Die Gefährtin des Königs - Tamara Weber - E-Book

Die Gefährtin des Königs E-Book

Tamara Weber

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Beschreibung

Am Tag vor Heiligabend betritt Belle ein Flugzeug nach Paris. Die Stadt ruft, Familienbande liegen in der Ferne, und die Luft trägt Unruhe. Neben ihr nimmt Grayson Platz. In seinem Blick liegt eine Tiefe, die wie ein Funke übergreift. In diesem Moment erwacht eine uralte Magie: die Gefährtenbindung. Sie führt Belle in eine verborgene Welt aus Rudeln, Blutgesetzen und einer Krone, die im Schatten glänzt. Die Mortar-Linie der Vampire wächst unter Azazel und richtet ihren Marsch auf Paris. Überall sammeln sich Kräfte. Grayson trägt das Erbe eines Königs, Belle entdeckt eine Gabe, die in Flammen geboren wird. Schritte durch nächtliche Straßen, Schwüre unter Mondlicht, Entscheidungen, die Herzen und Reiche formen. Jeder Atemzug nährt das Feuer zwischen ihnen, und jedes Versprechen verlangt seinen Preis. Funkenflug eröffnet die Saga Die Gefährtin des Königs: Dark Paranormal Romance mit royaler Sogkraft, intensiver Anziehung und Gefahr in jedem Kapitel. Die Reise von Belle und Grayson führt durch Liebe, Macht und Blut—bis an die Schwelle eines Krieges, der Städte zeichnet und Thronsäle wanken lässt. Die Geschichte setzt sich fort in Band 2: Die Nacht der Entscheidung – der Kampf um Krone und Rudel erreicht seinen Höhepunkt, und das Schicksal der Liebenden schreibt das Gesetz einer ganzen Welt.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Die Gefährtin des Königs

Die Gefährtin des Königs

Band 1:Funkenflug

Impressum:

Name: Tamara Weber

Anschrift: Paulusstr. 7, 33428 Harsewinkel

E-Mail: [email protected]

Hinweis:

Der Text wurde mit Hilfe von ChatGPT (OpenAI) erstellt und von mir überarbeitet. Das Cover wurde mit Canva AI erstellt. Die Rechte liegen bei mir.

Kapitel 1

Ich atmete tief ein, als ich mit meinem Gepäck im Schlepptau durch den Flughafen ging. Ich konnte mich einfach nicht beruhigen, so sehr ich es auch versuchte.

Ich hasste es wirklich abgrundtief zu fliegen.

Und ein elfstündiger Flug nach Paris war das Letzte, das ich am Tag vor Heiligabend machen wollte. Aber meine Mutter hatte mich angefleht, die Feiertage mit ihr und ihrem Ehemann zu verbringen.

Ich wusste, dass sie mich nur aufgrund ihrer Schuldgefühle eingeladen hatte.

Ich hatte meine Mutter seit über fünf Jahren nicht gesehen und sie schien damals kein Problem damit gehabt zu haben, mich zurückzulassen, als mein Vater erkrankte.

Es hat nur ein Jahr gedauert, bis sie erneut geheiratet hat, und ein weiteres bis zu ihrem nächsten Kind. Sie hat meinen Vater und mich komplett aus ihrem Leben verbannt und so getan, als hätte es uns nie gegeben.

Deshalb hat es mich auch so wütend gemacht, dass sie mich jetzt einlud, sie zu besuchen.

Aber ich hatte sonst niemanden. Paris war meine einzige Option, wenn ich Weihnachten nicht allein verbringen wollte.

Durch die Sicherheitskontrolle zu gelangen war einfacher, als ich erwartet hatte, und ich fand mein Gate ohne große Schwierigkeiten. Doch selbst mit all diesem Glück war mir immer noch mulmig zumute.

Ich war zuvor nur zweimal in meinem Leben geflogen und beide Male aus Gründen, die ich lieber vermieden hätte.

Das erste Mal war für die Beerdigung meiner Großmutter in Florida. Das zweite Mal war für die Hochzeit meiner Mutter mit einem Mann, den ich zuvor noch nie getroffen hatte – ein Mann, der nicht mein Vater war –, in Paris.

Sprich, ich fand Fliegen nicht nur absolut furchterregend. Es brachte mich auch in Situationen, in denen ich nicht sein wollte. Ich wusste, dass auch dieser Flug keine Ausnahme sein würde.

Ich wartete ungefähr eine halbe Stunde auf das Boarding. Ich wollte früh da sein, um sicherzugehen, dass ich den Flug nicht verpasse. Ich wollte nicht für einen weiteren Flug bezahlen müssen.

Als ich im Flugzeug war, konnte ich meine Hände nicht davon abhalten, zu zittern. Eine Flugbegleiterin lächelte mich an, als ich an ihr vorbeiging, und schenkte mir ein beruhigendes Nicken, als sie meine Nervosität bemerkte.

Ich tat mein Bestes, um das Lächeln zu erwidern.

Als ich endlich an meinem Platz weit hinten im Flugzeug ankam, sah ich den Mann an, der für die nächsten elf Stunden neben mir sitzen würde.

Sein Blick wanderte an meinem Körper auf und ab und verharrte für einen Moment auf meiner Brust, bevor er zu meinen Augen wanderte.

Er lächelte. „Oh, hallo.”

Großartig. Einfach nur großartig.

Ich darf die nächsten elf Stunden damit verbringen, von einem Perversling angegafft zu werden.

„Hi”, murmelte ich.

Ich ignorierte den Perversling, nahm mein Handgepäck und verstaute es in dem Gepäckfach über meinem Sitz.

Als ich bemerkte, dass das Arschloch – das mich nun bei meinem Kampf mit dem Gepäck beobachtete – seinen Koffer genau in die Mitte des Gepäckfachs gelegt hat, schnaubte ich verärgert und versuchte, mit einer Hand sein Gepäck zur Seite zu schieben und meines daneben unterzubringen.

Ich hatte es fast geschafft, mein Gepäck zu verstauen, als ich fühlte, wie sich Hände um meine Taille legten und meine nackte Haut berührten, die freigelegt wurde, als ich mit dem Gepäck herumhantierte.

Weil ich dachte, dass es der Perversling war, versuchte ich, zur Seite zu springen, aber ich hielt inne, als sich der Griff um mich verstärkte und Funken über meinen Körper liefen.

Ich riss meinen Kopf herum, um zu sehen, wessen Hände mich berührten, und spürte dann, wie sich meine Augen weiteten, als ich ihn erblickte.

Er war atemberaubend … So groß, dass er in diesem kleinen Flugzeug beinahe lächerlich aussah.

Seine Muskeln zeichneten sich unter seinem schwarzen T-Shirt und seiner blauen Jeans ab, was mir sagte, dass er eine Menge Zeit im Fitnessstudio verbringen musste.

Er hatte schokoladenbraune Haare, hypnotisierende grüne Augen und einen Kiefer, der so scharf war, dass er Papier damit hätte schneiden können.

Seine Lippen waren sinnlich und voll und ich lehnte mich unbewusst an ihn, während ich mir vorstellte, wie es sich wohl anfühlen würde, meine Lippen auf die seinen zu drücken.

Ein plötzliches tiefes Knurren brachte mich zurück in eine aufrechte Position und mein Blick traf den seinen, wodurch ich bemerkte, dass er mich dabei beobachtet hatte, wie ich ihn angestarrt habe. Meine Wangen wurden sofort rot, aber bevor ich Zeit dazu hatte, mich zu schämen, sprach er.

„Du gehörst mir. Gefährtin”, sagte er und seine tiefe, raue Stimme hallte in meinen Ohren. Er drückte sanft meine Taille, als er seine Stirn an meine legte und tief einatmete.

Ich hätte ihm wahrscheinlich eine Ohrfeige geben sollen, aber stattdessen schloss ich meine Augen und genoss das Gefühl seiner um mich gelegten Arme, während mir köstliche Funken durch den Körper schossen. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass sich etwas so gut anfühlen konnte.

Ich spürte, wie sein Kopf sich von meinem entfernte und er anfing, an meinem Hals zu schnüffeln. Ich neigte meinen Kopf zur Seite, um ihm besseren Zugang zu gewähren, und er knurrte anerkennend.

Und dann spürte ich, wie er mir sanft einen Kuss auf die Stelle gab, wo sich Hals und Schulter treffen. Zuerst wurden meine Knie schwach, dann wurde mein ganzer Körper taub, während ein gehauchtes Seufzen meinem Mund entwich.

Er lächelte gegen meinen Hals, kicherte und nahm mein ganzes Gewicht in seine Arme, als ich mich nun völlig an ihn lehnte, um nicht hinzufallen.

Ich war absolut im Himmel.

Ich wurde aus meiner Trance gerissen, als sich jemand räusperte, und ich versuchte quietschend, mich zurückzuziehen und mich daran zu erinnern, wo ich war.

Als ich versuchte, den mysteriösen und unglaublich gutaussehenden Fremden wegzustoßen, vergaß ich leider voll und ganz den Koffer, den ich noch immer mit meiner Hand im Gepäckfach über mir festhielt.

Ich hörte, wie mein Koffer auf mich zu rutschte, und duckte mich, wobei ich erwartete, dass der Koffer jeden Moment gegen meinen Kopf krachen würde.

