Sieben Wege führen nach Rom - Helga Geerkens - E-Book
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Helga Geerkens

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Beschreibung

Es geht um eine Mordserie an katholischen Priestern, Bischöfen und Kardinälen, die alle kurz vor ihrer Ermordung vom Vatikan eingeladen worden waren. Die Opfer sind der kirchlichen Einladung gefolgt. Alle sieben Opfer hatten sich einen ordentlichen "Kick" für ihre Karriere von der Rom-Visite versprochen. Alle Geistlichen werden auf dieselbe Art und Weise aus großer Entfernung mit einem Gewehr erschossen. Die Hintergründe der Morde bleiben zunächst völlig unklar. Nachdem die Kölner Kommissare allerdings mehr oder weniger durch Zufall von weiteren Attentaten in Trier und in Freising erfahren hatten, recherchierten sie weiter. Sie hatten nun mehrere Mordfälle aufzuklären und dabei zu berücksichtigen, dass es in anderen Städten weitere Opfer mit möglicherweise demselben Hintergrund gab, denn alle Opfer wurden durch einen Schuss in die Stirn getötet, das letzte Opfer wieder in Köln. Am Ende hatten sie sieben Mordopfer. Alle sieben hatten sich Vorteile im beruflichen Fortkommen durch die Einladung in den Vatikan versprochen. Hatte die Einladung überhaupt etwas mit ihrer Karriere oder mit ihren Taten zu tun? Einige der Mordopfer hatten immerhin kurz nach dem Rombesuch einen Karrieresprung erfahren. Oder hatte die Ermordung der sieben Geistlichen etwas mit den sieben Sakramenten zu tun, die die katholische Kirche ihren Gläubigen spendet? Also Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe. Der Täter hinterließ nämlich an jedem Tatort einen symbolischen Gegenstand, eine Art Relikt. Letztlich waren allerdings die Zusammenhänge ganz andere, sehr viel profanere und hatten etwas mit der Vergangenheit der Mordopfer zu tun, aber nicht nur. Diese Motive allerdings hat der Vatikan lange zurückgehalten. Er hat die Hintergründe systematisch vertuscht. Jahrzehntelang. Verdächtigt wurde schließlich einer derjenigen, die vor vielen Jahren Opfer eines katholischen Geistlichen geworden waren. Nur konnten ihm die Kommissare anfangs nicht das geringste nachweisen. Bis ihnen der Zufall zu Hilfe kam.

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Seitenzahl: 213

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Helga Geerkens

Sieben Wege führen nach Rom

Kriminalroman

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel Prolog

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

22. Kapitel

23. Kapitel

24. Kapitel

Impressum neobooks

Inhaltsverzeichnis

Sieben Wege führen nach Rom

nicht alle führen zum Ziel

Helga Geerkens

Kriminalroman 2024

Inhalt (Zusammenfassung)

Es geht um eine Mordserie an katholischen Priestern, Bischöfen und Kardinälen, die alle kurz vor ihrer Ermordung vom Vatikan eingeladen worden waren. Die Opfer sind der kirchlichen Einladung gefolgt. Alle sieben Opfer hatten sich einen ordentlichen „Kick“ für ihre Karriere von der Rom-Visite versprochen.

Alle Geistlichen werden auf dieselbe Art und Weise aus großer Entfernung mit einem Gewehr erschossen. Die Hintergründe der Morde bleiben zunächst völlig unklar. Nachdem die Kölner Kommissare allerdings mehr oder weniger durch Zufall von weiteren Attentaten in Trier und in Freising erfahren hatten, recherchierten sie weiter. Sie hatten nun mehrere Mordfälle aufzuklären und dabei zu berücksichtigen, dass es in anderen Städten weitere Opfer mit möglicherweise demselben Hintergrund gab, denn alle Opfer wurden durch einen Schuss in die Stirn getötet, das letzte Opfer wieder in Köln.

Am Ende hatten sie sieben Mordopfer. Alle sieben hatten sich Vorteile im beruflichen Fortkommen durch die Einladung in den Vatikan versprochen. Hatte die Einladung überhaupt etwas mit ihrer Karriere oder mit ihren Taten zu tun? Einige der Mordopfer hatten immerhin kurz nach dem Rombesuch einen Karrieresprung erfahren. Oder hatte die Ermordung der sieben Geistlichen etwas mit den sieben Sakramenten zu tun, die die katholische Kirche ihren Gläubigen spendet? Also Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe. Der Täter hinterließ nämlich an jedem Tatort einen symbolischen Gegenstand, eine Art Relikt.

