Die Gier einer Frau - Amelie Wild - E-Book

Die Gier einer Frau E-Book

Amelie Wild

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Beschreibung

Ein neuer Fall für Sabrina Lenz, der unkonventionellen Privatdetektivin. Zwei Vorstandmitglieder einer Wohltätigkeitsorganisation wurden auf mysteriöse und ungewöhnliche Weise ermordet, was die Ermittler vor ein Rätsel stellte. Die Staatsanwaltschaft München beauftragte Sabrina Lenz damit, diskrete Nachforschungen anzustellen und dabei Grenzen zu überschreiten, die den offiziellen Behörden verboten waren. Und genau das tat die Detektivin: Sie tauchte tief in eine Welt voller Geheimnisse ein, stolperte über leidenschaftliche gleichgeschlechtliche Affären, erlebte heiße Orgien in einem lesbischen Club und fand sich unerwartet in einem sexgesteuerten Darkroom wieder. Als ein weiterer Mord geschah, und kurz darauf ein junges Mädchen entführt wurde, entschied sich Sabrina Lenz dafür, alles auf eine Karte zu setzen! Doch sie erkannte zu spät, wo die wahre Gefahr lauerte. Sie wurde von einer psychisch gestörten Sadistin betäubt und entführt. Als sie wieder zu Bewusstsein kam, befand sie sich nackt und gefesselt in einem mittelalterlichen Folterkeller – ein Albtraum, aus dem es kein Entkommen zu geben schien. Kann sich Sabrina aus den Fängen dieser dunklen Macht befreien, bevor es zu spät ist? Lassen Sie sich in die wundervolle Welt des Sex & Crime mit atemberaubender Action entführen, voller Spannung und unerwarteten Wendungen erzählt. Ein Buch, das durch gleichgeschlechtliche Intimitäten, Tiefgang und wahre Liebe hervorsticht, das schriftstellerische Qualität mit schärfster Erotik verbindet. Alle handelnden Personen sind bereits volljährig. Aber Vorsicht! Erotikszenen werden nicht verniedlicht, sondern authentisch dargestellt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 173

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Amelie Wild

Die Gier einer Frau

Ein Fall für Sabrina Lenz (Band 1)

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

Impressum neobooks

Prolog

Es stimmt, dass männliche Detektive, die unter starkem Stress stehen, zu Alkohol oder verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen, um damit fertig zu werden. Diese Laster bieten eine vorübergehende Flucht vor einem gefährlichen Job.

Weibliche Detektive entwickeln unter diesem Druck eine dysfunktionale Bewältigungsstrategie und flüchten sich in ein riskantes Sexualverhalten. Es ist ein unbequemes Thema, da viele Frauen nicht bereit sind, offen über ihre Triebe, ihren Fetisch, ihre Fantasien und über ihre sexuellen Bedürfnisse zu sprechen.

Ich bin eine selbstdiagnostizierte lesbische Nymphomanin, die süchtig nach heftigem, hemmungslosem und leidenschaftlichem Sex ist.

Meine lesbische Orientierung habe ich bereits sehr früh entdeckt, als ich während meiner Schulzeit mit meiner besten Freundin erotische Liebesspiele ausprobiert habe. Ich spürte sofort die starke Wirkung, als ich den Duft einer anderen Frau einatmete, als ich zum ersten Mal die intimen weiblichen Säfte auf meiner Zunge geschmeckt habe.

Über diese ersten Erfahrungen und meine weitere Entwicklung zur lesbischen Nymphomanin werde ich in dieser Romanserie noch ausführlicher erzählen.

Aber vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Sabrina Lenz, bin zweiunddreißig Jahre jung, besitze den Körper einer Venus, die Geschmeidigkeit eines Panthers und Augen wie funkelnde Diamanten.

Kurz gesagt, das war völlig übertrieben!

