Die Apachen - Michael Franzen - E-Book

Die Apachen E-Book

Michael Franzen

0,0
6,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Die Kapitulation Geronimos, im Jahre 1886, markierte das offizielle Ende des Krieges zwischen den Apachen und der U.S.-Armee. Unter ihren Anführern Mangas Coloradas, Cochise, Victorio, Nana und Geronimo lieferten sich die Apachen einen jahrzehntelang andauernden Kampf mit den weißen Eindringlingen, wobei sie keineswegs gewillt waren, auch nur einen Fußbreit Boden ihrer Heimat preiszugeben. Der Kampf der Apachen wird in diesem Buch anschaulich dargestellt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 129

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Michael Franzen

Die Apachen

Ein Guerillakrieg in der Wildnis

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Eine neue Heimat

Lebensweise

Mangas Coloradas

Verrat am Apache-Pass

Victorio

Der-der-gähnt

Geronimo

Der letzte Kampf

Heimatlos

Nachwort

Bibliografie

Bereits erschienen

Impressum neobooks

Vorwort

Nachdem der Krieg mit Mexiko im Jahr 1848 geendet hatte, erhielten die Vereinigten Staaten große territoriale Zugewinne, darunter die heutigen US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico, Kalifornien, Utah und Nevada. Schon bald zogen die ersten weißen Siedler und Abenteurer in diese neuen Gebiete, um das Land dort urbar zu machen, es nach Bodenschätzen wie Gold, Silber oder Kupfer zu durchwühlen oder durch das Gebiet hindurch zu den Goldfeldern Kaliforniens zu ziehen. Im Südwesten drangen die Amerikaner bis in das heutige New Mexico und Arizona vor und stießen dort auf ein kriegerisches indianisches Volk, das bereits die Spanier und deren Nachfahren, die Mexikaner, teuer dafür bezahlen ließ, dass sie unbefugt in ihr Land eingedrungen waren – die Apachen.

Die Apachen waren seit dem 13. Jahrhundert auf ihrer stetigen Wanderung nach Süden bis nach Texas vorgedrungen, von wo aus sie später von den umherziehenden Comanchen weiter nach Südwesten, bis in die unwirtlichen Wüstengebiete New Mexicos und Arizonas hinein, verdrängt wurden, wo sie sich ihrer neuen, lebensfeindlichen Heimat in nahezu perfekter Weise anzupassen verstanden und sich zu jenen unbarmherzigen Guerillakämpfern entwickelten, die alles daransetzen, um etwaige Eindringlinge wieder aus ihrem Land zu vertreiben. Dieser Guerillakampf, der sich über die Jahrhunderte hinweg in den trostlosen Halbwüsten und kargen Gebirgen im Südwesten der USA bis nach Mexiko hinein abspielte, wurde dabei von beiden Seiten blutig und ohne Pardon zu geben geführt. Die Apachen verstanden es dabei meisterhaft, eine Besiedlung dieser Gebiete durch die Spanier, Mexikaner und Amerikaner über die Jahrhunderte hinweg weitestgehend zu verhindern. Dabei erzeugten sie bei ihren Raub- und Kriegszügen eine Atmosphäre des Grauens und der Panik bei ihren Gegnern, während sie selbst weitestgehend unsichtbar blieben und ein Bild des Todes und der Verwüstung hinterließen.

Mit ihrer Kampftaktik waren die kleinen, zähen und listigen Krieger äußerst erfolgreich. Ein lautloser Pfeil aus einem Gebüsch heraus abgegeben, eine Gewehrkugel hinter einem Felsen abgefeuert, im Sand vergrabene Krieger, die plötzlich aufsprangen, um erfolgreich einen Wagenzug oder eine Armee-Patrouille zu überfallen. Einsame Canyons, die sich perfekt für Hinterhalte eigneten. Niemand hörte die Todesschreie der Opfer in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit der trockenen Halbwüsten. Der Ausspruch:

„Einen Apachen sieht man erst, wenn er gesehen werden will, und dann ist es bereits zu spät für dich“,

war dabei nicht nur eine leere Floskel, sondern unterstrich die Hilflosigkeit der Weißen, diesen indigenen Gegner erfolgreich zu bekämpfen. So meinte selbst US-General William T. Sherman (1820–1891) seinerzeit ironisch:

„Wir haben einen Krieg gegen Mexiko geführt, um Arizona zu bekommen. Jetzt sollten wir lieber einen Krieg führen, um dieses Land so schnell wie möglich wieder loszuwerden!“

Doch wie genau spielte sich dieser Freiheitskampf zwischen den Apachen auf der einen und den weißen Eroberern auf der anderen Seite wirklich ab? Der Autor dieses Buches will darauf eine Antwort geben und möchte Sie, die Leser und Leserinnen, mit auf eine Reise in die Vergangenheit nehmen, um mit Ihnen den langen und kriegerischen Freiheitskampf dieses Volkes nachzuzeichnen, das zu keiner Zeit gewillt war, sein Land freiwillig an die weißen Eindringlinge preiszugeben.

