Verlieben verboten- Witwer mit fünf Kindern - Christine Stutz - E-Book

Verlieben verboten- Witwer mit fünf Kindern E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Die junge Baroness Magdalena ist Waise und verarmt. Deshalb lebt sie im Stift und arbeitet dort mit Kindern, um ihren Aufenthalt dort zu finanzieren. Dann schickt sie die Oberin zu ihrem Neffen. Dem Fürsten Michael von Bergkamen. Ein Witwer mit fünf schwierigen Kindern. Magdalena soll die Kinder betreuen, bis der Fürst eine neue Frau gefunden hat und heiratet. Der Fürst hat harte Regeln, die Kinder parieren! Kaum reist der Fürst ab, entwickeln sich die Kinder zu Monstern, die frech und ungehorsam sind. Magdalena krempelt die Arme auf und räumt auf. Sie schafft es, dass die Kinder ihr vertrauen und sie zu mögen beginnen. Doch dann kehrt der Fürst Heim, alarmiert vom Privatlehrer. Geschockt erkennt er seine Kinder kaum wieder. Sie sind fröhlich und ausgelassen. Wutentbrannt fordert er Magdalena auf, das Schloss zu verlassen. Doch plötzlich kommt alles anders...

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Verlieben verboten- Witwer mit fünf Kindern

Titelseite1 Kapitel2 Kapitel3 Kapitel4 Kapitel5 Kapitel6 Kapitel7 Kapitel8 Kapitel9 Kapitel10 KapitelImpressum

1 Kapitel

Verlieben verboten!

Witwer mit

5 Kindern

1 Kapitel

1 Kapitel

„So Kinder. Wer kann mir sagen, was 15x15 ist“ fragte ich geduldig und sah unruhig zur großen Uhr an der Wand vor mir. Mehre Kinderhände gingen in die Höhe. Ich wählte eins der Kinder aus. „225“ sagte Franz. „Gut gemacht“ lobte ich das Kind. Ich sah wieder zur Uhr und beendete die Stunde. Nach dem Unterricht wollte mich die Oberin sprechen. Was wollte die Frau nur, überlegte ich angestrengt. Ich lebte doch jetzt bereits seit drei Jahren hier im Stift, ohne dass ich Ärger gemacht hatte. Nun ja, hier und da mal etwas singen oder lautes Lachen. Aber ich war doch erst fünfundzwanzig Jahre alt. Ich war hier in den Stift gekommen, weil ich alleinstehend und ohne Vermögen war. Ich war eine Baroness, doch was half mir das, ohne Mitgift. Schön war ich auch nicht, überlegte ich traurig. Ich seufzte, als ich durch die Gänge ging, bemüht ruhig und anständig zu laufen. Ich wollte den, wesentlich älteren, Baroninnen und Komtessen hier, nicht schon wieder Grund zum Tratschen geben. Ich war die jüngste Frau hier im Stift. Allein das störte die Frauen. Das, und meine Beliebtheit bei den Dorfkindern, die hier im Stift von uns unterrichtet wurden. Die Kinder liebten mich. Ich sang mit ihnen und las ihnen in der Winterzeit Märchen vor. Vergeudete Zeit, so nannten es die anderen Frauen hier. Kinder sollten beschäftigt werden, so sagten sie.

Ich blieb stehen und zog mein altes Kleid zu Recht. Dann klopfte ich an die Tür der Oberin. „Kommen sie rein, Baroness Magdalena“ sagte die Oberin und wies mir einen Stuhl. Nervös nickte ich. Was hatte ich jetzt wieder verkehrt gemacht, überlegte ich zitternd. Hatte sich wieder eine der Damen über mich beschwert? Ich hoffte nicht, denn wenn ich gehen musste, wüsste ich nicht, wohin. Ich hatte keine Verwandten mehr. Vater und Mutter waren gestorben, das Schloss und die Güter waren verschuldet gewesen und wurden versteigert. Mit dem letzten Geld hatte ich mich hier im Stift eingekauft.

„Also, Magdalena. Fühlen sie sich hier im Stift wohl?“ fragte die Oberin mich jetzt ernst. Ich schwieg und gab ihr damit die Antwort, die sie erwartet hatte. „Ich arbeite gerne mit den Kindern“ sagte ich jetzt hastig, mich um Lob bemühend. Die Oberin nickte. Dann schmunzelte sie leicht. „Das weiß ich, Kind. Deshalb habe ich einen interessanten Vorschlag für sie. Es gäbe ihnen die Möglichkeit dem Stift und uns alten Frauen hier für ein paar Monate zu entfliehen.“ Sagte die Oberin jetzt nachdenklich. Sie setzte sich an ihren Tisch und suchte einen Brief hervor.

