Knochenmann - Tony Hillerman - E-Book

Knochenmann E-Book

Tony Hillerman

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Beschreibung

Es regnet Menschen und Gepäck vom Himmel, als über dem Grand Canyon zwei Passagierflugzeuge kollidieren und abstürzen. Die Ursache bleibt ungeklärt und der Koffer voller Diamanten, den ein Passagier bei sich hatte, verschollen. Fünfzig Jahre später wittert Joe Leaphorn einen Zusammenhang zwischen jenem Unglück und einem Raubüberfall auf ein Pfandleihhaus: Der junge Hopi Billy wird als Tatverdächtiger verhaftet, beteuert aber, den wertvollen Diamanten bei einem Tauschhandel von einem geheimnisvollen Alten bekommen zu haben. Überzeugt von Billys Unschuld, machen sich Leaphorn und Chee in den Tiefen des verzweigten Canyons auf die Suche nach dem Mann, der vielleicht der Schlüssel zur Lösung eines noch größeren Rätsels ist.

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Seitenzahl: 350

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Über dieses Buch

Der junge Hopi Billy wird eines Raubüberfalls verdächtigt, nachdem er einen wertvollen Diamanten versetzen wollte. Um Billys Unschuld zu beweisen, müssen Leaphorn und Chee weit in die Vergangenheit: Der Stein war zuletzt im Besitz eines Händlers, der vor Jahrzehnten im Grand Canyon umkam – dort, wo ein geheimnisvoller Knochenmann haust.

Zur Webseite mit allen Informationen zu diesem Buch.

Tony Hillerman (1925–2008) besuchte ein Internat für Native Americans, kämpfte im Zweiten Weltkrieg, studierte Journalismus und war als Journalist und Dozent tätig. Seine Romane um die Navajo-Cops Joe Leaphorn und Jim Chee wurden vielfach ausgezeichnet und in siebzehn Sprachen übersetzt.

Zur Webseite von Tony Hillerman.

Fried Eickhoff ist Übersetzer aus dem Englischen, er hat u. a. Werke von Tony Hillerman, Paula Gosling und Philip Kerr ins Deutsche übertragen.

Zur Webseite von Fried Eickhoff.

Dieses Buch gibt es in folgenden Ausgaben: Taschenbuch, E-Book (EPUB) – Ihre Ausgabe, E-Book (Apple-Geräte), E-Book (Kindle)

Mehr Informationen, Pressestimmen und Dokumente finden Sie auch im Anhang.

Tony Hillerman

Knochenmann

Kriminalroman

Aus dem Englischen von Fried Eickhoff

Ein Fall für die Navajo-Police (16)

E-Book-Ausgabe

Unionsverlag

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Impressum

Dieses E-Book enthält als Bonusmaterial im Anhang 2 Dokumente

Worterklärungen und Hintergrundinformationen zu diesem Buch auf https://ehillerman.unm.edu/encyclopedia-main

Für die vorliegende Ausgabe wurde die Übersetzung von Andreas Heckmann nach dem Original durchgesehen und grundlegend überarbeitet.

Die Originalausgabe erschien 2004 bei HarperCollins Publishers, New York.

Die deutsche Erstausgabe erschien 2006 unter dem Titel Der Skelett-Mann im Rowohlt Verlag, Reinbek.

Originaltitel: Skeleton Man

© by Tony Hillerman 2004

Alle Rechte an der deutschen Übersetzung von Fried Eickhoff beim Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg

© by Unionsverlag, Zürich 2025

Alle Rechte vorbehalten

Umschlag: Hintergrund - Nicola Patterson (Alamy Stock Photo); Symbol - Valerii Egorov (Alamy Vektorgrafik)

Umschlaggestaltung: Sven Schrape

ISBN 978-3-293-31174-9

Diese E-Book-Ausgabe ist optimiert für EPUB-Lesegeräte

Produziert mit der Software transpect (le-tex, Leipzig)

Version vom 13.08.2025, 15:16h

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Inhaltsverzeichnis

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Über dieses Buch

Titelseite

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Inhaltsverzeichnis

KNOCHENMANN

Vorbemerkung des Autors1 – Joe Leaphorn, früher Lieutenant bei der Navajo-Police …2 – Leaphorn konnte sich noch gut an den heißen …3 – Die Nachricht, die Joanna Craig bei ihrer Rückkehr …4 – Bradford Chandler drehte den Kopf zur Seite …5 – Schon auf der Rückfahrt von seinem Treffen mit …6 – Wo immer Bernie Manuelito auftauchte, fast alle mochten …7 – Joanna Craig war fest entschlossen, sich ihre Ungeduld …8 – Als Cowboy Dashee vom Sheriffbüro des Navajo County …9 – Die letzten Regenwolken waren abgezogen, und Gallup lag …10 – Brad Chandler saß in einem Diner am Stadtrand …11 – Nachdem Chee mit seinem Freund Cowboy geklärt hatte …12 – Joe Leaphorn stand in der Küche, lauschte noch …13 – Chee hatte sich nicht getäuscht. Joanna gab so …14 – Bradford Chandler hatte, wie mit Sherman verabredet …15 – Nach einigem Suchen entdeckte Joe Leaphorn, dass er …16 – Nachdem die Frau Bernie einen langen Augenblick schweigend …17 – Joanna Craig saß sechshundert Meter oberhalb des Grand …18 – Bradford Chandler hatte den Zettel entdeckt, unterschrieben von …19 – Jim Chee stand auf einem Felsüberhang und blickte …20 – Um jemanden zu fassen, der sich seinen Kautionsauflagen …21 – Auf Chees Schulter gestützt, war Cowboy tatsächlich bis …22 – Erst nach mehreren schmerzhaften Versuchen gelang es Bernie …23 – Das war doch gar nicht laut«, zischte Joanna …24 – Die Stimmen, die vom Eingang der Felsspalte zu …25 – Legen Sie ihn wieder hin!«, befahl Joanna26 – Der helle Strahl der Stablampe blendete Bernie27 – Als Chee vor vielen Jahren zum ersten Mal …28 – Ich denke, jetzt können wir langsam wieder runterklettern« …29 – Captain Pinto war, wie versprochen, schnell wieder zurück …

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Vorbemerkung des Autors

Während der Zusammenstoß zweier Flugzeuge über dem Grand Canyon – Dreh- und Angelpunkt meines Buchs – tatsächlich stattgefunden und zur Verbesserung der Flugsicherheitsbestimmungen der Federal Aviation Administration geführt hat, sind Handlung sowie Charaktere dieses Romans frei erfunden. Etliche Figuren tragen jedoch Namen von Menschen, die großzügig Geld zur Unterstützung eines Hilfsfonds für krebskranke Kinder gespendet haben.

