Mai way - Thomas Häring - E-Book

Mai way E-Book

Thomas Häring

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Beschreibung

Der junge Mann und das Meer. Todkrank am Strand, soll es das schon gewesen sein? Ein Blick zurück, ein Stück Glück im Unglück. Plötzlich taucht eine Seelengefährtin auf und verhilft zu neuen Erkenntnissen. Dazwischen jede Menge Skurrilitäten. Wer mal was ganz Anderes lesen will, ist hier genau richtig.

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Seitenzahl: 145

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Thomas Häring

Mai way

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

01.05.

03.05.

04.05.

07.05.

10.05.

11.05.

13.05.

14.05.

15.05.

17.05.

18.05.

24.05.

27.05.

28.05.

30.05.

Impressum neobooks

01.05.

Wir lagen an einem Strand in der Sonne und erholten uns vom ach so anstrengenden Nichtstun. „Was willst Du mehr?“ schwärmte mein bester Freund, doch ich hatte ihn mal wieder falsch verstanden. „Hey, Alter, wieso pöbelst Du das Meer an? Was hat es Dir denn getan?“ erkundigte ich mich leicht verärgert. „Hä? Was redest Du da schon wieder für einen Quatsch?“ wunderte er sich. „Aber Du hast doch gerade „was willst Du, Meer?“ gefragt.“ Es waren diese wunderschönen Kommunikationsstörungen, die unser Leben so lebenswert machten, aber dann mußte ich ihm das mitteilen, was ich lieber für mich behalten hätte. „Ich habe Krebs.“ „Ich auch“, meinte er grinsend und deutete auf eines jener possierlichen Tierchen, die da um uns herum krabbelten. Manchmal verfluchte ich unsere Ernstlosigkeit, doch andererseits machte sie das Leben auch sehr oft wesentlich leichter, jedoch leider nicht in diesem Fall. „Ich habe wirklich Krebs“, wiederholte ich und er starrte mich entsetzt an, woraufhin ich schallend zu lachen begann. „Ach, ich verstehe, das war wieder einer Deiner mißglückten Scherze“, bemerkte er erleichtert, doch ich entgegnete: „Tumor ist wenn man trotzdem lacht.“ Schön langsam wurde ich ihm unheimlich. „Beginnst Du jetzt schon damit, bei Dir selbst zu klauen?“ forschte er. „Wie meinst Du das?“ „Spielt keine Rolle. Hast Du wirklich Krebs?