5,99 €
Von Nachbarskindern zu Liebenden: eine wieder entfachte Liebesgeschichte im Wine Country.
Familiengeheimnisse und Weingutträume kollidieren miteinander.
An diesen Weihnachten wird die Vergangenheit gefeiert, während Neuanfänge bevorstehen.
In den sanften Hügeln des kalifornischen Wine Country ist das Vermächtnis der Butler-Familie so reich wie die Trauben, die sie anbauen. Aber damit Ainsley Butler, die jüngste der Geschwister, ihren Platz finden kann, muss sie über das Weingut hinaussehen.
Als ihr der Schwarm ihrer Kindheit, Cristobal Avila, einen Heiratsantrag macht, denkt Ainsley, sie hätte ihr Liebesglück fürs Leben gefunden. Aber ihre Verlobung wird auf die Probe gestellt, als Cristobals bahnbrechende Genforschung in Palo Alto mit Ainsleys Wunsch aufeinanderprallt, auf dem Weingut ihrer Familie zu arbeiten.
Als Weihnachten naht und der gesamte Butler-Clan zusammenkommt, beginnen, lange verborgene Familiengeheimnisse zutage zu treten. Ainsleys Eltern Laird und Sorcha müssen sich mit ihrer dramatischen Vergangenheit in Nordirland auseinandersetzen, während ihre Geschwister sich durch ihre eigenen Beziehungen und Herausforderungen lavieren müssen.
Feiertagsstimmung liegt in der Luft und die Familienverbundenheit wird auf die Probe gestellt; können Ainsley und Cristobal dabei einen Weg finden, ihre Träume miteinander zu vermischen wie die Partien für einen perfekten, erlesenen Wein? Oder werden der Druck der Familienerwartungen und die unbewältigte Vergangenheit drohen, ihrer Zukunft einen Korken aufzusetzen?
„Weihnachten auf der Butler Ranch“ ist eine herzerwärmende Erzählung von Liebe, Familie und den Entscheidungen, die unser Leben formen. Schenken Sie sich ein Glas Wein ein und machen Sie es sich für eine Geschichte gemütlich, die beweist, dass die besten Paarungen manchmal die unerwartetsten sind.
Auch wenn jedes Buch der Butler-Ranch-Reihe ein Paar mit einem garantierten Happy End vorstellt, könnte es mehr Spaß machen, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 164
Veröffentlichungsjahr: 2025
BUTLER RANCH
BUCH VI
Copyright © 2024, Heather Slade
Alle Rechte vorbehalten.
Kein Teil dieses Buches darf in jedweder Form oder mit jedweden elektronischen oder mechanischen Mitteln, einschließlich Informationsspeicher- und -abrufsystemen, ohne schriftliche Genehmigung der Autorin wiedergegeben werden, mit Ausnahme von kurzen Zitaten in einer Buchbesprechung.
Weihnachten auf der Butler Ranch
Butler Ranch – Band sechs
Heather Slade
Von Nachbarskindern zu Liebenden: eine wieder entfachte Liebesgeschichte im Wine Country.
Familiengeheimnisse und Weingutträume kollidieren miteinander.
An diesen Weihnachten wird die Vergangenheit gefeiert, während Neuanfänge bevorstehen.
In den sanften Hügeln des kalifornischen Wine Country ist das Vermächtnis der Butler-Familie so reich wie die Trauben, die sie anbauen. Aber damit Ainsley Butler, die jüngste der Geschwister, ihren Platz finden kann, muss sie über das Weingut hinaussehen.
Als ihr der Schwarm ihrer Kindheit, Cristobal Avila, einen Heiratsantrag macht, denkt Ainsley, sie hätte ihr Liebesglück fürs Leben gefunden. Aber ihre Verlobung wird auf die Probe gestellt, als Cristobals bahnbrechende Genforschung in Palo Alto mit Ainsleys Wunsch aufeinanderprallt, auf dem Weingut ihrer Familie zu arbeiten.
