4,99 €
Überleben ist Daryl Rushs oberste Priorität. Da sie auf der Liste der von einer mächtigen Organisation gejagten Personen stehen, verbrachten Daryl und sein Bruder fast ihr ganzes Leben damit, sich zu verstecken, bis ein Werwolf-Rudel sie aufnahm. Das Letzte, was Daryl jetzt braucht, ist eine romantische Beziehung, aber er kann die Anziehungskraft des Alphas Deacon Becker nicht leugnen. Wild, gefährlich und unantastbar, wird Deacon aus gutem Grund der Alpha-Dämon genannt. Daryl braucht nur einen Schubs in die richtige Richtung, aber wird er in der Lage sein, den Dämon zu zähmen und ungeschoren davonzukommen? Nachdem er gesehen hat, wie sein ganzes Rudel dezimiert wurde, ist Deacon in jungen Jahren Alpha geworden. Er baute sein Rudel von Grund auf und würde jede Bedrohung, die in die Nähe seines Zuhauses kommt, zerstören. Gefährten sind eine Schwäche, doch je mehr er seinen Wolf zurückhält, desto intensiver wird sein Verlangen. Und Deacon will Daryl als seinen Gefährten, aber wie hoch ist der Preis für die Paarung mit einem Menschen, der übersinnliche Fähigkeiten besitzt? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 41.000 Wörter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
ÜBER FEL FERN
LESEPROBE:
Gefährlicher Alpha
Überleben ist Daryl Rushs oberste Priorität. Da sie auf der Liste der von einer mächtigen Organisation gejagten Personen stehen, verbrachten Daryl und sein Bruder fast ihr ganzes Leben damit, sich zu verstecken, bis ein Werwolf-Rudel sie aufnahm. Das Letzte, was Daryl jetzt braucht, ist eine romantische Beziehung, aber er kann die Anziehungskraft des Alphas Deacon Becker nicht leugnen. Wild, gefährlich und unantastbar, wird Deacon aus gutem Grund der Alpha-Dämon genannt. Daryl braucht nur einen Schubs in die richtige Richtung, aber wird er in der Lage sein, den Dämon zu zähmen und ungeschoren davonzukommen?
Nachdem er gesehen hat, wie sein ganzes Rudel dezimiert wurde, ist Deacon in jungen Jahren Alpha geworden. Er baute sein Rudel von Grund auf und würde jede Bedrohung, die in die Nähe seines Zuhauses kommt, zerstören. Gefährten sind eine Schwäche, doch je mehr er seinen Wolf zurückhält, desto intensiver wird sein Verlangen. Und Deacon will Daryl als seinen Gefährten, aber wie hoch ist der Preis für die Paarung mit einem Menschen, der übersinnliche Fähigkeiten besitzt?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 41.000 Wörter
FEL FERN
Gefährlicher Alpha
Die Devil Hills-Wölfe 2
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Savage Alpha“:
Fel Fern
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.
Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Für meine Leser. Ich hoffe, dass euch die Geschichte von Deacon und Daryl so gut gefällt, wie es mir gefallen hat, sie zu schreiben.
Vor achtzehn Jahren
„Santino, beeil dich. Lahmarsch“, schrie Deacon hinter ihm. Der andere Junge grummelte und schob einen Ast beiseite, der seinem Gesicht im Weg war.
„Ich verstehe nicht, warum wir in menschlicher Form gehen müssen“, murmelte Santino und sah irritiert aus, als er die Strähnen beiseiteschob, die in seine Stirn fielen. Santino war schon immer ein wenig eitel gewesen, ein bisschen großspurig.
Schon im Alter von elf Jahren bemerkte Deacon, wie die anderen Mädchen im Rudel seinen Freund ansahen. Santino war stark, möglicherweise mächtig genug, um einer der Vollstrecker von Deacon zu werden, wenn er die Position des Alphas von seinem Vater übernahm. Santinos Schwester war das auch, obwohl Deacon die achtjährige Sabine derzeit auf dem Rücken trug.