Letztlich waren allerdings die Zusammenhänge ganz andere, sehr viel profanere und hatten etwas mit der Vergangenheit der Mordopfer zu tun, aber nicht nur. Diese Motive allerdings hat der Vatikan lange zurückgehalten. Er hat die Hintergründe systematisch vertuscht. Jahrzehntelang. Verdächtigt wurde schließlich einer derjenigen, die vor vielen Jahren Opfer eines katholischen Geistlichen geworden waren. Nur konnten ihm die Kommissare anfangs nicht das geringste nachweisen. Bis ihnen der Zufall zu Hilfe kam.

1. Kapitel Prolog

Die Geschichte spielt hauptsächlich in Köln. Köln hat über das gesamte Stadtgebiet verteilt, sehr viele Pfarreien und entsprechend auch viele Priester, die dort ihren Dienst tun. In jedem Stadtviertel befindet sich mindestens eine katholische Kirche, oft sogar mehrere. Die wichtigste kirchliche Institution in Köln ist natürlich der Kölner Dom. Der Dom ist quasi das Wahrzeichen der Stadt. Manche glauben, die Anzahl der Katholiken sei in Köln deshalb verhältnismäßig hoch, weil sich hier der Kölner Dom befindet. Nun ja, wenn man etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung, die katholisch sind, als viel betrachtet, dann ist der Anteil tatsächlich hoch, vielleicht höher als in vielen anderen deutschen Städten. Aber wieder nicht so hoch wie zum Beispiel in Münster, wo die Katholiken weit mehr als ein Drittel der Stadtbevölkerung ausmachen. Erstaunlicherweise sind in der bayrischen Metropole München nur knapp ein Viertel der Einwohner katholisch.

Wie der Buchtitel schon nahelegt, hat die Geschichte etwas mit dem Vatikan zu tun. Der Vatikan befindet sich ja innerhalb von Rom, der heiligen Stadt. Alle späteren Mordopfer sind zuvor nach Rom eingeladen und dort von einem oder mehreren der Gesandten des Papstes empfangen worden.

Sicher ist allgemein bekannt, dass der Papst fast jedes Jahr eine Reihe von Kardinälen ernennt. Wer aus welchem Grund zum Kardinal ernannt wird, erfährt die Öffentlichkeit allerdings oftmals nicht. Es sind allerdings Bischöfe, die der Papst zu Kardinälen ernennt.

Manche katholische Geistliche pilgern auch nur nach Rom. Sie folgen dann keiner offiziellen Einladung des Vatikans. Darunter sind auch Bischöfe und natürlich auch einfache Priester ohne besondere Funktion innerhalb der katholischen Kirche. Sie besuchen alle Sehenswürdigkeiten, insbesondere natürlich die Kirchen, Kapellen und Klöster, aber auch Bibliotheken, Kunstausstellungen und Museen, weil sie an den Kulturgütern ein besonderes Interesse haben. Eine einzige Reise nach Rom reicht sicher nicht einmal aus, um sich alle Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Und eine Reise nach Rom lohnt sich immer.

Der Vatikan hat mitunter nicht nur Bischöfe und Kardinäle nach Rom eingeladen, sondern oft auch einfache Priester und Pfarrer. Die Kurie interessiert sich also nicht nur für die Bischöfe, die vom Papst zu Kardinälen hätten ernannt werden können. Dieser Roman berichtet über mehrere einfache Priester, die plötzlich eine Einladung in den Vatikan bekommen haben und gar nicht wussten, aus welchem Grund gerade sie eingeladen wurden.

Unter den vom Vatikan eingeladenen Priestern befinden sich manchmal auch noch relativ junge Geistliche. Auch bei diesen wird man annehmen dürfen, dass die Einladung nach Rom ihrer Karriere jedenfalls nicht geschadet haben wird. Natürlich wird der Papst die Einladung eines jungen Priesters kaum dazu nutzen, diesen zum Kardinal zu ernennen. Allerdings gibt es ja vermutlich noch weitere Möglichkeiten für einen jungen Priester, mit Hilfe des Vatikans Karriere innerhalb der katholischen Kirche zu machen.

