Endstation Dodge City - Larry Lash - E-Book

Endstation Dodge City E-Book

Larry Lash

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Beschreibung

Auf dem Weg ins raue Dodge City schweißt ein Überfall die Passagiere der Stagecoach zusammen und bald zeigt sich, dass sie eine verschworene Gemeinschaft bilden. Obwohl jeder mit eigenen Zielen zu der großen Stadt am Herdentrail unterwegs ist, halten alle fünf auch in der Endstation Dodge City zusammen, um sich gegen die verbrecherischen Elemente zu behaupten, die auch für den Postkutschenüberfall verantwortlich waren. Denn sie sind Texas-Männer! Kerle, die den Tod nicht fürchten! Don de Ferris, der alle Fäden dieser lasterhaften Stadt in der Hand hat, und die Dunne-Brüder, die mit rauchenden Revolvern seine Befehle ausführen, spüren bald heftigen Gegenwind. Robinson, Francis, Fonda, Young und Jones, die Texaner, sind fest entschlossen, den Kampf bis zum Ende auszutragen und ihr Leben dafür einzusetzen. Die verblüfften Bürger von Dodge City empfinden wieder Hoffnung: Sind die Tage von Gesetzlosigkeit und Gangsterherrschaft endlich gezählt?

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Larry Lash

Endstation

Dodge City

Western-Edition

Impressum

Neuausgabe

Copyright © by Authors

© Copyright dieser Lizenzausgabe by XEBAN-Verlag.

Verlag: XEBAN-Verlag: Kerstin Peschel, Am Wald 67, 14656 Brieselang;

[email protected] / www.xebanverlag.de

Lizenzgeber: Edition Bärenklau / Jörg Martin Munsonius

www.editionbaerenklau.de

Cover: © Copyright by XEBAN-Verlag mit einem Motiv von Steve Mayer und eedebee (KI), 2025

Korrektorat: Antje Ippensen

Alle Rechte vorbehalten!

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt beim XEBAN-Verlag. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Das Buch

Endstation Dodge City

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

Der Autor Larry Lash

Eine kleine Auswahl der Western-Romane des Autors Larry Lash

Das Buch

Auf dem Weg ins raue Dodge City schweißt ein Überfall die Passagiere der Stagecoach zusammen und bald zeigt sich, dass sie eine verschworene Gemeinschaft bilden. Obwohl jeder mit eigenen Zielen zu der großen Stadt am Herdentrail unterwegs ist, halten alle fünf auch in der Endstation Dodge City zusammen, um sich gegen die verbrecherischen Elemente zu behaupten, die auch für den Postkutschenüberfall verantwortlich waren. Denn sie sind Texas-Männer! Kerle, die den Tod nicht fürchten! Don de Ferris, der alle Fäden dieser lasterhaften Stadt in der Hand hat, und die Dunne-Brüder, die mit rauchenden Revolvern seine Befehle ausführen, spüren bald heftigen Gegenwind. Robinson, Francis, Fonda, Young und Jones, die Texaner, sind fest entschlossen, den Kampf bis zum Ende auszutragen und ihr Leben dafür einzusetzen. Die verblüfften Bürger von Dodge City empfinden wieder Hoffnung: Sind die Tage von Gesetzlosigkeit und Gangsterherrschaft endlich gezählt?

***

Endstation Dodge City

Western von Larry Lash

1. Kapitel

Prärieschoner, Handwagen, Maultierkarawanen, Reiter und Fußgänger, verstaubt wie die Pferde und Ochsen vor den Wagen und unter ihren Sätteln, bewegten sich in einer Richtung. Es schien, als zöge ein ungeheurer Magnet Menschen und Tiere an. Sah man jemanden gegen diesen Strom reiten, war es wie ein besonderes Ereignis.

