Die Comanchen - Michael Franzen - E-Book

Die Comanchen E-Book

Michael Franzen

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Beschreibung

Die Comanchen wanderten einst über Alaska in den nordamerikanischen Kontinent ein und entwickelten sich zur stärksten indianischen Reiternation auf den südlichen Plains Nordamerikas. Sie kämpften gegen ihre indianischen Gegner sowie gegen die Spanier, Mexikaner, Texaner und U.S.-Amerikaner und verteidigten dabei erfolgreich ihre Heimat gegen die weißen Eindringlinge. In seinem Buch verfolgt der Autor die Geschichte der Comanchen von ihrer Urgeschichte bis hin zu ihrer Wandlung hin zu den erfolgreichsten und besten Reiter, die die nordamerikanischen Plains je gesehen hatten, wobei sie ihre Heimat und ihre Lebensweise vor dem Weißen Mann zu verteidigen versuchten.

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Michael Franzen

Die Comanchen

Krieger der südlichen Plains

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Herkunft und Lebensweise

Ein neues Reitervolk

Nemene und die Apachen

Eine Grenze in Aufruhr

Blut für Blut

Annexion und Union

Strom in den Westen

Nord und Süd

Krieg und Frieden

Der Krieg zur Rettung der Büffel

Kapitulation

Nachwort

Bibliografie

Bereits erschienen

Impressum neobooks

Vorwort

Lange bevor die ersten weißen Amerikaner nach Westen drängten und sich daranmachten, den gesamten nordamerikanischen Kontinent in ihren Besitz zu nehmen, lebten dort bereits Menschen, die eine „rote” Hautfarbe besaßen und die, wie der Bison, frei im Land umherzogen und dabei im Einklang mit der Natur lebten – die Indianer. Sie lebten in Langhäusern aus Holz, Buschhütten, Pueblos aus Lehmziegeln, in Höhlen, in Erdhütten, Iglus oder wie die bisonjagenden Stämme in Zelten aus Tierhäuten – den Tipis. Zu letzteren gehörten neben den Cheyenne, Arapahoe, Sioux und Kiowa, um hier nur die bekanntesten zu nennen, auch die Comanchen.

Einst von Sibirien aus nach Alaska eingewandert, zogen diese dunkelhäutigen, gedrungenen, listigen kleinen Krieger durch Kanada hindurch in das Gebiet der heutigen USA hinein. Zunächst in Wyoming sesshaft geworden, begannen sie später weiter nach Süden zu wandern, bis sie schließlich die wild- und bisonreichen Gebiete der südlichen Plains erreicht hatten, um sich dort endgültig niederzulassen. Auf ihrer langen Reise trotzten sie den Gewalten der Natur, dem Hunger und anderen Entbehrungen, wobei sie sich, bedingt durch ihre nomadische, räuberische Natur und gepaart mit der Übernahme des Pferdes, zur größten Reiternation auf den südlichen Plains entwickelten. Und so wäre es wahrscheinlich auch heute noch, wenn nicht die weißen Männer – Spanier, Mexikaner, Texaner und nicht zuletzt die Amerikaner – in ihr angestammtes Land eingedrungen wären, wobei es zu einer Reihe von blutigen Konflikten zwischen den beiden Rassen kam.

Mit ihrer wilden Kriegskunst, aber vor allem mit ihren reitertechnischen Fähigkeiten, die denen ihrer Feinde bei weitem überlegen waren, schafften es die Comanchen über die Jahrhunderte hinweg, erfolgreich ihre Heimat und ihre Lebensweise vor den weißen Eroberern zu verteidigen. Grausam, verschlagen und listenreich setzten sich die Krieger dabei zur Wehr und schlugen sich, lediglich bewaffnet mit ihrer Kriegslanze bzw. mit Pfeil und Bogen, überaus erfolgreich gegen die Eindringlinge in ihrem Land. Erst als die Weißen, allen voran die Texas Rangers, besser bewaffnet und organisiert waren, begann sich das Schicksal allmählich gegen die Comanchen zu wenden und es begann ein rund 40-jähriger, von beiden Seiten blutig geführter Krieg, der die einstigen stolzen Krieger der Plains am Ende in die Reservationen des Weißen Mannes trieb.

Dieses Buch befasst sich nachfolgend mit diesem letzten Freiheitskampf der Comanchen, so wie er sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf den südlichen Plains abgespielt hatte. Begleiten Sie mich daher auf eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit, die dort beginnt, wo die vorzeitlichen Menschen, unter ihnen auch die späteren Gruppen der Comanchen begannen, ihre Heimat in Asien, Europa und Afrika zu verlassen, um nach ihrer langen Wanderung am Ende den gesamten amerikanischen Kontinent, von Alaska bis hinunter nach Feuerland, in ihren Besitz zu nehmen.

