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In einer postapokalyptischen Welt sind Menschen entweder Nahrung oder Spielzeug. Adam will beweisen, dass er keins von beidem ist. Entschlossen zu zeigen, dass er ein Jäger ist wie sein Bruder, geht Adam auf die Jagd, um Nahrung für sein Dorf zu beschaffen. Die Dinge laufen schief, als ihre Gruppe illegal in das Gebiet eines Werwolfs eindringt. Adam wird als Köder zurückgelassen, damit alle anderen fliehen können. Gerade als er glaubt, dass er bald sterben wird, bringt ihn das Rudel zu seinem Alpha, dem Apex-Alpha aller Werwölfe, Talon Grant. Talon glaubte nicht, dass es für ihn einen Gefährten geben könnte, bis er seinen Menschen trifft. Adam ist widerstandsfähig, trotzig und vor allem für ihn bestimmt. Adam mag sich ihm widersetzen, letztendlich aber wird Talon seinen Menschen für sich gewinnen. Nicht alle sind mit der Wahl seines Gefährten einverstanden, doch Talon wird seinen Gefährten bis zum Tod verteidigen und jeden töten, der ihm in die Quere kommt. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 30.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
ÜBER FEL FERN
LESEPROBE:
Apex-Wolf
In einer postapokalyptischen Welt sind Menschen entweder Nahrung oder Spielzeug. Adam will beweisen, dass er keins von beidem ist. Entschlossen zu zeigen, dass er ein Jäger ist wie sein Bruder, geht Adam auf die Jagd, um Nahrung für sein Dorf zu beschaffen. Die Dinge laufen schief, als ihre Gruppe illegal in das Gebiet eines Werwolfs eindringt. Adam wird als Köder zurückgelassen, damit alle anderen fliehen können. Gerade als er glaubt, dass er bald sterben wird, bringt ihn das Rudel zu seinem Alpha, dem Apex-Alpha aller Werwölfe, Talon Grant.
Talon glaubte nicht, dass es für ihn einen Gefährten geben könnte, bis er seinen Menschen trifft. Adam ist widerstandsfähig, trotzig und vor allem für ihn bestimmt. Adam mag sich ihm widersetzen, letztendlich aber wird Talon seinen Menschen für sich gewinnen. Nicht alle sind mit der Wahl seines Gefährten einverstanden, doch Talon wird seinen Gefährten bis zum Tod verteidigen und jeden töten, der ihm in die Quere kommt.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 30.000 Wörter
FEL FERN
Apex-Wolf
Die Apex-Alphas 1
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Apex Wolf“:
Fel Fern
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Ella Lambert
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
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Vor zehn Jahren
Adam Miles hockte sich hinter einen Baum und sah die Wachmänner am Südtor an. Olen und Sherman. Adam zog die Lippen zusammen. Warum mussten es sie sein? Beide waren ältere Jungen, die es liebten, ihn zu quälen, wenn sein älterer Bruder Sam nicht da war, um auf ihn aufzupassen.
Olen und Sherman hatten beide Gewehre über die Schultern geschlungen. Er musterte die Waffen neidisch. Nur angesehene Jäger im Ort Rose Village erhielten diese, weil Kugeln so schwer zu bekommen waren. Da Olen und Sherman noch Auszubildende waren, hatten sie aber nur Bleikugeln, keine silbernen. Adam fuhr sich frustriert durch sein Haar. Beide Jungen waren achtzehn, nur sechs Jahre älter als er, aber Adam fühlte sich im Vergleich zu ihnen und den meisten Nachwuchsjägern im Dorf wie eine schmächtige Bohnenstange.
Sam hatte ihm anfangs geholfen, seinen Körper zu trainieren, aber egal was er tat, er setzte nie Muskeln an wie sein Bruder und wurde von körperlichen Anstrengungen rasch müde. Olens scharfer brauner Blick richtete sich auf seinen Baum und er kletterte schnell hinunter.
„Anscheinend haben wir da eine kleine Ratte, die uns ausspioniert“, bemerkte Olen, ohne sich die Mühe zu machen, seinem Partner zuzuflüstern.