“ „Ja, ich hasse Krebs.“ „So kommen wir nicht weiter“, fand er, drehte sich um und ließ sich von der Sonne braten. Ein bißchen mehr Mitgefühl hätte ich mir schon gewünscht, aber vielleicht war es ja auch besser so. „Die Bestie kommt zum Schluß“, murmelte er verschlafen und ich erschrak. „Du hast meine Schwiegermutter gesehen? Wo?“ Darauf bekam ich keine Antwort mehr, denn mein bester Freund, der genausogut mein schlechtester Feind sein hätte können, war weggedöst und ich dachte an meine Schwiegermutter, die mir nie verziehen hatte, daß ich seinerzeit ihre Tochter geehelicht hatte, denn sie hatte immer die Auffassung vertreten gehabt, daß ich etwas Besseres verdient hätte, nämlich sie. Dummerweise hatte ich an ihr nie ein Interesse gehabt, auch wenn ihre Logik durchaus nachvollziehbar gewesen war. Sie argumentierte nämlich damit, daß ich mich ja in ihre Tochter verliebt hätte, was bedeutete, daß ich auch auf sie stehen könnte, weil sie ja jener das Leben geschenkt hatte. Daraufhin hatte ich damit begonnen, irgend etwas von inneren Werten zu faseln, woraufhin sie auf ihre ausgezeichneten Blut-, Leber- und Cholesterinwerte verwiesen hatte. Es war auch wieder so eine Kommunikation gewesen, die ins Nichts geführt hatte, denn sie wollte mich und ich konnte sie nicht verstehen. Nachdem ich ihre Avancen zurückgewiesen hatte, machte sie meiner Frau und mir unser Leben zur Hölle und man muß neidlos anerkennen, daß sie auf diesem Gebiet doch sehr begabt war. Jedenfalls hatte sie mich diverse Male angezeigt gehabt, meinen schlechten Ruf noch mehr in den Schmutz gezogen und wenn ich vor jemandem mehr Angst hatte als vor dem Tod, dann war sie es. Andererseits wußte ich ja nun, daß ich bald sterben würde und faßte deshalb neuen Mut, denn was hatte ich jetzt noch zu verlieren? Auf einmal wachte mein bester Freund auf, schaute mich verschlafen an und erwähnte: „Du, ich hatte gerade einen schrecklichen Alptraum, in dem Du mir erzählt hast, daß Du Krebs hättest.“ „Willkommen in der Wirklichkeit!“ begrüßte ich ihn und er fiel aus allen Wolken, was ich gar nicht schlecht fand, denn er lebte in Wolkenkuckucksheim.