Aber es passierte nichts und stattdessen hörte ich die Worte: „Vorsicht, Schönheit.”

Ich blickte zu dem Mann vor mir auf, dessen eine Hand noch immer beanspruchend unter meinem T-Shirt auf meinem unteren Rücken ruhte. Seine andere Hand hielt jetzt meinen Koffer über meinem Kopf.

Er lächelte mich an und zwinkerte mir zu, bevor er meinen Koffer in das Gepäckfach stopfte und es zuklappte.

Mit seiner Hand noch immer auf meinem Rücken, drehte er sich zu der Frau hinter ihm um, die während unseres intensiven Moments versuchte, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Die Frau sah erschüttert aus und räusperte sich noch einmal zögerlich.

„Tut mir leid, ich möchte nur zu meinem Platz, und Sie versperren total den Weg. Ich hatte nicht vor, Ihr Wiedersehen zu ruinieren. Sie beide haben sich offensichtlich schon lange nicht mehr gesehen.“ Sie lächelte süß.

Ich machte gerade meinen Mund auf, um sie zu verbessern und zu sagen, dass wir uns noch nie begegnet waren, aber der Mann, der mich festhielt, kam mir zuvor.

„Wir haben nur unsere Plätze gesucht. Wir gehen gleich aus dem Weg.“ Seine Stimme war sanft und beruhigend.

Die Frau nickte dankbar.

Ich wollte mich wegbewegen und war dankbar, der peinlichen Situation zu entkommen, aber der Mann hielt mich nur noch fester.

Er lehnte sich zu mir herunter und flüsterte in mein Ohr: „Nicht so schnell … So einfach kommst du nicht davon.”

Dann sah er den Perversling an, der auf dem Flug neben mir sitzen würde. „Weg da”, sagte er zu ihm.

Der Perversling saß nur da und glotzte uns ein paar Sekunden lang an, wobei er wahrscheinlich das ganze Treffen verarbeitete, das gerade stattgefunden hatte. Der Gedanke, dass er uns beobachtete, war mir sehr unangenehm.

„Was?”, fragte er.

„Weg da”, sagte der gutaussehende Mann. „Hier sitze ich.”

„Wie bitte? Ich gehe nicht weg. Das ist mein Platz.”

Der Mann, der mich festhielt, knurrte leise. „Hier, Sie können meinen Platz haben.“ Er gab dem Perversling sein Flugticket. „Das ist ein Erste-Klasse-Ticket”, sagte er und beobachtete den Mann, der mit gehobener Augenbraue das Flugticket betrachtete.

„Und jetzt weg da”, sagte er langsam – fast bedrohlich –, als würde er den Mann dazu herausfordern, seine Befehle erneut in Frage zu stellen.

Der Perversling schaute uns noch einmal an, bevor er aufstand, sich schnell seine Tasche schnappte und dann an uns vorbeieilte, ohne Blickkontakt herzustellen. Ich sah ungläubig zu.

Was ist gerade passiert? Dies hatte sich als ein seltsamer Tag herausgestellt.

„Nur zu, Schönheit”, sagte mein mysteriöser neuer Sitznachbar und schob mich sanft in Richtung Fensterplatz, während er dicht hinter mir folgte.

Ich setzte mich und sah zu, wie er sich neben mich setzte. Ich wusste nicht, was ich sagen soll, noch immer ein bisschen schockiert und peinlich berührt von dem, was gerade passiert war.

„Ähm, das gerade eben tut mir leid”, murmelte ich und strich mir eine Haarsträhne hinter das Ohr, während ich den Blick senkte. Ich wollte, dass dieser Typ mich mag. „Ich fasse Fremde normalerweise nicht so an, ich schwöre es.”

Ich lachte nervös. Als er nicht antwortete, räusperte ich mich.

„Okay … also, warum haben Sie Ihren Platz in der ersten Klasse aufgegeben, um ganz hier hinten zu sitzen?“

Plötzlich ergriff eine Hand mein Kinn und drehte meinen Kopf. Mein Blick traf seinen und seine Hand wanderte zu meiner Wange.

„Weil ich bei dir sein wollte”, hauchte er.

Er fuhr mit seinem Daumen über meinen Wangenknochen, während er jeden Zentimeter meines Gesichts begutachtete.

„Wow, womit habe ich solch ein Glück verdient?”

Ich lehnte mich von ihm weg, weil ich nicht wusste, wie ich reagieren sollte. Ich muss mich verhört haben.

„Entschuldigung, was haben Sie gesagt?”

Er lächelte einfach und schüttelte den Kopf. „Nichts. Keine Sorge, Schönheit.“ Er lehnte sich über die Armlehne zu mir. Für zwei Fremde waren wir uns sehr nahe.

„Ich heiße Grayson. Und du?”

Fast wie betäubt, hörte ich mich selbst sagen: „Belle.”

Sein Lächeln wurde breiter. „Belle”, sagte er zu sich selbst. „Meine Belle.”

Seine Augen waren so schön, ich konnte mich nicht davon abhalten, in sie zu starren.

„Okay …”, sagte ich abwesend.

Er stieß ein aufrichtiges Lachen aus. Habe ich etwas Lustiges gesagt? „Unser Band ist stark; so viel steht fest.”

Geht das nur mir so, oder ergibt nichts von dem, was er sagt, Sinn? „Was? Unser Band?”, fragte ich.

Er strich eine verirrte Strähne aus meinem Gesicht. „Mach dir mit deinem kleinen Kopf keine Sorgen darüber.”

Erneut wurde ich aus dieser Verwirrung gerissen, in die er mich immer wieder zu versetzen schien, als hinter uns ein Baby laut brüllte. Als ich bemerkte, wie nah ich dem Mann – Grayson – war, sprang ich zurück.

Ich war ihm so nahe gewesen, dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spüren konnte.

Wieder lachte ich nervös, legte meine Hand in meinen Schoß und versuchte, nicht so peinlich berührt auszusehen, wie ich mich fühlte.

Der Typ denkt bestimmt, ich bin verrückt.

„Also, Arbeit oder Vergnügen?”, fragte Grayson.

Kapitel 2

„Was?” Ich sah Grayson wieder an.

„Gehst du geschäftlich nach Paris oder machst du Urlaub?”

Oh, stimmt. Ich hatte fast vergessen, wo ich war. Ich wurde wieder nervös, als ich mich daran erinnerte, dass das Flugzeug wahrscheinlich bald abheben würde.

„Oh, ähm, weder noch, schätze ich. Ich besuche meine Mutter und ihren Mann.”

Ich muss eine Grimasse geschnitten haben, denn Grayson fragte: „Und du freust dich nicht darauf, deine Mutter und ihren Mann zu sehen?”

Ich schüttelte den Kopf.

„Nein, nicht, seit sie meinen kranken Vater und mich allein gelassen hat, um mit ihrem reichen Liebhaber nach Paris durchzubrennen und ihn zu heiraten“, hörte ich mich sagen.

Ich hielt inne. Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gesagt habe.

Ich hatte niemandem von meiner Mutter erzählt, und jetzt hatte ich das einfach vor einem Unbekannten ausgeplaudert.

Ich sah ihn an. Er trug einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.

„Tut mir leid. Ich weiß nicht, warum ich das gesagt habe. Ich schwöre, ich bin keine verrückte Person, die ihrem Sitznachbarn im Flugzeug ihre ganze Lebensgeschichte erzählt.“

Grayson sah mir tief in die Augen – fast, als würde er nach etwas suchen –, griff nach der Armlehne zwischen uns und klappte sie nach oben, damit sie keine Barriere zwischen uns mehr darstellte. Ich verfolgte seine Bewegungen aufmerksam.

„Ähm … Was machst du da?”

„Sch …”, sagte Grayson. Er griff nach meiner Hüfte, welche sich schon in seine Richtung lehnte, und zog mich näher, bis mein Knie seines berührte.

Diese kostbaren Funken rannten mir wieder über den ganzen Körper, als seine Hände den Weg unter mein T-Shirt und auf meinen unteren Rücken fanden, wo er mit seinem Daumen beruhigende Kreise zog.

Ein Hauchen erklang tief aus meiner Kehle. Seine andere Hand umfasste mein Gesicht.

„Jetzt musst du dir um nichts mehr Sorgen machen“, flüsterte Grayson. „Ich passe auf dich auf.” Er lehnte sich herunter, bis seine Lippen mein Ohr berührten. „Du gehörst mir.”

Ich lehnte mich zurück, damit ich ihm in die Augen sehen konnte. „Was meinst du damit?”

Er grinste. „Ich meine …” Sein Daumen berührte meine Unterlippe und ich keuchte.

„Alles” – er küsste mein Augenlid – „an” – er küsste mein anderes Augenlid – „dir” – meinen Nasenrücken – „gehört mir.“ Endlich trafen seine Lippen auf meine.

Meine Augen schlossen sich, als er mich küsste. Das war ein euphorisches Gefühl, wie Feuerwerk und Explosionen. Meine Hände wanderten zu seinen riesigen, muskulösen Schultern und drückten sie.

Ich stieß ein sanftes Stöhnen aus.

Ich konnte an meinen Lippen fühlen, dass er lächelte, und hielt für eine Sekunde inne. Nein, nicht lächeln. Wenn er lächelt, würde er vielleicht aufhören, mich zu küssen, und das wollte ich wirklich nicht.

