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Als Bad Boy Julian Decker einen Job bei der Security eines exklusiven Klubs bekommt, lässt er sein altes Leben hinter sich. Es ist Lust auf den ersten Blick, als er das wohlhabende Klubmitglied Richard Caldwell bemerkt, doch der ältere Mann spielt in einer ganz anderen Liga und hat keine Ahnung, dass es Julian gibt. Julian ist es gewohnt, sich zu nehmen, was er will und als sich die Gelegenheit bietet, macht er den ersten Schritt. Der bekannte Rechtsanwalt Richard Caldwell ist Miteigentümer des Gentlemen’s Club, wo gut betuchte Mitglieder ihre romantischen Fantasien ausleben können. Aber nachdem er seinen Lebensgefährten durch Krebs verlor, hat er die Liebe aufgegeben. Doch dann fällt ihm bei einem seiner seltenen Besuche im Klub ein verführerischer neuer Angestellter auf und macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Richard fühlt sich zum ersten Mal seit Jahren zu einem anderen Mann hingezogen und kann die intensive Chemie zwischen ihnen nicht leugnen. Aber gerade, als Richard wieder anfängt, an Wunder zu glauben, wird er angegriffen und alle Beweise deuten auf seinen neuen Geliebten. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 36.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
ÜBER GALE STANLEY
LESEPROBE:
Manche mögen’s hart
Als Bad Boy Julian Decker einen Job bei der Security eines exklusiven Klubs bekommt, lässt er sein altes Leben hinter sich. Es ist Lust auf den ersten Blick, als er das wohlhabende Klubmitglied Richard Caldwell bemerkt, doch der ältere Mann spielt in einer ganz anderen Liga und hat keine Ahnung, dass es Julian gibt. Julian ist es gewohnt, sich zu nehmen, was er will und als sich die Gelegenheit bietet, macht er den ersten Schritt.
Der bekannte Rechtsanwalt Richard Caldwell ist Miteigentümer des Gentlemen’s Club, wo gut betuchte Mitglieder ihre romantischen Fantasien ausleben können. Aber nachdem er seinen Lebensgefährten durch Krebs verlor, hat er die Liebe aufgegeben. Doch dann fällt ihm bei einem seiner seltenen Besuche im Klub ein verführerischer neuer Angestellter auf und macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Richard fühlt sich zum ersten Mal seit Jahren zu einem anderen Mann hingezogen und kann die intensive Chemie zwischen ihnen nicht leugnen. Aber gerade, als Richard wieder anfängt, an Wunder zu glauben, wird er angegriffen und alle Beweise deuten auf seinen neuen Geliebten.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 36.000 Wörter
GALE STANLEY
Manche mögen’s hart
Club der Gentlemen 2
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Some Like it Rough“:
Gale Stanley
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Martina Gille
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Für meine Leser: Mögen all eure Träume wahr werden.
Es war eine bescheidene Nacht, um zu Fuß zu gehen. Julian Decker schob seine Hände in die Hosentaschen und zog gegen die Herbstkühle die Schultern hoch. Der Wind heulte wie ein Rudel gottverfluchter Wölfe und ein feiner Sprühnebel drohte in einen Wolkenbruch auszuarten. Der Sommer war gerade erst in den Herbst übergegangen und schon fielen die Blätter von den wenigen Bäumen in der Pine Street.
Kneif die Arschbacken zusammen, Julian. Mit etwas Glück warten am Ende des Blocks ein kühles Lager und ein heißer Blowjob auf dich. Julian gewahrte ein paar Männer, die tapfer dem Wetter trotzten, um eine zu rauchen.
Levis, Leder und Bären. Oh Mann! Als schwule Spelunke bot das Backdoor billige Getränke, eine schäbige Einrichtung und Gemeinschaftstoiletten. Allerdings lag es in einer Gegend, in der es nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher war. Jeder, der Glamour und Chi-Chi-Cocktails mit Schirmchen suchte, würde hier nicht fündig werden. Die Lage machte Julian nichts aus. Tatsächlich erwies sie sich sogar als Pluspunkt. Die Wahrscheinlichkeit, hier jemandem aus seinem neuen Job zu begegnen, tendierte gegen null. Die Kneipe zog eine gemischte Menge an – Bären, Twinks und alles, was dazwischen lag, einschließlich ein paar gefühlsduseliger Typen. Definitiv kein Treffpunkt für furchtsame Gemüter, aber wenn ein Kerl abenteuerlustig genug und gewillt war, den einschüchternden Ruf des Backdoor zu ignorieren, konnte er hier eine gute Zeit haben – selbst ein Kerl wie Julian, der gerade sein Leben auf die Reihe kriegte und jetzt im vornehmen Gentlemen’s Club arbeitete.
