehmen wir bezüglich der Polen?«, fragte ich.

Jarred winkte ab. »Meine Güte. Das hat Zeit bis morgen. Wir sind hier, um uns zu amüsieren.«

Innerlich knirschte ich mit den Zähnen, äußerlich nickte ich verständnisvoll. »Natürlich.«

Vermutlich deckte sich mein Verständnis von Amüsement nicht mit dem meines Bosses.

»Du musst dich mal entspannen, Derek.«

Meine Wangen schmerzten schon vom Grinsen und ich wandte mich ab. Weil ich in diesem Moment nichts Besseres zu tun hatte, drehte ich eine Runde durch den Raum. Zwar war ich nicht so unverschämt wie die anderen Gäste, aber ich konnte nicht verhindern, dass mein Blick von der hübschen Rothaarigen angezogen wurde.

Die meisten Mädchen weinten still in den Käfigen vor sich hin, einige starrten ins Leere.

Sie hatte das Kinn kämpferisch gereckt, die Beine überkreuzt und die Arme vor dem Körper verschränkt, sodass man zwar ihre milchige Haut sehen, aber sonst nicht viel erkennen konnte. Abgesehen von ihren verführerisch gerundeten Hüften und den vollen Brüsten, die deutlich mehr als eine Handvoll boten.

Ihre Augen hatten einen ungewöhnlichen Bernsteinfarbton und funkelten trotzig. Ich wagte zu bezweifeln, dass der Mann, der sie ersteigerte, die willige Sklavin bekam, die er sich vorstellte.

Patrice tauchte an meiner Seite auf. »Geiles Gerät, oder?«

»Hm«, machte ich unbestimmt. Eigentlich hatte ich gar nicht so lange hier verharren wollen, aber sie hatte etwas an sich, das mich in ihren Bann zog. Wie sie wohl hieß?

»Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Jungfrauen«, erklärte er mir, ohne dass ich danach gefragt hätte. Abgesehen davon wollte ich es gar nicht wissen. Patrice hatte noch nie viel Feingefühl besessen, und so wunderte es mich nicht, dass er mein Schweigen als Aufforderung sah, weiterzuplappern. »Aber für sie würde ich eine Ausnahme machen. Vermutlich muss man sie erst ein bisschen zureiten, damit sie versteht, wie der Hase läuft, doch dann gibt sie bestimmt einen passablen Fick ab.«

Ich wusste, dass es mir egal sein sollte, aber mir passte weder sein Tonfall noch die Art, wie er über das Mädchen sprach. Bei der Vorstellung, dass er sie mit in sein Bett nahm, wollte ich kotzen oder ihm die Fresse polieren. Vielleicht sogar beides.

Er lehnte sich der Plattform entgegen und streckte die Hand aus, um zwischen die Gitterstäbe zu fassen.

Im letzten Moment packte ich seinen Arm und war von meiner eigenen Reaktion überrascht. »Du kennst die Regeln.« Ich sprach leise und eindringlich. »Wenn du rausgeschmissen wirst, ist nichts mehr mit Weiber gucken.«

Dankbar blinzelte er mir zu und umrundete das Podest, um die anderen Mädchen in Augenschein zu nehmen.

Ich konnte mir nicht erklären, was in mich gefahren war. Es sollte mir verdammt egal sein, aber mir widerstrebte die Vorstellung, dass er sie anfasste. Das hatte sie nicht verdient.

Nachdenklich verschränkte ich die Arme hinter dem Rücken und fing den Blick des Mädchens auf. Der Ausdruck in ihren Augen verriet, wie klug und stark sie war. Vielleicht würde sie das Ganze überleben. Es war nicht meine Aufgabe, sie zu retten, dazu fehlten mir die Möglichkeiten.

Ich hatte weder die finanziellen Ressourcen noch die Zeit, mich um sie zu kümmern. Irgendjemand würde sie ersteigern und damit war das Thema erledigt. Mein einziger Trost war, dass es sicherlich nicht Patrice sein würde, der das Mädchen bekam.

Das Gemurmel um mich herum schwoll an, und die Menge bewegte sich ins angrenzende Zimmer, um zu erfahren, wer die Auktionen gewonnen hatte.

