Der Notarzt 521 - Caro Stein - E-Book

Der Notarzt 521 E-Book

Caro Stein

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Beschreibung

Die Schwestern Annika, Bea und Carolina arbeiten als Ärztinnen an der Frankfurter Sauerbruch-Klinik. Dass sie einander konsequent meiden und kaum miteinander sprechen, fällt Dr. Peter Kersten erst auf, als er sie in einer Nacht, in der wetterbedingt mit vielen Notfällen zu rechnen ist, zu einer gemeinsamen Schicht einteilt. Er kann nicht wissen, dass ein tragisches Ereignis zehn Jahre zuvor die einst unzertrennlichen Schwestern entzweite. Eine folgenschwere medizinische Fehlentscheidung Beas brachte ihre gemeinsame Freundin Diana in Lebensgefahr - ein Fehler, den Annika und Carolina ihrer Schwester bis heute nicht verziehen haben. Nun zwingt eine gemeinsame Nachtschicht die drei zum ersten Mal seit Langem wieder zur Zusammenarbeit. Und ausgerechnet in dieser Schicht entscheidet sich alles: Wieder kämpft Diana um ihr Leben. Und wieder hängt ihr Schicksal vom Können und Wissen der drei Ärztinnen ab - und von ihrem Zusammenhalt. Doch sind Annika, Bea und Carolina bereit, ihre Verletzungen zu überwinden und einander zu vertrauen, um die Freundin zu retten?

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

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Die Schicksalsschicht

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Impressum

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

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Die Schicksalsschicht

Drei Frauen ein Beruf – und eine Nacht, die alles verändert

Von Caro Stein

Die Schwestern Annika, Bea und Carolina arbeiten als Ärztinnen an der Frankfurter Sauerbruch-Klinik. Dass sie einander konsequent meiden und kaum miteinander sprechen, fällt Dr. Peter Kersten erst auf, als er sie in einer Nacht, in der wetterbedingt mit vielen Notfällen zu rechnen ist, zu einer gemeinsamen Schicht einteilt. Er kann nicht wissen, dass ein tragisches Ereignis zehn Jahre zuvor die einst unzertrennlichen Schwestern entzweite. Eine folgenschwere medizinische Fehlentscheidung Beas brachte ihre gemeinsame Freundin Diana in Lebensgefahr – ein Fehler, den Annika und Carolina ihrer Schwester bis heute nicht verziehen haben.

Nun zwingt eine gemeinsame Nachtschicht die drei zum ersten Mal seit Langem wieder zur Zusammenarbeit. Und ausgerechnet in dieser Schicht entscheidet sich alles: Wieder kämpft Diana um ihr Leben. Und wieder hängt ihr Schicksal vom Können und Wissen der drei Ärztinnen ab – und von ihrem Zusammenhalt. Doch sind Annika, Bea und Carolina bereit, ihre Verletzungen zu überwinden und einander zu vertrauen, um die Freundin zu retten?

Bea Franke, Fachärztin für Innere Notfallmedizin in der Sauerbruch-Klinik, stand etwas länger als nötig in dem schmalen Laubengang, bevor sie endlich klingelte. Die Nachmittagssonne lag matt über den grauen Betonplatten, während etwas weiter entfernt im Innenhof jemand mit einer Mülltonne klapperte.

Die Fünfunddreißigjährige hörte die vertrauten Schritte hinter der Tür, die langsamer waren als früher und von einem leichten Schaben begleitet wurden. Das Geräusch allein genügte, damit sich ihr Magen zu einem schweren Klumpen zusammenballte. Trotzdem setzte sie ein strahlendes Lächeln auf. Ihre beste Freundin Diana Hübner sollte nicht bemerken, wie unwohl sie sich in ihrer Nähe fühlte.

Als die Tür endlich aufging, fielen ihr sofort die dunklen Schatten unter den Augen ihrer Freundin auf.

»Hey.« Diana stützte sich unauffällig mit einer Hand am Türrahmen ab. Die rechte Hand hielt sie leicht angewinkelt am Körper, als wollte sie den Arm schützen. Auf ihren Lippen zeigte sich ein gequältes Lächeln, vermutlich hatte sie Schmerzen, wollte sich aber nichts anmerken lassen. »Wolltest du nicht erst morgen kommen?«

Es war schwer zu sagen, ob sie sich über Beas unangekündigten Besuch freute. Seit dem Unfall vor einigen Jahren schien es ihr unangenehm zu sein, wenn jemand sie zu Hause besuchte. Aber Bea wollte nichts davon hören. Sie wollte ihre Freundin nicht im Stich lassen. Schon gar nicht unter diesen Umständen.

