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Franzi ist zurück, mit frisch gespitzter Kreide, flatterndem Herzen und jener entzückenden Naivität, die das Schicksal mit Vorliebe auf die wildesten Irrwege schickt. Neues Schuljahr, neue Klasse, neuer Lehrplan: Was könnte da schon schiefgehen? Nun … so ziemlich alles, was Franzi mit einem Seufzer akzeptiert, oder in ein erotisches Missverständnis führt. Zwischen WhatsApp-Gruppen, die schneller sprießen als Unkraut im Schulgarten, und einem Nachbarn, der alte Affäre wieder aufflammen lässt, stolpert sie durch ihren Alltag; charmant wie immer, herrlich unbedarft und oft gefährlich nah am Chaos. In Biologie erklärt sie Pubertät, Brüste und Erektionen mit einer Mischung aus Ernst, Herz und einem Rotwerden, das selbst die coolsten Schüler innehalten lässt. Im Sportunterricht wird es noch brisanter: Kollege Bastian nimmt Maß, und zwar gründlicher, als Franzi lieb sein kann. Im Yoga-Kurs landet sie im Mittelpunkt aller Blicke, da sie ohne Slip unter der Leggings die Übungen vorführt. Und dann wäre da Dr. Viktor Federkiel: ministeriell korrekt, scharf auf Regeln und doch brandgefährlich für Franzis Nerven. Er fordert sie auf, ihren Körper als lebendiges Anschauungsobjekt einzusetzen, und führt einen Präventionskurs durch, der sich schneller in ein sinnliches Rollenspiel verwandelt, als Franzi "Lehrplan" sagen kann. Zwischen Stolperfallen, Herzklopfen und Momenten, die eindeutig mehr sind als Unterricht, wächst Franzi über sich hinaus. Sie entdeckt neue Seiten an sich, mutiger, sinnlicher, ehrlicher. Und wenn sie am Abend nach Hause radelt, trägt die Luft am Starnberger See den Duft von Zukunft, Schmetterlingen im Bauch und einem Hauch Pfirsich. Dieser freche, erotische und hinreißend humorvolle Roman erzählt von Franzi Weber, der süß-chaotischen Lehrerin, die mit jeder Geste neue Fettnäpfchen aufstellt, und mit einem Augenzwinkern hineintappt. Ein spritziges Lesevergnügen voller Witz, Gefühl und prickelnder Momente. Alle Figuren sind volljährig; Respekt, Einvernehmlichkeit und klare Grenzen stehen im Mittelpunkt. An der Starnberger Akademie für Allgemeinbildung sind die Schüler 18+ und bereiten sich auf ihr Berufsleben vor.
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Seitenzahl: 208
Veröffentlichungsjahr: 2025
Amelie Wild
Lust auf Verwirrung
Franzi, die naive Lehrerin (Teil 2)
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Epilog
Impressum neobooks
Alle Figuren sind volljährig; Respekt, Einvernehmlichkeit und klare Grenzen stehen im Mittelpunkt.
An der Starnberger Akademie für Allgemeinbildung sind die Schüler 18+ und bereiten sich auf ihr Berufsleben vor.
Der Morgen kroch wie warmer Honig durch die Vorhänge und legte goldene Streifen über Franzis Schlafzimmer.
Das alte Bett knarzte, als sie die Augen öffnete, als bestätige es „Ja, ja, ich bin auch schon wach“. Auf dem Fensterbrett standen zwei Kerzenstummel und eine kleine Efeupflanze, die an diesem Spätsommertag besonders grün wirkte.
Franzi blinzelte, drehte sich auf den Rücken und ließ den Blick durch ihr Schlafzimmer wandern. Der Raum wirkte gleichzeitig vertraut und chaotisch, ein Spiegel ihrer verpeilten Art.
Am Boden türmte sich ein Berg verknitterter, nicht gebügelter Kleidung, ein schillerndes Durcheinander aus Blusen, Röcken und Sporttops. Es sah aus, als hätte eine kleine Mode-Parade hier ihr Lager aufgeschlagen und wäre mitten in der Generalprobe verschwunden. Dazwischen lagen verstreut ihre Büstenhalter und die Slips der letzten Tage, manche in zarten Pastelltönen, andere frecher, mit Spitze oder kleinen Schleifchen. Franzi verzog leicht den Mund und kicherte leise, während sie den Kopf schüttelte.
„Oh je … schon wieder vergessen zu waschen,“ murmelte sie, halb zu sich, halb zu dem Kleiderberg. Der antwortete nicht, sondern glänzte nur frech im Sonnenlicht, als wolle er ihre Nachlässigkeit ausstellen.
