Danninger und Gallinger - Helga Geerkens - E-Book

Danninger und Gallinger E-Book

Helga Geerkens

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Beschreibung

Zwei Politiker – Altnazis und natürlich lupenreine Demokraten. Beide haben in der NS-Zeit ihre Ausbildung absolviert und Karriere als Juristen gemacht. Sie waren Mitglieder der NSDAP, einiger anderer NS-Organisationen und stellten sich nach Kriegsende als Mitläufer dar, obwohl sie im "tausendjährigen" Reich an exponierten Stellen der NS-Maschinerie gestanden hatten. Einer hatte im Auswärtigen Amt eine leitende Position gehabt, der andere war Marinerichter. Beide machten ungehindert Karriere in der Politik. Sie konnten dies, weil sie Teil eines Netzwerks von Altnazis, einer ganzen Seilschaft, waren, deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützte, in erster Linie beim Vertuschen der Vergangenheit.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 42

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Helga Geerkens

Danninger und Gallinger

Zwei völlig unschuldige Zeitgenossen

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

1. Kapitel: Zwei furchtbare Juristen

2. Kapitel: Danninger steht auf der richtigen Seite

3. Kapitel: Gallinger: stockkonservativ und obrigkeitstreu

4. Kapitel: Danningers Karriere während des Nazi-Regimes

5. Kapitel: Gallingers Karriere im NS-Regime

6. Danningers Karriere nach dem Krieg

7. Kapitel: Gallingers Karriere nach dem Krieg

8. Kapitel: Danninger als Bundeskanzler

9. Kapitel: Ordensverleihungen

10. Kapitel: Gallinger als Ministerpräsident

11. Kapitel: Vergleiche mit anderen NS-Größen

12. Kapitel: Die Aufarbeitung durch die Altnazis

Impressum neobooks

1. Kapitel: Zwei furchtbare Juristen

Danninger und Gallinger

ZWEI VÖLLIG UNSCHULDIGE ZEITGENOSSEN

Helga Geerkens

Eine unglaubliche Geschichte 2025

Inhalt (Zusammenfassung)

Zwei Politiker – Altnazis und natürlich lupenreine Demokraten. Beide haben in der NS-Zeit ihre Ausbildung absolviert und Karriere als Juristen gemacht. Sie waren Mitglieder der NSDAP, einiger anderer NS-Organisationen und stellten sich nach Kriegsende als Mitläufer dar, obwohl sie im „tausendjährigen“ Reich an exponierten Stellen der NS-Maschinerie gestanden hatten. Einer hatte im Auswärtigen Amt eine leitende Position gehabt, der andere war Marinerichter.

Nach Kriegsende sind letztlich beide als sogenannten Mitläufer eingestuft worden, wurden also nicht oder nur vorläufig festgenommen, dann aber „entlastet“. Beide entschließen sich, in die Politik zu gehen. „Zufällig“ landen sie in derselben Partei. Beide werden in der frühen Bundesrepublik Ministerpräsidenten, natürlich zu unterschiedlichen Zeiten. Einer macht sogar eine noch glänzendere Karriere und wird Bundeskanzler.

Einem Politiker war seine frühere Nazi-Karriere mehr oder weniger peinlich, weshalb er dafür sorgte, dass möglichst wenig darüber bekannt wurde. Der andere allerdings glaubte doch tatsächlich, dass das, was die NS-Justiz sich während ihres tausendjährigen Reiches geleistet hatte, etwas mit Recht zu tun hatte. Ihm fehlte insoweit trotz guter juristischer Ausbildung oder vielleicht gerade deswegen die Einsicht in die Ungeheuerlichkeit und die Rechtlosigkeit der NS-Justiz. Folgerichtig begann er, seine Aktivitäten zu verharmlosen.

