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Jack und seine Familie werden schon sein Leben lang gejagt, weil er die Fähigkeit besitzt, in die Zukunft zu sehen. Nachdem seine Eltern sich geopfert haben, um Jack und seinen Bruder zu retten, flieht Jack und sucht beim Devil Hills-Wolfsrudel Zuflucht. Der charmante, sexy Werwolf Max erregt sofort seine Aufmerksamkeit, aber Jack weiß, wenn er sich auf den gefährlichen Vollstrecker einlässt, könnte der ihm am Ende das Herz brechen. Nachdem er zugesehen hat, wie die anderen Vollstrecker des Rudels ihre Gefährten finden, dachte Max nicht, dass es auch für ihn einen Gefährten gibt, bis er den menschlichen Seher Jack trifft. Der Mann spricht seinen Wolf an wie kein anderer zuvor. Sofort fühlen sie sich zueinander hingezogen, doch da ein Krieg bevorsteht, weiß Max nicht recht, wie er seine Zeit zwischen Jack und seinen Pflichten dem Rudel gegenüber aufteilen soll. Jack glaubt, dass es für ihn nur mit einem gebrochenen Herzen enden kann, doch Max ist fest entschlossen, zu beweisen, dass Jack der einzige Mann für ihn ist. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 26.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER FEL FERN
LESEPROBE:
Fleischeslust
Jack und seine Familie werden schon sein Leben lang gejagt, weil er die Fähigkeit besitzt, in die Zukunft zu sehen. Nachdem seine Eltern sich geopfert haben, um Jack und seinen Bruder zu retten, flieht Jack und sucht beim Devil Hills-Wolfsrudel Zuflucht. Der charmante, sexy Werwolf Max erregt sofort seine Aufmerksamkeit, aber Jack weiß, wenn er sich auf den gefährlichen Vollstrecker einlässt, könnte der ihm am Ende das Herz brechen.
Nachdem er zugesehen hat, wie die anderen Vollstrecker des Rudels ihre Gefährten finden, dachte Max nicht, dass es auch für ihn einen Gefährten gibt, bis er den menschlichen Seher Jack trifft. Der Mann spricht seinen Wolf an wie kein anderer zuvor. Sofort fühlen sie sich zueinander hingezogen, doch da ein Krieg bevorsteht, weiß Max nicht recht, wie er seine Zeit zwischen Jack und seinen Pflichten dem Rudel gegenüber aufteilen soll.
Jack glaubt, dass es für ihn nur mit einem gebrochenen Herzen enden kann, doch Max ist fest entschlossen, zu beweisen, dass Jack der einzige Mann für ihn ist.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 26.000 Wörter
FEL FERN
Fleischeslust
Die Devil Hills-Wölfe 6
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Carnal Hunger“:
Fel Fern
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Für meine Leser. Ich hoffe, dass ihr die Geschichte von Max und Jack genauso genießt, wie ich es genossen habe, sie zu schreiben.
Jack Summers traf seinen Bruder auf dem Weg zum Aufzug in die Wohnung seiner Eltern. Er blinzelte und musterte seinen jüngeren Bruder Glenn. Letztes Mal hatte er ihn vor vier Jahren gesehen, als er Glenn zu seinem neuen Studentenwohnheim fuhr.
„Bist du das, Kurzer?“, fragte Jack.
Glenn runzelte die Stirn, aber es dauerte nur eine Sekunde, bis er grinste. Dieses vertraute Lächeln brachte Jack in ihre Kindheit zurück. Glenn hatte schon immer gewusst, wie er sein Grübchenlächeln zu seinem Vorteil nutzen konnte. Mädchen sagten nie nein zu ihm, und das Gleiche galt für Erwachsene. Jack dagegen war das genaue Gegenteil. Er war als Kind und als Erwachsener unbeholfen.
„Ja, ich bin jetzt größer als du. Ein Schock, richtig?“, fragte Glenn.
Es stimmte. Glenn war auch kräftiger geworden und gab Jack das Gefühl, er sei der dürre Bruder. Mit ihren schwarzen Haaren und den gleichen braunen Augen hatten die meisten Leute sie früher für Zwillinge gehalten. Als sich die Aufzugstüren öffneten, legte sich ein Gewicht auf seine Brust, und beide stiegen ein. Jack hatte seine Eltern seit Jahren nicht mehr gesehen, vor allem, da er in eine neue Stadt gezogen war. Er hatte einen Neuanfang gewollt, weg von all den Familiengeheimnissen.
