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Katja lebt mit Christian und Nelly im Rheingau, doch Erinnerungen machen ihr das Herz schwer. Um sich dem Ganzen zu stellen, fliegt sie nach Südfrankreich. Als Marie für einen kleinen Eingriff ins Krankenhaus muss, begleitet Katja sie nach Marseille. Dort begegnet sie jemandem, der ihr Leben völlig durcheinanderbringt. Wer ist es und welche Verwicklungen kommen auf sie zu? Kann sie das große Geheimnis aufdecken, das sich hinter allem verbirgt?
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Seitenzahl: 259
Veröffentlichungsjahr: 2025
Ute Dombrowski
Tabu Traurige Erinnerungen
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Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
Tabu
Traurige Erinnerungen
Ute Dombrowski
1. Auflage 2025
Copyright © 2025 Ute Dombrowski
Umschlag: Ute Dombrowski
Titelfoto: Lisa Kabel
Lektorat/Korrektorat: Julia Dillenberger-Ochs
Satz: Ute Dombrowski
Verlag: Ute Dombrowski Niedertiefenbach
Druck: epubli
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors und Selbstverlegers unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Katja stand am Fenster und sah den Regentropfen zu, die an der Scheibe herunterflossen und ungleichmäßige Streifen hinterließen. Es war fünf Uhr. Sie hatte schlecht geschlafen, zum einen wegen der Schmerzen am ganzen Körper, die sie immer im Oktober während der Weinlese überfielen und ganz schnörkellos auf ihr Alter hinwiesen, zum anderen, weil sie in letzter Zeit immer wieder von wirren Träumen geplagt wurde.
Jetzt sah sie zu Christian, der noch leise schnarchte. Ein Bein lag auf der Bettdecke, ansonsten war er zugedeckt bis zum Kinn. Sie spürte eine große Wärme in sich und lächelte. So fühlte sich Liebe an, so und nicht anders.
Und doch war da noch etwas anderes in ihr, eine unbestimmte Sehnsucht, die ihre Gedanken immer wieder in die Vergangenheit lenkte. Sie hatte intensiv von Daniel geträumt und es war so, als wäre er noch am Leben. Er lächelte, aber in seinen Augen lagen Trauer und Schmerz. Daniel hatte die Hand nach ihr ausgestreckt, doch als sie danach greifen wollte, fiel sie rückwärts in eine nicht enden wollende Tiefe, über sich Daniel, der sich von ihr abwendete und wegging. Sobald sie nach ihm rufen wollte, schreckte sie hoch und saß schweißgebadet im Bett. Meist sah sie dann hinüber zu Christian, der immer tief und fest schlief oder nicht zeigte, dass er ihre Unruhe spürte.
Und Christian tat jedes Mal so, als ob er schlafen würde, denn er wusste nicht, was er tun sollte: schweigen oder Katja ansprechen? Vielleicht war es ihr peinlich und unangenehm, wenn er sie so verletzlich sah. Vielleicht war es nur eine Phase. Er hatte gehört, dass sie nicht seinen Namen sagte, und das verwirrte ihn ebenso wie die Tatsache, dass sie nicht von sich aus mit ihm darüber sprach. Andererseits erwartete sie vielleicht, dass er zuerst etwas sagte. Eben hatte er sie aus dem Bett schleichen sehen und war sofort wieder eingeschlafen. Auch sein Körper verlangte ausdrücklich nach Ruhe, wenn er den ganzen Tag in den Weinbergen unterwegs gewesen war.
Katja überlegte, ob sie zurück ins Bett gehen sollte, doch dann entschied sie sich dagegen und ging hinunter in die Küche. Dort setzte sie die hochmoderne Kaffeemaschine in Gang, die ihr Christian zum Geburtstag geschenkt hatte. Anfangs war sie überzeugt gewesen, für die Bedienung des schwarz glänzenden Kastens ein Studium in Atomphysik zu benötigen, aber Christian hatte geduldig mit ihr geübt, sodass sie jetzt nur ihre Lieblingstasse unter den Auslass stellte und auf einen Knopf drückte. Sofort setzte sich das Mahlwerk leise in Bewegung und als der erste Tropfen in die Tasse fiel, zog Kaffeeduft durch die Küche. Sie goss Milch aus der Flasche dazu, denn den Milchaufschäumer zu benutzen, weigerte sie sich hartnäckig. Katja war kein Fan solcher Geräte, doch sie hatte Christians Willen gesehen, ihr eine Freude zu bereiten und so hatte sie gelernt, diesen Automaten zu mögen und zu nutzen.
