Der verlorene Prinz - Fel Fern - E-Book

Der verlorene Prinz E-Book

Fel Fern

0,0
3,49 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Um dem gewalttätigen Ex seines Bruders zu entkommen, zieht Corey Rush in die Stadt Black Peaks, wo er sich unauffällig verhält. Das Letzte, was er will, ist, die Aufmerksamkeit der falschen Leute auf sich zu ziehen. Sich mit einem Löwenprinzen einzulassen gehört nicht zu seinen Plänen, aber Corey entdeckt bald, dass Aden anders ist als jeder andere Wandler, den er bisher getroffen hat. Aus einer Nacht voller Leidenschaft werden mehrere, und Corey beginnt sich nach mehr zu sehnen. Aden Golden ist der verlorene Löwenprinz. Mit fünfzehn Jahren verließ er sein Rudel, um seiner Leidenschaft für die Naturfotografie nachzugehen. Ein Notruf führt ihn zurück in seine Heimatstadt, wo Aden herausfindet, dass alles nur eine List ist. Seine Familie möchte, dass er sich verpaart, aber Aden glaubt nicht, dass er an jemandem Interesse haben könnte, bis er Corey begegnet. Das Schicksal hat ihn aus einem bestimmten Grund nach Hause geführt, und er wird seinen Gefährten für sich beanspruchen, selbst wenn er dazu einige Steine aus dem Weg räumen muss. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 25.000 Wörter

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

ÜBER FEL FERN

LESEPROBE:

Der verlorene Prinz

Um dem gewalttätigen Ex seines Bruders zu entkommen, zieht Corey Rush in die Stadt Black Peaks, wo er sich unauffällig verhält. Das Letzte, was er will, ist, die Aufmerksamkeit der falschen Leute auf sich zu ziehen. Sich mit einem Löwenprinzen einzulassen gehört nicht zu seinen Plänen, aber Corey entdeckt bald, dass Aden anders ist als jeder andere Wandler, den er bisher getroffen hat. Aus einer Nacht voller Leidenschaft werden mehrere, und Corey beginnt sich nach mehr zu sehnen.

Aden Golden ist der verlorene Löwenprinz. Mit fünfzehn Jahren verließ er sein Rudel, um seiner Leidenschaft für die Naturfotografie nachzugehen. Ein Notruf führt ihn zurück in seine Heimatstadt, wo Aden herausfindet, dass alles nur eine List ist. Seine Familie möchte, dass er sich verpaart, aber Aden glaubt nicht, dass er an jemandem Interesse haben könnte, bis er Corey begegnet. Das Schicksal hat ihn aus einem bestimmten Grund nach Hause geführt, und er wird seinen Gefährten für sich beanspruchen, selbst wenn er dazu einige Steine aus dem Weg räumen muss.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 25.000 Wörter

FEL FERN

Der verlorene Prinz

Königliche Katzen 2

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Lost Prince“:

Fel Fern

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Martina Gille

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Prolog

Fünfzehn Jahre zuvor

Aden Golden ließ seinen älteren Bruder Abe nicht aus den Augen. Jeder Muskel in seinem Körper war angespannt. Er grub seine Krallen in den Boden, zog sie wieder ein und fuhr sie erneut aus. Nein, im Kreis der Herausforderung durfte Aden Abe nicht länger Bruder nennen. „Bruder“ hatte einen sentimentalen Beigeschmack, der Kindheitserinnerungen in Aden heraufbeschwor, wie an das eine Mal, als er sich das Knie gebrochen hatte, weil er in Löwenform einen gefährlichen Sprung nachmachen wollte. Damals hatte Aden noch geglaubt, er könnte einfach so sein wie seine älteren Brüder, Alex und Abe, oder wie sein Adoptivbruder Toni.

Wütend auf sich selbst verdrängte er diese Erinnerungen, als Abe sich auf ihn stürzte und dessen mächtige Klauen ihm beinahe das linke Auge auskratzten, hätte er sich nicht in letzter Sekunde zur Seite gedreht.

„Gefühle sind Schwäche“, hatte sein Vater, der König des Golden Pelts-Rudels, seinen Söhnen immer wieder gesagt.