Adam verdrehte die Augen. Sie glaubten wahrscheinlich nicht, dass er irgendeine Bedrohung war. Zwar konnte er es mit keinem von ihnen direkt aufnehmen, aber Adam hatte andere Talente. Fantasie. Er ballte die Faust um den kleinen Stein neben seinen Füßen. Es war jetzt oder nie. Er holte tief Luft, schleuderte den Stein so weit er konnte und hörte das befriedigende Geräusch, als er an der Wand ganz links vom Südtor auftraf.
„Da drüben!“, schrie Sherman.
Als er ihre Schritte verschwinden hörte, warf er einen Blick auf den einzigen Aus- und Eingang des Dorfes. Alle Muskeln auf der Welt konnten einige clevere Tricks nicht wettmachen. Da die beiden ihren Posten aufgegeben hatten, rannte Adam mit pochendem Herzen auf den Ausgang zu. Das Dorf nannte es Südtor, aber das Tor war schon vor langer Zeit zerstört worden. Gut für Adam.
Er huschte an dem Loch in der Mauer vorbei und rannte weiter in Richtung des nächsten Baumhains, um Deckung zu suchen. Erst dann schaute er hinter sich und sah Olen und Sherman mit dem Rücken zu ihm gewandt streiten. Er seufzte erleichtert. Eine kühle Brise traf sein Gesicht. Der Schweiß auf seinem Rücken kühlte ab und er ertappte sich, wie er den Wald anstarrte, von dem er immer geträumt hatte, als er jünger war.
Hohe, alte Bäume starrten ihn an, bedrohlich und knorrig. Hinter ihnen befand sich unbekanntes Land. Nur Jäger kannten diese Gegenden, Jäger, deren Aufgabe darin bestand, herumzuziehen und das Dorf zu versorgen. Es schien, als könnten die Wälder sich meilenweit erstrecken.
Adams Herz raste weiter. Er war noch nie außerhalb des Dorfes gewesen. Wie die meisten Menschen war er in dem ummauerten Zufluchtsort, der sie vor dem Rest der gefährlichen Außenwelt schützte, geboren und aufgewachsen.
Adam griff ohne nachzudenken nach dem Jagdmesser an seinem Gürtel, das Sam und seinem Vater gehörte.
Ihre Eltern waren Jäger gewesen und die beiden waren vor drei Jahren während einer Expedition gestorben. Seitdem übernahm Sam die Verantwortung für ihn und hoffte, dass Adam wie er selbst auch in die Fußstapfen ihrer Eltern treten würde. Adam stellte sich jedoch als Enttäuschung für alle heraus.
Er schüttelte wütend den Kopf. Keine Zeit, um sich selbst zu bemitleiden. Adam hatte einen Job zu erledigen. Sam war vor drei Tagen mit einer Gruppe von Jägern losgezogen, um die wöchentliche Nahrungsversorgung des Dorfes zu sichern, aber ihre Gruppe hätte gestern zurück sein sollen.
Er schluckte. Adam musste klug vorgehen. Er war kein Jäger. Verdammt, der Anführer der Jäger, Gareth, hatte seine Bewerbung sofort abgelehnt, sehr zu Sams Enttäuschung. Adam entfernte sich etwas weiter von Rose Village, bevor er beschloss, auf den höchsten Baum zu klettern, den er sehen konnte.
Adam war vielleicht nicht körperlich fit wie die anderen Jungen, aber er hatte schon jahrelang geübt, auf Bäume zu klettern, wenn er vor den Schlägern floh. Er stellte flink einen Fuß auf einen robusten Ast und dann den nächsten. Er grunzte erschöpft, als er den Wipfel erreichte. Ein Keuchen entkam ihm.
Von hier aus konnte er alles sehen. Aus dem Süden sah Rose Village so winzig aus, die Häuser und Gebäude waren von einer Wallmauer umgeben. Schon lange fühlte er sich wie ein Gefangener im Dorf und konnte nicht akzeptieren, dass dies die Grenzen der Welt waren, die er erkunden konnte.
