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Durch den Aufenthalt in einer Privatklinik ist es Samantha möglich, die schmerzhaften Erinnerungen an ihren Exfreund William zu verarbeiten. Mit Hilfe von Detective Matthew Malone, schafft sie es, neue Hoffnung zu schöpfen und wieder Berührungen zuzulassen, was sie niemals für möglich gehalten hatte. Als der Tag der Entlassung näherrückt, kämpft sie mit ihrem Wunsch, wieder nach New York zurückzukehren, denn sie müsste sich ihren Ängsten stellen. Wird es einen Weg geben oder holt ihre Vergangenheit sie wieder ein?
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Painful Certainty
Drama
von
Ella Green
Band 2
Painful Reihe
Impressum
Ella Green
Siedlerstraße 5
83714 Miesbach
www.ella-green.com
https://www.facebook.com/EllaGreenAutorin/
Copyright: Ella Green Juni 2016
Korrektorat: Vanessa Ostiadal und Sissy Kaiser
Coverdesign: Lena Spehling
Titelbild: margo_black/Shutterstock Bild. Nr. 99255845
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.
Über die Autorin
Ella Green wurde 1983 in Oberbayern geboren.
New York - der "Big Apple" - ist ihr absoluter Traum, denn die pulsierende, riesige und atemberaubende Stadt bedeutet für Sie "Lebe deinen Traum und glaube an Dich selbst!"
Zusammen mit ihrem Hund lebt sie in Bayern und backt für ihr Leben gerne, besonders bunte Cupcakes - inspiriert wurde sie bei ihrer New York Traumreise durch die berühmte Magnolia Bakery mit den allerbesten Schoko-Cupcakes der Welt!
Wenn deine Welt ins Schwanken gerät und du glaubst, du kannst nicht mehr, dann greife nach der Hand deines Retters.
New York / May 21st 2010 / 09:30 a.m. (morning)
„Du hast eine hübsche Tochter“, sagte ich zu dem Junkie, der vollgedröhnt auf dem schmutzigen Boden unter der Manhattan Bridge saß.
Seine Augen waren rot geädert, sein Gesicht fleckig und aufgequollen. Normalerweise überließ ich die dreckige Arbeit immer meinen Dealern, aber in diesem Fall musste ich selbst eingreifen.
„Woher kennst du Sam?“, wollte er wissen.
„Berry, ich habe dir gesagt, wenn du nicht bald bezahlst, dann passiert deiner Tochter was. Ich lasse sie schon seit einer gewissen Zeit beschatten.“
„Tu bitte meiner kleinen Sam nichts an, sie ist mein ein und alles“, bettelte er.
„Dann sieh zu, dass du bis nächste Woche 1000 Dollar auftreibst und ich lass deine Tochter in Ruhe.“
„Mister Edwards, das schaffe ich nicht.“
„Tja, dann muss ich mir wohl oder übel deine hübsche Tochter nehmen.“
„Lass deine dreckigen Finger von meiner Samantha“, knurrte er mich an.
„Berry, Berry. Redet man so mit jemanden, der einen seit Jahren mit Stoff versorgt?“
Berry Bennett hatte harmlos mit Marihuana angefangen, doch das reichte irgendwann nicht mehr, um den Freitod seiner geliebten Frau zu verdrängen und er griff zu härteren Drogen. Für meine Dealer war er ein gefundenes Fressen, denn es war ihm egal welche Qualität das Zeug hatte, Hauptsache er wurde davon high.
Mit zittrigen Händen griff er nach dem kleinen Beutel, den ich ihm mitgebracht hatte. Zwar schuldete er mir noch Geld, aber ich wollte einem Drogenjunkie, wie er es war, nicht auf dem trocknen sitzen lassen, außerdem gehörte das zu meinem Plan. Berry griff in den Stoffbeutel und holte eine aufgezogene Spritze mit Heroin heraus.
