1,99 €
"Du kannst einige Zeit bei uns unterkommen." Kaum hat die hübsche Sophie Tenner diese Worte ausgesprochen, erfasst sie ein ungutes Gefühl. Schon auf dem Gymnasium ist Luisa Garth alles andere als ihre Freundin gewesen - doch Sophie meint, die junge Frau nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus nicht sich selbst überlassen zu dürfen, denn sie wäre sonst obdachlos. Also nimmt Sophie sie erst einmal mit in die Familienvilla, die sie mit ihrem Mann Daniel und den kleinen Zwillingen bewohnt ...
In den nächsten Wochen macht sich Luisa in der Villa Tenner unentbehrlich, und gerade die Kinder hängen bald sehr an ihr. Auch wenn Sophie sich das Unbehagen nicht erklären kann, das sie selbst in Luisas Nähe empfindet, ahnt sie nicht, was diese Frau im Schilde führt. Das wird erst offenbar, als Notärztin Dr. Bergen und ihr Team eines Nachts zu den Tenners gerufen werden. Aber da scheint es für Sophie schon zu spät zu sein ...
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2018
Cover
Impressum
Die Feindin im Haus
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Emir Memedovski / iStockphoto
Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-6185-8
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Wie gruselig! Noch immer läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich an den gestrigen Nachmittag denke. Meine Tochter Franzi hatte einen Termin bei ihrem Zahnarzt Dr. Tenner – und ich eine Begegnung der anderen Art! Denn uns öffnete eine Frau, die Daniel Tenners Ehefrau Sophie täuschend ähnlich sah: die gleiche Haarfarbe, die gleiche Frisur – und wenn ich mich nicht irre, trug sie auch ein Kleid, das Sophie Tenner gehört! Auf meine Frage hin erklärte Daniel mir dann, dass es sich bei der jungen Frau um eine ehemalige Schulkameradin von Sophie handelt, die für eine Weile bei ihnen wohnt und sich um die Kinder kümmert. Doch ich weiß inzwischen, dass diese Luisa Garth noch vor Kurzem ganz anders ausgesehen hat! Nun lässt mich eine böse Ahnung nicht mehr los: Will Luisa etwa Sophies Platz einnehmen?
Oh mein Gott! Gerade ist aus der Villa Tenner ein Notruf eingegangen! Eine der beiden Frauen soll leblos aufgefunden worden sein: Sophie …
Fassungslos starrte Luisa auf das Display des Geldautomaten: Keine Auszahlung möglich.
Der Automat spuckte die Kreditkarte aus. Luisa griff danach und versuchte es noch einmal. Vielleicht hatte sie die falsche PIN eingegeben.
Keine Auszahlung möglich.
»Mist!«, fluchte sie leise. Hatte sie das Limit überschritten?
Nein, das konnte nicht sein. Vergangene Woche waren fast fünftausend Euro auf dem Konto gewesen, und sie war ganz sicher, dass weder Frank noch Mareike bisher größere Anschaffungen gemacht und damit das Konto belastet hatten. Mareike sowieso nicht – sie war dazu im Moment überhaupt nicht in der Lage –, und Frank hätte es ihr sicher erzählt. Für ihn war sie im Augenblick die einzige Vertraute.
»Brauchen Sie noch lange?«, vernahm sie eine ungeduldige Stimme hinter sich. Ein junger Mann grinste sie frech an, als sie sich umdrehte. »Sie können den Geldautomaten nicht hypnotisieren. Wenn keine Kohle mehr da ist, gibt es auch keine mehr.«
Luisa warf ihm einen finsteren Blick zu und ging an ihm vorbei in die Bank zum Schalter. Auf einem kleinen Messingschild stand der Name des Bankangestellten: Henning Gerlach.
»Meine Karte funktioniert nicht.« Luisa reichte ihm Mareikes Karte durch den schmalen Spalt in der Sicherheitsscheibe.
Henning Gerlach nahm sie und drehte sie hin und her, bevor er den Kopf hob.
»Sie sind Frau Hansen?«, vergewisserte er sich. »Mareike Hansen?«
Lächelnd reichte Luisa dem Mann Mareikes Personalausweis. Mit einer Kopfbewegung warf sie ihr schulterlanges Haar zurück. Es hatte die gleiche Farbe und Länge wie Mareikes Haar. Luisa sah der Frau auf dem Passfoto verblüffend ähnlich.
Henning Gerlach betrachtete das Foto eine ganze Weile und schaute ihr zwischendurch prüfend ins Gesicht.
Allmählich hatte Luisa das Gefühl, als würde sich das Lächeln auf ihrem Gesicht einbrennen.