Dieser Magnet schien ungeheure Kräfte zu haben, denn nicht nur die Menschen, die sich auf dem Old-Santa-Fé-Trail befanden, wurden von ihm angezogen. Es befanden sich auch gewaltige Herden, von Staubwolken eingehüllt, auf dem Wege nach Dodge City. Stärker denn je machte es sich bemerkbar, dass der Herbst bald vom Winter abgelöst werden würde. Die großen Texasherden, die weit aus dem Süden viele hundert Meilen gezogen waren, sollten noch vor Winterbeginn Dodge City erreichen, um hier in den großen Corrals, am Ende des Trails, endlich ihrer Bestimmung zugeführt zu werden. Von Dodge City aus wurde die Fleischversorgung der großen östlichen Städte des Landes sichergestellt.

Daran dachte Buck Jones, als er seinen abgeschabten Mantelkragen der beginnenden Kälte wegen, die mit der Nacht hereinbrach, hochschlug und die wärmende Wolldecke um seine Knie wickelte. Er dachte daran, dass für viele die wilde Stadt Dodge City die Endstation bedeutete. Auch für ihn, Buck Jones, war Dodge City die Endstation der langen, zermürbenden Reise, die ihn viele Wochen lang von einer Stagecoach in die andere, von einer Poststation zur anderen geführt hatte. Er war froh, dass das Ziel mit jeder zurückgelegten Meile näherkam, froh aber auch darüber, dass er neben dem Stagecoach-Fahrer auf dem Bock sitzen konnte und so der dumpfen, ungemütlichen Atmosphäre des Wageninnern entfliehen konnte.

Seit Wochen kannten sich die Passagiere. Das Gefährt, mit dem man die Reise angetreten hatte, war jedoch nicht das gleiche geblieben. Ebenso hatten der Fahrer und der Wachmann ständig gewechselt. Dennoch schienen sich die Stagecoach-Fahrer auf allen Linien zu gleichen. Ihre vollendete Fahrkunst, der Umgang mit Zügel und Peitsche zwangen einem Bewunderung ab. Sie hatten alle den gleichen Ehrgeiz, nämlich als beste und schnellste Fahrer auf ihrer Linie zu gelten. Dieser besondere Ehrgeiz hatte natürlich auch seine Schattenseiten, denn nicht jeder Passagier konnte das Schaukeln und Schütteln ertragen, ohne dass ihm übel dabei wurde.

Gleich am Anfang der Reise hatte es den Rancher Robinson erwischt, der eigens nach Dodge City reiste, um eine Menge Geld, welches eine verkaufte Longhorn-Herde ihm einbrachte, von der Bank abzuheben. Rancher Robinson hatte wohl kaum damit gerechnet, dass eine Reise in der Stagecoach so beschwerlich sein könnte. Sicherlich hätte er es sonst vorgezogen, mit seiner Crew im großen Treiben zu reiten, als sich einem so unsicheren Gefährt wie einer Stagecoach anzuvertrauen. Er musste bald erkennen, dass es ein Unterschied war, ob man im Sattel eines sanftmütigen Pferdes seinen nicht gerade schwächlichen Körper weitertragen ließ oder in einer hölzernen Kiste, in der einem während der Fahrt das Unterste zuoberst gekehrt wurde.

Nicht nur Rancher Robinson war ein wenig angeschlagen, sondern auch der hagere, falkengesichtige Kay Francis, dessen düstere Augen immer in einem stillen Feuer brannten, so dass sich jeder von ihm, nicht nur seiner beiden 45er Colts wegen, die er tiefgeschnallt im Halfter trug, zurückzog.