Julian navigierte zwischen den weggeworfenen Fast Food Schachteln, leeren Bierdosen und alten Zeitungen hindurch, mit denen der Gehweg zugemüllt war. Ein schlanker, jungenhaft wirkender Blonder stolzierte an ihm vorbei. Eine Sammlung farbiger Taschentücher hing aus den hinteren Hosentaschen der engen Levis Jeans, die der Junge trug, und verkündete welche Arten von Sex er feilbot. Grün, orange, grau, rot, hellblau, rechte Hosentasche … Er ist ein Schwanzlutscher.
Julian lächelte vor sich hin. In den meisten Großstädten gab es ein Viertel, in dem männliche Prostituierte ihrem Gewerbe nachgingen. Philadelphia bildete da keine Ausnahme. Escorts, Callboys, Gigolos, Nutten, Sexarbeiter, Stricher - es machte keinen Unterschied, wie man sie nannte. Sie waren alle gleich – Männer, die sich selbst an potenzielle Kunden verkauften, die in ihren Autos vorbeifuhren.
Soweit war ich selbst schon.
Neugierig verfolgte Julian die Fortschritte des Jungen. Blonde Locken hüpften um den Kopf des Burschen, als er verführerisch in Julians Richtung lächelte. Das Lächeln verschwand, als er erkannte, dass bei Julian nichts zu holen war. Stirnrunzelnd wandte sich der Blonde ab.
Ein schwarzer Cadillac STS verlangsamte seine Fahrt und hielt am Bürgersteig. Das Fenster wurde heruntergelassen und der Junge schlenderte hinüber. Einige Worte wurden gewechselt und er stieg in den Wagen.
Wenigstens wird er es für eine Weile warm haben.
Julian betrachtete die Szene mit einem Gefühl von Déjà-vu. Manche Dinge änderten sich nie.
Er kniff die Augen zusammen, als der Wagen näherkam. Er kam ihm irgendwie bekannt vor. Julian erhaschte einen kurzen Blick auf silbernes Haar und seine Eifersucht schürte einen Jähzorn, für den er kein Ventil hatte. Ihm kam die Galle hoch.
Es sah aus wie Richard Caldwells Wagen, aber Julian konnte sich dessen nicht sicher sein. Schließlich war Richard nicht der einzige Mann in der Stadt, der einen schwarzen Caddy fuhr. Abgesehen davon konnte der reiche Anwalt jeden Mann haben, den er wollte. Wieso sollte er auf der Pine Street herumkreuzen und einen Blowjob suchen? Es musste sich um jemand anderen handeln.
Julian fantasierte schon von dem Anderson Cooper Doppelgänger, seit er ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Und seine Vorstellung beinhaltete gewiss keine blondschöpfige Schlampe, die ihre Lippen um Richards Schwanz schloss. Oder umgekehrt.
In Julians alternativer Realität ging Richard einzig und allein für Julian auf die Knie. Er konnte beinahe spüren, wie er seine Finger in die silbernen Locken des Mannes grub und Richard jeden Schritt des Weges leitete.
Richards Mund an meinem Schwanz, seine Zunge, die die Eichel umkreist … Richard, der meine Länge schluckt und an meinen Eiern fummelt …Richard, der fest an mir saugt …
Julian sog scharf die Luft ein. Sein Schwanz wurde hart, rieb gegen den Reißverschluss seiner Jeans und erzeugte eine süße Reibung, die seinen Tagtraum beinahe real erscheinen ließ. Er hatte sich dieses Szenario unzählige Male in unzähligen Situationen vorgestellt und die Fantasie machte ihn jedes Mal hart. Er hatte Richard erst zweimal gesehen, seit er angefangen hatte, im Gentlemen’s Club zu arbeiten, doch der ältere Mann hatte etwas in ihm entfacht – eine unmittelbare Chemie, die jedes Nervenende in seinem Körper entzündet hatte. Richards Bild hatte sich in Julians Gehirn eingebrannt und war die Inspiration all seiner erotischen Träume.
