Schöner sterben in Barcelona - oder: Meines Bruders Mörderin - Irene Rodrian - E-Book

Schöner sterben in Barcelona - oder: Meines Bruders Mörderin E-Book

Irene Rodrian

4,4
2,99 €

oder
Beschreibung

Ist sie eine Killerin – oder das Opfer einer Verschwörung? Der Städte-Krimi »Schöner sterben in Barcelona« von Irene Rodrian als eBook bei dotbooks. Es ist Fiesta in Barcelona: Raketen steigen in die Luft, auf den Straßen wird getanzt. Während ihre Freundinnen ausgelassen feiern, wird die junge Polizistin Pia Cortes an einen Tatort gerufen – auf dem Grundstück eines Millionärs wurde eine Garage niedergebrannt. Zwischen den verkohlten Oldtimern stößt Pia auf zwei Leichen. Sind sie den Flammen zum Opfer gefallen, oder sollte das Feuer einen Mord vertuschen? Kurz darauf wird eine Verdächtige verhaftet: eine Taschendiebin mit schweren Brandverletzungen, die am Tatort gesehen wurde. Nur Pia ist von ihrer Unschuld überzeugt und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei ist sie auf die Hilfe ihrer Freundinnen angewiesen, darunter die britische Gerichtsreporterin Janet und die deutsche Anwältin Dagmar – und ahnt nicht, dass sie so gemeinsam in tödliche Gefahr geraten. Die Abgründe der katalanischen Metropole und starke Figuren: »Fünf höchst sympathische Frauen, die das Schicksal in Barcelona zusammenführt.« Brigitte Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Schöner sterben in Barcelona« von Irene Rodrian ist der erste Band ihrer Krimi-Reihe um die starken Frauen der Detektei Llimona 5. Dieses Buch ist auch unter dem Titel »Meines Bruders Mörderin« bekannt. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 392

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Über dieses Buch:

Es ist Fiesta in Barcelona. Raketen steigen in die Luft, und auf den Straßen wird getanzt, als die junge Polizistin Pia Cortes an einen Tatort gerufen wird. Auf dem Grundstück des deutschen Millionärs Robert Reimann brennt eine Garage lichterloh, eine ganze Sammlung von Oldtimern steht in Flammen. Beim Betreten der ausgebrannten Garage stößt Pia auf zwei verkohlte Leichen. Kurz darauf wird eine Verdächtige verhaftet: eine Taschendiebin mit schweren Brandverletzungen, die am Tatort gesehen wurde. Doch Pia ist von deren Unschuld überzeugt – und gerät selbst in tödliche Gefahr …

»Fünf höchst sympathische Frauen, die das Schicksal in Barcelona zusammenführt.« Brigitte

Über die Autorin:

Irene Rodrian, 1937 in Berlin geboren, wurde u. a. mit dem Edgar-Wallace-Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Seither hat sie sich mit zahlreichen Bestsellern in einer Gesamtauflage von über zwei Millionen und als Drehbuchautorin (Tatort, Ein Fall für Zwei) einen Namen gemacht. Irene Rodrian lebt heute in München.

Ebenfalls bei dotbooks erschien Irene Rodrians Roman Im Bann des Tigers.

Die Autorin im Internet: www.irenerodrian.com, www.facebook.com/irene.rodrian und www.llimona5.com

***

Neuausgabe Dezember 2012

Copyright © der Originalausgabe 2002 Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG, München

Copyright © 2012 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Nicola Bernhart Feines Grafikdesign, München

Titelbildabbildung: © Mehmet Salih Guler | iStockphoto.de

ISBN 978-3-95520-050-3

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Irene Rodrian

Meines Bruders Mörderin

Der erste Fall für Llimona 5

dotbooks.

I. Begegnung auf den Ramblas

II. Feuer über der Stadt

III. Tapas, Tod & Vino Tinto

IV. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

V. Llimona 5

Nachwort

Lesetipps

I. Begegnung auf den Ramblas

1

Der Mann, den sie sich als Opfer ausgesucht hatte, war etwa fünfzig. Deutscher, vielleicht auch Schweizer. Er sah gut aus für sein Alter. Volles Haar mit grauen Schläfen, Sonnenbrille, markantes Kinn, Ganzjahresbräune. Segelschuhe und weiße Jeans. Ein lässiges Hemd aus schwarzer Wildseide konnte die durchtrainierten Schultern nicht verbergen. Die limitierte Platinuhr an seinem Handgelenk wäre einem Amateur sicher nicht aufgefallen. Aber Barbara war Profi. Sie war erst vierundzwanzig, sie war die Beste.

