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Robbie Holcomb hat sich immer wie das schwarze Schaf in einer Familie aus Jägern gefühlt. Das Töten ist ihm nie leichtgefallen. Robbie will nichts weiter, als ein normales Leben und sich irgendwann mit einem Mann niederlassen, der ihn so akzeptiert, wie er ist. Als eine Jagd schiefgeht, sieht Robbie sich plötzlich einem furchteinflößenden Werwolf gegenüber, den er für tot gehalten hatte. Was Robbie noch mehr Angst einjagt, ist die schwer zu leugnende Anziehungskraft zwischen ihnen. Werwolf Dawson Daniels will Rache für die Narben, die ihm von Jägern zugefügt wurden. Als das Schicksal ihm Robbie in den Schoß wirft, erkennt Dawson, dass er den Menschen nicht töten kann. Sein Wolf sagt ihm, dass Robbie sein Gefährte ist. Dawson weiß, dass er ein Monster ist. Kein Mann will einen gebrochenen Wolf, aber er kann Robbie nicht gehen lassen. Als die Vergangenheit an ihre Tür klopft, müssen Dawson und Robbie ihre alten Dämonen besiegen und lernen, einander zu vertrauen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 26.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
ÜBER FEL FERN
LESEPROBE:
Dawson: Narbenherz
Robbie Holcomb hat sich immer wie das schwarze Schaf in einer Familie aus Jägern gefühlt. Das Töten ist ihm nie leichtgefallen. Robbie will nichts weiter, als ein normales Leben und sich irgendwann mit einem Mann niederlassen, der ihn so akzeptiert, wie er ist. Als eine Jagd schiefgeht, sieht Robbie sich plötzlich einem furchteinflößenden Werwolf gegenüber, den er für tot gehalten hatte. Was Robbie noch mehr Angst einjagt, ist die schwer zu leugnende Anziehungskraft zwischen ihnen.
Werwolf Dawson Daniels will Rache für die Narben, die ihm von Jägern zugefügt wurden. Als das Schicksal ihm Robbie in den Schoß wirft, erkennt Dawson, dass er den Menschen nicht töten kann. Sein Wolf sagt ihm, dass Robbie sein Gefährte ist. Dawson weiß, dass er ein Monster ist. Kein Mann will einen gebrochenen Wolf, aber er kann Robbie nicht gehen lassen. Als die Vergangenheit an ihre Tür klopft, müssen Dawson und Robbie ihre alten Dämonen besiegen und lernen, einander zu vertrauen.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 26.000 Wörter
FEL FERN
Dawson: Narbenherz
Dirty Devils 2
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Dawson“:
Fel Fern
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2021
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Martina Gille
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
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Sechs Monate zuvor
„Kopf hoch, Robbie. Ist es nicht das, was du immer gewollt hast? Endlich Teil der Familie zu sein?“, fragte Onkel Leon und boxte ihn hart gegen die Schulter. „Das hier wird deine wahre Aufnahme in den Holcomb Clan.“
Die anderen drei Jäger im Van lachten leise vor sich hin, als Robbie sich die Schulter rieb. Er wollte plötzlich nur noch raus. Weg aus diesem winzigen, vollgepackten, sich bewegenden Fahrzeug und von diesen Testosteron gesteuerten Ärschen, die Formwandler zum Spaß töteten. Hier waren zu viele Männer mit zu vielen Gewehren.
Robbie wusste nicht mal genau, wieso er mitgekommen war. Er hatte es schon vor langer Zeit aufgegeben, sich mit seinem Vater oder seinen Brüdern zu vergleichen. Die Jagd war in seiner Familie schon seit Generationen Tradition, aber Robbie konnte kaum ein unbewegliches Ziel treffen, geschweige denn ein lebendes atmendes Wesen erschießen.
Robbie unterdrückte ein Zittern. Wie oft hatte er sich schon gewünscht, er wäre in eine normale Familie hineingeboren worden?
„Ich wollte hier nicht mitmachen“, grummelte er.
Leon packte ihn am Kragen und sah ihm in die Augen. „Was hast du gerade zu mir gesagt, Junge?“
„Ich bin kein Junge. Ich bin einundzwanzig. Ein erwachsener Mann“, erwiderte er und zuckte unter dem irren Ausdruck in den blutunterlaufenen Augen seines Onkels zusammen. Wie so viele Jäger hatte sein Onkel sich Potenzial gespritzt, eine Droge, die seine normalen menschlichen Reflexe steigerte. Es machte sie den Formwandlern ebenbürtig. Außerdem schürte es bestimmte Gefühle.