Der Autor bedankt sich bei seinen Kollegen Scott Thybony, Michael Ghiglieri und Brad Dimick für ihren Rat und ihre Unterstützung. Die drei kennen diese großartige Schlucht wie nur wenige sonst. Mein Dank gilt auch der Ethnologin Tandra Love, dem Biologen William Degenhardt und der Naturforscherin und Essayistin Ann Zwinger, deren Down Canyon ein amerikanischer Klassiker ist. Marty Nelsons Recherchen waren mir auch diesmal wieder eine unverzichtbare Hilfe.

1

Joe Leaphorn, früher Lieutenant bei der Navajo-Police, nun seit Jahren im Ruhestand, saß am späten Vormittag mit zwei ehemaligen Kollegen bei einer Tasse Kaffee im Navajo Inn und bemühte sich, sie davon zu überzeugen, dass ein Zusammenhang bestehe zwischen dem, was sich vor fünfzig Jahren in der Nähe des Salt Woman Shrine zugetragen hatte, und Billy Tuves erst kurze Zeit zurückliegendem Versuch, im Leihhaus von Gallup einen Diamanten zu versetzen. »Ihr müsst die beiden Ereignisse als Ursache und Wirkung betrachten«, sagte er. »Alles hängt mit allem zusammen. Im Grunde ist das ganze Universum wie eine hoch komplizierte Maschine, deren unendlich viele Einzelteile ineinandergreifen.« Seine Zuhörer folgten diesen Worten mit höflicher Aufmerksamkeit, wirkten jedoch nicht sonderlich beeindruckt.

»Ich gebe zu, der zeitliche Abstand von einem halben Jahrhundert zwischen dem Tag der Flugzeugkatastrophe und Billy Tuves Auftauchen in der Pfandleihe stellt ein Problem dar«, sagte Leaphorn, »aber wenn man sich alles genauer ansieht, erkennt man, wie das eine zum anderen geführt hat. Die Verbindung ist da.«

Captain Pinto, Leaphorns Nachfolger in der Zentrale der Navajo-Police in Window Rock, stellte seine Tasse ab und bedeutete der Kellnerin, die hinter dem Tresen Leaphorns Ausführungen gefolgt war, ihm Kaffee nachzuschenken. Dann wartete er, ob Leaphorn seine Bemerkung weiter ausführen wollte, doch der Lieutenant hatte gesagt, was ihm wichtig war, und nickte nur noch kurz, als wolle er seinen Worten Nachdruck verleihen.

»Grundsätzlich teile ich ja deine Überzeugung, Joe, dass alle Dinge im Universum miteinander zusammenhängen«, sagte Pinto daraufhin. »Ein heftiger, heißer Wind lässt die Vögel ermüden und in einem Baum rasten. Unter ihrem Gewicht bricht ein Ast und fällt in den Fluss, dessen Wasser dadurch umgelenkt wird und das Ufer unterspült, was zu einem Erdrutsch führt, der den Fluss staut. Das umliegende Land wird überflutet, die Pflanzenwelt verödet, was zur Dezimierung der Tierwelt führt und am Ende die dort lebenden Menschen, die sich von der Jagd ernährt haben, zwingt, ihre Heimat aufzugeben und sich an einem anderen Ort niederzulassen. Und wenn wir alles Schritt für Schritt zurückverfolgen, landen wir bei dem heißen Wind als Ursache all dieser Veränderungen.«

Pinto hielt inne, nahm einen Schluck Kaffee und fuhr fort: »Und doch wirst du, denke ich, ziemliche Mühe haben, auch Joanna Craig in dieses Ursache-Wirkung-Prinzip einzupassen. Schwer vorstellbar, dass sie die lange Reise von New York hierher nur unternommen hat, weil ein geistig etwas zurückgebliebener Hopi einen wertvollen Diamanten für zwanzig Dollar versetzen wollte.«

Jetzt ergriff auch Captain Largo das Wort. Er war an diesem Morgen nach Window Rock gekommen, um an einer Tagung zum Thema »Alkohol am Steuer« teilzunehmen. »Das Problem, Joe, ist der zeitliche Abstand. Fünfzig Jahre lassen sich nicht so einfach überbrücken. Du sagst, alles habe mit einem Passagier an Bord der United-Airlines-Maschine angefangen, der eine Kamera bei sich hatte und der Stewardess sagte, er würde gern ein paar Fotos vom Grand Canyon machen. Die Stewardess teilt seinen Wunsch dem Piloten mit, der daraufhin eine elegante Kurve fliegt, um aus der Wolke herauszukommen, die den Blick behindert, und unvermittelt in eine Maschine von Trans World Airlines kracht, was sie in zwei Teile reißt. So geschehen am 30. Juni 1956. Bis hierher ist alles gut nachvollziehbar. Passagier äußert Wunsch, Pilot kommt dem nach. Dann der große Knall. Keine Überlebenden. Ende Gelände. Knapp fünfzig Jahre später betritt in diesem Frühjahr ein Hopi namens Billy Tuve ein Pfandleihhaus in Gallup und will für zwanzig Dollar einen Diamanten versetzen, der ungefähr zwanzigtausend wert ist. Und setzt damit eine völlig neue Kette von Ereignissen in Gang. Für mich ist das Auftauchen von Tuve nicht die Fortsetzung einer alten, sondern der Beginn einer neuen Geschichte. Denn Tuve war, als die Flugzeugkatastrophe geschah, noch nicht mal auf der Welt. Und auch Joanna Craig war noch nicht geboren.«

»Stimmt«, sagte Pinto. »In deinem Ursache-Wirkung-Prinzip klafft eine riesige Lücke, Joe. Und was den Passagier mit dem Fotoapparat angeht, ist das nur eine Vermutung von dir. Niemand weiß, warum der Pilot dieses Manöver geflogen ist.«

Leaphorn seufzte. »Ihr beide starrt nur gebannt auf die Lücke und merkt nicht, dass ihr gleichwohl ein einziges großes Ursache-Wirkung-Prinzip vor euch habt. Ich dagegen sehe eine Vielzahl von Verknüpfungen, die sich alle in einem Punkt treffen.«

Largo wiegte skeptisch den Kopf, lächelte Leaphorn aber aufmunternd zu. »Wenn jetzt eine von deinen berühmten Landkarten auf dem Tisch läge, wie würde sich dieses Zusammentreffen der verschiedenen Ursache-Wirkung-Ketten dort niederschlagen?«

»Vermutlich als Spinnennetz«, sagte Pinto.

