Ménage à Trois - Justine Morgan - E-Book

Ménage à Trois E-Book

Justine Morgan

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Beschreibung

Entfesselte Lust Als Sandrien am Abend ihres achtundzwanzigsten Geburtstages nach Hause kommt, wartet eine Überraschung auf sie… Der Dreier Leah wird von Jennifer und Markus zum Sextoy-Produkttest in deren Nachtclub eingeladen. Erpresst zum Dreier Niklas erpresst seine Kollegin Christine, die er spät abends im Büro in einer prekären Situation gefilmt hat. Sie soll seine Ex-Freundin Jana und einen Typen aus der EDV-Abteilung gleichzeitig verführen. Das will er heimlich filmen und aus Rache an Janas neue Freundin Lesben-Lisa schicken. Doch er rechnet nicht damit, dass die Frauen den Spieß umdrehen wollen… Aller guten Dinge sind drei Die schöne blonde Heavy-Metal-Sängerin Sabrina bekommt am Tag nach der Rückkehr von der Tournee unerwarteten Besuch…

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ménage à Trois

Justine Morgan

Copyright©undUrheberrecht Dezember 2012 Justine Morgan Copyright Coverabbildung VJ Dunraven / Fotolia / Adobe [email protected]

Justine Morganc/o Autorenservice GorischekAm Rinnersgrund 14/58101 GratkornÖsterreich

All rights reserved.

No portion of this book may be reproduced in any form without written permission from the publisher or author, except as permitted by E.U. copyright law.

Contents

1.Entfesselte Lust2.Der Dreier3.Erpresst zum Dreier4.Aller guten Dinge sind drei

Landmarks

Cover

Entfesselte Lust

SandrienGironkehrteheute etwas früher als sonst nach Hause zurück. Es war nicht nur irgendein Freitagnachmittag im Mai gegen sechzehn Uhr, sondern der fünfte und somit ihr achtundzwanzigster Geburtstag.

Sie betrat ihr unweit von Chalon-sur-Saône in Burgund gelegenes Herrenhaus, das sie vor etwas über einem Jahr von ihrer Oma Claudine geerbt hatte. Ebenso wie diese schätzte sie die ländliche Idylle und die Ruhe, die sie ihr nach einem arbeitsreichen Tag in der Stadt vermittelte. Bereits im Eingangsbereich kam ihr der berauschende Duft der in einer hohen Vase stehenden weißen Lilien, ihrer Lieblingsblumen, entgegen, deren elegante Formen sie so liebte.

Glücklicherweise musste sie nicht in ein leeres Haus zurückkehren, da ihr pflichtbewusster Butler Benoit Prevet auf sie wartete. Wie immer lächelte er sie unverbindlich an und begrüßte sie höflich, aber distanziert. Vor einem halben Jahr, als sie hierher gezogen war, hatte sie ihn eingestellt und es bisher nie bereut, denn er verkörperte trotz seines geringen Alters Diskretion und Kompetenz. Auch wenn er ihr gesagt hatte, auf keiner Butlerschule gewesen zu sein, sondern eine Ausbildung in einem Hotel genossen zu haben, so war er doch, was ihre Bedürfnisse betraf, mehr als perfekt geeignet. Wie immer trug er einen klassischen schwarzen Anzug. Er sah tadellos gepflegt aus.

Sandrien nahm ihren eleganten schwarzen Hut ab, den er in Empfang nahm, vorsichtig etwas Staub davon abklopfte und ihn für sie auf die Ablage legte. Das fand sie beinahe übertrieben, doch sie ließ ihn gewähren.

Sandrien strich sich eine Strähne ihres dunkelkupfernen Haares, die sich aus ihrer eleganten Hochsteckfrisur mit dem schwarzen Border-Ficcare-Clip gelöst hatte, aus dem Gesicht. Ihr Stil ähnelte dem Audrey Hepburns, der sie beinahe wie eine Schwester glich. Sogar ihre Augen waren braun, wenn auch gesprenkelt mit bernsteinfarbenen Flecken.

Sandriens ärmelloses Etuikleid war schwarz wie ihre gesamte Garderobe, nur die doppelreihige, kurze Perlenkette war hell. Seit jenem schicksalhaften Tag vor elf Jahren trug sie nur noch Schwarz, doch mittlerweile nicht mehr aus Gründen der Trauer, sondern weil es ihr klassisch und elegant erschien und zu ihrem roten Haar einfach atemberaubend gut aussah.