Sie wusste, dass sie dringend die Waschmaschine füllen sollte, doch die Lust zum anschließenden Bügeln war bei ihr so selten wie ein Lottogewinn. Meistens trug sie ihre Sachen einfach direkt von der Leine, auch wenn die Blusen kleine Falten hatten. „Falten sind Charakter“, pflegte sie zu sagen – und glaubte es fast selbst.
Sie schlug die Bettdecke zurück und stand auf. In der Nacht trug sie nie Kleidung; das war ihr stilles Ritual, eine kleine Freiheit, völlige Nacktheit unter der Bettdecke.
Sie betrachtete nachdenklich die beiden weißen Slips, die auf dem Boden lagen. Es waren die Höschen, die sie in den letzten Tagen getragen hatte. Sie könnte klebrige Spuren an der Innenseite des Stoffs erkennen, an der Stelle, die sich beim Tragen auf ihre Scheide presste.
Sie nahm ein verschmutztes Höschen, drückte das schmutzige Textil an ihre Nase und konnte ihre intimen, getrockneten Säfte riechen. So war es jeden Abend, wenn sie ihren Slip auszog, es befanden sich immer Spuren ihrer Scheidenflüssigkeit im Slip.
Warum laufe ich jeden Tag aus, fragte sie sich, roch kurz an dem Höschen, leckte dann mit der Zunge über den Stoff.
Ob ich krank bin? Sollte ich diesbezüglich einen Arzt fragen?
Aber es schmeckt lecker, grinste sie und leckte nochmals die getrocknete Scheidenflüssigkeit aus dem Höschen.
„Und wenn etwas lecker riecht, dann kann es nicht schlecht sein.“ Mit einem kleinen Lächeln erinnerte sie sich an den Spruch ihrer Mutter, der früher jedes Mahl einleitete wie ein Zauberspruch. Noch heute hielt sie sich an dieses Ritual: erst riechen, dann kosten, als wäre die Nase der eigentliche Türsteher zum Paradies der Geschmäcker.
„Vielleicht mach ich heute Abend die Wäsche … oder morgen,“ flüsterte sie, wohl wissend, dass dieser Gedanke schon seit Tagen in der Schwebe hing.
Mit einem kleinen Schwung warf sie den getragenen Slip zurück auf den Boden, mitten in das kreative Chaos aus Kleidern und Unterwäsche. Heute musste es frisch und sauber sein, sie wollte gut aussehen, strahlend wirken, Eindruck machen. Schließlich war es nicht irgendein Tag, sondern der erste Schultag des neuen Jahres!
Ein Kribbeln lief ihr über die Haut, als sie daran dachte: eine neue Klasse, neue Gesichter, neue Dynamik, und dazu der brandneue Lehrplan des Ministeriums, der schon jetzt nach mehr Arbeit und mehr Chaos roch. Aber sie nahm sich fest vor: Dieses Jahr sollte alles besser werden. Keine Missverständnisse, keine Peinlichkeiten, keine Situationen, in denen sie errötend vor einer Klasse stand und hilflos stammelte.
„Es wird alles besser!“, murmelte sie, und streckte die Arme über den Kopf. Ihr nackter Körper schimmerte im Morgenlicht, während sie mit einem Lächeln beschloss: Dieses Jahr werde ich eine gute Lehrerin sein!
Im kleinen Badezimmer gegenüber begrüßte sie der Spiegel mit einem beschlagenen Lächeln, denn Franzi hatte am Abend zuvor vergessen, das Fenster zu kippen. Sie wischte mit der Handfläche über das Glas.
Ihr Spiegelbild erschien: ein schmales Gesicht mit Sommersprossen, die der Sommer über die Nase gestreut hatte; rote, leicht gelockte Haare, die bis zur Hälfte ihres Rückens herabfielen; die zarte, helle Haut, die an den Schultern einen Schimmer von Sonne trug. Sie betrachtete die Linien ihres Körpers einen Atemzug lang, die großen 85-E Brüste und das naturrote Schamhaardreieck auf dem Venushügel.
Erstaunt stellte sie fest, dass die Lippen ihrer Vagina mit einem feuchten Film überzogen waren. Das geschah mehrfach täglich, und sie konnte sich das in ihrer Naivität nicht erklären.
Sie besaß einen hocherotischen Körper; sah dieses Kunstwerk der Natur jedoch als völlig normal an. Sie konnte nicht verstehen, warum die Männer so scharf auf diese weiblichen Äußerlichkeiten waren. Es war doch nur ein Frauenkörper mit Titten und Fotze.