Leaphorn ging über diese Bemerkung hinweg. »Betrachten wir mal Joanna Craigs Rolle bei dem Ganzen. Dass sie zum Zeitpunkt des Unglücks noch nicht geboren war, ist ein Glied im Ursache-Wirkung-Prinzip. Beim Absturz der TWA-Maschine starb ihr Vater, und zwar unmittelbar vor der geplanten Hochzeit mit ihrer Mutter. Nach allem, was Joanna Craig erzählte, hat der Tod des Verlobten einen tiefen Schatten auf das Leben ihrer Mutter geworfen, auch weil der Vater des Toten sie ablehnte. Und Joannas Leben wurde ebenfalls dadurch verdunkelt. Jim Chee hat mir gesagt, dass Joanna Craig nicht in erster Linie wegen der Diamanten zum Grand Canyon gekommen sei, sondern weil sie Genugtuung wollte für die Demütigungen und Erniedrigungen, die sie und ihre Mutter erfahren hatten.«

Largo und Pinto schwiegen.

»Ihr seht selbst, wie sich da Glied um Glied zu einer Kette fügt«, sagte Leaphorn. »Auch Bradford Chandlers Auftauchen hier war nur eine logische Folge dessen, was damals passiert ist. Als Zielfahnder ging es ihm vermutlich nur ums Geld, aber in diesem Fall sollte er verhindern, dass Joanna Craig fand, wonach sie suchte. Deshalb stieg er in den Canyon hinunter. Cowboy Dashee dagegen war dort, weil Tuve sein Cousin war und er es als seine Pflicht ansah, einem Verwandten zu helfen. Chee wiederum begleitete ihn, da er ihm dies als sein Freund schuldig zu sein glaubte. Und …« Leaphorn hielt inne.

Pinto lachte leise. »Erzähl weiter, Joe. Was ist mit Bernie Manuelito? Wie wurde sie in die Sache hineingezogen?«

Leaphorn wiegte den Kopf. »Vielleicht hat die Geschichte sie interessiert. Oder sie ist aus Liebe zu Chee mitgegangen.«

»Ich kann immer noch nicht fassen«, sagte Largo, »wie gut sich unsere kleine Bernie da unten im Canyon geschlagen hat. Wie hat sie es bloß geschafft, aus der Sache lebendig und unverletzt herauszukommen? Und wieso hattest du, Joe, eigentlich bei der Geschichte die Hände im Spiel? Du bist schließlich im Ruhestand.«

»Daran ist Pinto schuld«, antwortete Leaphorn. »Er hat mir erzählt, der alte Shorty McGinnis sei gestorben. Und auch das war ein Glied in der langen Kette von Ursache und Wirkung.«

»Ich wollte dir nur einen Gefallen tun, Joe«, sagte Pinto. »Mir war klar, dass dir im Ruhestand langweilig war. Also habe ich dir einen Vorwand geliefert, deine Fähigkeiten als Ermittler einmal mehr unter Beweis zu stellen.«

»Und nebenbei schont so ein Freizeitdetektiv das Spesenkonto«, bemerkte Leaphorn lächelnd. Er konnte sich gut daran erinnern, wie er nach Norden zum Handelsposten Short Mountain aufgebrochen war, froh darüber, endlich wieder etwas zu tun zu haben. Und das nur, weil eine zwei Generationen zurückliegende Katastrophe unversehens wieder aktuell geworden war und heftig widerstreitende Emotionen ausgelöst hatte. Gier vor allem sowie Wut und Hass. Aber auch Treue, Zuneigung und Entschlossenheit. Und bei Bernie Manuelito vielleicht sogar Liebe.

Captain Pinto schob seinen Stuhl zurück und stand auf.

»Bleib hier«, sagte Leaphorn. »Ich will euch beiden erzählen, wie die Geschichte mit Bernie und Jim Chee ausgegangen ist.«

»Ich hole uns nur ein paar Doughnuts«, erwiderte Pinto. »Geht ganz schnell. Das möchte ich unbedingt hören.«

2

Leaphorn konnte sich noch gut an den heißen Augustnachmittag erinnern, an dem er zum ersten Mal von dem Fall hörte, der später als »Knochenmann-Geschichte« bekannt wurde. Captain Pinto, sein Nachfolger bei der Navajo-Police, hatte ihn tags zuvor angerufen und gefragt, ob er Zeit habe, bei ihm vorbeizuschauen. Leaphorn hatte dankbar eingewilligt, froh, etwas Abwechslung zu haben.

Doch als er am nächsten Tag, den Hut in der Hand, unten in der Eingangshalle der Zentrale gewartet hatte, um sich anzumelden, kam er sich plötzlich völlig überflüssig und nutzlos vor. Die junge Frau hinter dem Empfangstresen hatte zunächst keine Notiz von ihm genommen, sondern in aller Ruhe Briefe einsortiert, ehe sie sich ihm zuwandte. Als er ihr erklärte, dass Captain Pinto ihn erwarte, griff sie nach dem Telefonhörer und fragte: »Sie haben einen Termin?«

Leaphorn nickte stumm.

Sie sah auf ihren Kalender und streifte ihn mit einem kurzen, gleichgültigen Blick. »Ihr Name?«

Diese Frage versetzte ihm einen Stich, denn in diesem Gebäude hatte er den größten Teil seines Berufslebens verbracht, Anweisungen erteilt, Leute eingestellt und über die Jahre im Umkreis von einigen Meilen bescheidenen Ruhm erworben.

»Joe Leaphorn«, antwortete er und sah, dass der Name ihr nichts sagte. »Ich habe hier gearbeitet«, setzte er leise hinzu, aber die Aufmerksamkeit der jungen Frau galt schon wieder dem Telefon. »Ist ziemlich lange her«, sagte er mehr zu sich selbst.

»Der Captain möchte, dass Sie hochkommen.« Mit einer knappen Handbewegung wies sie auf die Treppe.

Vor der Tür mit der Aufschrift »Special Investigations« zögerte er kurz. Dies war sein Büro gewesen, in diesem Zimmer hatte er über vielen komplizierten Fällen gebrütet.

Er klopfte an und trat ein. Captain Pinto, damit beschäftigt, etwas in sein Notizbuch einzutragen, blickte kaum hoch und bedeutete Leaphorn, auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch Platz zu nehmen.

»Hast du schon gehört, dass Sergeant Chee sich nun doch entschlossen hat zu heiraten?«, fragte er statt einer Begrüßung.