Als Weihnachten naht und der gesamte Butler-Clan zusammenkommt, beginnen, lange verborgene Familiengeheimnisse zutage zu treten. Ainsleys Eltern Laird und Sorcha müssen sich mit ihrer dramatischen Vergangenheit in Nordirland auseinandersetzen, während ihre Geschwister sich durch ihre eigenen Beziehungen und Herausforderungen lavieren müssen.
Feiertagsstimmung liegt in der Luft und die Familienverbundenheit wird auf die Probe gestellt; können Ainsley und Cristobal dabei einen Weg finden, ihre Träume miteinander zu vermischen wie die Partien für einen perfekten, erlesenen Wein? Oder werden der Druck der Familienerwartungen und die unbewältigte Vergangenheit drohen, ihrer Zukunft einen Korken aufzusetzen?
„Weihnachten auf der Butler Ranch“ ist eine herzerwärmende Erzählung von Liebe, Familie und den Entscheidungen, die unser Leben formen. Schenken Sie sich ein Glas Wein ein und machen Sie es sich für eine Geschichte gemütlich, die beweist, dass die besten Paarungen manchmal die unerwartetsten sind.
Prolog
1. Ainsley
2. Cristobal
3. Ainsley
4. Ainsley
5. Ainsley
6. Cristobal
7. Ainsley
8. Ainsley
9. Cristobal
10. Ainsley
11. Laird
12. Sorcha
13. Laird
14. Sorcha
15. Ainsley
16. Cristobal
17. Sorcha
18. Ainsley
19. Sorcha
20. Cristobal
21. Ainsley
22. Sorcha
23. Ainsley
24. Sorcha
25. Laird
Brix’s Bid
Prolog
Über die Autorin
Bücher von Heather Slade
In diesem Jahr würden keine Weihnachtslichterketten am Haupthaus der Butler Ranch aufgehängt sein, zumindest nicht von mir. Vielleicht würde eines der Kinder die Aufgabe übernehmen. Sie hatten allerdings fast jeden der vergangenen drei Tage im Krankenhaus verbracht, um ihre Mutter zu besuchen, genau wie ich.
Ich nehme an, wenn man uns sagen würde, dass meine geliebte Frau an Weihnachten nach Hause kommen könnte, würden wir uns direkt daranmachen müssen, oder sie würde uns die Hölle heiß machen.
Sorcha Steward Butler – oder Rua, wie ich sie zuerst gekannt hatte – war eine Respekt einflößende Naturgewalt. Auch wenn ich es nie wagen würde, sie verwöhnt zu nennen, oder auch nur so von ihr zu denken, war sie nicht bekannt dafür, zaghaft zu sein, wenn etwas so gemacht werden sollte, wie sie es wollte.
Dies war die Art von Gedanken, zu denen ich mein Hirn zwang, statt meinem Verstand zu erlauben, dahin abzugleiten, was für ein schwarzer Abgrund mein Leben ohne sie werden würde. Allein der Gedanke verursachte einen unerträglichen Schmerz in meiner Brust.
„Wann reist du für die Weihnachtsferien ab?“, fragte Bryn.
Ich biss mir auf die Unterlippe. „Ich bin mir nicht sicher. Was ist mit dir?“
„Ich weiß es auch noch nicht, aber ich kann dir sagen, dass ich deshalb nicht allzu begeistert bin. Ich glaube, ich komme am Sechsundzwanzigsten wieder. Wenn meine Mutter keinen Herzinfarkt bekommen würde, würde ich schon am Weihnachtsabend wieder nach Hause fahren.“ Bryn war meine Freundin, ehemalige Mitbewohnerin und Kollegin in der Forschungsabteilung von Stanfords Fakultät für Wirtschaftswissenschaften im Aufbaustudium.
