Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 808 - Eva Berger - E-Book

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 808 E-Book

Eva Berger

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Beschreibung

Wolfram Baron von Koldewey, der stolze Besitzer des prächtigen Gutes Buchenhöhe, geht einer mit allen Wassern gewaschenen Betrügerin auf den Leim, die ihn um Haus und Hof bringt. Als sie mit seinem Geld über alle Berge ist, kann es der sonst so bodenständige Baron selbst nicht mehr fassen, wie er auf ihr hübsches Gesicht hereinfallen konnte. Er hat Glück im Unglück, denn seine neue Nachbarin, eine reiche Erbin, ist bereit, das Gut zu kaufen, sodass er seine Schulden bezahlen kann, und ihn als Verwalter zu behalten. Selbst in seinem Haus kann er wohnen bleiben. Zuerst atmet Wolfram auf. Doch als er sich in die bezaubernde neue Besitzerin verliebt, begreift er, in welch eine vertrackte Lage er sich durch seine eigene Dummheit gebracht hat. Er kann niemals um die reiche Christiane werben, denn er ist bettelarm!

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Seitenzahl: 117

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

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Bis ans Ende aller Tage

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Impressum

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

Impressum

Bis ans Ende aller Tage

Was für Christiane mit großem Kummer begann

Wolfram Baron von Koldewey, der stolze Besitzer des prächtigen Gutes Buchenhöhe, geht einer mit allen Wassern gewaschenen Betrügerin auf den Leim, die ihn um Haus und Hof bringt. Als sie mit seinem Geld über alle Berge ist, kann es der sonst so bodenständige Baron selbst nicht mehr fassen, wie er auf ihr hübsches Gesicht hereinfallen konnte. Er hat Glück im Unglück, denn seine neue Nachbarin, eine reiche Erbin, ist bereit, das Gut zu kaufen, sodass er seine Schulden bezahlen kann, und ihn als Verwalter zu behalten. Selbst in seinem Haus kann er wohnen bleiben.

Zuerst atmet Wolfram erleichtert auf. Doch als er sich in die bezaubernde neue Besitzerin verliebt, begreift er, in welch eine vertrackte Lage er sich durch seine eigene Dummheit gebracht hat. Er kann niemals um die reiche Christiane werben, denn er ist bettelarm!

Wolfram von Koldewey nahm sich nicht die Zeit, die schmutzigen Reitstiefel auszuziehen, ehe er das Wohnzimmer betrat. Er hatte allerdings ein schlechtes Gewissen. Mamsell Lieschen hatte ihn nämlich schon oftmals darum gebeten.

Lieschen war auf Buchenhöhe so etwas wie eine Institution. Ihr Wort galt etwas, und im Allgemeinen richtete sich auch der junge Gutsherr danach.

Aber jetzt brannte er viel zu sehr darauf, die leider recht spärlich eintreffenden Briefe seines Bruders zu lesen. Er wog das schwere Kuvert lächelnd in seiner breiten Hand, der man ansah, dass sie zupacken konnte. Ganz sicher hatte Henning wieder einige Briefe zusammen abgeschickt. Wo er derzeit lebte, wurde die Post nicht täglich versendet.

Henning war Ingenieur, ein sehr begabter und trotz seiner jungen Jahre auch schon in Fachkreisen recht bekannter Ingenieur. Im Moment arbeitete er im tiefsten Afrika mit an einem Staudamm, der im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts entstand.

Beide Brüder hingen sehr aneinander. Eigentlich hätte Henning, der zwei Jahre älter war, einst das väterliche Gut übernehmen sollen, aber ihn zog es nicht sonderlich zur Landwirtschaft. Er interessierte sich mehr für Technik und hatte studiert.

So war Wolfram Gutsherr geworden und fühlte sich in dieser Rolle wohl. Er war ein etwas schwerfälliger, erdverbundener Mensch, der die Scholle und seine Heimat über alles liebte.

