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J. Kenner

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Beschreibung

Die leidenschaftliche Beziehung zu dem erfolgreichen und faszinierenden Damien Stark hat Nikkis Leben verändert. Sie genießt das erotische Abenteuer und kann endlich ihre schmerzhaften Erinnerungen besiegen. Glaubt sie. Doch Nikki bleibt nicht verborgen, dass auch Damien zutiefst verletzlich ist. Noch immer hat er Geheimnisse, die er ihr nicht offenbart. Das macht Nikki Angst. Denn sie spürt, dass die dunklen Schatten der Vergangenheit ihre Liebe bedrohen …

Roman 2 der Stark-Serie

Noch nicht genug von Nikki und Damien? Entdecken Sie auch die Stark Novellas!

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 539




Die Autorin im Gespräch

Nikki ist klug, lässt sich nicht einschüchtern und hat ihren eigenen Kopf – ist sie die Richtige für Damien?

Ja, absolut. Bei Nikki und Damien kann man wirklich von Seelenverwandten sprechen! Was natürlich nicht heißt, dass ihr Weg ganz ohne Hindernisse ist …

Was findet Nikki an Damien so unwiderstehlich?

Wie viele Seiten darf ich dazu schreiben? Nein, ganz im Ernst, es gibt sehr viel, das Nikki wahnsinnig an Damien fasziniert. Sein Humor, sein Beschützerinstinkt (auch wenn der sie manchmal in den Wahnsinn treibt), seine Bereitschaft, sich ihr zu öffnen (wenn auch sehr langsam), die Tatsache, dass er keine Spielchen mit ihr spielt – er verehrt sie und zeigt das in allem, was er tut. Vor allem aber versteht er, wie sie funktioniert. Dazu kommt natürlich noch der tolle Sex!

Wie verändern sich Nikki und Damien nach ihrer Begegnung?

Damien fasst Vertrauen und kann so endlich die Schrecken seiner Vergangenheit mit jemandem teilen. Für Nikki ist die Begegnung noch tiefgrei­fender. Ihre ganze Selbstwahrnehmung verändert sich dadurch, dass sie ­Damien in ihrem Leben hat.

Was sind Nikkis und Damiens größte Fehler?

Damien fällt es sehr schwer, sich zu öffnen. Dass er diese Angst überwindet, wenn auch erst in kleinen Schritten, zeigt, wie stark seine Verbindung zu Nikki ist. Nikki ist immer wieder versucht, ganz auf Damien zu bauen, weil er sie emotional so gut unterstützt. Dieser Versuchung muss sie widerstehen, Damien ist ihr Sicherheitsnetz, aber sie muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Das ist ein feiner Unterschied, aber er ist wichtig.

Über J. Kenner

J. Kenner studierte Rechtswissenschaften und war für verschiedene Anwaltskanzleien tätig, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Texas. Alle drei Bände ihrer erotischen Trilogie um Nikki Fairchild und Damien Stark sind New-York-Times-Bestseller. Der erste Band, Dir verfallen, stieg nach Erscheinen auch in Deutschland sofort auf der SPIEGEL-Bestsellerliste ein. Auf Dir ­ergeben folgt der dritte Band Dich erfüllen im Mai 2014.

 

 

J.KENNER

Dir

ERGEBEN

Roman

Aus dem Amerikanischen von Christiane Burkhardt

 

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Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel Claim Me

bei Bantam Books, an imprint of the Random House Publishing Group,

a division of Random House, Inc., New York

Deutsche Erstausgabe 12/2013

Copyright © 2013 der Originalausgabe by Julie Kenner

Copyright © 2013 der deutschsprachigen Ausgabe by Diana Verlag,

München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Redaktion | Kristof Kurz

Umschlaggestaltung | t.mutzenbach design, München,

unter Verwendung eines Motivs von © shutterstock

Satz | Christine Roithner Verlagsservice, Breitenaich

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-641-12139-6V002

www.diana-verlag.de

 

1

»Bist du bald fertig?«, frage ich. »Die Sonne ist schon vor fünf Minuten untergegangen.«

Einige Meter von mir entfernt lehnt sich Blaine zur Seite, sodass er teilweise hinter der Leinwand zum Vorschein kommt. Ich rühre mich nicht, kann aber gerade noch seine Schultern, seinen Glatzkopf und sein knallrotes Ziegenbärtchen aus den Augenwinkeln erkennen.

»Aber in meiner Vorstellung bist du immer noch in Licht getaucht. Und jetzt halt still und sei ruhig!«

»Kein Problem.« Ich höre, wie er genervt knurrt, weil ich mich einfach so über seine Regeln hinweggesetzt habe.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich nackt in einer Türöffnung stehe, ist das ein ganz normales Gespräch für uns. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt: an die kühle Meeresbrise, die meine Brustwarzen steif werden lässt. An den Sonnenuntergang, der so leidenschaftliche Gefühle in mir hervorruft, dass ich am liebsten die Augen schließen und mich ganz dem intensiven Licht- und Farbenspiel hingeben würde.

Es macht mich nicht mehr nervös, dass Blaines Blick prüfend auf mir ruht, und ich zucke auch nicht mehr zusammen, wenn er sich beim Korrigieren meiner Haltung so weit vorbeugt, dass er beinahe meine Brust oder meine Hüfte berührt. Sogar wenn er »Perfekt! Nikki, verdammt, du siehst einfach perfekt aus!« murmelt, zieht sich mein Magen nicht mehr schmerzhaft zusammen, und ich stelle mir auch nicht mehr vor, dass ich meine Hände zu Fäusten balle und meine Fingernägel in die Handballen grabe. Ich bin nicht perfekt – bei Weitem nicht. Aber ich flippe nicht mehr aus, wenn ich diese Worte höre.

Nie hätte ich mir träumen lassen, einmal so unbekümmert für einen Akt Modell zu stehen. Ich habe zwar den Großteil meines Lebens damit verbracht, auf einer Bühne auf und ab zu laufen – aber selbst als ich noch an Schönheitswettbewerben teilnahm, war ich immer bekleidet. Sogar bei Auftritten im Badeanzug waren die entscheidenden Stellen bedeckt. Ich kann mir gut vorstellen, wie entsetzt meine Mutter wäre, wenn sie mich jetzt so sehen könnte: hocherhobenen Hauptes und mit durchgebogenem Rücken, während meine Hände mit einem roten Seidenband auf den Rücken gefesselt sind, das zwischen meinen Beinen hindurchführt und sich dann sanft um einen Schenkel legt.

Schon seit Tagen habe ich keinen Blick mehr auf Blaines Leinwand geworfen, aber ich kenne seinen Malstil und kann mir vorstellen, wie er mich mit seinen Pigmenten und Pinselstrichen eingefangen hat: sinnlich, unterwürfig.

Eine gefesselte Göttin.

Meine Mutter würde bestimmt ausrasten, aber ich genieße es sehr. Vielleicht gerade deswegen! Aus der braven Prinzessin ist eine Revoluzzerin geworden, und das fühlt sich verdammt gut an.

Ich höre Schritte auf der Treppe und zwinge mich, meine Position beizubehalten, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche, als mich umzudrehen und ihn anzusehen: Damien.

Damien Stark ist das Einzige, an das ich mich in meinem neuen Leben noch nicht gewöhnt habe.

»Das Angebot steht.« Damiens Worte hallen durch das Marmortreppenhaus bis in den dritten Stock. Er hat seine Stimme nicht erhoben, trotzdem strahlt sie eine solche Autorität, ein solches Selbstbewusstsein aus, dass sie den ganzen Raum erfüllt. »Sagen Sie ihnen, sie sollen sich ihre Gewinn- und-Verlust-Rechnung noch mal gut anschauen. Sie machen keinen Profit, und wenn das so weitergeht, gibt es Ende des Jahres nicht einmal mehr die Firma. Sie befindet sich mehr oder weniger im freien Fall, und ist sie erst mal pleite, sind sämtliche Angestellten ihren Job los. Dann ist die Firma endgültig ruiniert, und wenn die Gläubiger ihr Geld einfordern, ist mit einem jahrelangen Rechtsstreit um die Patente zu rechnen. Aber wenn sie sich auf diesen Deal einlassen, werde ich die Firma wieder nach oben bringen. Das wissen Sie so gut wie ich, Charles. Und die wissen das auch!«

Die Schritte verstummen, und ich merke, dass er den obersten Treppenabsatz erreicht hat. Der luftige Raum dient eigentlich dazu, Gäste zu empfangen. Normalerweise wird derjenige, der die Treppe hinaufgeht, mit einem die ganze Zimmerbreite einnehmenden Blick auf den Pazifik belohnt.

Doch Damien hat nur Augen für mich.

»Regeln Sie das, Charles!«, sagt er angespannt. »Ich muss jetzt auflegen.«

Ich kenne diesen Mann mittlerweile so gut – seinen Körper, seinen Gang und seine Stimme. Und ich brauche ihn gar nicht erst zu sehen, um zu wissen, dass die Anspannung in seiner Stimme nichts mit dem Geschäft zu tun hat, das er unbedingt abschließen will. Nein, ich bin dafür verantwortlich – eine Erkenntnis, die mir genauso zu Kopf steigt wie Champagner auf leeren Magen. Ein ganzes Firmenimperium ist von ihm abhängig, trotzdem besteht seine Welt in diesem Moment nur aus mir. Ich fühle mich geschmeichelt. Mir wird schwindelig, und ich bin durchaus erregt.