„Ich soll sie verlassen? Was soll denn dann machen, Oberin. Ich bin mittellos. Leider habe ich nichts gelernt,“ Sagte ich fast weinend. Ich zitterte heftig. „Es ist nur für wenige Monate, Mädchen. Danach sind sie mir hier wieder herzlich willkommen. Wir alten Schachteln können etwas junges Blut hier gut vertragen. Über wem sollen sich die Damen aufregen, wenn nicht über sie“ sagte die Oberin freundlich. Ich nickte erleichtert. Ich mochte die Frau, die mich hier, trotz meiner Jugend, aufgenommen hatte.

„Mein Neffe, der Fürst Michael Bergkamen, sucht ein Kindermädchen für seine fünf Kinder. Seine Frau starb vor fünf Jahren bei der Geburt des Jüngsten. Seitdem laufen ihm ständig die Kindermädchen fort. Bislang hat es keine Frau länger als ein paar Monate bei ihm ausgehalten. Ich verstehe es nicht. Es sind doch so reizende Kinder“ sagte die Oberin schmunzelnd. Ich verzog mein Gesicht. Es musste einen Grund haben, das die Frauen kündigten, dachte ich jetzt. Vielleicht verliebten sie sich ja alle in den Fürsten dachte ich und lief leichtrot an. Ich hatte den Fürsten einmal kurz gesehen. Da hatte er dem Stift eine Spende in Form einer Kutsche zukommen lassen. Der Fürst war groß und gutaussehend, ein Zweifel. Und spendabel. Die Kutsche ermöglichte uns nette Ausflüge. Ich hatte sie einmal für die Kinder genutzt. Das gab wieder eine Rüge der Damen. Ich seufzte. Ja, der Fürst war ein gutaussehender Mann, dachte ich erneut. Die Oberin hatte ihn mir vorgestellt. Leider war ich damals, als ich ihn begrüßen wollte, gestolpert. Der Mann hatte mich aufgefangen und mich ausgelacht, als ich mich hochrot von ihm gelöst hatte. Dieses Lachen hatte ich nie vergessen.

„Der Fürst hat endlich seine Trauer überwunden und ist jetzt bereit, sich eine neue Frau zu nehmen. Dann bräuchte er sie nicht mehr. Er schätzt, sie würden so ungefähr sechs, sieben Monate bei ihm arbeiten, Magdalena. Er würde es dem Stift gut vergüten. Das würde einigen Damen hier den Mund stopfen.“ Erklärte die Oberin weiter. Ich nickte. Die Damen behaupteten, ich sei eine Schnorrerin und würde ihnen auf der Tasche liegen. Das tat sehr weh, dachte ich. Ich würde es machen. Was hatte ich denn zu verlieren, dachte ich. „Ich kann jederzeit zurückkommen, wenn es nicht funktioniert? Ich weiß ja nicht, ob der Fürst mit mir zufrieden ist. Vielleicht mögen er oder die Kinder mich nicht.“ sagte ich dann leise. „Ich denke, dass er zufrieden sein wird. Sie können sehr gut mit Kindern umgehen, Magdalena. Die fünf werden es gut bei ihnen haben, da bin ich mir sicher“ sagte die Oberin.

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Das Schloss war riesig. Es würde lange dauern, bis ích mich hier zurecht fand, dachte ich. Der Diener hatte mir den Weg zum Arbeitszimmer gewiesen.

Zögernd stand ich vor der riesigen Tür und atmete tief durch. Dann klopfte ich beherzt an die Tür und wartete. Endlich rief mich eine dunkle Stimme herein.

