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In diesem erstmals 1964 erschienenen Essay werden große Fragen aufgeworfen, wie: Was ist Beten? Zu wem beten wir? Wie sieht eigentlich unsere Vorstellung von Gott und von der Bedeutung des Gebets aus? Wann und unter welchen Umständen beten wir, und dürfen wir von Gott ganz konkrete Resultate erwarten? Luise Rinser geht all diesen Fragen nach. Dabei untersucht sie Parallelen und Unterschiede der großen Weltreligionen und arbeitet heraus, was für sie das »wahre Beten« eigentlich meint. Denn dabei geht es niemals um persönliche oder gar materielle Wünsche, sondern vielmehr darum, sich ganz und gar dem unfehlbaren Willen Gottes anzuvertrauen. (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2016
Luise Rinser
In diesem erstmals 1964 erschienenen Essay werden große Fragen aufgeworfen, wie: Was ist Beten? Zu wem beten wir? Wie sieht eigentlich unsere Vorstellung von Gott und von der Bedeutung des Gebets aus? Wann und unter welchen Umständen beten wir, und dürfen wir von Gott ganz konkrete Resultate erwarten? Luise Rinser geht all diesen Fragen nach. Dabei untersucht sie Parallelen und Unterschiede der großen Weltreligionen und arbeitet heraus, was für sie das »wahre Beten« eigentlich meint. Denn dabei geht es niemals um persönliche oder gar materielle Wünsche, sondern vielmehr darum, sich ganz und gar dem unfehlbaren Willen Gottes anzuvertrauen.
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Dieses E-Book ist der unveränderte digitale Reprint einer älteren Ausgabe.
Erschienen bei FISCHER Digital
© 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Hedderichstr. 114, D-60596 Frankfurt am Main
Copyright © by Christoph Rinser
Dieses Werk wurde vermittelt durch die
Montasser Medienagentur, München
Covergestaltung: buxdesign, München
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ISBN 978-3-10-561235-4
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Hat Beten einen Sinn?
WENN diese Frage nur meint, ob es Sinn habe, Gott um etwas zu bitten (denn beten hängt mit bitten zusammen), dann ließe sich vernünftig darüber diskutieren, denn es ist die berechtigte Frage danach, ob der Weltenplan nicht seit vordenklichen Zeiten von Gott so genau festgelegt sei, daß menschliches Bitten daran nichts mehr ändern könne. Mit dieser Frage wollen wir uns auch befassen im Laufe dieser Überlegung, aber erst, wenn wir einige gedankliche Vorarbeit geleistet haben.
Wenn die Frage aber meint, ob es überhaupt einen Sinn habe, sich in Gebeten an die Gottheit zu wenden, so ist sie erschreckend, denn wer so fragen kann, verrät, daß er nicht nur nichts von Gott und dem Wesen des Betens versteht, sondern auch gar nichts vom Menschen.
Man kann die Frage freilich auch hoffnungsvoll zweifelnd stellen, so daß sie dann eigentlich bedeutete: Ich würde gerne beten, wenn ich sicher wäre, daß Beten sinnvoll sei. So gemeint, enthielte sie die Aufforderung: sagt mir doch, was das eigentlich ist, das Beten; wenn ich verstünde, was das ist und wie man es richtig macht, so würde ich es tun.
Man müßte solchen Fragern antworten: ‚Betet – und Ihr werdet den Sinn des Betens erfahren, und anders als betend werdet ihr ihn nie erfahren.‘
Das ist zwar richtig, aber man kann so nur zu Menschen sprechen, die schon einmal verstanden haben zu beten und die nur gutwillig ihre früheren Erfahrungen auszugraben und wiederzubeleben brauchen. Aber man kann es nicht sagen zu jenen, die nicht wissen, was Beten ist. Ich glaube allerdings nicht, daß es einen Menschen gibt, der ganz und gar nicht weiß, was Beten ist, oder besser gesagt: der nicht schon gebetet hat, vielleicht sogar ohne zu wissen, was er da tat. Es gibt ein Sprichwort: ‚Not lehrt beten‘. Ich kannte einen Mann, der sich als bewußten Atheisten ausgab; als sein einziges Kind im Sterben lag, fiel er auf die Knie und rief: ‚Hilf doch!‘ Wen meinte er damit? Er sandte einen SOS-Ruf hinaus in eine namenlose dunkle Weite. Aber hätte er nicht wider all seinen Unglauben geglaubt oder gehofft, daß in der dunklen Weite ein Wesen sei, das seinen Schrei auffinge – hätte er ihn dann ausgestoßen? Das unreflexe Leben ist weit stärker verbunden mit dem Irrationalen und Religiösen, als der Verstand weiß oder wahrhaben will.