Außerdem lächle ich, was Blaine scharf kritisiert. »Nikki, verdammt, hör auf zu grinsen!«

»Dabei sieht man mein Gesicht auf dem Bild gar nicht.«

»Aber ich sehe es sehr wohl«, sagt Blaine. »Also hör auf damit!«

Er nimmt mich nur auf den Arm. »Ja, Sir«, sage ich und muss beinahe kichern, als Damien, der offensichtlich selbst ein Lachen unterdrücken muss, hüstelt. Die förmliche Anrede »Sir« ist unser Geheimnis, es gehört zu dem Spiel, das wir spielen. Ein Spiel, das noch heute Nacht offiziell beendet wird – jetzt wo Blaine letzte Hand an das von Damien in Auftrag gegebene Bild legt. Beim Gedanken daran werde ich ganz melancholisch.

Natürlich freue ich mich darauf, nicht mehr stocksteif posieren zu müssen. Selbst die Genugtuung, meiner Mutter und ihrer Prüderie eins auswischen zu können, entschädigt kaum für die Muskelkrämpfe nach diesen Sitzungen. Aber alles andere werde ich vermissen – vor allem das Gefühl, Damiens Blicke auf mir zu spüren. Diese langsamen, leidenschaftlichen, visuellen Erkundungen, bei denen ich ganz feucht werde und mich extrem darauf konzentrieren muss stillzuhalten, weil mich ein so süßes Verlangen packt.

Ja, ich werde auch unser Spiel vermissen. Aber ich will mehr, als nur mit Damien spielen, und kann den morgigen Tag kaum erwarten, an dem es nur noch Damien und Nikki geben wird, sonst nichts. Und was die nach wie vor zwischen uns stehenden Geheimnisse betrifft … nun, mit der Zeit werde ich schon noch dahinterkommen.

Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, wie schockiert ich damals von Damiens Angebot war: eine Million Dollar im Tausch gegen ein überlebensgroßes Aktbild von mir. Und gegen meinen Körper, der ihm zu Willen sein muss – wann immer er es verlangt. Der Schock ist schlichtem Pragmatismus gewichen, gemischt mit Begeisterung und Empörung. Schon damals habe ich Damien genauso sehr begehrt wie er mich, aber gleichzeitig wollte ich ihn bestrafen. Weil ich mir sicher war, dass er nur die Schönheitskönigin in mir gesehen hat. Sobald er das entstellte Wrack hinter der polierten Oberfläche sehen würde, würde er entsetzt zurückweichen und sein Geld behalten. Davon ging ich fest aus.

Noch nie habe ich mich so gern getäuscht.

Unser Deal war ursprünglich auf eine Woche beschränkt, aus der dann allerdings zwei Wochen wurden: Weil Blaine sich mit dem hölzernen Pinselgriff ans Kinn geklopft, die Augen zusammengekniffen und stirnrunzelnd gemurmelt hat, dass er noch etwas mehr Zeit braucht, wenn wirklich alles perfekt sein soll – da, schon wieder dieses Wort: Perfekt!

Damien musste er nicht lange überreden – schließlich hat er Blaine beauftragt, weil er nicht nur ein aufsteigender Stern am Künstlerhimmel ist, sondern ein besonderes Talent für erotisch aufgeladene Aktbilder hat. Wenn Blaine mehr Zeit brauchte – bitte sehr!

Auch ich habe mich nicht darüber beklagt, wenn auch aus weniger pragmatischen Gründen: Ich wollte einfach nur, dass diese Tage und Nächte mit Damien kein Ende nehmen. Genau wie mein Bild auf der Leinwand wurde auch ich langsam zum Leben erweckt.

Ich war erst wenige Wochen zuvor nach Los Angeles gezogen – mit dem festen Vorsatz, mit gerade mal vierundzwanzig die Geschäftswelt zu erobern. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass ein Mann wie Damien Stark mich wollen könnte, ganz zu schweigen von meinem Porträt. Aber gegen die Leidenschaft, die zwischen uns entbrannte, als ich ihn auf einer von Blaines Ausstellungen kennengelernt habe, waren wir machtlos. Er ließ nicht locker, obwohl ich mich nach Kräften bemühte, ihn abzuweisen. Ganz einfach weil ich wusste, dass ich ihm das, was er wollte, nicht geben konnte und wollte.

Ich war zwar keine Jungfrau mehr, aber auch nicht sonderlich erfahren. Sex ist nichts Selbstverständliches für jemanden mit meiner Vorgeschichte und meinen Narben. Ich war von einem Mann, dem ich vertraut hatte, schwer enttäuscht worden, und meine Gefühle waren genauso taub wie meine vernarbte Haut.

Damien dagegen scheint diese schlimmen Narben gar nicht zu sehen. Oder besser gesagt, er sieht sie als das, was sie sind: ein Teil von mir. Wunden aus einer Zeit, die ich hinter mir gelassen habe, und gegen deren Dämonen ich immer noch ankämpfe. Während ich in meinen Narben nichts als Schwäche gesehen habe, sind sie für ihn der Beweis meiner Stärke. Und genau diese Fähigkeit – nämlich die, mich so zu sehen, wie ich wirklich bin – zieht mich so unwiderruflich zu diesem Mann hin.

»Du lächelst schon wieder«, sagt Blaine. »Und ich weiß ganz genau, woran du gerade denkst. Oder besser gesagt, an wen. Soll ich unseren Mäzen rauswerfen?«

»Du wirst dich mit ihrem Lächeln abfinden müssen«, sagt Damien, noch bevor ich etwas erwidern kann. Wieder muss ich mich zwingen, mich nicht umzudrehen und ihn anzu­sehen. »Denn ich habe nicht vor, diesen Raum ohne Nikki zu verlassen.«

Ich genieße seine samtene Stimme und weiß, dass er meint, was er sagt. Wir waren den ganzen Nachmittag auf dem Rodeo Drive shoppen, um den neuen Job zu feiern, den ich morgen antreten werde. Wir sind gemütlich durch die hübschen Straßen geschlendert, haben Händchen gehalten, hochkalorische Frozen Mokkas getrunken und alles andere um uns herum vergessen. Sogar die Paparazzi, diese mit Kameras bewaffneten Aasgeier, die sich leider mittlerweile für alles interessieren, was Damien und ich so tun, haben uns kaum Beachtung geschenkt.

Sylvia, Damiens Assistentin, hat versucht, mehrere Anrufe durchzustellen, aber Damien hat sich schlichtweg geweigert, sie entgegenzunehmen. »Dieser Moment gehört ausschließlich uns«, hat er zu mir gesagt.

»Soll ich die Wirtschaftspresse informieren?«, sagte ich, um ihn zu ärgern. »Bricht nicht gleich der Weltmarkt zusammen, wenn Damien Stark sich einen Tag freinimmt?«

»Wenn ich ein paar Stunden mit dir verbringen kann, riskiere ich dafür gern eine Weltwirtschaftskrise.« Er hat meine Hand an seine Lippen geführt und jede Fingerspitze einzeln geküsst. »Außerdem: Je mehr wir shoppen, desto stärker kurbeln wir die Wirtschaft an.« Seine Stimme war tief und sinnlich, voller Verheißungen. »Vielleicht sollten wir ja auch in die Bürowohnung zurückkehren. Ich hätte da noch ein paar Ideen für heute Nachmittag: Finanzthemen spielen dabei ­aller­dings keine Rolle.«

»Das klingt verlockend«, sagte ich. »Aber ich fürchte, mit der Schuld, wegen eines Orgasmus eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst zu haben, kann ich dann doch nicht leben.«

»Glaub mir, Baby: Es wäre nicht nur ein Orgasmus.«

Ich musste lachen, und letztlich haben wir die Weltwirtschaftskatastrophe dann doch noch abgewendet (die Schuhe, die er mir gekauft hat, sind wirklich fantastisch!) und mir einen Orgasmus verschafft. Um ehrlich zu sein, sogar drei – Damien ist in jeder Hinsicht großzügig.

Und was das Telefon anging, hat er ebenfalls Wort gehalten. Trotz des ständigen Vibrationsalarms hat er sein Handy ignoriert, bis wir vor dem Haus in Malibu anhielten und ich darauf bestand, dass er sich des Anrufers erbarmt. Ich bin schon hineingeeilt, um Blaine zu begrüßen, und Damien blieb zurück, um seinem Anwalt zu versichern, dass es schließlich kein Weltuntergang wäre, wenn er mal nicht erreichbar sei.

Ich bin so in Gedanken, dass ich gar nicht merke, wie ­Blaine auf mich zukommt. Er tippt mit dem Pinselgriff gegen meine Unterlippe, und ich zucke zusammen.

»He, Nikki, du bist ja völlig weggetreten!«

»Hast du’s jetzt?« Das Modellstehen macht mir nichts aus, und mit Blaine bin ich inzwischen gut befreundet. Aber im Moment will ich einfach nur, dass er verschwindet. Im Moment will ich nur noch Damien.