Verwirrt zog ich meinen Jackettärmel hoch, um auf die Uhr sehen zu können. Es konnte doch unmöglich eine Dreiviertelstunde vergangen sein. Wie lange hatte ich hier gestanden und das Mädchen angestarrt?

»Derek, komm mit. Ich habe eine Überraschung für dich.« Der Boss legte seinen Arm um meine Schulter und führte mich ins Nebenzimmer. »Du bist so lange dabei, fleißig und treu ergeben. Nie nimmst du dir Zeit für dein Vergnügen. Ich habe noch keine Frau an deiner Seite gesehen, deswegen mache ich dir ein Geschenk.«

Mein Puls beschleunigte sich und ich bekam ein ungutes Gefühl in der Magengegend, trotzdem zwang ich einen neugierigen Ausdruck in mein Gesicht. »Das ist sehr großzügig.«

Selten war ich so dankbar gewesen, meine Gedanken extrem gut verbergen zu können. Meine Mutter hatte immer gesagt, dass es unmöglich war, zu erraten, woran ich dachte. Schon als kleines Kind war es so gewesen.

Die Erinnerung an sie und ihre liebevolle Stimme ließ meinen Hass erneut aufflackern. Genau das, was ich brauchte, um mich unter Kontrolle zu halten. Ich würde mich beherrschen, bis der Moment der Rache gekommen war.

Jarred drehte sich grinsend um und ich folgte seinem Blick.

Verzweifeltes Schluchzen erfüllte den Raum, als die Käfige geöffnet wurden. An Leinen wurden die Frauen ins Nebenzimmer geführt.

Die Rothaarige stemmte ihre Fersen in den Boden, letztlich hatte sie nicht genug Kraft, um gegen den Zug an ihrem Halsband anzukommen.

Mein Herz hörte für einen Moment auf zu schlagen, als Christopher persönlich die Leine ergriff und sie mit einer ruppigen Bewegung zu sich riss. Sie stolperte und kam mit flammendem Blick kurz vor ihm zum Stehen. Er zwinkerte ihr zu, bevor er mir das Ende in die Hand drückte. Ich schluckte schwer.

»Mein Geschenk, Derek, für deine Loyalität.«

Bedeutungsschwer hing das letzte Wort in der Luft. Ich brauchte kein Genie zu sein, um Jarreds Tonfall zu deuten. Es war kein Geschenk, das er mir machte, sondern ein schlichter Test meiner Ergebenheit. Mir war soeben eine Sexsklavin überreicht worden, und wenn ich sie nicht fickte, waren wir beide geliefert.

Ich sah sie an und zwang ein böses Lächeln auf meine Lippen. Ihre Augen weiteten sich nervös und sie wollte einen Schritt nach hinten machen.

»Wenn das so ist, schulde ich dir wohl meinen Dank.« Mit einer Drehung meines Handgelenks wickelte ich die Leine um meine Hand und zwang sie, auf mich zuzukommen, bis ich meinen Arm um sie legen und sie an meine Brust ziehen konnte. Ihre Haut war seidig weich und sie roch nach Erdbeeren. Oder bildete ich mir dies aufgrund ihrer roten Haare ein?

Außerdem zitterte sie am ganzen Körper.

Ich hob den Blick und sah Jarred geradewegs an. »Wenn du mich entschuldigst. Der Gedanke, nach Hause zu fahren, ist gerade um einiges verlockender geworden.«

Dreckiges Gelächter erhob sich und für den Moment schien der Boss zufrieden zu sein.

Der Neid sprang förmlich aus Patrice’ Gesicht, und ich befürchtete, dass er kurz davor war, mir seine Hilfe anzubieten.

Kurz entschlossen hob ich meine neue Sexsklavin hoch und warf sie über meine Schulter. Es überraschte mich nicht, dass sie wie verrückt strampelte.

»Nimm meinen Wagen.«

Innerlich fluchte ich, denn Jarreds Wagen war eine Limousine, die von seinem persönlichen Assistenten gefahren wurde. Ich konnte der Lady im Auto also nicht einmal erklären, was sie erwartete.

Stattdessen würde der Fahrer mich im Auge behalten und meinem Boss minutiös alles berichten.