Vielleicht hatten die Einladungen in den Vatikan aber auch einen ganz anderen Hintergrund. Welchen, das wusste zunächst einmal keiner der Priester und Bischöfe, die nach Rom eingeladen wurden. Jedenfalls wurde nicht allen ein Karrieresprung in Aussicht gestellt. Einige sollten offenbar nur aus der Öffentlichkeit verschwinden, um irgendetwas zu vertuschen. Die wurden dann ins Hinterland versetzt, aufs Abstellgleis sozusagen.

Die Geschichte hat natürlich einen realen Hintergrund. Trotzdem ist sie insgesamt frei erfunden. Keiner der beschriebenen Priester, Pfarrer, Bischöfe und Kardinäle existiert in der Wirklichkeit. Natürlich sind auch die Morde frei erfunden. Reine Phantasieprodukte also. Kein Geistlicher ist wegen seiner Missetaten ermordet worden.

2. Kapitel

Benedikt Kramer ist katholischer Priester in Köln. Er gehört zur Pfarrgemeinde St. Severin. Dort feiert er regelmäßig mit den katholischen Gläubigen die heilige Messe. An zwei Vormittagen erteilt Benedikt Kramer an der nahegelegenen Grundschule in mehreren Klassen den Religionsunterricht. Im Winter erteilt Benedikt Kramer zusätzlich den sieben- bis achtjährigen Kindern Kommunionsunterricht. Ohne diesen besonderen Unterricht könnten die Kinder nicht an der heiligen Kommunion teilnehmen.

Benedikt Kramer ist gern Priester. Sein Vorgesetzter, Pfarrer Albert Müller, ist zufrieden mit der Arbeit seines Priesters. Benedikt Kramer ist fleißig und immer gern bereit, Zusatzaufgaben zu übernehmen, wenn ein anderer Priester einmal verhindert sein sollte oder es aus anderen Gründen einmal notwendig wird, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. So hat Benedikt Kramer immer gern den Religionsunterricht auch an anderen Schulen übernommen, wenn dort der Religionslehrer oder der Priester ausgefallen war. Oft hat er auch die Betreuung bei den Ferienfahrten der Pfadfinderkinder geleitet.

Sehr häufig hat Benedikt Kramer kranken Menschen in den Altenheimen und Krankenhäusern die Krankensalbung gespendet, manchmal auch die letzte Ölung. Allein lebende ältere Menschen hat er, wenn diese einsam waren, gelegentlich besucht, um sie zu fragen, ob er etwas für sie tun konnte. Manchmal hat er die alten Menschen ins Pfarrheim eingeladen und Kaffee und Kuchen serviert.

Man kann sagen: Benedikt Kramer ist ein sehr engagierter Priester, der sich für die Pfarrgemeinde einsetzt und insbesondere die Kinder immer wieder animiert, sich an den kirchlichen Festlichkeiten zu beteiligen. Sogar die Übernachtungen auf den Zeltplätzen hat Benedikt Kramer in den Ferien oft begleitet und die jüngsten betreut und mit Nahrungsmitteln versorgt.

Ebenfalls aus Köln, allerdings aus einer anderen Pfarrgemeinde, stammt der katholische Priester Eckart Funk. Er ist etwas jünger als Benedikt Kramer und arbeitet für die Pfarrgemeinde St. Aposteln. Dort ist er erst seit wenigen Wochen. Vorher hat er sein Priesteramt einige Wochen lang in der Pfarrgemeinde St. Agnes ausgeübt.

Sein Vorgesetzter ist Pfarrer Richard Armbrüster. Pfarrer Armbrüster kann nach nur wenigen Wochen naturgemäß noch nicht beurteilen, wie zuverlässig sein neuer Priester Eckart Funk ist. Bisher hatte es noch keine Beschwerden gegeben. Die Gottesdienste hatte Eckart Funk immer sehr gut vorbereitet. Engagiert war er ja, der junge Priester. Natürlich musste ihm der Pfarrer noch sehr oft Hilfestellung geben und ihn über die Bedürfnisse der Kirchengemeinde aufklären. Der Pfarrer lässt ihn deshalb die Messe noch nicht allein gestalten, sondern ist stets anwesend, um notfalls korrigierend eingreifen zu können.