»Fast.« Er bildet mit den Händen einen Rahmen und schaut hindurch. »Hier!«, sagt er dann und gestikuliert mit dem Pinsel. »Das Licht auf deiner Schulter, wie deine Haut schimmert, die Farben …« Er verstummt und kehrt zu dem Porträt zurück. »Ich bin wirklich ein verdammtes Genie!«, sagt er schließlich. »Das bist du, Süße, wie du leibst und lebst. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich schwören, dass du gleich von der Leinwand steigst.«

»Bist du fertig? Darf ich es sehen?« Gedankenverloren drehe ich mich um und merke zu spät, dass mir Blaine noch nicht die Erlaubnis erteilt hat, mich zu bewegen. Aber das ist mir egal. Es kümmert mich nicht mehr: Blaine, das Bild, meine Umgebung – alles verschwindet. Denn es ist nicht das Gemälde, das ich erblicke, sondern Damien.

Er steht genau da, wo ich ihn vermutet habe, auf dem Treppenabsatz, lehnt lässig am schmiedeeisernen Geländer und sieht noch attraktiver aus als in meiner Fantasie. Auch wenn ich schon den ganzen Nachmittag mit ihm verbracht habe: Jeder Blick, den ich auf ihn erhaschen kann, macht mich selig. Ich kann mich nicht an ihm sattsehen.

Ich verschlinge ihn mit meinen Blicken. Sein markantes Kinn, das von einem dunklen Bartschatten betont wird. Das windzerzauste schwarze Haar, das sich so dick, weich und vertraut unter meinen Fingern anfühlt. Und seine Augen, diese unglaublichen zweifarbigen Augen, die mich jetzt so eindringlich mustern, dass ich seinen Blick förmlich auf der Haut spüren kann.

Er trägt Jeans und ein weißes T-Shirt. Aber sogar in diesem lässigen Outfit hat Damien Stark so gar nichts Saloppes: Er strahlt Macht aus, geballte Energie. Niemand kann einen Blitz einfangen, geschweige denn festhalten, und deshalb habe ich Angst: Ich möchte diesen Mann auf keinen Fall verlieren.

Unsere Blicke begegnen sich, und ich bekomme Gänsehaut. Der Sportler, der Promi, der Unternehmer, der Milliardär – sie alle treten in den Hintergrund, und nur der Mann bleibt zurück, der mein Blut in Wallung bringt und dafür sorgt, dass ich mich nach ihm verzehre. Er sieht mich dermaßen begehrlich an, dass jede Kleidung – wenn ich denn welche anhätte – sofort von seiner brennenden Leidenschaft versengt und zu Asche zerfallen würde.

Mein ganzer Körper prickelt, und ich muss mich zwingen, stillzuhalten. »Damien«, flüstere ich, weil ich der Versuchung nicht widerstehen kann, seinen Namen zu sagen. Er scheint zwischen uns im Raum zu hängen, und die Luft ist zum Zerreißen gespannt.

Hinter der Staffelei räuspert sich Blaine. Damien schaut kurz zu ihm hinüber, und ich glaube, so etwas wie Erstaunen auf seinem Gesicht zu erkennen – als hätte er ganz vergessen, dass wir nicht allein sind. Er geht zu ihm hinüber und stellt sich neben den Künstler vor das riesige Porträt. Von meiner Warte aus kann ich nur den Keilrahmen und die beiden Männer sehen, die ein Bild betrachten, das meinen Blicken entzogen ist.

Mein Herz schlägt wild gegen meine Rippen, und ich lasse Damien nicht aus den Augen. Er sieht aus wie hypnotisiert, so als würde er etwas Hinreißendes betrachten, und seine stumme Bewunderung beschert mir ganz weiche Knie. Ich möchte den Arm ausstrecken, um mich auf dem Bett abzustützen, neben dem ich posiere, aber meine Hände sind nach wie vor auf den Rücken gefesselt.

Meine momentane Unbeweglichkeit spiegelt meine all­gemeine Situation wider, und ich unterdrücke ein weiteres Lächeln: Ich bin nicht frei. Ich gehöre Damien.

Blaine und Damien hatten sich ursprünglich vorgestellt, dass ich einfach hier stehe, mich von den hauchzarten Vorhängen umspielen lasse und das Gesicht abgewandt habe: ein sinnliches, aber doch dezentes Bild, so als begehrte jemand diese Frau, ohne sie berühren zu dürfen. Ein atemberaubendes Motiv – trotzdem fehlte etwas. Damien hat vorgeschlagen, die frei flatternden, meine Haut streifenden Vorhänge dadurch zu kontrastieren, dass mir die Hände mit einem blutroten Band auf den Rücken gefesselt sind.

Ich habe sofort zugestimmt. Ich wollte diesen Mann, wollte an ihn gefesselt sein, ihm gehören, ihm ergeben sein.

Jetzt würde ich auf dem Bild nicht mehr so unerreichbar wirken. Die Frau auf dem Porträt würde zu einer Trophäe werden. Eine Göttin, gezähmt von einem Mann, der ihr würdig ist.

VonDamien.

Ich sehe ihn forschend an, versuche zu ergründen, was er von dem Porträt hält, aber seine Miene ist undurchdringlich. Er gibt den Geschäftsmann, trägt die ausdruckslose Maske, mit deren Hilfe er seine Geheimnisse für sich behält. Und darin ist Damien wirklich gut.

»Und?«, frage ich, als ich es nicht mehr aushalte. »Was sagst du?«

Damien schweigt einen Moment. Neben ihm tritt Blaine nervös von einem Bein aufs andere. Obwohl nur wenige Sekunden vergehen, ist die Atmosphäre äußerst angespannt. Blaines Enttäuschung ist mit Händen zu greifen, und ich kann ihn verstehen, als er laut herausplatzt: »Komm schon, Mann! Es ist perfekt, oder etwa nicht?«

Damiens Schultern heben und senken sich, als er tief ein­atmet und Blaine beeindruckt ansieht. »Es ist mehr als nur perfekt!«, sagt er dann an mich gewandt. »Das ist Nikki, wie sie leibt und lebt.«

Blaine strahlt wie ein Honigkuchenpferd. »Bescheidenheit war ja noch nie meine Zier, aber das hier … Na ja, das ist echt spitzenmäßig! So realistisch, so sinnlich und vor allem völlig ehrlich.«

Damien lässt mich nicht aus den Augen, und ich atme zitternd ein. Mein Herz klopft so laut, dass ich mich frage, wie ich überhaupt noch etwas anderes hören kann. Bestimmt ist meine bebende Brust unübersehbar. Und bestimmt merkt Blaine, wie verzweifelt ich gerade versuche, die in mir aufwallende Begierde zu unterdrücken. Ich muss mich schwer zusammenreißen, um ihn nicht zu bitten, den Raum zu verlassen. Am liebsten würde ich Damien anflehen, mich zu küssen, mich zu berühren.

Ein lauter Piepton durchbricht die angespannte Stille, und Damien zieht sein Handy aus der Tasche. Als er die SMS liest, stößt er einen lauten Fluch aus. Sein Gesicht verfinstert sich, während er das Handy zurücksteckt, ohne die Nachricht zu beantworten. Ich presse die Lippen zusammen, und meine Haut beginnt unangenehm zu prickeln, als mich eine leise Besorgnis beschleicht.

Blaine, der mit schräg gelegtem Kopf die Leinwand mustert, hat nichts von alldem bemerkt. »Nikki, rühr dich nicht von der Stelle. Ich möchte nur hier das Licht verbessern und …« Das laute Klingeln von Damiens Handy lässt Blaine verstummen.

Ich erwarte, dass Damien den Anruf genau wie die SMS ignoriert. Aber zu meiner Überraschung nimmt er ihn entgegen. Allerdings nicht, ohne den Raum dabei mit so schnellen, energischen Schritten zu verlassen, dass ich sein brüskes »Was ist denn?« kaum noch mitbekomme.

Er weicht meinem Blick aus.

Ich zwinge mich, für Blaine stillzuhalten, und kämpfe gegen die plötzlich in mir aufsteigende Angst an. Das ist kein geschäftlicher Anruf: Damien Stark regt sich nicht auf, wenn es ums Geschäft geht. Im Gegenteil, bei solchen Herausforderungen blüht er förmlich auf.

Nein, es geht um etwas ganz anderes. Sofort muss ich an die Drohungen denken, die er erhalten hat, an die Geheimnisse, die er immer noch vor mir verbirgt. Damien kennt mich in- und auswendig – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Doch mir ist, als hätte ich im Gegenzug nur einen kurzen Blick auf ihn erhaschen dürfen.

Reiß dich zusammen, Nikki! Dass jemand ungestört telefonieren will, heißt noch lange nicht, dass er Geheimnisse vor dir hat. Und nicht hinter jedem seiner Telefonate steckt eine Riesenverschwörung, mit der er seine Vergangenheit oder eine neue Gefahr vertuschen will.

Dessen bin ich mir sicher. Ich glaube daran. Aber sosehr ich mich auch bemühe, vernünftig zu bleiben – den leisen Stich in meinem Herzen bringe ich damit nicht zum Verschwinden, und auch nicht den unangenehmen Knoten in meinem Magen. Mal ganz davon abgesehen, dass es nicht gerade einfach ist, einen klaren Gedanken zu fassen, wenn man splitterfasernackt und mit gefesselten Händen Modell steht. Stattdessen werde ich in einen Angststrudel gerissen und ärgere mich, dass ich ihm so wenig entgegensetzen kann.

