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Sicher durchs 2. Staatsexamen! In Endspurt Klinik sind alle prüfungsrelevanten Themen gut strukturiert und verständlich zusammengefasst, ohne überflüssiges Drumherum. So sparst du Zeit und kannst dich gezielt vorbereiten.
In der 4. Auflage wurden alle Inhalte auf den aktuellen Stand gebracht und neue Frageninhalte eingearbeitet.
Dieses Skript ist ganz der Pneumologie gewidmet – zuerst lernst du die diagnostischen und therapeutischen Grundlagen sowie die wichtigsten Leitsymptomen. Anschließend sind die häufigsten Krankheitsbilder von Lungen, Lungenkreislauf, Pleura und Mediastinum beschrieben.
Allgemeine und spezielle pneumologische Notfälle und deren Akuttherapie (z.B. Lungenembolie, Lungenödem, Inhalationstrauma, Ertrinkungsunfall) sowie Inhalte zu Beatmung und Atemwegsmanagement findest du im Skript 12 AINS. Die Fremdkörperaspiration wird in Skript 14 Pädiatrie I beschrieben. Die Traumatologie von Lunge und Thorax findet sich in Skript 11 Orthopädie und Unfallchirurgie.
Mehr Infos zu via medici, Aktualisierungen zu den Skripten und zahlreiche Prüfungstipps gibt’s unter thieme.de/endspurt-klinik.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 284
Veröffentlichungsjahr: 2024
Katharina Buschulte, Jürgen Hallbach, Bertold Renner
4., vollständig überarbeitete Auflage
48 Abbildungen
Es ist so weit – vor dem PJ steht nur noch die letzte Hürde an: die 2. ärztliche Prüfung (M2). Du hast nach all den Strapazen des Medizinstudiums keine Lust mehr, dicke Bücher zu wälzen, um dich prüfungsfit zu machen? Dann laufe mit Endspurt in die Zielgerade ein! Ideal abgestimmt mit unserer digitalen Lernplattform via medici bieten die Endspurt-Skripten schwerpunktmäßig jene Inhalte, auf die das IMPP mit seinen Examensfragen in den letzten Jahren abgezielt hat, und noch mehr, um optimal auch auf neue IMPP-Fragen sowie das Mündliche vorzubereiten.
Für die 4. Auflage von Endspurt Klinik haben wir die Lerninhalte in 20 Skripten aufgeteilt, die du parallel zu via medici nutzen kannst. Dabei haben wir die meisten Leitsymptome, die spezifische Pharmakologie und auch spezielle Themen der klinischen Chemie, Chirurgie, Radiologie und Pathologie bei den jeweils passenden Fachgebieten/Organsystemen einsortiert. Dadurch kannst du alle Facetten der Diagnostik, Klinik und Therapie im Zusammenhang lernen.
Um den Umfang bewältigbar zu halten, haben wir die Endspurt-Inhalte sehr kurz gefasst und aufs Wesentliche reduziert. Insbesondere haben wir detailliertes Klinikwissen zu speziellen Verfahren oder Kontraindikationen und Wechselwirkungen vieler Medikamente bewusst weggelassen. Zudem wird ein Thema, selbst wenn es prüfungsrelevant ist, möglichst nur an einer Stelle behandelt, auch wenn es prinzipiell zu mehreren Fächern passt.
100-Tage-Lernplan: Jedes Skript ist in mehrere Lerntage untergliedert. Diese sind abgestimmt auf den Lernplan in via medici, wo du jeweils die Kreuzsitzungen zu den Inhalten des Vortags findest (https://viamedici.thieme.de/lernplaner). So kannst du nach jedem Lerntag prüfen, ob du den Inhalt verstanden und behalten hast. Unser Zeitplan bringt dich in 100 Tagen zum 2. Staatsexamen. Darin enthalten sind 3 Tage „Zwischencheck“, an denen du ausschließlich Fragen zu den bis dahin gelernten Inhalten kreuzt, und am Ende 9 Tage Generalprobe mit 3 Examina aus den letzten Jahren. Die Einteilung der Lerntage ist natürlich nur ein Vorschlag – wie gut du beim Lernen vorankommst, hängt maßgeblich von deinem Vorwissen und deiner persönlichen Lerngeschwindigkeit ab.
Im Endspurt-Paket sind 3 Monate Zugang zu via medici enthalten. Wenn du nur einzelne Skripten gekauft hast, erkundige dich bei deiner Uni, ob sie ihren Studierenden via medici kostenlos zur Verfügung stellt, oder erwirb privat einen Zugang. Im via medici Lernplan werden übrigens stets die neuen Examensfragen ergänzt, damit dir keine Frage entgeht!
Prüfungsrelevante Inhalte:Inhalte, zu denen das IMPP seit Frühjahr 2012 Fragen gestellt hat, sind an der jeweils passendsten Stelle gelb hervorgehoben. Auch die meisten älteren Prüfungsinhalte seit 2008 sind gelb markiert.
IMPP-Fakten
IMPP-Fakten-Kästen sind zum Wiederholen der Altfragen-Inhalte oder für die ganz Eiligen unter euch gedacht. Sie listen alle gelb markierten Aussagen des vorangehenden Abschnitts nochmals auf.