Beim Religionsunterricht ist der Pfarrer auch sehr unsicher, ob der junge Priester den Stoff so gut beherrscht, dass er in der Lage ist, ihn den Kindern in den ersten Grundschulklassen näher zu bringen. Interessiert ist er ja, der junge Priester. Er hat sich daher entschlossen, dem Eckart Funk probeweise nach den Ferien die vierte Grundschulklasse zu überlassen, damit er ihnen den Religionsunterricht erteilt. Wenn Eckart Funk sich dort bewähren würde und sein Konzept funktionierte, dann könnte er auch in weiteren Grundschulklassen den Religionsunterricht erteilen.

Pfarrer Albert Müller von der Pfarrgemeinde St. Severin erhielt nun eines Tages eine Einladung aus Rom für den bei ihm in der Kirchengemeinde beschäftigten Priester Benedikt Kramer. Darüber war Albert Müller höchst erstaunt. Es war nämlich eigentlich nicht üblich, dass einfache Priester ohne einen besonderen Anlass schon nach einer Tätigkeit von wenigen Jahren nach Rom eingeladen wurden. In der Regel stand nach einer solchen Einladung eine Beförderung im Raum. Dafür war es allerdings im Falle des Priesters Benedikt Kramer eigentlich noch viel zu früh, weil der Priester erst seit drei Jahren in seiner Pfarrgemeinde tätig war. Es gab also eigentlich noch keinen Anlass für eine Versetzung oder gar für eine Beförderung.

Also dachte sich Pfarrer Albert Müller, vielleicht hatte er in der Personalakte seines Priesters etwas übersehen, und Benedikt Kramer war schon vorher in einer anderen Pfarrgemeinde tätig gewesen. Aber das hielt er dann doch für unwahrscheinlich, denn der Priester war ja kaum älter als dreißig. Er selbst war nun jedenfalls verpflichtet, die Einladung aus Rom an seinen Priester weiterzuleiten. Außerdem musste er für die Dauer der Abwesenheit des Priesters schnellstens für einen Ersatz sorgen, denn Benedikt Kramer würde sich ja mindestens eine Woche lang in Rom aufhalten. Für diese Zeit musste ein Seelsorger her, der nicht nur die heiligen Messen gestaltete, sondern auch noch den Religionsunterricht erteilen konnte. Der Unterricht an den Schulen konnte ja unmöglich für eine ganze Woche ausfallen. Dann mussten auch noch erste Vorbereitungen für die Firmung der älteren Kinder getroffen werden. Das würde er vielleicht selbst erledigen können. Das musste er nun in den nächsten Tagen alles gründlich vorbereiten und planen.

Pfarrer Albert Müller machte sich also daran, seine Planung für die Abwesenheitswoche vorzubereiten. Als erstes fiel ihm sein Kollege Richard Armbrüster ein. Der war Pfarrer in der Pfarrgemeinde St. Aposteln. Von ihm hatte er letzte Woche erst erfahren, dass er einen Neuzugang bekommen hatte. Vielleicht wäre sein Kollege Armbrüster ganz froh, wenn er ihm den „Frischling“ für eine Woche abnehmen würde. Die Ausbildung eines neuen Priesters und die Überwachung seiner Aktivitäten konnte ja einige Mühe bereiten, dachte er sich. In den ersten Wochen waren die jungen Theologen kaum in der Lage, eigenständig zu arbeiten. Natürlich kam es immer auf den jeweiligen Kandidaten an, denn einige waren sehr engagiert und lernten schneller als andere.

Also rief er Pfarrer Armbrüster an und fragte ihn, ob sein neuer Priester ihm vielleicht für eine Woche einige seelsorgerische Tätigkeiten in St. Severin abnehmen könnte. Pfarrer Armbrüster erwiderte, ja sicher, der Priester Eckart Funk könne eine Woche lang ohne weiteres die Vertretung bei der heiligen Messe übernehmen. Das würde er in St. Aposteln inzwischen auch schon selbstständig machen. Also könnte er das auch in einer anderen Kirchengemeinde übernehmen. „Eckart Funk arbeitet für meine Begriffe schon ziemlich selbstständig, und man kann sich auf ihn verlassen“, sagte er zu seinem Kollegen.