Sie hatte sich das Bein gebrochen, als sie den Waldabschnitt erkundeten, den zu betreten allen Werwolfjungen verboten war. Da sie nicht selbst gehen konnte, hatte Deacon angeboten, sie zu tragen. Sie hatte nicht einmal geweint, sondern nur auf ihr Bein geschaut und versucht, sich wieder zu verwandeln, aber das machte die Sache nur noch schlimmer.
„Deine Schwester kann sich nicht verwandeln“, hatte er Santino gesagt. „Du kannst vorausgehen, wir werden nachkommen.“
Santino schnaubte. „Was auch immer. Wenn du müde wirst, kann ich sie tragen.“
Deacon verbarg ein Lächeln. Die meisten Kinder in ihrer Altersgruppe hielten Santino für kalt und gefühllos, aber Deacon wusste, dass der andere Junge ein fürsorgliches Herz unter seiner Schale versteckte. Santino mochte sich so verhalten, als würde es ihn ärgern, aber er würde nicht zögern, einem Rudelmitglied in Not zu helfen.
Vor vier Jahren war Deacon mit einem Vollstrecker seines Vaters auf Patrouille gegangen. Er hatte mehr über ihr Land gelernt, als er auf die zwei halbtoten Geschwister gestoßen war, die sich im abgelegenen Teil des Gebietes in den Bergen versteckt hatten. Sie waren gerade aus einem von der Gruppierung Menschen-Zählen betriebenen Labor entkommen, das Zuchtversuche zwischen Espern und Wandlern durchführte. Die Menschen, vor denen sie geflohen waren, hatten sie verfolgt, aber das Rudel machte kurzen Prozess mit ihnen.
Seit seiner Geburt wusste Deacon, dass er anders war. Die anderen Werwölfe seines Alters hielten immer Abstand von dem Sohn des Alphas, der einmal den Platz seines Vaters übernehmen sollte. Santino und Sabine fürchteten ihn jedoch nie, behandelten ihn nie anders. Schon von Anfang an konnte er sehen, dass sie wilder, feuriger und anders als die anderen Welpen waren, die das Rudel großzog.
Sabine packte die Rückseite seines Hemdes und Nägel bohrten sich in seinen Rücken. „Hey, was ist los?“, fragte er und zog seine Brauen zusammen.
„Deacon“, flüsterte sie. „Der Tod lauert um die Ecke.“
Deacon dachte sorgfältig über ihre Worte nach, denn ihr Instinkt war bisher nie falsch gewesen.
Santino runzelte die Stirn und schnüffelte dann in der Luft. „Ich rieche nichts.“
„Ich auch nicht.“ Dann sah Deacon den Rauch von den Bäumen vor ihnen aufsteigen. Angst umklammerte sein Herz, da er wusste, dass das die Richtung war, in der sich das Rudel befand. Er begann in diese Richtung zu marschieren, als Sabine seine Schulter packte.
„Wenn du dorthin gehst, stirbst du auch“, beharrte sie.
Deacon war derjenige gewesen, der seinen Vater darum gebeten hatte, sie zu adoptieren, obwohl sein Vater sie anfangs gefürchtet hatte, besonders nachdem er herausfand, dass Esper-Blut in ihren Adern floss.
Als Deacons Vater sah, wie sich die beiden wilden Werwolfgeschwister an ihn anschlossen, wie ein Küken auf einen Menschen geprägt war, nahm er sie in das Rudel auf. Infolgedessen waren alle drei miteinander herangewachsen und beide beschützten ihn. Nicht, dass Deacon Schutz brauchte, aber er erkannte, dass sie für ihn essenziell sein würden, in der Zukunft ausgezeichnete Krieger für sein Rudel.
Deacon ließ sie runter. „Santino, beschütze sie. Ich werde herausfinden, was vor sich geht.“
Deacon wartete nicht auf eine Antwort, als er sich auszog und sich verwandelte. Pelz bedeckte seine Brust und Schultern, während Santino mit ihm stritt.
„Deacon, du weißt nicht, was da los ist. Ich komme mit dir“, erklärte Santino.
„Was ist mit Sabine?“, fragte er und verlor schnell seine menschliche Stimme. Knochen verschoben sich und Organe wurden neu arrangiert. Deacon wuchsen Krallen und Reißzähne.