Endlich gab er ihr den Personalausweis zurück und trat an den Computer. Er tippte etwas ein und kam kurz darauf zum Schalter zurück. Wieder lag Misstrauen in seinem Blick.
»Sie haben die Karte selbst sperren lassen!«
Luisa hatte gelernt, mit solchen Situationen umzugehen. Nach einer kurzen Schrecksekunde schlug sie sich mit einer Hand gegen die Stirn.
»Das habe ich völlig vergessen«, behauptete sie. »Ich dachte, die Karte wäre gestohlen worden, dabei hatte ich sie nur verlegt.«
»Vergessen?« Hennig Gerlach wirkte nicht überzeugt. »Sie haben die Karte erst vor einer halben Stunde sperren lassen.«
»Ja, ich weiß.« Luisa nickte. Dann drehte sie sich einfach um und ging.
***
»Du kannst hier warten«, sagte Franzi und schielte zu dem Jungen hinüber, der auf seinem Smartphone herumtippte und versuchte, möglichst cool zu wirken.
»Natürlich.« Andrea Bergen nickte ernsthaft, auch wenn sie sich insgeheim amüsierte.
Kurz darauf kam Dr. Tenner zusammen mit seiner Frau aus dem Behandlungszimmer. Der Zahnarzt hatte einen Arm um die Schulter seiner Frau gelegt und drückte sie mit einem zärtlichen Lächeln an sich.
»Bis später«, verabschiedete er sich.
»Bis später!« Sie schmiegte sich kurz an ihn. Als sie sich umdrehte, erblickte sie Andrea.
»Frau Dr. Bergen!« Sophie Tenner kam mit ausgestreckter Hand und einem erfreuten Lächeln auf die Notärztin zu.
Andrea stand auf und erwiderte den Gruß.
»Haben Sie Zahnschmerzen?«, erkundigte sich Sophie Tenner mitfühlend.
Andrea Bergen schüttelte den Kopf und wies auf ihre Adoptivtochter. »Das ist meine Tochter Franzi. Sie hat heute ihren Kontrolltermin.«
»Den hatte ich auch gerade.« Sophie lachte und begrüßte Franzi. »Hast du etwas dagegen, wenn ich deine Mutter mitnehme und mit ihr einen Kaffee trinke?«
Franzi schüttelte den Kopf.
»Ich kann auch …«, begann Andrea, aber Franzi ließ sie nicht ausreden und winkte ab. »Geh ruhig, ich bin ja kein Baby mehr.«
Andrea war unschlüssig, wollte ihre Tochter nicht im Stich lassen. Doch dann bemerkte sie, dass Franzi dem Jungen wieder einen verstohlenen Blick zuwarf und es wahrscheinlich kaum erwarten konnte, dass ihre Mutter verschwand. Ihre Kleine begann sich für Jungen zu interessieren, und da war eine fürsorgliche Mutter wahrscheinlich nur peinlich.
»Bis später«, sagte Andrea und folgte Sophie.
Auf dem Weg vom Anbau zu den privaten Wohnräumen der Tenners sagte Sophie lachend: »Ich muss doch unbedingt den neuesten Krankenhaustratsch erfahren.«
Andrea schmunzelte. »Ich habe schon gehört, dass Sie ab Montag wieder bei uns im Elisabeth-Krankenhaus arbeiten.«
»Lenny und Marie werden am Wochenende vier Jahre alt.« Sophie seufzte tief auf. »Ich liebe meine Kinder über alles. Wirklich!«, bekräftigte sie. »Trotzdem freue ich mich auf meine Arbeit.«
Andrea hatte diese Phase der Mutterschaft nie erlebt. Sie selbst konnte keine Kinder bekommen, deshalb hatten Werner und sie Franzi adoptiert. »Wir freuen uns, dass sie zurückkommen. Und ich finde, jede Frau hat das Recht, sich auf ihre Arbeit zu freuen, wenn die Kinder gut versorgt sind.«
»Die Zwillinge haben einen Kindergartenplatz, außerdem habe ich die beste Hilfe, die ich mir vorstellen kann.« Sophie strahlte die Frau an, die gerade in die Küche kam und ihr die Kaffeekanne aus der Hand nahm.
»Das ist Martyna Kowalczyk«, stellte Sophie vor. »Und das ist Dr. Andrea Bergen. Sie ist Notärztin im Elisabeth-Krankenhaus.«
»Und bin ich die Haushälterin«, stellte Martyna klar. Ihr starker osteuropäischer Akzent verriet, woher sie kam. »Koche ich Kaffee, und Sie sitzen gemütlich in Wohnzimmer und unterhalten sich.«
Sophie und Andrea nahmen im Wohnzimmer Platz, während Martyna nebenan in der Küche hantierte. Kurz darauf servierte sie Kaffee und eine Schale Gebäck. Als Sophie ihr anbot, sich zu ihr und Andrea zu setzen, winkte sie ab.