Hinsichtlich der Vertretung beim Religionsunterricht waren sich beide Pfarrer einig, dass man dafür nicht unbedingt einen Anfänger in die Schulen schicken könne. Sie besprachen daher anhand ihrer Terminkalender die Aufteilung der Unterrichtseinheiten für die Vertretungswoche. „Und wenn ich es selbst nicht an beiden Tagen schaffe“, sagte Pfarrer Armbrüster, „dann habe ich noch einen anderen Priester, der bei uns in der Grundschule auch Religionsunterricht erteilt, der dann notfalls auch einspringen kann.“ Pfarrer Müller meinte: „Ja, ich habe auch noch den Tim Kerner, der eine Andacht und ein oder zwei Religionsstunden übernehmen könnte. Die restlichen Stunden übernehme ich dann.“

Nach einer halben Stunde waren sich beide einig, wie sie die Vertretungswoche in der Pfarrei St. Severin während der Abwesenheit des Priesters Benedikt Kramer überbrücken würden. Danach unterhielten sie sich noch über das kommende Sommerfest, dass mehrere Pfarrgemeinden in der Kölner Innenstadt gemeinsam veranstalten wollten. Die Vorbereitungen waren bereits weitgehend abgeschlossen, nur die Finanzierung stand noch nicht ganz, denn man wollte ja noch eine Vielzahl von Kindern aus den ärmeren Haushalten erreichen, damit auch die sich an den Feierlichkeiten beteiligen konnten. „Soweit ich weiß, fehlen da noch fast 800 EURO für die Verpflegung der Bürgergeldempfänger. Die Getränke sind schon komplett bezahlt“, sagte Pfarrer Müller. „Ach, den Rest schaffen wir auch noch, es sind ja noch fast zwei Monate bis dahin“, erwiderte Pfarrer Armbrüster. Wahrscheinlich wusste er auch schon, auf welche Weise er das fehlende Geld beschaffen konnte. Eigentlich fiel ihm immer etwas ein.

Am Spätnachmittag gegen siebzehn Uhr machte sich Pfarrer Müller mit der Einladung aus Rom auf den Weg zu seinem Priester Benedikt Kramer. Der Priester müsste gerade mit den Besuchen im Altenheim fertig sein, dachte er. Aber Benedikt Kramer war sehr sorgfältig, wenn er seine wöchentlichen Besuche im Altenheim machte. Und dann dauerten seine Besuche mitunter auch etwas länger. Ein älteres Ehepaar hatte Glaubenszweifel geäußert, weil Gott ihnen so schwere Krankheiten geschickt hatte, wie der Mann sagte. Er selbst konnte sich nur noch mit Rollator fortbewegen, und seine Frau litt an Alzheimer. Hier hatte Benedikt Kramer so seine Probleme, dem Rentner seine Zweifel zu nehmen.

Was dachte sich denn dieser Gott dabei, den beiden alten Leuten so viele Krankheiten zuzumuten? Das dachte Benedikt Kramer, als er die beiden alten Menschen betrachtete. Die beiden taten ihm unendlich leid. Das konnte er dem alten Mann aber in der Form nicht sagen, dann würde der unter Umständen seinen Glauben ganz verlieren. Er musste etwas Tröstendes zu dem Ehepaar sagen, damit die ein wenig Mut fassten. Also gab er sich reichlich Mühe, dem Mann näherzubringen, was der gütige Gott auf anderen Gebieten alles für die Menschheit und für einzelne Menschen tat, damit den Menschen die schlimmsten Schicksale und Katastrophen erspart blieben. Nicht ganz einfach, und er wusste nicht, ob er den alten Mann wenigstens halbwegs hatte überzeugen können.

Pfarrer Müller musste mehr als zehn Minuten warten, bis Benedikt Kramer endlich mit dem Gespräch bei dem älteren Ehepaar zu Ende war und das Altenheim verlassen konnte. Benedikt Kramer begrüßte ihn freudig und fragte ihn: „Herr Pfarrer, waren wir verabredet?“ Pfarrer Müller verneinte. Er zog einen Brief aus seiner Innentasche und übergab Benedikt Kramer den Umschlag: „Heute ist eine Einladung aus Rom für Sie angekommen. In zehn Tagen müssen Sie reisen. Ihre Vertretung habe ich schon weitgehend organisiert. Es wird schwierig, aber es funktioniert. Ich sehe, Sie sind sehr engagiert, und ich weiß nicht, ob wir auch Ihre Betreuung in den Altenheimen während Ihrer Abwesenheit organisieren können. Wir versuchen es natürlich.“

Benedikt Kramer war sehr überrascht und meinte: „Eine Einladung aus Rom für mich? Aber was wollen die denn ausgerechnet von mir?“ Benedikt Kramer konnte sich überhaupt nicht vorstellen, aus welchem Grund ihm eine solche Einladung geschickt worden war. Er hatte doch hoffentlich keinen Fehler gemacht, oder etwa doch? Plötzlich wurde Benedikt Kramer sehr unsicher und blickte zu Boden.

