Eigentum des Teufels - Fel Fern - E-Book

Eigentum des Teufels E-Book

Fel Fern

0,0
4,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Als halber Werwolf und halber Telekinetiker wird Santino Moreno aus gutem Grund der Teufel genannt. Tödlich in einem Kampf und gefährlich verführerisch im Bett, hat niemand es jemals geschafft, ihn zu zähmen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, seine Schwester zu heilen, rettet Santino den Rotluchs-Wandler Zack, einen Heiler, und dessen Gruppe von Außenseitern vor Paranormale hassenden Menschen und erlaubt ihnen, im Devil Hills-Rudelgebiet zu bleiben. Etwas an Zack spricht Santinos Wolf an, und er kann die starke Anziehungskraft zwischen ihnen nicht leugnen. Zack hat alles getan, um die Überreste seiner dezimierten paranormalen Gemeinschaft zu retten. Er belügt sogar das mächtigste Werwolf-Rudel des Landes, um seine Leute zu retten, aber seine Täuschung wird immer durchschaubarer, je mehr Zeit er mit Santino verbringt. Zack hat sein altes Zuhause verloren, aber kann er seinen Platz im Devil Hills-Rudel finden und es schaffen, seinen Tanz mit dem Teufel zu überleben? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 38.000 Wörter

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Epilog

ÜBER FEL FERN

LESEPROBE:

Eigentum des Teufels

Als halber Werwolf und halber Telekinetiker wird Santino Moreno aus gutem Grund der Teufel genannt. Tödlich in einem Kampf und gefährlich verführerisch im Bett, hat niemand es jemals geschafft, ihn zu zähmen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, seine Schwester zu heilen, rettet Santino den Rotluchs-Wandler Zack, einen Heiler, und dessen Gruppe von Außenseitern vor Paranormale hassenden Menschen und erlaubt ihnen, im Devil Hills-Rudelgebiet zu bleiben. Etwas an Zack spricht Santinos Wolf an, und er kann die starke Anziehungskraft zwischen ihnen nicht leugnen.

Zack hat alles getan, um die Überreste seiner dezimierten paranormalen Gemeinschaft zu retten. Er belügt sogar das mächtigste Werwolf-Rudel des Landes, um seine Leute zu retten, aber seine Täuschung wird immer durchschaubarer, je mehr Zeit er mit Santino verbringt. Zack hat sein altes Zuhause verloren, aber kann er seinen Platz im Devil Hills-Rudel finden und es schaffen, seinen Tanz mit dem Teufel zu überleben?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 38.000 Wörter

FEL FERN

Eigentum des Teufels

Die Devil Hills-Wölfe 3

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Devil’s Property“:

Fel Fern

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für meine großartigen Leser. Ihr ermutigt mich immer, weiter zu schreiben.

Prolog

20 Jahre zuvor

„Hey, wir werden bald einen Unterschlupf finden“, flüsterte der siebenjährige Santino dem Bündel zu, das in der Innentasche des Laborkittels steckte, den er einem der im Labor arbeitenden Wissenschaftler abgenommen hatte.

Müde silberne Augen, die seinen ganz ähnlich waren, sahen ihn an. Seine kleine Schwester sah in Wolfsform so winzig aus, und sie wog kaum etwas. Vor drei Tagen hatte sie aufgehört, sich in die menschliche Form zurück zu verwandeln, und sich stattdessen dafür entschieden, in Tierform zu bleiben. Das hinderte die Wissenschaftler jedoch nicht daran, die Injektionen fortzusetzen.

Santino knirschte mit den Zähnen und blickte über die Schulter, nur um sicherzugehen, dass sie nicht verfolgt wurden. Sobald er größer und stärker geworden war, würde er diese fiesen Menschen für die Hölle bezahlen lassen, die sie ihm und seiner Schwester bereitet hatten. Sie waren im Labor erschaffen worden, hatten nicht einmal Namen bekommen. Die Putzfrau, die manchmal die Böden in den Käfigen fegte, in denen alle Exemplare des Kreuzungsprogramms gehalten wurden, hatte ihre Nummern durch Namen ersetzt.

Sabine kauerte in seinem Kittel. Sein Magen knurrte. Zweifellos war sie noch viel hungriger als er. Als sie sich geweigert hatte, wieder zu einem Menschen zu werden, begannen die Wissenschaftler, ihr Essen zu verweigern, aber sie beschwerte sich nicht, weil sie wusste, welche Risiken er eingegangen war. Santino hatte von einigen tratschenden Laboranten über Devil Hills gehört. Nachdem er das Labor verlassen hatte, war er mit einem Lastwagenfahrer mitgefahren und hier ausgestiegen. Das örtliche Wolfsrudel, das das Gebiet regierte, nahm angeblich Paranormale auf.