Ich möchte die Arme schützend um meinen Oberkörper legen, aber das Band lässt es nicht zu.

Um die Wahrheit zu sagen sitze ich auf glühenden Kohlen, seit mein Exchef Damien gedroht hat: Carls Firma hatte Stark Applied Technology ein Projekt vorgeschlagen, und als Damien ablehnte, gab Carl mir die Schuld. Er hat mich sogar gefeuert, doch damit nicht genug: Bei unserer letzten Begegnung hat er mir geschworen, Damien fertigzumachen. Noch ist nichts passiert. Aber Carl ist hartnäckig, äußerst erfinderisch und sieht sich außerdem völlig im Recht: Aus seiner Sicht hat Damien einen von Carls größten Deals verhindert. Das hat ihn Millionen gekostet, und Carl ist keiner, der so etwas auf sich beruhen lässt.

Dass nach einer Woche immer noch nichts passiert ist, macht mich nervös. Was hat diese seltsame Funkstille zu bedeuten? Ich habe lange darüber nachgedacht und kann mir nur vorstellen, dass bereits etwas vorgefallen sein muss – und dass Damien beschlossen hat, mir nichts davon zu sagen.

Aber vielleicht täusche ich mich auch – hoffentlich! Trotzdem werde ich die beängstigende Stimme in meinem Kopf nicht los, die mir einflüstert, dass Damien mir zwar alle Geheimnisse entrissen hat, seine eigenen aber nach wie vor für sich behält.

»Meine Güte, Nikki! Jetzt runzelst du auch noch die Stirn.« In Blaines Ermahnung mischt sich ein belustigtes Glucksen. »Manchmal wüsste ich wirklich zu gern, was du denkst.«

Ich zwinge mich zu einem Lächeln. »Lauter tiefsinnige Sachen«, sage ich. »Aber keine Angst, nichts Schlimmes.«

»Gut«, sagt er, doch ich sehe Verwirrung, ja fast so etwas wie Besorgnis in seinen Augen. Ich überlege, was seine Freundin Evelyn, die Damien schon von klein auf kennt, Blaine wohl über Damiens Vergangenheit erzählt hat. Weiß Blaine vielleicht mehr als ich über den Mann, der mich so in seinen Bann gezogen hat? Bei dem Gedanken muss ich die Stirn nur noch mehr runzeln.

Damien bleibt nur wenige Minuten weg, und als er zurückkommt, möchte ich am liebsten sofort auf ihn zurennen. »Was ist los?«, frage ich.

»Nichts, was mich dein Anblick nicht vergessen ließe.«

Ich lache und hoffe, dass er nicht merkt, wie unecht es klingt. Wieder hat er die Maske auf, die er in der Öffentlichkeit trägt. Aber ich bin nicht die Öffentlichkeit, ich durchschaue ihn. Ich mustere ihn eindringlich, suche seinen Blick. Als wir uns endlich in die Augen sehen, ist es, als würde ein Schalter umgelegt: Der schmale Strich seines Mundes verzieht sich zu einem aufrichtigen Lächeln, und wieder brenne ich vor Sehnsucht nach Damien.

Er geht auf mich zu, und mein Puls beschleunigt sich im Rhythmus seiner Schritte. Nur wenige Zentimeter von mir entfernt bleibt er stehen, und plötzlich bekomme ich kaum noch Luft. Nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben – nach jeder Verletzung, um die er sich gekümmert und jedem Geheimnis, das er enthüllt hat –, ist es schon erstaunlich, dass sich jeder Moment mit Damien wie der erste anfühlt.

»Weißt du eigentlich, wie viel du mir bedeutest?«

»Ich…« Ich atme scharf ein und versuche es noch einmal. »Ja«, sage ich. »So viel wie du mir.«

Sein Blick und seine Nähe hypnotisieren mich. Er berührt mich nicht, aber genau so fühlt es sich an. In diesem Moment besteht meine ganze Welt nur noch aus Damien, aus meinen Gefühlen für ihn und dem, was er in mir auslöst. Ich möchte ihn trösten, möchte ihm über die Wange streichen und durchs Haar fahren. Ich möchte seinen Kopf an meine Brust ziehen, ihm zärtliche Worte zuflüstern und ihn ausgiebig lieben – so lange, bis sich die Schatten der Nacht verzogen haben und der Morgen uns in sein goldenes Licht taucht.

Blaine, der nach wie vor hinter der Leinwand steht, räuspert sich höflich. Damiens Lippen verziehen sich wie die meinen zu einem Grinsen. Wir haben nicht mehr getan, als uns in die Augen zu sehen. Trotzdem kommt es mir so vor, als hätte ­Blaine uns bei etwas höchst Unanständigem ertappt.

»Gut, ich geh dann mal. Die Cocktailparty am Samstag fängt doch erst um sieben an, oder? Dann komme ich schon am Nachmittag, falls noch ein paar letzte Korrekturen nötig sind. Außerdem werde ich das Bild höchstpersönlich aufhängen. Die anderen Leinwände werden auf Staffeleien platziert.«

»Perfekt«, sagt Damien, ohne ihn anzusehen.

»Aber eines möchte ich noch loswerden.« Blaine sucht seine Sachen zusammen. »Ich werde das hier vermissen.«

Kurz glaube ich, so etwas wie Melancholie in Damiens Gesicht zu erkennen. »Ja«, sagt er. »Mir geht es ganz genauso.«

Ich weiß nicht, wann Blaine geht. Ich weiß nur, dass er weg ist und Damien nach wie vor im Raum steht, ohne mich an­zufassen, und dass ich gleich durchdrehe, wenn ich nicht bald seine Hände auf mir spüre.

»Ist das Bild wirklich fertig?«, frage ich. »Ich habe es immer noch nicht gesehen.«

»Komm her!«

Er streckt die Hand aus, und ich drehe ihm den Rücken zu, erwarte, dass er mich losbindet. Doch stattdessen legt er mir die Hand auf die Schulter und führt mich zur Leinwand. Ich muss mich vorsichtig bewegen, weil das rote Seidenband um mein linkes Bein geschlungen ist und er keine Anstalten macht, es zu lösen – geschweige denn, mir den Morgenmantel zu reichen, der ausgebreitet auf dem Bett liegt.

Fragend ziehe ich die Brauen hoch. Damien tut nicht mal so, als würde er nicht verstehen. »Nun, Miss Fairchild, Sie erwarten doch nicht, dass ich mir so eine Gelegenheit entgehen lasse?«

»Na ja.« Ich versuche streng zu klingen, aber bestimmt hört er das Lachen, das in meiner Stimme mitschwingt.

Er antwortet nicht, denn wir haben das Bild erreicht. Es verschlägt mir den Atem, denn das bin tatsächlich ich: Ich sehe die Wölbung meines Pos, die Rundungen meiner Brüste – und viel mehr als nur das: Die Frau auf dem Bild ist verführerisch, stark und trotzdem verletzlich. Außerdem völlig anonym, genau wie Damien es mir versprochen hat. Auf dem Porträt ist mein Gesicht vom Betrachter abgewandt, und meine goldblonden Locken sind hochgesteckt. Ein paar Strähnen haben sich gelöst und umspielen Hals und Schultern. In Wahrheit existieren diese Locken nicht mehr, weil ich meine lange Mähne unlängst gegen einen schulterlangen Haarschnitt eingetauscht habe.

Ich runzle unwillkürlich die Stirn, als ich an die schwere Schere in meinen Händen denken muss. Daran, wie ich mein Haar attackiert habe, obwohl ich mir eigentlich tief ins Fleisch schneiden wollte. Ich war damals völlig am Ende und fest davon überzeugt, dass Schmerz die einzige Lösung wäre.

Ich bekomme Gänsehaut, denn das ist keine schöne Er­innerung.

Mein Blick wandert automatisch zu den Beinen der Porträtierten. Aber ihre, besser gesagt meine Schenkel berühren sich und sind so positioniert, dass die schlimmsten Narben unsichtbar bleiben.

Nur die Narbe an meiner linken Hüfte erkennt man sehr deutlich. Doch Blaine hat dafür gesorgt, dass die unebene Hautpartie das Bild nur noch schöner macht. Ihre Ränder sind verschwommen, fast unscharf, und das rote Band fällt über das wulstige Fleisch, als hätten zu straffe Fesseln die Wunden verursacht.

Und im Grunde stimmt das ja auch.

Ich wende den Blick ab. Die unleugbare Tatsache, dass die junge Frau auf der Leinwand auch mit ihren Narben schön ist, verblüfft und beunruhigt mich zutiefst.

»Nikki?«

Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass Damien mich betrachtet und nicht das Bild. Er wirkt besorgt.

»Er hat Talent«, sage ich, und meine Lippen verziehen sich zu einem gezwungenen Lächeln. »Es ist ein wunderbares Porträt.«

»Allerdings«, pflichtet er mir bei. »Alles ist genau so, wie ich es mir vorstelle.« Ich höre die Leidenschaft in seiner Stimme, aber auch das, was ungesagt bleibt.

Ich lächle, und diesmal fühlt es sich überhaupt nicht künstlich an.

Unsere Blicke treffen sich, und ich bemerke ein Funkeln in Damiens Augen.