Die Anzahl der ! zeigt an, wie häufig der Inhalt von 2012 bis Frühjahr 2023 gefragt wurde:
! Hierzu gab es 1 Frage.
!! Dieser Sachverhalt wurde 2-mal gefragt.
!!! Zu diesem Thema stellte das IMPP 3 Fragen.
!!!! Ein Lieblingsthema des IMPP – 4-mal oder öfter gefragt.
Lerntipps und Co: bieten weitere Unterstützung beim Lernen.
Lerntipp
Hier findest du Hinweise darauf, welche Inhalte auch mündlich besonders gern gefragt werden, welche Tücken in bestimmten IMPP-Fragen auf dich warten, oder hilfreiche Merksprüche.
Definition:
Diese Kästen definieren kurz und knapp Krankheitsbilder und weitere Schlüsselbegriffe.
Merke:
Besonders wichtige Sachverhalte sind in Merke-Kästen nochmals hervorgehoben.
Vorsicht:
„Stolperfallen“ oder potenziell gefährliche Verwechslungsmöglichkeiten sind mit „Vorsicht“ gekennzeichnet.
Praxistipp:
Hier findest du Fakten, die du später in der Anwendung im klinischen Alltag brauchen wirst.
Fehlerteufel: Solltest du in unseren Skripten etwas entdecken, das nicht richtig ist, freuen wir uns über jeden Hinweis! Schicke deine Fehlermeldung bitte an [email protected] oder schreibe einfach ein Feedback zu dem entsprechenden via medici Lernmodul. Du kannst auch das Formular auf www.thieme.de/service/feedback.html benutzen. Wir werden alle Fehler in einem Erratum sammeln und auf www.thieme.de/endspurt online stellen. Und sollten dir unsere Skripten gefallen: Lob ist natürlich ebenso willkommen ☺.Alles Gute und viel Erfolg für dein Examendas Endspurt-Team
Dieses Skript ist ganz der Pneumologie gewidmet – Zuerst lernst du die diagnostischen und therapeutischen Grundlagen sowie die wichtigsten Leitsymptome. Anschließend sind die häufigsten Krankheitsbilder von Lungen, Lungenkreislauf, Pleura und Mediastinum beschrieben.
Die allgemeinen und speziellen pneumologischen Notfälle und deren Akuttherapie (z.B. Lungenembolie, Lungenödem, Inhalationstrauma, Ertrinkungsunfall) sowie Inhalte zu Beatmung und Atemwegsmanagement findest du hingegen im Skript 12 AINS. Die Fremdkörperaspiration wird in Skript 14 Pädiatrie I beschrieben. Die Traumatologie von Lunge und Thorax befindet sich in Skript 11 Orthopädie und Unfallchirurgie.
Titelei
Auf zum Endspurt!
Skript 3: Atmungssystem
Teil I Grundlagen
1 Leitsymptome
1.1 Atemnot (Dyspnoe)
1.1.1 Einteilung
1.1.2 Ätiologie
1.1.3 Symptomatik
1.1.4 Diagnostik
1.2 Husten
1.2.1 Ätiologie und Einteilung
1.2.2 Diagnostik
1.2.3 Differenzialdiagnosen
1.3 Atemrhythmusstörungen
1.4 Paradoxe Atmung
1.5 Stridor
1.5.1 Ätiologie
1.6 Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel
1.6.1 Ätiologie
2 Diagnostik
2.1 Labordiagnostik und Mikrobiologie
2.1.1 Labordiagnostik
2.1.2 Mikrobiologie
2.2 Blutgasanalyse (BGA)
2.2.1 Grundlagen
2.2.2 Befunde
2.3 Lungenfunktionsdiagnostik
2.3.1 Spirometrie
2.3.2 Ganzkörperplethysmografie
2.3.3 Pharmakologische Provokationstests
2.3.4 Diffusionskapazität
2.3.5 Spiroergometrie
2.4 Konventionelle Röntgendiagnostik
2.4.1 Dorsoventrale Thoraxübersichtsaufnahme
2.4.2 Seitaufnahme
2.4.3 Übersichtsaufnahme im Liegen
2.4.4 Knöcherner Thorax/Hemithorax
2.5 Röntgen-Thorax: Normalbefund
2.6 Röntgen-Thorax: Wichtige Leitbefunde
2.6.1 Verschattungsmuster im Lungenparenchym
2.6.2 Verkalkungen
2.6.3 Intrapulmonale Rundherde
2.6.4 Intrapulmonaler Ringschatten
2.6.5 Zwerchfellveränderungen
2.6.6 Fremdmaterial
2.7 Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT)