Pfarrer Müller sagte ihm: „Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben. Sie haben bestimmt nichts falsch gemacht. Meistens geht es um eine Beförderung, wenn man nach Rom eingeladen wird. Das dürfte allerdings bei Ihnen etwas zu früh sein. Jedenfalls in unserer Pfarrgemeinde sind Sie ja erst seit drei Jahren.“ „Richtig“, antwortete Benedikt Kramer, „ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, aus welchem Grund ich nach so kurzer Zeit schon befördert werden sollte.“ Und dann dachte er noch, dass seine Abschlussnote im Theologiestudium nun nicht gerade die beste gewesen war. Kein Grund zur Beförderung also.

So wie die Einladung formuliert war, musste Benedikt Kramer ihr natürlich folgen. Der Vatikan erwartete, dass man einer solchen Einladung nachkam. Also packte er einige Tage später seine Sachen in einen Koffer. Alles, was er für eine Woche benötigen würde. Bibel und Gebetbücher steckte er in die Soutane.

Dann versuchte er, für den vorgesehenen Tag ein Zugticket nach Rom zu bekommen. Das müsste eigentlich klappen, denn bis dahin war ja noch etwas Zeit. Es würde ja wohl nicht alles ausverkauft sein. Er telefonierte mit einer jungen Dame in einem Reisebüro, die ihm immer die kostengünstigsten Bahnfahrkarten besorgt hatte. Jedenfalls bisher. Die suchte einen passenden Zug heraus und fragte, ob er auch eine Unterkunft benötige. Das verneinte Benedikt Kramer, denn er würde ja bei den Franziskanern unterkommen. So stand es jedenfalls in der Einladung.

Die Fahrkarte mit Sitzplatzreservierung war nicht teuer fand Benedikt Kramer und bedankte sich. „Sie sollten die Fahrkarte aber morgen schon abholen, damit nicht einer meiner Kollegen sie noch anderweitig verkauft. Ich bin nämlich ab morgen im Urlaub“, sagte sie, bevor sie sich verabschiedete. Das sagte Benedikt Kramer natürlich zu, denn er brauchte die Fahrkarte ja unbedingt. Ein Auto besaß er nicht. Dafür hatte sein Geld nie gereicht.

3. Kapitel

Ohne eine Ahnung zu haben, was ihn in Rom wohl erwartete, fuhr Benedikt Kramer also zehn Tage nach dem Gespräch mit seinem Vorgesetzten Pfarrer Müller nach Rom. Längere Strecken fuhr er immer mit dem Zug, denn dann konnte er sich unterwegs vorbereiten. In diesem Fall wollte er im Zug noch etwas recherchieren, denn er war noch nie zuvor in Rom gewesen, musste sich also zumindest über einige Sehenswürdigkeiten vorher etwas informieren. Seinen Laptop hatte er dabei. Und einen Reiseprospekt mit schönen Abbildungen vom Petersdom, von der Sixtinischen Kapelle, der Engelsburg und vielen Kunstmuseen. Ob er diese Sehenswürdigkeiten alle würde besichtigen können, hing natürlich davon ab, wie viel Zeit die Bischöfe oder wer auch immer etwas von ihm wollte ihm lassen würden.

Nach fast zwölfstündiger Zugfahrt mit einigen Unterbrechungen hatte Benedikt Kramer endlich Rom erreicht. Er nahm noch am Bahnhof direkt ein Taxi, um rechtzeitig am frühen Abend noch in der Unterkunft der Franziskaner, die man ihm für die Dauer seines Aufenthalts in Rom zugewiesen hatte, anzukommen. In der Einladung stand nämlich auch, dass die Einrichtung um achtzehn Uhr am Abend schließen müsste, weil dann nämlich schon der Abendgottesdienst begann.