Neumünster, im Februar 2020,

– der Autor –

Eine neue Heimat

Die ursprünglichen Wurzeln der als Apachen bekannt gewordenen Stammesgruppen reichen weit in die Vergangenheit zurück, bis in jene Zeit, als die ersten Amerikaner, aus denen die späteren Indianervölker hervorgingen, nach Nordamerika einwanderten. Dieses geschah in mehreren Wellen vor etwa 25.000 bis 11.500 Jahren während der letzten Kaltzeit (Glazial) von Sibirien und Ostasien aus über die Bering-Landbrücke, Beringia genannt. Andere frühe Seefahrer hatten wahrscheinlich von Sibirien über den Nordpazifik hinweg die nordamerikanische Küste erreicht, während südpazifische Seefahrer den Stillen Ozean überquert hatten und im Norden und Süden Amerikas gelandet waren. Weitere vorzeitliche Menschen stießen vom heutigen Frankreich und Spanien aus kommend über England, Island und an der Küste Grönlands entlang zur Ostküste Nordamerikas vor, um sich dort anzusiedeln. Einer weiteren Theorie nach, die zunehmend mehr und mehr Anhänger findet, waren die ersten Amerikaner bereits vor mehr als 30.000 Jahren von Westafrika aus über den Atlantik hinweg nach Südamerika (Brasilien) hin eingewandert, was wissenschaftlich betrachtet im Widerspruch zur „Clovis-First-Theorie“ steht, nach der die ersten Amerikaner über die Beringstraße nach Amerika kamen. In der Folge kam es zu einer Völkerwanderung quer über den gesamten amerikanischen Kontinent, die noch bis in das 19. Jahrhundert hinein anhielt. Schnell hatten sich diese ersten vorzeitlichen Indianer den kalten und rauen Umweltbedingungen ihrer neuen Heimat angepasst und lebten in den Gebieten der Meeresküste, Tundren, Gebirge, Urwälder und Flusstäler, wo sie sich von der Jagd nach Großwild, dem Fischfang, sowie dem Verzehr von Samen, Beeren, Wurzeln und Früchten ernährten.

Um etwa 1.000 v. Chr. trennten sich die heutigen südlichen Athabasken von den im Süden Kanadas lebenden Sarcee und wanderten in mehreren Wellen durch das Great Basin und an der östlichen Flanke der Rocky Mountains entlang nach Süden, lange bevor die ersten Europäer darangingen, einen Fuß auf den amerikanischen Kontinent zu setzen. Von anderen Indianergruppen vertrieben, erreichten sie im 14. Jahrhundert den Südwesten der USA, allen voran wahrscheinlich die westlichen Apachen, Chiricahua und Mescalero, gefolgt von den JicarillaundLipan, die verstärkt Elemente und Riten der Plains-, bzw. im Fall der Navajo, Pueblo-Kultur annahmen. Die Navajo, die sich selbst Diné („Das Volk“ oder „Menschenvolk“) nannten, trennten sich um 1300, ebenso wie dieKiowa-Apachen, von den anderen Apache-Gruppen und entwickelten dabei eine völlig eigenständige Kultur.

Ein erstes Zusammentreffen mit den Indianern des Südwestens fand im Jahr 1540 statt, als eine gemischte Expedition von 288 spanischen Reitern und Fußsoldaten sowie 800 indianischen Verbündeten unter Don Francisco Vásquez de Coronado (1510–1554) von Compostela, an der mexikanischen Pazifikküste, am 23. Februar aufbrach, um im Südwesten der heutigen USA die „sieben goldenen Städte“ der Indianer zu finden, die aber lediglich in der Fantasie der nach Gold gierenden Spanier existierten. Coronado marschierte zunächst durch das Gebiet des heutigen New Mexicos, doch fand er dort weder Gold noch eine allzu freundlich eingestellte indianische Bevölkerung vor, wobei sich die Spannungen zwischen ihnen noch steigerten, als Coronado am 07. November 1540 eine Ansiedlung der Zûni dem Erdboden gleichmachen ließ, wobei zahlreiche Indianer getötet wurden. Angesichts der weiter anhaltenden Enttäuschungen schickte Coronado einen Erkundungstrupp in Richtung Norden und Westen aus, wobei eine Vorausabteilung unter Hauptmann Carciá Lôpez de Cârdenas bis zum Grand Canyon vorstieß. Nachdem Coronados Armee die wasserlose Wüste der Llano Estacado in New Mexico durchquert hatte, wandte sie sich nach Norden, wo sie bis in das Gebiet des heutigen Kansas vordrang. Anfang August 1541 erreichte die Expedition ihren nördlichsten Vormarschpunkt, ein Dorf namens Tabas, am Ufer des Smoky Hill Rivers, im heutigen Kansas. Gold fand Coronado jedoch keines, sodass er und seine Männer schließlich enttäuscht und entkräftet wieder nach Mexiko zurückkehrten. Im Sommer 1542 erreichte die Expedition Mexiko-Stadt, wo Coronado am 22. August 1554 als kranker und gebrochener Mann starb. Was am Ende blieb, war das angespannte Verhältnis der Spanier zu den Pueblo-Indianern und später auch zu den Apachen.