„Sie kann auf sich selbst aufpassen.“
Er knirschte mit den Zähnen und blinzelte, als Sabine vom Boden aus seinen Knöchel packte. Er schüttelte sie ab und landete schließlich auf allen vieren. Sie packte sein Fell, und ihre seltsamen silbernen Augen trafen auf seine. Sie sah verängstigt aus, was neu war, weil sie in gewisser Hinsicht furchtloser war als ihr Bruder. Sabine hatte Angst um ihn, erkannte er.
„Sei vorsichtig“, flüsterte sie und ließ sein Fell los. „Bruder, sorge dafür, dass es ihm gut geht. Ich werde mich darauf konzentrieren, mein Bein schneller zu heilen.“
Deacon sprintete in den Wald davon, sein Herz raste, aber er wurde von Santinos Wolf hinter ihm etwas beruhigt. Sie würden ihm immer den Rücken stärken. Sein Vater warnte ihn immer, dass ihre Loyalität nicht unbedingt dem Rudel, sondern nur ihm galt. Für sie war er derjenige gewesen, der sie gefunden und gerettet hatte, aber Deacon wusste, dass sie mit der Zeit das Rudel als Familie ansehen würden.
Der Geruch von Rauch verstopfte jetzt seine Nase, zusammen mit dem beißenden Geruch von brennendem Fleisch und Fell. Wut tobte in ihm, als er schneller rannte. Vor sich konnte er den zerstörten Maschendrahtzaun sehen, der das Rudelgelände umgab. Reglose Körper lagen verstreut auf dem Boden, Rudelmitglieder in Menschen- und Tiergestalt und irgendwo dazwischen.
Ein Mann, der nach Mensch roch, wirbelte herum und richtete sein Gewehr auf sie. Deacon kniff die Augen zusammen und sah die komplett schwarze Ausrüstung an. Ein Söldner? Ein Mitglied einer Paranormale hassenden menschlichen Fraktion?
Gerade als der Mann seinen Finger auf den Abzug legte, schnappte Deacon nach seinen Beinen und versenkte Krallen in die Sehnen, so wie er es gelernt hatte. Werwolfjunge waren nicht so stark wie Erwachsene, aber zumindest konnten sie sich verteidigen. Deacon war auch kein normaler Welpe. Ein warnendes Knurren von Santino ertönte hinter ihm. Der andere Junge schubste ihn aus dem Weg, als eine Gruppe von Männern das Feuer eröffnete.
Deacon warf sich rechtzeitig zu Boden und zischte, als sich eine Kugel in seine Seite bohrte. Schmerz flackerte auf und er knurrte. Mit Silber bedeckt. Wer auch immer diese Jäger waren, sie waren gut vorbereitet. Santino biss in sein Fell und zerrte ihn wieder zu den Bäumen.
Deacon war größer, hätte den anderen Jungen abwehren können, aber die Sorge in Santinos silbernen Augen hielt ihn auf. Vertraue denen, die hinter dir stehen. Ein weiterer Rat seines Vaters. Deacon ließ sich von Santino zu den Bäumen bringen, wo sie hergekommen waren. Das war richtig. Es gab weitere Rudelmitglieder, die andere Sektoren ihres Territoriums patrouillierten.
Was sie brauchten, war Unterstützung.
Dann sah er den riesigen Wolfskopf an einem der Zaunpfähle. Anfangs konnte er diesen Kopf nicht mit der Person verbinden, zu der er gehörte.
Das musste ein Albtraum sein, aus dem er aufwachen konnte. An diesem Morgen hatte er sich mit seinem Vater gestritten und war von seiner Mutter leicht zurechtgewiesen worden, weil er in diesen Teil des Waldes ging, in den die Kinder des Rudels nicht gehen durften. Am Ende war er derjenige gewesen, der ihre kleine Expedition geplant hatte, um zu sehen, um was es dabei eigentlich ging.
Papa. Wo war seine Mutter?
Ein Heulen der Trauer brach aus Deacon hervor, als er einen blutigen Körper unter dem Kopf seines Vaters entdeckte. Seine Mutter hatte sich nicht wehren können. Sie war halb Mensch und von Geburt an nicht in der Lage, sich in ihren Wolf zu verwandeln.