»Höchste Zeit«, sagte Leaphorn. »Und Bernie ist prima. Sie wird dafür sorgen, dass er endlich erwachsen wird.«

»Wollen wir’s hoffen.« Pinto gab Leaphorn zwei Ordner. »Schau da mal rein, Joe, und sag mir, was du darüber denkst. Die obere Akte enthält die FBI-Unterlagen zu dem Raubüberfall auf den Laden in Zuñi, du hast sicher davon gehört. Der Inhaber wurde erschossen, der Täter entkam mit der Beute, vor allem Schmuck. Ein paar Tage später erschien in der Pfandleihe von Gallup ein Hopi namens Billy Tuve und wollte einen ungefassten Diamanten versetzen. Für zwanzig Dollar. Der Betreiber der Pfandleihe erkannte sofort, dass der Stein Tausende Dollar wert war, und forderte Tuve auf, vorn im Laden zu warten, er müsse sich den Diamanten genauer ansehen. Stattdessen hat er die Polizei verständigt. Die Beamten haben Tuve gleich mitgenommen. Er will den Diamanten vor Jahren von einem alten Indianer bekommen haben, dem er am Grund des Grand Canyon begegnet sei. Den Namen wusste er nicht. Im Büro des Sheriffs von McKinley County vermutete man einen Zusammenhang mit dem Raubüberfall in Zuñi und setzte Tuve erst mal fest, um weitere Ermittlungen durchzuführen. Ein paar Zeugen hatten ausgesagt, vor dem Überfall habe ein Hopi vor dem Geschäft herumgelungert. Dieser Hopi war, wie sich herausstellte, Tuve. Obendrein fanden sich in dem Laden seine Fingerabdrücke. Deshalb kam er in Untersuchungshaft.«

Nachdem Pinto mit seinem Bericht fertig war, sah er Leaphorn an, als rechnete er mit Fragen. Doch der Lieutenant schwieg. Aus dem Erdgeschoss drang die klagende Melodie eines Willie-Nelson-Songs herauf.

Leaphorn sah aus dem Fenster und betrachtete die ihm so vertraute Landschaft. Wie oft hatte er hier gesessen und nach draußen gesehen! In einiger Entfernung flog ein Häher vorbei. Leaphorn seufzte. Bei Pintos Zusammenfassung hatte er sich in alte Zeiten zurückversetzt gefühlt, als er hier Anweisungen gegeben und Berichte entgegengenommen hatte. Er schlug den neueren Ordner auf und begann zu lesen. Schon auf der zweiten Seite stieß er auf etwas, das sein Interesse erregte und vermutlich erklärte, wieso Pinto ihn hergebeten hatte. Aber er würde keine Fragen stellen, sondern es dem Captain überlassen, den Anfang zu machen. Da Zuñi in einem Reservat lag, war das FBI für das Tötungsdelikt zuständig. Doch die Kleinarbeit vor Ort blieb an Pinto und seinen Leuten hängen. Das Büro hier war jetzt das Büro des Captains und er selbst nicht mehr als ein einbestellter Besucher.

Nachdem Leaphorn mit dem ersten Ordner fertig war, legte er ihn wieder zurück auf den Schreibtisch und griff nach dem zweiten, der viel älter war. Er sah verstaubt aus, war stockfleckig und sehr dick.

Pinto musste fünf Minuten warten, bis Leaphorn den Kopf hob und nickte.

»Dir ist sicher aufgefallen, dass der Raub in Zuñi eine gewisse Parallele aufweist zu einem früheren Fall von dir – einem Einbruch draußen in Short Mountain«, sagte Pinto.

»Natürlich«, sagte Leaphorn. »Die Sache liegt eine halbe Ewigkeit zurück.«

Pinto nickte. »Und nun möchten wir wissen, ob du eine Verbindung siehst zwischen dem Fall damals und dieser Sache hier.«

Leaphorn lachte leise. »Du denkst an den Diamanten von Shorty McGinnis?«

Pinto nickte.

Leaphorn schüttelte den Kopf, zog noch mal den FBI-Ordner zu sich heran und schlug ihn auf. »Anscheinend habe ich mich verlesen. Ich dachte, der Diamant, den dieser Hopi versetzen wollte, hätte einen geschätzten Wert von …« Er blätterte um. »Ah, hier steht es. Marktwert zurzeit etwa zwanzigtausend Dollar.«

»Diese Summe hat der Gutachter vom FBI ermittelt. Der Stein habe 3,8 Karat und sei ›von strahlendem Weiß mit einer Anmutung von Himmel darin‹. Außerdem soll er einen ›quadratischen Smaragdschliff haben, einen Asscher-Schliff‹, was immer das heißen mag. Das Gutachten ist bei den Unterlagen.«

Leaphorn schüttelte erneut den Kopf. »In der FBI-Akte wird erwähnt, dass damals bei dem Einbruch im Handelsposten Short Mountain ebenfalls ein wertvoller ungefasster Diamant verschwunden sein soll. Ich vermute, der Agent, der diesen Bericht geschrieben hat, ist neu hier. Oder hältst du es für möglich, dass Shorty McGinnis zwischen seinen Mehl- und Zuckersäcken einen wertvollen Diamanten aufbewahrt hat?«

Pinto schüttelte den Kopf. »Schwer vorstellbar.«

»Und als er mir damals den Einbruch gemeldet hat, war von einem Diamanten keine Rede. Wahrscheinlich hat er sich gesagt, dass ich ihm sowieso nicht glauben würde. Ist dir übrigens aufgefallen, dass die Notiz über den angeblich geraubten Diamanten erst ein Jahr später zu den Akten genommen wurde? Und zwar nachdem sich die Versicherung von McGinnis beim FBI beschwert hatte, die von uns erstellte Liste der gestohlenen Gegenstände sei nicht vollständig gewesen.«

Pinto nickte. »Vielleicht hat McGinnis, als er dir die gestohlenen Gegenstände meldete, den Diamanten einfach vergessen, und er ist ihm erst wieder eingefallen, als er die Versicherung über seinen Schaden informieren wollte«, bemerkte er mit einem Lächeln.

»Hast du McGinnis mal auf die Sache angesprochen?«

»McGinnis ist tot«, sagte Pinto. »Und zwar schon eine ganze Weile, denke ich.«

Leaphorn sog scharf die Luft durch die Zähne. »Shorty ist tot? Verdammt, das wusste ich nicht.«

Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn. Es fiel ihm schwer zu akzeptieren, dass es diesen lebensklugen, zähen, immer etwas misanthropischen alten Mann nicht mehr geben sollte. Wieder eine Lücke in dem immer kleiner werdenden Kreis der Menschen, die sein Leben interessant und abwechslungsreich, mitunter auch schwierig und anstrengend gemacht hatten. Der alte Mann würde ihm fehlen, dachte er und blickte an Pinto vorbei nach draußen auf den endlosen tiefblauen Himmel. Nur im Norden über den Chuskas zogen erste dunkle Gewitterwolken auf. Er erinnerte sich an die langen Gespräche, die sie miteinander geführt hatten. Er sah ihn vor sich, wie er in seinem Schaukelstuhl saß und ein mit Whiskey gefülltes Coca-Cola-Glas aus den Fünfzigern hielt, das sachte Auf und Ab mit der Hand sorgsam ausgleichend, damit nichts überschwappte von dem kostbaren Getränk. Aber solange sie auch zusammensaßen, nie hatte Leaphorn ihm auch nur ein Wort mehr entlocken können, als McGinnis ohnehin bereit war zu sagen.