Dann schaute Adam in die entgegengesetzte Richtung und sah mehr von dem Wald, der mit Andenken aus der alten Welt übersät war. Er weigerte sich, darüber nachzudenken, was in diesen Wäldern außer Geistern sonst noch lauerte. Sams Worte ertönten in seinem Kopf. In unserer Welt glauben Paranormale, dass Menschen nur für zwei Dinge gut sind.Wir sind entweder Sklaven oder Spielzeug für sie.
Die Jagdgesellschaft musste in diese Richtung gegangen sein. Adam zeichnete einen Pfad in seinem Kopf und kletterte wieder hinunter.
Er umklammerte das Messer seines Vaters, und seine Nerven ließen ihn im Stich, als er an einem Stück verzogenen Metalls mit abgenutzten Ledersitzen vorbeiging, das mit kleinen Pflanzen überwachsen war. Ein Auto, erinnerte er sich, wie er es im Unterricht gelernt hatte, den eine der Ältesten des Dorfes gab. Mrs. Renault hatte immer solche faszinierenden Bilder mitgebracht – Poster, nannte sie sie, die zeigten, wie die Welt vor dem Krieg aussah.
Es gab Städte, ganze Städte, hatte sie gesagt, und die Paranormalen hielten sich auf ihrer eigenen Seite der Grenze auf. Die menschliche Rasse hätte laut Mrs. Renault gewinnen können. Die Menschen waren den Monstern zahlenmäßig überlegen und besaßen die nötige Technologie, bis die Doomsday-Drachens intervenierten, unsterbliche Drachengötter, die in einer einzigen Nacht ganze Städte zerstören konnten.
Er schauderte. Warum wanderte sein Geist in die Vergangenheit, wenn er sich auf die Gegenwart konzentrieren musste? Vielleicht brauchte Adam die Ablenkung, weil er sich noch nie so allein gefühlt hatte. Es fühlte sich an, als wäre Sam immer an seiner Seite gewesen, war immer da, um die Schläger abzuwehren, die es auf Adam abgesehen hatten. Verdammt, Sam würde für ihn sogar gegen das ganze Dorf kämpfen.
Nachdem ihre Eltern gestorben waren, hatte Sam aufgehört, ein Kind zu sein. Sam wurde für sie beide erwachsen. Adam schuldete seinem Bruder so viel und Sam war seine einzige Familie. Er weigerte sich zu glauben, dass sein Bruder mit dem Rest der Jagdgesellschaft gestorben war. Er kam an mehreren dieser alten Fahrzeuge vorbei, dann eine verlassene Hütte, deren Dach zur Hälfte nicht mehr vorhanden war.
Er betrat eine Lichtung und entdeckte ein Stück Stoff, das an ein paar Brombeerranken hängengeblieben war. Er rannte los, denn er erkannte den braunen Stoff. Jäger trugen grüne und braune Kleidung, um sich ihrer Umgebung anzupassen. Adam bemerkte die Verfärbung des Baumes in der Nähe und legte seine Hand an das Holz. Als er sie zurückzog – er schluckte. Blut klebte daran.
Weitere rostfarbene Spuren waren auf dem Boden zurückgeblieben. Abdrücke von Stiefeln. Er folgte der Spur. Ein Vogel zwitscherte irgendwo. Bei jedem kleinen Geräusch machte Adam einen Satz, sogar beim Rascheln der Äste.
Gänsehaut erschien auf seinen Armen. Adam hatte das seltsame Gefühl, beobachtet zu werden. Er griff nach dem Messer und schaute nach links und rechts. Wurde er gejagt? Adam war mit Geschichten über höllische Bestien mit Fangzähnen und scharfen Krallen aufgewachsen, die Menschen wie ihn nur als Beute sahen.
Nicht zu spät, um ins Dorf zurück zu rennen, dachte er, aber die Ältesten hatten sein Anliegen ignoriert, als er gestern Abend zu ihnen ging. Jeder Jäger wusste, dass es gefährlich war, den Schutz der Mauern zu verlassen. Das Dorf schickte jeweils nur ein oder zwei Jagdteams los, damit der Rest die Verteidigung des Dorfes aufrechterhalten konnte. Adam wusste das alles, aber es war nicht richtig, seinen Bruder und die anderen Jäger für tot zu erklären.