Nachdenklich fuhr sie mit dem Daumen über den Rand der Tasse und setzte sich an den Küchentisch. Der Regen prasselte immer noch gegen die Scheiben. Der heiße Kaffee und das gedämpfte Licht der Lampen unter den Oberschränken vermittelten Wärme und Geborgenheit. Heute war Samstag und sie hatten sich vorgenommen auszuschlafen, also wollte sie Christian nicht wecken, darum saß sie einfach nur da und trank Kaffee.
Da sie in diesem Jahr noch einmal ein Sabbatjahr eingelegt hatte, war eigentlich jeden Tag Wochenende, aber bei der Weinlese zu helfen, war sie Benjamin und Christian schuldig. Sie freute sich auf Nellys erste Schulferien, die sie miteinander genießen wollten, aber auf diese Freude konnte sie sich heute Morgen nur schwer konzentrieren.
Ihre Gedanken wanderten zu ihrem Traum von heute Nacht. Wieder war sie gefallen, endlos, geräuschlos. Daniel hatte sich abgewendet und wenn sie das Bild dieser Bewegung heraufbeschwor, lief es ihr eiskalt über den Rücken und der Schmerz pochte deutlich spürbar in ihrer Brust.
Warum durchlebte und durchlitt sie in den letzten Wochen solche Träume? Es zerriss ihr fast das Herz, wenn sie an Daniel dachte, und sein Tod war in den Nächten so präsent wie er lange nicht mehr gewesen war. Sollte sie mit jemandem darüber reden? Mit Christian?
Wärme floss plötzlich wieder durch ihren Körper, als sie an Nelly dachte. Die Kleine schlief sicher tief und fest und würde im Laufe des Tages Katjas Welt zum Leuchten bringen. Auch Christian sah in Nelly seine Sonne, die ihn, den Planeten, zum Strahlen brachte. Die Harmonie, die zwischen Mutter, Vater und Kind herrschte, war unfassbar schön. Nelly war jetzt sieben und liebte die Schule, in der sie mit ihren Freundinnen aufregende Erlebnisse teilte.
Cora hatte gelacht, als Katja ihr von ihrem harmonischen Familienleben erzählt hatte.
„Na, warte mal ab, wenn die Pubertät kommt“, hatte sie trocken gesagt, „dann habt ihr ganz anderen Spaß. Und wenn der erste Freund an die Tür klopft, wird der liebe Papa ausflippen und sein Engelchen beschützen. Ich bete für euch, dass sie weiter offen bleibt und euch immer alles erzählt. Und wenn nicht, dann freut euch über die Überraschungen.“
Sie hatten zusammen gelacht, aber Katja hatte insgeheim gehofft, dass das Leben immer so bleiben würde wie jetzt.
Katja lauschte. Im Haus war es still, zu still, und so stellte sie leise das Radio an, das am Kopfende des Tisches stand. Musik mischte sich mit den monotonen Geräuschen des Regens. Nellys erste Schulferien hatten begonnen und das Mädchen hatte bereits gestern Abend einen Haufen von Plänen geschmiedet. In erster Linie wollte sie bei Benjamin auf dem Weingut helfen. Als sie Christians Grinsen gesehen hatte, war sie zu ihm gelaufen und hatte ihn ihre Muskeln fühlen lassen.
„Du musst gar nicht lachen, Papa, ich bin stark und habe Ahnung.“
„Ich lache nicht“, hatte Christian gesagt, „ich habe nur Angst vor dir, weil du solche Muskeln hast. Was soll ich nur machen, wenn du mich niederringst?“
Nelly hatte sich auf ihn gestürzt und unter Lachen und Kreischen hatten die beiden einen Show-Kampf gezeigt, über den sich Katja sehr amüsierte. Als Christian angefangen hatte, Nelly zu kitzeln, ergab sie sich und ließ sich von der Couch auf den Teppich fallen.
„Du hast gewonnen.“
Ihr nächster Blick war zu ihrer Mutter gegangen. Vorwurfsvoll hatte Nelly den Kopf auf die Hände gestützt.
„Und du hast mir nicht geholfen!“
Katja war zu ihrer Tochter gerobbt und hatte sie in den Arm genommen. Sie bat um Verzeihung und entschuldigte sich damit, dass sie Angst vor Nellys starkem Papa gehabt hätte.
„Ach Mama, das musst du nicht, der Papa hat dich doch lieb, der würde dir nie etwas tun. Niemals!“
Katja hatte sich abwenden müssen, denn Tränen waren in ihre Augen geschossen. Christian, der es beobachtet hatte, war aufgesprungen, hatte sich Nelly über die Schulter gelegt und in ihr Zimmer getragen. Katja hatte immer noch auf dem Teppich gelegen, als er zurückkam. Er hatte sich neben sie gelegt und wortlos geküsst. Dafür war sie ihm unendlich dankbar.