Die Techniker hatten erwähnt, dass es eine Gemeinschaft war, die von anderen Paranormalen, nämlich Wandlern, geleitet wurde. Santino war sich nicht sicher, ob sie hier willkommen waren. Es war egal. Er hatte nicht vor, lange zu bleiben. Santino und seine Schwester waren keine wahren Werwölfe, sondern eine seltsame Mischung aus Wolf und Esper. Schlimmer noch, sie waren in einem Reagenzglas hergestellt worden, nicht natürlich geboren.

Blitze flackerten im Hintergrund. Santino fluchte und hörte das Donnergrollen, das folgte. Er sah sich um. Nichts als hohe Bäume und ein unwegsames Gelände starrte ihn an. Der Wind traf sein Gesicht und seinen Rücken, aber er bewegte sich weiter vorwärts, obwohl seine nackten Füße zu schmerzen begannen.

Er könnte sich in Wolfsform verwandeln, aber er war nicht groß genug, um Sabine zu tragen. Außerdem war sie jetzt zu schwach, so ausgehungert, dass sie kaum für sich selbst jagen könnte. Sobald er einen Platz gefunden hatte, um sich auszuruhen, würde Santino etwas für sie jagen.

Schlamm bedeckte seine Knöchel. Der Regen begann wie aus einem Sturzbach zu fallen. Ein Frösteln drang durch seine Haut. Er drückte Sabine näher an seine Brust, wollte nicht, dass sie sich erkältete. Dort. Er kniff die Augen zusammen, aber es gab keinen Zweifel. Eine Höhle mit einem Eingang, der breit genug war, um hineinzukriechen, aber für einen Erwachsenen wäre es schwierig. Santino eilte hinüber.

Als er drin war, stieß er einen Atemzug aus. Dank seines Werwolf-Blutes konnte er im Dunkeln gut genug sehen. Es gab ein paar Felsen, das Skelett eines kleinen Beutetieres in der Nähe, aber ansonsten war die Höhle leer. Er nahm seine Schwester aus der großen Tasche.

Zuerst geriet er in Panik, als er sah, dass ihre Augen geschlossen waren, entspannte sich aber, als er das Auf und Ab ihrer Brust sah. Er legte sich auf den Boden, immer noch frierend und hungrig, aber wenigstens musste Santino am nächsten Morgen nicht in den vertrauten vier Wänden seiner Zelle aufwachen. Er legte Sabine neben sich, streckte die Hand aus und streichelte ihr Fell.

Im Labor hatten die Wissenschaftler schon früh erkannt, dass es eine effektive Bestrafung war, sie gegeneinander einzusetzen.

„Es wird alles gut“, sagte er ihr. Er hatte geflüstert, war immer noch nicht an die Freiheit gewöhnt, daran, sprechen zu können, ohne Angst zu haben, dass die Wachen ihn hörten. „Morgen, sobald der Regen aufgehört hat, hole ich uns etwas zu essen. Wirst du bis dahin stark bleiben?“

Sie wimmerte ihn zustimmend an und rollte sich an seinem Arm zusammen. Santino fragte sich, ob sie jemals wieder zu ihrer menschlichen Gestalt zurückkehren würde. Wut durchfuhr ihn. Diese Wissenschaftler hatten ihr das angetan, sie so sehr bedrängt, dass sie lieber in Tierform blieb. Nein, Santino weigerte sich zu glauben, dass sie so bleiben würde, für immer ein Wolf.

Er schlief ein, während er über kreative Wege nachdachte, wie er es diesen menschlichen Monstern heimzahlen könnte.

* * * *

Santino wachte auf, als sein innerer Wolf ihn vor Gefahr warnte. Er roch sie sofort. Der moschusartige Geruch von Wölfen. Kiefern. Andere. Werwölfe, erkannte er. Er rappelte sich auf und versuchte seine Schwester zu schütteln, aber er fand sie nicht.

„Sabine!“, schrie er erschrocken und sah sich in der Höhle um.

Nicht da. Santino kroch aus der Höhle, obwohl er die Anwesenheit von anderen Wandlern in der Nähe spürte. Er knirschte mit den Zähnen. Auf gar keinen Fall würde er sie Sabine mitnehmen lassen. Santino eilte aus der Höhle, bereit, jeden Feind in Stücke zu reißen, aber der schwarzhaarige, schwarzäugige Junge ließ ihn erstarren.