Wolfram warf sich in den nächsten tiefen Sessel und streckte seine Beine aus.

Selbst als sein Jagdhund Akko kam, seinen Herrn erwartungsvoll ansah und darauf wartete, gestreichelt zu werden, merkte es Wolfram nicht.

Akko musste nun kurz und mahnend bellen, da erst fuhr der Gutsherr leicht zusammen und blickte zur Seite.

»Ach, du bist es, mein Lieber«, sagte er und schmunzelte. Ihm machte es immer wieder Freude, wie es Akko verstand, seine Wünsche anzumelden.

»Na, komm her, mein Freund«, sagte Wolfram gutmütig.

Er streichelte das treue Tier. Akko genoss die Liebkosungen sichtlich.

»So, Akko, nun muss ich die Briefe von Henning lesen. Dabei störe mich bitte nicht«, sagte der junge Gutsbesitzer freundlich.

Der Hund schien seinen Herrn verstanden zu haben und legte sich zu dessen Füßen auf den Boden.

Wolfram sortierte die vier Briefe, die in dem Umschlag waren, nach Datum und vertiefte sich dann in deren Inhalt.

»Ich habe das Gehalt der letzten Monate wieder überwiesen. Ich brauche hier sehr wenig Geld, denn ich kann nichts kaufen. Du wolltest den Maschinenpark von Buchenhöhe erneuern. Ich bin froh, Dir dabei helfen zu können.

Falls ich später einmal daran denken werde, eine eigene Familie zu gründen, fordere ich eventuell einen Teil zurück. Aber ich schätze, bis dahin ist es noch eine Weile hin.

In einem halben Jahr wird dieses Projekt abgeschlossen sein, dann komme ich heim und ruhe mich in der Heimat aus. Ich habe etliche Monate Urlaub und Zeit, Buchenhöhe zu genießen. Ich freue mich schon darauf und auf ein Wiedersehen mit Dir, Wolfram.

Wie steht es eigentlich mit Dir? Ist in punkto Frau und Heirat inzwischen etwas in Sicht? Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich warte eigentlich von Brief zu Brief darauf, dass Du in der Beziehung irgendwelche Andeutungen machst. Du würdest dich gut als Ehemann und Familienvater machen, und die Damen in Deiner Umgebung wissen das sicher auch.

Du siehst gut aus, bist nicht unvermögend, sodass Du Deiner Zukünftigen ein angenehmes, schönes Leben bieten kannst. Du bist treu, verlässlich und häuslich ... Himmel, ich merke gerade, dass ich Dir schreibe, was Du viel besser weißt. Entschuldige, wenn ich aufdringlich oder gar taktlos war.

Vielleicht habe ich ein wenig Heimweh. Tagsüber denkt man nicht an zu Hause, da beansprucht die Arbeit volle Konzentration. Die Gedanken wandern nur am Feierabend in die Heimat zu Dir.

Um Dir eventuell aufkommende Sorgen zu nehmen, möchte ich Dir jedoch schreiben, dass ich mit meinem jetzigen Leben zufrieden bin und es liebe.«

Als Wolfram diesen Satz las, atmete er erleichtert auf. Er hatte tatsächlich schon befürchtet, Henning wäre krank vor Heimweh.

Er ließ den letzten Brief sinken. Er würde Hennings Post am Abend noch einmal in aller Ruhe lesen. Nun musste er erst einmal sehen, dass ihn Mamsell Lieschen nicht erwischte.

Seine Schuhe hatten Schutzspuren auf dem Teppich hinterlassen. Er war noch kurz vorher in den Ställen gewesen.

Als er sich gerade erheben wollte, stand Lieschen schon vor ihm.

Am liebsten wäre Wolfram unter ihren strafenden Blicken in ein Mauseloch gekrochen.