Ich bin eine normale Frau mit schulterlangen, dunkelbraunen Haaren, grünen Augen, trage die Kleidergröße 36 und bin 168 cm groß.

Meine äußerliche Normalität ist von Vorteil, da es für meine Arbeit hilfreich ist, nicht sofort aufzufallen. Ich bin selbständige Privatdetektivin mit einem eigenen, kleinen Büro in München-Schwabing.

Mein kleines Unternehmen besteht aus meiner Sekretärin Mila Novak, und zwei freiberuflichen Mitarbeitern, die ich je nach Bedarf beschäftige.

Unser Team leistet seit über fünf Jahre erfolgreiche Arbeit, sodass wir einen sehr guten Ruf genießen.

1

Sabrina Lenz saß hinter ihrem Schreibtisch, ließ die Blicke durch ihr Bürozimmer schweifen, öffnete die Schenkel, und spürte heftige vaginalen Zuckungen durch den Stoff ihres Slips.

Sie liebte das Gefühl, während der Arbeit ein Vibrations-Ei in der Möse zu tragen, steuerte die Vibrationen über eine kleine Fernbedienung, mal stärker, mal schwächer. Sie genoss die regelmäßigen Orgasmen, die ihren Körper durchströmten.

Sie erhöhte den Vibrationsmodus auf die höchste Stufe!

Es kam ihr so gewaltig, dass sie Angst hatte, so laut zu stöhnen, dass die Sekretärin im Nebenraum sie hören könnte.

Sie ließ sich nach hinten in Lehne des Bürostuhls fallen, und dann explodierte sie wie eine unendliche Reihe von Raketen. Die herrlichen Wolllustgefühle jagten einander und wenn sie auch nach dem ersten gewaltigen Lustschock allmählich nachließen, so hatte sie das Gefühl bis in die Wurzeln ihres Seins erschüttert zu werden.

Als die Wellen, die von ihrem Kopf bis zu den Zehen durch ihren Körper gerast waren, nachließen, öffnete sie die Augen und lächelte glückselig.

Es gab nichts Schöneres in ihrem Leben, als von einem heftigen Orgasmus durchflutet zu werden!

Als die Lustwellen langsam abebbten, zog sie den Rock leicht empor, griff in den Slip, rieb kurz über ihre nassen Schamlippen, zog anschließend das Vibro-Ei aus ihrer schmatzenden Spalte, und legte es auf den Schreibtisch neben die Computer Tastatur.

Dann richtete sie den Slip und den Rock, und blickte auf die Uhr.

Doktor Isabella Weigel, Staatsanwältin der STA München I, hatte um einen dringenden Termin gebeten, ohne einen Grund anzugeben.

Sabrina hatte in den letzten Jahren regelmäßig für die Staatsanwaltschaft gearbeitet. Es waren zwar schlechtbezahlte Jobs, aber sie erhielt durch diese Zusammenarbeit geheime Informationen für andere Fälle, nach dem Prinzip: Quid pro quo.

Sabrina hatte auf der Homepage der Staatsanwaltschaft recherchiert, aber nur den beruflichen Werdegang der Frau erfahren: Studiert, Staatsexamen und die ersten Jahre als Staatsanwältin in Köln. Fotos gab es nicht. Wie lange die Frau in München arbeitete, war auch nicht zu erkennen.

Jedoch war die Stimme der Staatsanwältin sehr sympathisch gewesen; weich, feminin und leicht verrucht. Das war auch der Grund gewesen, warum Sabrina so kurzfristig einem Termin zugestimmt hatte; da der Klang der Stimme warme Wellen in ihrem Unterleib erzeugt hatten. Sie war neugierig auf die Frau.

Während dieser Überlegungen betrachtete Sabrina das Foto, das in einem einfachen Holzrahmen auf ihrem Schreibtisch stand. Es zeigte Toby, ihren Ehemann, und Pedro, den gemeinsamen vierjährigen Sohn, den sie in Peru adoptiert hatten.