Während sie darüber nachdachte, strich sie mit den Fingerkuppen über die großen, festen Brüste. Sofort richtete sich die Nippel zu kleinen Türmchen auf. Sie spürte ein Kribbeln im Unterleib, und ließ die Hand über den flachen Bauch zu ihren naturroten Schamhaaren wandern. Die Berührungen fühlten sich sehr gut an. Sie rieb mit dem Mittelfinger über die Lippen ihrer Vagina, spürte die starke Feuchtigkeit.
„Oh Gott. Warum bin ich ständig so nass?", flüsterte Franzi und blickte fragend ihr Spiegelbild an, als würde sie eine Antwort erhoffen.
Sie hatte jedoch keine Zeit, sich mit ihren natürlichen Bedürfnissen zu beschäftigen, ein selbstbesorgter Höhepunkt musste bis heute Abend warten.
Die Dusche sprang schnarrend an, brauchte zwei Atemzüge, bis das Wasser warm wurde, und rauschte dann in dichten Fäden herab. Franzi trat hinein, der erste Kontakt ließ sie wohlig seufzen. Warme Tropfen strichen über Nacken und Schultern, sammelten sich an der Wirbelsäule und liefen wie kleine Bäche über ihren Rücken. Sie nahm ein Stück duftende Seife, ließ es in den Händen schäumen und fuhr mit kreisenden Bewegungen über Arme und Schlüsselbein, über den Rücken, soweit sie kam. Sie hob die Haare an, das Wasser perlte darunter, und für einen Moment schloss sie die Augen, als würde der Tag schon jetzt lautlos applaudieren.
Sie seifte ihre Beine ein, Waden bis zu den Oberschenkeln, dann folgten noch die Vagina, die Gesäßspalte und der Anus. Dann spülte sie den Schaum ab, langsam, gründlich, bis die Haut wieder glatt war. Ein Hauch Minze vom Shampoo blieb in der Luft hängen. Es war nichts Anzügliches in dieser Routine, nur diese sanfte, halb verträumte Achtsamkeit am Morgen, wenn Körper und Kopf noch leise miteinander sprechen.
Franzi wickelte sich in ein Handtuch, das nach Waschmittel und Sonne roch, tupfte sich trocken, verließ das Badezimmer und ging in die kleine Küche. Dort wartete die Kaffeemaschine zwischen einer Vase mit zwei Gerbera und einer Postkarte aus Südtirol, die seit Wochen am Kühlschrank klemmt.
Auf dem Tisch verstreut: Notizzettel, ein Stapel korrigierter Aufsätze vom letzten Schuljahr, zwei Teebeutel, eine Haarklammer. Sie schaltete die Kaffeemaschine ein, und ging zurück in das Schlafzimmer.
Sie öffnete den Kleiderschrank, nahm einen weißen Büstenhalter und einen weißen, transparenten Slip heraus. Sie betrachtete skeptisch den durchsichtigen Stoff des Höschen. Ein weiterer Blick in ihren Schrank ließ sie erkennen, dass es der letzte saubere Slip war. Es blieb ihr somit keine andere Wahl. Nach der Unterwäsche zog sie ein enganliegendes Shirt an, dass ihre großen Brüste fast ordinär modellierte. Franzi war jedoch zu naiv, um diese erotischen Signale, die sie dadurch aussandte, zu verstehen. Sie wählte dazu einen dunkelblauen Rock, der knapp über dem Knie endete, nahm eine Strickjacke aus dem Schrank, und schlüpfte in weiße Turnschuhe.
„Sportlehrerin-Bonus“, kommentierte sie die weißen Turnschuhe, band die langen roten Haare zu einem Pferdeschwanz, aus dem sofort eine widerspenstige Strähne entfloh, und gab auf. Die Strähne durfte bleiben.
Sie warf Schulhefte, ein neues Kursbuch für Deutsch und die Sportlisten in ihre Tasche. In der Küche trank sie noch eine Tasse Kaffee, schaltete die Maschine aus, fischte den Fahrradschlüssel aus der Obstschale und rief eine letzte Inspektion aus: Kreide? Stifte? Notfall-Schokoriegel? An alle Nerven, bitte bleiben sie bei mir.
Draußen im Treppenhaus roch es nach Holzpolitur und dem Kaffee aus der Nachbarwohnung. Die Stufen knarrten vertraut, das Geländer fühlte sich glatt an, und durch das kleine Fenster im Zwischenpodest sah man ein Rechteck Himmel, als hätte jemand ein Stück Postkarte in den Putz gedrückt.