»Kay Francis«, mit diesem Namen hatte er sich in die Passagierliste eingetragen, hatte wie der Rancher es abgelehnt, auf einer einsamen Wege-Station zu genesen. Sie waren weitergefahren, stets gegen Übelkeit und Unbehagen ankämpfend. Nur ein einziges Mal hatten sie alle ihre Schmerzen vergessen, nämlich als Straßenräuber versuchten, die Stagecoach anzuhalten. In diesem Augenblick hatte es sich gezeigt, dass die lange, gemeinsame Fahrt aus den Passagieren eine Gemeinschaft gemacht hatte, die wie Pech und Schwefel zusammenhielt. Fünf Mitreisende zeigten, dass sie hart und entschlossen kämpfen konnten, wenn es darauf ankam. Nachdem man den Fahrer und dessen Begleiter aus dem Hinterhalt vom Bock geschossen hatte, wurde das Gefährt von maskierten Reitern zum Stehen gebracht. In diesem Augenblick traten fünf Passagiere, sehr zur Verblüffung der Straßenräuber, in Aktion. Schon bald wurde den Burschen klar, dass diese Stagecoach mit lebendigem Dynamit geladen war. Zwar bekam Roland Young einen Kopfstreifschuss, und Harry Fonda kam mit einem Kratzer am rechten Oberarm davon, doch zurück auf der Walstatt blieben vier der maskierten Reiter, die nichts mehr dagegen hatten, dass man ihre Masken lüftete und in ihre bärtigen, verwilderten Gesichter schaute, denen der Tod die letzte Prägung gegeben hatte.

Einer der Toten, ein großer, schwarzhaariger Bursche, wurde von Harry Fonda erkannt.

»Dieser Mann, Gents«, hatte Harry laut gesagt, »ist Slim Dunne. Der ›Schwarze Slim‹ wird er auch genannt. Er war ein übler Schurke, von dessen Bande schon mancher Cowboy aus der Welt gebracht wurde. Auf sein Konto kommen Banküberfälle, Ranch-Plünderungen, Brandstiftungen und noch viele andere schändliche Dinge. Er ist jetzt auf dem Weg zur Hölle, und man kann nur hoffen, dass seine noch berüchtigteren Brüder ihm bald dorthin folgen werden. Young, helfen Sie, fassen Sie mit an, damit wir diesen grausigen Ort schnell verlassen können! Buck Jones hat sich bereits auf den Bock geschwungen, er will die Zügel übernehmen.«

An diese Worte erinnerte sich Buck und auch daran, wie die Leute der nächsten Poststation dreingeschaut hatten, als man ihnen die Toten übergab.

»Slim Dunnes Brüder werden unsere Siedlung abbrennen, wenn ihnen das Geschehen bekannt wird. Es ist sicher, dass sie bald davon erfahren werden. Dann wird die größte Bande des Kansas-Territoriums nach euch suchen. Vor allem in Dodge City werden sie nachschauen, denn dort führt euer Weg hin. Wir denken nicht daran zu schweigen.«

By Gosh, unterzeichnet war dieser Brief, den man Roland Young unbemerkt in die Westentasche hatte schieben können, nicht. Als Roland Young ihn entdeckte und vorlas, lächelte Rancher Robinson.

»Meine Boys erwarten mich in Dodge«, sagte er geringschätzig. »Es sind die besten Treibherdenreiter, die jemals Longhorn Rinder nach Kansas trieben. Es gibt keine härtere und rauere Mannschaft!«

»Ich schütze mich selbst«, hatte der düstere Kay Francis geantwortet, wobei er seine schlanken Hände sanft über die gekerbten Kolben seiner 45er Colts hatte gleiten lassen. In seinen Augen wurden gelbe Lichter sichtbar. »Weiß jemand, wie groß die Dunne-Bande ist?«

Buck Jones hatte darauf geantwortet:

»Es soll die größte Bande sein, die sich jemals zusammentat. Sie soll etwa zweihundert Mann stark sein, die Spitzel nicht mit eingerechnet. Hinzu kommen noch jene Elemente, die im Schatten der Bande stehen. Niemals wurde Dodge City stärker gegeißelt, niemals mehr in Atem gehalten als von dieser Bande, deren Macht bis in die höchsten Kreise von Dodge City gedrungen sein soll.«

»Dann haben wir eben Pech gehabt«, erwiderte Harry Fonda. »Das soll mich aber nicht davon abhalten, meine Geschäfte in Dodge zu erledigen. Was aber ist mit dir, Young?«

Der blondhaarige, schmalgesichtige Young, der erst beim Überfall auf die Stagecoach gezeigt hatte, was wirklich in ihm steckte, lächelte sanft. Man hatte den Eindruck, dass er verlegen sei wie ein Mädchen. Er sah alle der Reihe nach mit seinen hellen Blauaugen an. Jeder hatte dabei das Gefühl, als ob Young ihm tief ins Herz schauen wollte.