Warum habe ich Toby geheiratet?

Diese Frage stellte sich Sabrina mehrmals am Tag, und fand keine Antwort darauf.

Während der sechsjährigen Ehe hatten sie einmal versucht, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Der Versuch war kläglich gescheitert; danach hatten sie es nie wieder probiert.

Toby hatte sich nach einem Jahr als homosexuell geoutet, und sich einen jungen Liebhaber gesucht, die ständig wechselten. Er schien kein Interesse an einer festen Beziehung zu haben, sondern genoss seine Sexualität mit wechselnden Partnern.

Sabrina hatte ihm ihre lesbische Orientierung gebeichtet, und genoss seither ihre ständige Lust in unregelmäßigen Affären. Durch Zufall hatte sich die Möglichkeit ergeben, den süßen Pedro aus Peru zu adoptieren. Das innere Bedürfnis, ein gutbürgerliches Familienleben zu führen, hatte den Ausschlag für Sabrina gegeben, den Jungen zu adoptieren.

Jetzt führten sie ein Familienleben, dass jedoch nicht als gutbürgerlich zu bezeichnen war. Toby kümmerte sich um den Haushalt und um Pedro, während Sabrina arbeitete, und das Geld verdiente.

Die letzte Affäre von Sabrina lag bereits einige Wochen zurück. Es hatte sich einfach nichts ergeben, daher genoss sie die täglichen Orgasmen durch das Vibro-Ei.

Es klingelte an der Tür!

Kurz darauf geleitete Mila Novak, die Sekretärin von Sabrina, eine attraktive blonde Frau herein.

„Du hast Besuch, Sabrina!“, sagte Mila, warf ihre roten Locken zurück, machte eine zickige Handbewegung, verließ kommentarlos das Büro und verschloss von außen die Tür.

„Kleinen Moment, bitte“, sagte Sabrina und blickte auf den Monitor, wollte einen geschäftigen, wichtigen Eindruck machen.

In Wahrheit betrachtete sie aus den Augenwinkeln die Staatsanwältin: Schulterlange, blonde Haare, die mit einigen dunklen Strähnen durchzogen waren, eine kleine aristokratische Nase, große, seegrüne Augen und volle, perfekt gewachsene Lippen. Unter dem engen Kostüm, das sich wie eine zweite Haut um ihren fantastischen Körper schmiegte, zeichneten sich zwei lange hohe Schenkel ab.

Sabrina stand auf, um sie zu begrüßen.

Als die Staatsanwältin lächelte, dabei eine Reihe perfekt gewachsener, weißer Zähne entblößte, spürte Sabrina ein angenehmes Kribbeln, das an ihren Zehen begann und durch ihren Körper kroch. Es lag sehr lange zurück, als zuletzt eine Frau sie bereits bei der ersten Begegnung so stark beeindruckt hatte.

Sabrina schätzte die Staatsanwältin auf Anfang Dreißig. Sie sah erwachsen, intelligent und verantwortungsbewusst aus. Um ihre Augen lag ein gestresster, aber auch melancholischer Zug, der nicht zu dem süßen Mund passte.

Sabrina hätte sie am liebsten in die Arme genommen und nie mehr losgelassen. Sie wollte die Frau vor der Welt beschützen und in ihre Augen ein glückliches Leuchten zaubern!

Sabrina verstand sich selbst nicht mehr. Das durfte doch nicht wahr sein! Sie hatte dieses hinreißende Wesen noch nie gesehen und hätte ihr am liebsten das eigene Herz zu Füßen gelegt.

„Frau Lenz?“, fragte die Staatsanwältin.

Die weiche, feminine Stimme traf Sabrina wie ein Stromschlag, ließen ihre Beine weich werden.

Als Sabrina die Hand der Frau berührte, musste sie sich zusammennehmen, sie sofort wieder loszulassen. Sabrina rückte ihr einen Stuhl zurecht und zog sich hinter den Schreibtisch zurück.