Und dann war da immer wieder dieser Traum. Sie räumte die Tasse weg, setzte sich an den Tisch und malte unsichtbare Kreise. Katja überlegte, wann es angefangen hatte.
„Im Juli, nach meinem Geburtstag.“
Marie war angereist, hatte Freude und Vergnügen mitgebracht, und so hatten sie eine tolle Woche verbracht. Sie hatten in Erinnerungen geschwelgt und viel unternommen. Als Marie abgereist war, hatte sich in Katja eine undefinierbare Leere ausgebreitet. Stück für Stück waren die Menschen von damals zurück in ihre Erinnerung gekrochen und hatten ihr den einen oder anderen Stich versetzt, meistens, wenn sie nicht damit rechnete. Und da hatten auch die Träume angefangen.
Das alles darf mich nicht länger aus der Bahn werfen, dachte sie, und wunderte sich auch über Christian. Sah er nicht, wie es ihr ging? Oder war er rücksichtsvoll wie immer und hoffte, dass es nur eine Phase war? Woche um Woche hatte sie sich immer mehr in ihren Erinnerungen verloren, aber Christian schwieg. Es fühlte sich beinahe so an, als würde er es nicht sehen wollen, und das tat weh. Ihr Retter, ihr Fels in der Brandung spürte nicht, dass es ihr schlecht ging? Konnte das sein?
„Ich muss mit jemandem reden. Vielleicht sind es nur Hirngespinste.“
Sie schrieb Bea eine Nachricht mit der Frage, ob sie am Nachmittag Zeit und Lust für einen Spaziergang hätte. Dann legte sie das Handy beiseite, denn es war erst sechs Uhr. Samstagmorgen. Sie legte den Kopf auf die Arme und schreckte erst hoch, als Nelly an ihr rüttelte.
„Hat der Papa dich aus dem Bett geschubst?“
Sie streckte sich und nahm die Kleine in die Arme.
„Ja, mein Schatz, der Papa hat so gedrängelt, da musste ich hier weiterschlafen.“
Sie lachten und Nelly lief zu Christian ins Schlafzimmer, wo sie mit Anlauf auf das Bett sprang. Christian wurde unsanft geweckt und begann wieder, Nelly zu kitzeln.
„Wenn du nochmal die Mama aus dem Bett drängelst, dann schimpfe ich mit dir.“
„Das tut mir leid, Schatz. Wo ist denn die Mama jetzt?“
„In der Küche musste sie schlafen, auf dem Tisch.“
„Na, dann komm mal mit. Ich werde mich entschuldigen.“
Bea war um drei Uhr am Nachmittag gekommen und froh, dass sie sich die Zeit genommen hatte, denn Katja sah furchtbar aus. Sie hatte dunkle Augenränder und mindestens zehn Kilo weniger auf den Rippen. Katja war immer schlank gewesen, doch jetzt war sie dünn. Nelly wollte die beiden beim Spaziergang begleiten, aber Christian schien zu ahnen, wozu der Besuch von Bea diente. Er lief mit Nelly zum Weingut. Dort wartete bereits Hofhund Benni, um seine täglichen Streicheleinheiten einzufordern.
Die Frauen tranken im Stehen eine Tasse Kaffee und machten sich auf den Weg durch die Weinberge. Bea drängte nicht, nein, sie wartete, dass Katja anfing zu sprechen. Und das tat sie dann auch.
„Bea, ich bin total durch den Wind.“
„Was du nicht sagst. Du siehst aus wie ein Gespenst. Was machst du nachts?“
„Ich habe so intensive und schreckliche Träume, dass ich so gut wie gar nicht schlafe.“
„Ach, Liebes, ich habe es schon geahnt und bin bereit zuzuhören.“
Katja seufzte. Sie sprach von ihrer Leere, die sie seit Maries Besuch fühlte, von den Träumen, die sie Nacht für Nacht aus dem Bett trieben, der Sehnsucht nach Daniel.
„Das Schlimmste ist, dass er sich von mir abwendet und verschwindet. Ich will seine Hand nehmen und er löst sich auf. Das fühlt sich jedes Mal an, als würde mir jemand eine glühende Klinge ins Herz stoßen.“
Sie hatten sich auf eine Bank gesetzt und Katja schlug die Hände vors Gesicht. Ihre Schultern zuckten, Tränen flossen zwischen ihren Fingern hindurch. Bea hatte einen Arm um ihre Freundin gelegt. So schlecht war es Katja noch nie gegangen! Sie fühlte sich hilflos, denn sie wusste nicht, was sie für sie tun konnte. Vielleicht brauchte sie einen Arzt? Bea spürte die Verzweiflung, als Katja sie mit ihren sanften braunen Augen ansah. Die Lebensfreude, die stets in ihnen gefunkelt hatte, war verschwunden. Es gab nur noch Trauer und Mutlosigkeit.