Mirabelle Becker war jedoch im Rudel sehr beliebt. Hatten diese hasserfüllten Menschen sie zuerst getötet, um an seinen Vater heranzukommen?
Denke, handle nicht die ganze Zeit wie ein Tier. Das war eine Lektion, die sein Vater ihm eingebläut hatte.
Deacon war aufgewachsen in dem Wissen, dass er der zukünftige Alpha sein würde, also hatte er bereits mit zwölf Jahren Training und Strategie kennengelernt. Wie jedes andere Kind war er beim Lernen furchtbar gelangweilt, aber jetzt musste er seinen Kopf benutzen.
Sein Vater würde nicht leicht aufgeben und das Rudel bestand aus fünfzig Mitgliedern. Deacon hatte mit allen Vollstreckern und den erfahrenen Kämpfern seines Vaters trainiert, kannte ihre Stärken und war zuversichtlich gewesen, dass sie die Schwachen ihres Rudels beschützen konnten. Doch sogar ohne das Gelände zu betreten, sah Deacon mehr Leichen auf dem Boden.
Sein Vater hatte das Rudel nicht beschützt. Genau wie alle Krieger seines Vaters.
Wie kamen diese Menschen so leicht ins Herz eines aufsteigenden Wolfsrudels?
Deacon starrte auf die Leiche seiner Mutter und die hässliche Wahrheit ging ihm auf.
Die Lebenskraft eines Wandlers war an seinen vom Schicksal bestimmten Gefährten gebunden. Griff man die schwächere Hälfte an, würde sogar der stärkste Mann im Rudel, der Alpha, sterben. Es war eines der streng gehüteten Geheimnisse des Rudels, was so viel bedeutete, dass er es gar nicht in Betracht ziehen wollte. Vielleicht hatten sie einen Verräter in ihrer Mitte. Verdammt. Ihr Territorium war riesig, aber sie hatten nicht genug Leute, um alle zu beobachten, die in ihrem Land ein- und ausgingen.
Verdammt, das war offensichtlich gewesen, als er Santino und Sabine gefunden hatte. Damals hatte das Rudel noch nicht einmal gewusst, dass menschliche Söldner ihr Territorium durchquerten, um nach ihren entlaufenen Testpersonen zu suchen.
Menschen. Sie waren der wahre Feind.
Deacon sah rot. Er ignorierte Santinos warnendes Knurren und stürzte sich auf die Gruppe. Nicht mehr in der Lage, klar zu denken, war alles, was Deacon tun wollte, sie in Stücke zu reißen.
Er war vielleicht noch kein ausgewachsener Werwolf, aber er war groß und wendig genug. Ein Mensch hob seine Waffe, aber seine Hand zitterte. Gut. Deacon wollte, dass sie verängstigt waren. Eine Kugel traf seine Seite, aber er ignorierte den Schmerz. Er erreichte schließlich das Zentrum der Gruppe.
Ein Mensch zielte mit seinem Gewehr auf etwas links von ihm, aber Santinos dunkler, schokoladenbrauner Wolf schnappte nach den Beinen des Menschen und brachte ihn zu Boden. Santino hatte aufgehört, ihn zum Rückzug zu bewegen, und sich entschieden, an seiner Seite zu kämpfen. Gut. Eine weitere Kugel bohrte sich in sein linkes Hinterbein und brachte Deacon zum Schwanken, aber er konnte jetzt nicht aufhören. Zumindest würde er als ein Krieger sterben.
Was hatte Deacon überhaupt noch übrig? Sein Zuhause war völlig ausgelöscht, seine Eltern tot. Er wagte nicht einmal, an den Rest seiner Cousins, Tanten oder Onkel zu denken. Zu viele Leichen und er wollte ihre Gesichter nicht sehen. Er entfesselte den wilden Wolf, mit dem er geboren worden war.
Während des Aufwachsens hatte Deacon Mühe gehabt, sein inneres Tier zu kontrollieren. Sein Vater sagte immer zu ihm, er solle sein Tier nicht gewinnen lassen, aber dieses Mal brauchte er die Rücksichtslosigkeit seines Wolfes.