Im Hof stand ihr Fahrrad, ein alter, himmelblauer Klassiker mit Korb. Der Sattel war vom Tau noch dunkel. Franzi strich mit der Hand darüber, setzte sich, und der Tag nahm Fahrt auf.
Die Lindenstraße war wach. Eine Katze balancierte auf einer Mauer, ein Lastwagen hupte einmal freundlich, als wolle er sagen: „Platz da, Leben kommt.“
Franzi kurbelte an, der Himmel über Starnberg war klar und blau, nur über dem See hing ein leichter Dunst, der versprach, sich zu heben. Sie fuhr an kleinen Vorgärten vorbei, in denen die letzten Rosen des Sommers festhielten, als wollten sie den September überlisten. Eine Bank stand schief, ein Gartenzwerg hielt Wache, Kinderstimmen wehten aus einem offenen Fenster.
Am Bäcker an der Ecke bremste sie.
„Zwei Butterbrezen, bitte“, sagte sie zur Verkäuferin, die ein namenskundiges Lächeln aufsetzte.
„Erster Schultag, Frau Weber?“, fragte die Verkäuferin und wickelte die Brezen in Papier.
„Man sieht’s?“ Franzi wies auf ihre Tasche.
„Man hört’s an der Atmung. Sie atmen Lehrerin.“ Beide lachten. Franzi steckte eine Breze in den Korb, die andere in die Tasche.
„Für Notfälle“, sagte sie und rollte wieder an.
Sie bog in die Hauptstraße ein. Starnberg zeigte seine Postkartenansicht: helle Fassaden, Läden mit handgeschriebenen Schildern, die Berge am Horizont wie ein ruhiger Atem, und irgendwo schimmerte der See zwischen zwei Häusern blaugrau.
Auf dem Platz vor dem kleinen Brunnen saßen schon Menschen mit Kaffeebechern; ein Hund schlief unter einem Tisch, als verstünde er das Konzept Montag noch nicht. Franzi fuhr am Rathaus vorbei, an einer Gruppe von Jugendlichen mit Skateboards, die in der Sonne glitzerten wie Metallfische, und sie lächelte unwillkürlich, weil die Energie eines neuen Schuljahres immer ein bisschen im Asphalt vibrierte.
„Morgen, Franzi!“, rief jemand. Es war Herr Rösch, der Hausmeister der Starnberger Akademie, der mit seiner gelben Warnweste und einem Bündel Kabelbinder aus einem Seitengässchen trat. Er schob ein Fahrrad mit Plattfuß.
„Morgen, Herr Rösch! Brauchen Sie Hilfe?“, rief Franzi zurück.
„Ich? Hilfe? Ich brauche einen Kaffee extra stark. Aber gehen Sie nur vor, der Direktor ist schon auf Temperatur.“ Er zwinkerte. „Sie wissen doch: Erster Schultag.“
Franzi lachte, rief „Kaffee kommt nach“, und trat kräftiger in die Pedale. Das Schild der Starnberger Akademie für Allgemeinbildung kam in Sicht, weiß auf dunkelgrün, mit einem schlichten Wappen. Hauptstraße 17. Das Gebäude selbst war freundlich und klar: eine helle Fassade, an manchen Fenstern grüne Läden; alte Steinstufen, liebevoll ausgetreten; daneben ein moderner Glasanbau, dessen Türen gerade automatisch aufglitten, als begrüße er jeden persönlich. Ein kleiner Hof, in dem Kastanienbäume Schatten warfen. Auf dem Boden bunte Kreidespiele vom letzten Sommerfest, die der Regen nicht ganz ausgelöscht hatte.
Franzi schob ihr Fahrrad durch das schmiedeeiserne Tor, das ein wenig quietschte, als wolle es eine Anekdote erzählen. Im Hof blühte Lavendel in einem Beet, Bienen summten, und irgendwo probte jemand auf der Trompete eine Tonleiter, die auf dem letzten Ton scherzhaft kippte.
Die Schüler standen in kleinen Gruppen zusammen, noch in Sommerfarben, manche mit neuen Rucksäcken, die so aufgeräumt wirkten, wie Franzi es gern wäre. Lachen, ein durcheinander aus Stimmen, Namen, vom Wind zerrissene Sätze.