Automatisch streckte und krümmte sie die Finger, um ihre Beweglichkeit zu steigern. Barbara war nicht sehr groß, knapp eins sechzig. Schmal und dunkelhaarig. Sie fiel hier nicht auf. Geschmeidig schob sie sich zwischen den Schaulustigen hindurch, um Mr. Platin nicht zu verlieren. Plötzlich tanzten kleine Funken vor ihren Augen. Sie blieb stehen. Das Atmen machte ihr Mühe. Die Luft war gesättigt von Diesel, Feuerwerkschemie, billigen Parfums und frisch frittierten churritos.

Das war keine gute Basis. Barbara konnte sich nicht erinnern, wann sie zum letzten Mal richtig gegessen hatte. Aber es war nicht nur der Hunger, sie hatte kein gutes Gefühl bei der Sache. Sie folgte diesem Mann jetzt schon zehn Minuten, aber das erregende Prickeln, mit dem ihr Jagdinstinkt normalerweise auf eine so viel versprechende Beute reagierte, blieb aus. Irgendetwas stimmte nicht.

Sie überhörte die Warnsignale. Sie brauchte das Geld dringend. Mehr als dringend. Sie musste diese einmalige Gelegenheit nutzen.

Es war der 23. Juni, San Juan. Für Barcelona die größte fiesta des Jahres. Schon jetzt, am späten Nachmittag krachten in den Nebenstraßen der Ramblas die ersten Feuerwerkskörper. Die Sonne glühte an einem wolkenlosen Himmel, Techno dröhnte vom Dach des Museums herunter. Im hämmernden Takt stießen verschieden hohe Röhren grellbunte Rauchfontänen in die Luft.

Leichter Wind vom Meer ließ die Lichtflecken unter den gewaltigen Platanen tanzen. Die breite Allee zwischen den hohen alten Bürgerhäusern war voller Menschen. Verkaufsstände mit üppigen Blumenbergen, exotischen Vögeln in viel zu kleinen Käfigen, bunten Fischen in noch kleineren Gläsern, Zeitungen, Stadtplänen, Souvenirs. Auf beiden Seiten stauten sich die Autos, quetschten sich Mopeds und Vespas dazwischen, drängelten und schoben sich immer mehr Menschen dazu. Unten vor dem Museum hupte eine Lok aus alten Plastikflaschen schrille Kakophonien zu dem Farbhappening auf dem Dach. Der Lärmpegel war jenseits aller Messeinheiten.

Ein rundum versilbertes Rokokopärchen erwachte zum Leben, als Mr. Platin der Dame eine Münze ins Körbchen warf. Der junge Mann zog seinen Zylinder und verbeugte sich galant, sie schenkte ihm ein Lächeln und ein Silberkügelchen. Barbara atmete aus ein, aus ein. Ruhe. Konzentration. Sie schob sich vorsichtig näher. Der Platinmann schien von der Stimmung, der Hitze, den bunten Nebelschwaden, der Musik und dem silbernen Pärchen völlig absorbiert. Auf seinem Seidenrücken erschien ein dunkler Schweißfleck und zeichnete dicke Muskelpakete nach.

Sie durfte ihn nicht unterschätzen. Auf keinen Fall. Unter dem Hemdrand konnte sie das pralle Portemonnaie erkennen, das in seiner rechten Gesäßtasche steckte.

Noch ein Stück näher. Zwischen ihr und Mr. Platin waren jetzt nur noch zwei ältere Engländer, die versuchten, in dem Gewühl einen neu erworbenen Stadtplan aufzufalten.

Barbara wollte sich gerade an ihnen vorbei arbeiten, als ihr ein Junge zuvorkam. Kaum älter als zwölf, dunkle Locken und ein verwaschenes T-Shirt. Mit einem heftigen Ruck riss er der Engländerin die Handtasche von der Schulter, warf sie einem anderen Jungen zu, und beide waren in der Menge verschwunden, noch bevor die Frau zu schreien begann.