Während er mit seinem Gürtel seinen Oberarm abklemmte und die Nadel an seiner Vene ansetzte, wählte ich die Nummer meiner Haushälterin.
„Miss Fowler, wo ist Samantha Bennett jetzt?“, fragte ich sie.
„Guten Tag Mister Edwards, im Moment hat sie einen Kurs am College.“
„Wissen Sie mittlerweile wie ihre Roommate heißt?“, fragte ich.
„Ja, ihr Name ist Candice Graham.“
„Sehr gut. Heften Sie sich an Miss Graham, vielleicht wäre sie eine gute Dealerin. Und informieren sie mich sobald Samantha das Collegegebäude verlässt. Ich denke, sie wird noch heute einen Anruf von der Polizei erhalten.“
„Oh, warum das?“
„Weil sich ihr Vater eben den goldenen Schuss setzt“, sagte ich, legte auf und blickte zu Berry, der just in diesem Moment das Heroin in seine Vene spritze.
„Und jetzt gehört deine Tochter mir“, flüsterte ich und verließ den Ort des Geschehens.
Samantha
Cleveland / September 6th 2015 / 07:00 a.m. (morning)
“Guten Morgen Miss Bennett”, sagte Schwester Jenny, als sie mit einem Tablett in mein Zimmer kam.
„Guten Morgen“, lächelte ich sie an und nahm ihr mein Frühstück ab.
„Wie geht es Ihnen?“, wollte die blondierte Krankenschwester wissen.
„Danke, gut.“
Schwester Jenny war sehr nett zu mir, doch vertrauen hatte ich zu ihr noch keines aufbauen können. Zu oft hatte ich mich in letzter Zeit in Menschen getäuscht, allen voran meine frühere Freundin Candice.
Detective Matthew Malone war vor drei Tagen aus Cleveland abgereist, um meine Collegefreundin zu befragen, denn sie deckte meinen Ex-Freund William Edwards, der mich seelisch und körperlich in den letzten Jahren misshandelte. Warum hat sich Candice gegen mich gewandt? Diese Frage hätte ich ihr zu gerne gestellt, aber das war nicht möglich, denn ich war hier in der Psychiatrie. Dr. Pawlin, meine Therapeutin, hatte mir gesagt, dass ich erst wieder rauskommen würde, wenn sie der Meinung war, dass ich stabil sei und mich nicht mehr selbst umbringen würde. Der Tod schien mir vor zwei Wochen die letzte Möglichkeit, als Flucht vor William. Doch dann hatte mich Matthew im Strandhaus leblos aufgefunden, er war schon seit längerer Zeit hinter meinem Ex-Freund her, denn wie sich rausstellte, war William ein Drogenboss. Dass hatte ich in den ganzen Jahren, in denen ich mit ihm zusammen war nicht gewusst, er hatte nie über seinen Job gesprochen.
Nach meinem Selbstmordversuch kam ich in die Psychiatrie von Long Beach, dort hoffte ich sicher zu sein, doch dem war nicht so. William hatte mich auflauern und mir einen Drohbrief zukommen lassen. Diesen Brief hatte Candice an Schwester Carrie, die ich eigentlich für sehr nett empfand, übergeben. Die beiden Frauen waren zum Verhör im Gefängnis. Die Krankenschwester wurde, nachdem sie gestanden hatte, dass sie von Candice Geld bekam für die Überbringung des Briefes, frei gelassen. Allerdings war sie ihren Job in der Psychiatrie von Long Beach los. William hatte mir in diesem Schreiben gedroht, dass ich mich nicht in Sicherheit glauben sollte und er mich wiederbekommen würde. Und da ihm Candice durch Carrie meine Krankenakte übermittelt hatte, wusste er, dass ich in ein Frauenhaus nach Houston wollte. Für Matthew stand fest, dass ich weder in Long Beach noch in Houston sicher war und hatte mich nach Cleveland in eine Psychiatrie, die einem Hochsicherheitstrakt glich, gebracht.