Bedauerlicherweise waren ihre beiden Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, als sie siebzehn war. Geschwister besaß sie keine und auch sonst kaum Verwandtschaft. Sie hatte eine liebe Cousine, doch diese wohnte weiter weg in Besançon in der Franche-Comté. Seit einem halben Jahr gab es nicht mal mehr einen Partner in Sandriens Leben. Alles, was sie erfüllte, war ihre Arbeit als Rechtsanwältin in einer großen, bekannten Sozietät in Chalon-sur-Saône.

Doch am heutigen Tag genügte ihr das nicht mehr, um die Leere in ihrem Privatleben zu füllen. Ihre beste Freundin Yasmine wohnte in Dijon, doch telefonierten sie regelmäßig und besuchten sich auch immer mal wieder über das Wochenende. Doch da Yasmine als Krankenschwester arbeitete, war das nicht immer möglich. An diesem Freitag hatte sie kommen wollen, doch aufgrund eines Notfalls musste sie arbeiten.

Hier in der Gegend hatte Sandrien seit ihrem Umzug noch kaum Bekanntschaften außerhalb ihres Berufs knüpfen können. Dafür arbeitete sie zu viel. Zudem lag ihr Haus etwas abgelegen, doch stellten der Garten und die ihn umgebenden Ländereien für sie einen wahr gewordenen Traum dar. Ihre Großmutter Claudine war hier immer sehr glücklich gewesen, besonders zu jener Zeit, als ihr Mann Antoine noch gelebt hatte. Sandrien war oft hierher gekommen und nur glückliche Erinnerungen verbanden sie mit diesem Ort.

Schon lange hatte Sandrien vorgehabt, das Haus, in dem sie viele schöne Sommerferien verbracht hatte, endlich zu bewohnen, doch ihr damaliger Partner Victor wollte Dijon keineswegs verlassen. Mittlerweile wusste sie auch warum … Seine Geliebte, die er inzwischen geheiratet hatte, lebte dort. Dabei war er damals während jener Liaison noch mit Sandrien verlobt gewesen, dieser elende Schuft!

Doch vermutete sie inzwischen auch, dass es an seinem Ego nagte, dass sie das Angebot dieser angesehenen Sozietät bekommen hatte, während er eine Absage von ihnen erhielt, jedoch in einer kleineren Kanzlei im selben Ort untergekommen wäre. Letzteres hatte er vermutlich aus verletzter Eitelkeit sofort abgelehnt. Er wollte nicht in dieses Kaff ziehen, hatte er in abfälligem Tonfall zu ihr gesagt und sie damit verletzt, da sie diesen Ort liebte. Wochenlang hatte er geschmollt, bis sie schließlich von seiner schändlichen Liaison erfahren hatte, die Konsequenzen gezogen und hierher gereist war.

Damals hatte Sandrien die Zusage der Sozietät für einen reinen Glücksfall gehalten. Sie hatten einfach zufällig eine Fachanwältin für Sozialrecht gesucht. Mittlerweile wusste sie durch ihren jetzigen Chef, dass er auch andere Gründe gehabt hatte, sie Victor vorzuziehen und diesen abzulehnen. Victors Referenzen waren nicht so gut wie ihre. Man sagte ihm eine gewisse Indiskretion nach, über die man keine genaueren Aussagen treffen wollte, während ihr Ruf unbeschadet war. Im Grunde war das mit Victor und seinen Befindlichkeiten und Launen jetzt bedeutungslos für sie.

Eigentlich bräuchte Sandrien ihre beiden Bediensteten nicht, auch wenn es angenehm und sehr praktisch war, diese um sich zu haben. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, hatte sie diese hauptsächlich wegen der Einsamkeit eingestellt, die sie seit der Trennung von Victor verspürte. Auch fühlte sie sich als Frau mit ihnen in dem abgelegenen Haus einfach wohler. Nach den drei Jahren ihrer Beziehung war es gewöhnungsbedürftig, wieder allein zu sein.