Hinter ihm kam ein Heulen, ein leiser und hässlicher, kehliger Laut. Alle Haare an seinen Armen erhoben sich. Er zog das Messer seines Vaters heraus und schrie auf, da er sich in die Finger schnitt, als er die Klinge hastig herauszog. Die Zeit schien sich in Zeitlupe zu bewegen, als die Blutstropfen auf den Boden fielen.
Wandler konnten Blut aus einer Entfernung von einer Meile riechen. Adam hatte gehört, wie Sam diese Bemerkung einmal machte, und dieses Stück Land lag sehr nahe am Wolfsrudel der Red Skinwalkers. Schmutzig-gelbe Augen voller Feindseligkeit sahen ihn aus den Büschen an. Adam trat einen Schritt zurück und stolperte über einen heruntergefallenen Ast. Mit einem Schrei landete er auf seinem Hintern, das Messer rutschte aus seinen Fingern. Die Zeit verlangsamte sich. Er riss den Zweig weg, nur um festzustellen, dass es überhaupt kein Zweig war.
Adam schrie und warf das menschliche Bein von sich weg. Das musste ein Albtraum sein. Es musste so sein. Von seiner Position auf dem Boden aus konnte er eine rote Darmschlinge sehen, die wie eine Art groteske Dekoration in ein paar Büsche geworfen worden war.
Adam entleerte den Inhalt seines Magens, ihm war schlecht und er fühlte sich benommen.
Die Kreatur tauchte auf und Adam hätte fast seine Blase ebenfalls entleert. Mrs. Renault hatte ihnen Bilder von Wölfen gezeigt, aber dieses Monster war so viel größer, als er es sich vorgestellt hatte, und sein Fell war blutfarben. Adam wollte nicht wissen, was die nassen Stellen an seinem Fell waren. Er schluckte, als er sah, was das Tier zwischen seinen Kiefern trug. Eine Hand, an der immer noch braune Stoffstücke klebten.
Eine Gruppe von vier Jägern, einschließlich seines Bruders, war losgezogen. Waren sie nur von dieser einen Kreatur überfallen worden?
„Bitte.“ Er wusste nicht, warum er sich überhaupt die Mühe machte, mit diesem Monster zu reden, das ihn hungrig ansah. Wandler hatte angeblich eine menschliche Hälfte, aber in diesen Augen sah er kein Gewissen. Die Red Skinwalkers fraßen Menschen, erinnerte er sich.
„Bruder, rette mich!“
Gott. Er war erbärmlich. Selbst jetzt, im Angesicht des Todes, rief er nach Sam. Alles, was Adam wollte, war wie Sam zu sein. Was hatte er sich dabei gedacht, hier rauszugehen und den Helden zu spielen? Das Monster ließ die abgerissene Hand fallen und kam auf ihn zu. Es sprang, als Adam floh, oder es zumindest versuchte.
Er schrie auf, als der Werwolf ihm die Krallen in seine Brust bohrte, Stoff zerfetzte und Blut hervortrat. Schmerz, wie er ihn noch nie zuvor erlebt hatte. Das Monster öffnete seine Kiefer und zeigte ihm scharfe, vergilbte Zähne, an denen noch Fleischreste klebten. Sein fauler Atem ließ Adam würgen. Er war erledigt.
Ein Schuss, klar wie der Tag, warf den Werwolf von ihm. Adam rollte sich auf die Seite und stöhnte vor Schmerz, konzentrierte sich aber auf seinen Retter. Sam ging ein paar Schritte zur Seite, schweratmend, seine Kleidung war zerrissen, blutig und sein Gesicht war voller Blutergüsse.
Sam lebte.
„Verschwinde von meinem Bruder“, rief Sam und feuerte erneut, noch bevor der Werwolf angreifen konnte. Trotz der Qualen durch seine Wunden schleppte Adam sich zu seinem Bruder und entfernte sich etwas von dem Monster.
Sam drückte immer wieder ab. Als die Waffe leer war, nahm Sam das Messer ihres Vaters vom Boden und stieß es in die Brust des Werwolfs, was pfeifende Geräusche hervorrief. Silber, dachte er erleichtert. Sein Bruder benutzte Silberkugeln. Sam war noch kein ausgebildeter Jäger, genau wie Olen und Sherman, was bedeutete, dass das Gewehr nicht ihm gehörte.