Meine ehemalige Roommate, die noch immer keine Aussage machte und womöglich ganz genau wusste, wo sich das Drogenlabor befand und William sich aufhielt, war nach wie vor ihm Gefängnis von New York. Diese Info hatte mir Matthew gestern am Telefon gesagt. Ich vermisste ihn irgendwie, denn er war eine der wenigen Personen, denen ich vertraute. Hier in Cleveland gaben sich alle Schwestern große Mühe, aber keine konnte Schwester Molly, die in der Psychiatrie in Long Beach meine Vertraute war, das Wasser reichen. Irgendwann würde ich sie besuchen, doch bis es soweit war, würde noch viel Zeit vergehen.
Die Therapiesitzungen mit Dr. Pawlin halfen mir, über das, was passierte langsam hinweg zu kommen, doch der seelische Schmerz saß tief. Meine körperlichen Verletzungen heilten und wenn ich in den Spiegel schaute, konnte ich allmählich wieder die Person sehen, die ich früher war, leider nur äußerlich. Die fröhliche und selbstbewusste Samantha, die ich einst war, war nicht wieder zurückgekehrt und dass würde wahrscheinlich auch noch dauern.
„Lassen Sie es sich schmecken“, riss mich Jenny aus meinen Gedanken und verließ mein Zimmer.
Das Essen hier war wunderbar und es fehlte mir an nichts, denn diese Einrichtung war eine der besten in den Staaten. Seitdem ich hier angekommen war, fragte ich mich, wer für die Kosten aufkommen würde. Ich selbst hatte kein Geld, William seines hatte er sich illegal verdient und ich war mir sicher, dass seine Konten schon gesperrt waren. Oder hatte er sie vor seiner Flucht noch leergeräumt? Vielleicht sollte ich Dr. Pawlin heute Nachmittag bei meiner Sitzung einmal fragen, wer das hier alles bezahlte.
Nachdem ich mit dem Frühstück fertig war, ging ich ins Bad, um mich frisch zu machen. Das Wasser prasselte lauwarm auf meinem Körper nieder und verschwand im Ausguss unter mir. Zu duschen hatte mir in letzter Zeit Schmerzen bereitet, denn mein Körper war übersäht mit blauen Flecken und meine angebrochenen Rippen taten mir bei schnellen Bewegungen weh. Doch allmählich verblassten sie und meine Knochen würden bald heilen. Schon bald würde man nichts mehr davon sehen, wie mich William zugerichtet hatte. Mit einem herrlich duftenden Duschgel schäumte ich mich ein, brauste den Schaum ab und wusch mir meine dunklen langen Haare.
Seufzend stand ich vor dem Kleiderschrank, viel Kleidung hatte ich nicht, nur, dass was ich vor einigen Tagen in Long Beach dabeihatte. All mein Hab und Gut waren noch in Williams Penthouse, wann und ob ich das jemals bekommen würde, wusste ich nicht. Wie jeden Tag zog ich mir eine Jeans und einen leichten Pullover an, schlüpfte in meine schwarzen Sneakers und verließ mein Zimmer, denn ich wollte in die nette Cafeteria, die uns Patienten zur Verfügung stand.
Auf dem Flur begegnete mir Dr. Pawlin, die mich freundlich anlächelte.
„Guten Tag Miss Bennett.“
„Hallo Dr. Pawlin“, grüßte ich sie.
„Wir sehen uns dann später zur Therapie“, sagte sie und ging an mir vorbei.
Als ich das kleine Café betrat, suchte ich nach einem Platz auf dem Balkon, denn ich wollte die Sonnenstrahlen an diesem Spätsommertag genießen. Viele Patienten waren heute noch nicht da und so hatte ich freie Platzwahl und setzte mich an einen Tisch in der Sonne.
„Hallo Miss Bennett“, grüßte mich die Kellnerin. „Einen Vanilla Latte wie immer?“
„Ja, bitte“, gab ich ihr als Antwort und blickte ihr nach.