»Jetzt hast du mich lange genug betrachtet«, sagte Buck Jones, dem die auffallende Musterung unangenehm wurde. »Du weißt jetzt, was wir zu erwarten haben! Vielleicht gestattet dir Robinson den Schutz seiner rauen Cowboycrew?«

»Tut mir leid, Jones«, erwiderte Young ruhig, ohne den Blick von Buck zu nehmen, der ein wenig breitbeinig dastand. »Für mich ist Dodge die Endstation. Auch ich habe dort eine Menge zu erledigen und mehr noch, ich werde in Dodge bleiben. Macht euch um mich keine Sorgen. Ich bin gewohnt auf mich aufzupassen und werde schon zurechtkommen.«

»Von deinen Geschäften wissen wir ebenso wenig wie von Jones' Geschäften«, meldete sich Rancher Robinson. »Euch beide könnte ich brauchen. Ich habe eine Ranch in der Nähe von Dodge City unter besonders günstigen Umständen erwerben können. Mein Vormann hat die besten Zuchtrinder bereits dorthin geschafft. Ich kann Reiter, die gut schießen können, gebrauchen. Es ist ein Angebot, Freunde!«

»Das wir uns nicht erst durch den Kopf gehen lassen müssen, Robinson«, erwiderte Harry Fonda, der grauhaarige Mann mit dem verkniffenen Mund. »Jeder von uns will nach Dodge City und hat wohl seine besonderen Ideen. Um hinter Kühen herzureiten, dazu braucht man wohl nicht erst eine lange Reise anzutreten, das kann man überall haben. Warum wurde dir der Boden in Texas zu heiß, Robinson?«

»Ich dachte daran, die Rinder gleich dort zu züchten, wo man sie verladen und gut verkaufen kann und sie nicht erst viele Wochen lang durch wildes Gebiet, über Ströme und Berge hinweg, durch Prärien und Gewitter treiben und gegen räuberische Überfälle von Weißen und Roten verteidigen muss. Der Boden in Texas, Fonda, ist für mich heiliger Boden. Ich verließ ihn, weil die Absatzschwierigkeiten für Rinder einen Mann bankrott machen können. Ich will neu beginnen. Da ich kein Greenhorn bin, weiß ich, dass es Schwierigkeiten geben wird, denn ganz nahe an der Quelle möchten viele sein.«

Rancher Robinson rieb sich sein verschwitztes, rotes Gesicht und fuhr, da keiner etwas sagte, weiter fort: »Auf meiner Ranch seid ihr immer willkommen, Gents. Jetzt schon weiß ich, dass ich die neue Ranch nur bekam, weil der Druck aus Dodge City auf meinen Vorgänger so stark war, dass er die Nerven verlor und verkaufte.«

»Dann steckst du bereits mitten in den Schwierigkeiten auch ohne die Dunne-Bande, und man braucht dich wahrhaftig nicht zu beneiden«, erwiderte Buck Jones. »Deine Crew wird genug zu tun bekommen. Ich glaube nicht, dass es so einfach sein wird. Los, Gents, die Reise geht weiter! Dort kommt unsere neue Stagecoach!«

Sie sahen es alle. Man hatte nicht erst die Beerdigung des Fahrers und seines Begleiters abgewartet. Kaum hatte man sich in die neue Stagecoach begeben und die Reise fortgesetzt, als Buck den Fahrer, der ihm freundlicherweise einen Platz neben sich auf dem Bock gestattet hatte, sagen hörte: »Es ist schlimm genug, dass die Dunne-Bande so weit im Lande operieren kann, ohne dass man den Burschen das Handwerk legt. Je näher wir Dodge City kommen, um so dreister wird die Bande. Der Menschenstrom nach der großen Rinderstadt macht es den Schuften leicht. Nur der Himmel weiß, wie viel düstere, lichtscheue Elemente in Dodge City ihr Dasein fristen. Dodge ist die raueste Stadt, die ich jemals sah. Sie ist angefüllt mit Verderbtheit, Laster und Verworfenheit, durchtränkt von einem bösen Ungeist.«