Reiß dich zusammen, dachte Sabrina. Bleib ganz ruhig!

„Ich bin Sabrina Lenz.“

„Isabella Weigel“, antwortete die Blonde.

„Was kann ich für die Staatsanwaltschaft München tun? Oder handelt es sich um ein privates Problem, dass sie besprechen wollen?“, erkundigte sich Sabrina.

„Ich bat im Auftrag der Staatsanwaltschaft um die heutige Unterredung“, antwortete Isabella Weigel und lehnte sich im Stuhl zurück. „Sie haben bereits mehrfach für unsere Behörde gearbeitet.“

„Es war immer eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, nickte Sabrina.

„Das konnte ich in ihrer Akte lesen.“

„Es gibt über mich bei der Staatsanwaltschaft eine Akte?“

„Wir müssen jede Person überprüfen, den Hintergrund und das Familienleben durchleuchten, bevor wir den Auftrag für eine Zusammenarbeit erteilen dürfen“, antwortete die Staatsanwältin.

„Ich verstehe. Was kann ich für sie tun?“, fragte Sabrina, da die Neugierde sie bereits unruhig werden ließ.

„Ich darf offen sprechen?“

„Ich bitte darum!“

„Sie zeichnen unsere Unterhaltung nicht auf?“, fragte Isabella Weigel.

„Nein.“

„Ich habe den Termin auf Wunsch meines direkten Vorgesetzten, Oberstaatsanwalt Doktor Klaus Scherer, vereinbart. Wir ermitteln aktuell bezüglich zweier rätselhafter Todesfälle.“

„Der Staatsanwalt hat den Ruf, selbst nur große, medienträchtige Fälle zu übernehmen.“

„Das kann ich nicht beurteilen, dazu bin ich zu kurz in München. Ich habe bis vor wenigen Wochen noch für die Kölner Staatsanwaltschaft gearbeitet“, antwortete Isabella Weigel.

„Was hat sie nach München verschlagen?“

„Ich konnte das Angebot nicht ablehnen“, antwortete Isabella Weigel, ohne zu erklären, ob es sich um ein geschäftliches oder privates Angebot gehandelt hatte.

„Und wie kann ich der Staatsanwaltschaft helfen?“, erkundigte sich Sabrina.

„Es geht um Nachforschungen und Ermittlungen, bei denen uns als Ermittlungsbehörde die Hände gebunden sind.“

„Ich soll Grenzen überschreiten, die für sie verschlossen sind?“

„So könnte man es ausdrücken!“, nickte Isabella Weigel und lächelte voller Wärme, sodass Sabrina fast zerschmolz, wie es Eis in der Sonne tat.

„Sie machen mich neugierig!“, erwiderte Sabrina.

„Den Fall betreffend?“, kam eine zwinkernde, zweideutige Gegenfrage.

„Das Gesamtpaket betreffend“, lächelte Sabrina, und lehnte sich ebenfalls im Bürostuhl zurück.

Die beiden Frauen hielten den Augenkontakt länger aufrecht, als es bei einer normalen Unterhaltung üblich wäre.

„Habe ich sie gerade unterbrochen?“, erkundigte sich Isabella, und unterbrach die Stille.

„Wie darf ich die Frage verstehen?“, hakte Sabrina verwundert nach, da sie nicht verstand, was die Blonde meinte.

„Es liegt ein feuchtes, lecker duftendes Vibro-Ei neben ihrer Tastatur. Es scheint erst kürzlich im Einsatz gewesen zu sein“, antwortete die Staatsanwältin grinsend.

„Oh!“, stammelte Sabrina und spürte, wie sich ihre Wangen rot färbten.

