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J. Kenner

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Beschreibung

Stark Novella 6 – eine Geschichte mit Nikki und Damien Stark

Ein gemeinsames Wochenende auf einer paradiesischen Insel lässt Nikki und Damien Stunden voller heißer Erotik erleben. Abseits von ihrem Alltag in L.A. geben sie sich einander mit Haut und Haar hin – denn ihr Hunger nach Leidenschaft ist ungestillt. Doch als Nikki an einem stürmischen Abend allein über die Insel läuft, fühlt sie sich von einem Fremden verfolgt. Alte Ängste und Zweifel kehren zurück. Kann sie sich mit Damien an ihrer Seite den Geistern ihrer Vergangenheit stellen?

Die Erzählung umfasst ca. 120 Seiten.

Erfahren Sie Nikkis und Damiens ganze Geschichte in den Stark-Romanen »Dir verfallen«, »Dir ergeben«, »Dich erfüllen« und »Dich lieben«.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 147

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J. KENNER

Dich

BESITZEN

Erzählung

(Stark Novella 6)

Aus dem Amerikanischen von Janine Malz

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

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Vollständige deutsche E-Book-Ausgabe 02/2017

Copyright © 2016 by Julie Kenner

Die E-Book-Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel Deepest Kiss

bei Bantam Books, an imprint of Random House, a division

of Penguin Random House LLC, New York.

Copyright des deutschsprachigen E-Books © 2017 by Diana Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,Neumarkter Str. 28, 81673 München

Redaktion: Babette Mock

Umschlaggestaltung: t.mutzenbach design, München

Umschlagmotiv: © Andrey Kuzmin/Shutterstock

Satz: Christine Roithner Verlagsservice, Breitenaich

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-641-20324-5V003

www.penguin.de

Zur Erzählung

Ein gemeinsames Wochenende auf einer paradiesischen Insel lässt Nikki und Damien Stunden voller heißer Erotik erleben. Abseits von ihrem Alltag in L. A. geben sie sich einander mit Haut und Haar hin – denn ihr Hunger nach Leidenschaft ist ungestillt. Doch als Nikki an einem stürmischen Abend allein über die Insel läuft, fühlt sie sich von einem Fremden verfolgt. Alte Ängste und Zweifel kehren zurück. Kann sie sich mit Damien an ihrer Seite den Geistern ihrer Vergangenheit stellen?

Zur Autorin

Die New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellerautorin J. Kenner arbeitete als Anwältin, bevor sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, widmete. Ihre Bücher haben sich weltweit mehr als drei Millionen Mal verkauft und erscheinen in über zwanzig Sprachen. J. Kenner lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Texas, USA. Ihre lieferbaren Romane und Erzählungen finden Sie unter J. Kenner im Diana Verlag.

Die Romane mit Nikki und Damien im Überblick

Dir verfallen (Stark 1)

Dir ergeben (Stark 2)

Dich erfüllen (Stark 3)

Dich lieben (Stark 4)

Die Erzählungen mit Nikki und Damien im Überblick

Dich befreien (Stark Novella 1)

Dir gehören (Stark Novella 2)

Dir vertrauen (Stark Novella 3)

Dich begehren (Stark Novella 4)

Dich beschenken (Stark Novella 5)

Dich besitzen (Stark Novella 6)

Dich berühren (Stark Novella 7)

Dich fühlen (Stark Novella 8)

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

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Kapitel 1

Ich weiß zwar nicht, weshalb, aber ich hatte immer die Vorstellung, dass eine Babyparty eine elegante, stilvolle Angelegenheit sei.

Offenbar habe ich mich da getäuscht.

»Ich hatte die Wahl zwischen zwei Spielversionen, entweder die hier oder Steck dem Adonis seinen Penis an«, erklärt Cass meiner besten Freundin Jamie, während meine Schwägerin Sylvia die Hände auf den Bauch legt, der inzwischen kugelrund ist. Ehrlich gesagt, könnte ich nicht sagen, ob sie damit ihr Lachen zurückhalten oder ihr ungeborenes Kind vor all unseren derben Witzen schützen will.

Jamie zuckt mit den Achseln. »Also mir würde es überhaupt nichts ausmachen, mit verbundenen Augen an einem Schwanz herumzufummeln.«

»Äh, schon vergessen? Lesben an Bord«, sagt Cass und wirft ihrer Freundin Siobhan ein anzügliches Grinsen zu. »Und außerdem genieße ich als Partyplanerin einen Sonderstatus.« Sie nickt zu dem Tisch hinüber, auf dem zwei Dutzend Papier-Spermien ausgebreitet liegen und nur darauf warten, an die Abbildung eines weiblichen Uterus’ und eines lächelnden, winkenden, befruchtungsbereiten Eis gepinnt zu werden.