Er machte eine Pause und holte tief Luft. Die Falten in seinem alten Gesicht vertieften sich. Seine altershellen Augen glitzerten, und während er die lange Lederschnur der Peitsche über das Sechsergespann der Pferde zucken ließ, so dass das Leder über den Fellen der Tiere knallte ohne diese zu berühren, sagte er heiser: »Die Bande zündete mir das Haus an. Mein Bruder kam in den Flammen ums Leben. Doch wozu jetzt an den alten Wunden rühren, ich muss es allein tragen.«

»Vielleicht ist es ein Trost für dich, dass es einen Dunne erwischte.«

»Jones, schauen Sie zu dem Stiefelhügel hin! Dort liegt eine Reihe guter Burschen, die Ihnen erzählen könnten, was es heißt, Kent oder Juan Dunne auf der Fährte zu haben. Leider tun sie den Mund nicht mehr auf, und auf mich hört niemand, denn sonst würde ich Ihnen und den anderen Passagieren raten, auf der nächsten noch vor Dodge liegenden Poststation auszusteigen und die nächste Postkutsche zur Rückfahrt zu benutzen. Wer aber nimmt den Rat eines erfahrenen Mannes an? Robinson würde mich auslachen und auf seine harte Crew pochen, Francis auf seine 45er Colts herabschauen und die Schultern zucken. Young würde mich sanft anlächeln und der grauhaarige Wolf Fonda mich für verrückt erklären. Sie, Jones, grinsen mich an, als hätte ich den prächtigsten Witz meines Lebens erzählt. Was zum Teufel zieht euch nur in diese verrufene Stadt hinein?«

»Ich für meine Person will es dir sagen, Oldman«, erwiderte Buck, wobei sich sein Grinsen vertiefte. »Ein Saloon, den mir mein Onkel testamentarisch vermachte.«

Der Alte warf ruckartig den Kopf herum und sah Buck Jones fest an.

»Dein Name kam mir gleich bekannt vor, Jones, und wenn es der Crystal-Saloon ist, den dir dein allzu früh ums Leben gekommener Onkel hinterließ, dann hat er dir durch sein Testament eine Lasterhöhle erster Ordnung hinterlassen. Du kannst darin bald zum Teufel fahren. Buck Jones, du hast bestimmt nicht genügend Erfahrung als Keeper!«

»Ich komme von den wilden Hügeln der Davis Mountains aus Texas und wurde mit Texaswasser getauft. In El Paso sah ich die ersten Saloons, Spielhöllen und Whiskytränken. In Dodge können sie nicht schlimmer sein!«

»Doch, mein Boy von den Hügeln«, erwiderte der Fahrer ernst. »Dir wird bald ein Licht aufgehen. Achte darauf, dass der erste Windstoß es nicht auslöscht!«

2. Kapitel

Die letzte Pferdewechselstation lag jetzt hinter ihnen und vor der schnell fahrenden Stagecoach die Stadt aller Städte: Dodge City! Es war eine Stadt, in der der Teufel tanzte, der Tod umging und das Laster Triumphe feierte, eine raue Stadt mit Männern, die sich nicht einmal vor dem Leibhaftigen persönlich fürchteten und Frauen, die das Leben in dieser Stadt hartgebrannt hatte.

Das rege Leben in den Straßen zeigte, wie stark es hier pulsierte. Es erfasste auch die Zeltstädte der Old-Santa-Fé-Trail-Fahrer und die Männer bei den Verlade-Einrichtungen, den Corrals und Schlachthäuser am Stadtrande. Überall war hektisches Leben, laute, lärmende Betriebsamkeit und ein stetiges Kommen und Gehen.

Schon der erste Blick zeigte, dass viele Menschen unterschiedlicher Herkunft und Rassen sich hier festgenistet hatten und ihren Geschäften nachgingen, die alle mehr oder weniger mit den großen gewaltigen Treibherden aus Texas im Zusammenhang standen.