Während ich auf meinen Kaffee wartete, sah ich, dass ein Mädchen, die vielleicht ein paar Jahre jünger als ich war, den Balkon betrat. Ihre kurzen blonden Haare schimmerten im Sonnenlicht. Sie sah zufrieden aus und wirkte im ersten Moment gar nicht wie eine Patientin.
„Hallo“, grüßte sie mich und setzte sich an einen der freien Tische.
„Hallo“, sagte ich lächelnd und hob meine Hand zum Gruß.
„Hier ihre Vanilla Latte, Miss Bennett“, sagte die Bedienung und stellte mir ein Glas auf den Tisch.
„Danke.“
„So und was darf es für Sie ein?“, fragte die Kellnerin, die junge Frau.
„Ich hätte gerne einen schwarzen Kaffee.“
„Kommt sofort.“
Es verstrichen einige Minuten, ehe ich meinen Mut zusammenfasste und die Blondine ansprach. Irgendetwas in mir, wollte sie kennenlernen.
„Ich heiße Samantha Bennett und du?“
„Maggie. Maggie Smith“, antwortete sie mir.
„Willst du dich zu mir setzen?“
Sie überlegte kurz, nickte dann mit dem Kopf und kam auf mich zu.
„Nett dich kennenzulernen“, sagte sie.
„Die Freude liegt ganz auf meiner Seite.“
„Bist du schon lange hier?“, wollte Maggie von mir wissen.
„Heute ist mein dritter Tag hier. Du bist aber auch noch nicht lange hier, oder? Ich habe dich noch gar nie gesehen.“
„Ich bin schon seit drei Wochen in dieser Psychiatrie. Nur habe ich heute zum ersten Mal mein Zimmer verlassen“, gab sie mir als Antwort.
Warum ist Maggie hier? Und warum traut sie sich erst jetzt nach draußen? Diesen Fragen konnte ich ihr nicht stellen, dazu hatte ich kein Recht. Wenn sie darüber reden möchte, dann würde sie von selber anfangen. Ich würde auch nicht wollen, dass sie mich ausfragte, warum ich hier war.
„Oh, Sie haben den Platz gewechselt“, hörte ich die Kellnerin sagen, die mit einer Tasse Kaffee auf den Balkon kam.
„Ja“, sagte Maggie knapp und nahm ihren Kaffee entgegen.
„Darf ich dich fragen, wo du herkommst?“
Diese Frage war nicht zu intim, zeigte aber, dass ich Interesse hatte sie kennenzulernen.
„Aus Boston und du?“
„Ah, auch ein Ostküstenkind“, freute ich mich. „Ich bin aus New York.“
„Wow, eine tolle Stadt.“
„Warst du schon einmal dort?“, fragte ich und nahm einen Schluck von meiner Vanilla Latte.
Einfach kein Vergleich zu der aus dem Pink Flower, dachte ich, als ich den ersten Schluck hinunterschluckte.
„Ja schon ein paar Mal“, antwortete sie und fügte leise hinzu: „Da war meine Welt noch in Ordnung.“
Soll ich sie fragen, was ihre Welt ins Schwanken brachte?
Ich unterließ es und sagte stattdessen: „In Boston war ich noch nie. Aber diese Stadt steht auf meiner to-see-list.“
„So toll ist Boston nicht, jedenfalls nicht für mich. Ich möchte dort nie mehr zurück.“
Oh je, das hörte sich alles andere als gut an.
„Hast du Hobbies?“, fragte ich und versuchte so das Thema zu wechseln.
„Ich gehe gern joggen, aber das kann man ja hier in der geschlossenen Psychiatrie nicht“, sagte sie traurig.
„Leider nein. Aber man kann hier andere Sachen machen, die auch Spaß machen.“
„Und was zum Beispiel?“, fragte Maggie neugierig.