Der Junge hielt Sabine neugierig hoch.

„Lass sie gehen“, platzte Santino heraus und ballte seine Fäuste.

Wenn er sich jetzt verwandeln würde, wäre der Junge schnell genug? Da Sabine so schwach war, würde sie keinen Widerstand mehr leisten. Santino hatte das Gefühl, dass dieser seltsame Junge, der eine beherrschende Aura um sich hatte, keine leichte Beute sein würde. Sogar sein Wolf hatte das bemerkt.

„Wer bist du? Ist sie deine Freundin?“, fragte der Junge und musterte ihn und Sabine näher. „Nein, seid ihr Geschwister?“

„Lass Sabine gehen. Zwing mich nicht dazu, mich zu wiederholen.“

„Sabine? Das ist ihr Name? Sie ist nur Haut und Knochen. Fütterst du sie nicht ordentlich?“

Bei diesen Worten biss Sabine in seinen Daumen. Der Junge schrie auf, als sie von ihm wegsprang, aber er erholte sich schnell und hob sie wieder in seine Arme.

„Hey, das war nicht nett. Ich werde dir oder deinem Bruder nicht wehtun“, sagte der Junge.

Santino versteifte sich, als andere erwachsene Werwölfe sich ihnen näherten. Waren der Junge und die anderen Wandler Teil des Rudels, das diesen Bereich beherrschte? Wie konnte er Sabine und sich selbst hier wegbringen? Bleib, sagte sein innerer Wolf ihm. Warte.

Auf was wollte sein Wolf warten?

„Wenn du das meinst, lass sie gehen“, schnappte Santino. „Wir wollen keine Probleme.“

„Dieses Land gehört dem Wolfsrudel von Devil Hills, dem Rudel meines Vaters, und in Zukunft wird es auch mir gehören“, sagte der großspurige Junge.

„Wie ist dein Name?“, fragte er, denn er wollte wissen, wie er seinen Feind ansprechen sollte. War dieser Junge, der eine Wildheit in sich hatte und einen mächtigen Wolf, der eines Tages eine furchtbare Naturgewalt werden sollte, sein Feind?

Nein, das nicht, aber das Wort „Freund“ schien auch nicht zu passen, denn dieser Junge mit dem verborgenen und wilden Feuer in seinen schwarzen Augen rief seinen Wolf, seine Seele, so wie niemand sonst es tun konnte. Santino vertraute jedoch keinen Fremden, auch wenn dieser Junge nicht wie die grausamen Menschen war, die ihn und seine Schwester als ihr Eigentum sahen.

„Deacon Becker“, sagte der Junge, als ob Santino das wissen sollte.

Deacon setzte Sabine ab und zu Santinos Überraschung veränderte sie ihre Form, was ein wenig schmerzhaft mitanzusehen war, da sie es seit einer Weile nicht mehr getan hatte.

Sie stolperte und fiel auf die Knie, wahrscheinlich weil sie es nicht gewohnt war, dass ihre menschlichen Füße so lange in Wolfsform waren. Santino ging zu ihr, legte seine Hände auf ihre dünnen Schultern und verzog das Gesicht beim Anblick des langen und verfilzten Haars und der alten Narben auf ihrem Rücken, die seinen so glichen.

Deacon kniete nieder und streckte seine Hand nach seiner Schwester aus. Er spannte sich an, aber Deacon strich nur über ihre Haare. Seine sanfte Seite überraschte Santino.

„Du bist bei mir in Sicherheit. Ihr beide seid es. Ich werde euch beschützen. Ihr könnt Teil meines Rudels sein“, sagte Deacon.

Rudel. In der wissenschaftlichen Einrichtung war Santino über die Wandler-Kultur unterrichtet worden, weil die Menschen geplant hatten, in Zukunft Hybride wie sie als Waffen zu verwenden. Rudel waren etwas, wo Gruppen von Wandlern in einer Hierarchie lebten, es war ein Zuhause, so wie dieses Land ein Zuhause für Deacon und die anderen Werwölfe darstellte. Zuhause war ein weiteres Wort, mit dem er nicht vertraut war, denn alles, was Santino je gekannt hatte, war eine viereinhalb Quadratmeter große, fensterlose Zelle.

„Sicherheit?“, wiederholte Sabine und sah Santino zur Bestätigung an.