Ohne meine Lippen von seinen zu nehmen, setzte ich mich auf meine Knie und lehnte meine Brust gegen ihn, wobei ich die Funken genoss, die überall da auftauchten, wo unsere Körper sich berührten.

Meine Hände wanderten in seine Haare und zogen sein Gesicht näher an meines.

Er stöhnte zustimmend.

Plötzlich packte er mich kräftig an der Hüfte und hob mich auf seinen Schoß, sodass meine Knie sich links und rechts von ihm befanden. Ich drückte meine Brust gegen seine und er vertiefte unseren Kuss, indem er seine Zunge in meinen Mund stieß.

Seine Hände massierten meine Hüften und rutschten dann unter mein Oberteil, um meine Taille zu umfassen, wobei seine Daumen den Bügel meines BHs berührten.

Oh mein Gott, ist es hier drin heiß?

Jemand räusperte sich neben uns und in diesem Moment schien es, als würde in meinem Kopf ein Schalter umgelegt: Plötzlich war ich mir bewusst, was wir da machten.

Ich zuckte zurück, aber Grayson festigte seinen Griff und hielt mich auf seinem Schoß fest.

Ich sah die Flugbegleiterin an, die neben uns stand.

„Entschuldigung, aber ich muss Sie bitten, auf Ihren Platz zurückzukehren und sich anzuschnallen. Das Flugzeug hebt gleich ab.”

Ich nickte schnell und fühlte, wie sich mein Gesicht erhitzte. Ich versuchte, von Graysons Schoß zu klettern, und zum Glück ließ er mich diesmal gehen. Ich setzte mich auf meinen Platz und schnallte mich schnell an.

Die Flugbegleiterin sah zu, wie auch Grayson seinen Gurt anlegte, nickte dann und ging weg.

Oh mein Gott. Oh mein Gott. Oh mein Gott.

Ich legte meine Hände auf mein Gesicht, um meine brennenden Wangen abzukühlen.

Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gemacht habe. Was stimmt nicht mit mir?

Das war mir so peinlich, dass ich Grayson nicht mal ansehen konnte. Ich hatte mich auf seinen Schoß gesetzt und mich an ihn gedrückt wie eine Nutte, die ihn anfleht, sie durchzunehmen.

„Hey, hey, hey”, hörte ich Grayson sagen. „Was ist los?” Er berührte meinen Arm.

Ich zog meinen Arm weg und ignorierte, wie sehr ich wollte, dass seine Hände mich weiter berührten.

„Fass mich nicht an”, fuhr ich ihn an.

Grayson ließ ein leises Knurren tief aus seiner Kehle erklingen. Als ich ihn ansah, trug er einen erbitterten Gesichtsausdruck.

Er biss die Zähne zusammen und atmete tief durch, wodurch sich seine Brust schnell hob und senkte. Ach ja, und seine Augen waren pechschwarz. Seine Pupillen, seine Iris und das Weiße in seinen Augen waren komplett schwarz.

Ich keuchte und rutschte auf meinem Sitz zurück, bis ich mit dem Rücken an die Wand hinter mir stieß.

„Oh mein Gott. Deine Augen.”

Seine Augen weiteten sich und dann schloss er sie ruckartig. Er nahm einen tiefen Atemzug und als er seine Augen wieder öffnete, waren sie wieder normal.

Ich wurde verrückt. Das war die einzige logische Erklärung. Der Tod meines Vaters und die Angst davor, meine Mutter wiederzusehen, brachten mich langsam um den Verstand.

„Tut mir leid”, sagte er. „Es ist nur … du kannst mir nicht sagen, dass ich dich nicht anfassen darf.”

Mein Herz schlug schneller. Vielleicht war er der Verrückte. „Was soll das heißen?”

Er lehnte sich vor und hatte einen intensiven Blick in seinen Augen.

„Oh, Schatz, hast du das schon vergessen?” Seine Hand umschloss mein Knie und rieb mein Bein.

„Du gehörst mir, weißt du noch?”

Ich kochte vor Wut. Das war jetzt das dritte Mal, dass er mich als sein Eigentum bezeichnet hatte. Was glaubte dieser Typ eigentlich, wer er ist?

Klar, er sah gut aus. Ich hatte mich an ihn rangemacht und war total von ihm angezogen, aber das hieß nicht, dass ich ihm gehöre. Ich gehörte mir selbst. Ich gehörte sonst niemandem.

Und ganz bestimmt gehörte ich nicht irgendeinem Mann, den ich gerade erst getroffen hatte und der noch nie etwas von persönlichen Grenzen gehört hatte.

Ich öffnete den Mund, um ihm die Meinung zu sagen, hielt aber inne, als ich plötzlich fühlte, wie sich das Flugzeug bewegte.

Ich muss den Teil, in dem sie erklären, wo die Notausgänge sind und wie man sich anschnallt, komplett verpasst haben.

Das war wahrscheinlich am besten so: Das hätte mich nur nervös gemacht.

Als das Flugzeug an Geschwindigkeit aufnahm, schlug mir das Herz gegen den Brustkorb und meine Hände fingen an zu zittern. Ich griff nach Graysons Hand, die immer noch zwischen meinen Beinen eingeklemmt war, und drückte die Augen zu.

Ich versuchte, tief durchzuatmen und mich zu beruhigen, aber die Luft kam in schnellen, keuchenden Atemzügen heraus.

Oh mein Gott … Hyperventiliere ich?

„Belle”, hörte ich Grayson sagen. „Belle, Schatz, was ist los?” Ich spürte, wie seine Hand meine Schulter ergriff.

Ich schüttelte panisch den Kopf und konnte meine Stimme nicht finden. Ich hatte Angst, dass ich weine, wenn ich versuche zu sprechen.

„Belle” sagte Graysons Stimme zu mir. Diesmal klang er ruhiger.

„Sieh mich an, Belle. Du musst mich ansehen, Schönheit. Lass mich diese schönen blauen Augen sehen.”

Ich schüttelte wieder den Kopf. Das Flugzeug machte einen Sprung, als es sich vom Boden abhob. Ich stieß ein Wimmern aus und drückte mich stärker gegen die Wand.

„Belle, ich schwöre bei Gott, wenn du mich nicht ansiehst, küsse ich dich wieder, und wer weiß, wozu das führt …”

Hat er das wirklich gesagt? Ich stand im Grunde kurz davor, einen Herzinfarkt zu bekommen, und er drohte mir mit einem Kuss?

Ich öffnete die Augen. Graysons Gesicht war etwa 30 Zentimeter von meinem entfernt. Er lächelte.

„Da sind diese schönen Augen.”

Meine Atmung verlangsamte sich ein wenig. Er war so unglaublich schön. Wie konnte jemand nur so gut aussehen?

Und charmant sein, und süß, und beruhigend, und so ein guter Küsser …

Das Flugzeug wackelte plötzlich wieder – diesmal härter – und die meisten Passagiere keuchten.

Die Stimme des Piloten erklang über die Lautsprecher, er entschuldigte sich für die Turbulenzen und erklärte, dass das Wetter schlechter als erwartet sei.

Ich schaute aus dem Fenster und sah, dass es in Strömen regnete und der Himmel von Blitzen erfüllt war.

„Oh mein Gott, ich werde sterben”, sagte ich. Ich zitterte am ganzen Körper.

Das Flugzeug wackelte wieder, diesmal genau in dem Moment, als ein ohrenbetäubendes Donnergrollen von draußen erklang. Ich stieß einen verängstigten Schrei aus und Tränen strömten mir aus den Augen.

„Belle, Schatz, komm her”, sagte Grayson aufgewühlt. Ich sah ihn an und bemerkte, dass er den Arm ausstreckte und mich einlud, mich an ihn zu lehnen.

„Was?”, fragte ich zittrig. „N-n-nein!”

Irgendetwas umgriff meine Hand kräftiger. Ich sah nach unten und bemerkte, dass ich seine Hand nun mit beiden Händen festhielt. Ich ließ schnell los und drückte mich von ihm weg.

Warum will ich diesen Typen ständig anfassen?

Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare, als er zusah, wie ich in Panik geriet. Er sah aus, als hätte er Schmerzen. „Bitte, Belle, lass mich dir einfach helfen.”

Ich griff nach der Wand hinter mir, in der Hoffnung, dass sie meinen zitternden Körper ruhigstellen könnte. „Wie?”

Bevor ich eine Antwort bekommen konnte, wurde das Flugzeug von einem lauten Donnern durchgeschüttelt, und ich hätte schwören können, dass uns ein greller Blitz getroffen hat. Leute schrien, als Taschen aus den Gepäckfächern fielen.

Ich schrie lauthals auf und bedeckte mein Gesicht mit meinen Händen.

„Oh mein Gott. Oh mein Gott. Oh mein Gott”, schluchzte ich. Das war mein schlimmster Albtraum.

„Belle”, sagte Grayson. Seine Stimme war klarer als zuvor und plötzlich verstummten alle Geräusche. „Sieh mich an.”

Als stünde ich unter seiner Kontrolle, löste ich meine Hände von meinem Gesicht und sah Grayson an. Seine Augen waren wieder schwarz.

Jetzt war es nicht mehr furchteinflößend. Jetzt war es beruhigend.

„Komm her“, sagte er laut.