Es gab einen kleinen Trakt für die Bediensteten mit einem zusätzlichen Bad, sodass es auch genügend Rückzugsraum für alle gab. Das war ihr wichtig, denn nichts konnte sie weniger ertragen, als wenn ihr ständig jemand auf die Pelle rückte. Sie brauchte einfach ihren Freiraum und ihre persönlichen Interessen, auch wenn diese in der letzten Zeit zu kurz gekommen waren. So liebte sie es, ihr eigenes duftendes Brot zu backen, da sie in dieser Hinsicht sehr eigen war. Auch an ihrem Kräutergarten hing ihr Herz. Sie schätzte es, duftende Potpourris und Tees selbst herzustellen. Victor war stets eifersüchtig auf ihre Hobbys gewesen, da er jede Minute ihrer Freizeit für sich zu beanspruchen gedachte.

»Darf ich Ihnen einen Tee bringen, Madame?«, fragte ihr Butler mit seiner sanften, dunklen Stimme, die diesmal etwas ganz tief in ihr berührte und eine Saite in ihr zum Schwingen brachte.

Glücklicherweise riss er sie damit aus den Erinnerungen an Victor, an den sie gerade heute nicht denken wollte. Sie betrachtete Benoit Prevet. Mit dem dunklen Haar, den smaragdgrünen Augen, dem leicht kantigen Gesicht und dieser Figur war er sogar wesentlich attraktiver als ihr Verflossener. Sie sollte Victor endlich vergessen und die Vergangenheit ruhen lassen. Schließlich war heute ihr Geburtstag. Jeder Gedanke an diesen Schuft war vergeudet.

»Merci, doch heute will ich lieber Champagner. Auf die Terrasse bitte, Benoit. Herzlichen Dank!«

Kurz flackerte etwas in seinen grünen Augen auf. Ihr wurde bewusst, dass sie ihn zum ersten Mal mit dem Vornamen angesprochen hatte.

»Es war keine Absicht, Sie mit dem Vornamen anzusprechen. Ich hoffe, Sie können mir verzeihen.«

»Es gibt nichts zu verzeihen, Madame. Also Champagner für Sie.«

Er öffnete die Terrassentür und hielt sie ihr auf. Sandrien trat an ihm vorbei hinaus. Der Hauch seines Aftershaves begleitete sie und verstärkte die unerklärliche Sehnsucht tief in ihr. Warum hatte sie zuvor nie wahrgenommen, wie gut er roch?

Sandrien schätzte ihre Terrasse und den sie umgebenden Garten, der liebevoll von ihrem Gärtner, der auch ihr Koch war, gepflegt wurde. Was würde sie nur ohne ihn tun? Wie hieß er doch gleich? Dante Mesnard, wenn sie sich nicht irrte.

Sie blickte hinaus und konnte ihn prompt entdecken. Dante entfernte Unkraut aus dem Geranienbeet. Sein leicht gebräunter Oberkörper war nackt bis zum Bund seiner ausgeblichenen Jeans, zu der er Gartenschuhe trug. Er war auf eine schlanke Art muskulös und sein kinnlanges hellblondes Haar schimmerte silbern in der Sonne. Als er den Kopf hob, begegnete ihr Blick dem seinen, der ihren einen Moment lang hielt. Er lächelte sie an, als würde er sich wirklich freuen, sie zu sehen, doch das konnte ja nicht sein. Schließlich war er ein Bediensteter, der nur hier war, weil sie ihn dafür bezahlte.

Dante war zwar ein ganz anderer Typ als Benoit, doch auf seine eigene Weise attraktiv mit diesen dunkelblauen Augen, der geraden Nase und dem feingeschnittenen Gesicht mit den Grübchen an den Wangen.

Wo hatte sie nur bisher ihre Augen gehabt? Zum ersten Mal nahm sie ihn als Mann wahr. Sandrien seufzte. Es wurde wirklich Zeit, dass sie sich wieder einen Partner suchte, wenn sie schon ihrem Gärtner hinterher schmachtete.

Sie ließ sich auf den weißen Liegestuhl nieder, der durch die weiche, terrakottafarbene Polsterung herrlich bequem war, und genoss das Sonnenlicht. Der verführerische Duft der Magnolien drang zu ihr herüber. Sie freute sich auf den Juni, wenn die ersten Kirschen in ihrem Garten reif wurden. Obwohl es nur sieben Kilometer bis nach Chalon-sur-Saône waren, lebte sie hier wie mitten auf dem Land, was ihr gefiel.