»Ich war ohnehin gerade in der Gegend. Da hab ich mir gedacht, ich bringe dir die Sachen gleich vorbei.« Sie streckte ihr die Papiertüte mit einer kleinen Dose Linseneintopf, etwas Brot und Kräutertee gegen die Muskelkrämpfe entgegen. »Außerdem habe ich es am Wochenende etwas mit dem Marmeladekochen übertrieben.« Sie bückte sich nach der Tasche, die sie neben sich auf dem Boden abgestellt hatte. Darin befanden sich fünf Gläser selbstgemachter Orangenmarmelade.

Bea brachte Diana regelmäßig Mahlzeiten vorbei, die ihre Freundin nur aufzuwärmen brauchte. Ihr war absolut bewusst, dass sie über diese Fürsorge ihre Schuldgefühle zu kompensieren versuchte. Gleichzeitig redete sie sich aber auch ein, dass sie Diana nur ein wenig unterstützen wollte, da diese an schlechten Tagen Probleme mit der Feinmotorik hatte und deshalb keine Lebensmittel schneiden oder lange am Herd stehen konnte. Und sie sollte sich nicht nur von Fertiggerichten ernähren.

Diana warf einen Blick auf die Tüte und auf die Tasche. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu schließen schwankte sie zwischen Dankbarkeit und Missmut. »Komm doch rein.« Sie trat einen Schritt zur Seite und machte eine einladende Geste.

Obwohl Bea Dianas Wohnung gut kannte, fühlte sie sich dennoch jedes Mal etwas beklommen. Das lag allerdings nicht an der Wohnung selbst, sondern daran, wie sich diese im Laufe der letzten Jahre schleichend verändert hatte. Die Wohnung erschien Bea jedes Mal aufs Neue ein Symbol dafür zu sein, welche furchtbare Wendung das Leben ihrer Freundin genommen hatte.

Im Flur befand sich ein breites Geländer, an dem sich Diana festhalten konnte. Neben dem Sofa im Wohnzimmer stand ein elektrisch verstellbarer Arbeitstisch, dessen Platte leicht nach vorne geneigt werden konnte, damit Diana sich nicht vorbeugen musste. An den Wänden liefen unauffällige Haltegriffe entlang, die im ersten Moment aussahen wie ein modernes Design.

»Setz dich«, sagte Diana und deutete auf das Sofa. »Möchtest du etwas trinken?«

Bea schüttelte den Kopf. Sie hatte zwar Durst, wollte ihrer Freundin, aber keine Umstände bereiten.

»Ich bleibe sowieso nicht lange.«

Sie ließ den Blick durch die Wohnung schweifen. Wenn man erst einmal wusste, worauf man achten musste, entdeckte man noch weitere Hinweise darauf, dass Diana in vielen Dingen Unterstützung brauchte. Auf dem Tisch stand etwa eine Tasse mit zwei Henkeln, daneben lagen ein dicker Stiftgriff und ein Notizbuch, und über den Fußboden verteilten sich rutschfeste Bodenstreifen, die einem Halt gaben.

All diese Hilfsmittel waren stille Zeugnisse für jenen Tag, an dem Diana beinahe ertrunken wäre und seitdem mit den Folgen kämpfte. Durch den Sauerstoffmangel waren ihre motorischen Fähigkeiten eingeschränkt worden. In ihrem rechten Arm zeigte sich eine leichte Spastik, die sich vor allem bei Müdigkeit verstärkte. Zudem hatte sie Probleme mit dem Gleichgewicht und gelegentlich auch Atemprobleme, wenn sie sich überanstrengte. Dinge, die man im Alltag ständig berücksichtigen musste und die Bea immer wieder wie ein Schlag trafen, wenn sie damit konfrontiert wurde.

Seufzend ließ sich Diana auf ihren Spezialstuhl sinken, dessen Kissen dafür sorgte, dass sich der Druck auf die Wirbelsäule verringerte. Sie rieb sich erschöpft über die Stirn.

Bea kannte die Zeichen, wenn es ihrer Freundin nicht gut ging, und warf ihr einen fragenden Blick zu.

»Ich habe gerade irgendwie eine blöde Woche. Also ... na ja«, antwortete Diana.

»Was heißt denn blöd?« Bea legte die Papiertüte und die Tasche mit der Marmelade auf den Tisch und bemühte sich darum, einen möglichst beiläufigen Gesichtsausdruck zu bewahren. Diana sollte nicht denken, dass sie ein ärztliches Gespräch mit ihr führen wollte.

»Ich war mehrfach komplett durch. Muskelkrämpfe, Schwindel, das volle Paket. Dabei hatte ich geglaubt, dass es endlich besser werden würde.«

Bea wollte schon etwas darauf antworten, doch Diana machte eine wegwerfende Geste.