Er würde wie sie untergehen und ihren Tod rächen. Voller Wut bemerkte Deacon nicht einmal, dass kein Feind mehr übrig war, den er zu bekämpfen hatte. Santino und er starrten einander an, keuchend, Maul und Fell voller Blut. Am Leben. Sie lebten noch. Ein warnendes Geheul kam von den Bäumen, und Deacon drehte sich um, von Horror erfüllt, als er sah, wie vielleicht ein Dutzend bewaffneter Menschen aus den geplünderten Häusern rannten.
Deacon fletschte die Zähne, sein Blutdurst verdoppelte sich. Dieses Mal, als er begann, direkt in sie hineinzulaufen, hielten ihn zwei Paar Fangzähne zurück. Er brüllte, drehte sich um und sah, dass zwei Paar besorgter Silberaugen ihn anstarrten. Der eine war ein dunkelbrauner Wolf, der andere mit einem Fell in reinem Weiß. Die Geschwister zerrten ihn zurück. Er wehrte sie zuerst ab, sah, dass Sabines linkes Hinterbein immer noch nicht vollständig verheilt war, und wusste, dass er es mit ihnen aufnehmen konnte, aber sie schafften es, ihn zu den Bäumen zu ziehen.
Deacon knurrte wieder, aber Sabine verwandelte sich zurück in ein Mädchen, ergriff das Fell an seinem Hals und presste ihr Gesicht gegen seins, fühlte sich anscheinend nicht gestört von all dem Blut an ihm. Es waren ihre Tränen, die ihn weckten. Sie weinte nie. Sabine war das tapferste achtjährige Mädchen, das er je gekannt hatte, und seine zweitbeste Freundin. Sie weinte nie, nicht einmal als Deacon sie und Santino gefunden hatte.
„Deacon, du bist unsere letzte Hoffnung. Verstehst du das nicht?“, flüsterte sie, und ihre silbernen Augen flehten ihn an.
Der wütende Wolf in ihm beruhigte sich, aber der Hunger, seine Eltern und toten Rudelmitglieder zu rächen, würde niemals verschwinden. Der hatte tief in ihm Wurzeln geschlagen und er ließ es zu.
Sabine war Teil des Rudels. Sicherheit. Sie war praktisch die jüngere Schwester, die er nie gehabt hatte. Sie war noch nicht fertig. „Wir haben versprochen, dir zu folgen, wohin du auch gehst. Ist das deine Entscheidung? Heute zu sterben?“ Ruhige Akzeptanz füllte ihre Augen, und das gefiel ihm nicht.
Wenn ihre anfänglichen Worte nicht zu ihm durchgedrungen waren, taten diese es. Er wusste, dass die Geschwister ihm gegenüber so loyal waren, dass es sogar einige der älteren Soldaten des Rudels verwirrte. Deacon wusste ohne Zweifel, dass sie ihm bis zu dem Ende folgen würden, das er wählte, sogar in der Schusslinie sterben würden. Selbst wenn er darauf bestand, allein zu gehen, würden sie an seiner Seite bleiben.
Deacon hielt seinen Wolf zurück. Nein, das wollte er nicht. Sie lehnte ihre Stirn gegen seine Schnauze. Deacon ließ sie, weil sie seine Familie war.
„Lebe, Deacon. Werde stark. So stark, dass unsere Feinde uns nicht mehr berühren können. Sei ein besserer Alpha als dein Vater es war.“
Santino strich sein Fell gegen sie, sie neigte den Kopf und nickte. „Lass uns gehen. Santino sagt, dass er mehr überlebende Rudelmitglieder im Norden spürt.“
Deacon warf einen letzten Blick auf das Massaker hinter ihm, als Sabine sich zum Wolf zurückverwandelte. Es tat weh, seinen Eltern, seiner ermordeten Familie, den Rücken zu kehren, aber am Ende waren sie Leichen. Er konnte ihnen nicht helfen, aber er konnte ihnen ein Versprechen geben.
Im Gegensatz zu seinem Vater würde er nie schwanken, niemals Güte sein Herz beherrschen lassen. Er würde ein Monster werden, damit sein Rudel niemals durchmachen musste, was er und die anderen Überlebenden durchmachten. Deacon würde seine Menschlichkeit wegwerfen, so dass nie wieder jemand sein Rudel verletzen konnte.