Ein Schauer lief seinen Rücken hinunter. Die Puzzleteile fügten sich zusammen. Diese abgerissenen Körperteile, die Waffe – oh Gott. War sein Bruder der einzige Überlebende?
Sam atmete tief aus und kam schließlich zu ihm. Adam konnte sich nicht erinnern, wann Sam das letzte Mal so sauer ausgesehen hatte.
„Was hast du dir dabei gedacht?“, wollte Sam wissen.
„Ich …“, begann Adam, unsicher, wie er fortfahren sollte. Sam überraschte ihn, indem er ihn in eine feste Umarmung zog.
„Erschrecke mich nie wieder so. Niemals“, sagte Sam mit Nachdruck, und sein Blick verengte sich.
Adam konnte sich nicht einmal vorstellen, was sein Bruder durchgemacht hatte. „Ich verspreche es, Bruder“, flüsterte er.
Sam riss sein Hemd und Adams von ihren Körpern und machte provisorische Verbände, die er um Adams Brust wickelte. Dann bot Sam ihm seine Hand an und zog ihn auf die Füße.
„Komm schon, Adam“, sagte Sam und klang müde. „Lass uns nach Hause gehen.“
Gegenwart
Adam ignorierte Sams mörderischen Blick und rannte zu Gareth, wobei er Olen fast mit dem Gewehr erwischt hätte.
„Pass auf, Kümmerling“, sagte Olen mit einem finsteren Blick zu ihm. Adam wich zurück und kümmerte sich nicht um die ärgerlichen Blicke der anderen Jäger. Seit sie das Südtor verlassen hatten, war alles, was er hörte, Beschwerden und heftiges Flüstern.
Warum ist er hier?Er ist nur eine Last.
Adam wird uns langsamer machen.Wenn er uns allen den Tod beschert, wäre ich nicht überrascht.
Im Laufe der Jahre hatte Adam gelernt, sich von solchen Kommentaren nicht beeindrucken zu lassen. Er war nicht mehr zwölf. Es hatte ein bisschen wehgetan, als Sam vorschlug, er solle zu Hause zu bleiben. Sam betrachtete ihn immer noch als seinen kleinen schwächlichen Bruder, aber Adam wollte heute allen beweisen, dass sie sich irrten.
Er holte Gareth ein, der die Führung übernahm. „Ich wollte mich nur bei dir bedanken, Gareth, dass du mich in die heutige Jagdgruppe aufgenommen hast“, platzte er heraus, etwas außer Atem.
Gareth warf ihm einen Seitenblick zu. Der vernarbte Jäger grunzte nur. Adam wusste nicht, warum Gareth nach all den Jahren seine Meinung geändert hatte. Vor zehn Jahren waren er und Sam aus diesem Alptraum zurückgekehrt, der Narben an Körper und Geist zurückgelassen hatte. Eine schwächere Person hätte nichts mehr mit dem Schrecken außerhalb der Mauer zu tun haben wollen, aber nicht sie, nicht die Miles-Brüder.
Adam wünschte nur, Sam würde seine Meinung ändern und sein Bedürfnis verstehen, sich zu beweisen. Außerdem konnte er sich nicht vorstellen, sein ganzes Leben im Dorf eingeschlossen zu sein. Die meisten Nichtkämpfer in der Gemeinschaft waren damit zufrieden, ihr Leben mit den gleichen langweiligen Aufgaben zu verbringen, aber er nicht.
Vor einem Jahrzehnt hatte er einen Blick darauf erhascht, wie gefährlich die reale Welt war, aber es hatte ihm auch bewusst gemacht, wie groß sie war, und wie winzig Rose Village wirklich war. Adam wollte nicht sterben, ängstlich und verschreckt hinter sicheren Mauern.
Er berührte das Messer an seinem Gürtel, genau das, das schon sein Vater benutzt hatte, das gleiche Messer, mit dem Sam dieses Monster vor Jahren getötet hatte.