Ich nickte und sprang praktisch in seine Brust, soweit es mein Gurt zuließ. Ich schlang meine Arme um seine Brust und umklammerte mit meinen Fäusten sein Shirt.

Er legte auch seine Arme um mich und hob mein T-Shirt an, sodass seine nackte Haut meinen Rücken und meinen Bauch berührte.

„Was machst du da?”, fragte ich und zitterte bei dem Gefühl seiner Haut auf meiner und der köstlichen Funken, die entlang meiner Wirbelsäule auf- und abwanderten.

Ich spürte, wie er an meinem Haar roch. „Tut mir leid, ich weiß, dass das für dich komisch sein muss. Es ist nur so, dass du umso ruhiger wirst, je mehr sich unsere Haut berührt.“

Er entfernte meine Arme von seiner Brust und für einen kurzen Augenblick war ich enttäuscht. Aber dann hob er sein Shirt an und schlang meine Arme wieder um sich, so wie er es zuvor getan hatte.

Ich konnte seine Bauchmuskeln fühlen …

„Siehst du? Das ist besser, oder? Es hilft dir, wenn du mich berührst.“ Ich spürte, wie er mich auf den Kopf küsste.

Er hatte recht. Ich konnte fühlen, wie sich mein Puls verlangsamte und meine Nerven beruhigten. „Wie kann das sein?“, fragte ich. Ich war unglaublich verwirrt.

Was geht hier vor sich? Bevor er antworten konnte, ertönte erneut Donnergrollen. Ich wimmerte und drückte mein Gesicht so tief in seine Brust wie ich konnte.

Seine Arme legten sich fester um mich und seine Hände massierten meinen Rücken.

„Pst, Kleines. Entspann dich für mich …”, flüsterte er, wobei sein Mund mein Ohr berührte. Ich spürte, wie sich meine Schultern langsam entspannten. Seine Stimme war so sanft und beruhigend – es war, als hätte er Zauberkräfte. Ich hätte alles getan, was er mir sagt, solange ich nur weiter seine Stimme hören kann.

„Geht doch. So sehe ich es gerne.”

Erneut wurde das Flugzeug durch Donnergrollen geschaukelt. Ich presste mein Gesicht gegen seine Brust und keuchte.

„Nein”, sagte er. „Mach das nicht.” Seine Lippen drückten sich auf mein Ohr und hinterließen einen Kuss.

„Konzentriere dich auf meine Stimme. Alles, was du hören kannst, ist meine Stimme, Schatz.“ Er hinterließ eine Spur von Küssen auf meinem Hals.

Er hatte recht. Die anderen Geräusche verstummten wieder. Die weinenden Babys, die schreienden Passagiere, das Donnergrollen, der peitschende Regen – alles verstummte.

Alles, was übrigblieb, waren er und ich.

„Du kannst nur noch meine Stimme hören. Nicht wahr?”

Ich nickte. „Gut. Atme langsamer.”

Meine Atmung wechselte von schnellen, flachen Zügen zu langsamen, tiefen Seufzern.

„Gutes Mädchen.“ Seine Lippen bewegten sich weiter über meinen Hals. „Hab keine Angst. Ich beschütze dich. Ich passe auf dich auf.”

Seine Küsse fühlten sich magisch an. Seine Stimme war Magie. Alles an ihm war Magie. Ich war nicht mehr in einem Flugzeug. Ich war nirgends mehr.

Es gab nur Grayson und mich – seine Arme um mich geschlungen, seine Lippen auf meiner Haut. Ich war ruhig.

Und dann fanden seine Lippen eine Stelle auf meinem Hals, die ein Feuer durch meinen Körper schickte. Ich keuchte. Grayson lächelte gegen meine Haut. „Hmm …” Er fing an, an der Stelle zu saugen und mit der Zunge über meine Haut zu fahren, was mir ein Kitzeln bis in die Fußzehen bescherte.

Seine Finger gruben sich in meine Taille und ich konnte fühlen, wie sich etwas in mir aufbaute – ein Gefühl, das ich seit langer Zeit nicht gefühlt hatte.

Mein ganzer Körper zitterte und ich neigte meinen Körper zur Seite, um ihm einen besseren Zugang zu ermöglichen. Sein tiefes Kichern vibrierte durch meinen Körper.

„Hmm … Das gefällt dir, nicht wahr?”, flüsterte er gegen meine Haut.

Ich konnte nicht mal antworten. Ich fühlte mich, als stünde ich unter Drogen. Alles bewegte sich so langsam.

Ich stieß einen tiefen Atemzug aus, der sich mehr wie ein Wimmern anhörte, weil er aufgehört hatte, mich zu küssen. Ich wusste nicht genau, was ich wollte, aber ich brauchte mehr – mehr von irgendetwas, von dem ich wusste, dass Grayson es mir geben konnte.

Ich neigte meinen Kopf weiter, in der Hoffnung, dass er mich weiter küssen würde.

„Ich weiß, meine Schöne, ich weiß. Aber nicht hier. Nicht jetzt.” Er gab mir noch einen Kuss auf diese Stelle. „Aber ich verspreche dir, dass ich dich zu der Meinen mache. Bald.“

Ich verstand nicht, was er damit meinte. Deshalb rutschte ich einfach näher an ihn und atmete seinen göttlichen Duft ein. Was für ein Parfüm trägt er?

„So ist es gut”, sagte er. „Ich bin hier und du bist sicher. Dir wird nie wieder etwas Schlechtes passieren. Wir werden uns gemeinsam das allerbeste Leben aufbauen. Ich lasse dich nie gehen.“

Was hat er da gerade gesagt?

„Aber fürs Erste”, sagte er, „musst du dich ausruhen.”

Ich sah zu ihm auf. Seine Augen waren noch immer schwarz.

„Schlaf.”

Und meine Welt wurde schwarz.

Kapitel 3

Ich wachte mit dem Gefühl auf, bewegt zu werden. Ich war mir wage bewusst, dass jemand meinen Sicherheitsgurt löste und mich hochhob. Ich öffnete die Augen.

Grayson hatte mich auf seinen Schoß gezogen, sodass meine Knie zu beiden Seiten von ihm lagen.

Er hatte meinen Kopf gegen seine Brust gelegt und seine Arme wieder um mich gelegt.

Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass ich in einem Flugzeug war, und mein Puls beschleunigte sich. Wie lange habe ich geschlafen? Ich versuchte, mich zurückzulehnen, um Grayson anzusehen, aber er verstärkte einfach seinen Griff um mich.

„Hey. Nicht so schnell. Du gehst nirgendwohin“, sagte Grayson ruhig. Er küsste mich auf die Stirn. „Schlaf weiter, Belle.”

Und wieder schlief ich auf der Stelle ein.

Ich träumte von Händen, die sich auf meinem Rücken und meiner Taille auf und ab bewegten, mit meinen Haaren spielten und meine Hüften massierten. Ich träumte von süßen Küssen auf meinem linken Ohr, meiner Nase und meiner Stirn.

Ich träumte von Berührungen, die Feuerwerke auslösten, welche durch meinen Körper schossen, bis sie endlich in meiner Brust explodierten und ein warmes Glühen um mein Herz hinterließen.

Aber hauptsächlich träumte ich von Augen, so grün wie der Wald.

Als ich zum zweiten Mal aufwachte, war ich mir nur bewusst, wie warm und friedlich ich mich fühlte.

Alles fühlte sich so … richtig an.

Ich vergrub mich tiefer in der Wärme und konzentrierte mich auf das kleine Feuerwerk, das sich an meinem Rücken auf und ab bewegte. Es fühlte sich großartig an. Ich stieß ein tiefes Seufzen aus.

Dann wurde mein Seufzen plötzlich von jemand anderem wiederholt und ich spürte einen Kuss auf meiner Stirn. Ich öffnete die Augen. Wo bin ich?

Ich blickte auf und sah Grayson. Er hatte einen Arm um mich gelegt, fuhr mit der Hand auf meinem Rücken auf und ab und spielte mit meinen Haaren. Die andere Hand hielt ein Handy, auf dem er eine Nachricht schrieb.

Sein Gesicht war vor Konzentration zerknittert. Oh mein Gott. Ich saß auf seinem Schoß.

Ich setzte mich aufrecht hin und seine Augen schossen zu mir. Er lächelte.

„Guten Morgen, Schönheit.”

Er gibt mir wirklich gerne Spitznamen.

Ich versuchte, mich von ihm zu entfernen. Er ergriff meine Hüften.

„Was glaubst du, wo du hingehst?”

Ich erinnerte mich vage daran, dass er mich auf seinen Schoß gesetzt hatte. Wütend starrte ich ihn an.

„Warum sitze ich auf deinem Schoß?”

Er zuckte mit den Schultern. „Du bist mir im Schlaf immer näher gekommen, hast versucht, dein Gesicht in meine Halsbeuge zu legen, und hast gewimmert. Deshalb habe ich dich dahin gesetzt, wo du sein wolltest, als das Anschnallzeichen erloschen ist.”

Ich konnte spüren, wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich, als ich mir vorstellte, wie ich im Schlaf auf ihn zugekrochen bin; dann wurde mein Gesicht sofort rot, als ich mich an seine Lippen auf meinem Hals erinnerte.

Er spürte, woran ich dachte, und sagte: „Das hat mir nichts ausgemacht.”

Er lächelte.

Er lächelte!

