Liebe im Bild - Daisy Swan - E-Book

Liebe im Bild E-Book

Daisy Swan

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Beschreibung

Die Lage ist ernst. Österreich erzittert vor einer Pandemie, doch die Angestellten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen halten die Stellung und berichten tapfer weiter, während draußen alles den Bach runtergeht. Doch wie leicht ist dieses Abstandhalten wirklich? Das fragt sich auch Nachrichtensprecher Markus, als er seinen heutigen Studiogast sieht. Und reicht ein Meter Abstand aus, um die beiden zu trennen? Eine romantische und erotische Kurzgeschichte mit einer ordentlichen Prise Galgenhumor und Politsatire. Vor und nach dem Lesen unbedingt Hände waschen nicht vergessen!

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Seitenzahl: 58

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Daisy Swan

Liebe im Bild

Eine Liebesgeschichte in den Kammern des öffentlich-rechtlichen Fernsehstudios in schwierigen Zeiten

Für die Corona-Expert*Innen des Standard-ForumsBookRix GmbH & Co. KG80331 München

Impressum

Impressum

Liebe im Bild

 

 

 

Daisy Swan

Wien

 

BookRix GmbH Co. KG

81371 München

Covergestaltung by Hopeless.Lost.Pixel - Vielen Dank an dieser Stelle!

 

 

Alle Rechte vorbehalten.

Diese Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig.

Disclaimer: Dieses Werk enthält erotische Elemente und Szenen. Es handelt sich dabei um fiktive Vorstellungen. Alle an der Handlung Teilhabenden sind körperlich und geistig gesunde, volljährige, den Aktivitäten zustimmende Personen.Obacht, Satire!!!

Widmung

 Für die Corona-Expert*Innen im Standard-Forum

Kapitel 1

 

„Siegfried Lunaczek war in Vorarlberg um die Auswirkungen des Virus auf die Skigebiete zu beobachten“ und zack, Beitrag eingespielt. Markus sah den Sekundenanzeiger herunterzählen bis er wieder auf Sendung war. Schnell ein Schluck Wasser. Visagistin eilte vorbei und tupfte ihm mit einer Puderquaste über die Stirn, lächelte und war wieder weg. Kurz Luft holen. Krawatte richten. Die Krawatte saß, warum fingerte er ständig daran herum? Gott sei Dank hatten sie auf Led-Scheinwerfer umgestellt, da fiel das exzessive Schwitzen weg. Sein Knopf im Ohr knackste und die Stimme des Sendungsleiters meldete sich: „Als Nächstes kommt die Virologin von der Uni Salzburg. Du hast den Namen auf deinen Unterlagen.“

Salzburg? VirologIN? Es sollte doch der Typ von der Uni Wien, der gestern schon da war, wieder hier sein und mit Fremdwörtern um sich werfen?

„Bedank dich halt, dass sie einspringen konnte. Der Professor von gestern hatte keine Lust mehr, der wollte zurück ins Labor.“

Noch ein Schluck Wasser.

Einer von den Studioassistenten führte die Frau herein und wies sie an sich zu ihm ans Pult zu setzen. Sie sah Markus nicht an, sondern war damit beschäftigt, sich umzusehen, während der Assistent nochmal ihr kleines Mikro an der Jacke kontrollierte. Sie war wahrscheinlich das erste Mal in einem Fernsehstudio. Markus war seit Dienstag permanent hier…

Sie sah ihn das erste Mal an und lächelte. Mensch war die… jung? Die sollte von der Uni Salzburg sein? Doch bestimmt als Studentin, oder? Aber Tatsache, ein Blick in seine Unterlagen verriet, sie war Doktorin. Viktoria Weidenschläger-Ried. Er sah noch gerade rechtzeitig auf die rote Sekundenanzeige, um zu wissen, dass er gleich wieder auf Sendung war. 4 – 3 – 2 …

„Bei mir im Studio ist jetzt die Virologin Frau Doktor Weidenschläger-Ried von der Uni Salzburg. Danke für ihr kurzfristiges Einspringen.“

„Hallo. Gerne.“ Sie lächelte wieder und blinzelte. Die Visagistin hatte ganze Arbeit geleistet – oder hatte sie einfach ganz natürlich umwerfend lange, dunkle Wimpern? Äh, was dachte er hier bitte? Es ging um das Virus! Der nächste Einspieler wäre über die USA, also sollte er das Gespräch dahin lenken.

„Ja, wir haben schon Kritik an den USA gehört, dass Präsident Dump mit dieser Krise nicht richtig umgeht. Die Infektionszahlen in den USA sind allerdings verhältnismäßig gering.“

Sie nickte. Sie hatte einen schönen, schlanken Hals. Wie eine sexy Gans. Was… was zur Hölle, Markus? Reiß dich mal zusammen!