Körperlich passten Richard und er perfekt zusammen. Mit seinen 1,90 m überragte er Richard um ein paar Zentimeter und obwohl der ältere Mann nicht sehr muskulös war, ließ sein wohl definierter Körper Julian das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und Richards silbernes Haar und seine grauen Augen bildeten einen so hübschen Kontrast zu Julians schwarzen Haaren und dunklen Augen.
Er sah sich selbst in einer Neunundsechziger-Stellung, das Yin und Yang, der vollkommenen sexuellen Perfektion. Er hatte keine Ahnung, wie oft er sich schon zu diesem Bild in seinem Kopf einen runtergeholt hatte, aber es musste sehr oft gewesen sein.
Die Vorstellung, Richard würde in dem schwarzen Auto den Schwanz eines anderen lutschen, erweckte eine eifersüchtige Ader in ihm, von der er gar nicht gewusst hatte, dass er sie besaß. Die Szene erschien ebenso schlimm, wenn der Kleine Richard einen blies. Julians Eifersucht getränkte Vorstellung, so irrational sie auch sein mochte, brachte ihn dazu, die Tür aufreißen zu wollen, um den Jungen an seinen blonden Haaren herauszuzerren.
Julian konnte nicht aufhören, an den älteren Mann zu denken. Dieses Gefühl war doch nicht normal – so geil zu sein, dass er nur daran denken konnte, was er mit Richard anstellen würde, sollte er ihn je in die Finger kriegen. Aber sie hatten noch nicht mal miteinander geredet. Julian bereute beinahe, den Job im Gentlemen’s Club angenommen zu haben.
Der Job war ihm zum richtigen Zeitpunkt praktisch in den Schoß gefallen. Eine Gelegenheit, die er sich nicht hatte entgehen lassen können. Es war fast ein Jahr her, da war er einem alten Kumpel über den Weg gelaufen und eine durchzechte Nacht war in ein Wochenende mit Hardcore-Sex gemündet. Glenn hatte damit geprahlt, wie viel Geld er im Gentlemen’s Club verdiente. Die Mitglieder waren alle sehr wohlhabende, schwule Männer und gute Trinkgeldgeber. Glenn hatte angeboten, ein gutes Wort für Julian einzulegen. Julian hatte gedacht, er würde das alles vergessen, aber Glenn hatte sich tatsächlich für ihn eingesetzt.
Nach sechs Monaten endloser Vorstellungsgespräche, medizinischer Untersuchungen und Übereinkünfte, wurde er eingestellt. Nachdem er seinen Job angetreten hatte, hatte er eigentlich gedacht, er würde Glenn öfter sehen, doch das war nicht passiert. Sein alter Kumpel arbeitete in den Fantasie-Suiten, eine begehrte Position, die man sich verdienen musste. Julian arbeitete hauptsächlich als Türstehers und Hausdieners – ein Job für Neueinsteiger.
Dennoch, irgendwo musste man ja schließlich anfangen und Julian nahm es als persönliche Herausforderung. Er hatte große Pläne und hatte sich vorgenommen, erstklassige Arbeit zu leisten und so rasch wie möglich befördert zu werden, aber dann hatte er Richard zum ersten Mal gesehen. Diese verfluchte Schwärmerei für eine Fantasie hatte nichts mit seinem Aufstieg im Klub zu tun. Richard war einfach nur heiß und er machte Julian heiß – und hart. Er war noch nie einem Mann begegnet, der einen derartigen Effekt auf ihn gehabt hatte. Und es verstörte ihn mehr, als er sich eingestehen wollte. Daraus konnte nichts werden. In der wirklichen Welt war Julian nur irgendein Angestellter, der nach einem reichen Mitglied geierte.
Der Silberfuchs würde ihn keines zweiten Blickes würdigen, selbst wenn die Angestellten nicht tabu wären. Wenn Julian sich für die Arbeit anzog, verbargen sein langärmeliges weißes Hemd und die gebügelte schwarze Anzughose seine Tattoos und Nippel Ringe, Überbleibsel seines alten Lebens.