Benoit, der Butler, kam mit einem Silbertablett, auf dem ein Champagnerglas stand. In der anderen Hand hielt er einen Öffner und ein Eimerchen, worin sich die Flasche und Eis befanden. Er stellte es auf den weißen Beistelltisch ab und öffnete die Flasche.

Mit einer eleganten Geste goss Benoit Prevet von dem Champagner in ein Glas, das Sandrien sogleich dankend entgegennahm. Wenn heute schon niemand da war, um mit ihr zu feiern, so wollte sie wenigstens allein ein Glas genießen. Ihre Freundin Yasmine, eine ehemalige Kollegin und ihre Cousine Melina hatten sie bereits auf der Arbeit angerufen. Also erwartete sie auch keine Anrufe mehr.

Entspannt lehnte sie sich zurück und nahm einen Schluck aus dem Glas. Die Flüssigkeit prickelte und perlte angenehm auf ihrer Zunge. Benoit hatte eine vorzügliche Marke ausgesucht. Bereits jetzt war er unersetzlich für sie. Aus dem Augenwinkel sah sie ihn verstohlen an. Er sah sehr attraktiv aus, was ihr zuvor gar nicht so aufgefallen war. Offenbar hatte Victor recht damit gehabt, dass sie zu viel arbeitete und es nicht verstand zu leben. Für eine Französin verstand sie sehr wenig von l’art de vivre, hatte er an jenem letzten Abend zu ihr gesagt, bevor er für immer aus ihrem Leben verschwand.

Doch er irrte sich. Sandrien arbeitete zwar gerne, doch wusste sie auch das Leben zu genießen. Nur an Victors Seite war ihr das nicht vergönnt gewesen. Stets hatte es ihm nicht gepasst, dass ihr der Job wichtig erschien. Richtig zu kriseln begonnen hatte es in der Beziehung allerdings erst nach diesem großen Fall, den sie mit Bravour gewonnen hatte. Diesen Erfolg hatte sie sich hart erkämpfen müssen.

War der Erfolg die Einsamkeit wirklich wert? Das hatte Victor sie gefragt, bevor er ging. Sie hatte jedoch mit einer Gegenfrage geantwortet: Warum stellte man solche Fragen immer nur Frauen? Darauf wusste er nichts mehr zu sagen und ging wortlos für immer aus ihrem Leben. Erst am Tag zuvor hatte sie von seiner Liasion erfahren und ihn zur Rede gestellt. Die Liaison wollte er angeblich beenden und so weitermachen wie bisher und überhaupt wäre nur ihre Karriere daran schuld gewesen. Das zu glauben hätte eine Naivität von Sandrien erfordert, die sie nicht besaß. Sie hatte nichts verloren, was nicht schon zuvor verloren war. Am Verdorbenen sollte man nicht festhalten. Also hatte sie ihn natürlich gehen gelassen.

Ihr Blick lag noch immer auf Benoit Prevet, was dieser offenbar bemerkte. »Darf ich Ihnen noch etwas bringen, Madame?«

»Lassen Sie mir bitte ein Bad ein.«

»Sehr wohl, Madame.«

»Herzlichen Dank!«

Musste er immer so förmlich sein? Gewiss war es sein Job als Butler. Sie wusste selbst nicht, warum es sie auf einmal störte. Womöglich lag es daran, dass sie sich heute so einsam fühlte. Bisher hatte sie diese Empfindung relativ gut durch ihre Arbeit unterdrücken können. Ob Victor jetzt mit Louise im Bett lag? Sie wollte nicht mehr an ihn denken, denn er war es nicht wert.

Dante lief an ihr vorbei. Als er sich mit den Händen durch’s halblange hellblonde Haar fuhr, konnte sie nicht den Blick von ihm abwenden.

Er lächelte sie an. »Wann möchten Sie essen und welche Wünsche haben sie?«

Dich, dachte sie, dich würde ich gerne zum Abendessen vernaschen. »Sie kennen sicher ›Dinner for One‹?«

»Natürlich.«

»Die Dame darin wollte nicht allein essen.« Sandrien nestelte nervös an ihrer kurzen, zweireihigen Perlenkette. Sie fühlte sich wie ein junges Mädchen vor ihrem ersten Rendezvous, was wohl daran lag, dass sie drei Jahre lang mit Victor liiert gewesen war und in dieser Zeit natürlich keine Verabredungen mit anderen Männern gehabt hatte. Ausgegangen waren sie nur in der Anfangszeit ihrer Beziehung, später hatte Victor keine Lust dazu gehabt.