2.7.1 Computertomografie des Thorax
2.7.2 Magnetresonanztomografie des Thorax
2.8 Szintigrafie
2.9 Bronchoskopie und Thorakoskopie
2.9.1 Bronchoskopie
2.9.2 Thorakoskopie
3 Pharmaka
3.1 Bronchodilatatoren
3.1.1 β2-Sympathomimetika
3.1.2 Parasympatholytika
3.1.3 Nicht selektive Phosphodiesterase-Hemmstoffe (Methylxanthine)
3.2 Antituberkulotika
3.2.1 Grundlagen
3.2.2 Erstrangmedikamente
3.2.3 Zweitrangmedikamente
4 Chirurgische Eingriffe
4.1 Eingriffe an der Pleura
4.1.1 Pleurapunktion
4.1.2 Thoraxdrainage
4.1.3 Pleurodese
4.2 Lungenresektionen
4.2.1 Indikationen
4.2.2 Präoperative Vorbereitungen
4.2.3 Operatives Vorgehen
4.2.4 Komplikationen
Teil II Lungen und Lungenkreislauf
5 Erkrankungen der Bronchien
5.1 Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)
5.1.1 Ätiologie und Pathogenese
5.1.2 Symptomatik
5.1.3 Komplikationen
5.1.4 Diagnostik
5.1.5 Differenzialdiagnosen
5.1.6 Therapie
5.2 Hyperventilationssyndrom
5.2.1 Ätiologie
5.2.2 Pathogenese
5.2.3 Symptomatik
5.2.4 Diagnostik
5.2.5 Therapie
5.3 Bronchiektasen
5.3.1 Ätiologie
5.3.2 Pathogenese
5.3.3 Symptomatik
5.3.4 Komplikationen
5.3.5 Diagnostik
5.3.6 Pathologie
5.3.7 Therapie
5.3.8 Präventive Maßnahmen
5.4 Atelektasen
5.4.1 Ätiologie
5.4.2 Symptomatik
5.4.3 Komplikationen
5.4.4 Diagnostik
5.4.5 Differenzialdiagnosen
5.4.6 Therapie
5.5 Akute Bronchitis
5.5.1 Ätiologie
5.5.2 Symptomatik
5.5.3 Komplikationen
5.5.4 Diagnostik
5.5.5 Differenzialdiagnosen
5.5.6 Therapie
5.6 Asthma bronchiale
5.6.1 Epidemiologie
5.6.2 Ätiologie
5.6.3 Pathogenese
5.6.4 Symptomatik und Einteilung
5.6.5 Komplikationen
5.6.6 Diagnostik
5.6.7 Differenzialdiagnosen
5.6.8 Therapie
5.6.9 Therapie des akuten Asthmaanfalls
5.6.10 Prävention
5.7 Chronische Bronchitis und chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD)
5.7.1 Epidemiologie
5.7.2 Ätiologie
5.7.3 Pathogenese
5.7.4 Symptomatik
5.7.5 Komplikationen
5.7.6 Diagnostik
5.7.7 Einteilung
5.7.8 Differenzialdiagnosen
5.7.9 Therapie
5.7.10 Verlauf und Prognose
5.7.11 Prävention
6 Erkrankungen des Lungenparenchyms
6.1 Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS)
6.1.1 Ätiologie
6.1.2 Pathogenese
6.1.3 Symptomatik
6.1.4 Einteilung
6.1.5 Diagnostik
6.1.6 Therapie
6.1.7 Prognose
6.2 Lungenemphysem
6.2.1 Ätiologie
6.2.2 Pathogenese
6.2.3 Symptomatik
6.2.4 Komplikationen
6.2.5 Diagnostik
6.2.6 Pathologie
6.2.7 Therapie
6.3 Pneumonie
6.3.1 Einteilung
6.3.2 Ätiologie
6.3.3 Pathogenese
6.3.4 Erregerspektrum
6.3.5 Symptomatik
6.3.6 Komplikationen
6.3.7 Diagnostik
6.3.8 Pathologie
6.3.9 Therapie
6.3.10 Verlauf und Prognose
6.3.11 Prävention
6.4 Weitere Pneumonien
6.4.1 Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
6.4.2 Aspirationspneumonie
6.4.3 Legionellenpneumonie
6.5 Lungenabszess
6.5.1 Einteilung
6.5.2 Ätiopathogenese
6.5.3 Erregerspektrum
6.5.4 Symptomatik
6.5.5 Komplikationen
6.5.6 Diagnostik
6.5.7 Differenzialdiagnosen
6.5.8 Therapie
6.6 Tuberkulose
6.6.1 Epidemiologie
6.6.2 Ätiologie
6.6.3 Einteilung
6.6.4 Pathologie und Pathogenese
6.6.5 Symptomatik
6.6.6 Diagnostik
6.6.7 Differenzialdiagnosen
6.6.8 Therapie
6.6.9 Prävention und Meldepflicht
7 Interstitielle Lungenerkrankungen
7.1 Überblick
7.1.1 Epidemiologie
7.1.2 Ätiologie
7.1.3 Pathogenese
7.1.4 Symptomatik
7.1.5 Diagnostik
7.1.6 Therapie
7.2 Pneumokoniosen
7.2.1 Ätiologie
7.2.2 Pathogenese
7.2.3 Symptomatik
7.2.4 Komplikationen
7.2.5 Diagnostik
7.2.6 Differenzialdiagnosen
