Grover: Blindes Vertrauen - Fel Fern - E-Book

Grover: Blindes Vertrauen E-Book

Fel Fern

0,0
3,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Als blinder Kriegsveteran und Jaguarwandler, der gerade so zurechtkommt, versucht Grover, sich an ein normales Leben zu gewöhnen. Während er seinen Blindenhund spazieren führt, stößt er zufällig mit dem Tigerkatzenwandler Eric zusammen, der versucht, ihm die Brieftasche zu klauen. Sein Jaguar sagt ihm, dass Eric sein Gefährte ist, doch Grover glaubt, dass ein kaputter Formwandler wie er keinen Gefährten verdient. Eric stiehlt, um zu überleben und um seinen Bruder, seinen einzigen Familienangehörigen, durchzubringen. Einem blinden, aber gefährlichen dominanten Jaguarwandler über den Weg zu laufen, stand nicht auf der Tagesordnung, aber er kann nicht ignorieren, was sein Herz will. Seine innere Katze weiß, dass Grover der eine Mann ist, auf den er sein ganzes Leben gewartet hat – sein Gefährte. Wie dem auch sei, um Grover zu gehören und ihrer zerbrechlichen Beziehung die Chance zu geben, sich zu entwickeln, muss Eric sein altes Leben als Dieb hinter sich lassen. Als verwundete Herzen auf dem Spiel stehen, beweist Grover, dass er willens ist, alles zu tun, was nötig ist, um seinen Gefährten für sich zu beanspruchen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 28.000 Wörter

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

ÜBER FEL FERN

LESEPROBE:

Grover: Blindes Vertrauen

Als blinder Kriegsveteran und Jaguarwandler, der gerade so zurechtkommt, versucht Grover, sich an ein normales Leben zu gewöhnen. Während er seinen Blindenhund spazieren führt, stößt er zufällig mit dem Tigerkatzenwandler Eric zusammen, der versucht, ihm die Brieftasche zu klauen. Sein Jaguar sagt ihm, dass Eric sein Gefährte ist, doch Grover glaubt, dass ein kaputter Formwandler wie er keinen Gefährten verdient.

Eric stiehlt, um zu überleben und um seinen Bruder, seinen einzigen Familienangehörigen, durchzubringen. Einem blinden, aber gefährlichen dominanten Jaguarwandler über den Weg zu laufen, stand nicht auf der Tagesordnung, aber er kann nicht ignorieren, was sein Herz will. Seine innere Katze weiß, dass Grover der eine Mann ist, auf den er sein ganzes Leben gewartet hat – sein Gefährte.

Wie dem auch sei, um Grover zu gehören und ihrer zerbrechlichen Beziehung die Chance zu geben, sich zu entwickeln, muss Eric sein altes Leben als Dieb hinter sich lassen. Als verwundete Herzen auf dem Spiel stehen, beweist Grover, dass er willens ist, alles zu tun, was nötig ist, um seinen Gefährten für sich zu beanspruchen.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 28.000 Wörter

FEL FERN

Grover: Blindes Vertrauen

Wounded Hearts: Verwundete Herzen 3

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Grover“:

Fel Fern

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2023

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Prolog

Ein Jahr zuvor

„Soll dich jemand nach Hause fahren, Grover?“, fragte Abram, sein Kommandant.

Grover konnte ihn nicht sehen, dank des Bombenangriffs, doch sein übernatürliches Gehör und Geruchssinn waren nur noch besser geworden. Neben ihm ging jemand ruhelos hin und her. Dusty, das jüngste Mitglied ihrer Einheit und der, der am dichtesten dran war, die Kontrolle über seinen inneren Leoparden zu verlieren. So dicht, dass Grover Dustys wütendes Tier spüren konnte, eingesperrt und begierig darauf, freigelassen zu werden.

Den anderen ging es auch nicht viel besser. Mike, der neben ihm auf der Bank saß, sagte kein Wort mehr, nachdem er ihn angeknurrt hatte, er solle mehr Platz zwischen ihnen lassen. Reizbarer Tiger. Selbst Abram, ihr Anführer, hatte Schwierigkeiten, seinen Löwen im Zaum zu halten.