Neumünster, im Februar 2019

– der Autor –

Herkunft und Lebensweise

Die ursprünglichen Wurzeln der als Comanchen bekannt gewordenen Stammesgruppen reichen weit in die Vergangenheit zurück, bis in jene Zeit, als die ersten Amerikaner, aus denen die späteren Indianervölker hervorgingen, nach Nordamerika hin einwanderten. Dieses geschah in mehreren Wellen vor etwa 25.000 bis 11.500 Jahren während der letzten Kaltzeit (Glazial) von Sibirien und Ostasien aus über die Bering-Landbrücke, Beringia genannt. Andere frühe Seefahrer hatten wahrscheinlich von Sibirien aus, über den Nordpazifik, die amerikanische Küste erreicht, während südpazifische Seefahrer den Stillen Ozean überquert hatten und im Norden und Süden Amerikas gelandet waren. Weitere vorzeitliche Menschen stießen von dem heutigen Spanien und Frankreich aus kommend über England, Island und der Küste Grönlands entlang zur Ostküste Nordamerikas vor, um sich dort anzusiedeln. Einer weiteren Theorie nach, die zunehmend mehr und mehr Anhänger findet, waren die ersten Amerikaner jedoch bereits vor mehr als 30.000 Jahren von Westafrika aus über den Atlantik hinweg nach Südamerika (Brasilien) eingewandert, was wissenschaftlich betrachtet im Widerspruch zur „Clovis-First-Theorie“ steht, nach der die ersten Amerikaner über die Beringstraße nach Amerika kamen.

Diese ersten Menschen, die zumindest den aufrechten Gang beherrschten, in sozialen Gruppen lebten, eine Sprache hatten und die grundlegenden Kenntnisse im Umgang mit Waffen, Werkzeugen sowie dem Feuer besaßen, zogen beständig weiter in die freundlicheren, wärmeren Zonen des Kontinents, durch Nord- und Mittelamerika hindurch, bis hinunter nach Südamerika. Bewaffnet mit Keulen, Speeren sowie Pfeil und Bogen und bekleidet mit Tierfellen, gingen diese kleinen, zähen Menschen auf die Jagd, ernährten sich in der Hauptsache vom Fleisch ihrer erlegten Tiere, dem Fischfang und dem Verzehr von Wurzeln, Samen, Beeren und Früchten.

Trotz ihrer gemeinsamen Herkunft waren diese vorzeitlichen, nomadisierenden Indianer in kleineren verstreut lebenden und räuberischen Gruppen aufgesplittet, die bedingt durch ihre isolierte Lebensweise und durch ihre körperliche sowie kulturelle Inzucht eine erstaunlich große Anzahl von indianischen Völkern bildeten. Sie waren zäh, verfügten über einen gewissen Intelligenzgrad und waren tapfere Menschen, die sich den rauen Umweltbedingungen ihrer neuen Heimat perfekt anzupassen verstanden. Erst sehr viel später schlossen sich diese kleinen Clans zu größeren Banden und danach zu Stammesverbänden zusammen. So gab es um Christi Geburt herum bereits Hunderte verschiedene indianische Völker, die auf dem gesamten amerikanischen Kontinent beheimatet waren, lange bevor die ersten Europäer dort einen Fuß an Land setzten. Dieses geschah tatsächlich lange vor Christoph Columbus (1451–1506), nämlich um das Jahr 1.000 n. Chr. herum, als der Wikinger Leif Eriksson (* um 959–1020 n. Chr.), als erster Europäer den nordamerikanischen Boden betrat und das sehr wahrscheinlich auf Neufundland.

Rund 30 Jahre, nachdem die Spanier unter Hernán Cortés (1485–1547) darangingen, das Reich der Azteken im heutigen Mexiko zu zerstören, begannen jene Indianer, die später als Comanchen bekannt wurden, zu Fuß in das Gebiet des heutigen Bundesstaates Wyoming, mit seinen fruchtbaren, grünen Tälern, den zerklüfteten Canyons und den schneebedeckten Gipfeln östlich der Rocky Mountains zu ziehen. Als Jäger und Sammler durchstreiften sie das Land nach Kleinwild, welches mit Speeren sowie Pfeil und Bogen erlegt wurde. Aus Tierknochen und behauenen Steinen wurden Pfeil und Speerspitzen, Beile, Keulen sowie Messer; aus den gegerbten Häuten Kleidung und Behausungen hergestellt. Aus anderen tierischen Materialien wurden all die anderen Dinge des täglichen Lebens, wie Felltrommeln, Flöten, Wasserbehälter, Ahlen, Bohrer, Nähgarn, Taschen, Schaber, Farben, Riemen, Rasseln und viele andere Bedarfsgegenstände hergestellt, wobei sich die Techniken zur Anfertigung dieser Gegenstände über die Jahrtausende hinweg, seit ihrem Auszug aus Asien, kaum noch veränderten.