Auf die Idee, einen Feiertag „Tag der Arbeit“ zu nennen und dafür zu sorgen, daß die Leute an jenem Tag frei hatten, konnten wohl wirklich nur die Nazis kommen. Na ja, heutzutage sollte man wohl eher darüber nachdenken, ob man nicht einen „Tag der Arbeitslosigkeit“ einführen sollte oder man könnte veranlassen, daß wenigstens die Arbeitslosen am „Tag der Arbeit“ arbeiten müßten. Wie auch immer, jeder freie Tag und Feiertag wurde dankbar angenommen, außer von denen, die ohnehin jeden Tag frei hatten. Einmal mehr schwebten die schwarzen Wolken einer Wirtschaftskrise über das Land, dieses Mal ausnahmsweise gleich mit über die ganze Welt, doch so richtig ernst nehmen konnte ich das ganze Theater ohnehin nicht, denn es wiederholte sich alle paar Jahre und dazugelernt wurde eh nie etwas. Deshalb beschäftigte ich mich viel lieber mit meiner eigenen unwürdigen Existenz und fragte mich, ob es ein Leben nach dem Tod gäbe. Geschichte wiederholte sich also doch, denn damals im Mutterleib hatte ich mich als intellektueller Embryo auch schon gefragt, ob es denn ein Leben nach der Geburt geben würde. Jedenfalls behandelte mich mein bester Freund auf einmal besser als je zuvor, denn er wollte wahrscheinlich, daß ich einen sehr guten Eindruck von ihm mit ins Grab nehmen würde. Ich dagegen führte mich auf wie die größte Sau, ich provozierte und agitierte, beschimpfte und bepöbelte was das Zeug hielt, aber niemand regte sich darüber auf, denn ich trug eines dieser wunderbaren „Ihr könnt mich alle mal ... an meinem Grab besuchen, denn ich hab Krebs“-T-Shirts, so daß die Leute sofort wußten, wie sie mich zu behandeln hatten. Mit der Zeit stellte ich fest, daß es Krebspatienten in dieser Gesellschaft ziemlich leicht haben, denn sie werden in Ruhe gelassen, da die Leute wohl glauben, es würde sich beim Krebs um eine ansteckende Krankheit handeln und man geht rücksichtsvoller mit ihnen um. Und da saßen wir dann zusammen am Tisch: Mein bester Freund, seine beste Freundin und ich. Da ich wußte, was er von ihr wollte und weil ich keinen Bock darauf hatte, irgendwelche Geheimnisse mit ins Grab zu nehmen, eröffnete ich die Konversation folgendermaßen: „Du, Isabell, der Rico würde Dich gerne ordentlich durchficken.“ Sie schauten verlegen zur Seite, doch ich legte nach: „Der hat gemeint, daß Du noch ein paar gute Jahre hättest und dann wärst Du ohnehin ein Fall für den Schönheitschirurgen.“ Jetzt horchte sie interessiert auf und bat mich „erzähl weiter!“, während er überlegte, ob er sich unsichtbar machen oder bekleckern sollte, um daraufhin verschwinden zu können, denn das Versinken im Erdboden war ihm unmöglich, weil jener aus harten Steinplatten war. „Na ja, der Rico findet Dich ja eigentlich nicht wirklich hübsch, „aber zum Ficken taugts“ hat er mal gemeint und da er befürchtet, Du würdest irgendwann so schrecklich werden wie Deine Mutter, will er es lieber jetzt bald mit Dir tun und Dich danach sitzenlassen.“ „Was fällt Dir eigentlich ein?“ wollte sie verärgert von ihm wissen und ich grinste mir eins, denn wozu brauchte ich noch einen besten Freund, wenn ich in ein paar Monaten ohnehin tot war? Er schluckte und stammelte irgendeine verlogene Entschuldigung, doch bevor jene wirken konnte, kramte ich noch ein bißchen tiefer in meinem Gedächtnis und berichtete: „Er hält Dich übrigens für kindisch und für eine Angsthäsin. Außerdem findet er, daß Du einen miserablen Männergeschmack hast und manchmal aus dem Maul stinkst wie ein alter Ackergaul.“ Nach jenen Worten stand ich auf und ging, denn ich wollte nicht länger stören und war überzeugt davon, daß sich die Beiden nun noch jede Menge zu erzählen, beziehungsweise an den Kopf zu werfen hätten. Nicht, daß ich nicht gerne dabei gewesen wäre, aber andererseits interessierte es mich nicht sonderlich, wie die ganze Geschichte weiterging, da ich darin ohnehin keine Hauptrolle mehr darin einnehmen würde. Was aber, wenn sich die zehn Ärzte, die ich aufgesucht hatte, allesamt irrten und ich noch viele lange Jahre leben würde? Dann hätte ich zweifellos ein Problem, doch daran glaubte ich nicht, denn waren sie auch oft Pfuscher, zehn von ihnen konnten sich einfach nicht irren.

