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Für die Ärzte und Schwestern ist es wie ein Wunder, als die Patientin Catrin Roberts aus ihrem jahrelangen Koma nach einem Autounfall aufwacht: Der jungen Frau ist das Leben neu geschenkt worden. Aber wie kann dieses Leben für Catrin ein Geschenk sein?
Sie muss erfahren, dass ihre kleine Tochter und ihre Mutter bei dem Unfall ums Leben gekommen sind - und dass eine andere Frau inzwischen den Platz an der Seite ihres Mannes eingenommen hat.
Catrin weiß nicht, wie sie das alles ertragen soll. Doch es gibt Menschen, die ihr helfen wollen. Einer von ihnen ist ihr Arzt, Dr. Christian Bender. Er macht Catrin eines Tages die schönste Liebeserklärung, die eine Frau sich denken kann: "Ich habe ein Leben lang nach dir gesucht ..."
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2020
Cover
Impressum
Nur du kannst meine Sehnsucht stillen
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Goran Bogicevic / shutterstock
eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar (www.3wplusp.de)
ISBN 9-783-7325-9333-0
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
www.bastei.de
Nur du kannst meine Sehnsucht stillen
Das bewegende Bekenntnis einer Liebe
Von Daniela Sandow
Für die Ärzte und Schwestern ist es wie ein Wunder, als die Patientin Catrin Roberts aus ihrem jahrelangen Koma nach einem Autounfall aufwacht: Der jungen Frau ist das Leben neu geschenkt worden. Aber wie kann dieses Leben für Catrin ein Geschenk sein?
Sie muss erfahren, dass ihre kleine Tochter und ihre Mutter bei dem Unfall ums Leben gekommen sind – und dass eine andere Frau inzwischen den Platz an der Seite ihres Mannes eingenommen hat.
Catrin weiß nicht, wie sie das alles ertragen soll. Doch es gibt Menschen, die ihr helfen wollen. Einer von ihnen ist ihr Arzt, Dr. Christian Bender. Er macht Catrin eines Tages die schönste Liebeserklärung, die eine Frau sich denken kann: „Ich habe ein Leben lang nach dir gesucht …“
Catrin Roberts schlug die Augen auf und starrte gegen die weiße Zimmerdecke. Bewegungslos blieb sie eine Weile liegen, während sich verschiedene Gedanken in ihrem Kopf formten.
Wieso lag sie am helllichten Tag im Bett? Wieso fühlte sich ihr Körper so bleischwer an?
Nur mit Mühe gelang es Catrin, den Kopf zur Seite zu wenden. Es bereitete ihr keine Schmerzen, aber es kam ihr so vor, als wären sämtliche Gelenke eingerostet.
Die junge Frau sah sich um und suchte nach etwas Bekanntem, etwas, das ihr vertraut war. Doch das Zimmer war ihr fremd. Die Einrichtung ließ darauf schließen, dass sie in einem Krankenhaus lag.
Catrin schob die Bettdecke beiseite und betrachtete ihren offensichtlich unversehrten Körper. Sie spürte keine Schmerzen und konnte keine Verletzungen feststellen.
Was machte sie in einem Krankenhaus? Was war mit ihr passiert? Sie hatte so viele drängende Fragen, auf die sie unbedingt eine Antwort haben wollte.
Sie wandte den Kopf zur Seite und entdeckte den Alarmknopf neben ihrem Bett. Fest presste sie ihren Finger darauf.
Eine Weile geschah nichts. Dann flog die Tür zu ihrem Zimmer so plötzlich auf, dass Catrin erschrocken zusammenzuckte.
Eine Schwester starrte Catrin an, als sähe sie ein leibhaftiges Gespenst vor sich. Wenige Sekunden später lief sie wieder hinaus. Die Tür ließ sie offen, sodass Catrin ihren lauten Ruf vernehmen konnte.
„Schwester Martha! Sie ist aufgewacht!“
Verwundert schüttelte Catrin den Kopf. Das war ein merkwürdiges Verhalten, fand sie.
Kurz darauf kam die junge Schwester im Laufschritt wieder ins Zimmer.
„Bitte, überzeugen Sie sich selbst“, sagte sie atemlos zu der älteren Krankenschwester, die sie begleitete.
Langsam kam die andere Krankenschwester auf Catrin zu.
„Können Sie mich hören, Frau Roberts?“, fragte sie behutsam.
Was für eine merkwürdige Frage!