Katja war froh, dass Bea schwieg und sie nur festhielt. Sie hätte weise Ratschläge jetzt nicht haben wollen, sondern wünschte sich nur, dass ihr jemand zuhörte. Sie wusste, dass niemand verstehen würde, was in ihr vorging. Daniel war lange tot, Karim war lange tot, Arne war auch gestorben, doch sie hatte etwas, was sie in den letzten Jahren über all den Schmerz hinweggetröstet hatte: Christian und Nelly, ihre Familie. Benjamin und Marie gehörten ebenso dazu wie ihre Freunde Bea, Hannes, Cora und Michel.
„Christian sagt nichts dazu.“
„Wie?“
„Ich denke immer: Frag mich, was los ist! Aber er schaut mich nur an und wartet. Er kümmert sich um Nelly, er arbeitet hart und dann ist er so wahnsinnig rücksichtsvoll, dass ich schreien möchte. Dabei kann er gar nichts für mein Elend und so gern ich möchte, dass wir darüber reden, so froh bin ich, dass ich ihm nicht mein Innerstes offenbaren muss. Und weißt du was? Ich denke, ich werde verrückt, aber ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.“
Bea räusperte sich. Auch ihr war das Herz schwer geworden und sie hätte am liebsten mit Katja geweint.
„Ich denke, du solltest mit Christian reden. Er liebt dich, er kennt dich, er wird dich verstehen.“
„Meinst du? Ich liebe ihn auch, aber soll ich ihn mit meinen Sorgen belasten?“
„Oder du redest mit einem Psychologen. Das ist nichts Schlimmes und manchmal kann einem ein Außenstehender besser helfen. Ich muss zugeben, dass ich auch keine Ahnung habe, was du sonst machen kannst, als dich jemandem anzuvertrauen. Im Augenblick ist da Christian mein Favorit.“
„Ich weiß nicht …“
„Irgendwas muss geschehen, sonst gehst du ein wie eine Primel.“
Sie standen auf und liefen weiter.
„Du hast ja recht“, sagte Katja leise. „Ich muss …“
Sie umarmte Bea.
„Danke fürs Zuhören. Ich habe bisher mit keiner Menschenseele darüber geredet.“
„Du schaffst das. Wir schaffen das. Ich bin für dich da und deine Lieben auch, glaube mir. Wir teilen gern deine Last und deine Sorgen. Wir haben alle schon einen lieben Menschen verloren, also halten wir jetzt zusammen und dann kriegen wir dich wieder auf die Reihe. In Ordnung?“
Katja nickte und sie liefen schweigend weiter. Zehn Minuten später begann es wieder zu regnen und die Frauen drehten um. Im Weingut setzten sie sich an den Kamin und sprachen über die Kinder, bis Nelly hereinstürmte, gefolgt von einem feuchten Mischlingshund. Sie war nass und schmutzig, ihre Socken hinterließen feuchte Flecken, auch Bennis Pfoten hinterließen nasse Abdrücke. Nelly sprang zu ihrer Mutter auf die Couch und grinste Bea an. Benni drehte um und legte sich in der Küche in sein Körbchen.
„Ich habe Wein gelesen“, sagte Nelly ernst.
„Oh, ist das nicht zu schwer für dich?“
„Nein, ich kann das schon sehr lange. Onkel Benjamin hat mir das gezeigt. Ich arbeite in den Ferien bei ihm und kriege hundert Millionen Euro.“
Bea und Katja prusteten los.
„So viel zahlt dir Onkel Benjamin? Wow, das ist sehr viel Geld.“
„Was willst du dir denn davon kaufen?“, fragte Katja.
„Mami, ich kaufe dir eine Reise zu Marie. Du siehst voll traurig aus, seit sie weg ist. Also musst du sie besuchen, damit du wieder lachen kannst.“
Bea konnte das kleine Mädchen gerade noch über ihre Schulter legen und rannte aus dem Wohnzimmer, denn Katja war in Tränen ausgebrochen. Bea kitzelte Nelly beim Gang in deren Zimmer. Dieses Zimmer hatte Benjamin mit Liebe eingerichtet, damit Nelly auch mal hier übernachten konnte. Das erzählte er jedenfalls allen, die sich wunderten.
„Wo willst du denn hin?“, quietschte Nelly vergnügt.
„Ich muss niesen, wenn ich deine nassen Socken sehe. Also wirst du dich umziehen und dann machen wir Abendessen. Ich bleibe noch ein bisschen hier und wir spielen etwas, einverstanden?“
„Zu Befehl, Tante Bea!“
Sie verschwanden in Nellys Zimmer.
Unten wischte sich Katja die Tränen weg. Es war wirklich Zeit, ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen, wenn auch schon Nelly merkte, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Sie putzte sich die Nase und ging in die Küche, um Teewasser aufzusetzen.