Er hatte sich zwar herausgeputzt, aber seine Ecken und Kanten blieben. Als Mitglied und Teilhaber des Klubs hatte Richard Zugang zu allen Personalakten. Er musste nur Julians Akte lesen, um etwas über seinen Hintergrund zu erfahren. Bagatelldiebstahl, Verstoß gegen die öffentliche Ordnung, ordnungswidriges Verhalten, Fahren in angetrunkenem Zustand … Kinderscheiß eben. Aber es stand alles schwarz auf weiß. Julian hätte ebenso gut einen scharlachroten Buchstaben auf seinem Hemd tragen können.
Damals war er noch minderjährig gewesen und seine Akte war unter Verschluss. Er hätte es dabei belassen sollen, aber nein, er musste es sich ja unbedingt beim Bewerbungsgespräch von der Seele reden. Am Ende hätten sie es sowieso herausgefunden. Die Geschäftsführung des Klubs stellte immer umfassende Nachforschungen an und da sie wussten, wo Julian aufgewachsen war, wäre es ihnen spanisch vorgekommen, wenn er es nicht zugegeben hätte. Sie stellten ihn ein, also musste er wohl etwas richtig gemacht haben, aber es ruinierte auch jede Chance, die er vielleicht bei Richard gehabt hätte. Hätte Julian zurückgehen und sein Leben noch einmal leben können, er hätte es getan, aber das konnte er nicht. Julian hatte sich um hundertachtzig Grad gedreht, aber die Vergangenheit konnte er nicht ändern.
In der Welt, in der er aufgewachsen war, hatte es reiche Männer wie Richard einfach nicht gegeben. Und für einen Mann wie den Silberfuchs war Julian nur ein Hintergrundrauschen. Wieso sollte Richard die Regeln des Klubs brechen, um mit einem Mann zusammen zu sein, der so offensichtlich nicht sein Typ war?
Frustriert sah Julian zu, wie der Caddy davonfuhr und ihn genau dort zurückließ, wo er hingehörte, in einem heruntergekommenen Wohnblock in der Innenstadt, in dem sich nie etwas änderte. Die Straße war eine gärende Jauchegrube, bevölkert von ein paar ewigen Versagern. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen überwiegend verlassene Reihenhäuser aus Backstein Seite an Seite. Falls es irgendwelche Bewohner gab, dann rauchten sie entweder Gras, spritzen sich Heroin oder schnüffelten sich ins Nirwana. Neben der Hintertür verkündeten ein paar bunte Neonschilder, dass der Waschsalon geöffnet war, und ein einsamer Kunde schnüffelte zum Rhythmus der hämmernden Waschmaschine. Ein ausgemergelter Mann in schmutziger Kleidung beäugte ihn aus der Gasse heraus, wahrscheinlich auf der Suche nach seinem nächsten Schuss. Es war Business as usual.
Julian hätte nicht zurückkommen sollen. Sein Leben hatte sich im vergangenen Jahr dramatisch verändert und er wollte es nicht versauen. Er hatte genug zusammengespart, um sich ein neues Auto zu kaufen und in eine bessere Gegend zu ziehen. Aber wie lange sollte er noch in seiner leeren Wohnung hocken, eine Fantasie als Wichsvorlage, die nie Wirklichkeit werden würde? Langeweile, Einsamkeit und das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt hatten Julian an seinem freien Abend hierhergeführt. Vielleicht würde ihn ein Blowjob von seinem unerwiderte-Liebe-Scheiß kurieren. Aber nicht mit irgendeinem namenlosen Twink. Ich glaube, ich habe hier immer noch ein paar Freunde –
Eine skelettartige Hand packte Julians Arm. „Fünf Dollar für einen Blowjob.“
Scheiß Junkies.
Trotz seines Ekels hatte Julian Mitleid mit dem Typ. Er drückte dem Mann einen Zwanzigdollarschein in die Hand und ging auf den Eingang der Bar zu.