Diese frühen Comanchen nannten sich schlicht Ne´me´ne, was übersetzt „Volk” bedeutet. Das Wort ne´m bedeutet „Mensch” und entstammt dem alten uto-aztekischen Dialekt. Es war ein Name, der von den meisten indianischen Stämmen für sich alleine in Anspruch genommen wurde, da jede Gruppierung sich nach der Ankunft in der Neuen Welt für einzigartig hielt. Nicht so sehr im menschlichen, sondern eher im kulturellen und sprachlichen Sinne innerhalb einer Gemeinschaft, die den gleichen Lebensstil pflegte, dieselbe Weltanschauung teilte und die ihre eigenen Rituale und Tabus befolgte, wobei die Ne´me´ne glaubten, dass alle anderen Menschen „nicht so ganz Mensch” wie sie selbst gewesen wären. Das galt aus der Sichtweise anderer Stämme zu den Comanchen sowie untereinander jedoch genauso, ohne dass sie dabei rassistisches Gedankengut verbreitet oder gepflegt hätten, wie es z. B. die Nationalsozialisten im Dritten Reich zum Schaden der Menschheit getan hatten:

„Wir sind das „Volk” und ihr, die anderen, werdet von uns zwar auch als Menschen angesehen und respektiert, aber wir sind das einzige, wahre „Volk” und da ihr anders und nicht so seid, wie wir, bleiben wir lieber unter uns”,

Anders als andere Indianerstämme besaßen die Comanchen nur sehr wenige Legenden oder Folklore, wobei sie glaubten, dass ihre Abstammung einer „magischen Paarung” aller Tiere entspränge, wobei sie den Wolf und dessen Verwandten, den Kojoten, verehrten. Da letzterer mit dem Hund verwandt war, aßen sie demzufolge auch kein Hundefleisch. Als ehemalige Bergbewohner waren sie kleiner, gedungener und dunkelhäutiger als die Indianer des Ostens oder die der Plains und durch ihren muskulösen Körper, gepaart mit den kurzen Beinen, waren sie für ein Leben in den Bergen geradezu prädestiniert, lange bevor sie begannen in die Plainsgebiete zu ziehen. Während die Männer selten größer als 1,65 m wurden, lag die Durchschnittsgröße ihrer Frauen um die 1,50 m herum. Sie besaßen schwarze oder tiefbraune Augen, glattes schwarzes Haar, eine runde Kopfform, ein breites, grobes und massives Gesicht und einen für die Indianer typisch großen Brustumfang. Sie ernährten sich, wie bereits erwähnt, von Kleinwild und Vögeln, die mit Fell oder Federkleid über dem Feuer geröstet wurden. Wenn der Hunger in ihren Mägen wütete, aßen die Nemene jedoch auch Fische, Geflügel, Eidechsen, Schildkröten und Raupen. Größeres Wild, wie die flinken Hirsche, mächtigen Elche oder gefährliche Bären wurden hingegen nur selten erlegt, und wie bei anderen Indianerstämmen auch, erfolgte die Jagd auf den Bison anfänglich noch zu Fuß.

Im Gegensatz zu den „modernen Indianern”, die den Bison zu Pferd jagten, mussten die Indianer früherer Tage, so auch die Comanchen, die noch nicht in den Besitz von Pferden gelangt waren, andere Jagdmethoden entwickeln, um die gehörnten Vierbeiner zu erlegen. Eine der ältesten Jagdmethoden war es dabei, die Bisons einzukreisen. Dazu bildeten die Jäger eine Menschenkette, die um eine kleine, von der Hauptherde abgetrennte, Gruppe Bisons immer enger geschlossen wurde, bevor die Tiere erlegt wurden. Dabei bestand die stetige Gefahr, dass die Bisons aus diesem Menschenring ausbrachen und ihre Häscher dabei unter ihren donnernden Hufen zu Tode trampelten. Zwar hat der Bison ein eher schlechtes Sehvermögen, doch dafür waren sein Geruchs- und Gehörsinn umso besser ausgeprägt, sodass sich die indianischen Jäger gegen den Wind anschleichen mussten, um bei der Jagd erfolgreich zu sein. Eine weitere Methode der Jagd war es, die Bisons in einen Canyon mit einem Eingang, aber ohne Ausgang, in Sümpfe oder auf Landzungen, die in einen Fluss oder See hineinragten, abzudrängen, wo es für die Tiere keine Fluchtmöglichkeit mehr gab. Im Winter wurde(n) zu diesem Zweck Tiefschnee oder Eisflächen genutzt, um die Bewegungsfreiheit der Bisons einzuschränken. Waren die Tiere erst einmal auf das Eis getrieben, brachen sie dort aufgrund ihres hohen Gewichts von bis zu einer Tonne (Bisonbulle) ein und konnten dann ohne große Mühe von den Jägern mit Speeren getötet werden. Bei einer weiteren Jagdmethode wurde eine Bisonherde in eine Panik versetzt, wobei die Jäger die Tiere in eine keilförmige V-Form zwangen. Die Bisons wurden so lange gejagt, bis sie schließlich über eine zu diesem Zweck vorher ausgesuchte Steilklippe in den Tod stürzten. In den USA und Kanada gibt es über 100 solcher Plätze, wo die Indianer den Bison auf diese Art und Weise gejagt und erlegt hatten. Dass dieses System der Jagd äußerst effizient war, beweist die Tatsache, dass es noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein praktiziert wurde.