Ich packte sie fester und nickte in die Runde. »Gentlemen.« Mit ruhigen Schritten verließ ich den Raum und bohrte meine Finger in ihre zarte Haut, damit sie endlich aufhörte, ein solches Theater zu machen.

Das Letzte, was ich brauchte, war die unnötige Aufmerksamkeit von beispielsweise Patrice, weil es aussah, als würde ich mit meinem Geschenk nicht alleine zurechtkommen.

Vermutlich hätte ich öfter mal Jarreds Angebot, eine Zigarre mit ihm zu rauchen, akzeptieren sollen, dann würde ich jetzt nicht in diesem Schlamassel stecken.

Wir sind hier zum Vergnügen, hatte er gesagt. Dass ich nicht lachte.

Als ich die Tür nach draußen aufstieß, zuckte sie zusammen und warf den Kopf zurück. Wieder stieg ihr süß-fruchtiger Duft mir in die Nase und meine Gedanken schweiften ab. Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass es sehr interessant war, darüber nachzudenken, was ich alles mit ihr tun konnte …

KAPITEL3

RAINE

Wie hatte ich mich nur so täuschen können? Als Derek – der andere Mann hatte ihn so genannt – vor dem Käfig gestanden hatte, dachte ich, einen Funken Anstand in seinen Augen gesehen zu haben.

Ich hatte mich geirrt, denn sein sadistisches Lächeln hatte einen Schauer über meinen Rücken laufen lassen, bevor er mich gepackt und über seine Schulter geworfen hatte. Ich spürte die festen Muskeln und seinen eisernen Griff. Er bohrte die Finger in meine Haut, als könnte er es kaum erwarten, sich an mir zu vergehen, und raubte mir damit für einige Sekunden den Atem.

Die Mühe, zu schreien, sparte ich mir gleich ganz. Hier würde mir niemand helfen. Im Gegenteil, sie würden mich noch festhalten, damit er mir ungestört die Jungfräulichkeit nehmen konnte, bevor sie hofften, selbst an der Reihe zu sein.

Sobald wir alleine waren, würde ich mich wehren und die Flucht ergreifen, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit. Das Betäubungsmittel hatte endlich vollständig nachgelassen, und ich war bereit, den Kampf meines Lebens zu liefern.

Die kalte Luft draußen versetzte mir einen regelrechten Schock, und mir wurde klar, dass ich meinen Plan noch nicht ganz durchdacht hatte. Ich konnte nicht nackt durch die Winternacht laufen – ich wusste ja nicht, wo ich war …

Die Entscheidung wurde mir ohnehin abgenommen, weil er keine Anstalten machte, mich loszulassen. Die letzte Hoffnung schwand, als ich die schwarze Limousine sah. Ein weiterer Mann in einem schwarzen Anzug stand bereit und hielt die hintere Tür auf. Derek ließ mich herunter und setzte mich auf die Rückbank, bevor er neben mich glitt.

Der Fahrer schloss die Tür und wir waren allein. Mein Herz raste und ich rückte so weit wie möglich von ihm ab.

Derek fuhr sich mit der Hand durch die dunklen, etwas zu langen Haare, bevor er mich aus seinen braunen Augen anstarrte. »Wie alt bist du?«

Seine Stimme war angenehm dunkel, verriet aber genau wie sein Gesicht nicht das Geringste darüber, was er wohl dachte.

Als ich nicht antwortete, benutzte er erneut die Leine, um mich zu sich heranzuziehen. Ich hielt mich am Türgriff fest, doch er war viel stärker als ich. Verzweifelt spürte ich, wie meine Kraft schwand und meine Finger drohten, nachzugeben. In Zeitlupe glitt der rettende Griff aus meiner Hand, und ich rutschte über das glatte Leder der Sitzbank auf ihn zu, während der Wagen sich langsam in Bewegung setzte.

Nach ihm schlagen konnte ich nicht, weil er jede meiner Bewegungen vorherzusehen schien und sie mühelos abwehrte. Schlimmer noch, er fing mein Handgelenk ab, zog mich zu sich und verdrehte meinen Arm.