Himmel, er hatte das Gefühl, an diesem Ort aufgewachsen zu sein. Als Kind hatte er hier herumgehangen, nur um von dem alten Herrn wegzukommen, einem gemeinen Mistkerl, der geglaubt hatte, er könnte das Schwule aus seinem Stiefsohn heraus prügeln. Julian hatte seine Vorbilder im Backdoor gefunden. Als er älter wurde, arbeitete er hinter der Theke und behielt sowohl die Angestellten als auch die Kunden im Auge. Jeder harte Typ auf der Suche nach Ärger würde es sich zweimal überlegen, ehe er sich mit Julian anlegte. Ja, er war im Backdoor durch eine harte Schule gegangen. Und hatte mit Auszeichnung bestanden. Heute war er für ein Klassentreffen zurückgekehrt. Zu dumm, dass Mickey, der neue Besitzer, so schlecht zahlte. Sonst wäre er vielleicht nicht gegangen. Aber wenn er im Backdoor mehr Geld machen wollte, hätte er sich prostituieren müssen und er war keine Hure.
Julian zwängte sich durch die Gruppe Raucher und betrat das Backdoor. Er nahm sich einen der verschlissenen Vinylstühle an der Theke und beäugte die Menge – einen Mix aus groß und klein, hell und dunkel, jung und alt. Hier war für jeden was dabei. Sobald Mickey ihn erspähte, bellte die laute Stimme des Barkeepers durch den Raum: „Tequila Shots.“
Julian winkte ihm lächeln zu. „Was feiern wir denn, Mick?“
„Deine Heimkehr, Baby. Suchst du Arbeit?“
„Nö, bloß ein bisschen Gesellschaft.“
„Verstehe.“ Mickey stellte die Schnapsgläser in einer Reihe auf und hob sein eigenes.
Julian kippte den Alkohol runter und lutschte anschließend an einem Stück Zitrone. „Danke.“
Mickey goss ihm noch Einen ein. „Bin gleich wieder da.“ Er zwinkerte ihm zu und ging ans andere Ende der Theke, um sich um einen weiteren durstigen Mann zu kümmern.
Mickey hatte ein gutes Herz und er war ein verflucht guter Barkeeper. Er mixte echt tolle Drinks und es machte ihm nichts aus, nebenher den Psychotherapeuten zu spielen. Keine Ratschläge, nur hin und wieder ein verständnisvolles Nicken. Manchmal war das alles, was ein Kerl brauchte.
Der Schnaps beruhigte Julians Nerven. Es war richtig gewesen, hierher zurückzukommen. Er verdiente einen Abend auf der Rolle und das Backdoor war so gut wie jeder andere Ort, um zu trinken oder einen Fickkumpan für die Nacht zu finden. Manche Kerle fanden auch mehr. Julian war nicht der optimistische Typ. Das, wonach er suchte, trieb sich nicht im Backdoor herum. Was zum Teufel? Julian erwartete nicht, in seinem Leben einen Seelengefährten zu finden. Er wollte einfach nur ein bisschen Dampf ablassen.
Er wandte der Theke den Rücken zu und schaute sich um. Sein Körper und sein finsteres, mürrisches Aussehen bescherten ihm stets jede Menge Aufmerksamkeit. Heute Abend bildete da keine Ausnahme. Ein großer, glatzköpfiger Kerl mit tätowierten Armen sah ihn direkt an und lächelte. Julian wandte den Blick ab. Nicht sein Typ. Er suchte den Raum ab, auf der Suche nach einem bekannten Gesicht.
Am Billardtisch am anderen Ende der Theke wurde er fündig. Julian schlenderte hinüber und schloss sich der Gruppe Männer an, die den Tisch umlagerte. Er lehnte sich gegen die Wand und beobachtete das Geschehen. Der Biker mit dem Pferdeschwanz war ein Fremder, doch den anderen Mann kannte Julian - Joe Dixon, alias Dix. Der strohblonde Dix hielt sich in Form. Julian wusste um die schlanke, haarlose Landschaft, die sich unter diesem weißen T-Shirt und der enganliegenden Jeans verbarg.
Biker-Man baute die Kugeln auf. „Du hast den ersten Stoß.“ Er nickte Dix zu.
Dix schaute auf, bemerkte Julian und warf ihm ein verschwörerisches Grinsen zu. Dann beugte er sich über die grüne Bande und setzte sein Queue an. Er sprengte nicht nur die dreieckige Anordnung der Kugeln, er räumte den ganzen Tisch ab. Ein offensichtlich angepisster Pferdeschwanz starrte ihn an.
„Reine Glückssache.“ Dix sah aus, als könne er kein Wässerchen trüben.
„Du verdammter Gauner.“ Pferdeschwanz kam auf ihn zu und fing an zu schimpfen.