„Hallo, Franzi!“, rief eine Kollegin vom Eingang her. Es war Marie Lorenz, Lehrerin für Schauspiel und Kunst, mit dem immer perfekt gezogenen Lidstrich. „Du siehst aus, als wärst du dem Sommer knapp entkommen.“
„Nur knapp!“, antwortete Franzi, schob das Fahrrad in den Ständer und verhedderte sich prompt mit dem Pedal in der danebenstehenden Kette. Dann hob sie den Kopf. „Ist der Direktor schon…?“
„Er ist in der Aula, probt seine Begrüßungsrede mit Handbewegungen. Komm, bevor er uns zählt.“ Marie grinste. „Hast du den neuen Lehrplan des Ministeriums gelesen?“
„Wann haben wir diesen erhalten?“, erkundigte sich Franzi.
„Er wurde doch vor zwei Wochen per E-Mail an alle Lehrer zugesandt!“
Franzi wurde leicht blass. Sie hatte die Sommerferien verbummelt und vergessen, die Post in ihrem E-Mail-Fach anzusehen.
„Äh … nein …“
„Es war verpflichtend für alle Lehrer! Der neue Lehrplan legt einige wichtige Regeln und Änderungen fest“, sagte Marie.
„Ich werde mich in den nächsten Tagen damit beschäftigen“, meinte Franzi trocken, und sie spürte, wie die Anspannung einen Schritt zurücktrat.
Sie sah noch einmal zum Gebäude hoch. Die alten Fenster spiegelten den Himmel, und im Glasanbau sah man schon die Konturen moderner Tafeln. Tradition und Leichtigkeit standen hier wie zwei Freundinnen nebeneinander. Franzi liebte das. Sie holte tief Luft, roch Lavendel, Papier und den entfernten See. Dann strich sie den Rock glatt, drückte die Breze in die Tasche tiefer, und trat durch die Glastür in die Schule.
Die Uhr zeigte nur noch wenige Minuten bis zum Beginn der Versammlung. In ihrem Kopf hämmerte sie wie ein Mantra: „Klasse 2-D, sieben Schüler, alle volljährig … Versammlung am Morgen… der Stundenplan kommt bestimmt gleich vom Direktor…“
Am Eingang wartete bereits Bastian Sander, Lehrer für Finanzen, Recht und Sport. Sie erinnerte sich sofort daran, dass er sie im letzten Schuljahr regelmäßig fest umarmt und gestreichelt hatte.
„Da bist du ja, Franzi! Fast zu spät.“ Er breitete die Arme aus und umschloss sie, ehe sie überhaupt reagieren konnte.
Sie spürte die Wärme seines Körpers, roch einen Hauch von Rasierwasser, und eine flüchtige Röte huschte über ihre Wangen. Unsicher nahm sie die Umarmung an, spürte, wie er mit seinen Fingerkuppen über ihre Gesäßbacken strich.
„Hallo …“, begann sie, und wollte gerade gegen seine Berührungen protestieren, doch er löste sich schon wieder, als hätte er gemerkt, dass er zu weit gegangen war.
„Schnell rein! Wir sollen uns zu den anderen Lehrerin in der Aula stellen.“
Franzi nickte, drückte ihre Tasche fester an sich und bahnte sich den Weg ins Gebäude. Schüler strömten ebenfalls hinein, lachten, tuschelten, und ein paar rempelten sie versehentlich an. Sie tat es als Unfälle ab, auch wenn sie die Blicke spürte, die länger als nötig an ihr haften blieben.
Die Haupthalle der Schule war groß, hell und offen. Rechts reihten sich Automaten für Getränke und kleine Snacks, an denen schon Schüler warteten. Links glänzten Schließfächer in verschiedenen Farben, manche mit Stickern beklebt. In der Mitte standen ein paar Sofas, die wie Inseln wirkten, auf denen Grüppchen vor Unterrichtsbeginn ihre letzten Feriengeschichten austauschten.
Auf der Rückseite der Halle thronte ein Paar wuchtiger Flügeltüren, die zum Versammlungssaal führten. Von dort drang bereits Stimmengewirr. Links führte ein breiter Gang zur Turnhalle und in die Mensa, rechts zu den Klassenzimmern. Eine Treppe in der Mitte stieg hinauf ins Obergeschoss, wo sich das Lehrerzimmer und das Büro des Direktors befanden. Von dort zweigten weitere Flure zu den Laboren, den Clubs und zur Bibliothek ab.
Franzi atmete tief durch, ehe sie die Türen zum Versammlungssaal aufstieß.
Im Saal summte eine gespannte Atmosphäre. Auf der linken Seite sah sie die Gruppe der anderen Lehrer. Auffällig war, dass einige bereits weiße Shirts überstreiften und in Richtung Bühne gingen.
Von der Bühne drang eine kräftige Stimme. Franzi eilte zu den anderen Lehrern und gesellte sich gerade noch rechtzeitig zu ihnen. Vor ihr stand eine Elfie Zauner, Lehrerin für Geschichte, Ende fünfzig, streng gekleidet, mit dicker Brille und zusammengebundenem grauem Haar.