»Lassen wir das. Hast du was von deinen Schwestern gehört?«

Diese Frage versetzte Bea einen schmerzhaften Stich. Sie hatte seit einer Ewigkeit nicht mehr mit Annika, ihrer älteren Schwester, und Carolina, der jüngsten von ihnen, gesprochen.

»Also redet ihr immer noch nicht miteinander?«, fragte Diana tadelnd, als Bea mit ihrer Antwort zögerte. »Wie lange geht das jetzt schon so? Zehn Jahre?«

Bea hob in einer hilflosen Geste die Schultern.

»Es ist eben nicht so einfach mit den beiden.«

»Ich verstehe bis heute nicht, weshalb ihr eigentlich so sehr zerstritten seid. Früher hat man euch doch kaum voneinander trennen können und jetzt geht ihr euch ständig aus dem Weg.« Diana massierte ihren rechten Arm, ohne es wohl selbst recht zu bemerken. Das tat sie immer, wenn sich die Muskeln dort schmerzhaft verhärteten.

Anstelle einer Antwort lächelte Bea schief. Wenn es nach ihr ging, würde Diana den wahren Grund für die Funkstille zwischen ihr und ihren Schwestern niemals erfahren.

***

Die siebenunddreißigjährige Annika Kopp fischte ihren Wohnungsschlüssel aus der Manteltasche und steckte ihn ins Türschloss. Zu ihrer Überraschung bemerkte sie, dass nicht abgeschlossen war.

Also war ihr Mann Alexander schon zu Hause. Er arbeitete als Projektleiter im Hochbau einer großen Baufirma und hatte daher unregelmäßige Arbeitszeiten. Außerdem schien er mehr Überstunden anzuhäufen als sie selbst.

Im ersten Augenblick wusste sie nicht, ob sie sich darüber freuen oder sich schon einmal für eine weitere Diskussion wappnen sollte. Dabei sehnte sie sich nach ihrer Schicht als Notärztin in der Sauerbruch-Klinik nach einem heißen Bad und entspannender Musik.

Der Duft von frisch gekochter Pasta und scharfer Soße kam ihr bereits im Flur entgegen. Sie streifte die Schuhe ab und stellte sie ordentlich neben Alexanders. Dann folgte sie dem Duft in die offene Wohnküche, wo ihr Mann mit dem Rücken zu ihr vor dem Herd stand. Mehrere Töpfe köchelten leise vor sich, was sie vermuten ließ, dass es neben Pasta auch noch eine Vorspeise geben würde. Das Dessert stand vermutlich bereits im Kühlschrank.

Obwohl Alexander gern kochte, hatte er es nicht mit der Zubereitung von Süßspeisen, weshalb er diese stets beim Konditor um die Ecke besorgte.

Er warf ihr einen schnellen Blick über die Schulter zu. Ein Lächeln huschte über seine Lippen, doch dann wurde sein Gesichtsausdruck gleich wieder ernst.

»Du bist spät dran.«

»Es war wieder viel los in der Klinik.«

Es waren vor allem die üblichen Fälle gewesen, mit denen sie in der Notaufnahme regelmäßig konfrontiert wurden: Ein älterer Mann mit Atemnot nach einer verschleppten Bronchitis, eine junge Frau mit starken Bauchschmerzen, bei der sich später eine Blinddarmentzündung herausstellte, und ein Kind, das sich beim Sturz vom Klettergerüst den Arm gebrochen hatte. Insgesamt war nichts Dramatisches dabei gewesen, aber es war trotzdem genug, um die Schicht ohne Pause vorbeiziehen zu lassen.

Annika ließ sich auf einen der Esstischstühle sinken und stellte ihre Tasche daneben ab. Dabei bemerkte sie wieder einmal den Stapel ungeöffneter Briefe, der mit jedem Tag größer zu werden schien. Eigentlich hatte sie sich schon gestern darum kümmern wollen. Heute war sie aber schon zu kaputt dafür. Sie würde die Briefe morgen durchgehen. Bestimmt.

Alexander holte zwei Teller aus einem der Hängeschränke.

»Wir können gleich essen«, sagte er betont gut gelaunt, obwohl er sichtlich müde war. »Ich dachte, es wäre doch schön, wenn wir wieder einmal einen Abend zusammen verbringen. Wenn du mich fragst, kommt das in letzter Zeit viel zu selten vor.«

Anstelle einer Antwort gab sie ein zustimmendes Geräusch von sich. Eigentlich liebte sie es, mit ihrem Mann den Tag ausklingen zu lassen. Doch inzwischen hatte sich die gemeinsame Zeit zu etwas verwandelt, das in Annika sofort eine innere Abwehrhaltung auslöste.