7.2.7 Therapie
7.3 Idiopathische interstitielle Pneumonien (IIP)
7.3.1 Idiopathische pulmonale Fibrose (IPF)
7.3.2 Kryptogene organisierende Pneumonie (COP)
7.4 Exogen-allergische Alveolitis (EAA)
7.4.1 Epidemiologie
7.4.2 Ätiologie
7.4.3 Pathogenese
7.4.4 Symptomatik
7.4.5 Diagnostik
7.4.6 Pathologie
7.4.7 Differenzialdiagnosen
7.4.8 Therapie
7.5 Sarkoidose
7.5.1 Epidemiologie
7.5.2 Ätiopathogenese
7.5.3 Symptomatik
7.5.4 Komplikationen
7.5.5 Diagnostik
7.5.6 Pathologie
7.5.7 Differenzialdiagnosen
7.5.8 Therapie
7.5.9 Verlauf und Prognose
8 Erkrankungen des Lungenkreislaufs
8.1 Lungenödem
8.1.1 Ätiopathogenese
8.1.2 Symptomatik
8.1.3 Diagnostik
8.1.4 Therapie
8.2 Lungenembolie
8.2.1 Ätiologie
8.2.2 Pathogenese
8.2.3 Symptomatik
8.2.4 Einteilung
8.2.5 Diagnostik
8.2.6 Differenzialdiagnosen
8.2.7 Therapie
8.2.8 Prognose
8.3 Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale
8.3.1 Ätiologie
8.3.2 Pathogenese
8.3.3 Einteilung
8.3.4 Symptomatik
8.3.5 Diagnostik
8.3.6 Therapie
8.3.7 Verlauf und Prognose
9 Tumoren der Bronchien und Lungen
9.1 Gutartige Lungentumoren
9.2 Bronchialkarzinom
9.2.1 Epidemiologie
9.2.2 Ätiologie
9.2.3 Pathogenese
9.2.4 Einteilung
9.2.5 Symptomatik und Komplikationen
9.2.6 Diagnostik
9.2.7 Pathologie
9.2.8 Differenzialdiagnosen
9.2.9 Therapie und Prognose
9.2.10 Prävention
9.3 Lungenmetastasen
Teil III Pleura und Mediastinum
10 Pleura
10.1 Pneumothorax
10.1.1 Einteilung und Ätiologie
10.1.2 Pathogenese
10.1.3 Symptomatik
10.1.4 Diagnostik
10.1.5 Therapie
10.1.6 Verlauf und Prognose
10.2 Pleuritis
10.2.1 Ätiologie
10.2.2 Einteilung und Pathogenese
10.2.3 Symptomatik
10.2.4 Diagnostik
10.2.5 Therapie
10.3 Pleuraerguss
10.3.1 Einteilung
10.3.2 Ätiopathogenese
10.3.3 Symptomatik
10.3.4 Komplikationen
10.3.5 Diagnostik
10.3.6 Therapie
10.4 Pleuramesotheliom
10.4.1 Ätiologie und Risikofaktoren
10.4.2 Pathogenese
10.4.3 Symptomatik
10.4.4 Komplikationen
10.4.5 Diagnostik
10.4.6 Pathologie
10.4.7 Differenzialdiagnosen
10.4.8 Therapie
10.4.9 Verlauf und Prognose
10.4.10 Prävention
11 Mediastinum
11.1 Mediastinitis
11.1.1 Formen und Ätiopathogenese
11.1.2 Symptomatik
11.1.3 Diagnostik
11.1.4 Therapie
11.1.5 Prognose
11.2 Tumoren im Mediastinum
11.2.1 Epidemiologie und Tumorarten
11.2.2 Symptomatik
11.2.3 Diagnostik
11.2.4 Therapie
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
Quelle: © M. Mauch/Thieme |
1 Leitsymptome
2 Diagnostik
3 Pharmaka
4 Chirurgische Eingriffe
Atemnot
Synonyme: Luftnot, Kurzatmigkeit
Definition:
Atemnot ist ein subjektives Gefühl, das mit einer erschwerten Atemtätigkeit verbunden ist und als unangenehm oder bedrohlich wahrgenommen wird.
Definition:
Orthopnoe ist eine Atemnot, die im Liegen auftritt. Die Atemnot bessert sich in aufrechter Position des Körpers und unter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur. Die Orthopnoe ist ein wegweisendes Symptom der Herzinsuffizienz.
Atemnot kann akut innerhalb weniger Stunden auftreten oder chronisch über Wochen bis Monate bestehen. Die akute Form der Dyspnoe ist dabei immer als eine Notfallsituation anzusehen.
Abhängig vom Belastungsgrad unterscheidet man:
Belastungsdyspnoe: Ausmaß der Atemnot ist abhängig vom Grad und von der Art der Belastung.
Ruhedyspnoe: bereits in Ruhe auftretende Atemnot, Zeichen für fortgeschrittene bzw. schwere Krankheitsbilder.
Die Ursachen für das Auftreten einer Dyspnoe sind vielfältig ( ▶ Tab. 1.1 ).