Häutehändler, Viehaufkäufer, Cowboys, Spieler, das waren die Typen, die besonders auffielen. Es gab auch andere, undurchsichtige Elemente, Müßiggänger, die sich bei der Poststation eingefunden hatten, um die Ankunft der Stagecoach zu erleben. Sie waren meist von hagerer Gestalt, mit Falkenaugen, die gierig nach den Postsäcken schielten und die Passagiere musterten.

Robinson kletterte als erster aus der Stagecoach. Er hatte das scharfe »Brrrr« des Fahrers, der mit einem Ruck die Gespanntiere vor der Postrampe zum Halten gebracht hatte, kaum erwarten können. Mit hochrotem Gesicht betrat er die Rampe und sagte laut: »Das ist also die Stadt, die wir erobern können! Kommt nur, Gents, jeder von uns wird es auf seine Art versuchen.«

Er spähte in die Dämmerung hinein. In Dodge City wurden bereits die Karbidlampen angezündet. Rancher Robinsons gute Stimmung wurde von Harry Fonda gedämpft, denn dieser sagte während des Aussteigens zu ihm: »Ich bin bescheidener, Robinson, denn ich begnüge mich mit der halben Stadt. Die andere Hälfte kannst du aufteilen wie du willst. Ich denke, dass Young, Francis und Jones auch ihren Anteil haben wollen. Jones, wir alle werden dich bald in deinem Saloon besuchen, um einen kostenlosen Drink hinter die Halskrause zu schütten.«

»Kommt nur«, erwiderte Buck, »ihr könnt trinken, was in euch hineinläuft.«

»In Ordnung! Und wenn du einen Bankhalter und erstklassigen Spieler brauchst, brauche ich mich nicht erst nach einer anderen Stellung umzusehen«, sagte Young.

Erstaunt sahen ihn die vier Passagiere, die alle während des Gespräches aus der Stagecoach geklettert waren und sich vom Fahrer vom Kutschdach ihre Packen hatten geben lassen, an.

»Wenn du wirklich ein Kartenhai bist, Young, hast du hiermit eine Stellung bei mir gefunden.« Buck wandte sich daraufhin grinsend an den düsteren Kay Francis. »Und wenn du einen Posten als Herauswerfer haben willst, nun, die Stellung ist dir sicher.«

»Das, Buck, werde ich mir noch überlegen«, antwortete der Düstere. Ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren, hob er sich seinen Packen auf die Schulter und schritt ohne Abschied davon. Er drehte sich nicht einmal um und verschwand alsbald hinter einer Hausecke.

»Ich bin sicher, dass er bald kommen wird, Boss«, sagte Young. »Fonda, wie ist es mit dir?«

Bei diesen Worten blickte er seinen grauhaarige Reisekameraden aufmerksam an.

Fonda lächelte in sich hinein. »Tut mir leid, ich habe eine Menge zu tun. Sicher sehen wir uns irgendwann wieder, Gents. Ich bin außergewöhnlich neugierig und möchte herausfinden, ob mich dein Spielmacher im Poker schlagen kann, Buck!«

»Ich habe oft Glück, Fonda.«

»Ohne nachzuhelfen?«, erwiderte Fonda auf Youngs Einwurf.

Für einen Augenblick schien es, als schauten sich die beiden feindselig an, doch dann grinsten beide plötzlich.

»Finde es nur heraus, grauer Wolf vom Brazos!« sagte Young. »Bei dir werde ich sicherlich keine Tricks versuchen!«

»Dann werde ich immerzu gewinnen und Buck den Saloon bald abhandeln! So long, Freunde! Jetzt, am Ende meiner Reise, kann ich es euch ja sagen: Ich kam in diese verruchte Stadt, um endlich zu heiraten. Mein Mädchen erwartet mich. Ich werde ein ruhiges und gesittetes Leben führen. Mein Ziel ist, meinen ehrbar erlernten Beruf, das Schmiedehandwerk, zu neuer Blüte zu bringen. Nur wenn ich sündigen will, komme ich in den Crystal-Saloon.«