»Ich gehe nur noch schnell ins Bad«, sagte sie aus einem Impuls heraus, »mich etwas frischmachen. Ich habe zwar in der Klinik geduscht, aber irgendwie rieche ich immer noch nach Desinfektionsmittel«, fügte sie scherzhaft hinzu.

Damit stand sie betont langsam auf, damit es nicht so wirkte, als würde sie vor ihrem eigenen Mann flüchten. Das wollte sie eigentlich auch nicht, aber sie brauchte noch ein paar Minuten für sich, um sich für das kommende Gespräch zu wappnen.

Als sie zurück in die Wohnküche kam, stellte Alexander soeben die Teller mit der Vorspeise auf den Tisch. Unwillkürlich blieb Annika einen Moment stehen, da der Duft von geröstetem Brot, Olivenöl und frischem Knoblauch den Raum erfüllte. Jedes Mal, wenn Alexander Bruschetta machte, erinnerte sie das an ihren ersten gemeinsamen Italienurlaub. Die Erinnerungen lösten in ihr stets ein warmes und vertrautes Gefühl aus, aber gleichzeitig verband sie damit auch einen bitteren Beigeschmack. Kurz vor dieser Reise hatte sie sich so heftig mit ihren Schwestern gestritten, dass sie seitdem kaum mehr ein Wort wechselten.

»Mir kommt es so vor, als würden wir uns nur noch zwischen Tür und Angel sehen«, knüpfte er an ihr Gespräch an, sobald sie sich gesetzt hatte. Er nahm sein Besteck und setzte eine fröhliche Miene auf, aber Annika kannte ihn gut genug, um zu wissen, wie sehr ihn dieses Thema tatsächlich beschäftigte. »Ich ... ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergehen soll.« In seiner Stimme schwang eine unausgesprochene Bitte mit, die Annika im Herzen wehtat.

»Es ist nur diese eine Woche etwas stressig. Wir sind in der Klinik unterbesetzt und ...«

»Es ist immer nur diese eine Woche. Und die nächste und die danach auch.«

Um Zeit zu gewinnen, probierte Annika einen Bissen von dem duftenden Brot, allerdings fühlte es sich staubtrocken in ihrem Mund an. Sie kaute trotzdem weiter, nur um bloß nicht antworten zu müssen. Außerdem wusste sie sowieso schon, worauf diese Unterhaltung hinauslief.

»Ich möchte endlich eine Familie mit dir. Und zwar nicht erst dann, wenn es gut in deinen Dienstplan passt, so, als wäre es ein Projekt zwischen zwei Nachtschichten.«

Ihre Kehle schnürte sich immer enger zu, bis sie kaum noch schlucken konnte. Sie würgte den Bissen trotzdem hinunter und tupfte sich den Mund mit einer Serviette ab.

»Es ist jetzt einfach nicht der passende Moment.«

»Wann denn sonst?« Alexander legte das Besteck beiseite. Auch er schien keinen Bissen mehr hinunterzubekommen. »Wir sind beide Ende dreißig. Wenn wir eine Familie wollen, können wir nicht ewig warten.« Er fuhr sich in einer hilflosen Geste durch die Haare. »Ich möchte einfach nur verstehen, was sich geändert hat. Du wolltest doch immer Kinder haben. Aber in letzter Zeit blockst du immer ab, wenn es um dieses Thema geht.«

Annika knetete die Serviette in ihren Händen.

»Heutzutage bekommen viele Frauen erst mit vierzig ihr erstes Kind. Das ist völlig normal.« Sie hörte selbst, dass ihre Worte wie eine Diagnose klangen, aber damit beantwortete sie dennoch nicht seine Frage.

»Willst du überhaupt noch Kinder? Wenn dem nicht so ist, sag mir bitte, warum. Ich liebe dich, egal unter welchen Umständen, aber ich möchte endlich wissen, was los ist.«

»Natürlich möchte ich Kinder haben ... später.« Tränen brannten in ihren Augen, doch sie schluckte sie eisern hinunter. Sie ertrug es nicht, Alexander so leiden zu sehen. Die Wahrheit konnte sie ihm aber auch nicht sagen. Damit hätte sie eine Reihe weiterer Erklärungen losgetreten, die sie lieber für sich behalten wollte.

Sie dachte an ihre beiden Schwestern und an das Loch, das zwischen ihnen entstanden war. Es genügte bereits ein falsches Wort, um eine Familie zerbrechen zu lassen. Annika hatte schlichtweg Angst, dass sich ihre Kinder genauso auseinanderleben könnten wie sie und ihre Schwestern. Und das wollte sie wirklich niemandem zumuten.

Gleichzeitig würde sie Alexander früher oder später verlieren, wenn sie sich ihm nicht anvertraute. Allein die Vorstellung, ohne ihn leben zu müssen, brach ihr das Herz.

***