„Erwachsen?“ Leon grinste ihn höhnisch an. „Dein Bruder John hatte mit fünfzehn seinen ersten Abschuss.“
Als ob das etwas wäre, dessen man sich rühmen konnte. Doch das behielt Robbie lieber für sich.
Leon ließ sein Hemd los. „Jetzt ist der Moment, an dem du deinem Vater, mir und dem Rest des Clans beweisen kannst, dass du kein totale Missgeburt bist.“
Robbie sollte das hier einfach hinter sich bringen, nur das der bloße Gedanke, einen Formwandler oder irgendein anderes paranormales Wesen zu töten, seine Handflächen zum Schwitzen brachte. In jedem Formwandler, den die Jäger in seiner tierischen Form töteten, steckte auch ein menschlicher Teil.
Seine Verwandten schienen darüber nur allzu gern hinwegzusehen. Vielleicht war es ihnen auch egal. Schließlich zahlten gewisse, Formwandler hassende Organisationen dem Holcomb Clan eine Menge Geld dafür, dass er diese „Pest“ beseitigte.
„Ich bin keine Missgeburt, nur anders“, verteidigte er sich.
Das brachte ihm einen Ellenbogen in die Rippen ein. Robbie keuchte und schlang einen mageren Arm um seine Mitte.
„Leon, du solltest Chuck sagen, dass er seinen jüngsten Sohn enterben soll. Er bringt einfach nur Schande über uns alle“, bemerkte einer der anderen Jäger.
Robbie starrte auf den Boden und versuchte, ihre Worte zu ignorieren. Während seiner Kindheit hatte er ständig Beleidigungen zu hören bekommen. Er hatte gelernt, sie raus zu filtern und an sich vorbeirauschen zu lassen. Robbie hatte eine Ausrede nach der anderen bnutzt, damit keiner der Jäger ihn auf eine Jagd mitnahm. Jetzt war seine Zeit abgelaufen.
Sein Vater hatte ihn Leon übergeben und seinem Onkel gesagt, er solle einen `richtigen Mann` aus ihm machen, einen echten Holcomb Jäger.
„Was muss ich tun?“, fragte er schließlich.
Vielleicht könnte er ja einen Weg finden, zu entkommen, während die Jäger damit beschäftigt waren, ihre Fallen aufzustellen. Dieses beschissene Leben hinter sich lassen. Robbie hatte ein paar Ersparnisse auf der Bank, aber er musste den Mut aufbringen, weit wegzugehen. An einen Ort, an dem sein Onkel und Vater ihn nicht aufzuspüren konnten.
War das überhaupt möglich, wenn man bedachte, was seine Familie tat, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen?
Leon warf ihm ein hinterhältiges Lächeln zu. Robbie wurde ein wenig misstrauisch. Das war derselbe Gesichtsausdruck, den die Rowdies in seiner Familie zur Schau trugen, wenn sie ihn herumschubsten. Er hatte das Gefühl, dass sein Onkel ihn aus einem ganz bestimmten Grund mitgenommen hatte.
„Zerbrich dir nicht dein hübsches Köpfchen, Robbie. Dieser Plan ist narrensicher.“
Das gefiel Robbie überhaupt nicht. „Ich bin nicht sicher, ob ich eine große Hilfe sein kann. Ich bin nicht gerade der beste Schütze.“
Robbie hatte keinen Schimmer von diesem Auftrag und er bezweifelte, dass es überhaupt ein echter Auftrag war. Es gab keinen Kunden. Er hatte zufällig eine Unterhaltung seiner Cousins mitbekommen, in der es darum ging, dass sein Onkel und sein Vater auf der Suche nach neuen Jagdgründen waren. Meistens jagte der Holcomb Clan für Geld, manchmal aber auch nur, um Dampf abzulassen.
Robbies Hobbys waren nicht derart extrem. Er war mit einem guten Buch zufrieden oder damit, sich einen Serienmarathon seiner Lieblingsserie reinzuziehen.
„Wohl eher der schlechteste Schütze in der Geschichte der Holcomb Familie“, sagte ein anderer Jäger.
Leon klopfte ihm auf die Schulter, eine ekelhafte Berührung. „Du musst nicht mal eine Waffe in die Hand nehmen.“
Robbie bekam ein flaues Gefühl im Magen, als würde er sich am liebsten übergeben. Er schluckte die Galle herunter und fand den Mut, seinem Onkel die wichtigste Frage von allen zu stellen.
„Was meinst -“, noch bevor er den Satz beenden konnte, presste ihm Leon eine große, schmierige Hand auf den Mund.