»Hab ich Kindern versprochen, zu kochen ihr Lieblingsessen.« Und schon eilte sie hinaus.
»Sie ist wirklich eine Perle«, stellte Andrea fest.
»Ohne sie würde hier nichts laufen, und ich könnte die Rückkehr in meinen Beruf vergessen. Die Kinder lieben Martyna, und wenn ich außerhalb der Kindergartenzeiten Dienst habe, weiß ich die beiden bei ihr in besten Händen.« Sophie breitete lachend die Arme aus. »Mein Leben ist einfach perfekt!«
***
»He, Simone, ich habe mal eine Frage!« Grinsend kam Nils aus dem Schwesternzimmer. Er war im dritten Ausbildungsjahr, während Simone ihre Ausbildung zur Krankenschwester gerade erst begonnen hatte.
Simone stöhnte hörbar auf, blieb aber stehen. »Schon wieder ein Veganerwitz?«
»Nein, nur eine Frage.« Nils plusterte sich auf, weil die Glasscheibe zum Gang offen stand, und die beiden Krankenschwestern Gundi und Assisa jedes Wort hören konnten.
Zu allem Überfluss kam jetzt Dr. Anger dazu. Simone konnte den Oberarzt der Chirurgie nicht besonders gut leiden, doch Nils ließ sich durch die Anwesenheit des Arztes nicht stören.
»Wenn in meiner Nachbarschaft jemand grillt und ich das rieche, läuft mir jedes Mal das Wasser im Mund zusammen.« Nils machte eine kurze Pause, das Grinsen auf seinem Gesicht wurde breiter. »Geht es Veganern auch so, wenn jemand in der Nachbarschaft Rasen mäht?«
Dr. Helmut Anger lachte meckernd und klopfte Nils anerkennend auf die Schulter.
»Guter Witz«, lobte er.
Simone hätte gern widersprochen, aber sie hatte Angst vor Dr. Anger. Zu oft hatte sie in der kurzen Zeit ihrer Ausbildung erlebt, wie intrigant und rachsüchtig er sein konnte.
»Du hast offensichtlich nichts zu tun!« Niemand hatte bemerkt, dass Schwester Assisa aus dem Schwesternzimmer gekommen war. Die stämmige indische Pflegerin baute sich vor Nils auf und stemmte die Hände in die Taille.
»Die Patienten in Zimmer 212 und 217 wurden heute entlassen. Alle Betten müssen abgezogen, abgewaschen und desinfiziert werden. Ebenso die Nachtschränkchen. Danach alle Betten wieder frisch beziehen. Du kennst das ja.«
Nils zog die Brauen zusammen. »Das machen die Anfänger.« Er wies auf Simone. »Ich bin im letzten Ausbildungsjahr.«
Assisa zog eine Augenbraue in die Höhe.
Fasziniert starrte Simone die Kollegin an. Das werde ich später vor dem Spiegel üben, nahm sie sich fest vor.
»Stimmt, du bist in der Ausbildung.« Assisa hatte sich Zeit gelassen mit ihrer Antwort. »Und genau deshalb wirst du das machen, was ich dir gesagt habe.«
Nils stieß einen Laut aus, der seinen Unmut deutlich verriet. Dabei starrte er Simone so wütend an, als wäre sie für alles verantwortlich.
Diesmal grinste Simone ihn an. »Viel Spaß!«, wünschte sie und setzte ihren Weg fort.
***
Luisa parkte gleich hinter Frank und wunderte sich darüber, dass er um diese Zeit schon zu Hause war. Erst als sie aus dem Wagen stieg, erblickte sie die Koffer vor der Haustür. Es waren ihre Koffer!
Ihre Miene verfinsterte sich. Sie beschleunigte die Schritte, blieb neben ihrem Gepäck stehen.
»Das könnt ihr mit mir nicht machen!«, stieß sie hervor. Sie nestelte an ihrem Schlüsselbund, suchte mit vor Wut zitternden Fingern nach dem Hausschlüssel.
Er passte nicht!
Luisa versuchte noch einmal, ihn ins Schloss zu stecken, und dann ein weiteres Mal – vergebens. Ihr Verstand weigerte sich zu begreifen, was offensichtlich war.
Das war Mareikes Werk, da war Luisa sich ganz sicher. Mareike drängte schon seit Tagen darauf, dass sie endlich verschwand. Bisher hatte Frank sich schützend vor Luisa gestellt und immer wieder versucht, seiner Frau klarzumachen, wie dankbar sie Luisa sein mussten. Sie kümmerte sich schließlich um die zweijährige Clara, während Mareike allmählich völlig die Kontrolle über sich verlor.