„Warum?“
„Ernsthaft?“
„Was?“
Sie verschränkte die Arme. „Du erinnerst dich nicht, dass ich dir nach meiner Rückkehr nach Thanksgiving erzählt habe, dass Greg verlobt ist?“
„Tut mir leid. Ähm, doch, ich erinnere mich.“ Ich war zu sehr mit meinem eigenen Beziehungsdrama beschäftigt, sodass ich nicht mehr an die Verlobungsbekanntmachung von Bryns Highschool-Freund gedacht hatte.
„Zu schade, dass wir nicht zusammen nach Hause fahren können.“
„Stimmt.“ Wie sollte das funktionieren? Bryns Familie lebte in Mendocino, das in der entgegengesetzten Richtung des Wohnorts meiner Eltern lag.
„Was ist bei dir und Cris los?“
Darüber war ich mir noch weniger im Klaren als darüber, wann ich nach Hause fahren würde.
Sosehr ich darauf gehofft hatte, hatte ich Cristobal Avila weder gesehen noch gesprochen, seit ich zur Hochzeit meines Bruders gefahren war, die am Tag von Thanksgiving stattfand.
„Ich will die Feiertage mit dir verbringen“, hatte er gesagt, als wir über unsere Pläne sprachen. „Ich hab’s satt, unsere Beziehung zu verheimlichen. Meine Schwester heiratet deinen Bruder an Heiligabend.“
Es war schwer zu glauben, dass bis zum Jahresende alle meine drei Brüder verheiratet sein würden oder sie vor zwei Monaten noch Singles gewesen waren. Es hatte Zeiten gegeben, da hatte ich bezweifelt, dass überhaupt einer von ihnen jemals heiraten würde.
„Ainsley? Hörst du mir zu?“, hatte Cris mich gefragt.
„Ich weiß nicht, ob es das richtige Timing ist, unseren Familien von unserer Beziehung zu erzählen.“
„Um Himmels willen, wir leben seit sechs Jahren zusammen.“
Cris und ich waren nebenan voneinander groß geworden. Gewissermaßen. Seine und meine Eltern besaßen Ranches im Weinanbaugebiet von Paso Robles an der kalifornischen Zentralküste. Da hektarweise Land zwischen unseren Häusern lag, war es nicht so, als hätten wir uns zuwinken können. Nicht dass wir das gemacht hätten. Die Beziehung zwischen unseren beiden Familien war beinahe so schlecht wie die der Hatfields und McCoys mit ihrer legendär tödlichen Familienfehde in einem abgelegenen Appalachental.
An jenem Abend überrumpelte Cris mich damit, mir ein Ultimatum zu stellen. Entweder würden wir als Paar nach Hause fahren – und zu der Hochzeit gehen – oder es wäre aus zwischen uns.
Am darauffolgenden Montag hatte ich die Stanford mit der festen Absicht verlassen, mit Brodie zu reden und ihn zu fragen, ob ich Cris mitbringen könnte. Stattdessen hatte ich gekniffen.
Als er später an jenem Abend anrief und fragte, wie die Unterhaltung gelaufen sei, vertröstete ich ihn. „Die Hochzeit ist erst am Freitag. Ich werde morgen mit ihm reden.“
„Das war’s, Ainsley. Ich kann das so nicht länger machen.“
Dann hatte er aufgelegt, und als ich versuchte, ihn zurückzurufen, ging er nicht dran. Ich rief erneut an und schrieb ihm Nachrichten, aber er antwortete nicht. Als ich am nächsten Montag zurückkam, war er mit all seinen Sachen aus unserem Apartment ausgezogen.
Ein Teil von mir hatte gehofft, er würde trotzdem auf Brodies Hochzeit auftauchen und meine Familie und mich überraschen. Aber das hatte er nicht gemacht. Er hatte es mir überlassen, und ich hatte nicht den Mut besessen, unseren Familien zu sagen, dass ich in ihn verliebt war. Hätte ich das getan, hätte vielleicht jemand gefragt, wie lange schon. Um ehrlich zu sein, seit ich neun Jahre alt war.