Barbara hasste diese Typen. Dämliche Dumpfbacken, die alten Damen die Tasche wegrissen. Jetzt wurde schon mit Postern in den Hotels vor diesen sogenannten Taschendieben gewarnt. Wirklicher Taschendiebstahl war eine Kunst. Nicht die Tasche galt es zu stehlen, nur den Inhalt. Es war, als würde man dasselbe Wort für Fahrrad und Flugzeug benutzen, als würde man ein Verkehrsschild mit einem Picasso vergleichen.

Barbara dachte an Pablo el Rey, den König der Taschendiebe. Ihren Ziehvater, Mentor und besten Freund. Er war ein Gentleman gewesen und er hatte ihr mit dem Handwerk auch die königlichen Regeln des Gewerbes beigebracht.

Wie immer, wenn Barbara an Pablo dachte, und sie dachte täglich an ihn, drohten Schmerz und Trauer sie zu überwältigen. Sie vermisste ihn so sehr. Aber das war sentimentale Schwäche. Und genau die konnte sie sich gerade jetzt nicht leisten. Direkt vor ihr stand die Beute des Jahres. Mr. Platin. Wie alle anderen reagierte auch er mit leichter Zeitverzögerung auf das Geschrei der Engländerin. Wandte sich zu ihr um. Ihr Mann brüllte nun auch und fuchtelte mit beiden Händen aufgeregt in die Richtung, in der die beiden kleinen Diebe verschwunden waren.

Barbara war jetzt dicht hinter Mr. Platin. Sie atmete wieder tief aus ein, aus ein und wurde ruhig. Sie bewegte sich wie in Trance vorwärts, griff sanft nach der Uhr an seinem Arm, schob den Verschluss auf und ließ sie in ihre Hand gleiten, schlug kurz an seine linke Schulter und zog gleichzeitig mit einer schlangenweichen Bewegung die Geldbörse aus seiner rechten Hosentasche.

Sie bewegte sich langsam und geschmeidig. Verschmolz mit der Menge. Sie hörte noch die Sirene eines Polizeiautos, dann schlüpfte sie zwischen zwei Taxis hindurch und in die nächste Nebenstraße. Barbara schob sich in einen Hausgang, um die Beute zu prüfen.

Eine bis zum Bersten gefüllte Klappbörse mit diversen Seitenfächern. Helles Ziegenleder. Robert Reimann. Deutscher, sechsundfünfzig Jahre alt. Dann doch. Jede Menge Kreditkarten, nur Gold und Platin, Fotos von diversen Bikiniblondinen und eins von vier niedlichen Kindern im Alter von fünf bis zwölf. Ein dicker Packen Bargeld in verschiedenen Währungen. Und die Platinuhr. Fünfundzwanzigtausend Dollar grob geschätzt. Der Jackpot.

Barbara wollte sich gerade umwenden, als sie brutal gepackt und im Polizeigriff in die Knie gezwungen wurde. Sie stöhnte auf. Eine braun gebrannte Hand durchsuchte sie. Sie kannte die Hand. Knapp über dem Knöchel war ein heller Streifen, wo die Uhr gesessen hatte. Barbara ließ die Muskeln schlaff werden, bis sich der Polizeigriff lockerte. Dann trat sie zu. Knappe Drehung unter der Schulter hindurch, und die Ferse in seine Weichteile.

Ein kurzes Stöhnen über ihrem Kopf, der Polizeigriff verstärkte sich im Reflex, und ein unerträglich scharfer Schmerz schoss hoch bis in ihren Schädel. Sie schrie. Wehrte sich, trat und biss um sich.

»Ist ja gut«, er drehte sie wie ein Steak auf der Grillpfanne herum. Mr. Platin, direkt über ihr. Ihr Gesicht doppelt in seinen blauen Brillengläsern. Sie verstummte. Es hätte sowieso kein Mensch reagiert. Er hielt sie fest, zog die Platinuhr aus ihrer einen Westentasche, die Geldbörse aus der anderen. »Und nun?«

Barbara dachte an das Messer, das sie in ihrer Hose verborgen bei sich trug. Sie schwieg, bewegte sich nicht.

Mr. Platin musterte sie interessiert. »Sie sind sehr schön.«

Barbara schwieg weiter.