Wer braucht schon Steck dem Adonis den Penis an? Pah! Nein, wir spielen Steck dem Ei das Sperma an. Und ich muss mich extrem zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. Was möglicherweise mehr mit den fünf Gläsern Mimosa zu tun hat, die ich intus habe, als mit dem Spiel an sich, aber so oder so haben wir Mädels einen Mordsspaß.

Jamie dreht sich zu mir: »Ich hab’s dir doch gesagt, Nik. Wir beide hätten die Party schmeißen sollen.«

»Ich hatte es angeboten, aber Cass hat es an sich gerissen.«

»Ich habe die Beste-Freundin-Karte ausgespielt«, gesteht Cass. »Außerdem hat Nikki schon jede Menge gemacht. Den Bungalow bereitgestellt, zum Beispiel. Ganz zu schweigen davon, dass sie Syl unter einem Vorwand auf die Insel gelockt hat.«

»Was alles andere als einfach war«, sage ich. »Diese Frau ist ein echter Workaholic.« Ich hatte Sylvia vorgeschlagen, dass wir einen Familienausflug machen könnten, bevor das Baby kommt – nur Damien und ich zusammen mit Sylvia, Jackson und ihrer vier Jahre alten Tochter Ronnie –, aber sie hatte darauf bestanden, dass sie unmöglich aus dem Büro wegkönne, so kurz bevor sie in Mutterschutz ging.

Ich hatte sogar leichte Gewissensbisse, dass ich sie zu einer Überraschungsparty lockte, als mir Syl gestand, dass sie ein wenig nervös war.

»Ich bin nicht so sehr wegen der Geburt an sich nervös«, erklärte sie und korrigierte sich sofort selbst. »Das heißt, doch. Der Gedanke jagt mir schon Angst ein, aber ich schätze, da werde ich nicht drum herum kommen, und zur Not gibt es ja immer noch Spritzen, richtig?«

»Auf jeden Fall«, pflichtete ich ihr bei.

»Es ist nur so, das ganze Ding von wegen, Mutter sein, das ist schon etwas beängstigend.«

»Aber du bist doch schon eine tolle Mama«, stellte ich fest, denn Jackson, ihr Ehemann und Damiens Halbbruder, hatte eine Tochter mit in die Beziehung gebracht.

Syl zuckte mit den Achseln. »Schätze schon. Ich meine, ich hoffe es zumindest. Ich gebe mir auf jeden Fall größte Mühe. Und ich liebe Ronnie über alles.« Sie stieß einen tiefen Seufzer aus. »Am Anfang hatte ich solche Angst, dass ich es beinahe vermasselt hätte. Und ich glaube, mittlerweile habe ich das überwunden – wirklich. Aber bei Ronnie wusste ich, worauf ich mich einlasse. Ich meine, sie war zu dem Zeitpunkt bereits ein Kleinkind, ein fertiger kleiner Mensch. Aber ein Baby? Und noch dazu eins, das mit dem ganzen irren Mist meiner Familie aufwächst? Das bereitet mir schon ein wenig Sorge.«

»Es wird wunderschön, glaub mir«, versicherte ich ihr. »Ein Kind könnte sich gar keine besseren Eltern wünschen als Jackson und dich.«

Ihr Lächeln war etwas zaghaft, aber aufrichtig, und als sie ihre Arme ausbreitete, nahm ich sie fest in den Arm. »Danke«, flüsterte sie. »Ich verspreche, ich werde mich zusammenreißen. Außerdem steht in allen Büchern, dass es völlig normal ist, Zweifel zu haben. Aber es ist einfach so unglaublich viel Verantwortung, weißt du, was ich meine?«

Und ob ich das wusste. Selbst Sunshine, Damiens und meine Katze, bedeutet unheimlich viel Verantwortung. Mehr noch, ich verstehe ihre Angst, all den Familienirrsinn an ein Kind weiterzugeben. Ich weiß zwar nicht im Detail über Syl und ihr Verhältnis zu ihren Eltern Bescheid, aber ich weiß, dass es böses Blut gab. Genau wie bei Damien und mir. Wenn wir ein Kind hätten, würde es mit diesem ganzen Ballast aufwachsen.