Maurice Golden sah sie nicht mal als Söhne an, höchstens als zukünftige Krieger für das Rudel. Löwenrudel funktionierten brutaler als die meisten Formwandler-Gemeinschaften. Das Golden Pelts-Rudel sogar noch mehr als die anderen. Sie waren das letzte reinblütige Werlöwenrudel im ganzen Land. Reinrassige waren sehr viel stärker als Halbblüter, die durch den Biss eines mächtigen Königs erschaffen wurden. Sie mussten die Blutlinie erhalten.

Das war die Pflicht von Aden und seinen Geschwistern. Alex war der zukünftige König, und von Abe, Aden und Tony wurde erwartet, seine zuverlässigen Vollstrecker zu sein, Teil von Alex innerem Zirkel. Selbst von seiner jüngeren Schwester, Alicia, erwartete man, dass sie eine passende, reinblütige Verbindung einging.

Ein weiterer von seines Vaters Lieblingssätzen lautete: „Sei stark und erbarmungslos genug, um dich selbst vor Feinden zu schützen. Wenn dir das gelungen ist, finde eine Gefährtin, um Nachkommen zu zeugen, um sie zu beschützen. Danach sorge für dein Rudel.“

Das Eigenartige war, dass Aden der Einzige war, der die Lehren seines Vaters und die Methoden des Rudels infrage stellte. Abe brüllte herausfordernd und Aden drehte den Kopf, nur um zu sehen, wie Abe ihn erneut angriff. Sie prallten aufeinander in einem Gewirr aus Fell und Klauen. So sollte es nicht sein, dachte Aden. Er sollte nicht derart brutal kämpfen, schon gar nicht gegen seinen Bruder.

Seit seine Ausbildung zum Krieger und dominanten Löwen des Rudels begonnen hatte, war Aden jeden Tag voller Schrammen und blauer Flecken nach Hause gekommen. An den schlimmsten Tagen hatte er kaum noch genug Energie gehabt, sich sauberzumachen und seine Wunden zu versorgen. Aden war einfach nur ins Bett gefallen. Das war, bevor er seine wahre Leidenschaft entdeckt hatte. Das schmutzige kleine Geheimnis, von dem sein Vater und seine ganze Familie nichts wissen durften.

Abe warf ihn auf den Rücken und riss das Maul auf, um zu fauchen und seine scharfen Zähne zu zeigen. Aden war eh nicht in der Stimmung, sich zur Wehr zu setzen. Er ergab sich, bot Abe seinen Hals dar und der ließ von ihm ab. Doch selbst in seiner tierischen Form konnte Aden das Missfallen in den goldenen Augen seines Bruders sehen.

„Genug“, knurrte eine vertraute Stimme. Ihr Vater. „Abe, gut gemacht. Aden, du bist eine einzige Enttäuschung. Selbst Tony hat länger durchgehalten als du.“

Diese Worte erfüllten Aden nicht länger mit Verzweiflung, denn er hatte sie schon so oft gehört, dass sie ihre Bedeutung verloren hatten. Ganz egal, wie oft oder wie hart er trainierte, es war einfach nie genug. Zum Teufel, Aden könnte jeden gleichaltrigen Dominanten im Rudel besiegen, selbst die erwachsenen Löwen. Nur seine Brüder stellten eine Herausforderung dar, doch das war seinem Vater egal.

„Morgen wieder“, sagte Maurice und der Blick seiner goldenen Augen ruhte auf Aden.

Der kam wieder auf die Pfoten und schüttelte sein Fell. Es kümmerte ihn nicht, dass diese Augen scheinbar in der Lage waren, ihm ein Loch in den Pelz zu brennen.

„Vater, Aden braucht einen Tag zum Ausruhen und um sich von seinen Wunden zu erholen“, begann Abe, der sich bereits wieder in einen Menschen verwandelt hatte.

Aden wünschte, Abe hätte das nicht gesagt. Er wusste, dass sein Bruder einfach nur besorgt um ihn war, doch ihr Vater hasste jedes Zeichen von Schwäche.

„Ich bin hier der König, willst du etwa meinen Anordnungen widersprechen?“, wollte Maurice von Abe wissen.

„Natürlich nicht, Vater.“

„Dann haben wir nichts mehr zu besprechen.“

Maurice ging davon, mit einem seiner Vollstrecker, mit dem er über irgendwelche Sicherheitsprobleme sprach. Aden konnte sein zukünftiges Selbst sehen, wie er dasselbe tat, nur dass er Alex Bericht erstattete, anstelle seines Vaters. Es stimmte schon, Alex wäre eine echte Verbesserung. Viele ihrer Rudelkameraden hielten Alex für eine stählerne Kopie ihres Vaters, der eines Tages ein Anführer sein würde, der nicht zögerte, alles zu tun, was nötig war, um zu kriegen, was er wollte, doch sie lagen falsch.