Am Tag, bevor Cris mit achtzehn von zu Hause weggegangen war, um seinen Weg in der Medizin an der Stanford zu beginnen, bin ich ihn suchen gegangen. Zuerst dachte ich, er hätte mich nicht bemerkt, als ich ihn von hoch oben in einem Baum am Zickzackzaun beobachtete, der das Gelände meiner Familie von dem seiner trennte.
„Was machst du da oben, Kleine?“, rief er.
„Ich bin gekommen, um Auf Wiedersehen zu sagen.“
„Woher weißt du, dass ich weggehe?“
„Alex hat gesagt, dass du das machst.“ Ich hoffte, er würde nicht fragen, wann ich mit seiner Schwester gesprochen hatte, da ich zu jener Zeit ihr und meinem Bruder hinterherspionierte.
„Dann bin ich ja froh, dass ich heute einen Spaziergang in diese Richtung gemacht habe.“
Ich begann, von dem Baum hinunterzuklettern, rutschte aber ab und fiel stattdessen. Cris kam herangerannt und untersuchte meine Arme und Beine, um sicherzugehen, dass ich mir nichts gebrochen hatte.
„Du wirst eines Tages ein guter Arzt sein.“
Er hatte gelächelt, mir die Haare verwuschelt und, für den Bruchteil einer Sekunde, meine Wange mit seinen Fingerspitzen berührt. Da wusste ich, dass ich Cristobal Avila für immer lieben würde.
Als ich ihn das nächste Mal sah, war ich selbst achtzehn. Ich erkannte ihn sofort, als ich ihn auf der Farm sah – wie die Stanford Universität von den meisten genannt wurde. Es war unmöglich, keine Notiz von ihm zu nehmen, denn er war der schönste Mann, den ich je gesehen hatte.
„Na du“, sagte ich, als er an mir vorbeiging. „Ich hatte gehofft, wir würden uns über den Weg laufen.“
„Ähm … Hi. Kennen wir uns?“
Es war, als hätte mir jemand meinen Ballon kaputt gemacht, als er mich nicht wiedererkannte. Meine Kühnheit, die ich verspürt hatte, als ich ihm Hallo sagte, war verpufft und ließ mich schrecklich beschämt zurück.
„Hey, Cris.“ Sagte meine ältere Schwester, die hinter ihm herangekommen war, und reichte mir einen Becher Kaffee.
„Hey, Skye. Warte mal.“ Er sah mich ein zweites Mal an. „Ainsley? Was machst du hier?“
„Orientierung. Es war schon immer ihr Traum, auf die Stanford zu gehen“, antwortete Skye, ehe ich dazu kam.
„Yep“, sagte ich, verdrehte die Augen und war noch beschämter als zuvor, falls das überhaupt möglich war. „Mein Traum ist wahr geworden“, murmelte ich.
Ich hätte Skye am liebsten getreten, als sie hinzusetzte: „Für sie war es entweder Stanford oder nirgendwo.“
„Na, wow. Das ist toll. Es ist schön, jemanden von zu Hause zu sehen.“
„Bist du schon Arzt?“, fragte Skye.
„Yep. Zweites Jahr als Assistenzarzt am Stanford Medical Center. Wofür bist du hier, Ainsley?“
Für dich, hätte ich am liebsten gesagt. „Wirtschaft“, sagte ich stattdessen.
„Da angenommen zu werden, ist schwer. Herzlichen Glückwunsch.“
Als er sein perfektes Lächeln auf mich richtete, bildeten sich seine zwei Grübchen und ich schmolz dahin. Ich sehnte mich danach, mit den Fingern durch sein volles, schwarzes, perfekt ungekämmtes Haar zu fahren und mit meinen Lippen über die Stoppeln, die ihn ebenso markant rau wie attraktiv aussehen ließen.
„Danke“, nuschelte ich und versuchte, überall hinzusehen, nur nicht zu ihm. Aber es gelang mir nicht. Er war unwiderstehlich.