»Weißt du«, sagte Leaphorn und lachte leise, »dieser Einbruch bei McGinnis liegt schon so lange zurück, dass ich ihn vergessen hatte.«

Pinto seufzte. »Ich wünschte, auch das FBI hätte ihn vergessen. Übrigens hat McGinnis gegenüber der Versicherung den Wert des Steins seinerzeit auf zehntausend Dollar beziffert; ich nehme an, er wäre heute das Doppelte wert. Nachdem sich die Versicherung damals wegen der unvollständigen Verlustliste beschwert hatte, ist das FBI der Sache nachgegangen und ziemlich schnell zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei der Angelegenheit um versuchten Versicherungsbetrug handelte. Aber sie hatten keinen Beweis für diesen Verdacht. Und nachdem Tuve mit seinem vermutlich geraubten Diamanten im Pfandleihhaus auftauchte, hat jemand beim FBI einen Abgleich zwischen dem von McGinnis als gestohlen gemeldeten Diamanten und dem von Tuve präsentierten Stein vorgenommen. Und überraschenderweise bestehen zwischen beiden Übereinstimmungen. Deshalb sollen wir diese alte McGinnis-Geschichte noch mal aufrollen.«

»Als sei das ein Kinderspiel nach all den Jahren. Haben sie wenigstens gesagt, was genau ihr in Erfahrung bringen sollt?«

Pinto nickte. »Sie wollen wissen, woher McGinnis’ Diamant stammte – vorausgesetzt, er hat überhaupt einen besessen. Dieser Billy Tuve ist ja von Zeugen als derjenige identifiziert worden, der sich vor dem Überfall in der Nähe des Geschäfts herumgetrieben haben soll. Außerdem hat die Spurensicherung seine Fingerabdrücke dort gefunden, aber der einzige handfeste Beweis gegen ihn ist der Diamant, den er versetzen wollte – vorausgesetzt, er stammt tatsächlich aus dem Raubüberfall. Theoretisch wäre es auch möglich, dass es sich bei dem Tuve-Diamanten um den von Shorty McGinnis handelt, den er irgendwie in seinen Besitz gebracht hat. Und um das zu klären, will das FBI, dass wir herausbekommen, ob von diesem Diamanten irgendwo ein Zertifikat existiert, auf dem sein genaues Gewicht, seine Farbe, sein Schliff und so weiter dokumentiert sind.«

Leaphorn nickte.

»Wir haben uns also«, fuhr Pinto fort, »mit Tuba in Verbindung gesetzt, und die haben einen ihrer Leute nach Short Mountain geschickt, um McGinnis zu befragen. Aber an der Tür des Handelspostens hing ein Zettel ›Geschlossen‹. Und auch sonst sah das ganze Anwesen verlassen aus. Der Kollege aus Tuba hat sich daraufhin ein paar Meilen weiter auf einer Farm nach dem alten Mann erkundigt und erfahren, dass man ihn vor einiger Zeit mit einem Herzanfall nach Page ins Krankenhaus gebracht und seither nicht mehr gesehen habe. Der Kollege hat sich mit dem Krankenhaus in Verbindung gesetzt, doch dort konnten sie sich an einen Patienten namens McGinnis nicht erinnern. Keine Unterlagen. Nichts. Es wäre natürlich möglich, dass er noch auf dem Transport gestorben ist und man Verwandte benachrichtigt hat, die eine Überführung des Toten veranlasst haben.«

Leaphorn wiegte nachdenklich den Kopf. Er glaubte nicht, dass McGinnis noch Verwandte gehabt hatte. Und bald würde sein Gegenüber sicher darauf zu sprechen kommen, warum er ihn herbestellt hatte.

Pinto schob ein paar Papiere zusammen, sah Leaphorn an und räusperte sich. »Joe, hat McGinnis dir vielleicht doch mal etwas von einem Diamanten erzählt? Und woher er ihn hatte?«

»Nein. Wenn ich gewusst hätte, dass er gegenüber der Versicherung angegeben hat, ihm sei ein Diamant gestohlen worden, hätte ich ihn auf jeden Fall darauf angesprochen. ›Mister McGinnis‹, hätte ich gesagt, ›wie sind Sie denn zu so einem kostbaren Stein gekommen?‹ Und McGinnis hätte wahrscheinlich geantwortet: ›Officer Leaphorn, das geht Sie einen Dreck an.‹«

Pinto blickte ihn fragend an, doch Leaphorn schwieg. Dann aber sagte er: »Ich habe jetzt auch mal eine Frage. Es geht mich zwar nichts an, doch unsere Freunde vom FBI scheinen an diesem Diamanten ja ungewöhnlich interessiert zu sein. Das ist dir bestimmt auch aufgefallen, und du hast nachgehakt, welcher Ermittler sich um die Sache kümmert. Genau das wüsste ich gern.«

Pinto lächelte zunächst, lachte dann. »Dir entgeht aber auch nichts. Der Ermittler ist George Rice. Zuerst wollte er mich abwimmeln, die Ermittlungen seien reine Routine. Aber ich habe nicht lockergelassen. ›Mir gegenüber können Sie doch offen sein‹, habe ich gesagt, ›oder trauen Sie mir etwa nicht?‹ Daraufhin meinte er, ich wisse ja, dass sich seit Gründung der Homeland Security Agency nach den Anschlägen vom elften September für die Polizei- und Sicherheitsbehörden eine Menge geändert habe. Außer den üblichen Besserwissern und Intriganten müsse man sich nun noch mit einer ganz neuen Sorte Bürokraten herumschlagen, die durch Protektion auf ihre Posten gelangt seien. Was nun diese Diamantengeschichte angehe, so habe er das Gefühl, dass möglicherweise ein Parteigänger der Republikaner, der sich während des Wahlkampfs durch das Einwerben besonders großer Summen hervorgetan habe, hinter den Kulissen Druck mache, um jemandem einen Gefallen zu tun. Ich wisse ja, wie so etwas laufe. Der große Unbekannte habe vermutlich auf eine frühere Bekanntschaft mit einem einflussreichen Lokalpolitiker, zum Beispiel in Phoenix, zurückgegriffen und ihm angedeutet, dass man im Weißen Haus überaus glücklich wäre zu erfahren, woher der überraschend in Gallup aufgetauchte Diamant stamme. Ich habe Rice gesagt, das klinge ja sehr geheimnisvoll, und er hat erwidert, gewisse Informationen deuteten darauf hin, dass dieser Diamant möglicherweise eine entscheidende Rolle spiele in einem Erbschaftsstreit, bei dem es um Millionen von Dollar gehe. Woraufhin ich bemerkte, das mache alles ja noch mysteriöser, und er mir entgegnete, er durchschaue das Ganze schon lange nicht mehr, aber da offensichtlich politische Aspekte in die Sache hineinspielten, halte er es für klüger, gewisse Dinge auf sich beruhen zu lassen.«