Sie alle waren auch von der Güte und dem Einfühlungsvermögen ihrer Großmutter beeinflusst worden. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass sie nicht alle schon längst den Verstand verloren hatten.

„Aden“, sagte Abe und nickte ihm zu.

Abe war kein Freund vieler Worte und sprach nur, wenn es nötig war. So war er eben, aber Aden wusste, dass er sich auf seinen älteren Bruder verlassen konnte. Er würde ihm den Rücken decken, falls es nötig sein sollte. Wenn es zumindest etwas Gutes gab, das bei ihrem brutalen Training herausgekommen war, dann war das die Loyalität zu Familie und Rudel.

Abe verwandelte sich wieder in einen Löwen und verschwand zwischen den nahe gelegenen Bäumen. Sein Bruder hatte schon immer gern viel Zeit in der Wildnis verbracht und liebte es, durch die schneebedeckten Wälder der Black Peak Mountains zu streifen, dem riesigen Territorium des Rudels.

Aden war versucht gewesen, es ihm gleichzutun, doch er hatte andere Pläne. Er trottete zurück nach Hause zum Haupthaus des Rudels, in dem sich der gemeinschaftliche Speisesaal des Clans, die Küche und die Konferenzräume für Besucher befanden, ebenso wie die Schlafzimmer der allein lebenden Werlöwen. Diejenigen mit Partnern oder Familien lebten in den kleineren Häusern, die das Anwesen säumten.

Aden betrat das große Haus durch die Hintertür. Dabei ging er heimlich und schnell vor, um nicht entdeckt zu werden. Er hatte keine Lust, mit jemandem zu reden, und Alicia wartete immer mit einem Erste-Hilfe-Koffer auf ihn, Abe, Alex oder Tony. Verdammt, seine kleine Schwester sollte das nicht tun müssen.

Aden erreichte schon bald sein Zimmer im zweiten Stock. Er nahm wieder menschliche Form an, versetzte dem Willkommen-Schuhabtreter vor seiner Tür einen Tritt und griff sich den Schlüssel, der darunter gelegen hatte.

Aden schloss damit die Tür auf, betrat sein Zimmer und zuckte zusammen, als er sein Abbild im Spiegel neben der Wand sah.

Er war voller Schnitte, getrocknetem Blut und blauer Flecken, doch dank seiner übernatürlichen Heilfähigkeit waren die lebensgefährlichen Wunden keine Bedrohung mehr. Aden nahm sich ein Handtuch aus seiner Kommode und betrachtete seine Wände. Seit ihm eines der Rudelmitglieder eine alte DSLR Kamera geschenkt hatte, war jeder Zentimeter davon mit Fotos bedeckt.

Es waren Fotos von den Wäldern und seinen Rudelkameraden, Schnappschüsse, wenn sie gerade nicht hinschauten, sich unbeobachtet fühlten und ihre Deckung sinken ließen. Als Resultat davon schauten ihn jede Menge lachender und lächelnder Gesichter an, was sehr viel besser war als die ausdruckslosen und beherrschten Gesichter, die die Meisten während der Rudeltreffen zur Schau stellten.

Aden erinnerte sich an das Gefühl, den kleinen Apparat in den Händen zu halten und die Welt durch eine andere Linse zu sehen. Hinter der Kamera trat die Brutalität seiner Welt in den Hintergrund und ganz plötzlich war alles, was er noch sah, die Schönheit seiner Umgebung, die er immer als selbstverständlich hingenommen hatte. Er hatte sich immer nur mit seinem eigenen Elend beschäftigt, damit, wie sehr er die Vorgehensweise innerhalb des Rudels hasste, dass er für etwas anderes gar kein Auge mehr gehabt hatte.

Aden hatte auch geweint, froh, dass niemand einen Löwenprinzen sehen konnte, der in Tränen aufgelöst war. Er hatte sich wie jemand gefühlt, der die Welt lange Zeit ohne Brille betrachtet hatte, nur um dann herauszufinden, dass sie nicht nur aus verschwommenen Konturen und Farben bestehen musste.