„Frau Weber! Da sind Sie ja endlich“, rief Elfie Zauner und übergab ihr ein weißes Shirt. Einige Schüler kicherten. Franzi spürte die Hitze in ihren Wangen steigen.
„Hier, ziehen Sie das über, bevor Sie auf die Bühne gehen.“ Mit überraschender Routine half die Frau ihr sogar aus der Strickjacke.
Franzi folgte den Kollegen, die bereits die Treppe zur Bühne hinaufgingen. Während sie ihr Shirt glatt überzog, bemerkte Franzi, dass es einfach nur weiß war.
„…und nun begrüßen wir unsere neuen Kollegen für Technik und Musik“, donnerte die Stimme des Ansagers. Vereinzeltes, halbherziges Klatschen folgte.
Dann wandte sich der Mann dem nächsten Namen zu. „Willkommen, Frau Lorenz, unsere Lehrerin für Schauspiel und Kunst!“
Der Saal tobte. Schüler pfiffen, johlten, riefen begeistert. Franzi schluckte nervös, als sie ihren Namen hörte.
„Und hier ist auch Frau Franziska Weber, die in diesem Schuljahr die Fächer Deutsch, Biologie und Sport unterrichten wird.“
Ein ohrenbetäubendes Klatschen brandete auf, doch schnell mischte sich etwas anderes darunter: Rufe, Pfiffe, schamlos anzügliche Kommentare.
„Schöne Brüste!“
„Zeig dich doch richtig!“
Franzi erstarrte, als wäre sie plötzlich unter einen Scheinwerfer getreten. Ihr Gesicht brannte, sie fühlte sich, als hätte jemand ihre Haut in rotes Licht getaucht.
Der Ansager lachte ungerührt: „Was für ein herzlicher Empfang!“
Franzi senkte den Blick und wollte sich am liebsten unsichtbar machen. Doch dann bemerkte sie erst, was so merkwürdig war. Das weiße Shirt zeigte den fotorealistischen Aufdruck einer Frau im knappen Bikini, so täuschend echt, dass sie selbst das Gefühl hatte, halb entblößt dazustehen.
Ihre Hände zitterten. Sie spähte zu den anderen Lehrern. Tatsächlich: Jeder trug so ein Shirt. Männer mit nacktem Oberkörper, Frauen mit Bikini-Motiven.
„Das darf doch nicht wahr sein…“
Georg Schulze, der Schuldirektor, ein älterer Herr mit grauem Haar und markanter Stimme, trat ans Rednerpult.
„Wie Sie sehen, haben wir ab diesem Schuljahr eine alte Tradition aufleben lassen: Die weißen Shirts symbolisieren Transparenz und Gleichbehandlung. Nicht einmal die Lehrer stehen hier über den Schülern!“
Lautes Klatschen brandete auf.
Franzi starrte ungläubig an sich hinunter. Das Shirt war so realistisch bedruckt, dass es wirkte, als stünde sie tatsächlich in Badekleidung da. Sie hörte das Blut in ihren Ohren rauschen, während ein Teil von ihr wütend sein wollte, und ein anderer sich dabei ertappte, dass die Vorstellung, so angeschaut zu werden, ein gefährliches Kribbeln hinterließ.
„Nehmen wir Franzi … äh, Frau Weber natürlich, als Beispiel“, fuhr der Direktor fort. „In der Realität sind ihre Brüste natürlich viel größer als die Oberweite auf dem Druck des Shirts.“
Es folgte lautes Gelächter der Schüler.
Franzi fühlte, wie sich ein beklemmendes Gefühl in ihrem Körper aufbaute. Aber gleichzeitig spürte sie auch die Hitze zwischen den Schenkeln, die sie die letzten Wochen ständig verfolgte.
Reiß dich zusammen, befahl sie sich in Gedanken.
Kurz darauf beendete der Direktor die Begrüßungszeremonie. Die Gruppen lösten sich auf, und alle begaben sich in die Klassenzimmer.
Franzi atmete erleichtert auch. Endlich raus aus dem Scheinwerferlicht. Sie strich fahrig über das glatte Shirt, das ihr noch immer wie ein schlechter Scherz vorkam, und versuchte, die Hitze in ihren Wangen zu vertreiben.
Auf dem Weg zu ihrem Klassenzimmer huschte sie an verschiedenen Türen vorbei. Aus dem Raum 2-C drang ein ohrenbetäubender Jubel. Neugierig blieb sie stehen.