Ehrlich gesagt, macht mir das Angst.

Nicht, dass ich deswegen nachts kein Auge zumachen könnte. Im Moment fühle ich mich eh noch nicht bereit, Mutter zu werden – meine Firma steckt selbst noch in den Kinderschuhen, und momentan reicht es mir völlig, Tante Nikki zu sein. Aber manchmal mache ich mir schon Gedanken …

Jedenfalls hatte ich mich in meiner Rolle als zukünftige Tante von Syls Baby dazu berufen gefühlt, sie in geheimer Mission auf die Insel zu locken. Und da die Familienausflugsnummer bei ihr nicht zog, musste ich schwerere Geschütze auffahren und Damien bitten, sich irgendein Problem auszudenken, das nur auf der Insel selbst behoben werden konnte.

»Ich hätte mich kooperativer gezeigt, wenn ich gewusst hätte, was ihr da ausheckt«, gibt Sylvia zu. »Aber ich hätte nicht gedacht, dass es eine zweite Babyparty gibt.«

»Die erste Party im Büro war ja wohl total langweilig«, sagt Cass. »Das geht so nicht. Es war quasi unsere Pflicht, eine coole Mädelsparty zu schmeißen.«

»Ähm, Entschuldigung«, schaltet sich Rachel ein. »Die langweilige Büroparty war gar nicht sooo langweilig.«

Sylvia war früher Damiens Assistentin, aber jetzt hat Rachel diese Rolle übernommen. Und in dieser Funktion war sie es, die Syls Büro-Babyparty organisiert hat. Die, nach allem was ich gehört habe, ziemlich spaßig war.

Syl arbeitet natürlich immer noch für Stark International. Allerdings ist sie jetzt Projektmanagerin für die Immobilienfirma Stark Real Estate Development. Und passenderweise war genau diese Insel ihr erstes Projekt, als Damien sie mit dem Bau eines exklusiven Ferienresorts betraute, dem Resort at Cortez.

Ihr Mann, Jackson Steele, ist Architekt und hat das gesamte Resort entworfen, das ein kleines Hotel, separate Bungalows, zahlreiche Erholungsbereiche, Restaurants, Geschäfte und einen eingezäunten Bereich beherbergt, der fünf Privatbungalows mit eigenem Strand umfasst.

Wir befinden uns gerade in einem davon, der Damien und mir gehört. Jackson und Syl gehört der Bungalow gleich nebenan, und Dallas Sykes, einer der Hauptinvestoren des Resorts, besitzt den dritten. Die anderen zwei, die leer stehen, stellt Damien wichtigen Kunden und Mitarbeitern als Ferienwohnungen zur Verfügung.

Da unsere Party eine reine Mädelsrunde sein sollte, ist Jackson nebenan in seinem Bungalow, gemeinsam mit Jamies Freund Ryan sowie Dallas und den anderen Männern, die ihre Freundinnen zur Babyparty begleitet haben. Soweit ich weiß, wollten die Jungs zusammen etwas trinken und Poker spielen. Das heißt, alle bis auf Damien. Eigentlich sollte er auch hier sein, aber er wurde geschäftlich in Santa Barbara aufgehalten.

Ehrlich gesagt, bin ich etwas nervös. Er hatte mir gesagt, er würde sich gegen frühen Abend auf den Weg zur Insel machen, aber im Moment zieht ein Gewitter auf, und mir behagt der Gedanke ganz und gar nicht, dass er bei diesem Wetter in der Luft oder auf dem Meer unterwegs ist.

»Nicholas. Nikki.« Jamie stößt mich erst mit der Hüfte an und zieht dann die Augenbrauen hoch. »Hallo? Erde an Nikki?«

»Sorry.« Offenbar hatte ich gedankenverloren durch das Fenster auf den gewittrigen Himmel gestarrt. »Ich hab nur …«

»Ihm passiert schon nichts, Texas«, ertönt von der anderen Seite des Raums die Stimme von Evelyn Dodge – eine laute, etwas derbe, aber liebenswerte Frau, die für mich zu einer Art Ersatzmutter geworden ist. Natürlich hat sie meine Gedanken erraten.

»Ich weiß«, sage ich und zwinge mich, gelassen zu bleiben. »Schlimmstenfalls bleibt er einfach in Malibu oder in der Wohnung. Oder er bleibt gleich in Santa Barbara.« Wobei keine dieser Optionen toll wäre, denn ich möchte ihn hier in unserem gemeinsamen Bett haben. Vor allem aber möchte ich ihn in Sicherheit wissen.