Sie alle mochten überlebt haben, als feindliche Flugzeuge Bomben mit Silbernitratgemisch auf ihr Camp in der Wüste abgeworfen hatten, aber keiner von ihnen war heil und unversehrt heimgekehrt. Abram hatte einen Arm verloren, Mike ein Bein, Dusty sein Gehör und Grover sein Augenlicht.

Wayne, der schwächste Formwandler ihrer Einheit, hatte es nicht geschafft, doch das könnte ein Segen gewesen sein. Gebrochene Formwandler waren gefährlich und ihre inneren Raubtiere entzogen sich der Leine – Grover weigerte sich, an das Schlimmste zu denken. Er schob seine Sonnenbrille höher auf die Nase und drehte den Kopf in Richtung der Stimme seines Kommandeurs, als ihm klar wurde, dass Abram eine Antwort erwartete – nur dass er Abram nicht länger so nennen konnte. Abram war nicht länger sein vorgesetzter Offizier und keiner von ihnen war ein Soldat. Ehrenhaft entlassen war der höfliche Ausdruck für nicht länger von Nutzen.

„Ich komme schon klar. Jemand wird mich abholen“, antwortete er.

Aber würde Lyle das wirklich? Grover war nicht sicher. Anders als Mike hatte er seine Beziehung nie an die große Glocke gehängt. Nur Abram wusste davon. Für Formwandler, die nach regelmäßigen Berührungen verlangten, funktionierten Fernbeziehungen nicht. Dennoch glaubte Grover weiterhin daran, trotz der lauten Streits, die Lyle und er während ihrer Ferngespräche hatten.

Jemand hatte Lyle nach Grovers Operation und Rekonvaleszenz informiert. Abram hatte erzählt, Lyle hätte eine Gute-Besserung-Nachricht geschickt. Danach – nichts mehr. Grover hatte Abram gebeten, ihm dabei zu helfen, Lyle eine Nachricht zu schicken, um ihn über ihre Rückkehr auf amerikanischen Boden vor einer Woche zu informieren. Obwohl er Abram gesagt hatte, er solle Lyle die Wegbeschreibung zu ihrem Luftwaffenstützpunkt schicken, hatte es noch immer keine Antwort gegeben.

Jetzt war sein Verstand mit anderen Geräuschen beschäftigt – rasche Schritte, Seesäcke, die auf den Boden fielen, … nach Luft schnappen, Tränen und Vorwürfe. Irgendwo in der Nähe schluchzte eine Frau vor Erleichterung. Weiter weg hörte er, wie ein Mann seinen Sohn zu Hause willkommen hieß.

Seit Grover in eine Welt der Dunkelheit gestoßen worden war, hatte er angefangen, sich vorzustellen, wie die Leute aussahen.

„Ich will so schnell wie möglich weg von hier“, murmelte Dusty.

Grover verstand ihn. Keiner von ihnen hatte Familie oder nennenswerte Freunde. Grover war als Waise ein Kind des Sozialsystems gewesen, ebenso wie Mike. Dusty und Abram hatten Familien, denen sie egal waren. Sie hatten einander und das war genug gewesen. Teil einer übernatürlichen Spezialeinheit zu sein, hatte sie von anderen getrennt. Gewöhnliche menschliche Soldaten hatten sie gemieden wie die Pest. Aber was war dieser finstere Ruf jetzt wert?

Nichts. Sie alle waren die Besten auf ihrem Gebiet gewesen, perfekt funktionierende Killer, aber was waren sie jetzt?

In Grover machte sich eine Leere breit, doch ein winziger Funken Hoffnung blieb. Lyle würde kommen. Es war egal, dass sie einen Witz von einer Beziehung führten. Grover musste nur die Stimme von jemandem hören, dem er einmal etwas bedeutet hatte, der behauptet hatte, er würde ihn lieben, auch wenn alles nur Show gewesen war. Lyle war ein Mensch und hatte seinen Freunden gerne erzählt, dass er einen heißen Formwandlerlover in der Armee hatte.