Als Katja, Nelly, Christian, Benjamin und Bea eine halbe Stunde später am großen Küchentisch zu Abend aßen, fühlte sich Katja schon ein wenig besser. Allerdings hatte sie panische Angst davor, ins Bett zu gehen, denn sie ahnte, dass ihr die bösen Träume erneut den Schlaf rauben würden. Doch jetzt sah sie nur ihre Familie, deren Lachen sie mit Wärme erfüllte.
„Was spielen wir denn?“, fragte Bea.
„Ich würde lieber einen Film gucken“, sagte Nelly und gähnte.
„Ach, du bist ja schon viel zu müde. Eine Runde spielen, dann gehen wir zu dir nach Hause und ich lese dir noch etwas vor, ja?“
„Ja, Tante Bea, so machen wir das. Aber vielleicht lese ich dir was vor.“
Nelly sprang mit stolzem Blick vom Stuhl und rannte los, um ein Buch zu holen. Benjamin ging unter die Dusche.
„Ich gehe dann mal mit Nelly nach oben“, sagte Bea und zwinkerte Katja zu.
Die nickte und lächelte, denn jetzt war ein guter Zeitpunkt, um mit Christian zu reden. Sie gingen hinüber ins Wohnzimmer, Christian legte noch ein Holzscheit in den Kamin, dann setzte er sich auf die Couch und klopfte auf den Platz neben sich.
Katja setzte sich zu ihm, weinte und redete, redete und weinte. Als alles heraus war, küsste Christian sie sanft.
„Ich glaube, Nelly hat die Lösung schon gefunden.“
„Wie?“
„Du musst zu Marie fahren und deine Erinnerungen in Ordnung bringen.“
Am nächsten Morgen fühlte sich Katja besser, denn sie hatte geschlafen, auch wenn sie wieder sehr früh wach war. Bea hatte Nelly gestern Abend ins Bett gebracht, hatte Katja zugezwinkert und war nach Hause gefahren. Katja stieg aus dem Bett, ging in die Küche und trank eine Tasse Kaffee. Hatten Nelly, Christian und Bea recht? Sollte sie ihre Sachen packen und zu Marie fliegen? Ganz allein? Sollte sie die Ferien ohne Christian und Nelly nutzen, um sich zu erholen?
Sie rührte in der Tasse, stand dann auf und holte sich ihr Laptop an den Küchentisch, um nach einem Flug zu suchen. Als sie das Laptop öffnete, fuhr ihr Finger wie ferngesteuert zu dem Ordner mit den Fotos. Es gab eine Datei mit Bildern von Christian und ihr bei der Hochzeit. Der Ordner mit Bildern von Nelly platzte fast aus allen Nähten. Nelly als Baby, Nelly als Kleinkind, Nelly auf dem Arm vieler lieber Menschen.
Als Katja auf die Datei mit den Erinnerungen tippen wollte, blieb ihr Finger in der Luft hängen. Sie hatte sich die Fotos sehr lange nicht mehr angesehen, denn es hatte immer wehgetan, egal, wie viel Zeit vergangen war. Der Finger schwebte noch eine Weile über dem Symbol, doch dann ließ sie die Erinnerungen, wo sie waren.
„Ich kann nicht. Noch nicht. Heute würde es mich zerreißen“, flüsterte sie in die Stille der Küche.
Sie kehrte zurück auf die Seite mit den Flügen und notierte auf einem alten Briefumschlag die Zeiten. War es wirklich möglich, in Südfrankreich zur Ruhe zu kommen? Sie sehnte sich nach Harmonie in ihrer Seele, nach einer friedlichen Zukunft mit Christian, Nelly und ihren Freunden. Sie wollte ihre Vergangenheit nicht vergessen, aber das könnte sie sowieso niemals.
Katja horchte in sich hinein, lächelte, klappte das Laptop zu und ging zurück ins Bett, wo sie ihre kalten Füße unter Christians Decke steckte. Er war wach und nahm sie in den Arm.
„Wo warst du?“
„Ich habe nach Flügen geschaut.“
„Das ist gut“, sagte er seufzend und küsste sie sanft.
Sie schliefen noch eine Stunde, dann kam Nelly und sprang mit Schwung in ihr Bett. Es hatte endgültig aufgehört zu regnen und ein schöner Herbstferientag kündigte sich an. Beim Frühstück sprachen sie über die Reise zu Marie.
„Ich kann leider nicht mitkommen, Mama, ich muss arbeiten. Wir müssen die Trauben vom Berg holen und Wein machen. Tja, tut mir leid.“
Katja und Christian mussten lachen, denn Nelly hatte so geseufzt, als wäre sie eine echte, schwer arbeitende Winzerin.