»Dann wirst du herausfinden, dass ich dort die Höllengeister vertrieb und einen anständigen Saloon aus meiner Erbschaft machte. Dahin kannst du dann getrost auch deine Frau mitbringen, Fonda.«

»Nun gut, ich will es mir überlegen. So long, Texas-Boys, die Fahrt ist zu Ende, doch für unsere Freundschaft soll das der Anfang sein!«

»Nicht übel«, mischte sich Robinson in das Gespräch. »Es ist gut, wenn man in einer solchen Stadt weiß, dass man Freunde hat. Ich habe es eilig, Boys. Ich will gehen. Sicherlich erwartet mich mein Vormann in dem verabredeten Hotel. Wir sehen uns wieder! So long!«

Robinson ging. Er schloss sich dem grauhaarigen Fonda an. Sie blieben nicht lange beisammen. Nach der Überquerung der Mainstreet trennten sie sich und waren bald in dem Strom der Passanten untergetaucht.

»Dein guter Onkel hat dich wohl nie so recht leiden können«, sagte der blonde, milchgesichtige Young zu Buck Jones. »Er hinterließ dir ein Erbe, das wie ein glühendes Eisen anzufassen ist. Von allen Saloons in dieser windigen Stadt ist der Crystal-Saloon der übelste. Man sagt, dass es in ihm besonders hoch hergeht und dass die dort verkehrenden Besucher besonders schieß- und rauflustige Gesellen sind. Sie werden etwas dagegen haben, dass aus einem Amüsierlokal ein bürgerliches Gasthotel wird!«

»Ich werde nie danach fragen, ob es jemand passt. Man muss das mir überlassen, Buddy. Es stimmt zwar, dass Onkel John mich nie hat besonders leiden mögen. Er hatte seine Gründe. Ich war nicht ganz unschuldig daran, dass es so kam. Wir waren wohl im Wesen zu ähnlich und stießen uns ab. Vielleicht wird aus mir noch ein guter Keeper.«

Die beiden Männer hatten die Rampe des Postoffice verlassen, hatten ihr Gepäck geschultert und bewegten sich auf den stiefelzernarbten Bohlen des Gehsteiges. »Ich meine, dass es nicht darauf ankommt, ob ein Mann im Sattel hockt oder hinter einer Theke steht, um sein Geld zu verdienen, sondern dass man das Rechte tun muss, jeder auf seine Art. Ich werde herausbringen, wer meinen Onkel niederschoss, das bin ich dem Toten schuldig. Es steht für mich fest, dass ich seine Sache ganz und gar vertreten werde.«

»Dann hast du mit dem Saloon auch die Feinde deines Onkels übernommen, Freund!«, erwiderte Young. »Das stellt dich vor eine ähnliche Situation wie Robinson mit seiner neu erworbenen Ranch. Beides stellt keine Friedensoase dar und muss erobert und freigekämpft werden.«

»Ich werde meine Rechte bekommen«, entgegnete Buck Jones, wobei sich seine buschigen Augenbrauen über der Nasenwurzel runzelten und in seinen Augen heiße Lichter sichtbar wurden. »Wenn du Bedenken hast, Young, jetzt ist noch Zeit, es sich anders zu überlegen und Abstand zu nehmen.«

»Ich habe A gesagt und werde auch B sagen«, gab Jones zu verstehen. »Solange du einen Spielraum in deinem Saloon duldest, werde ich mein Auskommen haben. Ich kam in diese Stadt, um zu arbeiten, um meine Einsätze zu machen und das große Spiel zu wagen. Ein Mann sollte sein Glück in den besten Mannesjahren machen und nicht erst dem Glück nachjagen, wenn er alt und verbraucht, von Krankheiten gezeichnet, nicht mehr elastisch genug dazu ist. Jeder von uns denkt, das Glück an den Hörnern zu packen und in die Knie zwingen zu können.«