»Na los«, sagt Syl und hält mir ihre Hand hin. »Hilf mir mal vom Stuhl hoch, dann können wir beide unser Glück versuchen. Es gibt keine bessere Ablenkung, als mit Papier-Spermien herumzuhantieren.«

Also helfe ich ihr hoch, und wir beide schnappen uns jeweils eines der 15 Zentimeter langen Spermien vom Spieltisch, der neben der Wand steht, an der das Uterus-Poster mit Klebestreifen befestigt ist.

»Wer zuerst?«, fragt Lisa Reynolds, die Augenbinde in der Hand. Sie ist eine gute Freundin und Unternehmensberaterin, deren Freund Preston ebenfalls für Damiens Firmenimperium arbeitet. »Syl darf entscheiden. Als künftige Mama hat sie das letzte Wort.«

»Da ich schon mal stehe«, sagt Syl, »kann ich auch gleich loslegen.«

Lisa verbindet ihr die Augen, dreht sie im Kreis und stubst sie dann in Richtung der überdimensionalen Gebärmutter – die Sylvia um ungefähr eine Meile verfehlt.

Alle biegen sich vor Lachen, als sie sich die Augenbinde abnimmt. »Wow. Bei meinem Talent ist es ein Wunder, dass ich überhaupt schwanger geworden bin.«

»Tja, da musst du wohl Jackson danken«, sagt Cass.

Syl wirft ihr eine Kusshand zu und grinst dreckig. »Und zwar in so vielerlei Hinsicht.« Sie hält mir die Augenbinde hin. »Okay, Nikki ist dran.«

Ich will sie gerade entgegennehmen, doch Lisa ist schneller und zieht sie mir über die Augen. Währenddessen höre ich Jamie im Hintergrund kichern. »Was?«, frage ich.

»Ich dachte nur gerade, dass das jetzt bestimmt das erste Mal ist, dass es nicht Damien ist, der dir die Augen verbindet.«

Ich merke, wie ich rot werde, streite es aber nicht ab. Denn tatsächlich hat sie damit vollkommen recht.

»Okay, und jetzt drehen«, fordert mich Lisa auf und hilft mir dabei, mich im Kreis zu drehen, ohne umzufallen oder irgendwo dagegen zu rempeln. »Und … los!«

Blind tapse ich nach vorne, die freie Hand ausgestreckt, bis ich die Wand erreicht habe, und drücke dann das Spermium mit der Klebefläche nach unten dagegen, bis es haftet. Als ich zurücktrete, brechen die Mädels hinter mir in Applaus aus.

Ich ziehe die Augenbinde herunter und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen – mein Spermium klebt direkt auf dem Ei.

»Gut gemacht«, sagt Jamie, die mich von hinten umarmt. »Sieht so aus, als hättest du gerade ein Baby produziert.«

Ich lächle zurück und stimme in das Lachen meiner Freunde ein. Aber ich kann nicht leugnen, dass mir leicht mulmig wird. Und ich weiß nicht, ob aus einem insgeheimen Wunsch oder einer insgeheimen Furcht heraus.

Aber vielleicht ist es auch nur der Sekt.

Der Nieselregen ist mittlerweile in einen heftigen Platzregen übergegangen, als wir alle auf der Schwelle zu meinem Bungalow versammelt stehen. Die Geschenke sind noch drin – darum kümmern wir uns morgen, wenn es nicht mehr regnet –, und die gesamte Meute hat versprochen, Syl heil und sicher zu Jackson und ihrem Bungalow zu begleiten und sicherzustellen, dass sie auf den nassen Fliesen nicht ausrutscht.