Ich spottete und versuchte, seine Hände von mir zu drücken, sodass ich auf meinen Platz zurückkehren konnte.

„Du kannst gerne hierbleiben. Wirklich, das ist in Ordnung”, sagte er.

„Nein, wirklich, es ist nicht in Ordnung”, sagte ich und entkam endlich seinem eisernen Griff. Ich stieß ein erleichtertes Seufzen aus, als ich mich zurück auf meinen Platz gleiten ließ. Das war mir mehr als peinlich.

Warum muss ich mich so komisch verhalten, wenn ich zum ersten Mal seit Jahren einen Typen treffe, zu dem ich mich hingezogen fühle?

„Tut mir leid. Normalerweise respektiere ich persönliche Grenzen. Ich weiß nicht, was heute mit mir los ist.”

Er winkte nur ab und sagte, dass es keine große Sache sei.

„Wie lange habe ich geschlafen?”

Er sah auf seine Uhr. „Ungefähr acht Stunden.”

Ich keuchte. „Ich habe acht Stunden lang geschlafen?”

Er nickte und ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

„Du hast mich acht Stunden lang auf dir schlafen lassen?”, fragte ich zutiefst gedemütigt. Er nickte wieder. „Oh mein Gott.“ Ich bedeckte mein Gesicht mit meinen Händen.

„Falls du dich dann besser fühlst”, sagte er, „ich bin auch für eine Weile eingeschlafen. So gut habe ich noch nie geschlafen.”

Ich blickte auf sein lächelndes Gesicht und kniff die Augen zusammen. „Weißt du, als du mit dem Typen, der ursprünglich neben mir saß, Plätze getauscht hast, war ich ehrlich gesagt erleichtert. Aber vielleicht wäre es besser gewesen, neben dem unheimlichen Typen zu sitzen, der auf meine Brüste gestarrt hat. Vielleicht hätte ich mich im Schlaf nicht auf seinen Schoß gesetzt.” Das sollte ein unbeschwerter Witz sein, aber als ich Grayson ansah, konnte ich sehen, dass er es nicht so aufgefasst hatte. Seine Augen waren wieder schwarz, seine Zähne zusammengebissen und Adern traten ihm auf dem Hals und auf der Stirn hervor. Er sah mordlustig aus.

„Oh mein Gott. Geht es dir gut?” Er antwortete nicht. Stattdessen schloss er die Augen, ergriff grob die Armlehnen an den Seiten seines Sitzes und atmete tief durch.

Ich fing an, mir Sorgen zu machen. Ich war mir nicht sicher, was vor sich ging, aber aus irgendeinem Grund wollte ich, dass es Grayson gut ging. Ich wollte ihn beruhigen.

„Kann ich etwas tun?”

Er sagte nichts. „Grayson?”, sagte ich erneut.

Als ich seinen Namen sagte, richteten sich seine Augen ruckartig auf mich und die Schwärze erschreckte mich. Ein Grollen erklang tief aus seiner Brust, als er mich am Genick packte und mich an sein Gesicht führte. Er drückte seine Nase in meine Halsbeuge und atmete tief durch. Er zitterte am ganzen Körper.

„Ich mag es, wenn du meinen Namen sagst”, hörte ich ihn sagen. Seine Stimme klang jetzt tiefer und rauer – überhaupt nicht mehr so sanft, wie sie zuvor geklungen hatte.

Er lehnte sich nach vorne und sah mir tief in die Augen. Ich wusste, ich hätte davor Angst haben sollen, wie schwarz seine Augen waren. Ich meine, er sah besessen aus.

Aber irgendwie mochte ich seine schwarzen Augen fast so sehr wie seine grünen. „Bleib hier”, sagte er finster. „Beweg dich nicht.” Ich nickte und wollte mich seinem Befehl nicht widersetzen, während er so tödlich aussah.

Ich beobachtete ihn, wie er aufstand und zum vorderen Teil des Flugzeugs ging, wo er durch eine kleine Tür verschwand, die zur ersten Klasse führte.

Ich lehnte meinen Sitz zurück. Vielleicht muss er nur auf die Toilette …

Aber dann hörte ich Leute schreien und die Flugbegleiterin rannte durch den Gang. Passagiere standen von ihren Sitzen auf.

Ich sprang auf und rannte zur ersten Klasse, weil ich sehen wollte, was der Grund für diesen Aufruhr war.

Als ich die erste Klasse betrat, brachte die Szene vor mir mein Herz zum Stillstand. Grayson hielt den Perversling am Kragen in die Luft. Will er ihn umbringen? Er war umgeben von Leuten, die versuchten, seine Aufmerksamkeit zu erregen, und an ihm zogen, um ihn davon abzuhalten, den Perversling zu würgen.

Aber Grayson rührte sich nicht. Er war wie eine Statue.

Er versuchte, ihn umzubringen.

Kapitel 4

Graysons Griff um den Hals des Perverslings wurde von Sekunde zu Sekunde stärker.

Von allen, die versuchten, ihn zum Aufhören zu bewegen, war ein Mann am hartnäckigsten. Er schrie: „Alpha! Alpha! Hör auf! Du bringst ihn um!”

Grayson schenkte ihm keine Beachtung und drückte den Hals des Perverslings nur noch fester zusammen. Ich drückte mich durch die Menge zu ihm.

„Grayson!”, rief ich, als ich ihn endlich erreichte. Ich stand direkt vor ihm und versuchte, seine Aufmerksamkeit zu erregen.

„Was machst du da?”

Sein Blick traf meinen und ich trat einen Schritt zurück. Er war furchterregend.

Sein Hals war zur doppelten Größe herangewachsen, auf dem ganzen Gesicht und um seine Augen herum traten ihm die Adern aus der Haut.

Reißzähne ragten hinter seinen Lippen hervor und um seinen knurrenden Mund sammelte sich der Schaum.

„Gefährtin, aus dem Weg”, sagte er zu mir und sein Gesichtsausdruck ließ keine Widerrede zu.

Nur zu gerne.

Zu Tode erschrocken trat ich ein paar Schritte zurück, dann ergriff mich eine Hand am Handgelenk und zog mich zur Tür zurück. Überrascht drehte ich mich um. Es war der Mann, der Grayson „Alpha” genannt hatte.

„Du bist seine Gefährtin?”, fragte er mich verzweifelt.

Ich wusste nicht, was das bedeutet. „Was? Nein!”, sagte ich und versuchte, mich seinem Griff zu entwinden. Er ließ mich nicht los.

Aber dann erinnerte ich mich vage daran, dass Grayson mich zuvor auch schon seine Gefährtin genannt hatte.

„Ich weiß es nicht!”, schrie ich.

Er streckte seine Nase in die Luft und schnüffelte.

Was zur Hölle?

„Du bist ein Mensch”, schloss er. „Aber du riechst wie die Gefährtin eines Alphas.”

„Was?”, schrie ich.

„Hör zu, ich habe keine Zeit, das zu erklären. Wenn du ihn nicht beruhigst, wird er den Mann umbringen.”

Ich blickte zurück zu Grayson und sah, dass er noch immer den Perversling würgte, dessen Gesicht sich nun lila färbte, während er nach Atem rang und an Graysons Hand kratzte.

„Ihn beruhigen? Wie soll ich ihn bitte beruhigen? Er erwürgt gerade jemanden!”, schrie ich.

„Berühre ihn, sprich mit ihm, irgendetwas! Bring ihn einfach dazu, aufzuhören!”

Ich sah den Mann vor mir an. Auf seinem Gesicht zeigte sich pure Panik.

„Ihn berühren?”, fragte ich. Das konnte ich machen. Ich konnte ihn anfassen. Verdammt, ich hatte ihn den ganzen Flug über angefasst.

Der Mann nickte ermutigend und brachte mich zurück zu Grayson.

Die Bewegungen des erstickenden Mannes verlangsamten sich und sein Kopf fiel langsam zur Seite. Scheiße … Ich muss etwas tun.

Ich atmete tief durch, hob zitternd meine Hand und legte sie auf Graysons Schulter.

„Grayson?”, fragte ich. Sein Kopf schnappte zu mir. Ich schluckte. „Bitte, hör auf. Du tust ihm weh.”

Er knurrte – ich meine, ein richtiges Knurren. „Nein.” Sein Blick wanderte zurück zum Perversling.

Tja … das hat nicht funktioniert.

Ich drehte mich zu dem Mann hinter mir um.

„Versuch es weiter!”, rief er.

Ich wimmerte, trat vor Grayson, legte meine Hände auf beide Seiten seines wütenden Gesichts und zwang ihn, mich anzusehen.

„Grayson, hör auf. Du machst mir Angst.”

Das ließ ihn zögern. Seine Augen wurden ein wenig weicher. Sein Griff musste sich gelockert haben, denn ich hörte plötzlich panische Atemzüge.

Ich habe es geschafft! Es funktioniert!

Aber dann erhärtete sein Gesichtsausdruck wieder.

„Gefährtin, beweg dich, sonst bewege ich dich. Ich kümmere mich um eine Bedrohung. Ich beschütze dich.”

Seine Stimme war tödlich.

Ich trat einen Schritt zurück und dreht mich zu dem Mann um, der mich in diesen Schlamassel gebracht hat. Ich könnte alleine auf meinem schönen, bequemen Platz sitzen, ohne mich hierum zu kümmern.