»Mamsell Lieschen, mein Bruder hat geschrieben.« Gottlob fiel ihm rechtzeitig ein, wie er Lieschen beruhigen konnte, bevor sie in Harnisch geriet.

»Henning?«, fragte die Alte auch sofort mit strahlenden Augen. Dann verbesserte sie sich, »Entschuldigen Sie, Herr, ich meine natürlich Baron Henning?«

Wolfram lachte herzlich.

»Mamsell, ich glaube, Henning hätte nichts dagegen, wenn Sie einmal nur seinen Vornamen nennen. Schließlich kennen Sie ihn vom ersten Tage an.«

»Und wenn schon«, protestierte Lieschen. »Er ist schließlich ein Herr und Baron und ich nur eine einfache Mamsell.«

Wolfram überging diesen Einwand.

»Ich soll Sie von meinem Bruder herzlich grüßen«, sagte er.

»Oh, vielen Dank auch«, erwiderte Lieschen errötend. »Wie geht es ihm denn?« Henning war schon immer ihr Liebling gewesen.

»Es geht ihm sehr gut.«

»Das freut mich. Soll ich Ihnen Kaffee kochen?«, fragte sie dann mit einem strafenden Blick auf die Schmutzspuren auf dem Teppich.

»Sehr gern. Ich komme gleich in die Küche.«

Lieschen stampfte davon, und Wolfram folgte ihr langsam und mit einem schlechten Gewissen.

Er seufzte. Henning könnte es sicher nicht passieren, dass er vor Lieschen kuschte. Henning war ein Draufgänger. Ihm liefen die Frauen nur so nach. Dabei behandelte er sie beileibe nicht immer rücksichtsvoll oder gar zärtlich. Aber er setzte sich bei ihnen durch.

Dennoch hatte Henning eine Enttäuschung hinnehmen müssen. Sein Bruder hatte nicht mit ihm darüber gesprochen, dennoch war es ihm selbstverständlich nicht verborgen geblieben.

Ein junges Mädchen hätte Henning dazu gebracht, sein unstetes Leben aufzugeben und in Deutschland zu arbeiten. Aber sie war ein flatterhaftes Geschöpf gewesen und konnte nicht treu sein.

Henning hatte sich unverzüglich von ihr getrennt. Jenes junge Mädchen hatte sich anschließend weinend an Wolfram gewandt, ihm doch die Adresse des Bruders zu geben. Sie hatte bereut, was sie getan hatte. Aber da es Henning seinem Bruder verboten hatte, unterließ er es selbstverständlich.

Wolfram befürchtete, dass Henning diese Enttäuschung nicht so schnell überwinden würde und in jeder Frau jenes Mädchen Lily sehen würde.

Nach Feierabend vertiefte sich Wolfram erneut in Hennings Briefe.

Als er jene Stelle des Briefes las, in der sich Henning über ihn in Bezug auf seine Rolle als zukünftiger Ehemann ausließ, schmunzelte Wolfram.

Er fragte sich, ob es Gedankenübertragung gab. Dann müsste nämlich sein Bruder fühlen, dass es neuerdings in seinem Leben eine junge Dame gab, die ihm etwas bedeutete. Sie wusste noch nichts von ihrem Glück, und er war sich nicht sicher, ob er bei ihr Gehör finden würde.

Evelin war so einmalig, so vollkommen, dass er sich ihr gegenüber wie ein Tölpel vorkam.

»Evelin«, murmelte er zärtlich vor sich hin.

Er hatte sie neulich kennengelernt. Sie hatte ihn nach dem Weg gefragt.

Ihre Stimme erinnerte ihn an das Zwitschern eines Vogels. Sie war so zart und wirkte zerbrechlich wie eine Porzellanpuppe.

Ihr langes kupferfarbenes Haar glänzte im Sonnenlicht wie Gold. Ihre blauen Augen erinnerten an einen tiefen See.