„Papa, warum fliegst du nicht mit?“
„Meine Kleine, einer muss auf dich und Benjamin aufpassen. Und da Mama ihre Reise machen muss, bleibe ich hier bei euch. Wenn du damit einverstanden bist?“
Er sah Katja fragend an.
„Ich glaube, ich schaffe das allein. Danke, dass es euch gibt. Ich rufe gleich mal Marie an. Räumt ihr den Tisch ab?“
Nelly sprang auf und knallte die Teller aufeinander. Katja ging ins Wohnzimmer, rief Marie an und musste sich die Tränen verkneifen.
„Guten Morgen, liebe Marie, ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt.“
„Ach, Liebes, du kennst mich doch! Ich bin schon eine Weile auf und fahre gleich einkaufen. Wie geht es dir denn?“
„Ich … mir … nun, es geht mir gerade nicht so gut. Darf ich eine Weile zu dir kommen?“
Marie ahnte, was Katja zu schaffen machte und lud sie voller Begeisterung ein, so lange zu bleiben, wie sie mochte.
„Hast du denn Zeit?“
„Ich bin doch im Sabbatjahr. Nelly hat Herbstferien und arbeitet bei Benjamin und Christian passt auf, dass alles glatt geht. Ich könnte übermorgen kommen.“
Sie besprachen noch die Einzelheiten des Fluges und legten auf. Irgendwie fühlte sich Katja erleichtert und sah der Reise positiv entgegen.
Als sie in die Küche zurückkam, hatten Nelly und Christian alles aufgeräumt und sahen sie erwartungsvoll an.
„Ich fliege übermorgen, wenn ihr nichts dagegen habt.“
Christian nahm Katja in den Arm, Nelly kletterte auf einen Stuhl und schlang um die beiden ebenfalls ihre Arme.
„Kannst du, ich habe alles im Griff“, sagte sie mit tiefer Stimme. „Wir schaffen das.“
Sie kicherten und Katja wischte ein bisschen an ihren Augen herum.
„Nicht weinen, Mama“, sagte Nelly und nahm Katjas Gesicht in ihre Hände. „Du machst jetzt einen schönen Urlaub und danach bist du wieder fröhlich. Bringst du mir was Schönes mit?“
„Natürlich, Schatz. Und jetzt anziehen! Du musst zur Arbeit.“
Nelly hüpfte vom Stuhl und rannte nach oben, während Christian Katjas Kinn anhob und sie zärtlich küsste.
„Es wird dir guttun. Wir haben ein weises kleines Mädchen.“
Katja schmiegte sich in seine Arme und beschloss, heute nochmal mitzugehen zum Weingut, um in der Vinothek ein bisschen Ordnung zu machen, bevor sie eine Weile weg war. Als alle angezogen waren, liefen sie zu Benjamin.
„Da kommt ja meine beste Mitarbeiterin!“, rief er und breitete die Arme aus.
Nelly flog auf ihn zu und wurde rundherum gedreht. Dann setzte Benjamin sie neben Hofhund Benni ab und kam auf Katja und Christian zu.
„Guten Morgen. Katja, was machst du so früh hier?“
„Ich fliege übermorgen zu Marie, darum wollte ich hier noch ein bisschen aufräumen und putzen. Geht ihr mal in die Weinberge, ich koche später.“
„Viel ist es nicht mehr, wir waren in diesem Jahr schnell. Natürlich auch dank meiner besten Erntehelferin.“
Nelly kam aus dem Haus, hatte einen Eimer und eine Schere in der Hand und meldete sich bereit zur Arbeit. Eine halbe Stunde später war Katja allein und begann zu putzen.
Sie räumte die Regale leer und wischte sie aus, spülte alle Gläser und stellte sie umgedreht ins Regal zurück. Nach zwei Stunden war das geschafft und sie machte sich über den Fußboden her. Danach war sie angenehm erschöpft und setzte sich unter die Kastanie im Hof.
Als ihr Handy klingelte, war Bea dran.
„Na, gibt es etwas Neues?“
„Ich fliege übermorgen zu Marie und arbeite meine Erinnerungen auf.“
„Das ist eine kluge Entscheidung. Es wird dir guttun.“
„Ob ich Daniel und Karim jemals vergessen kann?“
„Oh nein!“, rief Bea. „Das sollst du doch gar nicht. Die beiden sind Teil deines Lebens und sie werden immer in deinem Herzen bleiben.“
Ja, dachte Katja, anders kann ich es mir auch nicht vorstellen. Christian hatte immer gewusst, wie wichtig Daniel, seine Eltern und auch Karim ihr waren. Und er wusste auch, wie wichtig ER ihr war. Es gab keine Eifersucht, denn für ihn war es selbstverständlich, dass dieser Teil von Katjas Leben auch zu ihrem gemeinsamen Leben dazugehörte.
