Steife Brise - Gay S. Hunter - E-Book

Steife Brise E-Book

Gay S. Hunter

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Beschreibung

Direkt und ohne Umwege kommen die Akteure zur Sache. Und diese Sache ist die Lust von Mann zu Mann. Gekonnt und so detailreich beschrieben, dass der Leser sich mittendrin empfindet. Er wird selbst zum Akteur und ist nicht nur ein Voyeur.

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Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Gay S. Hunter

Steife Brise

Hemmungslos

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Schatzi

Edgar

Impressum neobooks

Schatzi

Schatzi, kommst…. Mhhhhh….“. Der Satz erstarb und endete in einem leisen Seufzen. Lars blickte nach rechts zu seinem Freund Hans, genannt Schatzi, der tief und fest schlafend ins Reich der Träume entrückt war. Einen wundervollen Tag hatten sie geplant und manchmal funktioniert so ein Plan ja auch. An einem Montag im so genannten Sommer, verregnet, nicht warm, nicht kalt, auf keinen Fall aber sommerlich, hatten sie sich beide frei genommen. Zwei Freunde seit ewigen Zeiten, die miteinander durch Dick und Dünn gegangen waren, durch gute (Heirat) und schlechte (Scheidung) Zeiten, immer eng beieinander, vertraut ohne Grenzen, eben Schatzi und Schnucki. Jetzt lagen sie nebeneinander auf zwei wohlig gewärmten, anatomisch den Körperformen angepassten steinernen, mit kleinen blauen und sandfarbenen Mosaiken verzierten Ruheliegen im Meditationsraum der großen Wellness-Oase. Lars wendete seinen Blick weg von seinem schlafenden Freund nach vorn durch das große Panoramafenster, das den Blick freigab auf den ganzen, wie einen japanischen Garten gestalteten Saunapark. Dunkle Wolken zogen über den Himmel, angetrieben von heftigem Westwind. Nicht lange, dann würde es wieder regnen. Seltsam, hier drin war es still, nichts zu hören vom Pfeifen des Windes, vom Rascheln des Schilfs, welches sich unter den Böen bog. „Wie Fernsehen ohne Ton“, dachte Lars träge, wendete den Kopf wieder nach rechts, ließ seine Blicke über den in einen weißen, sommerlich dünnen Bademantel eingehüllten, braunen Körper seines Freundes Hans gleiten, lächelte noch einmal seufzend und beschloss, den folgenden Saunagang dann eben allein anzutreten. Leise stand er auf, nahm sein Handtuch und bewegte sich vorsichtig wie eine Katze an der Längsreihe der acht Liegen vorbei zum Ausgang. Bevor er die Tür öffnete, schaute er noch einmal zurück auf seinen Freund. Ein schöner Anblick, er allein, schlafend auf der vorletzten Liege in dem ansonsten leeren, ruhigen Raum. „Träum schön“, dachte Hans und drückte sanft die Klinke herunter. Aus völliger Stille kommend sind ein paar Geräusche auch schon erschreckend. Die träge vor sich hin fließende Geschäftigkeit im Thekenbereich, den Lars nun passierte, kam ihm schon vor wie das Einkaufszentrum am Samstag vor Weihnachten. Ehrlicherweise, so musste er sich eingestehen, trog dieser Eindruck. Zwei Pärchen an zwei Tischen, die in flauschige Bademäntel gehüllt, zu Mittag aßen und ein älterer Herr mit einem Weißbier vor sich, der lustlos in der Tageszeitung blätterte, dazwischen die junge, blonde Bedienung, um möglichst wenig Auffallen bemüht, waren nicht wirklich dazu geeignet, ein Gefühl von Rush-Hour zu erzeugen. Trotzdem war Lars froh, den Saunabereich vor sich zu sehen. In der Mitte war ein großes, von leiser Wasserbewegung glucksendes Abkühlbecken, Die Eingänge zu den verschiedenen Saunen rundherum angeordnet, dazwischen Duschen, Fußbäder und ein großes Fass mit gestoßenem Eis, das immer neu gefüllt wurde aus dem Maul eines darüber an der Wand hängenden Porzellanfisches. Er schaute sich um und entschied sich für das Nächstliegende im wahrsten Sinne des Wortes. „Dampfsauna“ stand an der Milchglastür, vor der ihr Weg sein vorläufiges Ende gefunden hatte.