Grover war in der toxischen Beziehung geblieben, weil er sich an eine idealisierte Vorstellung seiner Zukunft mit Lyle geklammert hatte, um bei Verstand zu bleiben. Damals in der Wüste, auf feindlichem Gebiet, hatte es keinen Raum für Zweifel oder Erbarmen gegeben. Gnadenlosigkeit und praktische Entscheidungen hatten einem das Überleben gesichert, doch es hatte auch bedeutet, Teile seiner Seele herauszuschneiden. Selbst jetzt noch hielten sich die Soldaten, die mit ihnen zusammengearbeitet hatten, aus Angst fern von ihrer kleinen Gruppe.

„Du hast seine Antwort gehört, Abram. Lass uns gehen. Mein Tiger ist kurz vorm Durchdrehen“, sagte Mike. Einen Moment später spürte Grover eine Hand auf seiner Schulter. Mikes Geruch. Würde ein Fremder ihn aus Versehen so berühren, würde Grover die Zähne fletschen und dann zubeißen, doch sein Jaguar betrachtete Mike als mehr als nur einen Freund – einen Bruder, auch wenn sie nicht blutsverwandt waren. „Bis bald, Grover.“

„Ja.“

Sie alle hatten sich einstimmig dafür entschieden, in derselben Stadt zu bleiben – Abrams Heimatstadt Cherry Hill. Bevor er zur Armee gegangen war, hatte er bei seinen Pflegeeltern gelebt, doch er betrachtete diesen Ort nicht als sein zu Hause. Mike und Dusty waren ebenfalls Nomaden. Wenn sie alle an einem Ort blieben, konnten sie sich wenigstens gegenseitig im Auge behalten. Sie zählten aufeinander, das Unausweichliche zu tun, falls ihre Tiere zu wilden Bestien werden sollten.

„Pass auf dich auf, Kumpel“, sagte Dusty und Grover nickte.

Abram sagte nichts, was in Ordnung war. Der große Löwe konnte eine Menge ausdrücken, indem er schwieg. Nachdem sie fort waren, lehnte Grover sich gegen die Wand und schob den Seesack mit seinen Habseligkeiten zwischen seine Beine. Die Sekunden verrannen und wurden zu Stunden. Die Geräusche der Soldaten, die mit ihren Lieben wiedervereint wurden, verstummten.

Lyle würde nicht kommen. Es fühlte sich an, als hätte ihm jemand ein ganzes Magazin Kugeln in die Brust gejagt.

Grover schob seine Hand in die Tasche seiner Armeehose und befühlte sein Handy für den Fall, dass er dessen Vibration verpasst hatte. Er wischte über das Display. Und auch keine Sprachnachricht.

Worauf genau hatte er gehofft?

Seine Gedanken wanderten zu ihrem letzten wütenden Telefongespräch. Er hätte nach Hause kommen sollen. Das hätten sie alle. Zwei Jahre waren eine lange Zeit und alles, was er wollte, war ein entspannender Tag mit Lyle. Sie könnten vielleicht ausgehen, zusammen Mittagessen und sich danach einen Film ansehen oder an einem verregneten Samstagnachmittag auf der Couch kuscheln. Dinge, die er für selbstverständlich gehalten hatte und die im Moment einfach nur himmlisch klangen.

„Wartest du auf jemanden, Sohn?“, fragte eine schroffe Stimme. Noch ein Soldat, dem Geruch nach zu urteilen menschlich, aber wenigstens hatte er keine Angst davor, sich ihm zu nähern. Da der Mensch ihn Sohn genannt hatte, nahm Grover an, dass er älter war.

„Nein, alles klar bei mir.“ Grover musste nicht sehen können, um das nicht zu überhörende Mitleid in der Stimme des anderen Mannes wahrzunehmen. Er griff nach dem Stock neben sich und stand auf. Grover nahm eine Handbewegung in der Nähe seines Seesacks wahr und fauchte. Er brauchte keine Hilfe. Der Mensch versuchte es klugerweise nicht noch einmal. „Was ist mit dir?“

„Meine Frau ist gestorben, während ich im Einsatz war“, sagte der Typ. „Zum Ausgang gehts hier lang.“

Es ging Grover durch den Kopf, dem Menschen zu sagen, dass er seinen Weg allein finden konnte. Das Gefühl von Wind auf seinem Gesicht wies ihm die Richtung. Dahinter lag der Parkplatz, doch er hielt den Mund. Der Kerl dachte wahrscheinlich, es wäre eine gute Tat.