»Was ist?«, frage ich amüsiert, aber misstrauisch.

Er zuckt mit den Achseln und schaut dann wieder zum Bild hinüber. »Es dürfte schon an ein Wunder grenzen, wenn ich in diesem Zimmer noch arbeiten kann.« Er zeigt mit dem Kinn auf die Natursteinwand über dem Kamin, an der das Bild einmal hängen soll. »Und Gäste kann ich hier auch nicht empfangen.«

»Ach ja?« In nur zwei Tagen soll genau in diesem Raum eine Cocktailparty stattfinden.

Damien kichert. »Ich finde, es gehört sich einfach nicht, wenn der Gastgeber ständig einen Steifen hat.«

»Nun, dann solltest du das Bild vielleicht lieber ins Schlafzimmer hängen.«

»Im Schlafzimmer brauche ich das Bild nicht, denn dort habe ich das Original.«

»Allerdings«, sage ich nickend. »Du hast dafür bezahlt. Zumindest bis Mitternacht, wenn ich mich in einen Kürbis verwandle.«

Seine Miene verfinstert sich, alles Spielerische ist daraus verschwunden. »Mitternacht«, wiederholt er, und ich wundere mich über die Härte in seiner Stimme. Schließlich werde ich mich nicht wirklich in einen Kürbis verwandeln, wenn unser Spiel vorbei ist. Und verlassen werde ich ihn erst recht nicht: Ehrlich gesagt möchte ich ihn überhaupt nie mehr verlassen. Der einzige Unterschied wird sein, dass es keine Regeln mehr gibt – kein »Sir«, keine Befehle und kein Safeword. Ich kann wieder Höschen, BHs und Jeans tragen, wenn ich das will. Ach, und außerdem bin ich dann eine Million Dollar reicher.

Aber das Wichtigste ist, dass Damien nach wie vor für mich da sein wird.

»Komm mit«, sagt er.

Wieder schaue ich an meinem Bein herunter und gestikuliere anschließend mit gefesselten Händen. »Mach mich los.«

Er bleibt einen Moment stehen, sieht mir tief in die Augen, und mir wird klar, dass wir immer noch Spielchen spielen. Das Herz schlägt mir bis zum Hals, und meine Brustwarzen sind ganz steif. Die auf den Rücken gefesselten Hände ziehen meine Schultern nach hinten und heben meine Brüste, die sich voll und sehr zuwendungsbedürftig anfühlen. Ich beiße mir auf die Unterlippe, während ich schweigend darauf warte, dass Damien mich berührt. Es ist ein Spiel, klar, aber es gefällt mir. Bei diesem Spiel gibt es keinen Verlierer.

Im Zeitlupentempo wandert sein Blick über meinen Körper. Ich atme flach, in meinem Nacken bilden sich kleine Schweißperlen. Ich spüre, wie ich feucht zwischen den Beinen werde. Nur mit größter Mühe schaffe ich es, stillzuhalten und zu schweigen, ihn nicht darum anzuflehen, mich doch bitte, bitte zu ficken. Das Bett steht nur wenige Meter entfernt, das Requisit, das Damien extra für das Porträt angeschafft hat. Los!, würde ich am liebsten schreien. Los, bring mich dorthin!

Aber das tue ich nicht, denn ich kenne ihn, weiß, dass sich das Warten lohnt.

Endlich beugt er sich vor und löst das Band von meinem Bein. Aber als er meine Handgelenke erreicht, hält er inne, belässt sie auf dem Rücken gefesselt, während das Band zu Boden fällt wie eine Schleppe.

»Damien«, sage ich und versuche streng zu klingen, aber natürlich hört man mir meine Belustigung – und Erregung – deutlich an. »Ich dachte, du wolltest mich losmachen.«

»Ich habe dafür bezahlt, schon vergessen?«

»Oh.« Ich bringe nur noch ein Flüstern zustande.

»Komm!«, sagt er, wobei mir die Zweideutigkeit seiner Bemerkung nicht entgeht – erst recht nicht, als er das Band zwischen meinen Beinen hin und her gleiten lässt und dann an seinem Ende zieht, als wäre es eine Leine. Eine sehr erotische, quälende Leine. Die weiche Seide liebkost mich, die Reibung, die von dem geflochtenen Band ausgeht, bringt meine Beine dermaßen zum Zittern, dass ich nicht weiß, ob sie mich noch an das von ihm bestimmte Ziel tragen werden.

Er zieht sanft, aber verführerisch daran, und als wir das Bad erreicht haben, das eher an einen Wellnesstempel erinnert, vergehe ich fast vor Verlangen. Mein Körper scheint in Flammen zu stehen. Sehnsüchtig schaue ich zu den strategisch platzierten Duschdüsen hinüber. Die Vorstellung, Damien könnte sich hinter mich stellen, seine Hände auf meine Brüste legen, mit seinen Lippen meinen Nacken streifen, ist mehr, als ich ertragen kann, und ich stöhne laut auf.

Damien neben mir lacht. »Später«, flüstert er. »Im Moment habe ich andere Pläne.«

In Gedanken gehe ich die verschiedenen Möglichkeiten durch. Das Bett haben wir bereits hinter uns gelassen. Resolut verwehrt er mir die Dusche, nach der ich mich so sehne. Und soweit ich das beurteilen kann, hat Damien auch nicht vor, mit mir in den Whirlpool zu steigen.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, was er plant – aber es ist mir auch egal. Heute Abend heißt es wieder: Der Weg ist das Ziel. Und in Anbetracht von Damiens Hand auf meiner Schulter und dem neckischen Druck, den das Band auf meine Klitoris ausübt, scheint mich eine äußerst reizvolle Reise zu erwarten.

Der begehbare Kleiderschrank, zu dem er mich führt, ist mindestens so groß wie das Wohnzimmer des Apartments, das ich mir mit meiner Freundin Jamie in Studio City teile. Ich bin nicht zum ersten Mal hier, trotzdem könnte ich mich darin verlaufen.

Es würde Jahre dauern, all die Kleider zu tragen, die Damien mir gekauft hat.

Und obwohl die linke Seite des Schranks schier aus allen Nähten platzt, wurde mindestens ein Dutzend neue Outfits hinzugefügt, seit ich das letzte Mal hier war.

»Daran kann ich mich gar nicht erinnern«, sage ich und zeige mit dem Kinn auf ein silbernes Kleid, das im Dämmerlicht funkelt und so eng und knapp aussieht, dass es der Fantasie des Betrachters bestimmt nichts mehr überlässt.

»Ach ja?« Langsam verziehen sich seine Lippen zu einem lässigen Grinsen, das zu dem Blick passt, den er über meinen Körper wandern lässt. »Wenn du es erst mal angezogen hast, dürfte sich das schnell ändern. Wer dich darin sieht, wird es nie wieder vergessen.«

»Und du am allerwenigsten?«.

Seine Blick verfinstert sich, und er kommt näher. Der Zug am Band wird stärker, sodass es sich von meinem Körper löst. Doch meine Enttäuschung ist nur von kurzer Dauer. Damien steht wenige Zentimeter von mir entfernt, und die Luft zwischen uns ist wie elektrisiert. Jedes winzige Härchen an meinem Körper stellt sich auf, als stünde ich in einem Gewittersturm. Als Damiens Daumen mir sanft übers Kinn fährt, stockt mir der Atem. Meine Lippen öffnen sich. Ich möchte seinen Daumen auf meinen Lippen, in meinem Mund spüren. Ich möchte Damien schmecken, ihn verschlingen, so wie die von ihm ausgehende Leidenschaft mich verschlingt.

»Nichts an dir könnte ich jemals vergessen«, sagt er. »Du hast dich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt: dein im Kerzenlicht schimmerndes Haar. Deine feuchte, weiche Haut, wenn du aus der Dusche kommst. Deine Art, dich unter mir zu bewegen, wenn wir uns lieben. Deine Art, mich anzusehen: Als könntest du in mein Innerstes blicken und dort nichts erkennen, was dich abstößt.«

»Das ist ja auch so«, sage ich leise.

Damien erwidert nichts darauf, lässt mich aber nicht aus den Augen. Er kommt näher, sodass meine Brustwarzen den Baumwollstoff seines T-Shirts streifen. Die Berührung elektrisiert mich, und ich unterdrücke ein Stöhnen. Als er mir mit seinen Fingerspitzen sanft über den nackten Arm fährt, will ich mich nur noch auf ihn stürzen. Ich will Damien in mir spüren – wild, sanft, mir ganz egal. Ich will ihn, und zwar jetzt auf der Stelle!

»Wie machst du das bloß?«, frage ich. Ich habe einen solchen Kloß im Hals, dass ich die Frage kaum herausbringe.

»Was denn?«

»Wie kannst du mich scharfmachen, ohne mich zu berühren?«

»Ich bin eben sehr erfinderisch. Ich dachte, du hättest das bereits mitbekommen.« Seine Mundwinkel zucken, und ich sehe ein Funkeln in seinen Augen. »Vielleicht sollte ich dir das noch etwas anschaulicher demonstrieren?«

»Anschaulicher?«, wiederhole ich. Ich habe einen ganz trockenen Mund.