„Wie praktisch“, dachte er, knotete den Gürtel seines gelben, kurzen Bademantels auf, ließ ihn über die Schultern gleiten und hängte ihn an einen der Haken direkt neben der Saunatür. Da kein weiterer Bademantel in der Nähe hing, freute er sich darüber, dass offensichtlich niemand in der Sauna war und er das seltene Vergnügen genießen würde, den Raum ganz für sich allein zu haben. Beim Schließen der Tür drückte sich noch ein Schwall der kühlen Luft von draußen an seinem Körper vorbei, dann war er ganz eingehüllt vom Dampf. Ein leises Platschen der Tropfen, die von der Decke des kreisrunden Raumes auf den Boden fielen, war das Erste, was er wahrnahm. Um den in der Mitte stehenden Dampfbrunnen herum lief an der Wand entlang, nur unterbrochen von der Aussparung für den Eingang, eine steinerne Bank. Die ganze Sauna war gehalten in unterschiedlichen Blautönen, kleine Mosaiksteine, auf den Bänken, an der Wand, auf dem Boden, darin versteckt Bilder griechischer Gottheiten in ihrer ganzen erhabenen Schönheit. Die seltsam wabernde Stimmung in den Wolken aus Dampf wurde noch verstärkt von den in die Decke eingelassenen, ebenfalls in blauem Licht sanft erstrahlenden kleinen Lampen. Langsam gewöhnten sich seine Augen an das seltsame Licht, auf seiner sanft schimmernden Haut entstanden die ersten kleinen Wasserperlen. Unschlüssig stand Lars in der Mitte des Raumes rechts neben dem Dampf ausstoßenden Brunnen, schaute an der Wand vor sich auf das Bild eines nackten Adonis und überlegte gleichzeitig, wo in dem leeren Raum er sich niederlassen wollte. Unvermittelt hörte er ein Geräusch, welches sich von der auf den auf den Boden klatschenden kleinen Wassertropfen sehr deutlich unterschied. Es war ein sehr leises, unterdrücktes, aber doch vernehmliches Stöhnen. Er wandte seinen Blick nach links, vorbei an der Statur eines antiken Leistungssportlers, der auf dem Brunnen stand, registrierte irritiert im Vorbeihuschen seines Blickes sein durchaus bemerkenswertes Geschlechtsteil und wandte seinen Blick langsam über die Schulter nach hinten, wo sie die Quelle des Geräusches vermutete.

Rechts neben der Milchglastür war es etwas dunkler, die Lämpchen in der Decke beleuchteten mehr die Mitte des Raumes und das von draußen durch den trüben Eingang hinein fallende Licht reichte nicht aus, den Bereich neben der Tür gleichmäßig auszuleuchten. Wieso, so fragte er sich im Bruchteil einer Sekunde, war ihm das nicht sofort aufgefallen, dass da jemand saß? Na klar, im Moment seines Eintretens hatte die Tür die Person verdeckt. Schon wollte sie sich wieder abwenden, als der Schatten sich löste. Er traute seinen Augen nicht. Das war nicht eine, das waren zwei Personen, die in dem heißen Nebel vor ihm saßen. Wie gebannt blieb er neben dem Brunnen stehen und lehnte sich langsam an den heißen Rand an. Die erhabenen Verzierungen drückten sich in seine schlanke Taille, erhitzten das Wasser auf seiner Haut noch mehr, was durchaus ein leicht brennendes Gefühl hervorrief und trotzdem konnte er sich nicht bewegen. Die Szene vor seinen Augen zog er augenblicklich in seinen Bann und irritierte ihn auf außergewöhnliche Weise.