„Sonst keine Familie oder Freunde?“

„Nein. Wir hatten nur einander.“ Der ältere Soldat klang unverbindlich, aber Grover erkannte es, wenn jemand zu bemüht war, seinen Schmerz zu verbergen.

Es war egal. Grover wusste nicht, wie man jemandem Trost spendete. Alles, worin er jemals gut gewesen war, war, Ziele zu verfolgen und sie mit seinem Gewehr für immer zum Schweigen zu bringen. Jemand, der anderen das Leben nahm, verdiente es nicht, das Leben zu genießen.

Wenigstens war der alte Soldat kein Plappermaul. Nachtluft strich über Grovers Gesicht. Draußen zu sein sollte eigentlich dazu beitragen, dass er sich besser fühlte.

Sein Jaguar mochte enge Räume nicht besonders, aber das grauenvolle Gefühl zog weiterhin seinen Brustkorb zusammen. Grover blähte die Nasenflügel, nahm einen vertrauten Geruch wahr.

Er seufzte, als er Schritte hörte, die sich ihm näherten.

„Wieso zum Teufel bist du zurückgekommen?“, fragte er Abram.

„Ich hatte nichts Besseres zu tun. Wer ist das?“

„Jemand, der viel zu lange auf der Basis geblieben ist“, erwiderte der menschliche Soldat.

„Ach, was soll’s. Wollen Sie auch mitfahren?“

„Ich wüsste es zu schätzen.“

Grover stieg auf den Rücksitz von Abrams Auto. Auf der Rückfahrt sprach keiner von ihnen ein Wort, aber das war für sie alle in Ordnung.

Kapitel 1

„Was ist mit dem hier? Er ist ein anbetungswürdig aussehender Golden Retriever“, sagte Mike gerade.

Grovers Stock stieß gegen etwas Metallisches, möglicherweise einen Käfig. Ein glückliches Jaulen erklang. Haustiere hielten sich meistens fern von Formwandlern, selbst von kaputten, doch dieser spezielle Hund schien kein Gespür dafür zu haben. Guter Gott. Das Letzte, was Grover brauchte, war ein Haustier, wenn er kaum für sich selbst sorgen konnte.

„Das ist Pancake. Er hat gerade sein zwölfwöchiges Blindenhundtraining absolviert, und Sie müssen noch weitere zwei Wochen mit ihm arbeiten“, sagte Eric Griff, ein ehrenamtlicher Helfer im Sehenden Auge Hunde-Zentrum für Veteranen.

Grover hörte kaum hin. Im Stillen kochte er und konnte noch immer nicht glauben, dass Mike ihn hierher geschleift hatte, unter dem Vorwand, Mittagessen zu gehen und ein Bier zu trinken. Grover hatte jede Menge freie Zeit, aber Mike hatte einen Gefährten, um den er sich kümmern musste, oder nicht? Der Tigerwandler sollte sich gefälligst um seinen eigenen Scheiß kümmern.

„Können wir unter vier Augen reden, Mike?“, gelang es Grover hervorzupressen.

Grover konnte seinen Jaguar spüren, wie er sich in ihm bewegte, ruhelos, wütend. An seine Behinderung erinnert zu werden machte das Tier reizbar. Es wäre nicht schwer, herauszufinden, wer hier der Dominantere war, Mike oder er. Aber auf Mike loszugehen war nichts, was er tun wollte. Mike war ein Freund, aber an Grovers schlechtesten Tagen, wenn sein Tier die Führung übernahm, hatte er Schwierigkeiten, Freund von Feind zu unterscheiden.

Sie verließen das Zentrum und er raunzte Mike an: „Wieso zum Teufel hast du mich hierher gebracht, Mike?“

„Komm runter und lass mich erklären.“

„Mir gehts gut. Ich kann meine alltäglichen Besorgungen erledigen und mich allein in der Stadt bewegen ohne Blindenhund.“

„Du brauchst einen Begleiter, Grove, und Pancake wird dein Leben verändern.“

„Jesus, hörst du dir eigentlich selbst zu? Du klingst wie der Kerl aus der Adoptieren-Sie-einen-Hund-Werbung.