Leaphorn dachte kurz nach. »Wenn ich so was höre, bin ich froh, dass ich im Ruhestand bin. Ich nehme an, du versuchst jetzt erst mal, diejenigen aufzutreiben, die McGinnis’ Leiche haben abholen lassen. Bei diesen Leuten müsste auch seine Hinterlassenschaft zu finden sein, falls etwas davon wert war, aufgehoben zu werden.« Er hielt inne und schüttelte den Kopf. »Ich kann es nicht fassen, dass der Alte von uns gegangen ist.«

»Es heißt ja, die Guten sterben jung«, sagte Pinto. »Und auch Männer wie Shorty müssen irgendwann gehen.«

Leaphorn saß eine Weile da, sah aus dem Fenster, schüttelte dann den Kopf. »Kaum zu glauben, dass der alte Shorty eines natürlichen Todes gestorben ist und nicht erschossen wurde oder so.«

Er stand auf und nahm seinen Hut. »Tut mir leid, dass ich dir kaum weiterhelfen konnte. Falls mir etwas über den Diamanten zu Ohren kommen sollte, lasse ich es dich natürlich wissen. Aber diese Geschichte wird mir sicher keine schlaflosen Nächte bereiten.«

Diese Prophezeiung indessen erwies sich als falsch.

3

Die Nachricht, die Joanna Craig bei ihrer Rückkehr auf dem Anrufbeantworter vorfand, war unspektakulär, aber der dringliche Ton, in dem ihr Anwalt gesprochen hatte, verriet, dass es sich um etwas Wichtiges handeln musste.

»Hallo, Ms Craig«, hatte er gesagt, »hier spricht Hal Simmons. Die private Ermittlungsfirma, die Sie beauftragt hatten, Ihre Angelegenheit im Auge zu behalten, hat mich über etwas in Kenntnis gesetzt, das ich mit Ihnen besprechen möchte. Wenn Sie Zeit haben, rufen Sie mich doch bitte an. Ich bin den ganzen Nachmittag in meinem Büro zu erreichen.«

Nach dem Tod ihrer Mutter hatte Simmons ihr geholfen, den Nachlass zu ordnen, aber seitdem hatten sie nur noch selten und in großen Abständen Kontakt gehabt. Sie musste seine Nummer erst im Telefonbuch nachschlagen, wählte, aber die Leitung war besetzt. Daraufhin rief sie den Portier ihres Apartmenthauses an und bat ihn, ihr ein Taxi zu besorgen.

Die Frau am Empfang der Kanzlei kannte die Besucherin noch aus der Zeit unmittelbar nach dem Tod ihrer Mutter, als sie beinahe wöchentlich gekommen war, um die vielen offenen Fragen zu klären, die sich nach dem Ableben eines Menschen ergeben, selbst wenn er vorausschauend und gut organisiert gewesen ist. Und davon konnte bei Joannas Mutter nicht die Rede sein. Sie war launisch und sprunghaft, ihr Kurzzeitgedächtnis war nur mehr schwach gewesen, und sie erinnerte sich an mancherlei, was nie passiert war. Ihr Psychiater hatte von »seniler Demenz« gesprochen, und als Joanna protestierte, dafür sei ihre Mutter noch viel zu jung, hatte er gesagt: »Ihre Mutter hat viel durchgemacht. Und sie war schon immer eigenwillig. Sie hatte ihren ganz speziellen Blick auf die Welt.«

Aber wie er sich auch ausdrückte: Joanna wusste, dass ihr Verhalten einzig und allein auf den Tod von John Clarke, Joannas Vater, und auf die schäbige Behandlung durch Clarke senior zurückzuführen war. Ihre Mutter hatte nur selten und unter Tränen von dem gesprochen, was sie damals erlitten hatte, doch Joanna wusste sehr genau, welches Unrecht ihrer Mutter widerfahren war. Wie Clarke senior mit ihr umgegangen war, hatte ihre Mutter kaum weniger getroffen als der plötzliche Tod ihres Verlobten bei dem Flugzeugunglück. Und über die Jahre war der Schmerz der Mutter zum Schmerz der Tochter geworden.

Es war nicht der Verlust des Erbes, dachte sie. Sie brauchte das Clarke-Vermögen nicht, sie kam auch so sehr gut zurecht, genau wie ihre Mutter. Nein, es war die Grausamkeit, mit der man sich von ihnen abgewandt hatte, die Verachtung. Diese Wunde würde erst heilen, wenn ihrer Mutter wenigstens posthum endlich Gerechtigkeit widerfuhr. Und Genugtuung. Vielleicht würde, was Simmons ihr mitzuteilen hatte, Gerechtigkeit und Genugtuung in Reichweite rücken.

Bei Joannas Eintreten erhob Simmons sich aus seinem hochlehnigen Sessel hinter dem alten, an den Ecken schon etwas abgestoßenen Schreibtisch und kam ihr lächelnd entgegen. Er war groß und breitschultrig, ein Mann, dem sie laut ihrer Mutter vorbehaltlos vertrauen konnte. Und das tat sie.

»Ms Craig«, sagte er, »bitte nehmen Sie Platz, und machen Sie es sich bequem. Es wird eine Weile dauern, bis ich Ihnen alles erklärt habe. Ich möchte keine zu großen Erwartungen bei Ihnen wecken, aber es scheint, als böten gewisse Entwicklungen eine Chance, Ihre Ansprüche durchsetzen zu können.«

Joanna fühlte sich plötzlich schwach.

»Wie das?«

»Offenbar ist einer der Diamanten aufgetaucht«, sagte er.

Sie schloss für einen Moment die Augen.

»Fühlen Sie sich nicht wohl?« Simmons drückte die Taste der Gegensprechanlage und bat seine Sekretärin um ein Glas Wasser.

»Nur ein Diamant?«, fragte Joanna nach einer Weile mit kaum hörbarer Stimme.