„Sie ist eine Intelligenzbestie“, sagte Skye. „Bisschen so wie du. Ich weiß nicht, wo sie das herhat. Sonst ist niemand in unserer Familie so.“
„Ich bin mir sicher, dass das nicht stimmt, Skye“, sagte Cris und sah mich auf diese Art an, bei der Mädels ihre Höschen fallen lassen würden. Als er den Blick von mir abwandte und auf seine Uhr sah, sank mir das Herz.
„Ich muss los oder ich komme zu spät, aber nochmal, es war wirklich gut, hier zufällig mit euch zusammenzustoßen. Wir müssen uns mal treffen, wenn ich mehr Zeit habe. Vielleicht können wir irgendwann sogar mal eine Fahrgemeinschaft nach Hause machen.“
„Das wäre super.“
„Bald“, hatte er gesagt und war eilig mit einem Winken weggegangen.
Bald wurde zu drei Jahren. Wir sind nie zusammen nach Hause gefahren. Nicht ein Mal. Sosehr ich es versucht hatte, gelang es mir nur einmal in der Zwischenzeit bis zu meinem einundzwanzigsten Geburtstag, nahe genug an ihn heranzukommen, um mit ihm zu sprechen.
Ich ging gerade die Treppe der Stanford Clinic hinauf und sah ihn ein paar Stufen weiter oben im leeren Treppenhaus. Als er zum Treppenabsatz kam, sah er mich direkt an. Ich hob einen Arm, um zu winken, aber Cris wandte den Blick ab. „Ich kann das nicht machen“, hörte ich ihn murmeln.
Danach hörte ich auf, ihn zu suchen. Noch mehr Demütigung brauchte ich nicht. Selbst wenn ich ihn gesehen hätte, wäre ich in die entgegengesetzte Richtung gegangen.
Am Abend meines einundzwanzigsten Geburtstags gingen meine Mitbewohnerinnen und Freundinnen Gwen und Bryn mit mir aus, um – ihre Worte – mich betrunken zu machen. Es war nicht so, als hätte ich vorher noch nie Alkohol getrunken; meiner Familie gehörte ein Weingut, um Himmels willen.
Wir landeten in Antonio’s Nut House auf der California Avenue in Palo Alto, wo laut die Musik von Grateful Dead spielte und es einen unendlichen Vorrat an Erdnüssen zu essen gab. Der Laden war bekannt für billige Drinks, Billard, Retro-Arcade-Spiele und anständiges mexikanisches Essen im angeschlossenen Restaurant.
Da ich uns üblicherweise nach Hause kutschierte, war ich verblüfft, als nicht eines, sondern drei Shot-Gläser zusammen mit meinem dritten oder vierten Glas Bier vor mir auftauchten. Ich hatte den Überblick verloren.
„Der Fireball ist von mir“, sagte Gwen. „Der Scotch-Whiskey ist von Bryn und der Tequila-Shot ist von dem gut aussehenden Mann, den ich an der Theke gefunden habe. Er sagt, er kennt dich. Stimmt das, Ains? Hast du uns da etwas vorenthalten?“
Gwens Blick wanderte an Cristobal Avilas Körper auf und ab, dessen Augen meinen begegneten.
„Dann lass uns die mal der Reihe nach vernichten.“ Gwen hob ihr Shot-Glas und wartete darauf, dass ich es ihr nachtat.
Der Fireball brannte, als er mir durch die Kehle rann, und bei dem Gedanken an zwei weitere Kurze wurde mir schlecht.
„Ich bin dran.“ Bryn drängte sich vor Gwen. „Morgen will ich einen vollständigen Bericht“, sagte sie mit einem Blick über die Schulter. „Der ist so heiß“, formte sie lautlos mit den Lippen, als sie ihr Glas erhob. „Sláinte, meine Freundin.“
„Toilettenpause“, rief Gwen aus, nachdem Bryn und sie ihren Whiskey hinuntergekippt hatten. Ich stand auf, um mit ihnen zu gehen, obwohl ich eigentlich nicht musste.