„Ich danke dir fürs Zuhören, auf Nelly aufpassen und für den Anstoß, den du mir gegeben hast“, sagte Katja.
Sie sprachen noch einen Moment über die anstehende Reise und Bea versprach Unterstützung für Christian. Die Freundin war Nelly die beste Tante der Welt und Katja konnte sich darauf verlassen, dass sich Bea gut um die Männer und ihre kleine Prinzessin kümmern würde.
Katja saß am nächsten Vormittag auf dem Bett und starrte in ihren Koffer. Die Gedanken wirbelten seit gestern in ihrem Kopf herum. Was sie einpacken musste, war ihr dabei schon klar, doch über Nacht hatte sich eine innere Stimme gemeldet und die Reisepläne infrage gestellt. War es richtig, sich dem realen Leben hier auf dem Weingut zu entziehen? Eine andere Stimme hatte gesagt: Es ist Urlaub, den du gern in Südfrankreich verbringen darfst.
Ein Gutes hatte das Grübeln jedoch: Die Alpträume waren ausgeblieben und sie hatte besser geschlafen als in den Nächten zuvor. Jetzt stand sie auf, ging zum Schrank, legte Kleidungsstücke in den Koffer und war erstaunt, mit welcher Routine ihr das von der Hand ging. Sie war oft bei Marie gewesen und hatte sich immer wohlgefühlt, selbst als schreckliche Dinge passiert waren, die ihr den Boden unter den Füßen weggezogen hatten. Darum beschloss sie sich zu freuen: Es würde ein angenehmer Urlaub werden.
Katja wischte rasch die Tränen fort, die sich in ihre Augenwinkel geschlichen hatten und schloss den Deckel des Koffers, bevor sie ihn neben das Bett stellte. Erleichtert lief sie nach unten und widmete sich den normalen Tätigkeiten im Haushalt.
Als sie sich eine Stunde später auf den Weg zum Weingut machte, strahlte die Sonne von einem azurblauen Himmel. Dabei kam ihr erneut in den Sinn, dass die Entscheidung, zu Marie zu fliegen, wohl doch richtig war, denn die guten Gedanken hatten sogar den trüben Herbst vertrieben und der goldenen Seite Platz gemacht.
Benjamin, Christian und Nelly waren in den Weinbergen unterwegs und lasen die letzten Trauben. Zum Mittagessen hatte sich das Mädchen Schnitzel und Pommes bestellt, dazu Schokoladenpudding. Katja nahm das Fleisch aus dem Kühlschrank und schälte Kartoffeln für sich und die Männer, bereitete den Blumenkohl zu und freute sich auf das gute Essen bei Marie. Ein Lächeln, das sich warm anfühlte wie lange nicht mehr, legte sich über ihr Gesicht.
Als das Essen vorbereitet war, setzte sie sich in eine Decke gehüllt unter die Kastanie. Benni war ihr aus der Küche hinterher getrottet. Ein Auto hielt, die Fahrerin stieg aus und kam zu Katja herüber.
„Guten Morgen, sind Sie hier vom Weingut?“
„Ich gehöre dazu. Wie kann ich Ihnen helfen?“
„Ich würde gerne hier für unsere kleine Firma die Weihnachtsfeier ausrichten lassen, wenn Sie noch einen Termin frei haben.“
Katja stand auf und bat die Frau, ihr in die Vinothek zu folgen. Die Ausrichtung von kleineren Feiern im Winter brachte nochmal ein bisschen Geld und machte das Weingut bekannter, also sagte Katja zu. Benjamin würde sich freuen. Katja bot ihrem Gast ein Glas Wein an, was die Frau, die sich als Bernadette Markmann vorstellte, jedoch ablehnte. Ein Glas Most nahm sie aber gern an.
Die beiden besprachen alles Wichtige, Katja trug es in den Kalender ein und dann gingen sie zusammen zurück zur Kastanie. Benni, der sich neben der Bank zusammengerollt hatte, hob nur kurz den Kopf.
„Es ist schön hier. Sie müssen sehr glücklich sein.“
Katja überlegte einen Moment. Auch wenn es ihr gerade nicht so gut ging, ja, sie war glücklich.
„Das ist richtig, ich bin sehr froh, dass ich hier sein darf.“
„Danke für alles, ich freue mich auf die kleine Feier.“
Bernadette stieg ins Auto und fuhr davon. Katja sah ihr hinterher, dann setzte sie sich wieder auf die Bank und wartete auf Nelly und die Männer.