Robbies Augen traten fast aus den Höhlen, als der Jäger neben Leon eine lange, fies aussehende Spritze mit einer blauen Flüssigkeit aufzog. Ehe er sich gegen Leon wehren, treten oder ihn in den Finger beißen konnte, stieß der Jäger ihm die Nadel in den Hals.
Leon gab seinen Mund frei.
„Was läuft denn hier?“ Selbst in seine eigenen Ohren klang seine Stimme benommen. Er verlor die Kontrolle über seine Arme und Beine, seine Zunge. Wirkte die Droge so schnell?
„Du wirst mir und diesen noblen Gentlemen dabei helfen, unseren Job leichter zu machen“, sagte Leon.
„Leichter, wie?“, flüsterte Robbie.
Leon kam ihm ganz nahe. Robbie versuchte zurückzuweichen, doch sein Schädel stieß auf Metall. Die anderen lachten. „Du wirst der Köder sein“, flüsterte Leon. „Süße Träume, Neffe. Wenn du wieder aufwachst, wirst du an einen Baum gefesselt sein.“
* * * *
Robbie erwachte völlig benebelt. Seine Gliedmaßen fühlten sich schwer an. Er stöhnte und versuchte, sich zu erinnern, was in den letzten Stunden passiert war. Sein Kopf tat weh. Robbie konzentrierte sich auf sein Sehvermögen, versucht, sich zu bewegen, aber er konnte sich nicht rühren.
Er sah an sich herunter und bemerkte Seile, die sich kreuz und quer über seine Brust zogen. Seine Hände waren hinter seinem Rücken gefesselt. Der Versuch, die Knoten aufzubekommen, brachte auch nichts. Sie saßen bombenfest. Was nicht weiter überraschte. Mehr Seile banden seine Knöchel zusammen.
Robbies Arm schmerzte und der Geruch von Kupfer stieg ihm in die Nase. Er konnte ihn fühlen, den brennenden Schnitt. Hatte Leon ihn mit seinem Messer verletzt, bevor er ihn hier zurückgelassen hatte?
Scheiße. Formwandler und andere paranormale Wesen hatten einen ausgeprägten Geruchssinn.
Robbie stöhnte und sah sich um. Er schluckte – da war nichts weiter als Dunkelheit und ein Waldrand. Robbie war nur selten nachts im Wald unterwegs gewesen. Er war immer ungeschickt, eine Blamage. Einmal hatten sein Vater und seine Brüder ihn auf einen nächtlichen Jagdausflug mitgenommen. Doch selbst mit einer Nachtsichtbrille war er herum gestolpert und hatte jede Menge Lärm gemacht, bis sich schließlich entschieden, ihn im Truck zu lassen.
„Onkel Leon?“, rief er in die Dunkelheit.
Er versuchte es noch ein paar Mal. Keine Antwort. Robbie wünschte sich schmerzlich, dass das hier nur ein schlechter Scherz war. Vielleicht wollten ihm sein Vater und sein Onkel nur irgendeine verdrehte Lektion erteilen. Die Jäger mussten in der Nähe sein, ihn beobachten. Köder, hatte sein Onkel ihn genannt. Robbie hatte Gerüchte darüber gehört, dass andere schwache Jäger diese Rolle übernahmen. Wenn jemand nicht in der Lage war, seiner Familie als echter Jäger zu dienen, musste er eben eine andere Rolle übernehmen. Bisher war Robbie nur von der Tatsache beschützt worden, dass sein Vater das Familienoberhaupt war.
„Ist das deine Vorstellung davon, mich abzuhärten, Dad?“, flüsterte er niemand Bestimmten zu.
Robbie fühlte sich vollkommen allein. In der Dunkelheit glühten gelbe Augen, deren Blick sich auf ihn richtete.
Er schluckte, als aus einem nahe gelegenen Gebüsch ein paar Wölfe auftauchten, einen hungrigen Ausdruck in den Augen. Keine Formwandler. Zum einen waren sie dafür zu klein. Werwölfe waren mindestens doppelt, wenn nicht dreimal so groß wie ein normaler Wolf.
Die beiden Bestien trotteten näher. Speichel tropfte von ihren Lefzen. Waren sie vom Blutgeruch angezogen worden?
„Fresst mich nicht. Ich bin bloß Haut und Knochen.“ Sinnlos, diese wilden Wölfe um Gnade anzubetteln. Wachsam näherten sie sich ihm. Robbies Rücken war in Schweiß gebadet. Beinahe hätte er sich in die Hose gemacht. Er schrie. Sicher würde irgendjemand seinen Hilfeschrei hören.