»Du kommst ins Träumen, alter Junge«, murmelte Wolfram von Koldewey und strich sich über die Stirn. Jawohl, er träumte und schwärmte wie ein verliebter Primaner von Evelin. Dass es solche überirdisch schönen Frauen gab, erschien ihm wie ein Wunder.

Er hoffte, sie morgen wiederzusehen.

♥♥♥

Evelin Bork steckte sich eine Zigarette mit der anderen an. Sie war übernervös. In der letzten Zeit ging in ihrem Leben wieder einmal alles schief.

Eigentlich war sie anfangs gut in das Immobiliengeschäft hineingekommen und hatte sogar etliche Projekte verkauft. Leider war ihr das Geld immer wieder zwischen den Fingern zerronnen. Sie wusste wahrlich nicht, woran das lag.

Sicher, der Brillantring war nicht billig gewesen! Aber wenn man ein gutes Geschäft getätigt hatte, musste man sich dafür auch belohnen. Nur das hatte sie getan.

Der Pelzmantel war nötig gewesen, um ihren Kunden zu zeigen, dass sie es mit einer erfolgreichen Geschäftsfrau zu tun hatten. Und ein teurer Wagen diente schließlich nur dem gleichen Zweck, überlegte Evelin. Von einer unnötigen Ausgabe konnte man da also nicht sprechen.

Wenn die Geschäfte weiterhin so gut gelaufen wären, wäre ja auch alles glattgegangen. Aber sie waren nicht gut gelaufen. Das teure Büro musste unterhalten werden. Sie selbst hatte ja auch nicht in einer Bude unterschlüpfen können.

Sicher, ihre Wohnung war sehr luxuriös, aber nicht besonders groß. Ein Wohnzimmer, Schlafzimmer, Diele, Küche und Bad musste schließlich jeder Mensch zum Leben haben. Wenn nur nicht die Miete so jämmerlich hoch wäre.

Und dann das Finanzamt! Die Beamten, die dort hinter ihrem Schreibtisch saßen, hatten keine Ahnung vom Leben einer hart arbeitenden Geschäftsfrau. Sie diktierten ihren Sekretärinnen ihre Mahnbriefe und drohten fürchterliche Strafen an, falls die Zahlung nicht pünktlich eintraf.

So hatte Evelin sich schließlich sehr eingeschränkt und sogar auf ihre Mitarbeiterin verzichtet. Eigentlich hatte sie sie nicht entlassen, sie war vielmehr von allein gegangen und hatte sogar die Unverschämtheit besessen, zum Amt zu gehen.

Als ob sie, Evelin Bork, ihr nicht sofort das restliche Geld gezahlt hätte, wenn sie dazu fähig gewesen wäre. Aber da sie selbst kein Geld hatte, konnte sie auch ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.

Weil Evelin von allen möglichen Menschen und Behörden gejagt wurde, jeder von ihr Geld haben wollte, hatte sie sich erst einmal abgesetzt.

Auf dem Lande war das Leben gottlob billig, und hier beruhigten sich ihre überreizten Nerven wieder. Dann konnte sie weitersehen. Schließlich hatte sie schon des Öfteren in der Klemme gesteckt. Es hatte sich immer ein Ausweg gefunden. Vielleicht hatte er sich auch dieses Mal bereits gezeigt.

Wie ein Blitz durchzuckte es Evelin plötzlich, und sie sah vor ihrem geistigen Auge jenen Menschen, der auf sie sehr bieder und langweilig gewirkt hatte.

Wie hieß er doch noch gleich? Jetzt fiel es ihr wieder ein. Baron von Koldewey! Der Mann schein auf Anhieb von ihr begeistert gewesen zu sein, sonst hätte er sie nicht unter einem Vorwand in dem entsetzlichen »Dorfkrug« aufgesucht.

Natürlich hatte sie ihm nicht auf die Nase gebunden, warum sie in dem Nest abgestiegen war.