»Ich werde dich zum Orgasmus bringen, meine liebe Nikki. Ohne dich mit den Händen zu berühren oder dich mit meinem Körper zu liebkosen. Und ich werde dir dabei zusehen. Ich werde sehen, wie deine Lippen sich öffnen, deine Haut sich rötet, und wie du versuchst, dich zu beherrschen. Und ich werde dir ein Geheimnis verraten, Nikki: Auch ich werde ­Mühe haben, mich zu beherrschen.«

Ich merke, dass ich bei seinen Worten einen Schritt zurückgewichen bin und jetzt an der Kommode lehne, die unsere Bereiche im begehbaren Schrank voneinander trennt. Dar­über bin ich froh, denn ohne diese Stütze würden mich meine wackeligen Beine kaum noch tragen.

»Was hast du vor?« Ich verstehe nicht, was er meint, wenn er sagt, ich solle versuchen, mich zu beherrschen. Ich habe schon viel von diesem Mann gelernt – vor allem, dass ich mich in seiner Gegenwart vollkommen vergessen darf. Warum sollte ich das verhindern wollen? Und warum sollte er das wollen?

Er beantwortet meine Frage nicht, und ich ertappe mich dabei, dass ich ihn mit zusammengekniffenen Augen ansehe, als könnte ich so herausfinden, was er vorhat. Er entfernt sich von mir, und obwohl ich mir das bestimmt nur einbilde, scheint sich die Luft zunehmend abzukühlen. Damien bleibt in etwa einem halben Meter Entfernung von mir stehen und zieht an dem zu Boden gefallenen Band, bis es sich wieder zwischen meinen Beinen hebt. Er bewegt sich langsam, aber schon bald kann ich es wieder spüren. Ich bin so erregt, dass ich kaum noch Luft bekomme, am ganzen Körper zittere und fast einen Orgasmus habe.

Mein Blick findet Damien, und ich sehe sein triumphierendes Grinsen. »Keine Sorge, Miss Fairchild«, sagt er. »Das war noch längst nicht alles, das verspreche ich Ihnen.«

Er macht einen Schritt auf mich zu, zieht fester an dem Band, sodass der Körperkontakt nicht unterbrochen wird. Bei jeder seiner Bewegungen ändert das glatte, geflochtene Seidenband seine Position ein wenig, und ich schließe die Augen, bemühe mich, nicht mit den Hüften zu wackeln. Ich weiß nicht, was Damien noch alles vorhat, aber es sollte bitte, bitte möglichst lange dauern.

Seine Finger streifen meinen Nacken, und ich reiße die Augen auf. Ich hebe den Kopf, um zu Damien aufzuschauen, aber er kann meinen Blick nicht erwidern, weil er mir konzentriert das Band um den Hals bindet.

Ich schlucke, widerstreitende Gefühlen übermannen mich. Ich spüre Erregung, aber auch Angst – wovor, weiß ich nicht genau. Ich habe keine Angst vor Damien. Ich könnte niemals Angst vor ihm haben. Aber, gütiger Gott, warum fesselt er mich? Und wie eng wird er das Band um meinen Hals legen?

»Damien«, sage ich und bin ganz erstaunt, wie normal meine Stimme klingt. »Was machst du da?«

»Was ich will«, erwidert er, und obwohl das meine Frage nicht beantwortet, steigt Erleichterung in mir auf, gefolgt von köstlicher Vorfreude.

Genau so hat es mit uns angefangen, mit diesen drei simplen Worten. Und so wahr mir Gott helfe: Ich möchte, dass es nie wieder aufhört.

 

2

Damien knotet das Band zu einer Schlaufe mit einem sehr langen Ende. Dieses Ende führt er erst zwischen meinen Brüsten und dann zwischen meinen Beinen hindurch. Danach verläuft es wieder nach oben bis zu meinen Händen, die mir mit dem anderen Ende desselben Bandes nach wie vor auf den Rücken gebunden sind. Ich winde mich ein wenig. Ich bin nervös und erregt – aber ein bisschen unbehaglich ist mir schon zumute.

Damien mustert mich ausgiebig. »Ich bin versucht, ein weiteres Bild in Auftrag zu geben, Miss Fairchild. Ich glaube, so würde ich Sie auch gern verewigen lassen.«

Ich grinse. »Wollen Sie verhandeln, Mr. Stark? Ich bin nicht billig, aber da Sie so einen exklusiven Geschmack haben, werden wir uns bestimmt einig werden.«

Er lacht, und ich muss mir auf die Lippen beißen, um nicht einzustimmen. »Nichts wäre mir lieber, als mit Ihnen zu verhandeln. Aber ich fürchte, die Zeit wird knapp.«

»Die Zeit?«

»Wir müssen los«, sagt er. »Wir sind verabredet.«

Oh. Plötzlich ergibt seine Bemerkung, dass ich Mühe haben werde, mich zu beherrschen, einen Sinn.

Ich schaue an meinem sehr nackten, sehr gefesselten Körper herab. »Ich glaube, ich bin nicht angemessen gekleidet, um unter die Leute zu gehen.«

»Nun, die Anstandsregeln unserer Gesellschaft machen es mir leider unmöglich, Sie so auszuführen. Außerdem bin ich höchst egoistisch und habe ohnehin nicht vor, Sie mit aller Welt zu teilen.«

»Glauben Sie mir«, sage ich mit spöttischem Grinsen, »daran habe ich auch nicht das geringste Interesse.« In Gedanken kehre ich zu dem Gemälde zurück, auf dem ich genauso gefesselt bin wie jetzt. Ein überlebensgroßes Porträt für ein Zimmer, in dem Gäste empfangen werden sollen. So gesehen wird Damien mich durchaus mit anderen teilen – mit meiner Zustimmung. Allerdings bin ich auf dem Bild nicht zu erkennen. Darauf habe ich bei unserer Abmachung bestanden.

»Es freut mich sehr, das zu hören, Miss Fairchild. Zumal Sie mir gerade wieder in Erinnerung gerufen haben, dass Sie bis Mitternacht ausschließlich mir gehören. Und ich mit Ihnen machen darf, was ich will, stimmt’s?«

»Ja.«

»Ich darf Sie berühren, erregen, verführen.«

Jeder Muskel meines Körpers spannt sich an, aber ich schaffe es zu nicken.

»Sie bestrafen und belohnen.«

»Damien …« Meine Stimme ist heiser, und er bringt mich zum Schweigen, indem er mir sanft einen Finger auf die Lippen legt. Anschließend beschreibt er kleine Kreise damit.

»Sie anziehen und füttern, Nikki«, fährt er fort, während ich seinen Atem genauso intensiv im Nacken spüre, als hätte er eine Hand zwischen meinen Beinen. »Du gehörst mir, damit ich dich beschützen, dich verwöhnen kann.« Sein Finger ist zum Stillstand gekommen, und er sieht mir direkt ins Gesicht. »Damit ich dich beherrschen kann. Sag es mir, Nikki! Sag, was ich hören möchte!«

»Ich gehöre dir«, flüstere ich. Ich sehne mich nach seiner Berührung, mein Körper ist so überempfindlich, dass ich mich fühle wie im Drogenrausch: Das süße Narkotikum namens Damien hat mich völlig benebelt.

»Braves Mädchen.« Seine Stimme ist tief und kaum noch zu hören. Langsam macht er sich hinter mir zu schaffen. Ich drehe den Kopf, kann aber nicht sehen, was er tut, bis ich spüre, dass er die Knoten um meine Hände löst.

»Ich staune!«, sage ich. »Nach dem, was du soeben gesagt hast, hätte ich nicht gedacht, dass du mich befreist.«

»Wer sagt denn, dass ich das tue?« Seine Stimme ist tief und sinnlich. Sie hüllt mich ein, liebkost mich. »Ich kümmere mich um dich, Nikki, mehr nicht. Doch das sehr gründlich.«

Ich schließe die Augen in süßer Erwartung, als er hinter mir die letzten Knoten löst. Seufzend reibe ich mir die etwas taub gewordenen Handgelenke. Ich versuche zu erraten, was Damien mit mir vorhat, allerdings ohne Erfolg. Ich habe nicht die leiseste Ahnung und sehe hilflos zu, wie er zu dem Bereich des begehbaren Schrankes hinübergeht, der mehr Designer-Tops enthält als die tollste Boutique. Er entscheidet sich für einen ärmellosen schwarzen Kapuzenpulli und tritt dann wieder neben mich.

»Ich werde Sie jetzt anziehen«, sagt er. »Arme hoch!«

Ich gehorche. Der Strickstoff ist weich und anschmiegsam, der Pulli passt perfekt. Ich fasse mir in den Nacken, genieße die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit und ertaste erfreut das Band unter dem hohen, weich fallenden Kragen. Es hängt nach wie vor zwischen meinen Brüsten herab.

Damien hält mir einen winzigen Ledermini entgegen, und gehorsam schlüpfe ich hinein. Dabei muss ich aufpassen, nicht über das Band zu stolpern, das Damien geschickt unter meiner Kleidung verbirgt.

»Damien«, sage ich, und obwohl ich streng klingen will, schwingt eindeutig so etwas wie Erregung in diesen drei Silben mit.