»Sie meinen damit, ich darf mit Ihnen gemeinsam essen?«, fragte er. Erstaunen lag in seinem Blick. Sie könnte versinken in diesen wunderbaren blauen Augen.

Sandrien nickte. »Oui, das wäre mir sehr recht.«

»Es ist mir eine Ehre, Madame. Doch sollte ich mich zuvor waschen und umziehen.« Sein Lächeln war umwerfend.

Benoit trat neben ihn. »Kein Problem, ich kann das Kochen für dich übernehmen, falls nötig.«

Dante lächelte. »Das ist bereits vorbereitet. Ich hätte Ratatouille aus dem Slow Cooker anzubieten. Das braucht noch etwa ein Stündchen.«

Positiv überrascht sah Sandrien ihn an. »Nun, eigentlich wollte ich ohnehin zuerst baden und Ratatouille wäre mir sehr recht. Das ist zufällig eines meiner Lieblingsgerichte. Und wenn Sie ebenfalls mit mir essen könnten, Monsieur Prevet, wäre ich hocherfreut.«

Er schenkte ihr ein charmantes Lächeln, das seine grünen Augen erreichte. »Nichts lieber als das.«

Ein Bad, ihr Lieblingsessen, angenehme männliche Gesellschaft, auch wenn es sich nur um ihre Angestellten handelte … Offenbar war ihr Geburtstag doch noch gerettet.

Sandrien trank den Rest in ihrem Glas auf einen Zug aus.

»Möchten Sie später noch ein Glas oder lieber etwas anderes? Heiße Schokolade zum Beispiel?«, fragte Benoit, der inzwischen ihre Vorlieben kannte.

»Ja, warum nicht beides? Natürlich in der Badewanne.« Sandrien fühlte sich mit einem Mal beschwingt. Sie erhob sich, betrat das Haus und lief durchs Wohnzimmer und den kleinen Flur ins geräumige hellgrüne Badezimmer. Entzückt stellte sie fest, dass Benoit ihr kleine Teelichte auf den Badewannenrand gestellt hatte. Rosenblütenblätter schwammen im nach Rosen duftenden Badewasser. Wie aufmerksam er doch war! Sie sollte ihm den morgigen Nachmittag freigeben. Vielleicht hatte er ja eine Freundin in der Stadt, die er besuchen wollte.

Sandrien nahm ein dickes, flauschiges, hellgrünes Badetuch aus dem Schrank und legte es griffbereit auf das kleine Regal neben der Wanne. Sie ließ sich auf den mit weißem Plüsch bezogenen Hocker nieder, löste die Strumpfbänder und rollte die schwarzen Seidenstrümpfe herab. Dann erhob sie sich und öffnete das schwarze Bustier, das ihre Oberweite so schön betonte, und zog auch den knappen schwarzen Slip herunter. Diese aufreizende Wäsche hatte sie erst nach der Trennung von Victor erworben. Er hatte darauf keinen Wert gelegt.

Auch die Perlenkette nahm sie ab. Diese und die Strümpfe legte sie auf das Sideboard. Ihre restliche Kleidung warf sie in den silbernen Wäschesammler und stieg endlich in das herrlich duftende Nass. Das warme Wasser umschloss ihren nackten Leib wie eine Liebkosung.

Entspannt lehnte sie sich zurück. Durch die Bewegung umspielte der duftende Schaum ihre Brüste, die halb aus dem Nass emporragten. Ihre Nippel stellten sich auf. Tief atmete sie den wunderbaren Duft ein. War das eine Wohltat nach der langen Arbeitswoche!

Sogar einen großen Naturschwamm, ihr Rasierzeug, ihre beiden Flaschen Shampoo, den Conditioner mit Aprikosenduft, den sie so liebte, ihre Savon de Marseille und eine Schale mit Grand-Marnier-Trüffeln standen bereit. Sandrien nahm gleich eine Praline und ließ die Zartbitterschokolade auf ihrer Zunge schmelzen, bis sie den Bitterorangenlikör freigab. Sie würde noch zunehmen, wenn sie sie weiterhin so verwöhnten.