Der Fürst stand am Fenster und hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Er sah auf den gepflegten Rasen draußen und schwieg. Dann endlich drehte er sich zu mir herum. Er sah mich ernst, fast streng an. Sein Blick glitt über mein schwarzes Kleid, meinen alten Mantel und dem großen Hut. Ich deutete einen Knicks an und wurde wieder rot, als ich an damals dachte. Diesmal bemühte ich mich, nicht zu stolpern. „Sie sind also der Zögling meiner Großtante. Ich fragte mich schon, wem sie mir schicken würde. Ich hatte eigentlich eine etwas ältere Dame erwartet. Meine Kinder brauchen eine strenge Hand.“ Sagte der Fürst zur Begrüßung. Dann wies er auf einen Stuhl. Verschüchtert setzte ich mich. „Solange ich im Haus bin, parieren meine Fünf. Doch kaum kehre ich dem Haus den Rücken, dann funktioniert hier überhaupt nichts mehr. Keine Ahnung warum es so ist. Meine Regeln sind doch klar und verständlich,“ erklärte der Mann bitter. Ich nickte nur. „Keines der Kindermädchen kommt mit den Kindern klar. Deshalb bat ich meine Tante um Unterstützung. Ich dachte, eine ältere Erzieherin wäre vielleicht gut für die Fünf.“ Sagte der Fürst weiter. Ich räusperte mich. Ich ahnte, was der Mann andeuten wollte. „Auch wenn ich erst fünfundzwanzig Jahre bin, Hoheit. So kann ich ihnen versichern, dass es mir allein um das Wohl der Kinder gehen wird. Ich werde meine Arbeit verrichten und freue mich auf den Tag, wenn sie sie mich nicht mehr benötigen. Im Stift gibt es genug Arbeit für mich.“ Sagte ich ernst. Überrascht sah mich der Fürst jetzt an. Er schien zu überlegen, ob er meinen Worten Glauben schenken konnte. „Gut, dann werde ich ihnen mal meine Fünf vorstellen“ sagte der Fürst jetzt. Er ging zur Tür und die Treppe hoch. Dann klopfte er energisch an fünf Zimmertüren. Sofort erschienen fünf Kinderköpfe. Sie stellten sich der Größe nach auf. Ich staunte, wie gerade und steif selbst der fünfjährige Junge stand.

„Kinder, das ist die Baroness von Anstetten. Sie wird sich ab sofort um euch kümmern. Ich werde die nächsten zwei Wochen verreisen. Ich erwarte, dass ihr der Baroness keinen Ärger macht. Eure letzte Chance, Kinder. Ansonsten heißt es nächsten Monat Internat für die großen!“ sagte Fürst Michael hart. Ich sah, wie die Kinder zusammen schraken. Zeit, mich einzuschalten, dachte ich mutig. Ich ging von Kind zu Kind und reichte allen meine Hand. „Ich bin die Baroness, meine kleinen Hoheiten. Ich hoffe, wir werden uns gut verstehen.“ Sagte ich dann freundlich. Keins der Kinder verzog sein Gesicht zu einem Lächeln. Ich seufzte innerlich. Das fing ja gut an, dachte ich.

„Das sind Georg, Marie, Ilse, Gerda und Thomas“ sagte der Fürst jetzt stolz. Er strich jedem der Kinder über den Kopf. Dann hob er seinen Arm. Die Kinder verschwanden wieder in ihren Zimmern. Der Fürst führte mich zum Ende des Flurs. „Ihr Zimmer, Baroness Magdalena“ sagte er dann. Ich nickte wieder. Der Fürst sah mich lange an, dann öffnete er die Tür und ließ mich eintreten. Neugierig sah ich mich um. Mein privates Reich für die nächsten Monate, dachte ich. Ein schönes Zimmer, größer als mein Raum im Stift. Doch, ich war zufrieden.

„Meine Hausdame wird ihnen gleich ihr Gepäck bringen lassen. Dann können sie sich frisch machen. In einer Stunde essen wir. Wir essen immer im großen Saal. Aber nur, wenn ich Zuhause bin. Ansonsten speisen die Kinder mit ihnen im Wintergarten“ erklärte der Fürst. Er sah mich noch einmal kurz an, dann ging er. Ich war allein. Ich setzte mich aufs Bett und ließ mich zurückfallen. Jetzt sollte ich also die fünf Kinder des Fürsten beaufsichtigen. Was würde das wohl abgeben, dachte ich. Die Drohung des Mannes fiel mir wieder ein. Würde er die drei großen Kinder wirklich ins Internat stecken? Sie hatten so unendlich traurig ausgesehen, als er es gesagt hatte, dachte ich. Ich war damals von meinem Vater für ein Jahr auf ein Pensionat geschickt worden, um gutes Benehmen zu lernen. Ich war einsam gewesen und hatte es gehasst. Die armen Kinder, dachte ich wieder. Jetzt wurde kurz geklopft und eine ältere Dame betrat den Raum. Ich erhob mich schnell vom Bett. Ich wollte einen guten, ersten Eindruck machen.

„Guten Tag, Baroness. Willkommen bei uns. Ich bin die Baronin Susanne. Aber mich nennen hier nur alle die Baronin. Sie sind ziemlich jung, um auf unsere Teufel aufzupassen. Hoffentlich geht es gut“ sagte sie dann seufzend.