Mr. Platin lächelte. »Okay, Sie tun zwar alles, um das zu verbergen, aber ich hab's doch bemerkt. Sie sind wunderschön.« In seiner Brille das Haus von gegenüber, winzig gewölbt mit hunderten von Balkonen und Sonnenmarkisen. Weiße Zähne. »Allein diese Augen! Sind Sie überhaupt ein echtes Mädchen oder sind Sie ein Kobold?«

Barbara bewegte sich nicht.

»Ich würde Sie gern einladen. Zu einem Kaffee oder einem Glas Champagner. Oder was auch immer.«

Barbara schnaubte höhnisch durch die Nase. Es gelang ihr nicht so ganz in der schmerzhaft gekrümmten Haltung.

»Die Frage ist nur, wieweit kann ich Ihnen trauen«, seine platinlose Hand tastete an ihr herunter, fand das Messer und in der kleinen Innentasche ihrer Hose den Führerschein. »Aha!«, kaum verhohlener Triumph, »Barbara Dyckhoff«, er lockerte den Griff unwesentlich. »Meinen Namen kennen Sie ja bereits. Robert Reimann.«

Barbara änderte ihre Strategie. »Bitte. Sie tun mir weh.«

»Oh, sorry«, er lockerte den Griff weiter und zog sie ein Stückchen höher zu sich herauf. Goldene Blaureflexe auf seiner Brille. »Ich will Ihnen um Gottes willen nicht wehtun. Ich möchte doch nur ein Glas Champagner mit Ihnen trinken. Ich möchte Sie zu einem festlichen San-Juan-Essen einladen, ich möchte mit Ihnen vom Dach Barcelonas aus das Feuerwerk betrachten. Ich möchte nichts weiter, als diese Nacht mit Ihnen verbringen. Nichts sonst.«

Er roch nach frischer Seife, offenem Meer und dem Wind der Berge. »Und?« Barbara hätte sich ohrfeigen können für den Säuselton in ihrer Stimme. Sie räusperte sich. »Und wieso knallen Sie mir nicht einfach Ihre Keule über den Schädel und schleppen mich in Ihre Höhle?«

»Das würde ich sehr gern. Ehrlich. Viel lieber als Sie mit all den Fingerabdrücken auf meiner Brieftasche und Ihrem Führerschein der Polizei zu übergeben.«

Er drehte sie so dicht zu sich heran, dass sie wie ein Liebespaar aussehen mussten. Eine Gruppe junger Leute rannte lachend direkt an ihnen vorbei. Keiner schaute her, die Show spielte auf den Ramblas. Hoch über den Häusern explodierten die ersten großen tartas. Rote, blaue, goldene oder regenbogenbunte Feuerwerksrosen.

»Sie wollen mich erpressen?!« Sie hätte ihn in die Nase beißen können, so nah war sein Gesicht.

Er lächelte. »Ja, genau.«

Grotesk. Der Kerl war mehr als doppelt so alt, so groß und so schwer wie sie. Plötzlich klickte es. Er war ihr vorhin schon irgendwie bekannt vorgekommen. Und sie hatte das verdrängt wie all die anderen Warnsignale auch. Jetzt erinnerte sie sich an den Artikel und sein Foto in El Pais. Rob Reimann. Millionär und Playboy.

»Was könnte ich Ihnen schon bieten?«

Er lachte. »Du gefällst mir.«

»Es gibt viel schönere Mädchen als mich. Und blond bin ich auch nicht.«

»Wer sagt denn, dass nur Blondinen schön sind?« Er grinste. »Ach so, du hast in meiner Brieftasche gekramt.« Sein Grinsen wurde breiter. Er sah jung aus in dem Moment. Und sehr ehrlich. »Komm, lass uns zu meinem Haus fahren.« Barbara spürte ein Ziehen im Magen. Er sah sie an. Sehr nah. »Keine Polizei. Okay?«

Barbara nickte und wusste gleichzeitig, dass das falsch war. Absolut falsch, extrem falsch. Der größte Fehler ihres Lebens.

Trotzdem nickte sie.

Reimann küsste sie ganz leicht auf die Stirn, bevor er sie losließ. Dann legte er ihr den Arm um die Schulter, als wären sie wirklich ein Liebespaar, und schob sie durch Nebenstraßen, Gassen und Hinterhöfe bis zum Hospital de la Santa Creu.

Er schwieg, bewegte sich sicher, kannte sich aus.

Barbara spielte sein Spiel notgedrungen mit. Aber je weiter sie sich von dem fröhlichen Lärm der Ramblas entfernten, desto mehr schlug ihre Angst in Panik um.