Endlich hörte sie etwas: „Mama! Mama, ich habe heute sehr gut gearbeitet. Auch wenn ich hingefallen bin.“
Nelly rannte auf Katja zu, ließ sich seufzend auf die Bank fallen und schmiegte sich an ihre Mutter. Sie war auf der Rückseite sauber, auf der Vorderseite jedoch vom Gesicht bis zu den Füßen schmutzig.
Sie zeigte mit den Händen an sich herab und sagte ernst: „Guck dir die Sauerei an.“
Katja musste lachen, sah Nelly doch sehr sorgenvoll aus.
„Was ist denn passiert?“
„Ich bin weggerutscht und hingeknallt, auch mit der Nase.“
Dann entlud sich ein Wasserfall an Informationen mit einer genauesten Schilderung des Malheurs. Am Ende sah Nelly wieder bedröppelt drein.
„Es tut mir leid, dass du das alles waschen musst.“
„Das ist nicht so schlimm. Kommst du mit rein und hilfst mir beim Tisch decken?“
Statt einer Antwort stürmte sie voran. In dem Moment kamen auch Christian und Benjamin zu ihr. Christian küsste sie mit kalten Lippen und schaute ihr aufmerksam ins Gesicht.
„Dir geht es gut?“
Er hatte es als Frage formuliert, obwohl es mehr eine Feststellung war. Katja nickte und lächelte. Für Christian war das gut und die drei gingen ins Haus. Sie hatten schon viele schwere Zeiten erlebt und jetzt wusste er, dass sie auch das gemeinsam meistern würden.
Beim Essen berichtete Benjamin, dass sie jetzt alle Trauben gelesen hatten, und Katja erzählte von Bernadette und der Weihnachtsfeier.
„Sehr gut!“, rief Benjamin. „Fünfzehn Personen, das ist überschaubar. Bis dahin musst du dann wieder da sein. Einer muss schließlich kochen.“
„Aber Onkel Benjamin, das kann ich doch machen“, schlug Nelly im ernsten Ton vor. „Ich kann Pizza, Torte, Erdbeeren und Stulle.“
„Stulle?“
„Mann, das hat mir Tante Cora gesagt: Stulle ist Brot mit was drauf. Wurst oder Käse und Gürkchen.“
„Na dann“, sagte Benjamin lachend. „Bleib ruhig im Urlaub, liebe Katja, mit Nelly verhungern wir nicht.“
„So lange wollte ich euch gar nicht allein lassen.“
„Mama, wir schaffen das, wir sind doch schon groß genug.“
Sie lachten, dann rannte Nelly aus der Küche. Katja räumte den Tisch ab, Christian holte drei Tassen aus dem Schrank und stellte sie nacheinander unter die Kaffeemaschine. Der Duft, der sich jetzt ausbreitete, war herrlich. Benjamin streckte die Beine unter dem Tisch aus und schloss kurz die Augen. Erst, als der dampfende Kaffee vor ihm stand, sah er wieder auf.
„Hast du schon deinen Koffer gepackt?“
„Ja, aber viel brauche ich nicht. Ich reise nur mit einem kleinen Koffer. Bei Marie gibt es ein ganzes Zimmer voller Klamotten für mich, außerdem ist es noch warm.“
„Dann vergiss deinen Bikini nicht“, sagte Christian und grinste.
„Keine Sorge, und wenn doch, dann gehe ich nackt schwimmen.“
Sie zwinkerte. Benjamin sprang auf, nahm die Kaffeetasse und ging hinaus.
„Nehmt euch ein Zimmer!“, rief er lachend.
„Was eine gute Idee ist“, flüsterte Christian Katja ins Ohr und presste seine Lippen in ihren Nacken.
Katja kicherte.
„Wie die jungen Kerle!“
„Wir sind doch noch jung, da darf man schon mal an sowas denken.“
Katja schmiegte sich in seine Arme. Es war ein gutes Gefühl, fast so, als wäre aller Schmerz der letzten Wochen vergessen. Christian war das Beste, was ihr nach all dem Elend passieren konnte. Er war ihr Held, ihr Freund, ihr Mann, ihr Liebhaber, der Vater ihres Kindes. Sie liebte ihn, das war klar. Doch in ihrem Herzen gab es trotzdem noch diesen dunklen Fleck.
Nelly umarmte ihre Mutter innig. Katja sah, dass sich ihr Mädchen die Tränen verkniff. Sie spürte, wie wichtig die Reise für Katja war. Christian und Nelly hatten Katja zum Flughafen gebracht und nun stand ein Abschied an. Christian fühlte, dass Katja eine ganze Weile bei Marie bleiben würde. Sanft küsste er sie.
„Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Wir warten hier auf dich. Vergiss nicht: Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch. Es tut mir leid und fühlt sich ein bisschen an, als würde ich schon wieder abhauen. Aber ich komme wieder.“
„Ich weiß“, sagte Christian leise und ließ Katja los.