Ländliche Idylle, gesunde Luft, Ruhe und Liebe zur Natur, das waren gute Argumente, hinter denen man sich verstecken konnte. Und der Trottel schien dieses Gerede auch geglaubt zu haben.

In wesentlich gehobener Stimmung erreichte Evelin Bork den Krug.

Die freundliche, dicke Wirtin kam ihr schon entgegengeeilt.

»Guten Tag, Fräulein Bork. Sie kommen tatsächlich zurück? Herzlich willkommen! Ich wünsche Ihnen bei uns einen angenehmen Aufenthalt.«

Evelin Bork setzte ihr liebenswürdigstes Lächeln auf. Es war ratsam, sich mit dieser Frau gut zu stellen. Sie konnte ihr noch von großem Nutzen sein.

»Danke, liebe Frau, ich bin davon überzeugt, dass ich mich hier prächtig erholen werde. Aber wie konnten Sie daran zweifeln, dass ich wiederkomme? Ich hatte es doch versprochen, war vorher gewissermaßen nur auf der Durchreise und bin nur noch einmal nach Hause gefahren, um mein Gepäck zu holen.«

Das hatte sie bei Nacht und Nebel getan. Alles Wertvolle, das in ihrem Besitz war, hatte sie bei sich. Wenn nun ihre Wohnung aufgebrochen wurde, würde man nichts mehr finden, was sich zu pfänden lohnte. Nur gut, dass ihr Kofferraum so groß war, so hatte sie alle Koffer mitbekommen.

»Nichts für ungut, gnädiges Fräulein«, entgegnete die Wirtin verlegen. »Sie sind schließlich eine elegante, reiche Dame, und wir führen nur ein bescheidenes Haus.«

»Untertreiben Sie nicht. Sie haben sehr nette Zimmer und kochen sehr gut. Bei Ihnen muss man sich wohlfühlen.«

»Wenn Sie es so sehen. Ich trage Ihnen gleich die Koffer mit auf Ihr Zimmer«, bot sie eifrig an.

Evelin dachte an den Pelzmantel, der in dieser Jahreszeit wahrlich fehl am Platze war. Sie hatte ihn noch auf die Gepäckstücke gelegt.

»Später, Frau Krause, jetzt habe ich erst einmal Hunger. Was gibt es denn Gutes?« Sie wusste, wie sie die Wirtin ablenken konnte.

»Sauerbraten mit Klößen.«

»Wunderbar, das esse ich besonders gern«, freute Evelin sich, obwohl sie die französische Küche bei Weitem vorzog.

Später schmeckte es ihr dann doch recht gut. Sie hatte in ihrer Wohnung nämlich nur noch etliche Scheiben Knäckebrot gehabt und sie am Morgen lustlos gegessen.

Gottlob hatte die Wirtin in der Küche zu tun. Der Krugwirt musste bedienen. So konnte Evelin unbemerkt ihre Koffer und Taschen aufs Zimmer tragen.

Die Wintersachen und die Abendgarderobe packte sie nicht aus, verschloss jene Koffer aber sorgfältig. Schließlich gab es viele neugierige Wirtinnen. Sie wusste nicht, wozu diese Frau Krause gehörte.

Vor ihren Häschern war sie erst einmal sicher. Hier würde sie bestimmt niemand vermuten.

♥♥♥

Jetzt konzentrierte Evelin sich auf ihren Schlachtplan. Um diese Zeit war die Gaststube leer, und Frau Krause war zu einem Schwatz bereit.

Selbstverständlich gab die Wirtin bereitwillig Auskunft.

»Ja, im Dorf gibt es einige Großbauern. Dann haben wir aber auch Familien, die eine zu kleine Landwirtschaft haben, um davon leben zu können. Die Männer fahren in die Stadt und arbeiten dort.«

»Gibt es hier auch Güter?«

»Freilich. Buchenhöhe ist ganz in der Nähe, andere Güter liegen etwas weiter entfernt.«

»Tatsächlich?«