„Halten Sie den Lift auf“, sagte eine Stimme, und Jack drückte den Knopf, damit die Türen offen blieben und ein alter Mann eintreten konnte.
Sein Bruder trat etwas näher zu ihm.
„Wie ist die Arbeit?“, fragte Glenn und steckte die Hände in die Vordertaschen seines Hoodies.
„Das Übliche.“ Jack wusste nicht recht, was er sagen sollte. Misstrauisch beobachtete er seinen Bruder, wartete darauf, dass Glenn wütend wurde und zu wissen verlangte, warum er sich all die Jahre von seiner Familie ferngehalten hatte. Glenn tat es nicht, sondern stellte einfach eine zweite Frage.
„Bist du immer noch mit dem Kerl zusammen? Wie heißt er, Van?“
„Van und ich haben uns vor einer Ewigkeit getrennt.“ Gott, wann war das gewesen? Vor zwei Jahren? Glenn streckte sprichwörtlich die Hand aus und versuchte, wieder eine Art Verbindung herzustellen. Jack sollte dasselbe tun. Außerdem musste er zugeben, dass er seine Familie vermisste. „Ich bin derzeit Single. Und du?“
„Ich auch.“
„Ach, wirklich? Ich dachte, du wolltest bei deinem Freund Rob einziehen.“
Glenn steckte sein Handy weg. „Nun ja. Du wüsstest es, wenn du dir die Mühe machen würdest, ans Telefon zu gehen.“
Jack fühlte sich, als wäre er in den Bauch geschlagen worden. Ja, er hätte wissen müssen, dass eine solche Bemerkung kommen würde. Glenn musste diesen Kommentar spontan gemacht haben, aber es tat dennoch weh.
„Trügen mich meine Augen, oder seid ihr Jack und Glenn Summers?“, fragte der alte Mann.
Jack blinzelte und musterte die dritte Person im Aufzug. „Sind Sie es, Mr. Sanders?“
Mr. Sanders war der alte Witwer, der vier Etagen unter ihnen gewohnt hatte, als sie aufgewachsen waren.
„Ja, wir sind es.“
„Ihr seid hier, um eure Eltern zu sehen, schätze ich? Schön von euch. Meine eigenen Kinder besuchen mich kaum“, grummelte der alte Mann, der auf seiner Etage ausstieg.
Als Mr. Sanders gegangen war, sagte Jack: „Ich habe mich schon gefragt, wann du das zur Sprache bringen würdest.“
Vielleicht war Glenn nur wegen Mr. Sanders höflich gewesen.
„Nun, was sollten wir denken? Du bist in eine neue Stadt gegangen. Sicher, du hast Mom einmal in der Woche angerufen, aber du wolltest zu keinem Familienessen am Wochenende kommen.“
„Ich brauchte Abstand.“ Jack führte es nicht weiter aus.
Glenn würde es verstehen. In einer Gesellschaft, die Wert darauf legte, normal zu sein, war es ein Fluch, in eine Familie mit Esper-Genen hineingeboren zu werden, vor allem in New City. Die Menschen-zählen-Regierung hatte ihre Politik nur noch verschärft, während sie aufwuchsen, indem sie die Stadt von Nichtmenschen „reinigte“. Infolgedessen war seine Familie besonders vorsichtig gewesen, um nicht entdeckt zu werden. Sie verbrachten so viel Zeit damit, vorzugeben, normal zu sein, dass es praktisch alles war, was sie taten.
Sie verhielten sich wie eine normale menschliche Familie vor Nachbarn, knüpften aber keine engen Beziehungen zu anderen. Glenn und er hatten gelernt, dass Vertrauen in die falschen Leute zu haben zu verheerenden Folgen führen konnte. Wenn ihre Freunde jemals von ihrer Veranlagung erfahren sollten, würden sie die Behörden darüber informieren und die gesamte Summers-Familie würde eines Tages verschwinden.
Die einzigen Bindungen, die sie eingingen, waren mit anderen Esper-Familien wie ihnen, die sich vor der Disziplinarkommission, dem Todestrupp der Regierung, versteckten. Alles, was Jack wollte, war wie alle anderen zu sein, normale Freunde zu haben, einen fürsorglichen Partner an seiner Seite, ein Zuhause. Er war mehr wie sein Vater, seine Fähigkeiten waren im Vergleich zu denen seiner Mutter oder seines Bruders praktisch nutzlos.