Aden kniete sich hin und löste das lockere Bodenbrett unter seinem Bett, wo er seine Kamera versteckte. Er wollte nicht, dass ihn sein Vater oder einer seiner Trainer damit erwischte. Sie würden es für nichts weiter als ein Spielzeug halten, wohingegen Aden seine Zukunft darin sah.

Nicht zum ersten Mal war er ruhelos, so, als sollte er gerade etwas ganz anders tun.

„Ich wünschte, ich wäre kein Prinz des Rudels“, murmelte er leise vor sich hin und fühlte sich gleich darauf schuldig für diesen Gedanken.

Aden liebte sein Rudel, seine Familie, ja sogar seinen rücksichtslosen Vater, aber war es wirklich so falsch, sich ein anderes Leben zu wünschen?

Seine Tür öffnete sich knarrend und er wirbelte mit rasendem Herzen herum. Keine Zeit, um die Kamera wieder zurück in ihr Versteck zu legen, also warf er sie einfach unters Bett und hoffte, dass er sie nicht zu grob behandelt hatte.

Mist, hatte er etwa vergessen, seine Tür abzuschließen? Das machte er doch immer. Als er das runzelige Gesicht seiner Großmutter sah, entspannte er sich, wenn auch nur leicht. Es war seit Ewigkeiten niemand mehr in seinem Zimmer gewesen. Er ließ niemanden hier herein, nicht einmal die ihm nahestehenden Rudelmitglieder – seine Freunde. Aber waren sie wirklich seine Freunde, wenn Aden ihnen nicht mal sein größtes Geheimnis anvertrauen konnte, seine Schande?

Zuallererst machte ihn der Gedanke wütend, dass er so etwas wie ein einfaches Hobby verbergen musste.

Seine Großmutter betrat uneingeladen das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Edna Golden war die einzige Person im ganzen Rudel, vor der er sich nicht verstecken musste. Sie sah sich die Neuzugänge an seinen Wänden und sogar an der Decke an.

„Damit verbringst du also deine Zeit, wenn du nicht trainierst“, sagte sie schließlich.

Er stand auf und fühlte sich wie ein Tier in der Falle. Aden war das jüngste seiner Geschwister und seine Eltern hatten die frühe Kindererziehung Edna überlassen. Sie war mehr eine Mutter für ihn als seine eigene, distanzierte. Seine Eltern hatten einander aus reiner Zweckmäßigkeit geheiratet, hauptsächlich, weil sie beide reinrassige Werlöwen waren und es nur noch so wenige reinblütige gab.

Aden schwor sich, niemals so zu enden wie seine Großmutter. Edna hatte seinen Großvater aus denselben Gründen geheiratet. Und von seinen Brüdern und ihm erwartete man das gleiche – die Blutlinie fortzuführen. Doch er hatte null Interesse daran, sich für den Rest seines Lebens an einen Fremden zu binden. Formwandler verbanden sich für immer und er konnte sich nicht vorstellen, sein ganzes Leben gefesselt an jemanden zu verbringen, den er am Ende vielleicht hassen würde.

Schon seit Wochen dachte er daran, die Black Peak Mountains zu verlassen – nur mit seinem Rucksack, seiner Kamera und dem Notwendigsten im Gepäck. Aden hatte ein bisschen was von seinen Sommerjobs gespart, genug, um sich eine Fahrkarte nach egal wohin zu kaufen. Wohin auch immer es ihn verschlug, er würde sich einen Job suchen, um seine wahre Leidenschaft zu finanzieren.

Zu Anfang hatte er sich Sorgen um seine Geschwister gemacht, aber Alex und Abe waren harte Kerle und sie würden Alicia beschützen.

Um sich selbst machte Aden sich keine großen Gedanken. Dank seines Trainings und seiner, im Kampf erworbenen, Fähigkeiten, war er gebaut wie ein Schrank und sah schwerlich aus wie ein Teenager. Er konnte auf sich aufpassen.

Aden konnte es schaffen, aber sein Pflichtgefühl kettete ihn an diesen Ort. Er war in einem Rudel großgeworden und man hatte ihm beigebracht, dass es seine Pflicht war, seinen Bruder Alex zu beschützen – den künftigen König – und die schwächeren Rudelmitglieder. Doch das Rudel hatte jede Menge Krieger.

---ENDE DER LESEPROBE---