So kehrte ich gehobener Stimmung nach Hause zurück und beanspruchte erst einmal die volle Aufmerksamkeit meiner Verwandtschaft. Meine zwei Schwestern und deren Ehemänner behandelten mich wie ein rohes Ei und das völlig zurecht, denn roh war ich tatsächlich, allerdings zu ihnen. „Ihr seid sowas von scheißeblöd, daß Ihr bereits im Kindergarten durchgefallen wärt, wenn es dort schon Noten gegeben hätte“, behauptete ich dreist und während sie ihre geschminkten Gesichter verzogen, grinsten sich ihre Gatten eins, was mir zeigte, daß ich wohl gar nicht so falsch mit meiner Anschuldigung lag. „Luise, Du weißt immer noch nicht, wie man sich richtigrum auf eine Toilette setzt und Du, Agathe, frißt wie ein Tier und wenn Du so weitermachst, kann man Dich auch bald nicht mehr davon unterscheiden.“ Schön langsam wurde es unruhig in unserer Villa, doch ich machte unbeirrt weiter: „Und Eure Ehemänner sind auch auf der Brennsuppe daher geschwommen, diese häßlichen, ungebildeten Dauererwerbslosen.“ Plötzlich stand unser Vater im Raum und donnerte: „Was redest Du da für eine gequirlte Kacke! Der Einzige in unserer Familie, der nichts tut, bist Du.“ „Ja, weil Ihr alle dazu überhaupt nicht in der Lage seid“, konterte ich und danach wollte er mich verprügeln, doch ich entwischte ihm und rief: „Was ist! Warum sperrst Du Deine Töchter nicht wieder in den Keller und schwängerst sie dort, Du Österreicher!“ Auf einmal herrschte Ruhe im Karton und die Ehemänner schauten meine Schwestern fragend an. Für mich war es höchste Zeit zu gehen, denn nicht nur im antiken Griechenland war es so, daß man die Boten schlechter Nachrichten umbrachte. „Na ja, wenigstens brauche ich mich nicht mehr vor der Schweinegrippe fürchten“, dachte ich mir erleichtert, wohingegen in der Villa jede Menge schmutzige Wäsche gewaschen wurde. Meine Schwager waren sich nie ganz sicher gewesen, ob sie wirklich die Väter meiner Nichten und Neffen waren, doch irgendwie hatten sie es sich von ihren Frauen einreden lassen, denn jene hatten verständlicherweise kein Interesse daran, daß herauskam, daß ihre Kleinen die Kinder des Opas waren. Ich dagegen hatte es von Anfang an gewußt, da ich mich immer gewundert hatte, was die Drei denn im Keller so trieben und als ich sie mal dabei beobachtet hatte, war mir alles klar gewesen. Auf einmal stand mein Vater neben mir und redete auf mich ein. Er versuchte mir das alles zu erklären, laberte irgendwas vom Tod meiner Mutter, den er damals nicht verkraftet hätte und daß sie ihm aufgetragen hätte, mit den gemeinsamen Kindern für Nachwuchs zu sorgen. Ich aber wollte davon überhaupt nichts wissen, empfahl ihm eine Therapie bei Dr. Fritzl und zog von dannen. Was war das nur für eine Welt, in der ich lebte? Mich störten weniger die Exzesse als die Verlogenheit, die dahinterstand und sich hinter dem feinen Gewand der Bürgerlichkeit und manchmal sogar der Oberschicht versteckte. Mir wurde das alles zuviel und als ich wenig später vor dem Grab meiner Mutter stand, bombardierte ich sie mit Vorwürfen: „Wie konntest Du nur so ein Scheusal heiraten? Mir brauchst Du nicht erzählen, daß Du davon nichts gewußt hättest. Ihr Frauen seid es doch, die so sensibel und intuitiv sein wollen, also hast Du bestimmt gespürt, daß sich eine ganz dunkle Seite in ihm verbirgt und jetzt ist es zu spät und die Kacke am Dampfen. Na vielen Dank aber auch“, schimpfte ich vor mich hin und war um so überraschter, als ich eine Antwort bekam. „Jeder Mensch ist völlig undurchschaubar, denn das, was in uns vorgeht, das bekommen wir nur selbst mit.“ Wie ich jene Selbstgespräche haßte! Da war immer diese Stimme in meinem Kopf, die alles besser wußte und mich zu dem Gefühlskrüppel gemacht hatte, der ich heute war. Auch die Satanisten auf dem Friedhof trugen Trauer, sie waren alle ganz schwarz angezogen, wahrscheinlich hatten sie einen wertvollen Freund verloren, vielleicht sogar ihren Anführer. „Na, habt Ihr heute keinen Bock darauf, ein paar Leichen zu schänden?“ fragte ich sie frech. „Nein, wir warten noch, bis Du endlich tot bist“, erwiderte ein junges Ding und ich drohte ihnen, daß sie dafür in den Himmel kommen würden.