Ob Frank gar nicht mitbekommen hatte, dass Mareike Luisas Koffer gepackt und einfach vor die Tür gestellt hatte. Wusste er nichts vom Austausch des Türschlosses?
Es war kaum vorstellbar, dass er das nicht bemerkt hatte, aber noch weniger mochte Luisa glauben, dass er das seiner Frau durchgehen ließ. Sie klingelte, wartete eine Weile, doch nichts passierte.
Noch einmal versuchte sie es, aber auch diesmal öffnete ihr niemand die Tür.
Luisa gab nicht auf. Irgendwann musste Frank sie doch hören …
Das Fenster im ersten Stock genau über der Tür wurde geöffnet. Luisa trat einen Schritt zurück und sah Frank oben am offenen Fenster stehen. Seine Miene war eisig, der Klang seiner Stimme ebenso unmissverständlich wie das, was er ihr zurief: »Verschwinde! Und lass dich nie wieder bei uns blicken!«
»Das kannst du nicht machen!« Luisa schüttelte fassungslos den Kopf. »Nach allem, was ich für euch getan habe!«
Frank knallte das Fenster zu. Eine deutlichere Antwort konnte er ihr nicht geben.
»So nicht!« Luisa presste den Finger auf den Klingelknopf, vernahm das durchdringende Schrillen hinter der Tür. Plötzlich brach es ab. Offensichtlich hatte Frank die Klingel abgestellt.
»Lasst mich rein!« Wütend klopfte Luisa gegen die Tür.
Sie erhielt keine Antwort mehr, und irgendwann musste Luisa einsehen, dass sie auf der ganzen Linie verloren hatte.
***
»Wie war dein erster Tag im Krankenhaus?« Daniel nahm sie in die Arme.
Sophie schmiegte ihr Gesicht an seine Brust. Tief seufzte sie auf, dann hob sie den Kopf und schaute ihrem Mann in die Augen. »Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich es genossen habe, keine Kinderkleider zu bügeln, Fischstäbchen zu braten oder Malbücher mit den Kleinen auszumalen?«
»Dafür haben Sie mich!« Martyna, die gerade den Raum betrat, hatte ihre Worte offensichtlich gehört. Sie trug einen Stapel Teller in der Hand und deckte den Tisch. »Kann ich bügeln wie verrückt«, fuhr sie dabei fort. »Esse ich auch gern Fischstäbchen, und die Kinder gehen lieber mit mir auf Spielplatz, als zu malen in Malbuch.« Sie hatte den letzten Teller auf den Tisch gestellt und richtete sich auf. »Sind Sie keine schlechte Mutter, weil Sie arbeiten.« Martyna schüttelte den Kopf. »Glückliche Mutter, glückliche Kinder.«
Daniel lachte, stimmte der Haushälterin aber zu. »So sehe ich das auch.«
»Habe ich immer gearbeitet.« Martyna zuckte mit den Schultern. »Hat meinen Kindern nicht geschadet. Sind beide gute Kinder.«
Sophie musste daran denken, wie sehr sich ihr eigenes von Martynas Leben unterschied. Sie selbst durfte ihren Beruf ausüben, während Martyna nach dem Tod ihres Mannes bei fremden Leuten hatte putzen müssen, um den Lebensunterhalt für sich und die beiden Kinder zu verdienen.
Inzwischen waren die beiden erwachsen. Martynas Tochter studierte Jura, ihr Sohn Andrzej besaß einen eigenen Gartenbaubetrieb. Andrzej hielt den Garten der Tenners in Ordnung, und über ihn hatte Sophie Martyna kennengelernt.
»Ihre Kinder sind toll«, versicherte Sophie. »Ich habe Aneta zwar nur wenige Male gesehen, aber ich finde sie sehr sympathisch. Und Ihr Sohn …« Sophie wies durch die Terrassentüren nach draußen. »Das wäre ein Dschungel ohne Andrzej.«
Martyna nickte stolz und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. »Hol ich jetzt Ihre Kinder, und dann gibt es Abendessen.«
Sophie schüttelte den Kopf. »Die Zwillinge hole ich, während Sie sich um das Abendessen kümmern. Und ich möchte, dass Sie einen fünften Teller auf den Tisch stellen.«
Schon oft hatte Sophie der Haushälterin angeboten, zusammen mit der Familie zu essen, aber Martyna behauptete jedes Mal, das schicke sich nicht. Als Hausangestellte sei ihr Platz in der Küche.
Diesmal war es Daniel, der ihr widersprach. »Sie sind nicht nur eine Hausangestellte, Sie gehören zur Familie.«
»Genau«, nickte Sophie. »Wir wüssten beide nicht, wie wir ohne Sie zurechtkommen.«
