Die grüne Substanz - Christoph-Maria Liegener - E-Book

Die grüne Substanz E-Book

Christoph-Maria Liegener

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Beschreibung

Zwei Chemiker entdecken eine neuartige grüne Substanz, die merkwürdige Eigenschaften hat. Das Erstaunlichste: Wenn sie einen Menschen infiziert, bekommt er Superkräfte und seine Lebenserwartung vervielfacht sich; denn die Substanz kann alle Krankheiten heilen. Das Militär benutzt sie, um Spezialkräfte damit auszustatten. Die Welt ändert sich.

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Seitenzahl: 62

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Ego autem substantia

Ich aber bin eine Substanz

Descartes

Inhalt

Kindheit und Jugend

Wissenschaftliche Laufbahn

Die grüne Substanz

Gespräche mit der Substanz

Ein neues Leben

Kindheit und Jugend

Hubert und Gerd waren Klassenkameraden und sie waren stolz darauf. Schließlich waren sie gerade erst in die Schule gekommen und jetzt echte Erstklässler. Ein großer Schritt! Sie ignorierten, dass die älteren Schüler hochnäsig auf sie herabsahen. Die waren auch nicht viel älter als sie. Jeder fängt mal unten an. Sie kamen gut zurecht und fühlten sich wohl.

Sie waren jetzt Schüler und sogar sehr gute Schüler, besonders im Rechnen. Hubert war so gut, dass er beim Schnellrechnen nicht mehr mitmachen durfte, weil er jedes Mal um Längen schneller war als seine Mitschüler und diese ja auch etwas lernen sollten.

Das war natürlich eine Auszeichnung für Hubert. Manche Schüler wären bei einer derartigen Auszeichnung als Streber gemobbt worden, nicht so aber Hubert. Er war dermaßen bei seinen Mitschülern beliebt, dass ihn alle bewunderten. Er hatte eben Charisma. Alle bewunderten ihn.

Dadurch, dass Hubert ein so guter Schüler war, konnte er sich auch erlauben, den Lehrern Contra zu geben. Einmal fragte ihn die Lehrerin:

„Hubert, wir sind beide Menschen. Was weißt du darüber? Wie viele Gehirne haben wir?“

Hubert antwortete:

„Zwei.“

„Falsch!“, korrigierte die Lehrerin. „Wir haben nur ein Gehirn.“

„Oh, das tut mir leid, Frau Schlüsselbein. Ich wusste nicht, dass Sie kein Hirn haben“, entschuldigte sich Hubert. „Sie wirkten immer so intelligent.“

„Du Frechdachs!“, lachte Frau Schlüsselbein. „Ich habe genauso ein Gehirn wie du. Wie kommst du nur darauf, dass ich keins hätte.“

„Weil wir zwei dann zusammen zwei Gehirne hätten, was Sie aber als falsch bezeichnet haben.“

„Das ist ja nun wirklich spitzfindig!“, beendete die Lehrerin den Dialog, weil sie nichts Geistreiches mehr dazu sagen konnte. Hubert freute sich über seinen Treffer und seine Mitschüler lachten.

Dass Hubert keine Angst vor den Lehrkräften hatte, imponierte seinen Mitschülern enorm. So kam es, dass sie ihn immer wieder zum Klassensprecher wählten. Und Hubert rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen, indem er Verantwortung übernahm und sich für seine Mitschüler einsetzte, wo immer er konnte.

Gerd hatte das Glück, Hubert zum besten Freund zu haben. Sie kannten sich schon aus dem Kindergarten. Beim Fußball stellten sie das Spitzenduo dar und spielten sich die Bälle gegenseitig zu. Gerd bereitete die Tore vor und Hubert schoss sie.

Schnell hatten sie auch gelernt, wie man sich in der Schule und danach amüsieren konnte. Im Unterricht schossen sie durchgekaute Papierkügelchen auf ihre Mitschüler und, wenn sie sich besonders mutig fühlten, auch auf die Lehrer.

Einer von denen, die es traf, war Herr Rückert. Der hatte jedoch keinen Humor und verdonnerte die ganze Klasse zum Nachsitzen.

Da meldete sich Hubert:

„Das wäre ungerecht, Herr Rückert. Auf diese Weise bestrafen sie die ganze Klasse, obwohl es nur einer war.“

„Na gut“, kam ihm Herr Rückert entgegen. „Wenn derjenige, der es war, sich meldet, bestrafe ich nur ihn. Wer war es?“

Keiner meldete sich. Herr Rückert hob triumphierend an:

„Das habe ich mir schon gedacht. Also dann … „

Da unterbrach ihn Hubert:

„Ich war es.“

Das war zwar nicht die Wahrheit, aber Hubert dachte sich:

„Wenn ich schon nachsitzen muss, dann kann ich es wenigstens den anderen ersparen.“

Die Mitschüler indes hatten gesehen, dass er es nicht war, und ließen ihn nicht hängen. Gerd erhob sich und rief:

„Nein, ich war es!“

Jetzt kam ein weiterer Mitschüler nach:

„Nein, ich war es!“

So ging es weiter, bis die ganze Klasse die Schuld auf sich genommen hatte.