„Natürlich kann ich Sie hören“, antwortete Catrin krächzend, und sie musste zweimal ansetzen, bevor sie den Satz klar formulieren konnte. Auch das Sprechen bereitete ihr keine Schmerzen, sondern erschien ihr lediglich ungewohnt. „Was ist mit mir?“, fragte sie und wunderte sich darüber, wie ungewohnt ihre Stimme klang.
„Wie geht es Ihnen?“, erkundigte sich die ältere Schwester und griff nach ihrer Hand.
„Ich … ich weiß nicht.“ Hilflos blickte Catrin sie an. „Ich verstehe überhaupt nicht, was los ist.“ Allmählich wurde ihre Stimme klarer.
„Dr. Bender kommt gleich. Er wird Ihnen alles erklären“, redete die Schwester beruhigend auf Catrin ein. Sie schickte die Lernschwester hinaus, um den Arzt zu holen.
Während sie auf den Oberarzt wartete, maß die Krankenschwester Puls und Blutdruck der Patientin. Ungeduldig ließ Catrin die Untersuchungen über sich ergehen. Endlich betrat ein hochgewachsener, gut aussehender Mann das Zimmer. Auch er wirkte ziemlich überrascht.
„Wie schön, Frau Roberts, dass Sie aufgewacht sind. Ich bin Christian Bender, der Oberarzt dieser Station.“
„Sagen Sie doch bitte, was mit mir los ist“, bat Catrin mit flehender Stimme.
„Frau Roberts, Sie haben sicher bemerkt, dass wir alle ziemlich überrascht sind“, begann der Arzt. Er hätte ihr gerne schonend beigebracht, was er ihr zu sagen hatte, aber das war beinahe unmöglich. „Sie hatten einen schweren Autounfall und haben seither im Koma gelegen.“
Catrin versuchte verzweifelt, sich zu erinnern. Aber da war nichts, nur eine dumpfe Leere.
„Wann war das?“, fragte sie deshalb.
„Vor drei Jahren“, klärte Dr. Bender sie auf.
Im ersten Augenblick glaubte Catrin, sich verhört zu haben. Nur allmählich drang es in ihr Bewusstsein, dass sie ihn richtig verstanden hatte.
Drei Jahre! Wie ein Schock traf Catrin die Erkenntnis, dass sie drei Jahre ihres Lebens verloren hatte, an die sie nie eine Erinnerung haben würde. Drei Jahre! Einfach ausgelöscht, als hätte es sie nie gegeben.
„Wie geht es meinem Mann? Und meiner Tochter?“, flüsterte Catrin. Sie bemerkte nicht den betretenen Blick, den die Schwester und der Arzt wechselten.
„Ich werde Ihren Mann umgehend informieren, dass Sie aufgewacht sind“, versprach Dr. Bender ihr schließlich.
♥♥♥
Schwester Martha versuchte, Catrin zu überreden, sich noch ein wenig auszuruhen.
„Ich habe drei Jahre geschlafen“, wehrte Catrin ab. „Mein Gott, drei lange Jahre!“ Ihr Blick verlor sich in weiter Ferne.
Was hatte sie alles verpasst in dieser Zeit? Ihre kleine Tochter Marie, wie sah sie jetzt wohl aus? Catrin hatte noch das Kleinkind vor Augen. Mittlerweile war Marie sieben Jahre alt! Würde sie das Kind überhaupt wiedererkennen?
Allmählich setzte ein Teil von Catrins Erinnerung wieder ein. Nur an den Unfall konnte sie sich nicht mehr erinnern und auch an nichts, was danach geschehen war.
Nach kurzem Anklopfen wurde plötzlich die Tür aufgerissen. Albert trat ein. Unsicherheit lag in seinem Blick, als Catrin ihm zum ersten Mal seit drei Jahren mit geöffneten Augen entgegenschaute.
„Albert!“ Catrin streckte ihrem Mann beide Hände entgegen. Sie wollte, dass er sie in die Arme nahm und ihr versicherte, dass alles wieder gut werden würde.
Albert griff verlegen nach ihren Händen.
Catrin spürte, dass sich etwas verändert hatte. Da war etwas zwischen ihnen, das sie nicht in Worte fassen konnte. Sie machte sich klar, dass für Albert drei Jahre vergangen waren, in denen sie nicht bei ihm gewesen war. Aber ihr kam es so vor, als hätten sie gestern noch zusammen gefrühstückt, bevor sie mit ihrer Tochter und der Mutter zum Einkaufen in die Stadt gefahren war!
„Warum hast du Marie nicht mitgebracht?“
Albert zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben Catrins Bett. Umständlich begann er, über den Unfall zu reden, ohne auf ihre Frage einzugehen.