„Es ist ihr Büro, daher braucht ihnen nichts peinlich zu sein. Ich benutze ein solches Vibro-Ei regelmäßig in meinem Büro im Gebäude der Staatsanwaltschaft.“

„Sie verwenden es auch?“

„Ich liebe die Vibrationen, benötige zum Stressabbau in der Arbeit regelmäßige Höhepunkte!“, antwortete Isabella Weigel, ohne jegliche Form von Peinlichkeit in der Stimme erkennen zu lassen.

„Dann kann ich jetzt offen ihre Frage beantworten: Sie haben mich nicht unterbrochen, ich bin kurz bevor sie geklingelt haben, heftig gekommen“, sagte Sabrina.

„Entschuldigen sie, meine indiskreten Worte!“, erwiderte Isabella.

„Ich habe es wohl indirekt provoziert, als ich vergessen habe, das Vibro-Ei in meinen Schreibtisch zu legen.“

„Es gibt ihrem Büro einen angenehmen Duft!“, lächelte Isabella. „Aber vielleicht sollte ich zurück zu meinem heutigen Anliegen kommen.“

Sabrina nickte, obwohl sie liebend gerne den ganzen Tag mit der wunderschönen Blondine über sexuelle Höhepunkte gesprochen hätte. Sie nahm das Vibro-Ei, ließ es in eine Schreibtischschublade fallen, und blickte wieder auf.

„Dann legen sie mal los!“

„Sind sie bereit, für die Staatsanwaltschaft diskrete Nachforschung in dem aktuellen Fall durchzuführen?“, fragte Isabella Weigel.

„Ich benötige einige Hintergrundinformationen, um eine Entscheidung treffen zu können. Ich nehme nicht jeden Fall an!“, antwortete Sabrina.

„Das ist verständlich. Die Details bezüglich ihres Auftrages möchte Doktor Scherer persönlich mit ihnen besprechen“, sagte die Staatsanwältin.

„Und worin liegt der Grund ihres Besuches? Warum hat Doktor Scherer den Termin nicht selbst mit mir vereinbart?“

„Ich soll ihre grundlegende Zustimmung einholen. Außerdem benötigt er eine unterschriebene Verschwiegenheitserklärung. Sie wissen, wir unterliegen der Geheimhaltungspflicht, und müssen uns absichern, bevor wir über aktuelle Ermittlungen sprechen dürfen.“

„Das ist mir bekannt. Ich habe diese Erklärung bereits mehrfach unterzeichnet! Geben sie mir das Papier!“

Die Anwältin holte aus ihrer Aktentasche ein Dokument, und legte es auf den Schreibtisch. Sabrina überflog den Inhalt, unterschrieb das Papier und schob es zurück.

„Sie haben es nur überflogen!“, sagte Isabella.

„Ich vertraue ihnen“, erwiderte Sabrina.

„Wie kommen sie zu diesem Urteil?“

„So schöne Augen können nicht lügen!“

„Ihnen gefallen meine Augen?“, fragte Isabella.

„Klar und tiefgründig wie ein Bergsee im Gebirge, außerdem voller Esprit und Ehrlichkeit!“, antwortete Sabrina.

„Die Augen?“

„Den Rest kenne ich nicht.“

„Ist das ein Flirt?“, erkundigte sich die Staatsanwältin.

„Es ist die Wahrheit und meine weibliche Neugierde“, antwortete Sabrina und beschloss, schnellstmöglich das Thema zu wechseln, sonst hätte sie sich auf die Staatsanwältin gestürzt, sie zu Boden gerungen und am ganzen Körper abgeleckt und geküsst.

„Vielen Dank für ihre aufrichtigen, berührenden Worte“, sagte die Blonde leicht ergriffen.

„Wie geht es jetzt weiter, nachdem ich die Geheimhaltungsklausel unterschrieben habe?“, fragte Sabrina.

„Wie bereits gesagt, alles weitere wird Doktor Scherer persönlich mit ihnen besprechen. Meine Aufgabe ist es, ihre Bereitschaft herauszufinden, sie persönlich kennenzulernen und einzuschätzen, ob sie die geeignete Person sind, die wir benötigen“, antwortete Isabella Weigel.