Young lachte leise vor sich hin. Wer ihn so lachen hörte und ihn ansah, hätte sich von seinem Gesicht, seiner Jugend und seinem blendenden Äußeren täuschen lassen können und ihn womöglich für einen Dandy oder Salonlöwen gehalten, der es vorzog, jedem Kampf auszuweichen. Dass er kämpfen konnte, dass wusste Buck Jones nur zu genau. Er schoss sicherlich genau so schnell wie der düstere, undurchschaubare Kay Francis. Beim Überfall der Dunne-Bande auf die Postkutsche hatte er das unter Beweis gestellt. Während der langen Fahrt hatte Buck erfahren, wer Roland Young war und aus welcher Texasecke er stammte, mehr aber auch nicht. Die Vergangenheit aller lag irgendwie im Dunkeln und man legte Wert darauf, dass sie nicht ins Licht gerückt wurde. Was störte die Vergangenheit, hier zählte nur die Gegenwart.

Sie sprachen nicht mehr, denn es gab eine Menge zu sehen, so viel, dass die immer neuen Eindrücke Buck Jones verwirrten und überrumpelten. Dodge City war keineswegs mit El Paso zu vergleichen. Das Leben hier war wilder, man spürte den Zug der Zeit, die drängende Unrast bei allen Menschen. Jeder schien nur mit sich beschäftigt zu sein. Die Geschäftigkeit war auffallend. Die Stadt glich einem Ameisenhaufen. Eine Gruppe betrunkener Cowboys blockierte den Gehsteig und zwang den Strom der Passanten auf die Fahrbahn auszuweichen.

Unter den überdachten Veranden lagen Verkaufs-Stores. Die Eisenwarenhandlung lag neben dem Laden, der Lebensmittel und Sattelwaren, Aufzuchtfutter und Viehsalz anbot. Es gab auch Sektenkirchen, die zwischen Tanzhallen und Whiskytränken errichtet worden waren. In langen Ketten standen gesattelte und umgesattelte Pferde an den Holmen und vor den Futtertrögen. Wenn Buck glaubte, sich nach dem Crystal-Saloon erst durchfragen zu müssen, so irrte er sich. Schon der erste Passant, den man anhielt und fragte, starrte sie an, als kämen sie vom Mond und nicht aus Texas.

»Für Anfänger ist es besser, wenn sie dem Crystal-Saloon fernbleiben«, bemerkte der Mann, der ihnen den Weg dorthin beschrieben hatte. Seine Stimme ging in dem Lärm der Straße unter. Buck und Young aber marschierten unbeirrt weiter. Es war jetzt so dunkel und windig geworden, dass die an den Dachsparren aufgehängten Karbidlaternen im Luftzug hin und her schaukelten. Man bekam den Eindruck, dass sie ein selbständiges Leben führten.

Mit dem Einbrechen der Dunkelheit, das fiel den beiden Männern jetzt deutlich auf, verschwanden die Frauen von der Straße. Andere Passanten tauchten auf, denen man die Gier und den Hunger nach besonderen Abenteuern von den Augen ablesen konnte. Unweit der beiden Männer, in einer Seitengasse, krachte plötzlich ein Schuss, dem schrilles Lachen folgte. An Buck Jones und Roland Young jagte ein hagerer Reiter vorbei, auf dessen Rockaufschlag der Sheriffstern im Lampenlicht leuchtete. Nur für einen Moment schien der Zwischenfall in der Seitengasse die Passanten aufhorchen zu lassen. Als der Sheriff außer Sichtweite war, schien alles vergessen zu sein. In Dodge City, das wurde den beiden jetzt klar, machte man nicht viel Aufhebens, wenn es einmal knallte. Es gab noch kein Gesetz, das in dieser Stadt das Waffentragen untersagte. Es gab keinen Marshal und keinen Sheriff, der es gewagt hätte, ein solches Gesetz beim Bürgerverein durchzudrücken.

Dodge City lebte von den Treibherden und den Treibern. Man duldete, dass die nach Vergnügen lechzenden Cowboys Nacht für Nacht in großen Trupps lärmend und schießend in die Stadt einritten. Niemand hatte sich bisher dagegengestellt, niemand versucht, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wenn es dunkel wurde in Dodge City, dann wurde es gefährlich. Für weniger Mutige war es dann besser, von den Straßen zu verschwinden.

---ENDE DER LESEPROBE---