Traumbilder - Gay S. Hunter - E-Book

Traumbilder E-Book

Gay S. Hunter

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Beschreibung

Marc ist ein Stricher. Der Autor und Held der Geschichte verliebt sich in ihn. Sie erleben wunderbare Leidenschaft. Aber Marc hat ein zweites Gesicht. Eine grausame Fratze. Der Sexsklave rebelliert - nicht nur beim Sex.

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Seitenzahl: 52

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Gay S. Hunter

Traumbilder

Hemmungslos

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Toy Boy

Ein unerwarteter Besucher

Das Wiedersehen

Danach

Ein neuer Anfang

Kinobesuche

Impressum neobooks

Toy Boy

Es war ein dunkler, regnerischer Herbstabend in Hamburg. Am nächsten Morgen hatte ich einen frühen Vorstellungstermin und war bereits am Vorabend angereist, um mir das frühe Aufstehen am nächsten Morgen zu ersparen. Nach dem Einchecken und Auspacken hatte ich mich zu Fuß aufgemacht, um noch einen kleinen Happen zu Abend zu essen. Wie oft in fremden Städten, ging ich Richtung Bahnhof in der Hoffnung, dort ein Cafe Donald zu finden. Den Kopf voller Gedanken auf das Gespräch am nächsten Tag, näherte ich mich dem Hamburger Hauptbahnhof von der Ostseite her und rauschte voll in die Szene.

Plötzlich waren junge Gespenster um mich. Hager, blaß und verfallen, scheinbar siebzig Jahre alt, doch hatten sie wohl erst das 15. oder 16. Lebensjahr vollendet. Ich hielt inne, aus meinen Gedanken gerissen und schaute mich um. Im ersten Moment kam ich mir vor, wie der Lebende unter den Untoten. Die ausgemergelten Gesichter spiegelten sich in den Pfützen, die vom unangenehmen, der Szenerie jedoch angemessenen Sprühregen auf den Bahnhofsvorplatz, gezaubert wurden. In den Pfützen zogen sich Schlieren von Taxidiesel und gaben der Stimmung etwas Mysteriöses, Unnahbares. Unwillkürlich griff ich an meine Gesäßtasche und knöpfte die Lasche zu, um meinen Geldbeutel vor dem schnellen Zugriff eines Junkies zu schützen, als ich noch in der Bewegung erstarrte. Mitten in dieser Gesellschaft lebender Toter strahlte, dem Morgenstern gleich, eine wahre Schönheit. Jung, doch maskulin, eine Aura männlicher Erotik verbreitend stand er da, wie deplatziert wirkend. Ein Schimmer der Beleuchtung des Bahnhofsvorplatzes brachte seine dunklen Haare zum Leuchten, verliehen ihnen fast einen Heiligenschein. Trotz der kühlen Abendluft trug er nur Slacks und T-Shirt, dazu leichte Turnschuhe und eine dünne Leinenjacke über dem Arm. Vorsichtig, um nicht aufzufallen, mogelte ich mich einige Schritte näher heran; wohlwissend, daß ich in dieser Versammlung von viel zu frühgealterten Teenagern mit meinem Anzug und dem weiten, langen Lodenmantel auffiel, wie ein Elefant im Porzellanladen. Aus der Nähe konnte ich weitere Details wahrnehmen. Dieser Schimmer in den Haaren wurde von Gel hervorgerufen, das er gleichmäßig in seinem kurzen, dunklen Haupthaar verteilt hatte. Auf seine Armen war eine leichte Gänsehaut zu sehen, offensichtlich war ihm kalt, auch wenn er nach außen seine Beklemmung hinter einer abgeklärten, "coolen" Pose zu verbergen suchte. Die Erscheinung an sich, aus der Entfernung selbstsicher und souverän, wirkte aus der Nähe angreifbar und sensibel, auf Abstand und Sicherheit bedacht.