Aber nein! „Fass den wütenden Dämon an”, hat er gesagt. „Sprich mit dem Psycho, der jemanden erwürgt!”, hat er gesagt!

„Was jetzt?”, fragte ich ihn.

„Küss ihn!”, rief er.

„Was?”, kreischte ich. “Nein! Das mache ich nicht!”

„Ich weiß, dass es angsteinflößend ist, aber wir haben keine andere Wahl! Entweder küsst du ihn, oder der Mann stirbt. Es liegt an dir.”

Das ergab absolut keinen Sinn. Warum sollte es auf irgendeine Weise helfen, Grayson zu küssen? Ich sah den Mann an, den Grayson festhielt. Der Perversling war jetzt fast komplett erschlafft, nur seine Füße bewegten sich noch ansatzweise. Grayson hatte sein Ziel fast erreicht.

Ich musste etwas tun.

„Scheiß drauf”, sagte ich. Ich ergriff Graysons Gesicht und drückte meine Lippen auf seine.

Zuerst reagierte er nicht. Es war, als würde ich eine sehr warme und weiche Statue küssen. Doch dann murmelte er etwas gegen meine Lippen: „Gefährtin.”

Grayson zog meinen Körper an seinen und steckte seine Zunge in meinen Mund, wodurch er sofort seine Dominanz über mich behauptete.

Er zeichnete meine Kurven mit seinen riesigen Fingern nach, griff dann nach meinem Hintern und hob mich in seine Arme. Dann schlang er meine Beine um seine Hüfte und trug mich aus der ersten Klasse.

Nein, nein, nein, nein! Das war nicht, was ich wollte. Ich dachte, das würde nur ein kurzes Küsschen auf die Lippen werden. Ich dachte, ich würde verhindern, dass er den Perversling erwürgt und dann um mein Leben rennen.

Ich hatte nicht gedacht, dass er mich zu meinem bevorstehenden Untergang tragen würde.

Ich entfernte meine Lippen von den seinen, weil ich hoffte, dass er aufhören und mich absetzen würde, aber er knurrte nur und fing an, eine Spur entlang meines Hals zu küssen, und trug mich noch immer Gott weiß wohin.

„Grayson, was machst du da? Lass mich runter!”, sagte ich und drückte gegen seine Schultern.

Mann, ist dieser Typ aus Stahl oder so?

Er hielt nicht mal inne.

„Gefährtin. Du gehörst mir”, sagte er und küsste mich weiter mit offenem Mund entlang meines Kiefers.

Ich sah über seine Schulter zurück zu dem „hilfreichen” Mann von vorhin. Er stand nur da, neben der Tür zur ersten Klasse, und sah uns hinterher, während sich um den Perversling, der fast gestorben war, eine Menschenmenge bildete.

„Hilfe!”, rief ich ihm zu.

Er zuckte nur mit den Schultern und warf mir einen Blick zu, der bedeutete: Und was soll ich bitte machen?

Ich wollte schreien.

Was zum Teufel passierte hier? Ich hatte mich mental auf einen langen, unangenehmen Flug vorbereitet. Aber das hier ging weit über meine Erwartungen hinaus...

Grayson trug mich auf die Flugzeugtoilette und setzte mich schnell auf das winzige Waschbecken. Er positionierte sich zwischen meinen Beinen und griff nach meiner Hüfte.

„Grayson, was …”

Plötzlich waren seine Lippen wieder auf meinen.

Und, guter Gott, fühlte sich das gut an.

Da war etwas an Grayson, das mich komplett die Kontrolle verlieren ließ, wenn er mich berührte. Ich meine, er hatte gerade fast jemanden umgebracht und nun war ich hier und machte auf der Toilette mit ihm rum.

Er nahm meine Unterlippe in seinen Mund und saugte daran. Ich stöhnte laut.

„Grayson”, wimmerte ich.

Er stöhnte. „Sag weiter meinen Namen, Baby.”

Er nahm mein Ohrläppchen in seinen Mund und biss sanft darauf, dann bewegte er seine Lippen über meinen Hals und saugte daran, was mehrere Knutschflecke hinterließ.

Er drückte seine Hüfte gegen meine und traf genau den richtigen Fleck, sodass ich keuchte und mein Kopf gegen den Spiegel hinter mir fiel.

Ich sah Sterne – echte Sterne.

„Grayson!”, schrie ich.

Wie schaffte er es, dass ich mich so gut fühlte, ohne mir auch nur ein einziges Kleidungsstück auszuziehen? Dieser Mann musste eine Art Sexgott sein.

Leute hämmerten an der Tür, wahrscheinlich machten sie sich Sorgen um mich, weil ich alleine mit diesem Psycho war, der gerade fast jemanden umgebracht hatte …

Aber wir waren beide zu tief in unsere Euphorie versunken, um irgendetwas anderes zu beachten.

Seine Lippen fanden die Stelle an meinem Hals, die er zuvor geküsst hatte, und mein Körper verkrampfte sich wortwörtlich, als er daran saugte und darüber leckte.

Ich drückte meinen Kern gegen seine Hüfte, als wäre ich ein läufiges Tier …

Bis ein blendend heißer Schmerz durch meinen Körper schoss, als er plötzlich seine Zähne in meinem Hals versenkte.

Ich schrie und versuchte, ihn wegzudrücken, aber seine Arme drückten mich nur umso fester gegen seinen Oberkörper.

Gerade als ich dachte, ich würde von dem Schmerz ohnmächtig werden, verwandelte er sich in etwas anderes.

Ein warmes Gefühl der Lust durchfuhr mich und ich stieß einen erleichterten Seufzer und dann ein Stöhnen aus. Wow, das ist das beste Gefühl, das ich je empfunden habe.

Ich hatte plötzlich das Verlangen, Grayson näher zu sein und ihn nie mehr gehen zu lassen. Seine Zähne noch immer in meinem Hals steckten.

Ich fuhr mit meinen Händen über seine Brust, zu seinen Schultern und dann hinter seinen Hals.

Ich zog seine Brust gegen meine und wickelte meine Beine um seine Hüfte. Meine Stirn ruhte an seiner Schulter.

Grayson zog langsam seine Zähne aus meinem Hals, leckte die Wunde, die er gerade hinterlassen hatte, und fuhr mir mit der Hand an meinem Rücken auf und ab.

Ich erschauderte. Seine Berührung fühlte sich zehnmal besser an als zuvor.

War das überhaupt möglich?

Ich lehnte mich zurück, um ihn anzusehen. Seine Augen waren nicht mehr schwarz.

„Du hast mich gebissen”, sagte ich. Meine Augenlider waren halb geschlossen und all meine Kraft verließ meinen Körper.

Grayson nickte. Er sah gequält aus.

„Ja, tut mir leid, das musste ich machen.”

Ich nickte, als würde ich verstehen, aber in Wirklichkeit hatte ich nicht den blassesten Schimmer, was hier vor sich ging. Ich fühlte mich, als wäre ich betrunken.

„Das ist in Ordnung”, lallte ich und tätschelte seine Wange. „Tu das einfach nie wieder, okay?”

Er lächelte. „Okay.”

Ich lächelte zurück. Ich berührte sein Gesicht mit beiden Händen und drückte seine Wangen zusammen.

„Wow, du bist hübsch. Ich meine, wirklich hübsch …”

Er lachte. Das Geräusch machte mich glücklich.

„Danke. Es freut mich, dass du das denkst”, sagte er.

Ich kicherte. „Es freut mich, dass es dich freut, dass ich das denke, denn ich finde wirklich, dass du hübsch bist.“ Ich lächelte ihn an.

Mein Kopf fiel gegen seinen Hals.

Ich beschloss, dass ich ihn weiter küssen wollte. Ich drückte meine Lippen gegen seinen Hals und versuchte, mich so zu bewegen, wie er es an meinem Hals getan hatte.

Er stöhnte tief.

„Nein. Nein, hör auf, Baby. Keine Küsse mehr für heute.” Er bewegte mich von sich weg.

Ich schmollte. „Warum nicht?”

Er lächelte und strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr, dann fuhr er mit dem Daumen über meinen Wangenknochen. „Vertrau mir, es wird noch eine Menge Küsse geben. Aber du brauchst Schlaf.”

Bei dem Gedanken musste ich gähnen. Schlafen. Schlafen hörte sich gut an. Nicht so gut wie Küssen, aber fast so gut. Ich nickte und lehnte meinen Kopf wieder gegen seine Schulter.

„Okay”, sagte ich und schmiegte mich an seinen Hals. „Können wir uns küssen, wenn ich aufwache?”

Er lachte wieder. „Wenn du aufwachst, können wir uns so viel küssen, wie du möchtest.”

Der Gedanke machte mich glücklich und ich seufzte. Na gut.

Er umarmte mich fester und rieb seine Nase an der Stelle, an der er mich gerade gebissen hatte. Ich erschauderte.

Komisch. Das fühlte sich gut an.

„Schlaf, Belle. Ich passe auf dich auf.”

Und zum dritten Mal auf diesem Flug schlief ich in Graysons Armen ein.

Kapitel 5

Als ich wieder aufwachte, war alles dunkel.

Das einzige Licht, das ich sehen konnte, kam, wie ich vermutete, von einem Fenster hinter mir, durch welches Mondlicht in das Zimmer schien.

Wo bin ich?