Köder? Ja, klar. Vielleicht hatte Leon ihn hier auch einfach zum Sterben zurückgelassen. Es würde ihn nicht überraschen, wenn sein Vater entschieden hätte, den einzigen Schwächling in der Familie zu töten. Ihn.
„Nein.“ Er versuchte, seine gefesselten Handgelenke zu befreien. Eine dritte Bestie tauchte auf, nur das diese hier riesig war, mit einem Fell in der Farbe von frisch vergossenem Blut. Ein echter Formwandler. Er sah dem Geschöpf direkt in die Augen und meinte dort einen Schimmer von Menschlichkeit zu erkennen.
„Hilf mir! Bitte“, rief er.
Das Geräusch seiner Stimme löste den Angriff des am nächsten stehenden Wolfes aus. Noch bevor er Robbie erreichen konnte, stürzte sich der Formwandler auf ihn, schloss seine gewaltigen Kiefer mit Leichtigkeit um den Nacken des wilden Tiers und warf es beiseite wie eine kaputte Gliederpuppe.
„Hinter dir!“
Der Formwandler schaute über seine Schulter, sprang und packte den wilden Wolf an der Kehle. Ein kurzes Schütteln des mächtigen Schädels ließ den Wolf durch die Luft fliegen. Beide Tiere humpelten winselnd davon. Robbie wagte es, dem goldenen Blick des Formwandlers zu begegnen.
Während der Jagd war er immer zurückgeblieben, war niemals einem Formwandler so nahegekommen. Der Werwolf trottete erneut auf ihn zu und Robbies Herz schlug schneller. Ihm fielen die Horrorgeschichten wieder ein, die ihm seine Cousins, Tanten und Onkel über Wesen dieser Art erzählt hatten. Formwandler waren angeblich bösartige Geschöpfe, die die menschliche Rasse als Beute betrachteten, nur das dieser hier ihn gerettet hatte, als sein Onkel ihn den Wölfen zum Fraß vorgeworfen hatte. Buchstäblich.
Der Werwolf schob seinen pelzigen Kopf in Robbies Gesicht. Der erschrak und sein Puls raste. Vielleicht lag er ja völlig falsch und dieser Formwandler wollte ihm sehr wohl etwas tun. Der Werwolf leckte ihm nur einmal mit seiner langen Zunge übers Gesicht und fing dann an, die Stricke durchzubeißen.
So sanft, dachte Robbie. Er hatte das Bedürfnis, mit seinen Fingern durch dieses weiche, rote Fell zu fahren. Würde der Werwolf ihn lassen?
Über die Schulter des roten Werwolfs hinweg meinte Robbie Gestalten zu erkennen, die sich in der Dunkelheit bewegten und Zielfernrohre von mehreren Gewehren. Köder. Das Wort hinterließ einen bitteren Beigeschmack. Panik setzte ein.
„Lass mich hier“, sagte er und hoffte, der Formwandler würde die Dringlichkeit in seiner Stimme hören. „Das ist eine Falle. Mein Onkel hat mich als Köder zurückgelassen.“
Zu spät. Robbie bemerkte den rotgefiederten Pfeil, der ihn ihre Richtung geflogen kam. Er traf seinen Retter direkt ins linke Hinterbein. Der Werwolf knurrte. Die Jäger schossen noch mehr Betäubungspfeile ab. Leon und die anderen Jäger kamen aus ihren Verstecken hervor, und Gewehrläufe zielten auf den Werwolf, der Robbie gerettet hatte.
„Gut gemacht, Robbie“, lobte Leon.
Ein anderer Jäger zog ihn auf die Füße. Der Werwolf warf ihm einen letzten Blick zu, ehe er sich zur Flucht in Richtung der Bäume wandte. Nur das er jetzt taumelte, bar der Anmut und Wildheit, die er zuvor gezeigt hatte. Die Droge wirkte.
Einer der Jäger lachte und schwenkte ein langes, gemein aussehendes Jagdmesser. Robbies Herz sank.
„Wo denkst du, gehst du hin, Hund?“, verhöhnte ihn einer der Jäger.
„Was habt ihr mit ihm vor? Warum tötet ihr ihn nicht auf der Stelle?“, fragte er seine Onkel voller Verzweiflung.
„Wir werden den Formwandlern in Greenflower eine Botschaft senden.“
Robbie hatte plötzlich das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden und ihm wurde speiübel. Der Werwolf stieß ein Winseln aus, ein Flehen um Erbarmen, als die anderen Jäger ihn umringten und abwechselnd mit ihren Messern schnitten.