„Persönlich kennenlernen klingt gut!“, lächelte Sabina.

„Sie treffen sich mit Klaus Scherer, besprechen alles Notwendige, und anschließend reden wir über den Fall, gerne auf einer persönlichen Ebene bei einem Glas Champagner.“

Sabrina verspürte ein Kribbeln zwischen ihren Schenkeln. War das die Einladung zu einem Date? Wollte die attraktive Staatsanwältin den Kontakt auf eine persönliche Ebene bringen?

„Habe ich sie jetzt erschreckt?“, erkundigte sich Isabella, und blickte Sabrina tief in die Augen.

„Ich bin nicht so leicht zu erschrecken!“

„Den Eindruck hatte ich auch! Sind sie bereit zu einem Treffen mit Doktor Scherer?“

„Ja!“

„Wollen wir nach dieser Unterhaltung in einem hübschen Restaurant etwas essen gehen, und uns dann über den Fall unterhalten?“, fragte Isabella Weigel.

„Das Essen in einem Restaurant schmeckt besser, wenn über private Themen gesprochen wird“, meinte Sabrina.

„Dann sollten wir auf eine persönlichere Ebene wechseln, dann lässt es sich angenehmer über private Themen sprechen“, lächelte Isabella Weigel.

„Welche Ebene stellen sie sich gerade vor?“

„Wenn wir zur Du-Anrede wechseln würden!“

„Sehr gerne. Ich bin Sabrina.“

„Isabella!“, sagte die Blonde. „Darf dich mein Chef anrufen, und einen Gesprächstermin vereinbaren?“

Sabrina nickte. „Ja.“

Isabella öffnete ihre Handtasche, nahm eine Visitenkarte heraus, notierte auf der Rückseite einige Zahlen.

„Das ist meine private Handynummer. Ruf mich nach dem Termin mit Doktor Scherer an. Ich wähle ein hübsches Restaurant aus!“

„Ich freue mich darauf!“

„Und das Vibro-Ei darfst du gerne ins Restaurant mitbringen!“

Bevor Sabrina darauf etwas erwidern konnte, hatte die Staatsanwältin bereits mit einem frechen Zwinkern das Bürozimmer verlassen.

Der Tag war für die Jahreszeit ungewöhnlich mild und schön. Wer es irgendwie ermöglichen konnte, verließ während der Mittagspause sein Büro und suchte sich eines der Restaurants im Englischen Garten oder an der Isar aus, um die klare Frühlingsluft zu genießen.

Doktor Klaus Scherer hatte für das Gespräch mit Sabrina das italienische Restaurant Rossini in der Türkenstraße ausgewählt, da sich das Gebäude der Staatsanwaltschaft in direkter Nähe befand.

Der Laden war brechend voll. Sie hatten eine Weile warten müssen, bis der reservierte Tisch an einem der breiten Fenster frei wurde.

Klaus Scherer studierte zerstreut die Speisekarte, strich durch die graumelierten Haare, schob die Brille höher auf die Nase und murmelte: „Ich habe keine Ahnung, was ich bestellen soll. Haben sie einen Vorschlag, Frau Lenz?“

Sabrina nahm ihm die Karte aus der Hand, und suchte zwei leichte Vorspeisen und eine Flasche Mineralwasser aus. Der Kellner zog mit der Bestellung ab.

Sabrina wandte sich an den Staatsanwalt, der mit sorgenschwerer Miene auf die Tischdecke starrte.

„Also, Doktor Scherer, ich habe die Verschwiegenheitserklärung unterschrieben! Wollen sie nun offen mit mir sprechen? Nach ihrem Gesicht zu urteilen, haben sie gerade ein halbes Dutzend Prozesse verloren!“

Er schüttelte den Kopf.