Für einen Moment dachte ich, ich wäre zurück zu Hause in meinem Zimmer, weshalb ich seufzte und mich bewegte, um mich tiefer in mein Kissen zu kuscheln. Aber dann erstarrte ich.

Worauf auch immer ich da lag, das war kein Kissen.

Es war hart und warm und bewegte sich auf und ab. Ich hob meinen Kopf, um es besser ansehen zu können.

Ich lag auf der Brust eines sehr, sehr muskulösen, schlafenden Mannes.

Ich sah zu seinem Gesicht.

Oh mein Gott. Es war Grayson.

Alles, das innerhalb des letzten Tages passiert war, strömte plötzlich wieder in meine Erinnerungen: das Flugzeug, seine Augen, er, wie er jemanden erwürgte.

Meine Hand schoss zu meinem Hals, und ich wimmerte, als ich eine Wunde spürte.

Er hat mich gebissen!

Grayson bewegte sich im Schlaf und für einen Moment verfiel ich in Panik. Hatte ich ihn geweckt? Dann zog er mich wieder an seine Brust und verfestigte seinen Griff um mich.

Er drückte seine Nase an mein Haar und stieß ein zufriedenes Grummeln aus.

Ich hielt den Atem an und wartete auf weitere Bewegungen seinerseits, aber er rührte sich nicht mehr. Er schlief noch immer.

Gott sei Dank.

Ich verfiel kurz in Panik, als ich mich fragte, warum ich mit ihm allein in einem Zimmer schlief. Ich erinnerte mich nicht daran, wie ich hierhergekommen war.

Oh Gott, habe ich mit ihm geschlafen?

Ich tastete schnell nach meiner Kleidung und seufzte erleichtert auf, als ich erkannte, dass ich noch immer meine Leggings und mein T-Shirt trug, die ich im Flugzeug getragen hatte. Grayson hingegen trug nur eine Boxershorts.

Ich konnte spüren, wie mein Gesicht heiß wurde. Warum hatte er keine Kleidung an?

Ich sah mich im Zimmer um. Das war ganz sicher nicht mein Schlafzimmer zuhause. Nach dem zu urteilen, was ich in der Dunkelheit erkennen konnte, war ich in einem Hotelzimmer – einem richtig tollen Hotelzimmer.

Es war riesig und das Bett, auf dem ich lag, musste größer sein als King Size.

Ich erblickte mein Gepäck in der Ecke. Das war gut. Ich hatte immer noch all meine Kleider. Ich streckte den Hals aus, um aus dem Fenster zu sehen. Von unten schien eine Menge Licht zu kommen – ich war auf jeden Fall in einer Stadt.

Aber welche Stadt?

War ich in Paris oder hatte dieser Psychopath mich woanders hingebracht?

Ich stieß einen langen Atemzug aus, als ich etwas vor dem Fenster sah. Er war weit entfernt, aber dort war er, kaum sichtbar.

Der Eiffelturm.

Ich war in einem Hotel in Paris mit einem Mann, den ich im Flugzeug getroffen hatte und der mich scheinbar entführt hat. Das war nicht gut.

Ich sah zurück zu Grayson. Offensichtlich musste ich ihm entkommen. Ich zweifelte nicht daran, dass er verrückt war.

Aber wie?

Meine Beine waren mit seinen verworren und er hatte seine Arme eng um mich geschlungen.

Konnte ich entkommen, ohne ihn zu wecken?

Ich versuchte zuerst, meine Beine zu bewegen und mich langsam von den seinen zu entwirren. Ich blickte zurück zu seinem Gesicht. Er bewegte sich nicht.

Es hat geklappt! Okay, Ich schaffe das. Ich griff langsam nach einem seiner Arme und entfernte ihn von meiner Taille.

Grayson murmelte etwas Unverständliches. Meine Augen schossen zurück zu ihm. Seine Stirn war gerunzelt, aber er schien nicht aufgewacht zu sein.

Ich wartete ein paar Minuten, bis sich sein Gesicht wieder entspannt hatte, bevor ich mich wieder bewegte, endlich seinen anderen Arm entfernte und neben ihn auf das Bett legte.

Mir war plötzlich kalt, weil ich nicht mehr in seine Umarmung gehüllt war, aber das ignorierte ich.

Ich rutschte langsam und leise weg von ihm, krabbelte zur Kante dieses enormen Bettes und verbog mich, bis meine Füße den kalten Boden berührten.

Ich war frei!

Aber ich hatte keine Zeit zu verlieren. Ich musste ein Telefon oder einen Weg nach draußen finden, bevor Grayson aufwachte. Ich suchte das Zimmer nach einem Telefon ab, fand aber keines.

Okay, meine einzige Option war also, rauszugehen und so schnell ich konnte zu einem anderen Menschen zu rennen und um Hilfe zu bitten.

Ich schlich mich auf Zehenspitzen zur nächsten Tür und verzog jedes Mal das Gesicht, wenn der Boden knarrte.

Gerade als ich meine Hand auf den Türgriff legen wollte, sprach eine Stimme:

„Belle.”

Ich sprang auf und stieß einen entsetzten Schrei aus. Ich drehte mich schnell um und sah Grayson, der auf seiner Seite im Bett lag, seinen Kopf auf seine Hand gestützt, und mich amüsiert ansah.

„Komm zurück ins Bett”, sagte er in seiner rauen Stimme. Mir lief ein Schauer über den Rücken. „Es ist zu früh am Morgen und ich bin zu erschöpft.”

Er legte sich wieder auf den Rücken und legte seufzend seinen Arm über seine Augen. Seine Brust hob und senkte sich regelmäßig.

War er wieder eingeschlafen?

Ich drehte mich zurück zur Tür und drückte die Klinke nach unten.

„Das ist ein Wandschrank, Baby”, sagte er.

Ich sah über meine Schulter zu ihm. Er lag noch immer auf seinem Rücken und sah mich nicht an.

Ich öffnete die Tür und spähte hinein. Er hatte Recht. Es war ein Wandschrank.

Ich rannte zu der Tür auf der anderen Seite des Zimmers und riss sie auf. Aber bevor ich nach draußen rennen konnte, hörte ich Grayson wieder sprechen.

„Belle, komm bitte zurück ins Bett. Ich weiß, dass du Angst hast, aber ich verspreche, dass ich dir später alles erkläre. Ich habe im Moment keine Energie dafür, nachdem ich mich fast verwandelt und dich dann markiert habe.”

Ich hatte keine Ahnung, wovon er redete. Verwandeln? Markieren? Er sah mich jetzt mit einem müden, genervten Gesichtsausdruck an, als wäre ich unglaublich lästig für ihn.

Ich war lästig für ihn?

Er hatte mich entführt! Ich war total verängstigt und er lag einfach nur da in einem Versuch, seinen Schönheitsschlaf zu bekommen?!

Von wegen, ich soll später mit ihm reden! Scheiß drauf, ich rede nie wieder mit ihm! Ich drehte mich zurück zur Tür und war bereit, nach draußen zu rennen, aber seine Stimme hielt mich erneut auf.

„Belle, wenn du dieses Zimmer verlässt, wird dir schlecht und schwindelig. Du kannst so kurz, nachdem du markiert wurdest, nicht von mir weggehen. Ich wette, die Bisswunde an deinem Hals tut schon weh, oder?”

Das hatte ich bisher nicht bemerkt, aber jetzt, da er es erwähnte, pochte die Wunde – fast, als hätte sie ihren eigenen Herzschlag.

Ich berührte das Mal an meinem Hals und wimmerte, als ein brennender Schmerz mich durchfuhr.

Grayson setzte sich auf und beobachtete meine Unentschlossenheit, während ich immer wieder zwischen ihm und der Tür hin und her blickte.

Instinktiv machte ich einen Schritt auf ihn zu und spürte sofort, wie der Schmerz ein wenig abebbte. Seltsam...

„Siehst du, ich weiß wovon ich rede, oder etwa nicht? Ich weiß, dass es weh tut, Baby, aber komm zurück ins Bett und ich kann den ganzen Schmerz verschwinden lassen. Ich kümmere mich um dich.”

Seine Augen verdunkelten sich ein wenig, als er grinste. Was wollte er damit andeuten? Oh mein Gott, will er mit mir schlafen?

Ich schüttelte schnell den Kopf und wich zur Tür zurück, wobei ich über meine eigenen Füße stolperte. Ich würde mich nicht vergewaltigen lassen. Ich würde keine weitere Sekunde in der Gegenwart dieses Psychos verbringen.

Ohne Blickkontakt mit ihm zu brechen, drehte ich mich um, eilte aus der Tür und rannte um mein Leben.

Kapitel 6

Ich hörte ein lautes, genervtes Stöhnen hinter mir, als ich durch den Flur rannte. Ich nahm an, dass das Geräusch von Grayson kam.

Am Ende des Flurs erreichte ich ein Treppenhaus und rannte hinunter, wobei ich mich an der Wand abstützte, um nicht aufgrund meiner wackeligen Beine hinzufallen.

Als ich unten ankam, erwartete ich, ein weiteres Stockwerk voller Hotelzimmer vorzufinden, war aber überrascht, als ich mich mitten in einem luxuriösen offenen Wohnzimmer wiederfand, auf dessen Seite sich eine riesige Küche befand. Dieses Hotelzimmer hat zwei Stockwerke? Was für ein Hotel ist das?