Nachdem ich mein Leben mit Sinnlosigkeiten vergeudet zu haben glaubte, beschloß ich, nicht nur in mich zu gehen, sondern mich auch auf Wanderschaft zu begeben, doch bereits nach wenigen Kilometern traf ich auf einen alten Mann, der gebeugt des Weges trottete. Ich lief eine Weile lang neben ihm her, bevor er mich traurig anblickte, weshalb ich von ihm wissen wollte: „Was ist los mit Dir?“ „Ich bin der Jakob Sweg“, machte er deutlich und da ging mir ein Licht auf. „Moment, dann bist Du derjenige, auf dem so viel herumgetrampelt wird.“ „Oh ja und das bringt mich noch um. Wenn ich nur nicht so in wäre. Bitte hilf mir! Ich weiß nicht mehr weiter. Mach mich unbeliebt, sorge dafür, daß ich endlich aus der Mode komme und wieder out bin, so wie früher!“ „Leute, hört meine Worte! Trampelt nicht länger auf dem Jakob Sweg herum! Das hat er nicht verdient, denn Ihr tut ihm damit sehr weh! Laßt ihn in Ruhe und geht jemand Anderem auf die Nerven!“ posaunte ich in alle Welt heraus und er nickte mir dankbar zu. Daraufhin beschleunigte ich meine Schritte, denn mit einem Mal hatte ich ein Ziel und begab mich ins Gebirge, wo ich am Abend an eine Höhle kam, in der ich mich niederlassen wollte. Doch zu meinem Pech wohnte dort darin schon jemand und ich spürte, daß ich nicht willkommen war. Also blieb ich und versuchte, mich mit dem Höhlenbewohner zu verständigen, was sich nicht ganz einfach gestaltete, denn sein Deutsch war wesentlich besser als meines. Mit der Zeit gewöhnte er sich an mich und eines Tages weihte er mich in die Geheimnisse des Universums ein, nachdem er zwei Minuten zuvor zum x-ten Mal erfolglos versucht hatte, mich vom Berg zu stürzen. „Du bist ein zäher Bursche. Aber nachdem Du mir erzählt hast, daß Du ohnehin bald abkratzen wirst, kann ich Dich ruhig am Leben und der Zeit überlassen, die bestimmt zuverlässig dafür sorgen wird, daß Du mir nicht länger in der Sonne stehst.“ Zugegeben, ich hatte mein ganzes Leben lang die ziemlich unangenehme Angewohnheit, entweder im Weg oder den Leuten in der Sonne zu stehen, aber er hatte sich scheinbar damit abgefunden und sprach: „Das Leben ist ein Übergang.“ „Und wohin?“ „Wir entwickeln uns immer weiter, wir verwirklichen uns selbst und danach erreichen wir eine höhere Bewußtseinsebene“, erläuterte er. Daraufhin begann ich schallend zu lachen und man konnte meinen, ich würde mich entweder totlachen oder irgendwann durchdrehen. „Was gab es da zu lachen?“ fragte er mich nach 20 Minuten verärgert. „Entschuldige, aber wenn ich mir meine Mitmenschen so anschaue, dann kann ich bei denen weder Selbstverwirklichung noch Weiterentwicklung erkennen; wenn schon, dann eher Regression.“ „Es geht nicht um die Masse. Auch meine Worte richten sich nur an die Wenigen, die Ohren haben um zu hören.“ „Wie weinst Du das?“ Er begann zu heulen und ich verstand. Da hatte ich wirklich mal Glück gehabt, denn der Typ erwies sich als weiser Lehrer. „Auch wenn wir hier hausen wie die Höhlenbewohner, so begibt sich unser Geist dennoch auf unglaubliche Reisen und wir verschimmern in der Unendlichkeit des Universums“, ließ er zum Beispiel verlauten und so gerne ich ihm und seinen phantasiereichen Sätzen auch lauschte, als Mitbewohner war er schlicht und einfach unzumutbar, weshalb ich ihn eines Tages dann auch rausschmiß, was er zwar verwundert, aber auch irgendwie erleichtert zur Kenntnis nahm, denn nachdem er gemerkt hatte, daß ich nicht allzu bald abkratzen würde, hatte er schon befürchtet gehabt, ich würde ihn noch länger mit meinen dummen Fragen und meinem dämlichen Gesichtsausdruck belästigen. „Vergiß nie, daß Dein Leben immer wieder neu beginnt“, schärfte er mir ein und ich nickte Nase rümpfend, denn als besonderes Andenken hatte er mir in unserer Höhle noch einen Monsterschiß hinterlassen. Ich wußte, daß ich jene erst mal ordentlich durchlüften mußte und bis der Mief des alten Mannes hinausgezogen war, dauerte es noch einige Tage, welche ich draußen vor der Höhle verbrachte. Ich perfektionierte die hohe Kunst des Nichtstuns und als ich mich langsam auf meinen Abschied vorbereitete, bekam ich unerwarteten Besuch, aber keine Zeugen Jehovas.