Durch die halb geöffnete Tür sah sie Marie Lorenz, elegant, selbstbewusst, beinahe übermütig. Die Kunst- und Schauspiellehrerin stand mitten im Raum, lachte mit ihren Schülern, und dann geschah etwas, das Franzi den Atem stocken ließ: Marie öffnete ihre Bluse, streifte das Textil herunter, und stand kurz darauf nur noch im feinen Spitzen-BH da.
Die Klasse tobte. Pfiffe, Lachen, Rufe.
„Wir haben es noch nicht verstanden, Frau Lorenz!“, rief ein Schüler.
„Sie müssen es real zeigen; so steht es im neuen Lehrplan!“, sagte ein anderer Schüler.
Franzi starrte durch den Türspalt, konnte sehen, wie Marie nickte, den Büstenhalter öffnete und auf den Tisch legte. Jetzt stand sie mit entblößtem Oberkörper im Klassenzimmer, die Brüste fest und rund, die Nippel standen als harte Dornen von den Halbkugeln ab.
Es folgten laute Ausrufe und vereinzelter Applaus der Schüler.
Franzi spürte, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte. Ihre Haut prickelte, und eine vertraute Röte schoss ihr ins Gesicht. Beschämt wandte sie sich ab, doch in ihr vibrierte ein unwillkürliches, gefährliches Kribbeln. Sie spürte eine leichte sexuelle Erregung, ausgelöst durch die entblößten Brüste der Kollegin.
Was hatten die Schüler damit gemeint, dass es im neuen Lehrplan steht, überlegte Franzi. Der Gedanke daran machte sie noch nervöser. Sie schüttelte heftig den Kopf, um ihre Fantasie zu verscheuchen, und hastete weiter den Flur entlang.
Vor der Tür mit der Aufschrift 2-D blieb sie stehen. Tief durchatmen. Jetzt galt es.
Als sie die Tür öffnete, herrschte im Raum bereits gespannte Stille. Es waren sieben Schüler anwesend, gemischt aus Jungs und Mädchen. Sie saßen ordentlich an ihren Plätzen und blickten erwartungsvoll der eintretenden Lehrerin entgegen.
Eine attraktive Schülerin mit langen, blonden Haaren, einem hellen, offenen Lächeln erhob sich und sagte: „Guten Morgen, Frau Weber! Ich bin Kristin, die Klassensprecherin. Willkommen in 2-D!“
„Hallo zusammen.“ Franzi stellte ihre Tasche auf dem Pult ab, atmete noch einmal tief durch und nahm ein Stück weiße Kreide. Mit schwungvoller Schrift schrieb sie auf die Tafel:
Franzi Weber – Deutsch / Biologie / Sport
Dann wandte sie sich an die Klasse. „Ich bin Franzi Weber, aber ihr dürft mich gerne Franzi nennen, das klingt persönlicher.“
Sie lächelte, und zum ersten Mal an diesem Morgen klang ihre Stimme selbstsicher. „Ich werde eure Deutschlehrerin sein, außerdem werde ich in diesem Schuljahr den Sportunterricht für die Mädchen übernehmen. Ich hoffe, wir haben ein spannendes Jahr zusammen.“
„Hallo, Franzi!“, riefen alle im Chor, und die Atmosphäre löste sich.
„Jetzt, wo ich mich vorgestellt habe, möchte ich euch kennenlernen. Danach könnt ihr mir Fragen stellen. Ist das in Ordnung?“
Ein zustimmendes Nicken ging durch die Reihen.
Kristin stellte sich erneut vor: „Ich bin Klassensprecherin und Kapitän der Volleyballmannschaft.“ Mit einem Augenzwinkern deutete sie auf eine blonden Jungen, der schräg hinter ihr saß. „Und das ist Robin, mein Freund.“
Robin erhob sich, groß gewachsen, sportlich, mit einem selbstbewussten Blick. „Robin, Kapitän der Fußballmannschaft. Ich denke, wir werden eine Menge Spaß haben dieses Jahr.“ Seine Stimme war ernst, doch ein Anflug von Humor schimmerte darin.
Als nächstes stand ein schmaler Junge mit stechend blauen Augen auf. „Simon“, stellte er sich vor, mit einem Grinsen, das mehr Fragen als Antworten versprach. Kaum hatte er sich gesetzt, sprangen zwei weitere Jungen neben ihm auf.
„Niklas!“, rief ein dunkelhaariger Schüler.
„Johann“, sagte der Sitznachbar, der sehr hell blondierte Haare hatte.
