1,99 €
Ich sehe die Angst in deinen Augen! - Warum die schöne Lucy bis zur letzten Minute an ihrem Liebsten zweifelte
Noch Stunden nachdem die Polizisten ihren Verlobten Paul verhaftet und abgeführt haben, sitzt die schöne Lucy reglos in ihrem Wohnzimmer. Lucy kann es nicht fassen: Paul soll das Monster sein, das nun schon die dritte Frau in der Stadt überfallen und getötet hat - erst das junge Mädchen aus der Nachbarschaft, dann Kyra, die Verlobte ihres Bruders, und nun Lucys beste Freundin Sina? Doch an Pauls Schuld ist kein Zweifel möglich, in seinem Firmenwagen wurden DNA-Spuren der ermordeten Frauen nachgewiesen!
Und ich bin mitschuldig am Tod meiner Freundinnen und all dem Leid, denkt Lucy verzweifelt. Denn ich habe Paul den Menschen vorgestellt, die ich liebe!
In ihrer Not vertraut Lucy sich Dr. Andrea Bergen an - nicht ahnend, dass die Notärztin dadurch in den Fokus des wahren Mörders gerät! Sie soll sein nächstes Opfer sein ...
***
Sie ist ein Mensch, dessen Leben den Kranken gehört. Aber auch eine Frau mit Wünschen und Sehnsüchten nach Liebe und Geborgenheit. Spannungsreich, doch auch bewegend sind die Geschichten um Andrea Bergen und ihre Arbeit am Elisabeth-Krankenhaus. Es sind Geschichten, die das Leben schrieb: voller Menschlichkeit und Herzensgüte, doch auch von Schicksalsschlägen und Trauer.
Genießen Sie alle 14 Tage eine neue, bewegende Geschichte rund um die starke 'Notärztin Andrea Bergen'.
Jede Folge ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen Folgen der Serie gelesen werden.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2018
Cover
Impressum
Ich sehe die Angst in deinen Augen!
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: AntonenkoS / shutterstock
Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-7156-7
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Eine Mordserie an schönen, jungen Frauen hat die Stadt wochenlang in Atem gehalten, und erst jetzt, nach der Festnahme eines dringend Tatverdächtigen, scheint sich die Angst, die umgegangen ist, allmählich zu legen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich das Angebot des freundlichen Mannes, mich nach dem Dienst nach Hause zu bringen, angenommen habe. Schließlich kenne ich ihn von seinen Besuchen bei der Patientin Sina Benn. Doch während ich nun neben ihm durch die Nacht fahre, beschleicht mich ein zunehmend ungutes Gefühl: Wieso war Sinas Bekannter gleich zur Stelle, als mein Auto mit einer Panne liegen blieb? Und spielt jetzt nicht ein hämisches Grinsen um seinen Mund? Kann es sein, das Lucy Veltens Verlobter Paul Marquardt, den die Polizei verhaftet hat, gar nicht der gesuchte Mörder ist – sondern …
Als mir klar wird, dass der Mann mich nicht nach Hause, sondern auf das Gelände der verlassenen Gärtnerei bringt, wo schon zwei Frauen ermordet wurden, habe ich grausige Gewissheit: Ich soll die Nächste sein …
»Danke, Jungs, ohne euch hätte ich das nicht geschafft!« Stolz betrachtete Leon Velten die neue Küche, die er zusammen mit seinen Freunden aufgebaut hatte. Leicht war es nicht gewesen, und sie hatten dafür länger gebraucht, als er gedacht hatte.
»Gerne haben wir das nicht gemacht.« Ben grinste und stieß Achim an, der neben ihm stand und einen Schluck aus der Bierflasche nahm.
»So ist es«, stimmte Achim zu. »Wir haben dir zwar geholfen, aber wir sind immer noch sauer, weil du uns einfach so verlässt.«
Leon lachte. »Es war eine tolle Zeit mit euch, doch jetzt freue ich mich auf mein gemeinsames Leben mit Kyra.«
Er hatte Ben und Achim während des Studiums kennengelernt. Sie hatten zusammen eine WG gegründet und waren im Laufe der Jahre so gute Freunde geworden, dass sie auch nach dem Studium in der gemeinsamen Wohnung geblieben waren. Sie alle hatten immer wieder Beziehungen gehabt, aber Leon war der Erste, der aus der Wohngemeinschaft auszog.
»Am Wochenende verlässt er uns für immer.« Ben legte den Kopf auf Leons Schulter und schluchzte in gespielter Verzweiflung auf. »Wie kannst du uns das antun? Wie sollen wir ohne dich weiterleben?«
Leon schmunzelte. »Ich ziehe nur aus, doch wir werden uns weiterhin sehen, zusammen zu Fußballspielen gehen und miteinander feiern. Es ändert sich also nicht viel, wir wohnen nur nicht mehr zusammen.« Er schwieg sekundenlang, seine Miene wurde ernst. »Und ich kann mir ein Leben ohne Kyra nicht mehr vorstellen. Sie ist die Frau, mit der ich Kinder haben und alt werden will.«
»Das ist Liebe«, seufzte Ben.