Tab. 1.1
Mögliche Ursachen von Dyspnoe (Auswahl)
Ursache
Begleitsymptome und klinische Befunde
Diagnostik
Atemwege und Lunge
Trachealstenose , Laryngospasmus, Larynxödem, Fremdkörperaspiration
inspiratorischer Stridor
Anamnese, Auskultation, ggf. Thorax-CT, Endoskopie
Asthma bronchiale
anfallsartige Luftnot mit exspiratorischem Giemen
Anamnese, Auskultation (Giemen, Pfeifen, Brummen), Lungenfunktionstests (obstruktive Ventilationsstörung), Allergietestung
COPD/Lungenemphysem
exspiratorische Belastungsdyspnoe, chronischer Husten mit Auswurf, evtl. Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz
Anamnese (Raucher!), Auskultation (Giemen, Pfeifen, Brummen), abgeschwächtes Atemgeräusch bei Emphysem, Lungenfunktionstests (obstruktive Ventilationsstörung), Röntgen-Thorax (tief stehendes Zwerchfell)
Pneumonie
Husten, Fieber, Ruhedyspnoe
Auskultation (feinblasige Rasselgeräusche, Bronchialatmen, Bronchophonie, evtl. Pleurareiben), Labor (Leukozyten und CRP ↑), Röntgen-Thorax (frisches Infiltrat)
interstitielle Lungenerkrankung
Belastungsdyspnoe, trockener Husten
Auskultation (Knisterrasseln), Lungenfunktionsprüfung (restriktive Ventilations- und Diffusionsstörung), Belastungsuntersuchungen (verminderte O2-Aufnahme), HR-CT (Milchglastrübung, streifige und nodulöse Strukturvermehrung), Serologie, Lungenbiopsie
zentraler endobronchialer Tumor
in- und exspiratorische Belastungsdyspnoe, Husten, Gewichtsverlust
Thorax-CT, Bronchoskopie
Lungenembolie
akute Ruhedyspnoe, evtl. atemabhängiger Thoraxschmerz
Anamnese (z.B. Operation? Thrombophilie?), Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose, Labor (D-Dimer), ▶ Ventilations-/Perfusionsszintigrafie, Thorax-CT
chronisch-pulmonale Hypertonie
Belastungsdyspnoe, Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz
Echokardiografie, Rechtsherzkatheter
Pleura
Pleuraerguss
Belastungsdyspnoe, vermindertes Atemgeräusch, Dämpfung
klinische Untersuchung, Röntgen-Thorax/Sonografie
Pneumothorax
Belastungsdyspnoe, Schmerzen, aufgehobenes Atemgeräusch, obere Einflussstauung und Schock bei Spannungspneumothorax
klinische Untersuchung, Röntgen-Thorax
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Linksherzinsuffizienz mit Lungenödem
weißlich-schaumiges Sputum, Orthopnoe
Echokardiografie
Herzinfarkt
plötzliche vernichtende Schmerzen
EKG, Labor (kardiale Biomarker)
Herzrhythmusstörungen
Schwindel, Synkopen, „Herzstolpern“
(Langzeit-)EKG
Myokarditis
Anamnese (Leistungsminderung ca. 1–2 Wochen nach grippalem Infekt)
EKG, Echokardiografie, kardiale MRT
Thorax
einseitiger Zwerchfellhochstand, -lähmung: Phrenikusparese (z.B. iatrogen, Trauma), Hepatomegalie
Belastungsdyspnoe oft ohne wesentliche Symptome
Röntgen-Thorax, Sonografie (Zwerchfellbewegung)
beidseitiger Zwerchfellhochstand: z.B. Adipositas, Aszites, Hepatosplenomegalie
schwere Ruhedyspnoe
Thoraxsonografie (Zwerchfellbewegung)
weitere Ursachen
metabolische Azidose
(z.B. diabetische Ketoazidose)
schwere Ruhedyspnoe mit max. Hyperventilation
Azidose trotz Hyperventilation (paCO2 ↓, paO2 ↑), Hyperglykämie
Hyperventilationssyndrom
Ruhedyspnoe mit neurologischen (z.B. Pfötchenstellung), kardialen und gastroenteralen Symptomen
paCO2 ↓
Veränderungen am Bewegungsapparat
Deformitäten von Thorax oder Wirbelsäule
Inspektion, Röntgen-Thorax, Lungenfunktionstest (restriktive Ventilationsstörung)
Aufenthalt in großer Höhe
Belastungsdyspnoe, auch bei gut trainierten Personen, nächtliche Hypoxie, Lungen- und Hirnödem
Belastungsdyspnoe ↑, Leistungsfähigkeit ↓
Atemnot in der Schwangerschaft (physiologisch)
1. Trimenon: hormonell bedingte Hyperventilation, 3. Trimenon: Zwerchfellbehinderung
1. Trimenon: paCO2 ↓, 3. Trimenon: Vitalkapazität ↓
CO-Vergiftung
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Ruhedyspnoe, Angina pectoris, etc.