Der Lehrer guckte verblüfft aus der Wäsche. Dann lächelte er und sagte:

„Okay, ihr habt gelernt, was Solidarität bedeutet. Das gefällt mir. Ich erlasse euch die Strafe.“

Auch der Rückweg von der Schule nach Haus machte Spaß. Da führten sie Klingelstreiche aus. Das klappte immer wieder hervorragend, wenn sie es in der Nähe der Schule machten. Da viele Kinder gleichzeitig Schulschluss hatten, wurde meist gerade ein Kind von seinen Eltern erwartet, wenn sie klingelten. Hubert und Gerd versteckten sich nach dem Klingeln und beobachteten mit großem Spaß, wie die Eltern sich wunderten, wo ihre Kinder blieben. Na ja, ganz nett war das nicht von den beiden, aber so sind halt Kinder.

Der Gerechtigkeit wäre beinahe Genüge getan worden, als sie einmal zu oft an einer Tür geklingelt hatten. Der Hausherr hatte diesmal auf der Lauer gelegen, kam sofort herausgestürmt und packte Gerd am Arm. Hubert widerstand dem ersten Impuls wegzurennen und sprach den Hausbesitzer mutig an:

„Sie haben den Falschen. Ich bin es gewesen.“

Der Mann guckte verdutzt aus der Wäsche. Dann ließ er Gerd los, um sich Hubert zu schnappen. Der jedoch hatte damit gerechnet und entwischte dem Griff. Jetzt hatte er keine Hemmungen mehr, Fersengeld zu geben. Beide rannten, was sie konnten. Sie kannten sich in der Gegend aus, wussten, dass da ein Loch im Zaum war, wo sie gerade durchpassten, aber ein Erwachsener nicht. Dort schlüpften sie hindurch und entflohen durch die Nachbargärten, kletterten über diverse Zäune und waren in Sicherheit. Dieses Haus mieden sie künftig.

Noch oft streunten sie durch die Grundstücke der Nachbarschaft. Ihre Streifzüge erstreckten sich bis zum nahegelegenen Bahngelände, wo sie sich ein Vergnügen daraus machten auf die hin- und herrangierten Güterwaggons aufzuspringen und ein Stückchen mitzufahren. Einmal fuhren sie auf einem Waggon, der an einen anderen angekuppelt war. Hubert schlug vor, auf den anderen Waggon hinüberzuspringen. Gerd zögerte:

„Da möchte ich warnen. Es ist schon ziemlich gefährlich. Immerhin haben wir schon ein wenig Fahrt drauf.“

„Du sagst es: ein wenig. Das ist nicht wirklich schnell“, spottete Hubert. „Komm schon! Das macht Spaß! No risk, no fun!“

Gerd wollte keine Spaßbremse sein und stimmte zu. Hubert sprang zuerst. Er ging immer voran. Diesmal rutschte er jedoch aus und konnte sich gerade noch halten. Er hing ziemlich hilflos da am Geländer rum. Jetzt musste auch Gerd springen, um ihm zu helfen. Er hatte bei Huberts Sprung gesehen, wo die Gefahr lag, und konnte sie vermeiden. Er sprang und landete sicher. Nun konnte er Hubert hinaufziehen und sie hatten es geschafft.

Dort auf der Plattform blieben sie, bis die Waggons wieder langsamer rollten. Da wurden sie plötzlich gesehen. Sie sprangen schnell ab und liefen weg. Ein Glück, dass sie sich in der Gegend so gut auskannten! Sie wurden nicht erwischt.

Sie spielten viele Spiele, dabei harmlose wie Verstecken, Einkriegezeck oder Räuber und Gendarm, wobei sie beide gern Räuber waren und sich gegenseitig aus dem Gefängnis befreiten. Oder sie bolzten einfach nur mit einem Fußball rum. Wenn kein Ball zur Hand war. Tat es auch eine leere Konservendose, wenn man den Deckel nach innen drückte. Ein paar Kinder aus der Nachbarschaft fanden sich immer, die mitmachten. Jeweils zwei Jacken auf dem Boden markierten die Tore und dann wurde gekickt, bis sie den Ball wegen der einsetzenden Dunkelheit nicht mehr sehen konnten.

Auch weniger harmlose Spiele spielten sie. Dazu gehörte Wettpinkeln. Bei Letzterem wetteiferten die Straßenkinder darum, wer am weitesten pinkeln konnte. Das war eigentlich nur etwas für Jungs, aber sie änderten einfach die Regeln. Damit auch die Mädchen mitmachen konnten, suchte sich jeder Junge eine Partnerin, die seinen Schniedel beim Pullern hielt. Das klappte meist nicht auf Anhieb und so mancher Tropfen ging daneben. Gerd traute sich erst nicht so recht, ein Mädchen zu fragen. Da kam ein kleines Mädchen mit Zöpfen auf ihn zu und fragte:

„Wollen wir das zusammen machen?“

Sie hieß Gerda. Gerd stimmte grinsend zu. Als er sein Glied auspackte, kicherte sie spontan:

„Der ist aber klein!“