Julians Puls wurde schneller. Die Haare in seinem Nacken stellten sich auf und er beobachtete eingehend die Szene, die sich vor ihm abspielte, bereit, einzuschreiten, sollte Dix Hilfe brauchen.
Dix sah zu ihm rüber und zwinkerte ihm zu – kurz bevor der Biker-Typ Wichser ihm Eine verpasste.
Aus den Augenwinkeln sah Julian einen Mann mit einem gefleckten Halstuch um den Kopf, der bereit schien, sich auf Dix zu stürzen. Für einen großen Mann konnte Julian sich schnell bewegen, sehr schnell. Er stürzte sich in Getümmel, packte den Kerl und schmetterte ihn auf den Boden. Ehe der Wichser wusste, wie ihm geschah, brach ihm Julian mit seinem Knie die Nase. Er schaute gerade rechtzeitig auf, um zu sehen, wie Dix sein Queue auf dem Kopf des Bikers zertrümmerte.
Julian war noch nicht mal betrunken und steckte schon mitten in einer Schlägerei. Wie in alten Zeiten. Ein paar Minuten später kamen Mickey und der andere Barkeeper hinzu und pflückten die Meute auseinander. Der Biker und sein Freund wurden zur Tür hinauseskortiert.
Dix kam zu Julian herüber. „Danke, Jewels. Kann ich dir ein Bier ausgeben?“
„Aber immer.“ Kämpfen machte Julian immer durstig. Zu überdreht, um zu sitzen, standen sie an der Theke.
„Wir wollen hier kein Geld von euch“, erklärte Mickey und stellte zwei Flaschen vor sie hin. „Das Arschloch hat darum gebettelt.“
„Schön, dass ich helfen konnte.“ Julian trank einen großen Schluck von seinem Bier.
„Mischst du dich heute Abend unters gemeine Volk, Jewels?“ Eine tiefe, vertraute Stimme dröhnte in seinem Ohr und jagte ihm einen Schauder über den Rücken.
Julian lächelte, ohne sich umzudrehen. „Ich checke nur die örtliche Fauna.“
Leo kam ihm so nahe, dass sein Freddie-Mercury-Schnurrbart Julians Nacken kitzelte. „Und genügt sie deinen hohen Ansprüchen?“ Er leckte die empfindliche Stelle hinter Julians Ohr.
Julian neigte den Kopf zur Seite, um Leo den Zugang zu erleichtern. „Jetzt schon.“
Dix zog eine Schnute. „Und was bin ich? Luft?“
Julian grinste ihn an. „Ja, mit viel Schmalz, Dixy.“
Leo legte seine Hände auf Julians Hüfte und drückte sich fester an ihn. Er küsste sich an Julians Nacken hinab und knabberte an der empfindlichen Haut zwischen Hals und Schulter. Der Adrenalinrausch, die Hitze im Raum und das Vergnügen eines harten Schwanzes, der sich an seinem Arsch rieb, machten Julian schwindelig.
„Wo bist du gewesen, Jewels? Wir haben dich vermisst“, murmelte Leo in sein Ohr. „Seit Monaten kein Wort von dir. Du warst ein böser Junge.“
Leos heiseres Flüstern zog Julians Bauchmuskeln zusammen. Er spähte hinüber zu Dix, der ihn angrinste wie ein Honigkuchenpferd. Leo konnte blasen wie kein Zweiter und Julians Penis pochte vor lauter Vorfreude auf das, was kommen würde. Er beschloss, seinen Bedürfnissen freien Lauf zu lassen, kippte den Rest seines Biers runter und stellte die Flasche auf die Theke. „Ich muss pinkeln.“ Er kehrte der Theke den Rücken zu, quetschte sich an Leo vorbei und rieb sich dabei an dessen Hüfte.
Julians Herz pochte wie wild, während er den dunklen Gang entlang Richtung Toilette ging. Er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass Leo und Dix ihm folgten.
Julian trat als Erster durch die Tür. Er drehte ihr den Rücken zu, öffnete den Reißverschluss seiner Jeans und entleerte seine Blase. Er machte langsam, gab den Männern ausgiebig Gelegenheit, seinen 22 cm Ständer zu bewundern. Dann steckte er ihn wieder weg, in dem Wissen, das es nicht für lange sein würde.