„Nicht du“, sagte Bryn, schubste mich zurück auf den Barhocker und ging weg.
„Du hast Geburtstag.“ Cris beugte sich nah genug heran, um mir einen Kuss auf die Wange zu geben, aber ich schreckte zurück. Er lächelte und stützte seinen Arm auf dem Tisch auf.
„Ich bin dran“, sagte er. „Hierauf warte ich schon eine lange Zeit.“
Ich schloss die Augenlider und schüttelte den Kopf. Hatte er wirklich gerade gesagt, er hätte schon eine lange Zeit darauf gewartet, einen Shot mit mir zu trinken, oder bildete ich mir Dinge in meinem alkoholbenebelten Zustand ein? Ich trank ein Schlückchen Bier und sah in seine moosgrünen Augen.
Er strich mir Haare aus meinem Gesicht und beugte sich erneut vor. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Ainsley.“
Ich dachte an den Tag im Treppenhaus. Warum war er jetzt nett zu mir, wenn er da nicht einmal Hallo gesagt hatte?
„Bist du sicher, dass du das hier machen willst?“, fragte er.
Seine Lippen berührten meine beinahe. Fragte er, ob ich ihn küssen wollte? Absolut. Das hätte ich am liebsten den ganzen Abend lang gemacht, aber nein, das konnte ich nicht. Ich schloss wieder die Augen, schüttelte den Kopf und hörte ihn lachen.
Oh, Gott – ich war ein Witz für ihn. Ich schnappte mir meine Handtasche und versuchte, mich an ihm vorbeizuschieben, aber er schlang seinen Arm um meine Taille.
„Wo gehst du denn hin?“ Sein Mund war nah genug an meinem Ohr, dass ich ihn flüstern hören konnte, obwohl die Bar brechend voll war.
„Ich muss gehen.“ Ich musste sehen, dass ich von ihm wegkam, bevor ich einen noch größeren Deppen aus mir machte oder mehr trank, woraufhin ich mich in einen Vollpfosten verwandeln würde.
„Ich meinte den Shot“, sagte er. „Bist du sicher, dass du noch einen willst?“
Ich versuchte, mich von ihm wegzuwinden, aber Cris verstärkte seinen Griff.
„Ainsley Butler“, hauchte er. „Jetzt bist du ganz erwachsen. Und genauso schön, wie ich wusste, dass du es werden würdest.“
Er war betrunken. Das musste er sein. Oder ich träumte gerade. Das war wahrscheinlicher. Cris Avila hatte komplett vergessen, dass ich an der Stanford war und er zu mir gesagt hatte, wir würden uns bald treffen – vor drei Jahren. Bis auf das eine Mal, als er mich absichtlich ignoriert hatte.
Er nahm mir die Handtasche vom Arm, stellte sie auf den Tisch und reichte mir das Shot-Glas. Als er seins an die Lippen hob und den Tequila hinunterkippte, machte ich das auch, wobei ich die Zitronenscheibe und das Salz auf dem Tisch unbeachtet ließ.
Ich schwankte ein wenig und setzte mich auf den Hocker. Ich schloss die Augen, aber das half nicht. Tatsächlich machte es das Schwindelgefühl schlimmer.
„Komm“, sagte er und nahm meine Hand. „Bringen wir dich hier raus.“
Ich entriss ihm meine Hand. „Mit dir gehe ich nirgendwohin. … Du … hast mich ignoriert.“
Cris setzte sich auf den Hocker neben mir und fuhr sich mit der Hand durch seine Haare.
„Tut mir leid“, sah ich ihn mit den Lippen formen.
„Warum?“
Er betrachtete mich aufmerksam und fokussierte sich dabei auf meine Lippen.