Gegenwart
Deacon nahm einen weiteren langen Schluck von seinem Bier und beobachtete vom Rand aus, wie die unverpaarten Mitglieder des Rudels um das Lagerfeuer herum tanzten, das die Jugendlichen an diesem Tag wegen des Vollmonds aufgeschichtet hatten. Dies war seine zweite Flasche, wahrscheinlich seine letzte. Werwölfe wurden nicht leicht betrunken, aber er musste wachsam bleiben. Während des Vollmonds oder der Paarungszeit waren die meisten seiner Wölfe weniger wachsam.
Er fragte sich, was ihn dazu brachte, heute über die Vergangenheit nachzudenken. Deacons Blick wanderte zu Forrest, seinem jüngsten Vollstrecker, der mit seinem menschlichen Gefährten Dave an einem der Tische saß. Als Dave und sein Esper-Bruder kurz vor der Grenze zu Devil Hills aufgetaucht waren, war Deacon unerbittlich gewesen, dass nur Daryl bei ihnen Zuflucht finden würde. Forrest hatte ihm jedoch getrotzt und am Ende hatte Dave bewiesen, dass seine Loyalität seinem Gefährten und dem Rudel galt, indem er drei junge Werwolfwelpen rettete.
Deacon wusste, dass Dave Rush nicht auf der Seite der Menschen-Zählen-Regierung stand, besonders da Dave schon sein ganzes Leben lang seinen Bruder beschützte. Deacon ahnte, warum die Disziplinarkommission, die damit beauftragt war, diejenigen zu fangen und zu eliminieren, die sie als Bedrohung für Menschen ansahen, wie Wandler, Esper und andere Paranormale, Daryl so dringend in die Finger bekommen wollte.
Entweder würde er einen seiner Vollstrecker verlieren oder Forrest und seinem Gefährten erlauben, zu bleiben. Lance, sein Beta und die anderen Vollstrecker hatten dafür gestimmt, dass Dave in Devil Hills blieb. Deacon hätte es ablehnen können.
Letztlich beruhte die endgültige Entscheidung auf ihm, aber er war der Mentor von Forrest gewesen, er hatte dabei geholfen, die Fähigkeiten des jungen Vollstreckers zu verbessern und beobachtet, wie Forrest sich zu einem fähigen Leutnant entwickelte. Forrest war ein wichtiger Bestandteil des Rudels, den er nicht verlieren konnte. Wenn das bedeutete, einen Menschen zu akzeptieren, dann gut.
Ein strahlend blauäugiger Blick begegnete ihm über das Feuer hinweg. Deacon sah den anderen Rush-Bruder an. Sein Wolf setzte sich mit offensichtlichem Interesse in ihm auf, etwas, das das Tier nicht getan hatte, als einige der unverpaarten Wölfe in dem Rudel auf ihn zugekommen waren um zu fragen, ob er an diesem Abend Gesellschaft haben wolle.
Daryl schenkte ihm ein Lächeln. Mutiger kleiner Esper. Das wagten selbst die unterwürfigen Wölfe im Rudel nicht zu tun. Mit zwölf Jahren hatte das Massaker an seiner Familie und seinem Rudel seine Reife beschleunigt und ihn für immer verändert, ihn hart und zu dem rücksichtslosen Alpha gemacht, als den jeder ihn kannte. Deacon akzeptierte, dass er sich mit dieser Art von Verantwortung von den anderen isolieren musste.
Um an der Spitze stehen zu können, um sein Rudel in Sicherheit zu bringen, musste er das Monster sein, der Bastard, für den manche ihn hielten. Das bedeutete, dass einige der unterwürfigen und schwächeren Wölfe im Rudel Angst vor ihm hatten.
Etwas Kleines, Weißes und Pelziges kaute an seinen Stiefeln. Er blickte zu Boden und grinste den weißen Wolfswelpen an, der daraufhin mit dem Schwanz wedelte. Deacon nahm Sylvia hoch, die ihn ankläffte.