Er hatte längst meine Musterung bemerkt und kam nun langsam auf mich zu. Lasziv setzte er einen Fuß vor den anderen, schob sich quasi durch die Teenager auf dem Vorplatz. Dabei hob er weder sichtbar die Füße, noch tat er deutliche Schritte, so daß der Eindruck entstand, er flöge über die nassen Pflastersteine. Dann stand er vor mir. Er war etwa eine halben Kopf kleiner als ich, aber muskulös und durchtrainiert. Das Gesicht war schmal und südländisch geschnitten, der Körper trotz - oder vielleicht wegen - aller Muskeln symmetrisch und ästhetisch. Er war schlichtweg ein schöner Mensch, auf der Schwelle zwischen Twen und Erwachsenem. Es ging ein herber, sauberer Geruch von ihm aus, der die Luft erfüllte, wie ein betörendes Parfum, leicht und doch bestimmend, in dieser Atmosphäre von Not und Elend, Schweiß und Angst vollkommen unangemessen.

"Du willst mich", sagte er. Es war eine Feststellung, keine Frage.

"Du passt hier nicht her", antwortete ich hinhaltend. Natürlich wollte ich ihn, hatte aber von der geschäftlichen Seite überhaupt keine Ahnung.

"Das ist nicht die Frage", antwortete er mir. "Die Frage ist, was willst, und was kannst du bezahlen".

Meine Kenntnisse mit dem käuflichen Sex beschränken sich auf einige TV-Reportagen in denen natürlich keine Preise genannt wurden und die Erzählungen eines Bekannten, der regelmäßig Jungs vom Strich mit nach Hause nahm. Ich musste mir in diesem Moment eingestehen, daß ich für diesen Jungen tatsächlich bereit war, Geld zu bezahlen. Jene Art von schnellem Sex zu haben, von der ich immer sagte, ich würde sie nicht brauchen. Aber ich musste seinen Körper an den meinen gepresst fühlen, wollte seine Eier kraulen und meine Zunge um seinen Harten kreisen lassen, bevor ich meinen Schwanz tief in seinen Arsch schob, während ich ihn mit der Hand befriedigte. Vergessen war der Hunger, in den Schatten gestellt, durch ein anderes körperliches Bedürfnis, das jedoch wesentlich teurer war, als ein Hamburger, wie sich jetzt herausstellte. Wie auch immer, wir wurden handelseinig.

"Wo gehen wir hin? Ich wohne hier im Hotel.", fragte ich ihn.

"In welchem Hotel", kam als Antwort.

Ich nannte ihm den Namen meiner Luxusherberge.

"Dann gehen wir zu dir aufs Zimmer."

"Und der Portier?"

"Wir gehen durch die Tiefgarage und dann mit dem Fahrstuhl direkt auf die Etage."

Gesagt, getan. Wir liefen über die Abfahrt hinunter in die Tiefgarage, durchquerten das Parkdeck und nahmen dann den Fahrstuhl in die 22. Etage, in der sich mein Zimmer befand. Im Aufzug lehnte er sich an die verspiegelten Wände, drückte sein Becken nach vorne und ließ Details seines Unterbaus durch die enge Jeans hervortreten. Ich hatte jetzt schon eine Latte in der Hose, so dass ich fürchtete, jeden Augenblick zu kommen. Und das, ohne diesen magischen Körper überhaupt anzufassen. Der Fahrstuhl hielt zwischendurch an, und ein Etagendiener betrat die Kabine. Er grinste erst mich und dann den Jungen wissend an, bevor er auf den Knopf für den 20. Stock drückte. Dort angekommen lächelte er diskret in die Runde und verschwand.

"Kennst du den?", fragte ich.

"Ich kenne hier sehr viele Angestellte, vor allem in der Nachtschicht."

"Und die wissen alle, wie du dein Geld verdienst...?"

"Natürlich."

Er ergötzte sich einige Zeit in meinem Entsetzen und sprach dann: "Aber keine Angst, die sind alle diskret. Sie wissen, daß sie mit mir gutes Geld verdienen können."

"Sie kriegen Provision?"

"Natürlich, so läuft das Geschäft. Oder meinst du etwa, ich würde jeden Abend am Hauptbahnhof stehen?"

"Du passt dort nicht hin."

"Eben."

Der Fahrstuhl hielt im 22. Stockwerk und wir stiegen aus. Durch einen langen, nur schwach beleuchteten Gang ging es zu meinem Zimmer. Ich zog die Codekarte durch den Türöffner und wir standen im Zimmer. Der Junge drückte die Tür ins Schloß. Er ging zum Fenster und schaute hinaus.