„Ich weiß, dass du mich gesehen hast.“
Gefühlt saßen wir eine ganze Zeit lang so da und starrten einander an. Keiner von uns sagte etwas. Schließlich atmete Cris tief ein und dann aus. „Weißt du, wie alt ich bin, Ainsley?“
Ich nippte noch einmal an meinem Bier, dann noch einmal, obwohl mehr Alkohol das Letzte war, was ich brauchte. „Was hast du vorhin gemeint, als du gesagt hast, du hättest lange hierauf gewartet?“
Er schüttelte den Kopf und wandte sich ab.
„Vergiss es.“ Ich nahm meine Handtasche und bahnte mir auf der Suche nach Gwen und Bryn meinen Weg durch die volle Bar.
Nachdem ich überall nachgeschaut und sie nicht gesehen hatte, ging ich zur Damentoilette. Ich stand in der langen Schlange von Frauen, die vor der Tür warteten, bis mein Schwindel so schlimm wurde, dass ich mich setzen musste.
Ich fand eine Bank, ließ mich darauf plumpsen und vergrub das Gesicht in meinen Händen.
Ich schloss fest die Augen und wünschte, ich wüsste, wo meine Freundinnen waren. Die hätten mich doch nicht einfach hier zurückgelassen, oder?
Ich spürte, wie sich eine Hand auf meine Haare legte, und als ich die Augen öffnete, hockte Cris vor mir.
„Alles in Ordnung mit dir?“
„Mir geht’s prima.“ Ich lehnte mich von seiner Hand weg, die noch immer über meine Haare streichelte.
„Das glaube ich nicht.“
Ich versuchte aufzustehen, aber er hatte mich zwischen sich und der Bank eingesperrt.
„Warum bist du hier? Warum heute Abend?“ Als sich meine Augen mit Tränen füllten, verfluchte ich den Alkohol dafür, mich so emotional zu machen. „Bitte geh einfach. Lass mich allein. Hast du mich nicht schon genug gedemütigt?“
Er schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht machen.“
„Du kannst.“ Ich deutete in die Richtung der Eingangstür. „Geh einfach.“
„Ich wollte dich nie demütigen, Niña bonita. Ich musste mich von dir fernhalten.“
„W-wa-ru-um?“ Ich setzte meiner Beschämung noch einen drauf, indem ich volle Lotte losheulte.
Er zwickte mich in die Nase, womit er mich dazu brachte, mich zu fühlen, als wäre ich wieder neun Jahre alt.
„Unsere Familien …“
Ja, ich wusste, dass unsere Familien miteinander verfeindet waren, aber war das nicht etwas zwischen unseren Vätern? Alex und Maddox waren schon ewig zusammen, aber das war kein gutes Argument, da sie, auch wenn fast jeder davon wusste, ihre Beziehung noch immer geheim hielten.
„Du hast mit Skye gesprochen, als sie mich für die Orientierung hergebracht hat.“
Er nickte.
„Warum kannst du mit ihr reden und nicht mit mir?“
„Weil ich Skye nie küssen wollte.“ Cristobal hielt mich mit seiner Hand still, die er in meine Haare verwoben hatte, und küsste mich.
Zuerst war er zögerlich und süß, aber dann schob er seine Zunge zwischen meine Lippen und in meinen Mund. Ich konnte den Tequila noch immer schmecken und leckte über seine Unterlippe. Als ich das tat, küsste er mich härter.
„Oh, uups!“
Ich blickte auf und sah Bryn. Gwen stand hinter ihr. „Ich habe nach euch gesucht. Wo wart ihr?“, fragte ich und hasste es, dass ich mich so sehr wie ein kleines Mädchen anhörte.
„Mm-hmm.“ Gwen stemmte die Hände in die Hüften und sah Cris an, dessen Hand noch immer in meinen Haaren verwoben war.
„Wir sind auf dem Weg zur Stube“, sagte Bryn, die ebenfalls Cris ansah. „Willst du mitkommen?“
Statt meinen Freundinnen zu antworten, sah er mich an.