„Das würde mich nicht so leicht aus der Fassung bringen, auch wenn es natürlich meine Eitelkeit treffen würde“, sagte er mit einem verbindlichen Lächeln. „Etwas anderes bedrückt mich. Ich wage nicht daran zu denken, dass sie wahr sein könnte! Es grenzt an Wahnsinn, Frau Lenz!“

Der Kellner balancierte ein Tablett heran, klapperte mit Tellern und deckte unter einem Redeschwall den Tisch. Die Speisen sahen vorzüglich aus, und wenn sie auch so schmeckten, musste es ein köstliches Mahl werden.

Sabrina konnte von ihrem Platz den Eingang im Auge behalten, und beobachtete eine junge, braunhaarige Frau beim Betreten des Restaurants. Sie hatte kurzgeschnittene Haare, trug ein schlichtes Kostüm, war dezent geschminkt und hielt in der Hand eine ziemlich große Handtasche.

Der Himmel mag wissen, was sich manche Modeschöpfer ausdenken. In der Handtasche der jungen Frau hätte man ein Baby transportieren können. Aber wahrscheinlich war das der letzte Schrei.

Die Brünette blickte sich suchend um, mit kühlem und unbeteiligtem Gesicht. Ihr Blick streifte Sabrina, wanderte weiter.

„Ich bin mir natürlich bewusst“, sagte Klaus Scherer und stocherte lustlos auf seinem Teller herum, „dass ich gegen alle Regeln der behördlichen Geheimhaltungspflichten verstoße, wenn ich sie entsprechend informiere, Frau Lenz. Aber ich kann es mit ihrer Unterschrift unter der Vertrauenserklärung erklären.“

„Bei mir ist das, was sie mir anvertrauen, gut aufgehoben. Ich kann schweigen, wenn es die Lage erfordert. Aber das werden sie aus meiner Akte wissen, die von der Staatsanwaltschaft geführt wird“, erwiderte Sabrina.

Klaus Scherer nickte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Er knüllte nervös die Serviette zusammen.

„Wir arbeiten selbstverständlich sehr eng mit der Münchner Kriminalpolizei in diesem Fall zusammen. Der leitende Kommissar benötigt für seine weiteren Ermittlungen Informationen, die wir nur mit einem richterlichen Beschluss erhalten können. Aber die Verdachtsmomente sind noch nicht stichhaltig genug, um einen solchen Beschluss zu erhalten“, berichtete der Staatsanwalt.

„Sie wollen also, dass ich etwas diskret herausfinde, für das es keinen richterlichen Beschluss gibt, und der Polizei und der Staatsanwaltschaft die Hände gebunden sind.“

„Der Fall liegt im öffentlichen und politischen Interesse! Wir müssen uns genau an die rechtlichen Möglichkeiten halten, dürfen keine Grenzen überschreiten“, erwiderte Klaus Scherer.

„Es ist mein Job, diese Grenzen gelegentlich zu überschreiten“, lächelte Sabrina.

„Und sie sind gut darin! Kennen sie die HSO?“, fragte der Oberstaatsanwalt.

„Nein.“

„Es ist die Human Solidarity Organisation, die sich für internationale Menschenrechte einsetzt, dafür hohe Spenden und Zuschüsse aus der Politik erhält.“

„Daher das politische Interesse an dem Fall“, nickte Sabrina.

„In der aktuellen politischen Weltsituation will kein Politiker die Schlagzeilen lesen, dass Steuergelder verbrannt werden!“

„Geht es darum? Unterschlagung von Steuergeldern?“

„Das ist ein Teil der Ermittlungen. Es gab zwei rätselhafte Todesfälle! Die beiden Opfer waren Mitglieder des Vorstandes der HSO. Das kann kein Zufall sein!“

„Ich habe noch nie an Zufälle geglaubt!“, erwiderte Sabrina.

„Daher benötigen wir ihre Hilfe!“, sagte der Staatsanwalt und blickte nachdenklich auf seinen Teller.