Sie streckte ihm ihre winzigen Finger entgegen, also ergriff er sie, erleichtert, ihre menschlichen Finger wieder zu spüren. Santino würde nicht wissen, was er tun sollte, wenn er sie an ihren Wolf verlor. Wenn sie sich nie wieder zurückverwandelte, würde sie wild werden und ihn in dieser elenden Welt allein lassen.

Abgesehen davon, dass diese Welt interessant zu werden schien, nachdem sie Deacon getroffen hatten, der Santino anbot, wovon er in seiner Zelle kaum zu träumen wagte. Ein Rudel, ein sicherer Ort für ihn und seine Schwester. Ein Zuhause. Er konnte sich selbst sehen, wie er in diesen Wäldern lebte. Ohne Mauern, die ihn einschlossen, konnte er frei herumlaufen. Niemand würde ihnen jemals wieder Ketten oder Halsbänder anlegen, niemand würde sie kontrollieren.

„Ja. Ich bin ein Einzelkind, aber ich wollte schon immer Geschwister haben“, sagte Deacon und reichte ihr eine Hand, ihnen beiden. „Was sagt ihr?“

Kapitel 1

„Onkel Tino“, rief eine Mädchenstimme Santino, der langsam wach wurde. Sein Nacken und sein Rücken fühlten sich steif an und erinnerten ihn daran, dass er wieder auf dem Stuhl eingeschlafen war.

Manchmal hielt Santino, wenn er morgens aufwachte, immer noch Ausschau nach möglichen Fluchtwegen und einer Fluchtmöglichkeit. Obwohl er jetzt ein erwachsener Werwolf war, ein Vollstrecker für das Devil Hills-Wolfsrudel, waren noch immer einige Narben aus seiner Kindheit zurückgeblieben. In diesem halbwachen, halbschlafenden Zustand fragte sich Santino, ob er in seiner Zelle aufgewacht war, ob alles, das Leben, das er bis dahin gelebt hatte, nur der wilden Fantasie eines Gefangenen entsprungen war.

Er öffnete seine silbernen Augen und sah, wie seine Nichte Sylvia zu ihm aufblickte, ein besorgter Ausdruck auf ihrem fünfjährigen Gesicht. Die meiste Zeit stürzte sie sich in Wolfsform auf ihn, um ihn aufzuwecken. Sylvia konnte manchmal ein wilder kleiner Dämon sein. Santino liebte seine Nichte wie seine eigene Tochter, und es beunruhigte ihn, dass sie sich zurückzog, sich besser benahm, nachdem Sabine ins Koma gefallen war.

Santino blickte über Sylvias Schulter und sah, dass Sabine noch in derselben Schlafposition war. Nur das Heben und Senken ihrer Brust und der stete Herzschlag beruhigten ihn, dass sie am Leben war, nicht irgendwie in den Tod hinübergeglitten war, während er geschlafen und von der Vergangenheit geträumt hatte.

„Ist etwas passiert?“, fragte er und stand auf, um sich zu strecken.

„Deacon ist mit Frühstück unten“, sagte Sylvia aufgeregt. „Will mit dir reden, Onkel Tino.“

„Gut, lass uns nach unten gehen“, sagte er zu ihr, während er sie aus dem Zimmer steuerte, dem Schlafzimmer, das Sabine mit ihrem verstorbenen Gefährten Alex geteilt hatte. Sylvia warf ihrer Mutter einen letzten besorgten Blick zu.

„Wird Mama bald aufwachen?“, fragte sie und zog an seiner Hand.

Sein Herz brach jedes Mal, wenn er diese Frage hörte.

„Das wird sie. Sie wird dich nicht verlassen“, sagte er, denn seine Schwester hatte versprochen, lange genug am Leben zu bleiben, um Sylvia aufwachsen zu sehen.

Wandler paarten sich auf Lebenszeit, und meistens folgten sie, wenn ihr Seelenverwandter starb, bald darauf. Deacon und er hatten sie überzeugt, Sylvia zuliebe weiterzuleben, aber wie viele Chancen hatte eine Person zu leben?

Santino hatte sich das schon oft gefragt. Sabine hatte eine Kugel in den Kopf bekommen, die für den Gefährten des Alphas bestimmt war. Der Rudelheilerin war es gelungen, die Silberkugel zu entfernen, aber Sabine war noch nicht aufgewacht. Das war der Grund, warum Deacon und er darüber gesprochen hatten, nach anderen Möglichkeiten zu suchen.