Innerhalb von Sekunden lag ich auf dem Rücken unter ihm, er hatte mein Kinn gepackt und drückte schmerzhaft fest zu. Mit seinem Körper hielt er mich in den Sitz gepresst. Ich spürte die Hitze, die von ihm ausstrahlte, und sein Duft stieg in meine Nase. Holzig-orientalisch und so wohlriechend, dass ich trotz allem für eine Sekunde vergaß, was er von mir wollte.

»Wenn ich dir eine Frage stelle, erwarte ich eine Antwort. Sofort!«

Er ließ seine Finger nach unten gleiten und umfasste meine Kehle. Mein Puls legte noch einmal an Tempo zu. »Einundzwanzig«, stieß ich hervor.

Er schien erleichtert zu sein. »Wie heißt du?«

Ich spielte mit dem Gedanken, ihn anzuspucken, doch er drückte bereits zu und schnürte mir die Luft ab, weil ich nicht wie befohlen geantwortet hatte.

»Raine. Mein Name ist Raine.«

Derek öffnete seine Finger wieder, und ich schnappte so abrupt nach Luft, dass ich mich verschluckte.

»Raine ist ein hübscher Name für ein Pet.« Er lächelte und strich über meine Haare.

Erbost bäumte ich mich auf und wollte ihn abschütteln, aber sein Gewicht nagelte mich fest. Als er seine Hüften bewegte, erstarrte ich. Ich mochte zwar Jungfrau sein, aber ich erkannte eine Erektion, wenn sie sich in meinen Schenkel bohrte.

»Bitte nicht!«, wisperte ich, obwohl ich wusste, dass er mich niemals verschonen würde. Immerhin lag ich schon nackt unter ihm – ob ich wollte oder nicht. Es schien ihn ohnehin nicht zu interessieren.

Zu meinem großen Erstaunen ließ er von mir ab und setzte sich wieder auf die Rückbank. Er glättete sein Jackett und rückte die schmale, rote Krawatte zurecht, die er über dem weißen Hemd trug. Es jagte mir Angst ein, dass er so ruhig und gesammelt wirkte, als könnte ihn nichts schockieren oder auch nur überraschen.

Ich wollte davonkriechen, außerhalb seiner Reichweite, doch er schob zwei Finger unter mein Halsband und zog mich zu sich.

»Auf die Knie«, knurrte er leise.

Es war dumm von mir, aber ich sah nach unten zu der mächtigen Beule in seiner Hose und schüttelte den Kopf.

Die Ohrfeige kam so schnell, dass ich erst das Brennen spürte, als es zu spät war. Ich konnte nicht glauben, dass er mich wirklich geschlagen hatte.

»Das war keine Frage, Raine.« Seine Augen wurden schmal, und er drückte mich runter, bis ich auf den Knien vor ihm hockte. Derek legte einen Finger unter mein Kinn und zwang mich, ihn anzusehen. »Entweder du tust, was ich sage, oder ich überlasse dich mit dem größten Vergnügen meinen Kollegen. All meinen Kollegen.«

Ein Beben fuhr durch meinen Körper, und obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich eigentlich tat, streckte ich die Hände aus und zog den Reißverschluss seiner Hose nach unten.

»Braves Mädchen«, lobte er und löste in mir damit den Impuls aus, ihm das Gesicht zu zerkratzen. Es war ohnehin Verschwendung, dass er dermaßen attraktiv war, da er offensichtlich der Teufel in Menschengestalt war. Wie seelenlos musste man sein, um zu einer solchen Veranstaltung zu gehen und dann ein Mädchen mit nach Hause zu nehmen, das ganz offensichtlich nicht wollte?

»Hast du schon Schwänze gelutscht?« Sein rauer Tonfall sorgte für weiche Knie, weshalb ich froh war, dass ich vor ihm kauerte und meine Reaktion verbergen konnte.

»Nein.«

Er seufzte und trieb mir damit die Schamesröte ins Gesicht. Mit einem Mal fühlte ich mich unzulänglich und unerfahren. Dabei war es mir bisher egal gewesen, dass ich mit einundzwanzig Jahren kaum Erfahrungen vorzuweisen hatte. Eigentlich gar keine.

»Dann wollen wir mal hoffen, dass du schnell lernst.«

Ich musste näher heranrutschen. Derek konnte es kaum erwarten, denn er stieß meine Hand zur Seite und holte seinen Penis selbst hervor.