Leon lachte wieder. »Ja, das ist Liebe. Und irgendwann erwischt es euch beide auch. Aber so leid es mir tut, Jungs, jetzt muss ich euch rauswerfen. Oder ihr bleibt hier und trinkt noch ein Bier auf Kyra und mich. Ich muss los, Kyra abholen. Seit die Frau in der Nähe der Gärtnerei umgebracht wurde, lasse ich sie im Dunkeln nicht mehr allein zur Haltestelle gehen.«
Seine Freunde waren ebenfalls ernst geworden.
»Ja, das würde ich an deiner Stelle auch machen«, sagte Achim. Er stieß Ben an. »Bleiben wir, oder machen wir uns auf den Heimweg?«
»Wir fahren nach Hause«, bestimmte Ben. »Das Bier nehmen wir mit.«
»Ich bringe Kyra nach Hause, danach komme ich auch in die WG.« Leon lächelte. »Ein paar gemeinsame Tage haben wir ja noch. Aber jetzt muss ich wirklich los. Kyra wartet bestimmt schon auf mich.«
***
»Lana Stylz will unsere Mode in ihrem Blog präsentieren«, rief Sina Benn aufgeregt.
Lucy Velten, die an einem ihrer Entwürfe saß, hob den Kopf und starrte ihre beste Freundin sekundenlang fassungslos an. Dann hielt es sie nicht mehr auf ihrem Stuhl. Die beiden Frauen stießen Freudenschreie aus und tanzten durch den Laden.
»Lana Stylz«, murmelte Lucy andächtig, nachdem Sina und sie sich ein wenig beruhigt hatten. »Eine der angesagtesten Influenzerinnen.«
»Wenn sie unsere Mode präsentiert, werden die Kundinnen unseren Laden stürmen.«
Die Freundinnen hatten einen kleinen Laden in der Innenstadt gemietet und fantasievoll eingerichtet. Hier verkauften sie nicht nur ihre Mode, hier entwarfen sie auch ihre eigenen Modelle. Ein großer Tisch stand in der Mitte des Ladens. Hier wurde entworfen, geschneidert und genäht.
Ihre Stammkundinnen – und davon hatten sie inzwischen einige – fanden die Anprobe der neuesten Modelle inmitten des kreativen Prozesses spannend.
»Bis Lana unsere Sachen präsentiert, muss der Shop endlich online sein«, erklärte Lucy. »Und wir brauchen neue Accessoires, um die Sachen richtig zu präsentieren.«
»Wir brauchen dringend Fotos.« Sina wurde nachdenklich. »Eigentlich wäre es toll, wenn die Sachen getragen werden, wenn wir sie fotografieren.«
»Wir können uns keine Models leisten«, gab Lucy zu bedenken. »Noch nicht.«
»Wir brauchen doch keine professionellen Models.« Sina postierte sich vor dem großen Spiegel, der gleich neben der Umkleidekabine an der Wand hing.
»Wir beide sehen toll aus.« Sie stimmte in Lucys Lachen ein, sprach aber weiter. »Und wir können Kyra fragen. Die ist auch sehr hübsch und hat eine tolle Figur.«
»Kyra macht da bestimmt mit.« Lucy betrachtete ihre Freundin. Sie konnte sich sehr gut vorstellen, dass Sina ihre Mode präsentierte. Sie war groß, schlank und hatte wundervolle rote Haare.
Auch Kyra, die Freundin ihres Bruders, war groß und schlank. Ihre dunklen Locken trug sie meist hochgesteckt. Offen reichten sie ihr bis zur Taille.
»Ich kann mich nicht mit euch zusammen fotografieren lassen.« Lucy schüttelte den Kopf. »Ein blonder Schlumpf neben zwei großen, schönen Frauen.«
»Wie redest du über meine beste Freundin?« Mit gespielter Empörung stemmte Sina die Hände in die Taille. »Du bist eine wunderschöne blonde Elfe. Du bist so zart und schön, dass nicht nur alle Männer, sondern auch die Frauen nur den Wunsch haben, dich zu beschützen.«
Lucy grinste. »Du kannst ruhig weiterreden, ich höre dir gerne zu.«
Sinas Miene wurde ernst. »Das sind keine Schmeicheleien, und das weißt du auch.«
Tatsächlich war Sina oftmals brutal ehrlich. Lucy hatte die Erfahrung selbst oft genug machen müssen. Deshalb freute sie sich umso mehr über das Kompliment ihrer Freundin.