Die Menschen fürchten, was sie nicht verstehen, sagte ihm seine Mutter einmal, als er wissen wollte, warum Esper gejagt wurden. Sie waren auch Menschen, hatte er argumentiert, nicht wie die gruseligen Wandler oder Vampire. Nur weil sie übersinnliche geistige Fähigkeiten hatten, bedeutete das nicht, dass sie gefährlich waren.
Glenn schnaubte. „Die Familie sollte immer zusammenhalten. Ich glaube, du hast das vergessen.“
Sie starrten sich den ganzen Weg bis zur Eingangstür der Wohnung ihrer Eltern an. Jack hob die Hand, um zu klopfen, doch die Tür wurde bereits geöffnet.
„Nochmals vielen Dank, Linda“, sagte eine fremde Frau Ende fünfzig. Sowohl Glenn als auch Jack traten beiseite und ließen sie vorbei. Er ballte die Hände zu Fäusten, als sie hineingingen, und Glenn schloss die Tür hinter sich.
Jack brauchte den Namen der Frau nicht zu kennen.
„Ich dachte, Mom hätte aufgehört, für andere Esper in die Zukunft zu sehen“, sagte er mit leiser Stimme.
„Nun, falls du die Nachrichten nicht gehört hast, die Disziplinarkommission sammelt in letzter Zeit immer mehr Esper ein. Seher wie wir sind die Einzigen, die vorhersagen können, welche Familie in Gefahr ist“, sagte Glenn.
„Weißt du, ich habe deine Einstellung satt“, begann er.
„Jungs, streitet ihr?“, fragte ihre Mutter Linda. Sie hatte eine Schürze an und hielt stirnrunzelnd einen Kochlöffel in die Höhe. Im Wohnzimmer entdeckte er seinen Vater an dessen üblichem Platz vor dem Fernseher. Als der Mann die Brüder sah, erhob er sich, um sie zu begrüßen.
Seine Mutter hielt die Arme für ihn ausgebreitet. „Jack, umarme mich. Es ist so lange her.“
Ein Teil von ihm hatte Angst gehabt, dass sie wie Glenn sein und ihn zurechtweisen würde, weil er zu lange weg gewesen war, aber er hatte es vergessen. Natürlich war sie nicht sauer. Er umarmte sie und nickte seinem Vater zu.
„Du sagtest vor einigen Tagen am Telefon, du hättest etwas Wichtiges gesehen?“, fragte er.
„Zuerst das Mittagessen, dann reden wir“, sagte sie und kehrte in die Küche zurück. Sein Vater widmete sich wieder seiner TV-Show.
„Warum, hast du wichtige Pläne?“, fragte Glenn und senkte die Stimme.
„Warum bist du so ein Arschloch?“, fragte Jack.
„Ich weiß nicht, ich dachte, du würdest dich irgendwie ändern. Stattdessen bist du derselbe egoistische Kerl.“
„Normal sein zu wollen ist egoistisch?“
„Nicht da zu sein, wenn deine Familie dich braucht, ist es.“
„Was zum Teufel redest du da?“
„Jack, Glenn, tut eurer Mutter einen Gefallen und kommt für die Dauer einer Mahlzeit miteinander zurecht“, grummelte ihr Vater aus dem Wohnzimmer.
„Also gut“, murmelte Jack. Er vertrieb sich die Zeit, indem er im Wohnzimmer Platz nahm. Er würde anbieten, seiner Mutter zu helfen, aber so wie er sie kannte, war die Küche ihre Domäne, und sie mochte es nicht, wenn jemand anderes sie unterstützte.
Er und sein Vater sagten wie üblich wenig. Sein Vater stellte ihm ein paar Fragen zu seinem Leben und er tat dasselbe. Schließlich rief seine Mutter alle an den Tisch.
„Das Essen sieht gut aus“, sagte er und betrachtete die gegrillten Schweinekoteletts und Kartoffelpüree. Es fiel ihm auf, dass sie alle seine Lieblingsspeisen zubereitet hatte. Seine Schuldgefühle verstärkten sich. Die Unterhaltung war angenehm, beinahe normal, nur dass er dabei auch ein wenig Stress spürte.