„Kartenspielen, zusammen Fernsehgucken oder einfach nur quatschen.“
„Das sind zwar für mich keine Hobbies“, lachte Maggie und ihre grünen Augen begannen zu leuchten. „Aber es klingt nach Fun.“
„Hast du Lust heute Abend bei mir auf dem Zimmer einen Film anzuschauen?“
„Klar gerne“, antwortete sie und lächelte, als hätte ich ihr eben damit den größten Gefallen getan.
Matthew
New York / September 6th 2015 / 10:00 a.m. (morning)
“Sollen wir mal die, Guter Cop, böser Cop Masche versuchen?”, fragte mich mein Kollege Cole scherzhaft.
„Ich denke, dass bringt bei Miss Graham nichts. Sie ist seit Jahren unter der Fuchtel von William Edwards und wird niemals gegen ihn Aussagen“, schnaubte ich und ging auf den Verhörraum zu.
Durch ein großes Fenster sah ich die junge Blondine, die mich aber nicht wahrnahm. Ihr Blick war gesenkt und sie starrte auf ihre Hände, die in Handschellen gelegt waren. Dass sie Informationen über den Aufenthaltsort von William hatte, war mir klar, nur sie rückte nicht mit der Sprach raus. Genauso wenig verriet sie uns, wo sich das Chrystl Meth Labor befand. Wir wussten nur von unserem Undercovercop, dass dies irgendwo in Long Island sein sollte. Wo genau hatte er noch nicht herausgefunden. Langsam öffnete ich die Tür und betrat zusammen mit Cole den Raum. Candice Graham hob ihren Kopf und schaute uns mit einem traurigen Blick an.
„Guten Morgen Miss Graham“, sagte ich zu ihr und setzte mich ihr gegenüber.
Mein Kollege tat es mir gleich und die junge Frau versuchte zu lächeln. Sie wirkte verletzlich und schüchtern, so wie beim letzten Verhör.
„Detective Malone“, sagte sie und seufzte leise auf.
„Meinen Kollegen Detective Spencer kennen Sie ja noch vom letzten Mal.“
„Ja“, antwortete sie kopfnickend.
„Möchten Sie heute endlich eine Aussage machen?“
„Ich habe Ihnen doch schon alles gesagt“, gab sie mir als Antwort.
„Ich bin der Meinung, dass Sie uns einiges verheimlichen“, schnaubte Cole und verschränkte seine Arme.
„Ich habe keine Ahnung wo sich William Edwards aufhält und wo das Labor ist, weiß ich auch nicht.“
„Dann erzählen Sie uns doch einfach mal, wie Sie Mister Edwards kennengelernt haben“, forderte ich sie auf.
Miss Graham senkte ihren Blick, starrte wieder auf ihre Hände und seufzte auf.
„Ich … kenne Mister Edwards nicht wirklich. Ich … ich … kenne nur seine Haushälterin Miss Fowler“, begann sie zu stammeln.
„Das ist ja Interessant. Dann erzählen Sie uns doch mal, woher sie Miss Fowler kennen.“
Die Haushälterin von William, war genauso wie er untergetaucht. Dass sie mit ihm unter eine Decke steckte hatten wir anhand von Beweisen in ihrem Apartment in Queens festgestellt. Dort waren in einem Karton, den sie unter ihrem Bett versteckt hatte, einige Päckchen mit Crystal Meth. Ob sie für ihn dealte oder nur die Pakete an die Dealer übergab, wussten wir noch nicht, aber sobald Candice endlich mit der Sprache rausrücken würde, wäre ein Teil des Puzzles geschafft.
Die junge Frau begann zu erzählen und ich machte mir Notizen.
„Es ist schon fünf Jahre her, als mich Miss Fowler auf dem Collegegelände ansprach.“
„Was wollte sie von Ihnen?“, fragte mein Kollege.
„Sie hat mir vom Tod von Samanthas Dad erzählt und dass Sam für ein paar Tage bei einem Bekannten bleiben würde“, gab sie uns als Antwort.