„Es war nicht deine Schuld“, erklärte er. „Mehrere Zeugen haben erklärt, dass du bei Grün über die Ampel gefahren bist. Der Fahrer des anderen Wagens ist dir in die Seite gefahren …“
„Wann bringst du mir Marie?“, drängte Catrin. „Ich sehne mich so nach ihr. Hat sie sich sehr verändert?“
Albert stand auf und ging unruhig auf und ab.
„Warum sagst du nichts, Albert?“ Eine dunkle Ahnung stieg in Catrin auf.
Albert trat an das Fußende ihres Bettes und umklammerte es mit beiden Händen so fest, dass die Knöchel auf seinen Handrücken weiß hervortraten.
„Marie ist tot“, sagte er mit tonloser Stimme. „Sie ist bei dem Unfall gestorben. Ebenso wie deine Mutter.“
Fassungslos starrte Catrin ihren Mann an. Ihr Verstand weigerte sich, das Schreckliche zu begreifen.
„N-e-e-e-i-n!“, schrie sie verzweifelt. Wie wild schlugen ihre Fäuste ins Leere, ihr ganzer Körper bäumte sich auf. Sie war wie von Sinnen.
Catrin bekam nicht mit, wie ihr Mann immer wieder ihren Namen rief und schließlich den Alarmknopf neben ihrem Bett drückte. Sie bekam auch nicht mit, dass Schwester Martha und Dr. Bender sie zu beruhigen versuchten. Sie spürte nicht einmal den Einstich der Injektionsnadel in ihrem Arm.
Allmählich ließ dieser schreckliche Schmerz nach, der Catrin zu zerreißen drohte. Ihr Kopf sank zur Seite, und ihre Augen schlossen sich.
„Nun weiß sie es“, erklärte Albert aufatmend. „Die ganzen Jahre hatte ich Angst vor diesem Augenblick.“
„Was für ein schreckliches Erwachen“, murmelte Schwester Martha mit Tränen in den Augen.
„Haben Sie ihr alles gesagt?“, wollte Dr. Bender wissen.
Albert schüttelte den Kopf. „Nur, dass sie an dem Unfall schuldlos ist und dass ihre Mutter und Marie nicht mehr leben. Das andere werde ich ihr später sagen. Sie wird sicher noch einige Zeit hier im Krankenhaus bleiben müssen, oder?“
Christian Bender nickte. „Ein paar Wochen wird es schon noch dauern.“
„Soll ich noch bleiben?“ Befangen sah Albert auf seine Frau. Es war ihm anzusehen, wie unwohl er sich fühlte.
Christian Bender schüttelte den Kopf. „In den nächsten Stunden wird sie schlafen. Ich werde dafür sorgen, dass jemand bei ihr ist, wenn sie aufwacht.“
„Ich werde bei ihr bleiben“, versprach Schwester Martha.
♥♥♥
Müde schloss Christian Bender die Eingangstür zu dem hübschen Einfamilienhaus auf.
„Papi! Da bist du ja endlich!“ Mona, seine achtjährige Tochter, kam auf ihn zugelaufen und schlang ihre Arme um seine Taille. Ganz fest drückte sie sich an ihn.
Die Müdigkeit wich aus Christians Zügen. Zärtlich lächelte er auf seine Tochter hinab. Er liebte dieses Kind mehr als alles andere auf der Welt.
„Sag mal, solltest du nicht schon längst im Bett liegen?“, fragte er liebevoll.
Mona zog eine Schnute. „Ich wollte dir doch noch Gute Nacht sagen“, meinte sie. „Außerdem hat Mami keine Zeit, um mich ins Bett zu bringen. Sie macht sich schön.“
Als hätte sie damit ihr Stichwort erhalten, kam Yvonne Bender in diesem Augenblick die Treppe herunter. Sie trug ein tiefblaues Abendkleid, das vorn hochgeschlossen war, aber mit einem gewagten Rückenausschnitt die Blicke auf sich zog. Die dunkle Farbe des Kleides bildete einen wundervollen Kontrast zu ihrem goldblonden Haar, das sie hochgesteckt trug. Brillanten funkelten an ihren Ohren und an ihrem Handgelenk.
Yvonne war eine ausgesprochen schöne Frau. Doch die Zeiten, wo ihr Anblick Christian den Atem geraubt hatte, waren lange vorbei.
„Du gehst noch aus?“, erkundigte er sich.