Hb-CO ↑, Cave: Pulsoxymeter zeigt normale O2-Sättigung
Blausäurevergiftung
Kopfschmerzen, Schwindel, bei schwerer Vergiftung: Hyperpnoe, dann Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit und Atemlähmung
Anamnese, Bittermandelgeruch (Marzipan) der Atemluft, Cave: Pulsoxymeter kann falsch hohe O2-Sättigung anzeigen
Die Patienten atmen sichtbar angestrengt mit einer Tachypnoe (erhöhte Atemfrequenz, > 20 Atemzüge pro Minute). Das Sprechen fällt ggf. schwer. Häufig sitzen die Patienten mit senkrechtem Oberkörper und setzen die Atemhilfsmuskeln unterstützend ein. Abhängig von der jeweiligen Ursache können verschiedene Begleitsymptome bestehen.
Praxistipp:
Bei Säuglingen und Kindern sollte man immer auf folgende, v.a. in diesem Alter typische Dyspnoe-Zeichen achten:
Nasenflügeln
interkostale und juguläre Einziehungen
nach hinten geneigter Kopf
vermehrter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur.
Anamnese:
Dauer und Intensität der Luftnot
Zeitpunkt bzw. Verlauf des Auftretens
erstmalig → prinzipiell alle Ursachen möglich
anfallsartig → Asthma bronchiale, Hyperventilationssyndrom
chronisch → COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankung
progredient → Anämie, maligne Erkrankung, Lungenfibrose, neurologische Erkrankung
Vorerkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankung, chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, Stoffwechselerkrankung)
Auslöse- und/oder Risikofaktoren:
körperliche Anstrengung
Exposition gegenüber Allergenen (z.B. Tierhaare, Hausstaub, Pollen)
Exposition gegenüber Stäuben (v.a. beruflich)
Infektion
Stress
Körperposition
Nikotinabusus
Alter des Patienten
Begleitsymptome
Medikamenteneinnahme.
Körperliche Untersuchung:
Inspektion mit Beurteilung von Allgemeinzustand, Atemfrequenz und -muster, Thoraxform sowie von Zyanose- und Herzinsuffizienzzeichen
Messung von Puls und Blutdruck
Perkussion: Lungendämpfung
Auskultation: Beurteilung von Atem- und Atemnebengeräuschen sowie Herzgeräuschen.
Bei der akuten Dyspnoe (häufig Notfallsituation!) stehen die orientierende Anamnese und die körperliche Untersuchung im Vordergrund. Dabei muss vorrangig auf Begleitsymptome und die Auskultationsbefunde geachtet werden:
einseitig aufgehobenes Atemgeräusch, hypersonorer Klopfschall, evtl. mit Schmerzen → V.a. Pneumothorax
„Brodeln“ und schaumiger Auswurf → V.a. Lungenödem
exspiratorisches Giemen mit verlängertem Exspirium, anamnestisch bekanntes anfallsartiges Auftreten, jüngerer Patient → V.a. Asthma bronchiale
sehr leises Atemgeräusch und Giemen → V.a. Status asthmaticus („silent lung“).
Weitere Diagnostik:
Pulsoxymetrie (Sauerstoffsättigung?)
Laborwerte: Entzündungswerte, kardiale Biomarker (Troponine, BNP), D-Dimere, Blutbild (Anämie?), Kreatinin und Harnstoff, Blutzucker
▶ Blutgasanalyse (Azidose oder Alkalose? Respiratorische Insuffizienz?)
Röntgen-Thoraxaufnahme (Infiltrat? Lungenstauung? Pleuraveränderungen? Zeichnungsvermehrung? Lungenemphysem? Raumforderungen? Herzinsuffizienzzeichen?)
EKG (Infarkt? Zeichen einer Rechts- oder Linksherzbelastung? Rhythmusstörungen?)
Echokardiografie (Größe der Herzhöhlen? Hypertrophie? Funktion der Ventrikel und Herzklappen?)
Lungenfunktionsprüfung (Restriktive oder obstruktive Ventilationsstörung? Diffusionsstörung?)
sonstiges: Sputumdiagnostik, Belastungs-EKG, CT oder MRT des Thorax, Herzkatheter, Bronchoskopie etc.
IMPP-Fakten
! Bei Säuglingen und Kindern sollte man immer auf folgende, v.a. in diesem Alter typische Dyspnoezeichen achten: Nasenflügeln, interkostale und juguläre Einziehungen, nach hinten geneigter Kopf, vermehrter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur.
! Eine mögliche Ursache für einen einseitigen Zwerchfellhochstand kann eine Schädigung des N. phrenicus sein.
! Bei Dyspnoe sollte, insbesondere präoperativ, eine Blutgasanalyse durchgeführt werden.
! Als Tachypnoe wird eine gesteigerte Atemfrequenz (mehr als 20 Atemzüge pro Minute) bezeichnet.
Abhängig von der Dauer unterscheidet man akuten (< 2 Wochen), subakuten (2–8 Wochen) und chronischen Husten (> 8 Wochen). Bei Husten, der mehrmals jährlich für eine Dauer von bis zu 2 Wochen auftritt, spricht man von rezidivierendem akutem Husten.
Die häufigsten Ursachen des akuten Hustens sind virale Infektionen der oberen und/oder unteren Luftwege.
Zum chronischen Husten führen typischerweise Erkrankungen der Atemwege bzw. Lunge wie die chronische Bronchitis (Raucherhusten), die COPD oder das Asthma bronchiale.