1581 marschierte eine weitere Expedition unter Francisco Sanchez Chamuscaddo (1512–1582) in New Mexico ein, wobei sich auch einige katholische Missionare mit bei seiner Truppe befanden, die den Indianern die Vorzüge des Christentums näherbringen sollten. Doch als Chamuscaddo anschließend zusammen mit seiner Armee nach Mexiko zurückgekehrt war, wurden die Missionare kurzerhand von den Pueblos getötet.

Chamuscaddos Nachfolger, Juan de Oñate, wurde 1598 das ganze Gebiet von New Mexico übertragen. Er gründete den Ort San Gabriel, während weitere Missionare emsig bemüht waren, die Pueblos zum Christentum zu bekehren. Darüber hinaus wachten die Spanier streng darüber, dass die Indianer ihnen die nötigen Nahrungsmittel zur Verfügung stellten. Jeglicher Widerstand wurde schnell im Keim erstickt und hart bestraft. Als sich die Acoma gegen diese Art der Behandlung zur Wehr setzten, wobei auch ein Neffe Oñates getötet wurde, ließ dieser den Pueblo der Acoma angreifen und niederbrennen, wobei 500 Männer, Frauen und Kinder von den Spaniern niedergemetzelt wurden. Durch diese und ähnliche Gewalttaten wuchs die Kluft zwischen den beiden Rassen kontinuierlich an, während Oñate selber im Jahr 1606 wegen des Vorwurfs der Misswirtschaft abgesetzt wurde. Auch in den nachfolgenden Jahren kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit der indigenen Bevölkerung: Zûni (1632),Taos (1639/40) und Tewa (1650).

Durch die Ausdehnung ihres Herrschaftsanspruchs nach New Mexico hinein und weil die Spanier wenig dazu beitrugen, die Pueblos vor den Angriffen der Apachenzu beschützen, kam es schließlich im Jahr 1680 zum großen Aufstand der Pueblos, dem am Ende rund die Hälfte der spanischen Siedler in dem Land zum Opfer fiel. Die Überlebenden zogen sich Hals über Kopf über den Río Grande del Norte nach Süden zurück. Bis in das Jahr 1692 hinein gelang es den Pueblos, und verstärkt nun auch den Apachen, die Spanier von ihrem Gebiet fernzuhalten, bevor diese indianische Allianz schließlich wieder zerbrach und so den Spaniern die Rückeroberung ihrer zuvor verlustig gegangenen Gebiete ermöglichte. Die Apachen nutzten während dieser Zeit der Vertreibung der Spanier, die Gunst der Stunde, und raubten all jene Dinge, die die Spanier zurückgelassen hatten, darunter zählten auch deren Pferde.

Das Pferd wurde von den Spaniern von Europa aus nach Mexiko eingeführt, und zwar zunächst nur Wallache, da man glaubte, dass Stuten und Fohlen in dem kargen Land keinerlei Überlebenschancen hatten. Um 1600 herum änderte man diese Praxis jedoch und begann in der Nähe des heutigen Santa Fe mit der Aufzucht von Fohlen, die später durch Raub oder Handel zu begehrten Gütern wurden, die von Indianerstamm zu Indianerstamm weitergereicht wurden oder sich als Wildpferde quer über den gesamten amerikanischen Kontinent ausbreiteten. Um 1640 herum gelangten auch die Apachenin den Besitz von Pferden, mit deren Hilfe man ausgedehnte Raub- und Kriegszüge bis nach Neuspanien hinein unternehmen konnte. Allerdings erreichte die Inbesitznahme des Pferdes dabei keine großartige Veränderung ihrer Lebensweise, wie bei den typischen Vertretern der Plainskulturen, die auf dem Rücken ihrer Pferde den Bison jagten.