„Pancake wird dein Leben sehr viel leichter machen.“

„Ach ja? Was kann ein Hund, was ich nicht kann? Wieso muss es ein verfluchter Hund sein?“

„Keine Ahnung, vielleicht deinen Rang auf der Beliebtheitsskala erhöhen? Hast du dir das Hörbuch über Blindenhunde nicht angehört, dass ich dir geschickt habe?“, wollte Mike wissen.

Grover hatte es nicht getan. Er hatte gedacht, es wäre eine Art schlechter Witz, aber offensichtlich war es Mike so ernst damit, dass er ihn hierher geschleift hatte.

„Blindenhunde werden von Geburt an trainiert. Sie sind nicht wie normale Haustiere. Außerdem, mit Pancake an deiner Seite steigen deine Chancen, ein ahnungsloses Schnuckelchen aufzureißen.“

„Was zur Hölle?“

Mike hörte nicht zu und fuhr fort: „Irgendein süßer Typ wird denken ‚oh, ich check mal diesen heißen blinden Kerl ab. Er sieht irgendwie angsteinflößend aus mit all diesen Tattoos und Muskeln, aber er hat ja einen süßen Hund, also sollte er okay sein‘.“

Grover konnte nicht glauben, dass Mike plötzlich so gefühlsduselig geworden war, nachdem er sich mit Bowen verpaart hatte. Sicher, der Luchswandler war meistens gut gelaunt, aber Grover war nicht sicher, ob ihm dieser neue Mike gefiel. Wo war der depressive, brummige Mike, den er gekannt hatte? Sie sollten gemeinsam depressive und wütende Blödmänner sein.

Na ja, nein. Mike verdiente es, glücklich zu sein, genau wie Abram, aber - verflucht. Die beiden sollten ihr Glück jemand anderem unter die Nase reiben, aber ganz sicher nicht ihm oder Dusty. Abram und Mike hatten so viel Glück gehabt, ihre Gefährten zu finden, aber es wäre nicht dasselbe für Grover. Würde es wirklich seine Chancen erhöhen, jemanden zu treffen, wenn er einen Blindenhund hatte? Abgesehen davon hatte er wirklich angefangen, sich zu fragen, ob Pancake sein Leben leichter machen würde, nachdem Peter begonnen hatte, die Vorteile eines Blindenhunds herunterzuleiern.

Grover war es leid, versehentlich gegen Leute zu rennen und ständig all seine Formwandlersinne abzustimmen. Selbst einfach nur rauszugehen erschöpfte ihn, also blieb er lieber drinnen, wenn er sich nicht gerade mit einem seiner Brüder treffen wollte. Es war ihm sogar gelungen, einen Homeoffice-Job im Kundenservicecenter einer Firma zu finden, die auf Militärausrüstung spezialisiert war.

Aber es war manchmal unglaublich einsam, isolierend. Grover wusste, dass er nicht ewig so leben konnte. Eine Stimme, eine Berührung, selbst ein Hund, der seine Hand leckte, konnte eine willkommene Abwechslung sein. Ein Teil von ihm hoffte, dass Mike und Abram nicht nur einen Glückstreffer gelandet hatten, als sie ihre Gefährten gefunden hatten, aber das war wohl zu viel der Hoffnung.

Als er vor einem Jahr auf dem Luftwaffenstützpunkt auf Lyle gewartet hatte, hatte er eine wertvolle Lektion gelernt. Hoffnung konnte einen umbringen. Sie war tödlich. Seine ersten paar Tage als Zivilist waren nicht einfach gewesen. Grover war mitten in der Nacht schreiend aufgewacht und die neue Wohnung, die er gemietet hatte, fühlte sich fremd an.

„Siehst du? Du denkst darüber nach, oder nicht? Pancake ist so ein süßes kleines Ding. Nicht ganz wie Brownie, aber du weißt, er ist noch ein junger Hund.

---ENDE DER LESEPROBE---