Anamnese:
zusätzliche Symptome wie Dyspnoe und/oder Hämoptoe, Fieber, Gewichtsverlust, Thorax- oder Gliederschmerzen, Leistungsknick
auslösende Faktoren (Reizstoffe?) oder örtliche Abhängigkeit des Hustens
Nikotingenuss (Pack years?)
Medikamente (ACE-Hemmer?)
Berufsanamnese.
Spezielle Anamnese:
Hierbei geht es v.a. um den Charakter (trocken, produktiv, bellend, anfallsartig, mit begleitendem Stridor oder Blutbeimengungen) und die zeitliche Dimension (morgendlich, nächtlich, postprandial) des Hustens, die gegebenenfalls Hinweise auf die Ursache geben können.
Körperliche Untersuchung: Allgemeinzustand, Zeichen von Dyspnoe, Zyanose, Hypoxie (Uhrglasnägel, Trommelschlägelfinger) oder Emphysem, Auskultation und Perkussion der Lungen.
Labordiagnostik und apparative Diagnostik: Jeder unklare akute Husten mit schwerem Krankheitsbild bzw. in Verbindung mit sog. Alarmzeichen (Dyspnoe, Hämoptoe, hohes Fieber, Hinweis auf Pneumonie) und jeder Husten, der länger als 8 Wochen dauert, sollten weiter abgeklärt werden:
Röntgen-Thorax
▶ Lungenfunktionsprüfung
ggf. ▶ Blutgasanalyse
ggf. bakterielle Diagnostik bei eitrigem Sputum
bei V.a. Tuberkulose: Mikroskopie und Kultur von Sputum und Magensaft.
Besteht weiterhin Unklarheit, können Bronchoskopie oder weiterführende diagnostische Maßnahmen (abhängig vom Verdacht) Aufschluss bringen.
Tab. 1.2
Mögliche Ursachen von akutem und chronischem Husten
mögliche Ursachen
Begleitsymptome und klinische Befunde
Diagnostik
akuter Husten
akute Bronchitis (meist viral)
Schnupfen, Halsschmerzen, Husten zuerst trocken, dann produktiv
klinische Diagnose
typische Pneumonie
Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Husten trocken oder produktiv
Auskultation, Leukozyten↑, CRP↑, frisches Infiltrat im Röntgen-Thorax
Lungenembolie
plötzliche Dyspnoe, atemabhängiger Thoraxschmerz, plötzlicher Reizhusten
D-Dimere, Perfusions-Ventilations-Szintigrafie (Mismatch), Thorax-CT, Pulmonalisangiografie
Pleuritis
Reizhusten, atemabhängige Schmerzen; bei Pleuraerguss: Verschwinden der Symptomatik und Dyspnoe
Auskultation (Pleurareiben), Röntgen-Thorax/Sonografie
Pneumothorax
Dyspnoe, Zyanose, trockener Husten
Röntgen-Thorax
Aspiration/Inhalation von Reizstoffen
trockener Reizhusten
Anamnese
Fremdkörperaspiration
plötzlicher Husten, Stridor, Giemen, abgeschwächtes Atemgeräusch, häufiger bei Kindern
Röntgen-Thorax, Bronchoskopie
Laryngitis acuta (Pseudokrupp)
bellender Husten in der Nacht, Stridor (inspiratorisch und exspiratorisch), Dyspnoe, Heiserkeit, Auftreten bei Kleinkindern
Anamnese, Inspektion, Auskultation
Pertussis
anfallsartig stakkatoartiger Husten
Labor (Leuko-, Lymphozytose), Pertussis-Antikörper
chronischer Husten
Asthma bronchiale
anfallsweise Dyspnoe, trockener Husten (auch nachts), exspiratorisches Giemen
Anamnese, Auskultation (trockene Rasselgeräusche, verlängertes Exspirium), ▶ Lungenfunktionsprüfung, Allergiediagnostik
chronische Bronchitis, COPD
Dyspnoe, produktiver Husten, häufige Exazerbationen
Anamnese (Nikotin), Auskultation (Rasselgeräusche, verlängertes Exspirium), Blutgasanalyse, Lungenfunktionsprüfung (obstruktive Ventilationsstörung)
interstitielle Lungenkrankheiten
Belastungsdyspnoe, trockener Husten
Berufsanamnese, Auskultation (Knisterrasseln), Lungenfunktionsprüfung (restriktive Ventilationsstörung); Diffusionsstörung, Belastungsuntersuchungen, Thorax-CT (milchglasartige Infiltrate oder Fleckschatten)
Linksherzinsuffizienz
Orthopnoe, nächtlicher Husten
EKG, Röntgen-Thorax
Lungentuberkulose
subfebrile Temperatur, Müdigkeit, Nachtschweiß, hartnäckiger Husten
Sputumdiagnostik, Röntgen-Thorax
Bronchiektasen
Husten mit morgendlichem maulvollem Auswurf, Hämoptysen
typisches Sputum (eitrig, fötid), Thorax-CT
Mukoviszidose
produktiver Husten, Diarrhö, Dystrophie bei Kindern
Röntgen-Thorax, Schweißtest
gastroösophagealer Reflux
trockener Husten, Sodbrennen, Verstärkung im Liegen
Gastroskopie, 24-h-pH-Metrie
chronische Rhinitis/Sinusitis
meist trockener Husten
Nasennebenhöhlen-Röntgen, -CT
medikamentös bedingt
oft attackenweise trockener Husten
Absetzen der Medikamente (z.B. ACE-Hemmer)
Definition:
gekennzeichnet durch eine veränderte (pathologische) Atemtiefe, Atemfrequenz oder kurzfristige Atempausen.