„Ich hole das Dessert“, verkündete seine Mutter, aber er legte sanft eine Hand auf ihren Arm.
„Mom, bitte. Erzähl uns, warum du uns hergerufen hast.“
Sie lehnte sich gegen ihren Stuhl zurück und schloss die Augen. Jack wechselte besorgte Blicke mit Glenn. Sie mochten jetzt nicht gut miteinander auskommen, hatten Probleme, die sie lösen mussten, aber wenn es die Situation erforderte, standen sie immer hinter dem jeweils anderen. Seine Mutter zeigte nur diesen intensiven Ausdruck von Konzentration, ihre Augenbrauen waren zusammengezogen und ihre Lippen waren geschürzt, wenn sie eine Vision hatte.
„Ich hol dir was zu trinken“, sagte sein Vater und stand vom Tisch auf.
„Warte“, sagte sie und öffnete die Augen. Sie sah aus, als hätte sie Kopfschmerzen. Sie und Glenn sahen immer so aus, besonders wenn es ernst war. „Glenn, Jack, könnt ihr zum Laden auf der anderen Straßenseite gehen und uns Eis holen?“
„Was? Jetzt?“, fragte er.
Glenn sah auch verwirrt aus.
„Bitte.“
Daraufhin standen beide auf. Vielleicht war es eine Vision, die sie und ihren Vater betraf. Sie verließen die Wohnung und sprachen erst, als sie den Laden erreichten.
„Sie hatte in letzter Zeit mehr davon. Bei mir ist es auch so“, sagte Glenn schließlich, als sie in Richtung der Kühltruhen gingen.
„Wie schlimm?“, fragte er. Im Gegensatz zu seiner Mutter oder seinem Bruder konnte Jack nicht weit in die Zukunft „sehen“, nur wenige Minuten im Voraus. Es war eine ziemlich nutzlose Fähigkeit, die er nur eingesetzt hatte, um in der High School Anfeindungen zu entgehen. Da seine Kräfte schwach waren, waren auch seine Kopfschmerzen im Vergleich zu den Migräneanfällen seiner Mutter und seines Bruders mild.
„Sehr.“ Glenn stieß einen Atemzug aus. „Entschuldigung, dass ich sauer auf dich war. Es ist nur so, dass Mom und Dad mir öfter gesagt haben, ich soll nach Hause kommen. Es ist auch mein letztes Jahr. Wenn ich meinen Abschluss machen möchte, muss ich mich mehr anstrengen, aber in letzter Zeit habe ich gespürt, dass etwas Schlimmes passieren wird.“
Jack fühlte sich jetzt mehr als je zuvor wie ein Arsch. „Was meinst du?“
Glenn lächelte ihn grimmig an. „Ich bin in meinem Zimmer im Wohnheim ein- oder zweimal ohnmächtig geworden. Du weißt, wie diese Visionen funktionieren. Zufällig. Ich habe mich jedoch auf die Zukunft unserer Familie konzentriert, weil Mom mir erzählt hat, wie energisch die Kommission Esper zusammengetrieben hat. Jack, alles was ich sehe, ist ein schwarzer Raum.“
„Das ist noch nie passiert“, sagte er und griff nach der Glasabdeckung des Gefriergerätes.
Jack hatte seit Monaten keine Vision mehr gehabt – bis jetzt. In seinem Kopf wirbelte alles herum und ihm wurde übel. Er schloss die Augen, hörte das Geräusch kreischender Reifen auf Asphalt, sah einen weißen Lieferwagen auf einer vertrauten Straße rollen. Gefährliche Männer, in weiße Uniformen gekleidet, stiegen aus den Türen des Vans. Er hörte ein Knurren von hinten. Die Haare an seinen Armen richteten sich auf.
„Jack?“, fragte Glenn in der Gegenwart, berührte ihn aber nicht, denn wahrscheinlich wusste er, dass dadurch das, was Jack sah, unterbrochen werden würde.
Jack öffnete die Augen, sein Herz hämmerte. Er erkannte diese Straße. Er packte Glenn und ging langsam zu den Schaufenstern. Die Straße war leer.
„Was hast du gesehen?“, fragte Glenn.
„Glenn, wir müssen zurückgehen. Mom und Dad warnen. Unsere schlimmsten Befürchtungen werden in Erfüllung gehen“, sagte er, ohne sich darum zu kümmern, wer sie hören konnte.