Er hoffte, dass der Alpha ihm gute Nachrichten brachte.

Sie gingen in die Küche, wo sie Deacon und seinen Esper-Gefährten Daryl fanden. Santino hatte die Vereinigung zuerst nicht gutgeheißen, besonders da er das Paarungsband für einen Fluch gehalten hatte. Wenn ihre Feinde nämlich Daryl erwischten und töteten, würden sie gleichzeitig den Alpha der Devil Hills-Wölfe erledigen.

„Ich habe Onkel Tino aufgeweckt“, verkündete Sylvia und sprang mit einem Lächeln im Gesicht auf das Alpha-Paar zu.

Für Deacon und Daryl sah Sylvia vielleicht unverändert aus, aber Santino wusste, dass sie ihr Bestes gab, um stark zu sein. Wenn es eine Sache war, die sie beide gemeinsam hatten, war es die Tatsache, dass sie gut darin waren, zu verbergen, wie sie sich wirklich fühlten, um ihre Lieben zu beschützen.

„Gute Arbeit“, sagte Daryl und zauste ihre Haare. Als ob er spürte, dass Santino und Deacon reden mussten, nahm er einen Teller für Sylvia und gab Pfannkuchen, Speck und extra Sirup darauf, bevor er sie ins Wohnzimmer führte.

Santino schnappte sich eine Tasse Kaffee und verzog das Gesicht bei dem bitteren Geschmack. Wenn seine Schwester Kaffee machte, schmeckte er normalerweise nicht grässlich.

„Daryl sagt, dass meine Fähigkeiten beim Kaffeekochen besser werden“, sagte Deacon stolz.

Er schluckte und brachte hervor: „Daryl ist nett.“ Deacon kicherte, dann wurde sein Gesicht ernst. „Gute Nachrichten oder schlechte?“, fragte Santino.

Deacon sagte es immer geradeheraus und Santino war mental auf schlechte Nachrichten vorbereitet. Der Alpha seufzte. „Weder die paranormalen Gemeinschaften von Red Sky noch die von Blue Tooth sind bereit, ihre Heiler in unser Gebiet zu schicken.“

Santino knurrte. „Wir haben diesen Wichsern in der Vergangenheit schon oft genug geholfen. Sollten Verbündete nicht den Gefallen erwidern?“

„Santino“, sagte Deacon langsam in seiner älterer Bruder-Stimme, die Santino manchmal verärgerte.

Das war in Ordnung, Santino konnte mit Deacon umgehen, wenn der die Rolle des großen Bruders spielte. Wenn Deacon jedoch die Rolle des Alphas einnahm, konnte Santino seinen Befehlen nicht widersprechen. Als Deacon Sabine und ihn vor Jahren gefunden hatte, auf der Flucht und um ihr Leben fürchtend, hatte der Alpha ihnen Schutz und einen Ort versprochen, den sie ihr Zuhause nennen konnten.

Im Gegenzug hatten sie ihm ihre unnachgiebige Loyalität versprochen. Selbst wenn Lance, der Rudel-Beta, und der Rest von Deacons Vollstreckern sich von ihm abwenden sollten, würden sie immer an Deacons Seite bleiben.

„Du weißt, wie wertvoll Heiler sind“, sagte Deacon schließlich.

Santino wusste es. Sabines Gefährte war ein Heiler gewesen, und es hatte lange gedauert, bis ein Ersatz für Alex gefunden worden war. Elaine, ihre derzeitige Heilerin, war glücklicherweise nicht so leichtsinnig wie Alex, aber Elaine hatte alles für Sabine getan, was sie tun konnte. Während Elaine Sabines physische Wunden heilen konnte, weigerte sie sich, ihren Verstand anzurühren.

„Sowohl die Heiler von Red Sky als auch die von Blue Tooth haben Erfahrung mit einem Fall wie Sabine“, sagte er schließlich. Santino hatte diese Information von ihren Verbündeten erhalten.

Santino wollte nicht aufgeben.