Cheyne-Stokes-Atmung: z.B. bei Enzephalitis, zerebralen Durchblutungsstörungen, Linksherzinsuffizienz. Das zentrale Atemzentrum ist gestört.
Biot-Atmung: z.B. bei Erhöhung des intrakraniellen Drucks. Das zentrale Atemzentrum ist schwer beeinträchtigt.
Kußmaul-Atmung: zur Kompensation metabolischer Azidosen, z.B. bei ketoazidotischem Koma.
Schnappatmung: z.B. bei hypoxischer Hirnschädigung (während des Sterbeprozesses).
Seufzeratmung: periodische Atmung, z.B. bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom und Obesitashypoventilation.
Atemtypen
Abb. 1.1
(Quelle: Arastéh et al., Duale Reihe Innere Medizin, Thieme, 2018)
Paradoxe Atmung
Synonyme: Schaukelatmung, Froschbauchatmung
Definition:
Atemstörung, bei der eine zur physiologischen Atembewegung umgekehrte (paradoxe) Bewegung von Thorax und Abdomen auftritt.
Ätiopathogenese: Zur paradoxen Atmung kommt es nach traumatischen Verletzungen des Brustkorbs mit Rippenserienfraktur und daraus resultierender Thoraxinstabilität.
Über der Fraktur entstehen aufgrund des negativen intrathorakalen Drucks inspiratorische Einziehungen, d.h. während des Einatmens wird die Thoraxwand im Bereich der beweglichen Rippenstücke einwärts gesogen, während des Ausatmens bewegt sie sich auswärts. Alternativ kann der paradoxen Atmung eine Erschöpfung der Atemmuskulatur (→ fortgeschrittenes Lungenemphysem bzw. COPD, bei Säuglingen: Atemnotsyndrom) zugrunde liegen. Gegen den hohen Atemwegswiderstand muss durch Bauchmuskelkontraktionen angestrengt „angeatmet“ werden. Es kommt zu jugulären, interkostalen und supraklavikulären Einziehungen.
IMPP-Fakten
! Kommt es infolge eines Thoraxtraumas zur inspiratorischen Einziehung der Thoraxwand spricht man von paradoxer Atmung.
Definition:
inspiratorisches oder exspiratorisches Pfeifen oder Giemen, das auf Entfernung wahrgenommen werden kann.
Ein inspiratorischer Stridor entsteht bei Verengungen im Bereich des Larynx und der Trachea (z.B. durch einen Fremdkörper, Struma oder Quincke-Ödem), der exspiratorische Stridor bei Verengungen der tiefen Atemwege (z.B. Asthma bronchiale, COPD oder Tumoren).
Beim Neugeborenen ist eine Laryngo- oder Tracheomalazie aufgrund des noch unreifen Knorpelgewebes die häufigste Ursache eines inspiratorischen Stridors.
Die wichtigsten Ursachen für inspiratorischen Stridor und Dyspnoe beim Kleinkind sind eine Fremdkörperaspiration, Krupp-Syndrom und die Epiglottitis.
Praxistipp:
Die Stärke des Stridors geht mit der Dringlichkeit der Erkrankung einher.
Definition:
Bei den Trommelschlägelfingern handelt es sich um eine Auftreibung der Fingerendglieder infolge einer Vermehrung des Periosts.
Definition:
Uhrglasnägel sind in Längsrichtung verstärkt gekrümmten Fingernägel.
Uhrglasnägel und Trommelschlägelfinger
Abb. 1.2
(Quelle: Gortner, Meyer, Duale Reihe Pädiatrie, Thieme, 2018)
Merke:
Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel sind Zeichen von Erkrankungen, die mit einer chronischen Hypoxämie einhergehen.
Sie können auftreten bei:
malignen oder chronischen Lungenerkrankungen: Bronchialkarzinom (paraneoplastisches Syndrom), Lungenfibrose, Lungenemphysem, Mukoviszidose, Bronchiektasen, Pleuratumoren
Herzerkrankungen: Herzvitien mit Rechts-links-Shunt (Fallot-Tetralogie), chronische Herzinsuffizienz
chronische Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Polyposis coli, Kolontumoren.
Selten sind Trommelschlägelfinger idiopathisch und familiär gehäuft, ohne dass eine organische Erkrankung vorliegt.
IMPP-Fakten
!!! Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel können unter anderem bei malignen oder chronischen Lungenerkrankungen (z.B. Bronchialkarzinom, Bronchiektasen) und zyanotischen Herzvitien (z.B. Fallot-Tetralogie mit Rechts-links-Shunt) auftreten und sind Zeichen für eine chronische Hypoxämie.