Danninger und Gallinger sind zwei Gestalten, die man als „furchtbare Juristen“ bezeichnen kann, weil sie das Recht geradezu pervertiert haben. Aber das war zu einer Zeit, als sie vielleicht nicht anders konnten. Beklemmend ist nur, dass diese beiden Figuren sich die NS-Zeit nach dem Krieg schön geredet haben und vielleicht sogar bis zu ihrem Tod der Ideologie der Nazis verhaftet geblieben sind.

Inhaltsverzeichnis

Die unangenehme Phase ihres Lebens, die Danninger und Gallinger später am liebsten ganz schnell wieder vergessen wollten, womit sie absolut nichts mehr zu tun haben wollten, begann im Jahre 1933: Als die Nazis im Januar 1933 an die Macht kamen, waren etwa sechs Millionen Menschen arbeitslos. Davon erhielten nicht einmal eine Million Arbeitslose das für den Fall der Arbeitslosigkeit vorgesehene Arbeitslosengeld. Diejenigen, die es noch bekamen, mussten sich mit viel weniger Arbeitslosengeld zufriedengeben als es noch unter den Vorgängerregierungen der Weimarer Republik gezahlt worden war. Den noch in einem Arbeitsverhältnis stehenden Arbeitern ging es aber auch nicht sehr viel besser als den Arbeitslosen, denn die Unternehmer hatten schon seit 1930 sukzessive die Löhne um durchschnittlich dreißig Prozent gekürzt. Die Angestellten mussten unbezahlte Überstunden leisten, die Tarifbindung war praktisch aufgehoben. Man muss sagen: die wirtschaftliche Situation für die arbeitende und die arbeitslose Bevölkerung in Deutschland war äußerst schlecht. Wesentlich besser ging es allerdings den Unternehmern, denn die hatten über die Jahre der Weimarer Zeit hinweg einige Rücklagen schaffen können. Die schlechte Situation für die arbeitende Bevölkerung in dem Zeitraum ab 1930 war angeblich die Folge der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929.

Natürlich konnten auch die Unternehmer nicht alle aus dem Vollen schöpfen. Einige von ihnen hatten infolge der Weltwirtschaftskrise von 1929 schon ihre Ersparnisse angreifen müssen. Weitaus besser dran waren allerdings die Großunternehmer. Die Großunternehmer: Das waren die Großgrundbesitzer, die Bankiers, die Industriellen. Und genau die, denen es finanziell gar nicht schlecht ging, die also nicht unterhalb des Existenzminimums leben mussten wie etwa die arbeitende Bevölkerung, die haben schon lange vor Januar 1933 die Errichtung der Diktatur durch die Nazis forciert, geplant und sich damit sogar an den damaligen Reichspräsidenten von Hindenburg gewandt. Und natürlich haben sie auch von den Nazis profitiert. Ganz gewaltig sogar, wenn man den Exodus der jüdischen Bevölkerung in Verbindung mit der Arisierung der jüdischen Vermögenswerte betrachtet.

Gut, nicht alle deutsche Unternehmen haben von der Politik der Nazis profitiert. Zunächst begann direkt nach der sogenannten Machtergreifung die massive Einflussnahme des NS-Regimes auf die deutsche Wirtschaft, die deutschen Unternehmen. Vorrangiges Ziel der NS-Führung war die Wiederaufrüstung Deutschlands oder anders ausgedrückt: die Kriegsvorbereitung. Davon profitierten natürlich an erster Stelle die Rüstungsunternehmen wie etwa Krupp, aber auch alle anderen Großunternehmen, denn die Nazis sorgten auch bei anderen Unternehmen wie etwa Siemens und AEG für den Einsatz von Zwangsarbeitern in ganz großem Stil. Bis zum Kriegsbeginn waren es größtenteils Häftlinge der Konzentrationslager, die in den Unternehmen als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, nach Kriegsbeginn vorzugsweise Kriegsgefangene und jüdische Häftlinge aus Konzentrationslagern der Nazis in den überfallenen Ländern wie Polen und andere Länder im Osten.