Benedikt Kramer kam natürlich rechtzeitig bei den Franziskanern an, nämlich schon vor siebzehn Uhr. Der Taxifahrer war ziemlich rasant durch die Stadt gefahren. So wie Benedikt Kramer den Fahrstil einschätzte, hatte der Taxifahrer dabei sicher nicht alle Verkehrsvorschriften beachtet. Er selbst kannte sich natürlich nicht aus, was die Verkehrsvorschriften in Italien angeht. Und da Benedikt Kramer nun so rechtzeitig angekommen war, konnte er sich wenigstens noch ein wenig umsehen und seine Sachen auspacken, bevor er eine Stunde später zum Abendgottesdienst erscheinen musste. Es war ein sehr schönes Kloster, das die Franziskaner hier bewohnten. Benedikt Kramer hat sich in der Zeit auch die Gartenanlagen, die an das Kloster angrenzten, angesehen.

Nach dem Gottesdienst wurde im Speisesaal das Abendessen serviert. Nicht sehr opulent, aber doch vielfältig und mit Vorspeisen. Benedikt Kramer war zufrieden. Beim Abendessen fragte einer der wenigen Bischöfe, die ebenfalls mit am Tisch saßen, Benedikt Kramer, ob er wisse, aus welchem Grund er eine Einladung des Vatikans erhalten habe. Benedikt sagte natürlich, dass er nicht wisse, weshalb er eingeladen worden sei, nicht ohne zu erwähnen, dass auch sein Vorgesetzter in der Pfarrgemeinde, Pfarrer Müller, den Grund für diese Einladung nicht kannte. Es war immer besser, dachte Benedikt Kramer, so zu tun, als wüsste man von nichts und ahnte auch nichts von den Hintergründen. Und eigentlich wusste er ja auch nicht, was man von ihm wollte, obwohl er während der verbliebenen zehn Tage bis zur Abreise nach Rom gründlich darüber nachgedacht hatte, was der Vatikan von ihm erwartete. Gegenüber den Anwesenden verschwieg er natürlich, dass er einen Karrieresprung erhoffte, so wie sein Pfarrer es vermutet hatte.

Einer der Bischöfe sagte ihm dann: „Ach Herr Kramer, es geht um Ihre berufliche Zukunft. Das können Sie sich doch eigentlich denken. Aus welchem Grund sonst sollten wir Sie nach Rom einladen?“ Ja, dachte Benedikt Kramer, um was sonst sollte es hier gehen? Die hohen Herren des Vatikans würden ihn ja wohl kaum einladen, weil er so nett lächelte. Und für eine Heiligsprechung war es definitiv noch zu früh! Aber um was konkret es hier ging, das erfuhr Benedikt Kramer auch beim Abendessen immer noch nicht. Vielleicht wussten es ja die Bischöfe selbst nicht. Sie sagten ihm jedenfalls nichts dazu, oder sie wollten ihm dazu nichts mitteilen. Benedikt Kramer musste also warten, bis man ihn informieren würde.

Am nächsten Tag wurde Benedikt Kramer noch während des Frühstücks gebeten, um zehn Uhr in einem Saal vor einer Abordnung des Papstes zu erscheinen. Das teilte ihm nicht einer der Bischöfe mit, sondern einer der Franziskanermönche. Also begab sich Benedikt Kramer kurz vor zehn zu dem Saal, den man ihm genannt hatte. Vor dem Saal standen einige Stühle für die Wartenden. Aber Benedikt Kramer war zu nervös, um Platz zu nehmen.

Als Benedikt Kramer nach einer kurzen Wartezeit gebeten wurde, in den Saal einzutreten, wurde er dort von mehr als acht Bischöfen und Kardinälen empfangen. Das war dann wohl die Abordnung des Papstes. Den ganzen Tag über führte er mit den hohen kirchlichen Würdenträgern Gespräche über seine seelsorgerische Arbeit, über die Gestaltung des Religionsunterrichts in den Schulen, über die Gemeindearbeit mit den Mitgliedern der Pfarrgemeinde und über die Betreuung von Kindern während der Ferienaufenthalte. Mehrfach wird Benedikt Kramer gefragt, ob ihm die seelsorgerische Arbeit in der Pfarrgemeinde Spaß mache, oder ob er lieber etwas anderes machen würde. Immer wieder hat Benedikt Kramer deutlich betont, dass ihm seine seelsorgerische Arbeit in der Kirchengemeinde großen Spaß machte und er keinesfalls lieber etwas anderes machen würde.