Simmons sah sie forschend an, nahm seiner Sekretärin das Glas ab und reichte es Joanna, die aus dem Fenster schaute, das geschäftige Treiben und den grauen Himmel aber gar nicht wahrzunehmen schien.

»Ihre Mutter hat Ihnen ja damals erzählt, dass Ihr Vater die Diamanten, die er in Los Angeles gekauft hatte, in einem speziell dafür angefertigten kleinen Lederkoffer bei sich trug, der mittels einer kurzen Kette an sein linkes Handgelenk angeschlossen war. Wenn einer der Diamanten, die er damals im Flugzeug bei sich hatte, jetzt aufgetaucht ist, bedeutet das …« Er überlegte, wie er in Worte fassen sollte, was er ihr sagen wollte. »Na ja, ich glaube, dass jetzt die Möglichkeit besteht, doch noch einen Teil seiner sterblichen Überreste zu finden. Es gibt gewisse Hinweise in diese Richtung, aber noch sind das Mutmaßungen. Trotzdem …«

»Ich verstehe«, sagte Joanna, setzte sich aufrecht hin und rückte den Kragen ihrer Bluse zurecht. »Erzählen Sie mir alles, was Sie gehört haben. Und sagen Sie mir, was wir als Nächstes tun sollen.«

Simmons lehnte sich zurück, nahm die Brille ab und rieb sich die Augen. Dann setzte er sie wieder auf und sah Joanna nachdenklich an.

»Als langjähriger Anwalt Ihrer Familie möchte ich darauf hinweisen, dass es Ihnen finanziell sehr gut geht. Das Vermögen Ihres Stiefvaters, das Sie von Ihrer Mutter geerbt haben, ist gut angelegt und bringt hohe Zinsen. Sie können sich so gut wie jeden Wunsch erfüllen, auch ohne dass Sie einen neuen Prozess um ein Millionenerbe anstrengen, der unweigerlich eine Menge Ärger und Stress mit sich bringen wird. Stimmen Sie mir da zu?«

»Ja, schon«, erwiderte Joanna zögernd. »Aber das ist nicht der Punkt. Es ist mir immer nur am Rande um das Geld gegangen.«

»Ich weiß«, sagte Simmons. »Ihre Mutter hat unter der Ablehnung durch Clarke senior furchtbar gelitten. Und nachdem er kurz nach dem Unfalltod seines Sohnes gestorben ist, hat dann Plymale dafür gesorgt, dass Ihrer Mutter das ihr zustehende Erbe vorenthalten wurde. Sie wollen, dass er dafür jetzt endlich bezahlt. Das ist verständlich. Aber …«

Joanna Craig hob die Hand und unterbrach ihn. »Ich will Gerechtigkeit. Und ich will Genugtuung für das Leid, das er meiner Mutter und mir angetan hat. Sie können es, wenn Sie wollen, auch Rache nennen. Wenn es nach mir ginge, müsste er auf ewig in der Hölle schmoren.«

Simmons nickte und beugte sich leicht vor.

»Also gut. Wenn es gelingt, die sterblichen Überreste Ihres Vaters aufzufinden – genauer gesagt, den bei dem Absturz abgerissenen linken Arm –, und wenn eine brauchbare DNA-Probe entnommen werden kann, die beweist, dass John Clarke tatsächlich Ihr Vater war, dann haben wir eine gute Chance, in einem neuen Prozess Ihre Ansprüche auf das Erbe durchzusetzen. Gleichzeitig würden Sie Plymale schwer treffen. Nach allem, was ich gehört habe, hat er sich seit Jahrzehnten am Vermögen der von Ihrem Großvater eingerichteten Stiftung bereichert. Wenn Ihnen das Gericht das Erbe zuspricht, muss er Rechenschaft darüber ablegen, wie er das Stiftungsvermögen verwaltet hat. Dann fliegen seine Betrügereien auf, und er landet vor dem Konkursgericht. Und vermutlich wird er auch strafrechtlich belangt.«

Joanna Craig lächelte. »Es klingt zwar nicht gerade christlich, aber diese Vorstellung gefällt mir. Sie gefällt mir ausgezeichnet.«

Simmons nickte wieder.

»Als Erstes müssen wir die sterblichen Überreste Ihres Vaters finden. Und die einzige Möglichkeit dazu ist, soweit ich sehe, sich mit demjenigen in Verbindung zu setzen, der neulich in Gallup versucht hat, einen der Diamanten aus dem Besitz Ihres Vaters im Pfandhaus zu versetzen. Es handelt sich um einen Hopi, der behauptet, den Diamanten vor Jahren von einem alten Indianer bekommen zu haben. Letztlich geht es darum, denjenigen ausfindig zu machen, der den Lederkoffer mit den Diamanten gefunden hat. Denn wenn wir den Koffer haben, haben wir wahrscheinlich auch den Arm. Die Suche kann langwierig und schwierig werden, erscheint mir aber nicht völlig aussichtslos. Allerdings müssen wir in Betracht ziehen, dass Plymale ebenfalls über diese neue Entwicklung informiert ist und sich längst ausgerechnet hat, welche Konsequenzen es für ihn haben wird, wenn Sie plötzlich in der Lage sind, Ihre Verwandtschaft mit John Clarke vor Gericht zu beweisen. Vermutlich bereitet ihm der Gedanke daran schlaflose Nächte. Plymale wird jedenfalls mit aller Macht versuchen, unsere Absichten zu durchkreuzen.«

Joanna Craig lächelte noch immer. »Soll er ruhig. Unser nächster Schritt müsste also sein, jemanden zu beauftragen, sich mit dem Mann, der da in Gallup mit dem Diamanten aufgetaucht ist, in Verbindung zu setzen.«

»Ja«, antwortete Simmons zögernd. »Ich würde das Ermittlungsbüro von der neuen Auftragslage in Kenntnis setzen und Sie wie bisher über alles auf dem Laufenden halten.«

»Aber eigentlich haben Sie Bedenken«, stellte Joanna fest.

Er nickte. »Ms Craig, als Freund Ihrer verstorbenen Mutter und als Ihr Rechtsbeistand kann ich Ihnen nur den Rat geben: Gehen Sie nach Hause, vergessen Sie, was Sie eben von mir gehört haben, und versuchen Sie, ein glückliches Leben zu führen. Dass der Diamant aus dem Besitz Ihres Vaters uns wirklich zu seinen sterblichen Überresten führt, ist ungewiss. Fest steht aber, dass Sie nach etwas suchen, von dem Plymale will, dass es verborgen bleibt. Und das ist gefährlich. Ich glaube, er ist ziemlich skrupellos in der Wahl seiner Mittel.«

»Danke. Und jetzt sagen Sie mir, womit wir konkret anfangen.«

Simmons seufzte. »Mit dem Mann, der den Diamanten versetzen wollte. Nach dem müssen wir nicht lange suchen. Er sitzt im Bezirksgefängnis von McKinley County in Gallup und wartet auf seinen Prozess. Die Geschichte mit dem alten Indianer hat man ihm nämlich nicht abgenommen. Die Staatsanwaltschaft glaubt vielmehr, dass er den Stein bei einem Raubüberfall erbeutet hat.«

4

Bradford Chandler drehte den Kopf zur Seite, um sich vor dem Wind zu schützen, der so aufgefrischt hatte, dass die letzten Worte seines Gegenübers kaum zu verstehen gewesen waren. Es klang, als hätte Dan Plymale zur Abwechslung mal etwas Interessantes von sich gegeben. Oder hatte er sich verhört?