Als Ergänzung dieser Ernährung sammelten die Comanchen wilde Pflaumen, Trauben, Beeren, Eicheln, Nüsse, wilde Zwiebeln, Mesquite-Bohnen, Felsenbirnen und wildwachsende Kräuter, die das Überleben in der rauen Wildnis garantierten. Zu dieser Zeit zählten die Nemene nicht mehr als 5.000 Köpfe, die in der Hauptsache damit beschäftigt waren, Nahrungsmittel herbeizuschaffen, wobei jede Familie ihren eigenen Bedarf selbst decken musste. Nomadisierend zogen sie dabei durch die fruchtbaren Gebiete ihrer neuen Heimat.

Da die einzelnen Gruppierungen oftmals über Hunderte von Meilen getrennt lebten, waren Eheschließungen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Gruppen zumeist schwierig, sodass Heiraten innerhalb des Clans, wie z. B. unter Vettern, nicht unüblich waren. Gegen den echten Inzest bestand hingegen ein striktes Tabu. Um diese Gefahr zu umgehen, wurden Jungen und Mädchen schon sehr früh rigoros voneinander getrennt, wobei Bruder und Schwester nicht gemeinsam in einem Tipi leben durften. Wurde der Bruder von seiner heiratsfähigen Schwester berührt oder machte sie ihm gar schöne Augen, so forderte der Brauch der Comanchen, dass der Bruder das Mädchen sofort töten sollte. Ansonsten war in puncto Sexualität fast alles erlaubt. Fand ein Pärchen zusammen, so galt der Beischlaf als Akt der Eheschließung und der Mann wurde das neue Familienoberhaupt. Homosexuelle Praktiken waren zwar nicht unüblich, liefen den auf den Selbsterhaltungstrieb ausgerichteten Comanchen jedoch zuwider, denn lediglich die Männer konnten durch die Jagd und den Kampf das unmittelbare Überleben der Stammesgruppe sichern. Alle anderen Aufgaben, außer dem Anfertigen der Waffen, wurden hingegen von den Frauen übernommen. Eine Gleichberechtigung zwischen den beiden Geschlechtern gab es bei den Nemene, anders als z. B. bei den Pueblo-Indianern, nicht. Die Frauen nahmen, ganz im Gegenteil, eine zutiefst unterwürfige Rolle innerhalb des Stammes ein. Ein Zustand, der über die Jahrtausende hinweg bei den Nemene unverändert blieb und der von den Frauen innerhalb der Gemeinschaft gewohnheitsgemäß, wie auch bei vielen anderen Indianerstämmen, in dieser Form klaglos akzeptiert wurde.

Kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen, so wählten die Nemene Kriegshäuptlinge, deren Macht jedoch nur auf die Kriegszüge selbst beschränkt war. Die Comanchen folgten in der Regel nur einem erfahrenen und charismatischen Anführer, außer dieser erwies sich im Kampf als derart glücklos oder versagte völlig. Dann bestand die Gefahr, dass derjenige welcher dieses Amt genauso schnell wieder loswurde, wie er es bekommen hatte. Das galt im Übrigen auch für jenen Anführer, der die zivile Autorität innerhalb der Stammesgruppe innehatte. Der Friedenshäuptling konnte zwar die Verlegung des Lagers veranlassen, konnte aber keine Strafen verhängen, den Familienoberhäuptern Befehle erteilen oder über Krieg und Frieden entscheiden. Seine Rolle war dann auch eher die eines besonnenen Vermittlers, dessen Worte alle als weise und gerecht empfinden sollten.