Auf dem Hotelparkplatz hinter dem alten Kloster Sant Agustí blieb er vor einem nachtschwarzen Porsche 911 GT2 mit Barcelona-Nummer stehen. Naturweiße Ledersitze. Er ließ sie kurz los, um nach dem Autoschlüssel zu suchen.

Sie wog ihre Fluchtchancen ab. Sie liebte Barcelona, aber diese Stadt war schließlich nicht die ganze Welt. Barbara sprach fünf Sprachen, sie konnte auch in Berlin, London, Mailand oder Paris klarkommen. Oder in New York.

»Du kommst nicht mal bis zum Flughafen.« Er hielt ihr die Tür auf. Der Duft von Seidenlack und Saffian.

Sie stieg ein.

2

Nina Simone im Autoradio. It's cold out here. Reimann schien vollkommen aufs Fahren konzentriert. Auch, wenn sie im Stau standen. Er sah nicht zu ihr her, er fasste sie nicht an. Er machte keine Anspielungen. Er schwieg. Er fuhr, als wäre er allein im Auto. Das war schlimmer, als wenn er sie angegrapscht hätte. Darauf hätte sie immerhin reagieren können.

Barbara tat, als hätte sie sich in ihr Schicksal ergeben, beobachtete, registrierte, suchte fieberhaft nach einem Ausweg. Er hatte ein Auto mit Barcelona-Nummer, er hatte ein Haus hier. Man konnte davon ausgehen, dass er wenigstens etwas Spanisch sprach. Aber er hatte sie sofort auf Deutsch angesprochen. Und sie sah nun wirklich nicht deutsch aus. Sie verstand nicht, was er von ihr wollte. Nur Sex? Kaum vorstellbar. Da hatte Mr. Platin doch ganz andere Möglichkeiten. Liebe auf den ersten Blick? Haha. Diese und ähnliche Illusionen hatte Barbara schon in frühester Kindheit verloren.

Reimann fuhr auch nicht wie erwartet nach Norden in die Berge hinauf, er fuhr in den Süden, Richtung Hafen. Girona. Vermutlich hatte er da eine dieser Millionärsvillen. Barbara wollte nur noch eins, raus aus diesem verdammten Porsche. Reimann bog beim Columbusdenkmal auf die Ronda Litoral ab und fuhr nach Barceloneta rein.

Das passte plötzlich. Die Segelschuhe und dieser Matrosengeruch. Und die Erinnerung an den Zeitungsartikel. Reimann war Segler. Sicher hatte er eine Yacht im Hafen liegen. Barbara wurde schlecht, wenn sie nur an die Möglichkeit dachte, dass er sie mit auf sein Boot und aufs Meer hinausnehmen könnte. Rechts vor ihr lag der Yachthafen. Die Sonne stand tief, halb verdeckt vom Club Nautico auf der anderen Seite. Auch hier Musik bis zum Anschlag und das Krachen von Feuerwerksraketen. Bunte Lichter spiegelten sich im Wasser. Menschentrauben.

Reimann bog vorher ab. Barbara fühlte sich schlagartig vom Leben und jeder Hilfe abgeschnitten. Eine winzige Straße, fast noch auf der Fahrbahn ein langer Tisch mit Wein und Tapas. Alte Männer winkten ihnen zu, eine Frau brachte einen Teller mit gegrillten Sardinen ans Auto und lachte. Reimann nahm sich eine Hand voll. »Danke, Dolores, mein Tag ist gerettet«, er fuhr weiter. Er hatte Spanisch gesprochen. Akzentfrei, soweit Barbara das beurteilen konnte. War Reimann wirklich der, den El Pais interviewt hatte?