„Wir sind das Triple Trouble Team!“ Simon breitete die Arme aus. „Folgt uns @TTT in den sozialen Netzwerken, liken nicht vergessen!“
Ein kollektives Stöhnen ging durch die Klasse. Offenbar waren die drei für ihre Sprüche bekannt.
Franzi musste schmunzeln. „Danke euch, Triple Trouble. Und ihr beiden dort hinten?“
Ein rothaariger, schmaler Junge erhob sich. „Henrik. Präsident des KS-Clubs. Ich glaube, Sie sind unsere neue Clubleiterin.“ Er lächelte vorsichtig.
Neben ihm stand ein Mädchen mit der Ausstrahlung einer südländischen Prinzessin auf, lange schwarze Haare, grüne Augen und einen cremefarbenen Teint.
Valerie. Ich liebe Kunst und Yoga.“ Ihre Stimme war leise, beinahe hauchend.
„Go, Valerie!“, rief Johann prompt, woraufhin das TTT-Trio lachte. Valerie lief rot an, und Franzi räusperte sich streng.
„Schön, euch alle kennenzulernen.“ Ihre Stimme nahm einen wärmeren Ton an. „Ich möchte ehrlich mit euch sein, wir können über alles sprechen, solange wir respektvoll bleiben.“
Kaum hatte sie ausgesprochen, schossen Hände in die Höhe.
„Robin?“
Er grinste unschuldig. „Sind Sie verheiratet?“
„Nein“, antwortete Franzi schlicht.
„Haben Sie einen festen Freund?“, hakte der Junge nach.
„Nein!“
„Dann sind Sie mit einer Frau zusammen?“
„Nein, auch nicht“, sagte Franzi.
Ein Raunen ging durch den Raum. Simon sprang auf wie ein Komiker auf der Bühne. „Wenn Sie keinen Partner haben, wo holen Sie sich dann den Sex für Ihre körperliche Befriedigung?“
Gelächter. Kichern.
Franzi wurde schlagartig rot. Sie rang mit ihrer Fassung. „Das ist eine … sehr intime Frage, Simon.“
„Aber Sie haben gesagt, wir dürfen über alles sprechen!“ Er grinste, als hätte er sie in eine Falle gelockt.
Sie konnte sich nicht erinnern, es so wörtlich gesagt zu haben, doch jetzt zurückzuweichen wäre noch schlimmer. „Gut. Dann auch die ehrliche Antwort: Ich habe flinke Finger.“
Jubel, Pfeifen, Getuschel.
Franzi fühlte, wie ihre Knie weich wurden.
„Wie groß sind Ihre Brüste?“, platzte es plötzlich aus Kristin heraus, die dabei ihre Hände an ihr eigenes Dekolleté legte. „Ich habe 75-C.“
Franzi betrachtete Kristin. Sie war eindeutig eines der schönsten weiblichen Geschöpfe, dass sie je gesehen hatte, schlank, ein bezauberndes Gesicht, blonde, lange Haare, die glatt über die Schultern fielen und lebendige, große blaue Augen.
Franzi blinzelte, es folgte ein tiefer Atemzug. „85-E“, flüsterte sie schließlich, kaum hörbar.
„Wow.“ Johann riss die Augen auf. „Größer als Kristins!“
„Tatsächlich.“ Kristin verzog das Gesicht, halb beleidigt, halb beeindruckt. „Wahrscheinlich die größten an der ganzen Schule.“
Franzi versuchte, ein dankbares Lächeln aufzusetzen, doch ihr Herz raste.
Plötzlich sprudelten weitere Fragen durcheinander.
„Welche Farbe hat Ihr Slip?“
„Masturbieren Sie?“
„Sind Ihre Schamhaare auch so rot, wie Ihre Kopfhaare?“
Die naive Lehrerin spürte, wie ihr Gesicht glühte. In ihr tobte ein Kampf: Flucht oder standhalten. Ich darf nicht schwach wirken. Ich muss sie führen, nicht sie mich.
„Also gut.“ Ihre Stimme bebte, doch sie zwang sich zu einem Lächeln. „Eine Frage nach der anderen.“
Simon lehnte sich zurück, seine Augen funkelten vor Übermut. „Ganz ehrlich: Welche Farbe haben Ihre Schamhaare, oder rasieren sie alles weg?“
Die Worte trafen sie mitten ins Herz. Ehe sie nachdenken konnte, entfuhr ihr ein leises „Rot. Teilrasur.“
Jubel. Johlen. Pfiffe.
„Welche Farbe hat dein Slip? Sind durch den Stoff die Schamhaare zu erkennen?“, fragte Simon weiter.