„Hatten Sie sich nicht gefragt, wer dieser Bekannte ist?“, fuhr ich das Verhör fort.
„Nein“, antwortete sie mir kopfschüttelnd.
„Und was wollte die Haushälterin noch von Ihnen?“
„Sie hatte mir gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr zu Sam haben dürfte.“
„Hatte sie Ihnen auch gesagt warum?“
Miss Graham blickte mich an und ich konnte sehen, dass ihr die Tränen in den Augen standen.
„Sie hat mir gedroht, dass wenn ich den Kontakt nicht unterbreche und nicht für sie arbeiten würde, dass mir dann etwas Schlimmes passiert“, schluchzte sie.
„Um was für Arbeit handelte es sich?“
„Miss Fowler wollte, dass ich Drogen verkaufe.“
„Und darauf haben Sie sich eingelassen?“
Wortlos nickte sie mit dem Kopf.
„Und den Kontakt zu Miss Bennett hatten sie komplett abgebrochen?“, wollte Cole wissen.
„Ja. Aber auch von ihr habe ich nie mehr wieder etwas gehört. Miss Fowler hatte mir nur nach einigen Monaten erzählt, dass es ihr gut geht.“
Allmählich kam Licht ins Dunkle. Candice wurde bedroht und es würde mich nicht wundern, wenn sie weiterhin bedroht werden würde.
„Miss Graham, Sie haben einen Umschlag mit einem Drohbrief in der Psychiatrie in Long Beach für Samantha Bennett abgegeben. Wussten Sie was darin stand?“
„Nein. Miss Folwer hatte mir den Umschlag gegeben und mir gesagt, dass ich Kontakt zu einer Schwester Carrie aufnehmen sollte.“
„Von Miss Carrie Tanner wissen wir, dass Sie ihr Geld geboten haben, damit sie Ihnen die Krankenakte von Miss Bennett aushändigt.“
„Ja, das ist richtig. Miss Fowler wollte, dass ich mich an Carrie ran hefte, ihr Geld anbiete und das habe ich gemacht.“
„Warum haben Sie das getan?“, wollte Cole wissen.
„Weil …“, die junge Frau brach in Tränen aus und ich reichte ihr ein Taschentuch. „Weil Miss Fowler mir gedroht hat.“
„Womit hat sie Ihnen gedroht?“
„Wenn ich nicht das mache, was sie von mir verlangt, dann wird sie mich umbringen lassen.“
„Haben Sie jemals Geld angeboten bekommen?“
„Nein. Ich habe nur Geld bekommen, wenn ich Drogen verkauft habe.“
„Und Sie wissen wirklich nicht, wo sich die beiden aufhalten könnten?“
„Nein, ich weiß es wirklich nicht. Ich hatte das letzte Mal Kontakt zu Miss Fowler, als ich ihr die Krankenakte übergab.“
„Wo hat diese Übergabe stattgefunden?“, fragte Cole.
„In der Bibliothek von New York.“
Das half uns auch nicht weiter. Aber allmählich glaubte ich Candice, dass sie nicht wusste, wo sich William und seine Haushälterin aufhielten.
„Können Sie mir zum Schluss noch eine Frage beantworten?“, sagte ich.
„Ja.“
„Wo waren Sie, als Samantha Bennett aus ihrem gemeinsamen Zimmer auszog?“
„Miss Fowler hatte mich informiert, dass Sam ihre Sachen packen würde und mit dem Studium aufhört. Damit wir uns nicht über den Weg laufen, bin ich in dieser Zeit spazieren gegangen.“
„Okay, danke.“
„Komm ich jetzt wieder frei?“, wollte sie wissen.
„Nein. Das Gericht, wird entscheiden, wie es mit Ihnen weitergeht“, gab ich ihr zu verstehen, erhob mich und verließ zusammen mit meinem Kollegen den Raum.
Wenn Candice wirklich nichts über den Aufenthaltsort von William und seiner Haushälterin weiß, wer kann uns dann weiterhelfen?