Als Sina um den großen Zeichentisch herumkam, drehte Lucy ganz schnell den Block mit dem Entwurf herum, an dem sie gearbeitet hatte.
Sinas Blick wurde misstrauisch. »Was versteckst du da vor mir?«
»Ich verstecke nichts«, behauptete Lucy und versuchte, den Block festzuhalten, als ihre Freundin danach griff.
Sina ließ nicht los. »Und warum darf ich das nicht sehen?«
Lucy seufzte tief auf und drehte den Block wieder um. »Deshalb«, sagte sie.
Sina schaute sich die Zeichnung an. Sie lächelte, als sie aufschaute. »Dein Brautkleid?«
Lucy nickte.
»Das ist wundervoll«, sagte Sina herzlich. »Und du musst mich nicht schonen. Ich gönne dir dein Glück mit Paul von Herzen. Außerdem bin ich deine Trauzeugin. Es wäre schön, wenn du mich in deine Hochzeitsvorbereitungen mit einbeziehst.«
Lucy atmete tief durch. »Tut mir leid«, entschuldigte sie sich. »Ich wollte dich nicht ausschließen. Ich hatte Angst, dass dich das zu sehr an Oliver erinnert.«
Sina zuckte mit den Schultern. »Die Sache ist vorbei. Ich habe mich damit abgefunden.«
Das klang ziemlich abgeklärt, doch Lucy wusste genau, wie sehr ihre Freundin darunter litt, dass Oliver sie wegen einer anderen verlassen hatte. Erst vor zwei Monaten hatte Sina noch gesagt, dass er die große Liebe ihres Lebens sei. Und jetzt war alles vorbei.
Niemand hatte damit gerechnet, am wenigsten Sina selbst.
Lucy versuchte, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn ihr so etwas mit Paul passieren würde. Unmöglich! Paul würde ihr so etwas nie antun. Er besaß ihr uneingeschränktes Vertrauen. Lucy liebte ihn, er war ihr Leben, und sie wusste, dass er sie genauso liebte.
»Hast du heute Abend schon etwas vor?«, fragte Sina. »Wie wäre es mit einem leckeren Salat und einem Schlummertrunk bei Ute?«
Bei Ute war ein Bistro nicht weit von ihrem Laden entfernt. Sie kehrten dort oft ein. Das Essen war gut, preiswert, und Ute, die Besitzerin des Bistros, war eine ihrer besten Kundinnen.
Grundsätzlich war das eine gute Idee, Lucy zögerte trotzdem mit einer Antwort. Sie hatte Paul die ganze Woche nicht gesehen, und er wollte heute Abend aus Frankfurt zurückkommen.
Während sie überlegte, kam seine SMS: Schaffe es heute leider nicht mehr. Wir sehen uns morgen. Ich liebe dich! Paul
»Okay«, sagte Lucy zu Sina. »Gehen wir zu Ute.«
***
Zum ersten Mal seit dem Mord war Kyra allein in der Gärtnerei.
Die Leiche war ganz in der Nähe gefunden worden. So nah, dass die Polizei sogar sie und die Kollegen befragt hatte, ob jemandem etwas Ungewöhnliches aufgefallen war.
Die Gärtnerei lag ein wenig außerhalb der Stadt, die nächste Bushaltestelle war einen zehnminütigen Fußweg entfernt und führte durch ein Waldstück.
Bisher hatte Kyra sich über Leon lustig gemacht, weil er seit dem Mord darauf bestand, sie abends abzuholen. Heute Abend wünschte sie sich, er würde endlich kommen.
Draußen war es bereits dunkel, und in dem Gewächshaus, das als Verkaufsraum diente, brannte nur das Licht im Eingangsbereich. Die Schatten zwischen den ausgestellten Pflanzen wirkten bedrohlich.
»Ganz ruhig, Kyra«, sagte sie leise zu sich. »Du bist nichts zum ersten Mal alleine hier. Da ist nichts, wovor du dich fürchten müsstest.«
Sie atmete tief durch, ging ein paar Schritte vor in den beleuchteten Eingangsbereich, um durch die Glasfenster nach draußen auf den Parkplatz zu schauen. Leon müsste längst da sein.
In diesem Augenblick klingelte ihr Handy. Leons Name stand auf dem Display.
»Wo bleibst du denn?«, waren Kyras erste Worte.
Leons Lachen war zu hören. »Hast du Sehnsucht nach mir?«
Kyra ließ sich ein paar Sekunden Zeit mit ihrer Antwort. »Ja … Auch …«, sagte sie schließlich. »Es ist nur so, ich bin heute Abend ganz allein. Jan musste früher weg.«
Leon lachte laut auf. »Du hast also doch Angst«, stellte er fest.