Gerade ging die attraktive Brünette hinter dem Staatsanwalt vorbei, blieb an seiner rechten Seite stehen, wäre fast mit der großen Handtasche an seine rechte Hüfte gestoßen. Offensichtlich schien sie ihren Bekannten nicht zu finden, denn sie drehte sich nach einigen Sekunden wieder um die eigene Achse und schritt zurück zum Ausgang.

Sabrina blickte wieder zu Klaus Scherer.

Er ächzte leise. Seine Hand presste sich gegen die rechte Hüfte, die Gabel war auf den Teller gefallen.

„Doktor Scherer? Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich Sabrina besorgt.

Seine Lippen waren zu einem schmalen Strich zusammengekniffen. Das Gesicht war blass.

„Nur diese verdammten Rückenschmerzen! Ich habe mir beim Tennis spielen wahrscheinlich einen Wirbel eingeklemmt“, stöhnte er, ergriff das Glas Wein und stürzte mit einem Zug den Inhalt hinunter.

Für sportlich verursachte Rückenschmerzen waren die Symptome bei dem Strafverteidiger ziemlich merkwürdig, denn er drückte mit der flachen Hand auf seine rechte Körperhälfte. Offenbar handelte es sich um ein schweres Leiden, denn er atmete gepresst und rang nach Luft.

„Sie sollten besser einen Arzt aufsuchen, Doktor Scherer“, riet Sabrina.

Er winkte ab. „Das vergeht wieder!“

Mit schmerzverzerrtem Lächeln blickte er auf seinen Teller.

„Ich fürchte, mein Hunger hat sich erledigt.“

Mit jeder Sekunde wurde der Mann bleicher. Seine Wangenknochen traten spitz hervor, auf der Oberlippe bildeten sich Schweißperlen.

Sabrina sprang auf und trat neben ihn.

„Wir sollten dringend einen Arzt aufsuchen!“

Seine Hand zuckte vor, packte Sabrinas Hand und verkrampfte sich.

„Frau Lenz!“, flüsterte er kaum verständlich. „Die HSO … sie müssen …“

Über seine Lippen kam ein unartikuliertes Gurgeln, dann sackte sein Körper schlaff zusammen und rutschte vom Stuhl.

Eine Frau am Nebentisch, die während der letzten Minuten mit lebhaften Gebärden auf ihre Begleiterin eingeredet hatte, stieß einen spitzen Entsetzensschrei aus, sprang auf und warf dabei den Stuhl um.

Jetzt wurden auch die anderen Gäste aufmerksam. Die Gespräche verstummten, und alle Blicke richteten sich auf den bewegungslosen Körper des Staatsanwaltes.

Noch bevor sie in Klaus Scherers Augen sah, wusste Sabrina, dass der Mann nie wieder ein italienisches Restaurant besuchen würde.

Er war tot!

Seine Augen starrten glanzlos an die Decke.

2

Sabrina hatte einem Kriminalbeamten ausführlich erzählen müssen, was am Tisch geschehen war, während der Leichnam von Klaus Scherer in die Gerichtsmedizin überführt wurde. Sie war neugierig auf die Todesursache, die der Pathologe feststellen würde.

Sabrina kam spät in der Nacht nach Hause.

Sie bewohnte mit Toby, ihrem Ehemann, und Pedro, dem gemeinsamen, adoptierten Sohn, ein Reihenmittelhaus im Münchner Westen.

Toby saß im Wohnzimmer und las in einem Buch. Er hob kurz den Kopf, als Sabrina eintrat.

„Schläft Pedro bereits?“

„Es ist kurz vor Mitternacht! Wann vermutest du, geht ein Vierjähriger ins Bett?“, antwortete Toby.

„Vermutlich etwas früher, hm?“, meinte Sabrina, nahm aus dem Schrank ein Glas und füllte es mit Rotwein. Es stand eine geöffnete und halbgeleerte Flasche auf dem Tisch.