»Der Rest der Truppe wollte danach zum Club gehen, um noch etwas zu trinken und ein wenig abzuhotten«, sagt mir Jamie, als die anderen loslaufen. »Du könntest doch Damien schreiben und ihm sagen, dass ihr euch dort trefft?«

Ich werfe einen Blick auf die Uhr und schüttele den Kopf. »In seiner letzten SMS hat er geschrieben, dass er allerspätestens um zehn hier ist. Das ist schon in zwanzig Minuten.«

»Der Club ist ohnehin viel näher am Dock und am Hubschrauberlandeplatz«, meint Jamie. »Du möchtest ihn doch gerne so bald wie möglich sehen, oder nicht?«

»Ich möchte ihn vor allem allein sehen«, gestehe ich. »Nicht auf einer Tanzfläche inmitten von tausend Leuten.«

Sie seufzt und schüttelt gespielt enttäuscht den Kopf. »Und ich dachte, mit Damien Stark verheiratet zu sein würde deinem Leben ein wenig Würze verleihen.«

Ich muss mir auf die Wange beißen, um nicht loszulachen. Jamie ist meine beste Freundin, aber selbst sie weiß nicht, wie scharf mein Liebesleben tatsächlich ist. »Jedenfalls viel Vergnügen. Und falls Ryan und du beschließt, euch noch ein bisschen mehr zu vergnügen, dann zieht euch bitte wenigstens an den Erwachsenenstrand zurück, ja? Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass jetzt noch Kinder unterwegs sind, aber ich könnte es mir nie verzeihen, wenn sie Traumatisches mit ansehen müssten.«

Ein breites, dreckiges Grinsen leuchtet auf ihrem Gesicht auf, und ihre Augen glänzen vor diebischer Freude. »Am Strand im Regen. Mmh. Gar keine schlechte Idee …«

Ich kann mein Lachen nicht mehr zurückhalten. »Na los, geh schon, damit du die anderen noch einholst. Und vor allem: viel Spaß noch!«

Jamie gibt mir eine kurze Umarmung und rennt los, den anderen hinterher. Ich schaue ihr nach, wie sie den Weg zu Syls und Jacksons Bungalow hinunterläuft, wo die anderen Männer jetzt nach draußen drängen, um sich mit ihren Freundinnen in ihre Zimmer in den beiden leeren Bungalows direkt hinter dem von Dallas zurückzuziehen.

Ich winke ihnen zu und gehe wieder hinein. Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen habe, lehne ich mich dagegen, schließe die Augen und wünsche mir Damien herbei.

Doch leider besitze ich keine magischen Kräfte, und er taucht nicht wie von Zauberhand vor mir auf. Ich blicke auf die Uhrzeit auf meinem Handy. Es ist drei Minuten später als beim letzten Mal, als ich auf die Uhr geschaut habe. Und hoffentlich drei Minuten näher an Damiens Rückkehr.

Nur leider ist das nicht der Fall. Denn just als ich auf die Uhr blicke, erscheint eine Nachricht auf meinem Display.

Wird doch später als gedacht. Brauche bestimmt noch zwei Stunden. Blödes Wetter. Dabei könnte ich längst bei dir sein.

Na toll.

Ich beginne schon, eine lange, selbstmitleidige Antwort einzutippen, halte mich aber dann zurück. Wenn es nach ihm ginge, wäre er auch schon längst bei mir. Also schlucke ich den Frust herunter und schreibe zurück.

Vermisse dich. Warte auf dich. Bin feucht für dich.

Seine Antwort erscheint innerhalb von Sekunden.

Bin hart für dich, Baby. Bald schon …

Ich merke, dass ich lächle. Ich möchte ihn bei mir, aber wenn das nicht geht, dann will ich zumindest nicht jammern.

Um mir die Zeit bis zu Damiens Rückkehr ein wenig zu vertreiben, beschließe ich, in die Küche zu gehen und eine Flasche Wein zu öffnen. Die zwei Stunden gehen bestimmt deutlich schneller um, wenn ich einen Film schaue und nebenher ein Gläschen trinke. Außerdem kann der Wein in der Zeit atmen, und wenn Damien eintrifft, können wir zusammen anstoßen.

Aber so ein Mist, der Wein ist alle. Wir haben auch keinen Champagner mehr, also kann ich mir auch keinen Mimosa machen. Der Wodka ist ebenfalls alle, offenbar haben Evelyn und Lisa ein Faible für Bloody Marys. Wir haben nur noch einen kleinen Schluck Gin, den ich allerdings überhaupt nicht mag, und Scotch, den ich liebe, aber dafür bin ich gerade nicht in der Stimmung.

Stirnrunzelnd wäge ich meine Optionen ab. Ich hatte mir das alles schon so schön ausgemalt. Zwei Weingläser, die auf dem Couchtisch bereitstehen, und daneben eine offene Flasche Wein. Kerzen, die in der Dunkelheit flackern. Ich, wie ich nackt unter der Decke liege und sofort den Fernseher ausschalte, sobald ich Damien die Treppe heraufkommen höre.