Allerdings hatte Chandler sich auch nicht besonders bemüht, den weitschweifigen Ausführungen Plymales zu folgen, sondern lieber den Aufenthalt am Strand genossen, die Beine in die Sonne gestreckt, den warmen Sand unter den Füßen gespürt und dem jungen, aufregend gut gebauten Mädchen nachgesehen, das, nur mit einem String-Bikini bekleidet, am Wasser entlangschlenderte. Er betrachtete sie mit den Augen des Jägers, der eine begehrte Beute vor sich hat, und ein Gefühl von Überlegenheit durchströmte ihn. Diese Umgebung, dieser Lebensstil waren genau das, was er brauchte. Der streng abgeschirmte Strand in schönster Lage, die auf Hochglanz polierte Limousine, die nach der Landung des Privatjets schon auf ihn gewartet hatte, der schwarze Chauffeur in eleganter Livree, der ihm den Schlag aufhielt – all das waren Dinge, über die auch er hätte verfügen können, die ihm eigentlich zustanden, wären in seinem Leben nicht ein paar Dinge schiefgelaufen. Aber ein Chandler gab so schnell nicht auf.

Er beugte sich vor. »Sagten Sie eben Diamanten?«, fragte er Plymale.

Der alte Mann klang jetzt ungeduldig. »Sie haben mir nicht richtig zugehört, Mister Chandler. Ich sprach von einem Diamanten, und Sie sollen für mich herausfinden, woher er stammt. Nur deshalb sitzen Sie hier mit mir. Allerdings gilt Ihre Aufmerksamkeit offenbar vor allem einer meiner jungen Damen.«

Plymale saß sehr aufrecht in einem Strandsessel mit hoher Rückenlehne. Mit seinen schlohweißen Haaren und seinen durchdringenden eisblauen Augen flößte er Chandler trotz seines hohen Alters Respekt ein. Er erinnerte ihn an seinen Vater Bradford Churchill Chandler senior. Plymale und er waren vom selben Schlag – WASPs, weiße angelsächsische Protestanten, denen der Anspruch zu herrschen quasi in die Wiege gelegt worden war. Wenn er guter Laune war, pflegte Chandler senior von sich und Männern seiner Klasse als »wir Raubtiermenschen« zu sprechen. Und das war nicht mal sarkastisch gemeint.

Nun war sein alter Herr schon neun Jahre tot, hatte aber lange genug gelebt, um noch etliche Eskapaden seines Sohnes mitzuerleben. Und kurz bevor er starb, hatte er überraschend sein Testament geändert und ihn enterbt.

»Wie ich schon sagte«, nahm Plymale den Faden wieder auf, »ich will, dass Sie den Weg des Diamanten, der in Gallup aufgetaucht ist, zurückverfolgen, und möchte vorher noch einige Details mit Ihnen klären. Schaffen Sie es jetzt, mir Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken?«

Nie hatte jemand zu Chandler mit solcher Herablassung gesprochen. Zwar kannte er diesen Ton, er hatte ihn oft genug gehört – in den Foyers großer Luxushotels ebenso wie in der First Class von Flugzeugen – und bei Gelegenheit auch selbst darauf zurückgegriffen. In diesem Ton sprach man nur zu jemandem, den man für einen Schwächling und Verliererhielt.

»Ich habe sehr wohl zugehört«, sagte er, »aber ich verstehe nicht ganz, wo das Problem liegt. Sie sagten doch vorhin, dass der Diamant von der Polizei in einem kleinen Nest in New Mexico sichergestellt wurde, richtig?«

»Es geht nicht darum, dass Sie in Erfahrung bringen, wo er ist, sondern woher er stammt«, erwiderte Plymale, seufzte, griff nach dem vor ihm stehenden Glas und nahm einen Schluck von dem geeisten hellgrünen Getränk, das nach Chandlers Einschätzung bei seinen jetzigen finanziellen Verhältnissen für ihn selbst unerschwinglich gewesen wäre.

Plymale drückte mit seiner knochigen Altmännerhand eine Taste auf dem Tisch. »Für mich ein zweites Glas. Und für meinen Gast, was immer er möchte.«

Chandler zögerte einen Moment. »Bitte dasselbe wie Mr Plymale.«

Der Alte lehnte sich zurück, zog aus der Aktentasche zu seinen Füßen einen Ordner und begann, den Inhalt zu überfliegen. Ab und zu blickte er stirnrunzelnd zu Chandler hinüber und verzog geringschätzig den Mund.

Die Getränke wurden serviert, und Chandler fiel auf, dass Plymale für die junge Frau nicht mal ein Kopfnicken übrig hatte.

»Kommen wir zum Geschäftlichen. Sie werden gleich von mir erfahren, was ich von Ihnen erwarte, aber zuerst sehen wir uns Ihren Lebenslauf an.«

»Meinen Lebenslauf?«, fragte Chandler. »Den habe ich Ihnen doch gar nicht geschickt.«

»Natürlich nicht«, antwortete Plymale. »Nur ein Dummkopf verlässt sich auf einen Lebenslauf, der von der betreffenden Person selbst geschrieben wurde. Nein, dafür habe ich meine Leute, die Erfahrung darin haben, jemanden gründlich zu durchleuchten.«

»Verstehe«, sagte Chandler.

»Hier zum Beispiel steht … Ach, ich muss das ja nicht alles vorlesen. Es geht um Ihre Verhaftung in einem Schweizer Wintersportort vor sechs Jahren. Sie sind betrunken ausfällig geworden und haben den Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma tätlich angegriffen.« Er sah Chandler durchdringend an. »Hätten Sie das in Ihrem Lebenslauf erwähnt?«

»Nein.«

»Weiter steht hier: ›Chandler konnte durch die Zahlung einer Geldsumme ein Strafverfahren abwenden.‹ Stimmt das?«

»Ja.«

»Wie viel mussten Sie damals hinblättern?«, wollte Plymale wissen.