„Wir gehen aus, mein Lieber“, lautete ihre gereizte Antwort. „Schon seit Tagen erzähle ich dir von der Vernissage, zu der wir beide eingeladen sind. Wahrscheinlich hast du mir mal wieder nicht zugehört.“
Christian erinnerte sich daran, dass sie vor ein paar Tagen von einem unbekannten, aber sehr talentierten Maler gesprochen hatte, der seine Bilder in der Stadt ausstellte.
Hatte er Yvonne tatsächlich zugesagt, sie zu dieser Ausstellung zu begleiten?
„Warum können wir nicht einfach einen Abend zu Hause bleiben? Wir waren in der vergangenen Woche jeden Abend unterwegs.“
„Dir mag es genügen, den ganzen Tag in der Gesellschaft kranker, gebrechlicher Menschen zu verbringen“, erklärte Yvonne von oben herab. „Ich hingegen stelle gewisse kulturelle Ansprüche.“
Es ärgerte Christian jedes Mal, wenn sie so geringschätzig über seinen Beruf sprach. Ihm lag eine heftige Erwiderung auf der Zunge. Mit Rücksicht auf Mona hielt er sich jedoch zurück. Das Kind musste oft genug den Auseinandersetzungen der Eltern beiwohnen.
„Geh schon nach oben, Mona“, sagte er liebevoll zu dem Mädchen. „Ich komme gleich.“
Das Kind gehorchte augenblicklich. Mona spürte die Spannungen zwischen Vater und Mutter genau.
Christian wandte sich wieder seiner Frau zu. „Vielleicht denkst du hin und wieder einmal daran, dass du außer deinen ‚kulturellen Ansprüchen‘ auch noch eine Tochter hast. Ich halte nicht viel davon, dass wir Mona jeden Abend alleine lassen …“
„Sie ist nicht alleine“, widersprach Yvonne. „Ich habe den Babysitter bereits bestellt.“
„Du kannst ihn gleich wieder abbestellen“, entgegnete Christian gereizt. „Ich habe nicht die Absicht, heute noch auszugehen.“
„Ich erwarte, dass du mich begleitest!“, fuhr Yvonne ihn an. „Wie sieht das denn aus, wenn ich alleine dort auftauche?“
„Unter den Umständen wäre es sicher das Beste, wenn du auch zu Hause bleiben würdest“, meinte Christian ungerührt.
Er lockerte seine Krawatte und wollte an seiner Frau vorbei die Treppe hinaufgehen. Yvonne packte jedoch seinen Arm und hielt ihn fest.
„Ich lasse es nicht zu, dass du mich so behandelst!“, fauchte sie ihn an.
Energisch befreite sich Christian aus ihrem Griff.
„Entweder gehst du allein oder du bleibst hier“, erwiderte er ruhig. „Ich werde auf keinen Fall mitgehen.“ Er wandte sich ab und ging weiter.
Noch bevor er die obere Etage erreicht hatte, hörte er die Haustür ins Schloss fallen.
Christian seufzte tief. Yvonne zeigte immer deutlicher, wie unzufrieden sie in der Ehe mit ihm war. Die Rolle als Ehefrau und Mutter füllte sie nicht aus. Er hätte Verständnis dafür gehabt, wenn sie sich eine Stelle gesucht hätte, um nicht ständig zu Hause sein zu müssen. Mona ging vormittags zur Schule, sodass Yvonne halbe Tage außer Haus verbringen könnte. Doch darauf legte sie keinen Wert.
Das Einzige, was sie interessierte, waren Vergnügungen aller Art. Sie wollte ausgehen, sich bewundern lassen. Christian hätte das alles akzeptieren können, wenn Yvonne sich wenigstens um Mona kümmern würde. Aber das Kind war ihr lästig.
Wie geschockt war sie damals gewesen, als die Schwangerschaft festgestellt worden war. Yvonne hatte keine Kinder haben wollen, die ihr Leben einschränkten. Es war Christian gewesen, der sich vehement gegen einen Schwangerschaftsabbruch gewehrt hatte. Schon zu dieser Zeit hatte es viele Differenzen in ihrer Ehe gegeben, die nach Monas Geburt fast unerträglich geworden waren.
Einzig und allein der gesellschaftliche und finanzielle Hintergrund, den Christian ihr bot, verhinderte, dass Yvonne aus dieser Ehe ausbrach. Und Christian blieb wegen Mona bei seiner Frau. Einmal hatte er von Scheidung gesprochen. Daraufhin hatte Yvonne ihm triumphierend angedroht, das Sorgerecht für Mona zu fordern, obwohl das Kind sie nicht im Geringsten interessierte.