Am zweiten Tag seines Aufenthaltes wurde Benedikt Kramer von einem anderen Bischof gebeten, sich in der Bücherei einzulesen und sich dort bis zum Abendgottesdienst für etwaige weitere Gespräche bereitzuhalten. Das tat er auch und war beeindruckt von der Größe der Bücherei und der Vielzahl der sicher sehr wertvollen älteren Werke der Literatur, die er dort bewundern konnte. Leider war die Zeit viel zu kurz, um alles zu lesen, was interessant für ihn war. Der junge Priester beschränkte sich also darauf, einige wenige für ihn interessanteste Bücher jeweils teilweise zu lesen. Vielleicht würde er an einem anderen Tag noch die Gelegenheit haben, zumindest eines der Werke vollständig zu lesen. Er war jedenfalls stark beeindruckt von der Vielfalt der Bibliothek der Kurie. Das hatte er eigentlich so nicht erwartet vorzufinden. An diesem Tag wollten die Bischöfe und Kardinäle offenbar keine Gespräche mehr mit ihm führen, denn sie haben ihn nicht mehr zu sich in den Saal rufen lassen.

Das machte Benedikt Kramer nicht das geringste aus. Die Franziskaner verfügten über beeindruckende Werke sehr vieler religiösen Philosophen und Theologen. Damit hat er sich den gesamten Tag über beschäftigt. Natürlich war diese Bücherei nichts weiter als eine Miniaturausgabe der apostolischen Bibliothek des Papstes. Die Franziskaner hatten die wichtigsten Werke in ihren Beständen, aber natürlich keine Millionen von Büchern angehäuft. Die wichtigste Bibliothek im Vatikan blieb nun einmal die apostolische Bibliothek des Heiligen Stuhls. Und wer weiß, vielleicht würden ihm die Bischöfe noch die Gelegenheit geben, auch diese Bibliothek zu noch besuchen. Diese war von ihren Dimensionen her durchaus geeignet, den Besucher quasi zu erschlagen.

Am dritten Tag führte Benedikt Kramer erneut im Saal Gespräche mit verschiedenen Bischöfen. Wieder hatte ihn einer der Bischöfe beim Frühstück in den Saal gebeten. Die Kardinäle waren an diesem Tag nicht mehr anwesend, bis auf einen, der offenbar die Gesprächsleitung hatte. Im Laufe des Tages wurde Benedikt Kramer von diesem Kardinal, der sich vorher nicht oder kaum an den Gesprächen beteiligt hatte, gefragt, ob ihm die Arbeit mit den Kindern Spaß mache. Das hat Benedikt Kramer bejaht. Er ergänzte, er arbeite gern mit Kindern, aber auch mit älteren Leuten. Er betreue die Kinder im Kindergarten und erteile den Schulkindern gern Religionsunterricht, aber er betreue auch sehr gern die Leute in den Altenheimen, vor allem die, die allein und einsam seien. Die besuche er besonders häufig und regelmäßig.

Nach einer Weile fragte ihn ein anderer Würdenträger erneut, ob ihm die Arbeit mit den Kindern Spaß mache. Benedikt Kramer fand nun, dass die Gespräche in eine unangenehmere Richtung führten. Er begriff nicht, was die Bischöfe und Kardinäle eigentlich von ihm wollten und betonte, dass er mit allen Mitgliedern seiner Pfarrgemeinde gern arbeite, mit den Kindern, mit den älteren Leuten in den Altenheimen, die er regelmäßig aufsuche, mit dem Kirchenvorstand und mit den freiwilligen Helfern, die es in der Pfarrgemeinde ja auch gebe. Er komme mit allen gut aus und arbeite sehr gern mit allen zusammen, betonte er.

Bis dann plötzlich einer der Bischöfe sagte: „Mein lieber Bruder, wir sehen, dass Sie die Seelsorgearbeit mit den Kindern ungeheuer belastet.“ Diesen Vorhalt verstand Benedikt Kramer nicht, widersprach aber auch nicht direkt. Der Kardinal, der die Gesprächsleitung hatte, fuhr fort, man verstehe seine Situation und wolle ihn natürlich in seinem beruflichen Fortkommen nicht behindern, aber man biete ihm eine Stelle als Pfarrer in der Eifel an. Dort würde er in erster Linie mit alten Leuten und mit Müttern arbeiten. Die Kinder würden von weltlichen Religionslehrern unterrichtet. Das saß! Warum um alles in der Welt sollte er denn den Kindern keinen Religionsunterricht und keinen Kommunionsunterricht mehr erteilen? Hatte er etwa im Unterricht etwas falsch gemacht? Welchen Fehler sollte er denn gemacht haben?