»Pssst«, erwidert er. Er tritt hinter mich, vermutlich um den Reißverschluss meines Rocks zuzuziehen. Doch stattdessen fasst er mir zwischen die Beine, greift nach dem herabbaumelnden Band und zieht es zu sich her. Wieder prickelt mein ganzer Körper, als ich die verführerische Seide auf meiner ach so empfindlichen Haut spüre. Er zieht das Band zu sich, schiebt es unter dem Rock nach oben, bis ein winziges Stück davon unter dem Bund hervorschaut. Erst dann macht er den Reißverschluss zu.

»Ich finde nicht, dass das mein Outfit groß verbessert«, sage ich, während ich einen Blick über die Schulter auf das leuch­tende Rot werfe, das aussieht wie ein ungewöhnlicher Reißverschlussschieber.

»Da bin ich aber anderer Meinung«, gibt Damien zurück und unterstreicht seine Worte, indem er langsam, aber kräftig an dem Band zieht. Ich schreie ebenso lustvoll wie überrascht auf: Die gleichzeitige Stimulation von Klitoris und Anus bringt mich fast bis an meine Grenzen.

»Du brauchst noch Schuhe«, sagt er sanft und geht zu den Schuhfächern hinüber. Er greift zu schwarzen Riemchensan­daletten mit zehn Zentimeter hohen Fick-mich-Absätzen. »Die dürften passen. Und obwohl ich dich gerne in Seidenstrümpfen sehe, lassen wir die heute Abend besser weg.«

Ich kann nur nicken und lasse mich dann auf dem weißen Ledersofa nieder, zu dem er mich führt. Während ich mich setze, strafft sich das Band – was von Damien bestimmt beabsichtigt ist.

Er geht vor mir in die Hocke und hebt meinen Fuß. Meine Beine sind leicht gespreizt, und während er mir den Schuh überstreift und das winzige Riemchen um meine Knöchel schließt, schaut er mir kurz in die Augen und dann auf den Schatten zwischen den geöffneten Schenkeln. Da ein rotes Seidenband wohl kaum als Unterwäsche durchgehen dürfte, bin ich unter dem Rock nackt. Nackt, feucht und so heiß, dass ich am liebsten das Becken vorschieben würde – als stumme Aufforderung, mich zu berühren, mich zu besitzen.

Doch bei Damien muss ich nicht lange betteln. Nachdem er mir den anderen Schuh angezogen hat, stellt er meine Füße wieder auf den Boden. Wegen der hohen Absätze befinden sich meine Knie weit über dem Sofa, was bedeutet, dass mein Rock nach oben gerutscht ist und dem Mann vor mir noch privatere Einblicke gewährt.

Sanft drückt er mit einer Hand gegen mein Knie, beugt sich dann vor und streift die empfindliche Haut meiner rechten Schenkelinnenseite mit den Lippen. Ich zittere unter seiner Berührung, unter dem Druck des Bandes, der sie noch erotischer macht.

»Du bist wie eine Droge für mich.« Damiens Stimme ist heiser, und sein Atem auf meiner Haut erregt mich so sehr, dass ich die Augen schließen und mich noch fester ans Sofa klammern muss. »Ich hatte nicht vor, dich zu berühren – noch nicht –, aber ich muss dich einfach schmecken.«

»Ja.« Mehr bringe ich nicht heraus – aber mehr ist auch nicht nötig.

Seine Hände wandern an meinen Beinen empor, während er die Innenseiten meiner Schenkel zärtlich küsst.

»Steh auf!«, befiehlt er und schiebt den Rock so weit nach oben, dass mein nackter Po das warme Ledersofa berührt. Seine Hände liegen immer noch auf meinen Hüften, und sein Daumen fährt sanft über meine schlimmste Narbe. An dieser Stelle hatte ich mich damals zu tief geritzt. Ich hatte zu viel Angst, um in die Notaufnahme zu gehen. Stattdessen habe ich mich selbst mit Isolierband und Sekundenkleber verarztet. Ich hab’s überlebt, aber die Narbe wird mich für immer an die emotionale Belastung erinnern, die letztlich dafür verantwortlich ist.

Damiens Lippen streifen eine weitere dicke Narbe zwischen meinen Beinen. »Du bist so schön«, murmelt er. »Stark und schön. Und du gehörst mir.«

Zitternd dränge ich die Tränen zurück. Ich hoffe so sehr, dass er recht hat, habe aber immer noch Angst, ich könnte wieder rückfällig werden, wenn es hart auf hart kommt.

Aber darüber kann ich mir jetzt keine Gedanken machen. Im Moment kann ich mich nur auf Damiens Lippen auf meiner Haut und auf seine Hände auf meinen Beinen konzen­trieren.

Sanft drückt er meine Schenkel noch weiter auseinander, und ich gehorche bereitwillig, ja fast schon verzweifelt. Ich will ihn so sehr – will mich seinen Berührungen hingeben –, und Damien enttäuscht mich nicht. Ich spüre seinen Atem auf meiner Klitoris, und auch meine Atmung geht rascher. Meine Brüste heben und senken sich, und meine Brustwarzen unter dem Pulli werden ganz hart.

Er spielt mit mir, sanft streift seine Zunge die zarte Haut zwischen meinen Beinen und meiner Vulva. Ich kneife die Augen zusammen und versuche, mich nicht hin und her zu winden. Doch ich kann nicht anders, und dabei gleitet dieses wunderbare, verdammte Band über meine tropfnasse Klitoris.

Ich bin so feucht, so erregt, dass diese winzige Reibung genügt, um mich völlig zu elektrisieren: Ich verkrampfe die Zehen, drücke sie in den Boden, sodass meine Knie noch höher wandern. Ich will mehr – ich brauche mehr –, doch dann zuckt seine Zunge Gott sei Dank über meine Klitoris, das ist alles, was mir zu meinem Glück gefehlt hat: Ich erbebe, lehne mich zurück, umklammere das Sofa so fest, dass ich schon Angst habe, den Rahmen zu verbiegen.

Ich bin wie weggetreten, während sein Mund mich verwöhnt und seine Zunge tief in mich hineintaucht. Der Orgasmus, der mich durchzuckt, scheint gar kein Ende mehr zu nehmen, und ich presse die Beine zusammen, halte Damien damit gefangen und weiß nicht recht, ob ich ihn gewähren lassen oder daran hindern soll weiterzumachen, weil ich so viel Lust kaum noch ertrage.

Ich spüre seine Bartstoppeln an meinen Schenkeln und ringe nach Luft. In diesem Moment merke ich, dass ich den Atem angehalten habe. Ich beuge mich vor, kehre ins Hier und Jetzt zurück und vergrabe meine Finger in seinem Haar. Ich will nicht, dass er aufhört, will, dass er mich umarmt. Ich will ihn festhalten und küssen, ziehe ihn grob zu mir hoch, küsse ihn leidenschaftlich und genieße es, mich auf seinen Lippen schmecken zu können.

»Bring mich ins Bett«, flehe ich ihn kurz darauf an. Ich habe nur einen kleinen Vorgeschmack auf Damien bekommen und bin immer noch völlig ausgehungert, weit davon entfernt, befriedigt zu sein. »Bitte, bring mich ins Bett!«, wiederhole ich.

»Noch nicht«, sagt Damien, und seine dunklen Augen sind ein einziges Versprechen. »Vorher werde ich dich ausführen.«

Während Damien den ebenso eleganten wie rasanten Bugatti Veyron über den Pacific Highway steuert, rutsche ich auf dem weichen Ledersitz hin und her. Auch wenn Damien das nie ausdrücklich gesagt hat, ist es sein Lieblingswagen: Zumindest benutzen wir ihn am häufigsten, und inzwischen kann ich endlich Marke und Modell auswendig. Jetzt heißt es »der ­Bugatti« und nicht »das Auto mit dem unaussprechlichen Namen«.

Er lächelt, genießt es sichtlich, durch die Gänge zu schalten und mich von Malibu nach Gott-weiß-wohin zu fahren. Er hat mir unser Ziel nicht genannt, und ich habe auch nicht danach gefragt. Denn egal, wo wir hinfahren – es wird dort fantastisch sein. Im Moment genieße ich es einfach nur, ihn anzusehen: Damien Stark, mein verspielter, sexy Milliardär. Mein Grinsen wird breiter. Du gehörst mir, denke ich. Das hat er zu mir gesagt: dass ich ihm gehöre.

Aber gilt auch der Umkehrschluss? Gehört Damien auch mir? Kann ein Mann wie Damien Stark – ein Mann, der nie die Kontrolle verliert, erst recht nicht über seine Geheimnisse – überhaupt irgendjemandem gehören?

Er nimmt kurz den Blick von der Straße und runzelt fragend die Stirn. »Einen Penny für deine Gedanken«, sagt er.