„Laut den Berichten der Bussard arbeitete der Heiler von Red Sky mit einem Esper-Empathen, um einen Soldaten aufzuwecken, der seit Wochen im Koma lag. Wir haben einen Empathen“, sagte Santino und bezog sich dabei auf Daryl. „Einen verdammt mächtigen. Alles, was wir brauchen, ist, dass diese Heiler physisch hier sind, oder ich kann Sabine zu ihnen bringen.“

Deacon betrachtete ihn. Der Alpha wusste das genauso gut wie er, ließ es ihn aber wiederholen, denn vielleicht wusste Deacon, dass er es laut sagen musste. „Santino“, zögerte Deacon. „Du weißt, dass das unmöglich ist.“

Er stieß ein bitteres Lachen aus. Die Devil Hills-Gemeinschaft mochte diese anderen beiden Gemeinschaften als Verbündete betrachten, aber jede paranormale Gruppe blieb beschützend gegenüber ihren eigenen Mitgliedern. Sie würden niemals einen Außenseiter hereinlassen, besonders nicht einen Vollstrecker mit einem düsteren Ruf wie ihn. Santino kannte die Spitznamen, die die anderen Rudelmitglieder seiner Schwester und ihm gegeben hatten: der Geist und der Teufel.

Santino hatte nichts dagegen, er hielt es für ein Kompliment, der Teufel genannt zu werden, aber nicht jetzt, nicht, wenn sie ihm den Zutritt verweigerten, wegen dem, was er war.

„Sie haben sich geweigert, ein Monster wie mich in ihr Gebiet zu lassen?“, fragte er mit einer spöttischen Stimme.

Sein Wolf war vor Wut in ihm verstummt. Seine Lippen zuckten und er ballte seine Fäuste an seiner Seite. Selbst als er aufgewachsen war, waren seine Schwester und er anders gewesen als die anderen Rudelmitglieder. Andere Wandler fürchteten sie, obwohl er nie ganz verstand warum. Nur Deacon verstand sie.

„Nein, nicht wegen dir, sondern wegen mir.“

Santino blinzelte und zügelte seine Wut. „Was?“

„Ich habe mehr Außenseiter in unser Territorium gelassen, Leuten Zuflucht gewährt, die Esper sind oder Verwandte von Espern die vor der Menschen-Zählen-Regierung fliehen, aber die anderen Gemeinden betrachten sie als Außenseiter. Red Sky und Blue Tooth betrachten mich auch als zu … progressiv.“

Santino war Teil der Gruppe gewesen, die dieser Entscheidung anfangs widersprochen hatte, insbesondere angesichts dessen, was in der Vergangenheit mit dem Rudel passiert war. Deacons Vater, der frühere Alpha, konnte das Rudel während seiner Zeit kaum zusammenhalten. Der alte Alpha hatte zu viele Flüchtlinge in ihr Gebiet gelassen.

Infolgedessen war einer dieser Flüchtlinge zum Verräter geworden und ließ die Paranormale hassenden Menschen in das Territorium eindringen. Sabine und er waren dort gewesen, als der größte Teil des Rudels dezimiert wurde, wobei Massaker ein besseres Wort war. Deacon nahm die Position des Alphas in einem sehr jungen Alter ein und baute das Rudel von Grund wieder auf.

Deacon war stärker, schlauer als sein Vater und in der Lage, die harten Entscheidungen zu treffen, die niemand sonst treffen konnte. Er lud andere paranormale Gruppen nach Devil Hills ein und wählte ihre Verbündeten sorgfältig aus. Er stellte sicher, dass er sich mit ihnen verbündete, und dass das Devil Hills-Gebiet nicht nur die Heimat des Werwolf-Rudels war, sondern auch einer Gruppe von Bussarden, Vampiren und anderen kleineren Gruppen, die seinem Ruf folgen würden ohne zu zögern, wenn das Gebiet angegriffen wurde.

Santino schüttelte den Kopf.

„Wenn du sie nicht hereingelassen hättest, hättest du Daryl nicht getroffen, und Forrest hätte seinen Gefährten nicht getroffen“, antwortete er und bezog sich dabei auf den jüngsten Vollstrecker im Rudel.

Daryl Rush machte ihren Alpha nicht schwach, wie er anfangs gedacht hatte, sondern der Esper hatte sich als wunderbare Ergänzung erwiesen. Daryl bildete das fehlende Stück im Herzen des Alphas, und durch seine Freundlichkeit fürchteten sich andere unterwürfige und schwächere Rudelmitglieder nicht mehr, sich Deacon zu nähern, um über ihre Probleme zu reden.

„Ich bereue die Entscheidung nicht, auch wenn es bedeutete, mit weiteren Leuten dieser Disziplinartruppe zu tun zu haben“, sagte Deacon.

Santino unterdrückte ein Knurren. Er hasste das Einsatzkommando der Menschen-Zählen-Leute, das dafür verantwortlich war, Paranormale mit Leidenschaft zu fangen oder zu töten.

---ENDE DER LESEPROBE---