Ich sah mich nervös nach etwas um, das mir von Nützen sein könnte.

„Luna? Was machst du da? Wo ist der Alpha?”, rief jemand aus dem anderen Zimmer.

Ein Mann stand am Küchentresen. Er hielt eine Tasse Kaffee in der Hand und sah mich an, als wäre ich verrückt.

Ich kannte diesen Mann! Er war im Flugzeug! Er war derjenige, der mir gesagt hat, ich solle Grayson küssen!

„Oh, Gott sei Dank!”, rief ich und rannte zum Küchentisch.

„Du—” Das Zimmer begann sich plötzlich zu drehen und der Biss an meinem Hals pochte und schmerzte brennend. Ich schüttelte den Kopf, um meinen Verstand zu klären.

„Hilf mir! Dieser Mann hat mich entführt! Ich muss die Polizei rufen!”

Er stand auf und näherte sich mir langsam, als wäre ich ein wildes Tier, das wegrennen würde, wenn er eine plötzliche Bewegung macht. „Hey, hey. Alles ist in Ordnung. Er hat dich nicht entf—”

Er verstummte und seine Augen wurden plötzlich grau. Er starrte in die Luft, als wäre er in einer Trance. Erschreckt wich ich vor ihm zurück.

„Ja. Ja, ist sie”, sagte er.

„Was?”, fragte ich. Spricht er mit mir?

Er schenkte mir keine Beachtung. Er starrte einfach weiter in die Luft.

„Natürlich, Alpha”, sagte er. Seine Augen wurden wieder normal und er sah mich an. „Tut mir leid, aber du kannst nicht gehen.“

Okay, er ist also auch verrückt. Gut zu wissen.

Ich drehte mich um und suchte nach einem Weg aus dem Zimmer. Auf der anderen Seite der Küche gab es eine Tür. Sie sah aus wie die Eingangstür. Gut!

Ich rannte an Graysons verrücktem Freund vorbei und versuchte, zur Tür zu gelangen, stolperte aber über meine eigenen Füße. Ich stützte mich an der Wand neben mir ab.

Das Brennen von der Bisswunde an meinem Hals wanderte langsam in quälenden Wellen meinen Körper hinunter. Mein Magen war aufgewühlt.

Ich hatte das Gefühl, mich übergeben zu müssen.

Was zur Hölle passiert hier? War es das, was Grayson meinte, als er gesagt hat, mir würde schlecht werden?

Ich versuchte, den Schmerz abzuschütteln und mich weiter auf die Tür zuzubewegen. Aber die Welt drehte sich zu schnell und meine Knie waren zu weich, sodass ich zu Boden fiel.

„Luna!”, rief der Mann hinter mir.

Mir liefen die Tränen über das Gesicht; ich konnte das Feuer in mir nicht aushalten. Ich schrie.

„Mach, dass es aufhört!”, rief ich. „Mach, dass es aufhört!”

„Es tut mir leid, Luna! Der Alpha ist gleich da!”, sagte der Mann neben mir. Er berührte meine Schulter, aber das schien die Flammen, die durch meinen Körper schossen, nur noch anzufachen.

Ich drückte seine Hände von mir weg. „Fass mich nicht an!”, schluchzte ich und rollte mich zu einer Kugel zusammen.

„Alpha, beeil dich bitte!”, rief der Mann.

Durch mein Schluchzen hindurch konnte ich schnelle Schritte hören, die das Zimmer betraten. „Belle!”, rief Grayson.

Schon seine Stimme allein ließ das Feuer in mir ein wenig erlöschen und ich streckte die Hand nach ihm aus, verzweifelt danach, dass der Schmerz verschwindet. Er rannte durch die Küche und stieß den anderen Mann von mir weg.

Ich war ein wenig enttäuscht, als ich bemerkte, dass Grayson jetzt eine Jogginghose statt der Boxershorts trug – ich wollte so viel beruhigenden Hautkontakt wie möglich.

Wenigstens hat er kein Oberteil an.

Als er mich erreichte, nahm er mich sofort in seine Arme.

Ich wickelte mich um ihn wie ein Faultier um einen Baum, damit so viel meiner Haut wie möglich ihn berühren konnte.

Ich hatte meine Beine auf beide Seiten von ihm gelegt und meine Arme fest um seinen Hals geschlungen. Zum Glück erlosch das Feuer, während ich gegen seine Brust schluchzte, aber der Schmerz war noch immer unerträglich.

„Pst …”, sagte Grayson, während er sich auf einen Stuhl in der Nähe setzte, noch immer mit mir um sich gehüllt. „Ich weiß, Baby, ich weiß.”

„Bitte mach, dass es aufhört”, flehte ich.

Grayson legte seinen Mund plötzlich auf meine Bisswunde und saugte daran, wobei er mit der Zunge darüberfuhr.

Ich stöhnte laut. Es fühlte sich nicht nur großartig an, es nahm mir auch meinen ganzen Schmerz.

Noch immer zitternd von dem Trauma klammerte ich mich an Grayson, als würde mein Leben davon abhängen, während sein begabter Mund weiter an meinem Hals arbeitete.

Ich war so hingerissen von diesem unglaublichen Gefühl, dass ich es kaum bemerkte, als Graysons Freund schließlich etwas murmelte und das Zimmer verließ.

Ich dachte, er würde aufhören, mich zu küssen, wenn der Schmerz verschwand, aber das tat er nicht. Er küsste mich einfach immer weiter, bewegte sich von meinem Hals zu meinem Kiefer, bis er schließlich meinen Mund fand.

Seine Lippen auf den meinen fühlten sich an wie Seide.

Der Kuss war süß und langsam, aber ich konnte den Hunger fühlen, der dahinter brodelte.

Der Kuss war leidenschaftlich. So hatte ich noch nie jemanden geküsst. Das hatte ich noch nie gefühlt.

Grayson zog sich kurz zurück und legte seine Stirn an meine. Wir atmeten beide schwer. Er küsste mich noch einmal auf die Lippen.

„Das tut mir wirklich leid”, flüsterte er. Er rieb seine Nase an meiner.

Ich sah ihm tief in die Augen.

„Mir war nicht bewusst, dass unser Band so stark ist. Ich dachte, ich würde dich einfach für eine Weile herumlaufen lassen, damit du dich eingewöhnst, und dich dann suchen kommen. Ich wusste nicht, dass du solche Schmerzen haben würdest. Es tut mir leid.”

Er küsste mich wieder. „Ich will, dass du nie Schmerzen empfindest.”

„Das ist passiert, weil ich mich von dir entfernt habe?”, fragte ich.

Er nickte und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren, wobei er tief einatmete. Wir blieben für eine Weile so und hielten uns einfach nur, während mein Körper sich weiter beruhigte.

Ich hatte es aufgegeben, irgendetwas verstehen zu wollen, das hier vor sich ging.

Ich war mental erschöpft und konnte keine Informationen verarbeiten, die mir gegeben wurden.

Das Verwirrendste war, wie sehr ich mich zu Grayson hingezogen fühlte. Ich hatte gesehen, wie er diesen Perversling im Flugzeug gewürgt hatte; mir war bewusst, dass er mich entführt hatte; mir war bewusst, wie er mich berührte.

Aber aus irgendeinem Grund wollte ich ihm nahe sein, wenn er bei mir war – wollte ihn weiter berühren und mit ihm reden.

Ich wollte tatsächlich meinen Entführer kennenlernen.

Irgendetwas musste mit mir nicht stimmen. Warum bin ich so besessen von ihm?

Graysons Hände griffen nach meiner Taille und strichen entlang meiner Seite auf und ab. Er lehnte sich zurück, um mich anzusehen.

„Kommst du jetzt endlich zurück ins Bett?”

Ich wusste, dass ich Nein sagen sollte. Aber das wollte ich einfach nicht. So einfach war das. Ich wollte nicht Nein sagen.

Also sagte ich Ja.

Grayson lächelte und küsste mich noch einmal auf die Lippen. Er legte seine Hände unter meinen Hintern und stand auf, noch immer mit mir in seinen Armen.

Gott, ist der stark.

„Du kannst mich absetzen”, sagte ich, als er zurück zu dem Zimmer ging, in dem wir ursprünglich aufgewacht waren. „Ich kann selbst gehen.”

Er lehnte sich herab, sodass sein Mund mein Ohr berührte. „Das ist mir egal.”

Na gut.

Er betrat das Zimmer und setzte mich langsam in die Mitte des Bettes. Ich runzelte die Stirn, als er den Körperkontakt zu mir unterbrach. Er trat zurück und zog seine Jogginghose aus.

Ich beobachtete, wie sich seine Muskeln bewegten.

Ich schluckte. „Was machst du da?”

Er grinste. „Ich will nicht, dass mir heiß wird, während wir schlafen.”

Er kam langsam auf mich zu und hielt intensiv Blickkontakt mit mir. Er legte seine Hände auf meine Schulter und drückte mich auf meinen Rücken.

Er krabbelte auf mich.

„Du riechst viel zu gut”, sagte er und fuhr mit der Nase an meinem Hals auf und ab.

Ich konnte nicht antworten. Ich war überwältigt. Er gab mir einen kurzen Kuss auf die Lippen und sah mich dann an.

„Gehen wir schlafen, hmm?”

Ich nickte.