Ich zwinge mich zu einem Lächeln, verdränge meine Sorgen. »Ich habe zwar noch keinen Blick in Ihre Bilanzen geworfen, Mr. Stark, aber ich denke, dafür dürfte Ihr Vermögen noch ausreichen.«

»Ich fühle mich geschmeichelt.«

»Weil ich Sie für so kreditwürdig halte?«

»Weil du an mich gedacht hast«, sagt er und nimmt nur so lange den Blick von der Straße, um mir in die Augen schauen zu können. »Andererseits sollte mich das nicht weiter verwundern: Es vergeht nämlich kein Moment, in dem ich nicht an dich denke.« Seine Worte gehen mir runter wie milder Whisky und sind genauso berauschend. »Müsste ich dafür allerdings jedes Mal einen Penny zahlen, wäre mein Vermögen längst dahingeschmolzen.«

»Oh.« Ich lächle verhalten, fast schon schüchtern. Typisch Damien! Wieder einmal hat er es geschafft, mir sämtliche Sorgen zu nehmen. »Nun, dann werde ich dir das lieber nicht in Rechnung stellen. Ich will schließlich nicht, dass du pleitegehst.« Ich setze ein verschmitztes Grinsen auf und lasse mich noch tiefer in den weichen Sitz sinken. »Dafür gefallen mir deine Autos viel zu gut.«

»Oh, ich nehme an, sie machen das Zusammensein mit mir etwas erträglicher.«

»Allerdings!«, sage ich. »Die Autos, die Kleider, der Jet«, zähle ich an den Fingern ab.

»Und die Paparazzi?« Er sieht mich kurz von der Seite an, und obwohl mich sein Blick bloß streift, sehe ich die Besorgnis in seinem Gesicht.

Ich ziehe eine Grimasse. »Am liebsten würde ich die Leica zücken und sie fotografieren. Mal sehen, wie ihnen das gefällt!« Ich runzle die Stirn. »Doch dafür liebe ich diese Kamera zu sehr.« Ich muss daran denken, wie Damien mich damit überrascht hat, nachdem ich ihm von meiner Leidenschaft fürs Fotografieren erzählt hatte. »Ich möchte sie nicht mit Bildern von Paparazzi besudeln.« Das letzte Wort spreche ich aus, als hätte ich einen schlechten Geschmack im Mund.

»Mal ganz abgesehen davon, dass dir niemand etwas für diese Fotos bezahlen wird«, sagt Damien. »Die Medien sind nur an dir interessiert. Und deswegen – besser gesagt meinetwegen – hast du kaum noch Privatsphäre.«

Ich drehe mich auf meinem Sitz, um ihn direkt anzusehen. Ist das der Grund für seine Sorge? Ging es darum in diesem Telefonat? Haben ihn seine Anwälte vorgewarnt, dass bald ein neues Foto von uns auf dem Titel von zig Zeitschriften prangen wird? In Gedanken gehe ich die letzte Woche durch, versuche mir vorzustellen, welches Bild so peinlich sein könnte, um Damien derart aus der Fassung zu bringen.

Mittlerweile hat die Regenbogenpresse bereits ein halbes Dutzend Schnappschüsse von mir im Badeanzug veröffentlicht. Bilder von den Schönheitswettbewerben, an denen ich jahrelang teilnehmen musste. Es war keine schöne Erfahrung, ein Foto von mir im Zeitschriftenständer kurz vor der Supermarktkasse zu sehen, aber ich habe einfach nur tief durchgeatmet und mir gesagt, dass diese Schönheitswettbewerbe schließlich kein Geheimnis waren. Mindestens zwei davon wurden sogar im Fernsehen ausgestrahlt.

Mir fällt sonst nichts Kompromittierendes ein, das man über mich oder uns beide bringen könnte. Nichts, was Da­mien und ich in der Öffentlichkeit getan haben, könnte meiner Mutter peinlich sein. Und was unsere privaten Aktivitäten betrifft – nun, würden die Paparazzi davon tatsächlich Bilder bringen, müssten sie ziemlich mutig sein, denn Damiens Rache wäre fürchterlich.

Vergiss nicht den Balkon von Damiens Haus in Malibu.

Tag für Tag habe ich nackt und gefesselt vor der offenen Balkontür gestanden. Und obwohl Damien hektarweise Land und einen weit vom Haus entfernten Privatstrand besitzt, kann ein geschickter Fotograf bestimmt …

Ich schaffe es nicht, den Gedanken zu Ende zu denken. Angst steigt in mir auf, und mir wird schlecht. Trotz der Kälte, die mich auf einmal erfasst, merke ich, dass meine Achseln ganz feucht sind. »Sie haben doch nichts Neues ausgegraben, oder?«, sage ich und bemühe mich, so unaufgeregt wie möglich zu klingen. Dass ich als Damiens Freundin im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe – damit kann ich umgehen. Aber Nacktbilder von mir, in allen Zeitschriften und überall im Internet? Himmel, hilf …

»Die haben sich doch nicht noch weiter vorgewagt, oder? Die haben doch hoffentlich nicht den Balkon mit einem Teleobjektiv ins Visier genommen?«

»Guter Gott, nein!« Seine Antwort kommt so schnell und klingt so erstaunt, dass ich mit meiner Vermutung komplett danebengelegen haben muss.

Langsam entspanne ich mich wieder. »Gut«, sage ich. »Ich dachte schon …« Ich verstumme, muss noch einmal tief durchatmen: Ich merke, dass sich meine Nägel tief in die Oberschenkel gegraben haben, und zwinge mich, loszulassen. Ich brauche keinen Schmerz, um mit dieser Situation fertigzu­werden. Bis auf meine Angst gibt es nichts, womit ich fertigwerden müsste. Außerdem ist Damien bei mir.

»Nikki?«

Als ich wieder sprechen kann, klingt meine Stimme ganz normal. »Ich dachte nur, dass es bei diesem Anruf vielleicht um die Paparazzi ging.«

»Bei welchem Anruf?«

»Na, bei dem von vorhin« sage ich. »Als wir noch zu Hause waren. Du hast so wütend ausgesehen.«

Seine Augen weiten sich erstaunt. »Tatsächlich?«

Ich zucke mit den Achseln. »Blaine hat bestimmt nichts bemerkt. Aber ich kenne dich.«

»Ja«, sagt er. »Sieht ganz so aus. Aber nein, der Anruf hatte nichts mit diesen Aasgeiern zu tun.«

Damien dampft förmlich vor Wut, aber ich weiß nicht, ob er auf den Anrufer oder auf mich sauer ist.

Ich räuspere mich und rede weiter, als ob nichts wäre. »Außerdem kannst du nichts für die Paparazzi«, sage ich. »Die sind einfach nur lästig. Ich mag sie nicht, aber ich gewöhne mich langsam daran.«

Er sieht mich wieder so besorgt an. Dass Damien meine Panikattacke von vorhin nicht bemerkt haben könnte, war wohl zu viel verlangt. Damien entgeht einfach nichts.

»Wirklich«, sage ich, und das ist tatsächlich mein Ernst. Solange niemand mit dem Teleobjektiv Nacktfotos von mir gemacht hat, ist alles in bester Ordnung. »Diese Paparazzi erinnern mich an die Ameisen bei uns in Texas: Einzeln sind sie harmlos, man darf sich nur nicht in einen Haufen setzen. Und wird man trotzdem mal gebissen, lässt das Brennen schnell nach.« Meine Stimme klingt so fest, dass ich fast selber glaube, was ich sage. »Außerdem werden diese Nachteile durch dein Hotel in Santa Barbara und dein Penthouse-Apartment locker wieder wettgemacht.«

Er schweigt lange. Mein Ablenkungsmanöver ist wohl misslungen.

»Und vergiss das Haus auf Hawaii nicht!«, sagt er schließlich.

Ich seufze entzückt auf. »Du hast ein Haus auf Hawaii?«

»Und eine Wohnung in Paris.«

»Oh, da will mir wohl jemand den Mund wässrig machen!«

»Apropos, habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Stark International auch Anteile an Lebensmittelfirmen besitzt? Unter anderem auch welche an einer Schweizer Firma für Pre­mium-Schokolade?«

Ich verschränke die Arme. Wenn wir hier sämtliche Firmen­anteile von Stark International aufzählen wollen, kann das dauern. »Dir ist schon klar, dass ich jetzt mindestens zwei Wochen lang schmollen werde. Weil du mir noch nicht einmal von dieser Schweizer Schokolade angeboten hast?«

»Zwei Wochen?« Seine Hand schwebt über dem Lenkradknopf, der die Freisprechanlage bedient. »Und gibt es so lange auch keinen Sex, Miss Fairchild?«

Ich stoße ein sehr undamenhaftes Schnauben aus. »Das wohl kaum! Schließlich möchte ich Sie bestrafen und nicht mich!«

»Ich verstehe.« Seine Hand entfernt sich wieder von dem Knopf. »Dann muss ich Sylvia zu dieser späten Stunde nicht mehr stören. Sie soll dir morgen eine Schokoladenauswahl zukommen lassen.«

Ich muss lachen. »Bislang sind mir deine Schokoladen­investments die liebsten. Aber auch dein guter Restaurantgeschmack beeindruckt mich. Das ist übrigens ein Wink mit dem Zaunpfahl.«

»Ich weiß Ihre subtile Art sehr zu schätzen.«

»Man tut, was man kann.«

»Deshalb belohne ich Sie mit der Nachricht, dass wir fast da sind.«

»Tatsächlich?« Ich hatte die Außenwelt vollkommen vergessen, doch jetzt schaue ich aus dem Beifahrerfenster. Wir sind seit einer halben Stunde in südlicher Richtung unterwegs, und zu meiner Rechten kräuselt sich der mondbeschienene Pazifik. Inzwischen haben wir Santa Monica erreicht. Wenige Ampeln später befinden wir uns auf der Ocean Avenue zwischen Santa Monica und Arizona.