»Nein, habe ich nicht«, behauptete sie. Dann lachte sie auch. »Na gut, ein bisschen gruselig ist es schon«, gab sie zu. »Ich bin froh, wenn du endlich da bist.«
»Spätestens in fünf Minuten«, versprach Leon. »Ich liebe dich.«
»Ich liebe dich auch.« Mit einem zärtlichen Lächeln stellte Kyra das Handy aus, aber sobald sie Leons Stimme nicht mehr hörte, wurde die Angst in ihr wieder stärker. Es kam ihr so vor, als würde sie von draußen beobachtet.
Natürlich bildete sie sich das nur ein, weil sie sich allein unwohl fühlte. Hier draußen gab es nur die Gärtnerei, weit und breit waren keine Nachbarn.
Ich hätte mir heute Abend ausnahmsweise ein Taxi bestellen sollen, dachte Kyra. Aber ich konnte ja nicht wissen, dass Jan früher gehen muss und Leon sich verspätet.
Sie schaute auf ihr Handy. Leon hatte gesagt, er wäre in fünf Minuten da. Drei Minuten davon waren inzwischen vergangen.
Sie schaute wieder durch die Glastüren nach draußen und wartete darauf, dass sie endlich die Scheinwerfer sah. Nie wieder, das schwor sie sich in diesem Moment, würde sie ihn wegen seiner Fürsorge auslachen.
***
Kaum ein anderes Fahrzeug begegnete ihm auf der dunklen Landstraße. Leon sah auf die Uhr am Armaturenbrett. Drei Minuten waren seit seinem Telefonat mit Kyra vergangen. Gleich war er bei ihr, dann würde er sie in die Arme nehmen und …
… ein unbeleuchteter Transporter schoss aus einem Seitenweg auf die Hauptstraße. Leon bremste scharf, riss das Lenkrad gleichzeitig nach links. Der Wagen brach aus und war immer noch so schnell, dass Leon ihn nicht unter Kontrolle bringen konnte. Die Reifen quietschen, der Stamm des Baumes auf der anderen Straßenseite schoss auf ihn zu.
Leon ließ das Lenkrad los, schlug beide Hände vors Gesicht, und dann vernahm er auch schon den lauten Knall, als sein Wagen gegen das Hindernis prallte.
***
Andrea Bergen steckte den Kopf ins Schwesternzimmer der Chirurgie.
Tanja Dietz hatte ebenso wie die Notärztin Spätdienst.
»Wie geht es dem Motorradfahrer?«, erkundigte sich Andrea. Sie hatte den Patienten vorgestern ins Elisabeth-Krankenhaus eingeliefert, und da war er gleich nach einer Notoperation auf die Intensivstation gekommen. Es hatte nicht besonders gut ausgesehen.
Umso überraschter war Andrea, als sie erfuhr, dass der junge Mann inzwischen auf die Innere Station gebracht worden war.
»Er hatte unglaubliches Glück«, berichtete die Tanja Dietz. »Und er hat seiner schwangeren Freundin versprochen, mit dem Motorradfahren aufzuhören.«
»Die Entscheidung hat sie bestimmt mit Erleichterung aufgenommen«, sagte Andrea.
»Ich glaube, sie hätte sich sonst von ihm getrennt.« Tanja wies auf die Kaffeemaschine, die auf dem Regal neben dem Waschbecken stand. »Haben Sie Lust auf eine Tasse Kaffee?«
»Ich dachte schon, Sie fragen nie.« Lachend betrat Andrea Bergen das Schwesternzimmer. Sie nahm sich eine der Tassen aus dem Regal, füllte sie mit Kaffee und setzte sich zu Schwester Tanja an den Tisch. Sie trank einen Schluck, schaute die Krankenschwester dabei an. »Sie sind blass«, stellte sie fest. »Geht es Ihnen nicht gut?«
»Doch, eigentlich schon …« Die Krankenschwester zögerte kurz, dann fügte sie hinzu: »Meine Schwiegermutter ist vor einem Monat gestorben. Die Beerdigung und die Wohnungsauflösung, das war alles ein bisschen viel. Für mich, aber besonders für meinen Mann.«
»Mein Beileid«, sagte Andrea herzlich. Sie musste automatisch an ihre eigene Schwiegermutter denken. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass Hilde einmal nicht mehr da sein würde. »Sie und Ihre Schwiegermutter standen sich also nahe?«
»Überhaupt nicht!« Tanja Dietz schüttelte den Kopf. »Es ist nur so, dass mein Mann sich seit dem Tod seiner Mutter völlig abkapselt und sogar mit mir kaum spricht. Dabei hatte auch er kein enges Verhältnis zu seiner Mutter. Sie hat ihm das Leben sehr schwer gemacht.«
»Manchmal leiden Menschen besonders unter dem Tod eines Verwandten, mit dem sie nicht alles klären konnten.« Andrea strich über die Hand der Krankenschwester. »Ihr Mann braucht wahrscheinlich Zeit, um sich damit abzufinden.«