Reimann fuhr langsam weiter, es wurde dunkler, er bog in den Carrer d'Andrea Doria ein. Die Straße der endgültigen Havarie. Aber Reimann bog wieder ab, und wieder. Eine kleine Gasse, dann waren sie wieder nah am Meer und ganz nah am Park. Blühende Yuccas und Palmen. Und Dunkelheit. Die Lichter und der Lärm des Feuerwerks schienen plötzlich sehr weit weg. Reimann parkte den Porsche unter einem offenen Carport vor einer etwa zwei Meter hohen Mauer aus Natursteinen. Barbara wollte die Beifahrertür öffnen, aber er ließ ihr keine Chance. Er kam ihr zuvor und packte sie am Arm, sobald sie ausgestiegen war. Der Zündschlüssel steckte noch. Er hatte ihn vergessen. Barbara schlug plötzlich um sich und versuchte, sich mit einem Ruck aus seinem Griff zu befreien, aber er hielt sie brutal fest und zog sie mit. Zu einem Tor in der Mauer. Das Schloss öffnete sich auf Tastendruck. Drei, sieben, drei. Innen nur eine Klinke. Dahinter lag ein kleiner Palmengarten, Kieswege, ein flaches Steingebäude mit Bogenfenstern. Früher war es vielleicht mal eine Fischhalle gewesen. Jetzt war das Gebäude entkernt und neu durchdesignt. Reimann gab ihr kaum Zeit zum Schauen, er zerrte sie mit hinein. Zwei rohe alte Ziegelmauern übers Eck, ein Flaschenzug ins Nichts, die Reste schwarzer Zahnräder vor schneeweißem Putz, sonst nur Glas, Stahl und Licht. Dunkles Holz und weißes Leder. Eine Reihe großformatiger Schwarzweiß-Fotos in schmalen Silberrahmen. Szenen aus Barcelona. Die Ramblas, Altstadtgassen, eine Nachtbar, ein Café ... Licht und Schatten dramaturgisch gekonnt eingesetzt. Auf jedem der Fotos war ein schönes dunkelhaariges Mädchen zu sehen. Im Profil, im Hintergrund, am Bildrand. Barbara glaubte für einen winzigen Moment, sich selbst in dem Mädchen zu erkennen. Zwei riesige Bilder von Kemíl Martín, einem der Stars der Kunstszene Barcelonas. Explosionen in Rot, Blau und Schwarz. Eine minimalistische Luxusküche, eine Bartheke mit den berühmten Hockern von Javier Mariscal, dahinter einer seiner Comicteppiche aus den achtziger Jahren, ein gläserner Tisch, schwarze Stühle mit weißem Ledergeflecht, zwei handgeschnitzte antike Kontorschränke und eine Spindeltreppe nach oben zu dem halb offenen Schlafzimmer unter dem Dach. Das Ganze war eine Art Loft, Teil einer Fabrikhalle aus dem 19. Jahrhundert.

Barbara war so beeindruckt, dass sie für einen Augenblick ihre Angst vergaß. Reimann klapperte hinter der Küchenbar mit Gläsern. Ein Korken knallte. »Champagner?« Er wartete die Antwort nicht ab, kam mit zwei vollen Gläsern wieder hervor. »Das gehörte früher zu der Lokfabrik. Sie wissen ja sicher, Barceloneta wurde damals für Fischer und die Arbeiter der Lokfabrik gebaut.«

»Jedenfalls nicht für Millionäre und Playboys. Ich dachte, man hat alle alten Industrieanlagen abgerissen und den Park dafür angelegt.«

»Hat man auch.« Er drückte ihr eins der Gläser in die Hand. »Kommen Sie, ich zeig's Ihnen.« Er ging voraus, die Spindeltreppe hinauf. Barbara versuchte, nicht zu dem gigantischen Bett hinzuschauen. Meerblaue Seidenbezüge. Über dem Kopfende ein kleiner Dalí. Gegenüber dem Fußende ein schmales Glasfenster mit einem Blick auf Palmen und das Meer dahinter. Die Treppe führte zu einer einfachen Stahltür. Reimann ließ ihr den Vortritt. Barbara versuchte cool zu bleiben, aber sie schaffte es nicht.

Ein Flachdach von gut dreihundert Quadratmetern. Bougainvillea, Yuccas und Siempre Verde in Töpfen rundum am Rand. Terrassenmöbel aus Teak und Sonnenschirme. Direkt darunter der Park und gleich dahinter der Strand und das Meer. »Salud«, Reimann stieß mit seinem Glas gegen ihres.