„Ja, allerdings müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass viele Menschen in den USA sich nicht testen lassen, da sie keine Krankenversicherung haben und den Test selbst zahlen müssten. Wir gehen also davon aus, dass die Dunkelziffer viel höher ist.“

„Können Sie sagen, wie hoch die Dunkelziffer in ungefähr ist?“

Sie sah etwas irritiert drein bevor sie sprach: „Nein, wenn wir das wüssten, wäre es keine Dunkelziffer.“

Mensch, Markus!

„Mensch Markus, brauchst du nen Kaffee oder was“, quäkte sein In-Ear.

Er räusperte sich. „Das Virus, mit dem wir es zu tun haben, ist relativ neu, aber breitet sich wirklich schnell aus. Die Regierung weist alle Menschen an, Sozialkontakte zu vermeiden, auf Hände Schütteln zu verzichten und mindestens einen Meter Abstand zueinander halten. Ist das wirklich sinnvoll?“

Sie lächelte. „Ja, das wichtigste haben sie allerdings vergessen: Hände waschen ist der sicherste Schutz. Am besten mehrmals täglich und mindestens 20 Sekunden lang.“

Er wischte seine Hände an der Hose unter dem Tisch ab. Warum schwitzten seine Handflächen auf einmal? Und wurde es auf einmal heiß hier drin? Sein Blick haftete an ihren Lippen.

„Deswegen sind auch Desinfektionsmittel im ganzen Land knapp und die Ärztekammer bittet die Bevölkerung, denen die es wirklich zu brauchen, zu überlassen.“

Sie nickte wieder und ihre Lippen öffneten sich, eine perfekte, weiße Zahnreihe zeigend, ehe sie sprach: „Natürlich ist Desinfektionsmittel auch gut, um sich die Hände zu waschen, aber es wird gerade vor allem in Krankenhäusern, Arztpraxen und von immungeschwächten Menschen benötigt. Für gesunde Menschen wie uns, reicht es absolut, sich die Hände mit herkömmlicher Seife zu waschen.“

Uns? Meinte sie gerade ihn? Wollte sie sich mit ihm die Hände waschen? Was? Markus, jetzt konzentrier dich mal du Depp!

„Also normale Seife reicht? Und Atemschutzmasken sind auch nicht nötig?“

Wieder dieses Lächeln. Jetzt schämte Markus sich ein wenig. Sie war wirklich geduldig mit ihm – dabei hatte er diese Informationen schon jeden Tag den Leuten an den Empfangsgeräten daheim vorgebetet. Er musste diese Fragen stellen, damit die Zuschauerinnen und Zuschauer das alles kapierten.

„Ja, denn das Virus ist von der Beschaffenheit mit einer Fetthülle umgeben und die lässt sich durch normale Seife aufbrechen. Das sieht man auch, wenn man in eine fettige Pfanne Spülmittel gibt, wie sich das auflöst. Und Atemschutzmasken sind gerade auch knapp und unser Krankenhauspersonal braucht die gerade dringender als Privatpersonen, die ohnehin nicht herausgehen sollten.“ Ihre Hände lagen ruhig in ihrem Schoß, währen sie mit ihm sprach. Ihre Fingernägel waren kurz und nicht lackiert. Wahrscheinlich lohnte sich das für sie nicht, wenn sie täglich Gummihandschuhe trug. Trotzdem waren ihren Finger sehr schön. Nur ging es hier gerade nicht um ihre Finger. Er sollte dringend mal auf sein Leben klarkommen.

„Den nächsten Beitrag in 30 Sekunden, eine Frage geht sich noch aus. Es geht um die USA“, quäkte es in sein Ohr.

„Ja, nochmal zu den USA, wo ja die Experten sagen, die Maßnahmen, die Dump angeordnet hat, werden nicht ausreichen. Was ist ihre Einschätzung dazu?“

Sie leckte sich kurz über die Lippen, wahrscheinlich war das eine unbewusste Geste, aber ihm blieb dabei kurz der Atem weg. Er hatte schon hochrangige Politiker hier sitzen gehabt und die hatten ihn alle kaum beeindruckt, aber diese Frau sagte ihm lauter Dinge, die er sowieso schon wusste und trotzdem war er komplett fasziniert.

„Für uns Virologen ist die Sache in den USA ganz interessant aus einer anderen Sicht: Wie sieht eine uneingeschränkte Ausbreitung des Virus aus? Wir haben jetzt in fast allen Ländern, in denen es Infektionen gab, sofortige Schutzmaßnahmen gesehen. Es tut mir natürlich Leid für die vielen Amerikaner, die nun krank werden oder schon krank sind, aber für uns werden das auch wichtige Daten sein.“ Sie legte ihren Kopf schief, als versuchte sie damit zu zeigen, dass sie unschuldig sei, auch wenn das, was sie gerade gesagt hatte, fast schon bösartig klang. Oh, sie könnte jederzeit bösartig zu ihm sein…