Es klopfte an der Tür. »Ich habe den Sekt und die heiße Schokolade«, erklang die Stimme ihres Butlers.

Sie schloss beim Baden nie ab. Victor hatte das nicht gemocht und später hatte es für sie auch keinen Grund dazu gegeben. Ihre Angestellten besaßen ihr eigenes Bad und störten sie nicht.

»Kommen Sie herein«, sagte Sandrien beherzt.

Benoit betrat das Badezimmer mit einem kleinen Silbertablett. Abrupt blieb er stehen und starrte sie perplex an. Kurz verweilte sein Blick auf ihren Brüsten, dann wandte er ihn ab.

»Es tut mir außerordentlich leid, Madame. Ich wusste nicht, dass sie sich bereits in der Wanne befinden. Ich bitte Sie um Vergebung. Hätte ich das …«

»Stellen Sie das Tablett bitte hier neben der Badewanne ab. Wenn Sie schon mal hier sind, können Sie mir gleich den Rücken schrubben.«

Für einen kurzen Moment schien er unsicher zu sein, was er tun sollte, doch dann schloss er die Tür hinter sich und trat näher. Dabei richtete er seinen Blick auf den Boden. Vorsichtig stellte er das Tablett auf der gefliesten Fläche hinter dem Badewannenrand ab.

Benoit griff nach dem Schwamm und befeuchtete ihn im Badewasser. Sandrien beugte sich leicht vor, damit er ihren Rücken erreichen konnte.

Sanft kreisend rieb er mit dem Schwamm über ihre Haut. Dabei ging er äußerst gründlich zu Werke. Es fühlte sich einfach himmlisch an. Ihre Haut lechzte nach Berührungen. Sandrien schloss die Augen und wünschte sich, es wären seine Hände, die sie liebkosten.

Ein Seufzen kam über ihre Lippen. Doch dann zog Benoit bedauerlicherweise den Schwamm zurück. Sandrien öffnete ihre Augen und sah ihn an. Sein Blick war dunkler geworden.

Er räusperte sich. »Brauchen Sie noch etwas, Madame?«

»Im Moment nicht. Wir werden ja gleich essen.«

»Sehr wohl, Madame.«

In diesem Moment hasste sie seine Förmlichkeit. Er war ja so süß. Am liebsten hätte sie ihn mitsamt seiner Kleidung in die Badewanne gezogen und dann geküsst, bis er nicht mehr wusste, warum er hier war.

Doch sie unternahm nichts und blickte ihm nur nach, wie er den Raum verließ. Seufzend lehnte sie sich wieder zurück. Sie hätte ihn bitten sollen, ihr auch andere Körperstellen zu waschen, doch vermutlich würde er danach kündigen. Benoit war immer so pflichtbewusst und korrekt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte sie ihn bereits jetzt an seine Grenzen geführt.

Er war außerhalb ihrer Reichweite. Zudem ließ sich kein Mann mit einer Akademikerin ein, es sei denn, er war selbst einer und noch dazu höher gestellt als sie. Doch bei Victor hatte das nichts genutzt. Schließlich war auch er Rechtsanwalt in einer anderen Kanzlei, doch leider hatte sie ihn später beruflich überholt. Sandrien hatte das nichts ausgemacht – im Gegensatz zu Victors Ego. Es war also kein Wunder, dass er sich mit seiner Sekretärin eingelassen hatte.

Ihre Cousine, eine erfolgreiche Ärztin, klagte über genau dieselben Schwierigkeiten, einen Partner zu finden. Daher versuchte Sandrien sich mit ihrem Singledasein zu arrangieren, doch wollte sie in den nächsten Jahren Kinder.

Sie enthaarte ihre Beine und die Achselzone. Sie entfernte auch die Härchen an ihrer Vulva sorgfältig, die dadurch empfindsamer wurde. Auch optisch fand sie diese samtig-glatt ansprechender. Außerdem war es einfach ein schönes Gefühl, wenn Luft rankam.

Sandrien rieb kurz mit der Savon de Marseille über den Schwamm und ließ ihn anschließend über ihren Leib gleiten, bis sie sich sauber fühlte.

---ENDE DER LESEPROBE---