Sie trank einen Schluck und lächelte verkrampft. »Und was ist das für ein Gefühl, hier so als Millionär zwischen alten Fischern und Arbeitern zu leben?«

»Ein gutes. Die Leute mögen mich.«

Er grinste diesmal nicht, wirkte wieder ehrlich und überzeugend. Barbara musste intensiv gegen ihre widersprüchlichen Gefühle anarbeiten. »Und wie haben Sie das geschafft? So einen Superloft auszubauen inmitten eines absolut geschützten und gesetzlich genau definierten barrio?«

»Peseten«, er hob die Schultern, als wäre ihm schon das Wort peinlich. »Oder Dollars, wie Sie wollen. Ich hatte ein paar übrig und habe einen guten Teil davon hier in das Viertel gepumpt. Altenklub, Kindergarten, Kulturzentrum. Das kommt den Leuten zugute, mehr als noch sieben Palmen und eine Mahagonibank im Park.«

Die Sonne ging unter, das Meer leuchtete erst gelb, dann tieforange und zuletzt blutrot auf. Barbara trank den letzten Schluck aus ihrem Glas. Reimann öffnete die Eisbox, die er mit heraufgebracht hatte. Er lächelte, kniete sich neben sie und packte aus. Noch eine Champagnerflasche, Eiswürfel, Nüsse, Oliven, Baguette, Ziegenkäse und hauchdünner Serranoschinken. Barbara versuchte das Vibrieren in ihrer Magengegend zu ignorieren. Sie hatte seit Tagen nicht mehr richtig gegessen, aber diese Art Vibrieren hatte mit Käse und Oliven nichts zu tun.

Reimann füllte ihr Glas nach und stieß mit ihr an. »Danke, dass du gekommen bist.«

Er hatte jetzt keine Sonnenbrille mehr auf, seine Augen waren grün. Barbara trank hastig. Es lag an dem verdammten Licht, dass man seine Falten nicht mehr sehen konnte und seine grauen Haare. Am Park und unten am Strand wurden immer mehr tartas in die Luft gejagt.

Barbara musste plötzlich lachen. Nahm eine Olive, viel half es nicht. »Die armen Patienten da drüben im Hospital del Mar, die bekommen heute sicher eine Dreifachration Schlafpillen.«

Reimann lachte mit ihr. »Die sind das gewöhnt, die Strandkioskos dröhnen doch immer rund um die Uhr. Das war auch nicht immer eine Klinik, früher war's ein Kurheim. Damals, als sich noch kein Mensch auszog, um sich an den Strand zu legen oder ins Meer zu stürzen.«

»Sie sind gut informiert.«

»Ich lebe hier.«

»Und in Zürich, München und London«, Barbara blieb cool, sie wusste Bescheid.

Reimann grinste, wurde wieder ernst. »Paris, Miami, Barbados, die Medien wissen nicht alles.« Stimmen, Musik.

Hinter dem Park explodierte eine riesige silbernpurpurne Blüte über dem Meer. Barbara hatte Mühe, sich gegen seine Präsenz zu wappnen. »Was wollen Sie wirklich von mir?«

Zuerst dachte sie, er habe sie nicht verstanden. Aber dann wandte er sich ihr zu. Langsam, fast wie unter Zwang. Seine Stimme war sehr leise, so als würde er nur mit sich selber sprechen. »Ich möchte Ihnen einen Job anbieten. Für zwei Millionen Euro.«

Barbara glaubte sich verhört zu haben. Zwei Millionen Euro, das wären ja nach alter Rechnung vier Millionen D-Mark oder drei Millionen Dollar, eine Summe, die man gar nicht in Peseten umrechnen konnte, weil dabei viel zu viele Nullen herauskamen. Barbara schenkte sich Champagner nach. »Soll das ein Witz sein?«

»Nein«, Reimann sah sie nicht an, schaute wie sie auch hinaus aufs Meer und die in immer kürzeren Abständen explodierenden tartas. »Ich will ehrlich sein. Ich kenne Sie. Ich beobachte Sie schon lange. Ich habe Sie ausgesucht.«

»Ah ja«, Barbaras Stimme war flach. Jetzt kam die Wahrheit heraus. »Ich höre«, sie wich aus, als Reimann nach ihr griff. Er zog seine Hand sofort zurück.

»Sie sind in München geboren. Vater unbekannt, Ihre Mutter hat Sie als Baby zur Adoption freigegeben. Aber es gab keine Interessenten. Sie waren zu klein, zu krank. Darauf folgten Jahre in Waisenhäusern und Jugendheimen. Immer wieder versuchten Sie auszubrechen, mit dreizehn gelang es Ihnen. Sie kamen bis nach Barcelona. Ihre Alternativen damals waren Prostitution oder Diebstahl. Sie entschlossen sich für die zweite Variante und wurden erwischt. Vom schon damals alten Pablo el Rey, der Sie in seine berüchtigte Akademie der Taschendiebe aufnahm und zur Meisterin ausbildete. Sie waren seine letzte Schülerin.« Reimann schenkte Champagner nach.