„Teufel? So kamen sie mir eben aber nicht vor“ sagte ich leicht streng. Die Baronin lächelte mild. „Solange der Fürst im Haus sind, parieren die Fünf. Keine Frage, echte Engel. Solange der Herr im Haus ist! Doch kaum ist der Mann aus dem Haus, da tauschen die Kinder ihre Engelflügel gegen kleine Teufelshörner. Fiese, kleine Hörner, mit denen sie alle Kindermädchen in die Flucht schlagen. Sie spielen ihnen alle fiesen Streiche. Sie werden es erleben, Baroness. Das erträgt niemand auf Dauer.“ Sagte die Baronin. Die Hausdame schwieg, ein Diener brachte nun meine Koffer. Ich nickte dem Mann dankbar zu, als er wieder verschwand. Die Baronin sah mich warnend an. „Das letzte Kindermädchen hat der Fürst eigenhändig rausgeworfen! Die junge Frau hatte sich in den Fürsten verliebt. Sie ging sogar so weit, sich nachts in sein Schafzimmer zu schleichen!“ sagte die Baronin nun streng.

Ich verstand ihre Warnung. „Da brauchen sie sich bei mir keine Sorgen zu machen, Baronin. Ich bin zeitlich begrenzt hier. Je eher der Fürst sich neu vermählt, je eher bin ich wieder weg.“ Sagte ich nun ernst. Ich sah ein leichtes Lächeln im Gesicht der älteren Frau. „Deshalb schrieb der Fürst ja eigentlich an seine Tante. Er erwartete eine etwas gesetztere Dame. Aber ich denke, die gnädige Frau Oberin weiß, wem sie schicken kann“ sagte die Baronin. Ein lautes Klingeln scholl durch das Schloss. „Das ist das Zeichen, dass der Fürst in zehn Minuten zu essen wünscht. Dann müssen wir alle an unserem Platz sein. Der Fürst betritt den Raum stets zuletzt. Das gibt ihn die Möglichkeit, jedes seiner Kinder eine gute Nacht zu wünschen. Denn nach dem Essen gehen die Kinder schnurstracks in ihre Zimmer, wo sie bis morgen bleiben.“ Erklärte die Hausdame weiter. Ich hob überrascht meinen Kopf. Es war doch noch früh am Abend. Die Sonne war noch einmal untergegangen. „Die Kinder bleiben allein in ihren Zimmern? Sie dürfen sich auch nicht gegenseitig besuchen und noch etwas spielen?“ fragte ich erschüttert. Die Hausdame schüttelte jetzt streng ihren Kopf. „Auf Spielen wird hier im Haus nicht viel Wert gelegt. Die Kinder haben die Möglichkeit, noch einmal den Lehrstoff vom Vormittag durchzugehen. Sie haben Bücher in ihren Zimmern, je nach Alter der Kinder ausgewählt. Vom Fürsten persönlich. Er legt Wert darauf, dass die Kinder sich an seine Wünsche halten.“ Sagte die Frau weiter. Wieder klingelte es laut. „Beeilen sie sich, Baroness. Der Fürst kann sehr ungehalten werden“ ermahnte mich die Frau. Dann war sie weg. Ich seufzte und ließ mich auf mein Bett nieder. Was für ein harter Mann, dachte ich erschüttert. So hart hatte ich ihn im Stift nicht kennengelernt, überlegte ich jetzt.

Die armen Kinder! Ich wusch mir schnell, Gesicht und Hände. Dann eilte ich zur Halle. Unsicher blieb ich stehen. Wo fand ich nun den Speisesaal, überlegte ich. Dann sah ich den Fürsten auf eine der Türen zusteuern. Ich beeilte mich, überholte den Mann und stellte mich vor den freien Stuhl neben Thomas, dem Jüngsten. Der Fürst blieb überrascht an der Tür stehen und sah mich schmunzelnd an. Ich wurde leicht rot und senkte meinen Kopf. Ich schielte zur Tür. Der Fürst betrat jetzt den Saal und reichte den älteren Kindern die Hand. Er wünschte ihnen jeden eine erholsame Nacht. Der beiden jüngeren strich er liebevoll über den Kopf. Dann setzte er sich. Endlich konnten auch wir uns setzen. Keines der Kinder sprach beim Essen. Ich staunte. Das die fünf so diszipliniert waren, verwunderte mich. Hatten sie ihrem Vater denn nichts mitzuteilen? Wollten sie ihm nicht erzählen, was sie am Tage erlebt hatten? Ich wusste noch, wie lustig es immer bei uns am Abendbrottisch gewesen war. Vor allem, wenn Vater von einer Reise Heim gekehrt war. Doch hier herrschte Totenstille! Schlimmer, als in einer Gruft, dachte ich finster.

2 Kapitel

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