„Bist du deinen Aufpassern wieder entwischt, Kleine?“, fragte er.
Genau wie ihre Mutter war Sylvia etwas wilder als die anderen Welpen. Im Gegensatz zu Sabine wuchs Sylvia glücklicherweise nicht mit Trauer, Wut oder einer Tragödie auf. Ihre Mutter, ihr Onkel und Deacon selbst sorgten dafür. Deacon war verdammt stolz, dass keiner der Welpen in dieser Generation oder der davor dasselbe durchmachen musste wie er und die anderen.
„Alpha.“ Sabine erschien neben ihm. Deacon war nicht länger überrascht.
Der Geist nannten die anderen Rudelmitglieder sie, weil sie sich so leise bewegen konnte. Sie nannten Santino auch den Teufel, im Bett und außerhalb davon, weil er einer der rücksichtslosesten Krieger war, den das Rudel hervorgebracht hatte, und aus dem anderen Grund, naja. Deacon nahm an, dass es eine besondere Art von Person erfordern würde, um den Teufel zu zähmen, aber er bezweifelte, dass Santino sich in absehbarer Zeit einen Gefährten nehmen würde.
„Nichts Besonderes im Süden. Die eingeteilten Wölfe dort wechseln sich in wenigen Minuten ab“, sagte Sabine und betrachtete ihre verspielte Tochter, die sich in ihrer Gegenwart besser benahm. Sylvia warf ihr unschuldige Blicke zu. „Willst du, dass ich sie nehme?“
„Ganz und gar nicht. Sie hat mir Gesellschaft geleistet.“ Deacon streichelte dem kleinen Welpen den Rücken, wohl wissend, dass sie bald einschlafen würde. Er hatte schon immer eine Schwäche für Sylvia gehabt, vor allem angesichts der besonderen Umstände der Geburt des Welpen. „Es war in letzter Zeit ruhig, oder?“
„Was gut ist“, kommentierte Sabine. Sie legte den Kopf schief und folgte seinem Blick zu Forrest und Dave. Dave sah sie, winkte, zögerte dann, als er Deacon sah.
Deacon wusste, dass einige der schwächeren Rudelmitglieder und andere paranormale Mitglieder ihrer Gemeinschaft nicht verstanden, warum er so hart auf das frisch verbundene Paar reagierte. Er hatte Sabine wehgetan, indem er ihr die Verwandlung aufgezwungen und sie gezwungen hatte, seinen Befehlen zu gehorchen, an dem Morgen, als er erfahren hatte, dass Forrest den Menschen heimlich auf ihr Land gebracht hatte.
„Ich bin eifersüchtig“, sagte er schließlich zu ihr, weil sie eine der wenigen war, denen er wirklich vertraute und die ihn seit seiner Kindheit kannten.
„Eifersüchtig auf was?“, fragte sie neugierig.
„Dass du Forrest nahe gekommen bist.“
Sie blinzelte. „Was?“
Deacon stieß ein trockenes Lachen aus. „Ich weiß. Es lässt mich unreif klingen, aber es ist wahr. Egal, wie weit ich gehe, egal, wie sehr ich zu einem Monster werde, zumindest werden du und Santino immer an meiner Seite sein.“
Selbst wenn das Rudel plötzlich gegen ihn stimmte oder Lance mächtig genug wurde, um seine Position zu übernehmen, würden diese beiden ihm immer folgen. Das war sowieso das schlimmste Szenario, aber Deacon bezweifelte, dass dies in absehbarer Zeit geschehen würde. Er mochte es aber, auf alles vorbereitet zu sein.
„Das stimmt immer noch. Wir werden dich unterstützen, auch wenn Lance und die anderen dir den Rücken kehren“, sagte sie und strich ihm mit der Hand über den Arm. Die Worte bedeuteten ihm die Welt.
Deacon bemerkte, dass Dave sich ihm näherte und sah, dass Daryl ihren Austausch beobachtete. Er wusste nicht, warum sein Wolf den Esper ebenfalls bemerkte, warum er seinen Blick nicht von Daryl abwenden konnte.
„Äh, Sylvia bleibt heute Nacht bei uns“, sagte Dave zu ihm.