Über dem Meer erblühte eine Rosette in Blau, Gold und Grün. Barbara hatte Mühe zu atmen. Er wusste alles über sie. Er hatte sie ausgeforscht. Nichts hier war Zufall. Sie dachte an die vermeintliche Sicherheit ihrer kleinen Dachwohnung in der Calle de la Llibreteria und an Fritz the cat, den gelb getigerten Chef aller Dächer im barrio gótico, ihren einzigen Freund. Bevor er sich nach langem Zögern entschloss, bei ihr zu bleiben, war er ein zerzauster Streuner gewesen, vermutlich würde er auch ohne sie überleben können. Wenn sie nicht mehr heimkam. Wenn ihr etwas passierte. Zwei Millionen Euro. Ihre Stimme krächzte. »Warum?«

»Ich habe jemanden gesucht, der geschickt, ist, klug, umsichtig und ...«

»Und dringend Geld braucht?«

»Ja. Und der ohne ...«

»Ohne Familie ist?«

»Ja, der frei ist. Der Job enthält ein gewisses, allerdings kalkuliertes Risiko. Deshalb habe ich Sie ausgesucht. Sie sind mutig, aber nicht tollkühn, Sie nehmen es mit den Gesetzen und der Moral nicht übergenau. Sie haben keine Bindungen hier, richtig? Sie könnten also im äußersten Notfall Barcelona verlassen. Sie sind integer, haben einen ziemlich strikten Ehrenkodex. Und Sie können schweigen.« Er wandte sich ihr zu, leise und eindringlich. »Ich habe Sie ausgesucht, weil ich Sie brauche.« Seine grünen Augen schimmerten feucht. Theater? Tränen? Salzluft? Er sah hilflos aus und irgendwie verwirrt. »Bitte.«

I've got you under my skin ... Plötzlich schallte Frank Sinatra vom Park hoch. Eine Gruppe junger Leute ließ sich zum Picknick unter den Palmen nieder. Frank Sinatra, ausgerechnet. Weil ich Sie brauche. Ein ohrenbetäubendes Krachen und eine Dreifachtarta in Violett, Silber, Grün und Rot. Fehlte nur noch die Sahne, dann wär's eine Hochzeitstorte geworden.

Barbara zwang sich, cool zu antworten. »Anzunehmen, dass Sie keine zwei Millionen verschenken. Also ist das der Preis für eine kriminelle Handlung. Ein guter Preis. Wofür? Einbruch in ein hoch gesichertes Objekt? Juwelendiebstahl? Kunstraub?«

»Mord.«

Come fly with me, sang Sinatra. Die jungen Leute lachten, küssten sich und ließen Champagnerkorken knallen. Reimann beugt sich zu ihr herüber. Barbara wich nicht zurück.

»Wen?«

»Mich.«

Schweigen. Sie sah sich in seinen Augen. Seine Hände umfassten ihr Gesicht. Lächeln. Er küsste sie.

»Meine schöne Mörderin.«

3

Vom Pati Llimona zum Polizeipräsidium in der Laietana waren es zu Fuß keine zwanzig Minuten. Pia liebte es, durch die engen und krummen Gassen zu gehen, Freunde zu sehen, Leute zu grüßen und kurz vor Dienstbeginn noch einen americano doble im Mesón del Café zu trinken. Es gab sowieso im ganzen barrio kaum Parkplätze, und sie benutzte ihren alten Toyota so gut wie nie. Er hatte einen Standplatz in der Tiefgarage an der Plaça Regomir gleich um die Ecke und rostete da friedlich vor sich.

»Du musst doch nicht etwa ausgerechnet heute arbeiten«, Gabriel stellte ein Tellerchen mit fein gewürztem Blätterteiggebäck neben ihren Kaffee. Gabriel schrieb in seiner Freizeit Kriminalromane und verlegte sie selbst. Er interessierte sich brennend für ihre Arbeit und ihr Leben. »Von deiner Wohnung aus hättest du einen einmaligen Blick auf das Feuerwerk heute Nacht.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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